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  • »santoliquido« ist männlich
  • »santoliquido« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 129

Registrierungsdatum: 18. Dezember 2008

1

Samstag, 31. Januar 2009, 13:16

Das Trio Santoliquido

Und das Trio Santoliquido mit seiner Einspielung des "Geister-Trios" von van Beethoven schlummert auch noch unveröffentlicht.

Wahrscheinlich gibt es da einige Schätze zu heben (wahrscheinlich besonders in der Mono-Ära).
M.B.

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Beiträge: 129

Registrierungsdatum: 18. Dezember 2008

2

Samstag, 31. Januar 2009, 14:20

Hallo,
zum Trio Santoliquido (dem Paten meines Benutzernamens) möchte ich folgendes erwähnen:
Für mich eines der besten Klaviertrios,die je existiert haben - stehen in einer Reihe mit der Trio-Legende Thibaud-Casals-Cortot !
Mit dem Auftauchen des ausgezeichneten Trio di Trieste ist das Trio Santoliquido (das sich zeitweise auch Nouvo Terzetto di Roma oder zusammen mit dem Bratscher Bruno Giuranna auch Quartetto di Roma nannte) leider zu Unrecht allmählich in Vergessenheit geraten.
Die Mitglieder waren: Arrigo Pellicia,Violine (manchem vielleicht aus Bratschen-
Partner von A.Grumiaux bei den Mozart-Duos und der Sinfonia concertante bekannt) - Massimo Amfiteatrov,Violoncello und Ornella Puliti Santoliquido ,
Klavier.
Bezüglich des Geistertrios op.70/1 von Beethoven ist der Traum von Thomas Pape bereits erfüllt worden.
2005 kam eine CD bei divine art HISTORIC SOUND mit Beethoven op.1/3 , op. 70/1 und den Kakadu-Variationen op.121 a heraus.
Es sind dies alles Aufnahmen , die bei DGG z.T. noch auf Schellack erschienen sind.Von Beethoven gibts auch noch eine DGG-Platte mit op.70/2.
Außerdem kam bei DGG mit diesen Künstlern das Mendelssohn-Trio op.49 sowie das Schubert-Trio B-Dur op.99 heraus. Und vor kurzem konnte ich - für mich eine kleine Sensation- eine komplette und gut erhaltene Schellack-
Aufnahme des Es-Dur-Trios op.100 von Schubert erwerben.
Zusammen mit Bruno Giuranna gab es die drei Klavierquartette von Brahms und schließlich erschien bei dem französischen Label Concert Hall (MMS) eine Gesamtausgabe der Beethoven-Trios (zusätzlich noch die drei Klavierquartette ohne Opuszahl mit dem Bratscher Bianchi).
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt , daß auch eine Aufnahme des Tripel-Konzerts von Beethoven existiert , wobei die Violine statt Pellicia Manoug Parikian spielt ; das Orchester ist das Philharmonische Orchester Rom unter Walter Goehr.
Viele Grüße
Santoliquido
M.B.

Thomas Pape

Moderator

  • »Thomas Pape« ist männlich

Beiträge: 3 922

Registrierungsdatum: 30. August 2006

3

Sonntag, 1. Februar 2009, 01:05

Zitat

Original von santoliquido
Und vor kurzem konnte ich - für mich eine kleine Sensation- eine komplette und gut erhaltene Schellack-Aufnahme des Es-Dur-Trios op.100 von Schubert erwerben.


Die Aufnahme ist wirklich klasse; das Glück, sie meiner Sammlung einverleiben zu können, hatte ich letztens auch. Auf pristineclassical.com wirst Du nicht nur das Geister-Trio, sondern alle Klaviertrios Ludwig van Beethovens in der Einspielung mit dem Trio Santoliquido finden. Die Aufnahmen bei Concert Hall sind übrigens stereo; Andrew Rose von Pristine Audio scheint die mono-LP's wiederveröffentlicht zu haben. Da, wo es Einspielungen aus der Schellack-Zeit gab, hat er diese veröffentlicht. Aber ich nehme an, daß Du auch glücklicher Besitzer der bordeauxroten Concert-Hall-Box bist

Angefangen hat das Trio als Duo, auch schon Santoliquido genannt; mit Massimo Amfiteatroff zusammen hat Ornella Cello-Sonaten von Beethoven aufgenommen, zu Schellackzeiten noch und in Italien als RCA-LP wiederveröffentlicht (in den 1950er Jahren).

