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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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pbrixius

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121

Sonntag, 30. März 2008, 10:10

RE: ....nach Hoffmanns Erzählungen

Zitat

Original von Theophilus
Der "Wille des Komponisten" ist hier vollkommen unmöglich zu realisieren, es sei denn, du stehst auf nicht instrumentierte Torsi mit mehreren Auswahlmöglichkeiten zwischendurch.


Lieber Theophil,

mir ist die Editionslage nicht ganz unbekannt, auch wenn ich im Moment noch auf dem Stand Oeser bin. Das ist aber auch keine Ausrede für den Schindluder, der über die Jahrzehnte mit der Oper betrieben wurde.

Der Formplan der Oper ist durch das Hauskonzert vom 18.5.1879 bekannt u.a. durch die Besprechungen in der Presse. Inzwischen stehen auch Rollenbücher u.a. zur Verfügung. Dieser Formplan war schon dem Prosadrama immanent. Aber eben dieser Formplan wurde schon wenige jahre nach der Uraufführung demontiert und damit doch eindeutig gegen die Intentionen des Komponisten verstoßen.

Wenn man bei aller fragmentarischen Überlieferung ausgerechnet das über Bord wirft, was gesichert ist, dafür aber jede Art von Zufügung und Änderung an dem Werk vornimmt, bis man es zu einer romantischen Oper zurechtgestutzt hat, muss man doch mit Nachdruck auf die Intentionen Offenbachs hinweisen.

Zitat

in gewisser Weise kann man in diesem Fall mit Offenbach wirklich tun, was man will.


O Gott, das hat man getan! Aber nicht zum besten von Werk und Komponisten!

LG Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Elisabeth

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122

Sonntag, 30. März 2008, 18:37

Hallo zusammen,

bei einer Recherche fiel mir gerade dieser deutschsprachige (!) Hoffmann auf, den Heinz Wallberg 1979 (!) einspielte - kann jemand etwas zu dieser Aufnahme sagen?

Jacques Offenbach (1819-1880)
Hoffmanns Erzählungen (in dt. Spr.)


Künstler: Jerusalem, Scovotti, Fischer-Dieskau, Varady,
RO München, Wallberg
Label: EMI , ADD, 79





LG, Elisabeth

Fairy Queen

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123

Donnerstag, 3. April 2008, 21:32

Dank der liebenswürdigen Emotione sehe ich nun eine ganz andere Hoffmann Inszenierung:

1981 aus Covent Garden unter Georges Prêtre
mit Placido Domingo, Ileana Cotrubas, Agnes Baltsa uva

Man glaubt im direkten Vergleich mit der Nagano Fassung eine ganz andere Oper vor sich zu haben 8o

Kennt jemand diese DVD?

Ich bin noch nicht allzu weit fortgeschritten, aber sängerisch scheint es vom Feinsten zu sein. Allein das ist ein Grund zum "Grand Merci, chère Madame "Paix de Fées" :] :jubel:
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

Herbert Henn

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124

Donnerstag, 3. April 2008, 21:58

Hoffmanns Erzählungen aus Covent Garden

Natürlich ist das eine hervorragende Aufführung, die ich auch schon seit einigen Jahren auf DVD besitze. Sänger und Szenerie sind werkgerecht. Da kann ich sogar entschuldigen, daß die Frauenrollen und die vier "Bösewichte" von jeweils verschiedenen Interpreten dargestellt werden. Es gibt eben einfach keine bessere Einspielung auf DVD.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Elisabeth

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125

Donnerstag, 3. April 2008, 22:03

Liebe Fairy,


auf Rideamus Empfehlung hab ich mir diese DVD




gekauft - sie wartet aber noch darauf, angesehen zu werden.

(Immerhin hab ich als nichttechnischer Dienst den DVD-Rekorder
schon angeschlossen :pfeif: )


LG, Elisabeth

Walter Krause

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126

Freitag, 4. April 2008, 09:40

Zitat

Original von Fairy Queen

1981 aus Covent Garden unter Georges Prêtre
mit Placido Domingo, Ileana Cotrubas, Agnes Baltsa uva
Szenery: Wiliam Dudley

Kennt jemand diese DVD?



Liebe Fairy,

Auf Seite 1 dieses Threads findest unter dem Datum 15.10.2007 meine sehr positive Meinung dazu.

