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Dr. Holger Kaletha

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1 231

Donnerstag, 27. Juli 2017, 07:05

Ein wunderschöner Bericht, lieber Willi!!! Beneidenswert, dass Du das erleben kannst! :hello:

Herzlich grüßend
Holger

William B.A.

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1 232

Freitag, 28. Juli 2017, 00:17

Bericht vom Schleswig-Holstein-Musikfestival 2017

Recital von Grigory Sokolov

Teil 2: Beethoven I

3. Sonate Nr. 27 e-moll op. 90

Spieldauer: ca. 13 Minuten

Nach der Pause hörte ich ebenfalls zum ersten mal diese Sonate von Grigory Sokolov. Zum Vergleich höre ich hier Barenboim in seiner ersten Aufnahme aus den 60er Jahren. Sokolov wählte im Kopfsatz ein ähnliches Tempo wie Barenboim, maßvoll, und sehr ausdrucksstark und nicht ganz so dynamisch wie Barenboim, allerdings mit großen Kontrasten, d. h. Er ging in den leisen Echostellen, Takt 2, 6 u. a. Weiter zurück als Barenboim und schaffte so einen größeren Kontrast. Überhaupt habe ich die lyrischen Stellen selten ähnlich atemberaubend gehört wie vorgestern von Sokolov. Allerdings habe ich diese Sonate nach meiner Erinnerung nur noch einmal live gehört, und zwar vor vielen Jahren von Brendel.
Auch die temporalen Bewegungen spielte Sokolov atemb3raubend, wie z. B. Das Diminuendo-Ritardando (Takt 13 bis 15) oder auch das darauffolgende in Takt 23/24 mit der nachfolgenden Fermate.
Allerdings spielte Sokolov die Überleitung sorgfältiger als Barenboim. Eine Schlüsselstelle zwischen dem Sechzehntelabwärtsgang Takt 29/30 und 33/34 sind die beiden p-Achtel-Akkorde in Takt 31 und 32, die einfach als leises Echo gespielt werden müssen. Sokolov tut das, Barenboim leider nicht, sondern er donnert sie gedankenlos f/ff dahin.
Den dynamisch höchst kontrastreichen Seitensatz ab Takt 45 spielte Sokolov einfach überragend mit dem anfänglichen Crescendo und dann wieder Diminuendo und dann in der zweiten Hälfte die gro0en Intervalle in der rechten Hand und die Sechzehntelintervalle in der Begleitung, hinein in die kraftvollen Achtelakkorde im Bass (Takt 67 und 71) in der Schlussgruppe. Auch die nahtlos anschließende rätselhafte Durchführung aus dem Pianissimo heraus in das großartige Crescendo hinein, sich immer weiter hochschraubend, spielte Sokolov grandios, worin ihm im Vergleich Barenboim aber kaum nachstand.
Auch die zweite Hälfte der Durchführung mit dem wunderbaren lyrischen Seitenthema, immer von den anrührenden Sechzehntelintervallen in der oberen Oktave umspielt und sich in einer langen dynamischen Steigerung hochschraubend, spielte Sokolov atemberaubend bis zum ff-Höhepunkt in Takt 132, von da ab zurückgehend und nach einem kleinen Crescendo in die Reprise gehend.
Leider spielt Barenboim die Zwischenakkorde wieder so laut, wo Beethoven sogar pp vorschreibt, dass mir dabei direkt unwohl wird. Bei Sokolov war mir an dieser Stelle äußerst wohl.
Auch den Rest der Reprise mit seinen vielen kleinen und kleinsten dynamischen Wendungen spielte Sokolov sehr berückend, dabei auch ein ausgedehntes Ritardando – a tempo nicht vergessend- überragend.