Die Namensgeberin des Trios war auch solstisch aktiv; im Verzeichnis der von Hans Knappertsbusch geleiteten Konzerte etwa taucht sie 1944 als Solistin eines Haydn-Konzertes auf. Den Zeitgenossen hat sie sich nicht verweigert: das 1953 entstandene Klavierkonzert Nr. 1 von Bruno Bettinelli hat sie unter der Leitung von Paul Kletzki aufgeführt.

Neben dem Trio -zuweilen zum Quartett erweitert- hat sich Ornella Puliti Santoliquido für die Barockmusik engagiert, italienische, versteht sich. Mit Roberto Fasano war sie an der Gründung der Virtuosi di Roma beteiligt, einem auf italienischen Barock spezialisierten Kammerorchester. Auch wenn das aus heutiger Sicht alles gar nicht HIP ist: In der Zeit, als die ersten Platten dieser Formation erschienen, waren die dort präsentierten Komponistennamen nicht sonderlich geläufig. Ornella Santoliquido spielt auf diesen Platten Cembalo und Klavier, die Trio-Mitstreiter Arriago Pellicca und Massimo Amfiteatroff tauchen in diesem Ensemble ebenfalls auf.

Als Formation, die durch Schallplatten präsent ist, hört das Trio Santoliquido -man muss das so brutal sagen- mit der GA der Beethoven-Trios auf zu existieren. Ich habe allerdings auch nicht den Eindruck, als wäre dieses Trio ungemein erpicht auf eine Schallplattenkarriere gewesen (ähnlich wie das Quintetto Chigiano, von dem lediglich eine handvoll Platten existiert, alle bei DECCA erschienen und jede einzelne exzellent). Konzertierend aktiv war das Trio natürlich erheblich länger (im Web nachlesbare Rezensionen stammen zum Teil aus den 1970er Jahren).

Interessant ist auch hier, was so in den Rundfunkarchiven schlummert, vor allem beim RAI. Definitiv z.B. die Schubert-Fantasie für Violine und Klavier in der Besetzung Santoliquido und Pellicca, das Duo auch und Weiteres mehr, was die aber nicht rausrücken. Zuweilen wird das alte Material gesendet, für mich aber leider nicht zu empfangen.

Jagen wir also weiter den Trouvaillen dieses Trios und seiner Pianistin hinterher.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

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  • »santoliquido« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 129

Registrierungsdatum: 18. Dezember 2008

4

Sonntag, 1. Februar 2009, 09:38

Hallo Thomas,
vielen Dank für die Antwort auf meinen Beitrag über das Trio Santoliquido - dadurch hat sich mein Horizont über diese Künstler nochmals schlagartig erweitert - ich beginne die Vorzüge dieses Forums zu genießen.
Zur Ergänzung möchte ich noch eine Schellackaufnahme erwähnen , nämlich das Klaviertrio op. 87 in C-Dur von J.Brahms - auch wieder in der unnachahmlichen Art dieses Ausnahmetrios dargeboten.
Auf die Gefahr hin ,vom Thema abzuschweifen, möchte ich noch etwas zu meiner Abspieltechnik von Schellack- und Vinylplatten sagen.
Ich benutze dazu einen robusten DJ-Plattenspieler (Stanton 120) , der auch mit 78 UpM läuft - bei Schellack mit einer Spezialnadel (D 5127/ 78 ) und einem zusätzlichen Auflagegewicht.
Das Ganze überspiele ich auf Audio-CDs mit einem CD-Recorder - als Technik-Dinosaurier habe ich es noch nicht zum Digitalisieren auf Festplatte o.ä. gebracht.
Die Aufnahmen werden nicht gefiltert oder sonst in irgendeiner Weise bearbeitet- eine gründliche Reinigung der Platten ist natürlich absolute Voraussetzung.
Erstaunlich ist , daß nach kurzer Eingewöhnungsphase das Gehirn Rauschen und andere Nebengeräusche eliminiert - die Interpretation steht plötzlich ganz im Vordergrund.
Viele Grüße
Santoliquido
M.B.

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Beiträge: 129

Registrierungsdatum: 18. Dezember 2008

5

Montag, 2. Februar 2009, 08:38

Anmerkung zur korrekten Schreibweise:
Der Name des Cellisten dieses Trios wird in unterschiedlicher Schreibweise dargeboten.
Das geht bereits beim Vornamen los - als gebürtiger Franzose heißt er eigentlich Maxim - bei den Italienern wurde Massimo daraus.
Der Nachnamen erscheint in unterschiedlichen Versionen :
bei DGG/MMS Amfitheatrof , bei divine art Amfiteatrov - wobei ich davon ausgehe, daß erstere Version korrekt ist.
Viele Grüße
Santoliquido
M.B.