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

Fairy Queen

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127

Freitag, 4. April 2008, 12:09

Danke, lieber Waldi das habe ich gerade gelesen.
Ich bin leider noch nicht über den ersten Akt hinausgekommen und kann bisher nur Folgendes sagen: Domingo ist wieder einmal einfach unschlagbar, eben einer der Allergrössten überhaupt. :jubel: :jubel: :jubel:
Was den ersten Akt angeht, bedaure ich die starke Kürzung bei Erlo/Nagano jetzt übrigens gar nicht. Wenn dazu ein solches Szenario geboten wird wie hier von Schlesinger, verharmlost das m.E. die ganze Geschichte schon von Beginn an.
Van Dam als vierfacher Bösewicht hat mich so überzeugt, dass es diese Herrn im Biedermeier-Look und -auftreten schwer haben werden. Dagegen freue ich mich riesig auf die Frauen, insbesondere Ileana Cortrubas, denn Natallie Dessay kann eh keine andere Olympia toppen.
Musiklaisch finde ich das Ganze bisher wunderbar und hoffe, dass ich nicht mit geschlossenen Augen am Ende dasitze und nur Stimmen geniesse. Wobei mir das oft auch schon ausreicht um selig zu sein. Aber ich ja erwarte wenigstens noch besten Augenschmaus in Makart-und Delacroix-Manier, lieber Waldi. :D

F.Q.
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

oper337

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128

Freitag, 4. April 2008, 17:50

Ja diese DVD habe ich

und ich finde sie ausgezeichnet,

Die Serra als Olympia, die Baltsa als Giuletta und die Ciotrubas als Antonia,

in der älteren Fassung,

aber schön und richtig inszeniert, die 4 Bösewichte sind von 4 Darstellern gebracht, finde ich gut,

man hat mir einmal vorgeworfen die Inszenierung ist verstaubt, aber das finde ich nicht.
Georges Pretre ist ein fabelhafter Dirigent.

Ich liebe die Aufnahme und ich finde sie musikalisch zum Schwelgen, einfach grandios.

oper337

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129

Freitag, 4. April 2008, 17:52

Ja diese DVD habe ich

und ich finde sie ausgezeichnet, liebe Fairy Queen!

Die Serra als Olympia, die Baltsa als Giuletta und die Ciotrubas als Antonia,

in der älteren Fassung,

aber schön und richtig inszeniert, die 4 Bösewichte sind von 4 Darstellern gebracht, finde ich gut,

man hat mir einmal vorgeworfen die Inszenierung ist verstaubt, aber das finde ich nicht.
Georges Pretre ist ein fabelhafter Dirigent.

Ich liebe die Aufnahme und ich finde sie musikalisch zum Schwelgen, einfach grandios.

Ja, man kann mit geschlossenen Augen dasitzen und träumen und wenn man die Augen aufmacht, dann stimmt der Traum von einem perfekten Hoffmann.

Viele Vergnügen noch und liebe Grüße von Peter aus Wien.

Il Grande Inquisitore

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Freitag, 4. April 2008, 17:58

Also, ich finde die Serra schlicht schwach (allerdings kenne ich nur die Cambreling-Einspielung mit ihr).

Und, verehrte Fee, hier muß einfach auch vor Deinen Augen das mechanische Wunderwerk Joan Sutherland Gnade und Wohlwollen finden!

Eine Traum-Olympia ist übrigens Frieda Hempel (Aufnahme irgendwann um 1910, müßte ich raussuchen), ohnehin eine viel zu sehr vernachlässigte Sängerin.

Mein Traum-Hoffmann dazu ist Richard Tauber, dagegen wirken Domingo, Shicoff etc. reichlich blaß. Und: Alfredo Kraus hat ein feines "Il était une fois" gesungen, das aber an Taubers Version nicht heranreicht.

So, genug der rückwärtsgewandten Schwelgerei!