Hier schloss Sokolov im Gegensatz zu Barenboim den zweiten Satz, dieses wunderbare Schlussrondo in E-dur, übrigens Beethovens letztes Schlussrondo, natürlich „attacca“ an, vielleicht ein Ideechen schneller als Barenboim (ca. 8 Minuten zu 8 ½ Minuten), aber mindestens so ausdrucksvoll wie Barenboim und ähnlich zu Herzen gehend wie der in diesem Satz überragende Wilhelm Kempff.
Die hier in diesem überirdischen Satz moderateren dynamischen Bewegungen wusste Sokolov in einem ständigen organischen Fluss zu halten, durch die längeren dynamischen Akzente und den fast durchgehenden Legatofluss (bis auf einige kurze Non-legato- bzw. Staccatoabschnitte im exponierenden Teil sowie in Durchführung und Reprise) wunderbar modelliert, wobei er dynamisch noch etwas zurückhaltender war als Barenboim, der z. B. In Takt 31 das -crescendo in einem veritablen Forte auslaufen ließ. Und wenn in einem so lyrischen Satz dann noch ein von Beethoven eigens so benanntes „Dolce“ auftaucht (ab Takt 60), dann hörte man vor allem bei Sokolov, warum. Immer wieder muss ich dabei an Kempff denken, der es auf wundersame Weise vorgemacht hat, wie man diesen Satz spielt. Sokolov kann es auch. Auch in den Wiederholungen blieb Sokolov auf diesem Höchstniveau, baute die etwas dynamischeren Verläufe, z. B. Zu Beginn des Durchführungsteils (ab Takt 106) und am Ende desselben organisch in den Ablauf ein, ohne den Fluss zu unterbrechen und leitete zur Reprise über.
Auch hier gestaltete er die vielen dynamischen Wendungen und kleinsten Bewegungen oder die Kontraste z. B. in den 8 Takten mit Auftakt ab Takt 172 in f-p-Folge sehr behutsam, aber doch sehr deutlich, ohne diesen ganz großen, dynamisch moderaten Bogen in Gefahr zu bringen.
Barenboim griff da durchaus kräftiger zu, aber die Zurückhaltung Sokolovs gefiel mir in diesem Moment mehr, weil ich sie dem Ganzen des Satzes für angemessener hielt.
Wunderbar entfaltete sich auch unter Sokolovs Händen die doch recht lange (60 Takte) Coda, in der das Thema zwischen der tiefen und der hohen Oktave hin und her wandert und in einem nochmals grandiosen Ritardando-Accelerando sowie Diminuendo-Crescendo-Diminuendo endet- ebenfalls überragend gespielt.
Doch anders als Sokolov, der hier ebenfalls attacca das Opus Summumm, die Sonate Nr. 32 c-moll op. 111 anschloss, mache ich hier erst wieder einen Punkt und berichte über diesen in jeder Hinsicht formidablen Abschluss des Konzert-Hauptteils morgen.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

zweiterbass

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1 233

Montag, 11. September 2017, 14:26

Hallo,

http://www.st-konrad-amberg.de/sandtner-orgel.html

Sonntag, 03.09.17, 18.00 Uhr – St. Konrad Ammersricht/Amberg
Festlicher Barock
Julia Jurgasch (Sopran),Jörg Altmannshofer (Barocktrompete) und Ludwig Schmitt (Orgel).

Es ist nicht unbedingt erforderlich, in eine große, bedeutende Kirche mit ebensolcher Orgel und bekannten Interpreten zu gehen, um ein anspruchsvolles, musikalisch sehr beeindruckendes, geistliches Konzert zu hören.

Programm: (Die eingestellten YouTube-Links dienen nur dazu, die Werke hörbar zu machen, es sind also nie die Konzertinterpreten.)

A. Scarlatti – Arie con Tromba Sola, im Konzert eingerichtet für Sopran, Barocktrompete und Orgel
I. Con voce festiva
II. Si riscaldi il Tebro
III Mio Tesoro per te moro
https://www.youtube.com/watch?v=1iOIb3NN_gs
Die Sopranistin kommt der Sopranisten des Konzert recht nahe - den Instrumentalpart übernimmt die Sandtner-Orgel und unterstreicht damit die Festlichkeit der Musik; leider kommt der Trompetenklang auf YouTube nur mangelhaft.