LG,


Christian

Fairy Queen

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Freitag, 4. April 2008, 18:20

Lieber Grande, die Dame Sutherland findet leider keine Gnade vor meinenAugen noch vor meinem Herzen vor meinen Ohren aber schon, da bin ich gerecht, denn ihre Koloraturtechnik ist einfach phantastisch. :jubel:

Deine Referenzaufnahmen kenne ich natürlich mal wieder nicht :untertauch:, aber Richard Tauber war der Schwarm meiner deutschen Oma und von daher kenne ich immerhin die Stimme, und die ist wirklich wunderschön.
Aber als Domingo -Fan reicht mir DIESER Hoffmann schon vollkommen aus, evtl ist er aber im Vergleich zu Kraus oder Tauber ZU präsent und zu baritonal/viril und zu wenig der zerrissene Romantiker-meinst du das vielleciht?

Da ich heute rund um die Uhr eingespannt war, hoffe ich vor Abreise morgen wenigstens noch ein wenig in Akt Zwei und Drei reinhören zu können um mir ein Bild von Serra und Cotrubas zu machen.
Und ich hoffe natürlich, dass "meine" Natalie auch als Olympia Gnade vor Deinen Ohren und Augen findet-ihr Puppen Automat hat nämlich gemeinerweise tatsächlich eine Seele und dass sich der arme Hoffmann da falsche Hoffnungen auf eine echte Frau und Geliebte macht, kann man nachvollziehn, wenn man das hört!

Lieber (Wiener) Peter, ich schwelge bei solchen Inszenirungen gerne in den Kostümen und den Kulissen und vor allem dem schönen Gesang, aber mein Geist wird da oft eher gelangweilt.
Also notfalls wirklich schwelgerisches Augenschliessen, wenn gerade kein schönes Kleid oder kein schöner Mensch zu sehen ist. :D Chacun à son goût! :hello:

F.Q.
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Walter Krause

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132

Freitag, 4. April 2008, 18:34

Liebe Fairy,

"Deine" Natalie Dessay hat ja vor langer Zeit als noch sehr junge Sängerin als Olympia an der Wiener Staatsoper debütiert und wurde damals unisono bejubelt. Wir Wiener wissen, was man an ihr hat, was wir dadurch beweisen, daß wir meistens von "der" Dessay reden. Eigentlich sollte der ORF einmal in seinem Archiv kramen, wo zweifellos viele großartige Opernaufnahmen der Restaurierung und Verwertung als DVD harren.

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

oper337

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133

Freitag, 4. April 2008, 20:28

Meine lieb Fairy Queen

Das hast Du alles in dieser Aufnahme, es liegt ein eigentümlicher Reiz über dieser DVD.

Ich bevorzuge gerade solche Inszenierungen, die meiner Meinung nach stimmen,

und die Cotrubas mit Mirakel und Stimme der Mutter - unheimlich - aber gut.

Herrlich gelöst.

Alles Liebe aus dem kühlen Wien sendet Dir Peter

Il Grande Inquisitore

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134

Freitag, 4. April 2008, 21:36

Zitat

Original von Fairy Queen

Aber als Domingo -Fan reicht mir DIESER Hoffmann schon vollkommen aus, evtl ist er aber im Vergleich zu Kraus oder Tauber ZU präsent und zu baritonal/viril und zu wenig der zerrissene Romantiker-meinst du das vielleciht?

Und ich hoffe natürlich, dass "meine" Natalie auch als Olympia Gnade vor Deinen Ohren und Augen findet-ihr Puppen Automat hat nämlich gemeinerweise tatsächlich eine Seele und dass sich der arme Hoffmann da falsche Hoffnungen auf eine echte Frau und Geliebte macht, kann man nachvollziehn, wenn man das hört!


F.Q.


zu Domingo: Genau, mir zu baritonal und (im Vergleich zu Tauber) etwas zu schwerfällig

zu Dessay: Klaro!

Ganz LG und gute Reise,


Dein Christian

Fairy Queen

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135

Samstag, 5. April 2008, 07:31

Ich kann mir nun (wenngleich ich nciht Alles gesehen habe) ein eigenes Urteil über die Pretre/Schlesinger DVD machen und muss sagen: diese Aufführung hat wirklich ganz grosse Verdienste!

Allein das Giulietta Bild , wo ich gleich Delacroix "Tod des Sardanapal" ( :yes:Waldi) assozieirte und von dieser szenischen Üppigkeit und insbesondere Agnes Baltsa fasziniert war, die wunderbar beseelte Antonia der Ileana Cotrubas und ein durchgehend sehr hohes musikalisches Niveau. :jubel:
Sängerisch wenig überzeugt hat mich die "Spiegelarie"(Nimsgern), wie ich überhaupt die tiefen Männerstimmen im Vergleich zum Rest der Besetzung schwächer fand.
Was Grandes Inquisition der Signora Serra als Olympia angeht:
man muss gerechterweise sagen, dass sie ihre Töne richtig und automatenmässig ausspuckte. Welche Technik sie dabei anwendet, ist eigentlich nicht so wichtig, denn sie funktionierte ja. Was schon schwer genug ist.
Als Rollenbild finde ich sie allerdings eher passend für eine flämische Dorfkirmes-Wunderbude à la Brueghel als in dieser Inszenierung mit Cotrubas, und Baltsa als Co-Geliebte des Domingo Hoffmann.(gute Idee mit der rosa Brille in dieser Szene ;) )

Und da denke ich im Vergleich jetzt nciht nur an Natalie Dessay sondern auch an Patricia Petibon und sogar zwei Live-Olympias an "Provinzbühnen", die ich erlebt habe.
Ich kannte Serra jedenfalls bisher nciht und habe auch keinerlei weiteres Bedürfnis danach.

Die Inszenierung ist sehr üppig und phantasievoll in der Ausstattung und bietet daher eine Menge fürs Auge und zum Schwelgen, vor allem das Giulietta Bild! :jubel:


Was mir aber wirklich gefehlt hat, ist die düstere , schaurige und kranke Seite dieser romantischen "Erzählungen". Ich finde das Alles sehr nett und bequem dargestellt und bin daher froh, auch die Nagano/Erlo DVD zu haben, die musikalisch/sängerisch natürlich nciht dasselbe Niveau zeigt.
(Ausnahme Dessay und van Dam, die ihre Pendants bei Prêtre überragen)


Fairy Queen
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Elisabeth

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136

Sonntag, 6. April 2008, 10:12

Zitat


(gute Idee mit der rosa Brille in dieser Szene )


Liebe Fairy,

die Brille als solches steht doch im Libretto – aber es spricht für die Qualität dieser Inszenierung, dass sie das Sprichwort von der rosaroten Brille umsetzt.

Ich kam gestern endlich dazu, mir die DVD anzusehen – und mir fiel auf, dass hier die Reihenfolge der Akte Antonia und Giulietta vertauscht ist. Wenn ich mich richtig erinnere, äußert sich Domingo in seiner Autobiografie dahin gehend, dass er diese Reihenfolge für wesentlich plausibler hält, denn er könne sich nicht vorstellen, dass sich Hoffmann nach Antonia noch der Giulietta zuwenden könne.
Nach dieser Inszenierung kann ich ihm nur recht geben – und für mich ist der Antonia-Akt auch der stärkste mit seiner ganz exzellenten Personenführung.

Und was mir ganz persönlich auffällt ist, wie sich durch die vielen leeren Bühnen und sparsamen Kostümierungen der letzten Jahre auch meine Sehgewohnheiten geändert haben – die üppige Ausstattung dieser Inszenierung wirkt dagegen inzwischen schon FAST kitschig… :stumm:

LG, Elisabeth

Emotione

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137

Sonntag, 6. April 2008, 11:30

Die Anordnung der Akte entspricht der dreiaktigen Choudens-Fassung mit Vor- und Nachspiel. Ich kannte Hoffmanns Erzählungen nur in dieser Anordnung. Das Zensurlibretto sieht die Reihenfolge 1. Akt Prolog, 2. Akt Olympia, 3. Akt Antonia, 4. Akt Giulietta und 5. Akt Stella vor, und das entspricht seit der Oeser-Fassung auch der Aufführungspraxis.

Diese Anordnung empfinde ich auch unter Berücksichtigung der seelischen Zerplitterung in der Figur des Hoffmann logisch.

Abgesehen vom hohen musikalischen Niveau ist diese Inszenierung für mich persönlich ein Ausstattungsrausch, der für eine psychologische Deutung der Personen keinen Raum lässt, was Schlesinger ja vermutlich auch nicht beabsichtigt.

Eine nette Idee fand ich, dass Lindorf als Offenbachkopie immer wieder einmal durch die Szene geisterte.

Ansonsten kann ich mich Elisabeths Resümee nur anschließen.

:hello:

Emotione
Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
George Bernard Shaw

Philhellene

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138

Sonntag, 6. April 2008, 19:57

Zitat

Original von Elisabeth
Wenn ich mich richtig erinnere, äußert sich Domingo in seiner Autobiografie dahin gehend, dass er diese Reihenfolge für wesentlich plausibler hält, denn er könne sich nicht vorstellen, dass sich Hoffmann nach Antonia noch der Giulietta zuwenden könne.


Aber andererseits kann er sich nach Antonia und Giulietta auch noch der Stella zuwenden... ;)

oper337

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139

Sonntag, 6. April 2008, 20:31

Luciana Serra

Frau Serra hat eigentlich, was ich weiß, nie in ein anderes Fach zu wechseln,
sie blieb immer Koleratursängerin, wobei ich bei ihr nur eben die Olympia und die Königin der Nacht kenne.

Ich kenne, und kannte, einige Koleratursängerinnen persönlich wie Wilma Lipp, die zum lyrischen Sopran wurde,
leider wohnt jetzt Wilma Lipp bei München und so habe ich weniger Kontakt zu ihr, aber wir rufen uns hin und wieder an.

Luciana Serra hat da den "Anschluss verpasst".

Aber zu ihrer Olympia mir gefällt sie schon, der Coppèllius ist mit einem großen Humor gebracht (Geraint Evans) während der Spalanzani (Robert Tear) gar keinen hat, da war Erich Kunz in Wien, ein Kabinettstück

Nicloai Ghiuselev hat als Dr. Mirakel schon etwas äußerst dämonenhaftes und Ileana Cotrubas ist als Antonia, wie immer, sehr gut.

Wilma Lipp hat einmal in einem Interview gesagt, man kann nicht immer die Königin, die Constanze oder die Olympia oder Zerbinetta singen, das wäre ja furchtbar, und in Bezug auf Luciana Serra hatte sie Recht.

Jacques Rideamus

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Freitag, 2. Januar 2009, 18:51

RE: Antonio de Almeida

Anlässlich des neuen Threads über Brigitte Fassbaender höre ich mir gerade den vierten Akt der Oper in einem Mitschnitt von 1980 aus Florenz in folgender Besetzung an:

Hoffmann NEIL SHICOFF
Niklausse/ The Muse ELENA ZILIO
Coppelius/ Dappertutto/ Dr. Miracle SESTO BRUSCANTINI
Olympia CATHERINE MALFITANO
Antonia ARLEEN AUGER
Giulietta BRIGITTE FASSBAENDER

Die musikalische Leitung hat Antonio de Almeida, der auch die Rekonstruktion nach eigenen Recherchen besorgte. Angeblich ist sie der Rekonstruktion Oesers besonders ähnlich, aber mir kommt es vor, dass ich noch nie so viel Musik dieses Aktes gehört hätte, auch nicht bei Cambrelings herrlicher Einspielung der Oeser-Fassung.

Leider ist der Live-Mitschnitt, den ich habe, akustisch nicht der beste. Weiß jemand mehr über diese spezielle Fassung und ob es sie in guter Qualität gibt? Mich würde eine detaillierte Untersuchung der für mich neuen Elemente darin sehr interessieren.

Brigitte Fassbaender ist darin übrigens neben Agnes Baltsa die beste Giulietta, die ich je gehört habe. Sie hat allerdings auch mit Abstand am meisten zu tun.

:hello: Jacques Rideamus
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Basti

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141

Dienstag, 21. Juli 2009, 17:35



Ich hoffe ja, ich habe hiermit eine sinnvolle Investition für den Einstieg getätigt...

Inwiefern sind Blanc und Ghiusilev denn fehlbesetzt? ?(

Ist die Aufnahme für den Einstieg überhaupt geeignet, d.h. welche Fassung wird verwendet?

Danke schon mal

:hello:

PS.: Verdammich! Jetzt könnte ich mich stundenlang darüber aufregen, dass London nicht den Dappertutto singt :angry: :D!
»Neulich haben Sie mich gegrüßt und ich hab Sie leider nicht gleich erkannt. Das nächste Mal, wenn ich Sie wieder nicht erkenne, treten Sie mir in den Arsch. Großartiger Jochanaan übrigens, neulich.«
Hans Knappertsbusch zu Hans Hotter

musicophil

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142

Dienstag, 21. Juli 2009, 18:23

Zitat

Original von Elisabeth
Hallo zusammen,

bei einer Recherche fiel mir gerade dieser deutschsprachige (!) Hoffmann auf, den Heinz Wallberg 1979 (!) einspielte - kann jemand etwas zu dieser Aufnahme sagen?

Jacques Offenbach (1819-1880)
Hoffmanns Erzählungen (in dt. Spr.)


Künstler: Jerusalem, Scovotti, Fischer-Dieskau, Varady,
RO München, Wallberg
Label: EMI , ADD, 79



Da muß ich denn wieder bei mir eine LP-Box holen. Denn ich habe sie.
Also noch mehr zu digitalisieren. :motz:

BG, Paul :P
Wirklich schöne Musik rührt

Norbert

Moderator

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143

Dienstag, 21. Juli 2009, 21:07

Zitat

Original von Basti


Ich hoffe ja, ich habe hiermit eine sinnvolle Investition für den Einstieg getätigt...

Inwiefern sind Blanc und Ghiusilev denn fehlbesetzt? ?(


Lieber Basti,

die Antwort gibst Du Dir unten selbst... ;)

Zitat

Ist die Aufnahme für den Einstieg überhaupt geeignet, d.h. welche Fassung wird verwendet?


Gespielt wird die Choudens-Edition. "Geeignet" ist sie auf jeden Fall, denn es wird gute Musik gut dargeboten.

Wenn Dich der Wandel im Kenntnisstand der Forschungsarbeit interessiert, dann werden sicherlich andere Aufnahmen für Dich noch hinzukommen.

Zitat

PS.: Verdammich! Jetzt könnte ich mich stundenlang darüber aufregen, dass London nicht den Dappertutto singt :angry: :D!


Gell? ;)
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Elisabeth

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144

Dienstag, 21. Juli 2009, 21:50

Zitat

Original von Basti


PS.: Verdammich! Jetzt könnte ich mich stundenlang darüber aufregen, dass London nicht den Dappertutto singt :angry: :D!



Lieber Basti,


in diesen Aufnahmen kannst Du George London in allen vier Rollen hören:


Jacques Offenbach (1819-1880)
Hoffmanns Erzählungen (in dt. Spr.)


Waldemar Kmentt, Rita Streich, Anny Schlemm, Teresa Stich-Randall, George London, Bayr. RSO, Rudolf Moralt

Label: Walhall , ADD/m, 1956




Jacques Offenbach (1819-1880)
Hoffmanns Erzählungen


Gedda, Dobbs, Elias, London, Nagy, Vanni, Harvout, Marsh, Franke, Metropolitan Opera Orchestra, Morel

Label: LivingStage , ADD, 1959




Simoneau, London, Danco, Alarie, West,
Orch. der Staatsoper Wien, Schaenen
Label: Walhall , ADD/m, 1954




LG, Elisabeth

Basti

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145

Dienstag, 21. Juli 2009, 22:23

Oh ja, danke. :jubel: Die letzte wird dann die Zweitaufnahme.
Aber es war mir schon wichtig, eine Box mit Textheft zu bekommen, da ich die Oper ja noch nicht kenne.

:hello:
»Neulich haben Sie mich gegrüßt und ich hab Sie leider nicht gleich erkannt. Das nächste Mal, wenn ich Sie wieder nicht erkenne, treten Sie mir in den Arsch. Großartiger Jochanaan übrigens, neulich.«
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Alfred_Schmidt

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146

Dienstag, 21. Juli 2009, 22:45

Zitat

.....da ich die Oper ja noch nicht kenne.


Eigentlich kennt sie ja niemand, allein die vielen Fassungen. Bearbeitungen, Zusammenstellungen.
Es wurden Arian gestrichen - wieder eingesetzt, verschoben -umgetextet, sogar die Reihenfolge der Akte wurde verändert.

Dennoch ist die Oper - zumindest meiner Meinung nach - unzerstörbar.
Und immer wider beinahe bis heute - tauchten neue Fragmente von Entwürfen dieses Werkes auf.

Wenn man mir die Frage stellt, welche Fassung denn nun die "richtige" sein - eine Frage die ich natürlich ebensowenig beantworten kann, wie alle anderen - dann meine ich, "die Bühnenwirksamste"

Diese ist jedoch immer ein Mischmasch mehrerer Fassungen, wo die "Knaller" dem Publikum effektvoll präsentiert werden.
Manche "wissenschaftlich" aufbereiteten Projekte erweisen sich als blutleer und ohne Biss - altvertrautes wird gestrichen oder zumindest an eine andere Stelle verschoben.

Offenbach selbst war ein gstandener Theatermann und war nicht zimpoerlich, wenn es darum ging ein Werk effektvoll auf die Bühen zu bringen...

mfg aus Wieb

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

musicophil

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147

Dienstag, 21. Juli 2009, 23:09

Zitat

Original von Basti
Aber es war mir schon wichtig, eine Box mit Textheft zu bekommen, da ich die Oper ja noch nicht kenne.

Wir haben hier einen Thread mit Internetlinks. Da wirst Du bestimmt fündig.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Honoria Lucasta

Fortgeschrittener

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148

Mittwoch, 22. Juli 2009, 07:41

Ärgernis

Mich hat bisher bei fast jeder Aufführung von Hoffmanns Erzählungen, die ich in der Oper oder im Fernsehen verfolgt habe, befremdet, daß jeder Regisseur meint, hier könne man sich -wohl auch wegen der unüberschaubaren Editionslage- interpretatorisch mal so richtig austoben. Ich habe diese Oper daher schon im Irrenhaus, in einer schwarzen Kiste mit gelben Marionettenfiguren u.ä. spielen sehen, und nichts, absolut nichts anderes davon mitgenommen als Mitgefühl für den armen Jacques Offenbach, der in seinem Grabe wie am Drehspieß rotieren muß angesichts der Respekt- und Instinktlosigkeit, mit der sein Werk da behandelt wird. Es gibt ja rühmliche Ausnahmen (DVD aus der MET mit Domingo und Covent Garden, wenngleich einen bei Shicoff ja immer das Gefühl beschleicht, er sei eigentlich mehr Hoffmann als Shicoff, auch das ist schon wieder eine Übertreibung, die dem Stück nicht bekommt...), aber meist tut es nur weh, das Werk auf der Bühne zu sehen. Dabei enthält es so viel wunderschöne Musik, daß es bei anderen Komponisten glatt für 2 Opern gereicht hätte - nur gönnt man sich diesen Reichtum tatsächlich besser auf der CD als visuell, oder eben allenfalls in diesen beiden o.a. Aufnahmen.

Grüße!

Honoria
"...and suddenly everybody burst out singing"
Busman's Honeymoon

Basti

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149

Mittwoch, 22. Juli 2009, 11:36

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Original von musicophil

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Original von Basti
Aber es war mir schon wichtig, eine Box mit Textheft zu bekommen, da ich die Oper ja noch nicht kenne.

Wir haben hier einen Thread mit Internetlinks. Da wirst Du bestimmt fündig.

LG, Paul


Danke für deinen Tipp, Paul...

aber weißt du, es ist einfach schöner, ein zweisprachiges Libretto zu haben, mit dem man sich schön ins Bett fläzen und so gleichzeitig noch Französisch lernen kann :D. Dieser Effekt fehlt einfach, wenn man sich ein deutsches Libretto (womöglich noch die Bühnenfassung) runterlädt.

:hello:
»Neulich haben Sie mich gegrüßt und ich hab Sie leider nicht gleich erkannt. Das nächste Mal, wenn ich Sie wieder nicht erkenne, treten Sie mir in den Arsch. Großartiger Jochanaan übrigens, neulich.«
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musicophil

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Mittwoch, 22. Juli 2009, 12:37

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Original von Basti
...es ist einfach schöner, ein zweisprachiges Libretto zu haben, mit dem man sich schön ins Bett fläzen und so gleichzeitig noch Französisch lernen kann :D. Dieser Effekt fehlt einfach, wenn man sich ein deutsches Libretto (womöglich noch die Bühnenfassung) runterlädt.

Für Nachbarn habe ich von den Hugenotten das Französische libretto und die Englische Übersetzung gesucht. Und sie in einer Worddatei gespeichert.
Zwei Spalten: links das Französische kopiert; rechts das Englische kopiert. In Deinem Fall würde das links Französisch und rechts Deutsch bedeuten.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

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