Guilo Caccinl – Ave Maria, eingerichtet für Sopran, Barocktrompete und Orgel
https://www.youtube.com/watch?v=gQAUuTLwm5Q Den Oboenpart übernimmt im Konzert die Trompete und deren Lautstärke wird sehr gut angepasst (vermindert).



Händel – 6 Teile aus der Wassermusik, bearb. für Barocktrompete und Orgel


P. D. Stachowizc – Konzert eingerichtet für Sopran, Barocktrompete und Orgel
Leider keine YouTube-Einspielung


Bach – Kantate BWV 51, bearb. für Sopran, Barocktrompete und Orgel
https://www.youtube.com/watch?v=mM9lpVIC_JQ Den Streicherpart übernimmt wieder die Orgel, wodurch das Werk durch die professionelle Orgelregistrierung keinen Schaden nimmt.


https://www.youtube.com/watch?v=rGvw6tZ5F8QBach – aus der Kantate BWV 147, Jesu bleibet meine Freude, bearb. wie vor]Diese Einspielung ist für Trompete und Orgel - zusätzlich mit Sopransolo habe ich keine gefunden (mit Chor "wie Sand am Meer") - und gerade mit einer Sopranstimme ohne Vibrato (aber mit verständlichem Text!) kam die Konzertinterpretation sehr gut bei mir an.


Zusammen fassend:
Die Ausführende/n müssen schon mehrmals gemeinsam musiziert haben, so genau war ihr Zusammenspiel, sowohl interpretatorisch, als auch die gegenseitige Rücksichtnahme in Bezug auf die Lautstärke ihrer „Instrumente“, was ein beeindruckend rundes und doch klar durchhörbares Klangbild ergab.

Die Sopranistin hat eine wohltönende, klare, jugendliche Stimme ohne störendem Vibrato, passendem Timbre, sie singt intonationsrein mit guter Phrasierung.

Der Trompeter spielt schon sehr professionell und gab mit dem festlichen Klang seines Instruments dem Konzert sein Gepräge, dabei nicht vergessend, dass Barocktrompete nicht bedeutet „immer strahlend laut“.

Der Organist hat hervorragend registriert, dabei kamen ihm die Registriermöglichkeiten der Sandtner-Orgel sehr entgegen, was ich besonders bei den 2 Werken von Bach mit großer Freude hörte (es muss nicht immer „Silbermann“ sein und auch nicht immer genau dasselbe Klangbild haben, wie es zur Zeit Bachs üblich war).

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

WoKa

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1 234

Dienstag, 12. September 2017, 15:06

Hallo!

Mit einem vorzüglichen Kenner der Streichquartettszene, der vor einigen Monaten Tamino verlassen hat, war ich vergangenen Donnerstag in der Liederhalle. Im Rahmen des Musikfestes 2017 besuchten wir ein leider nur spärlich besuchtes Kammerkonzert des Delian-Quartetts, das in drei der vier Werke von der Sopranistin Sylvia Schwartz ergänzt wurde.



Das Konzert wurde eingerahmt von Haydns Streichquartett h-moll op. 33 Nr. 1, sozusagen der Geburt des Streichquartettes und Schönbergs Nr. 2, mit der er die Grenze zur Atonalität im dritten und vierten Satz überschritt.

Dazwischen fanden sich zwei mir unbekannte Stücke:

Die Komposition "Cantai un tempo..." des Komponisten Stefano Pierini (*1971) nach drei Madrigalen von Monteverdi aus gegenwärtiger Perspektive. Während das Streichquartett Monteverdis Musik in ein zeitgenössisches Werk transponiert, bleibt die Sopranstimme weitgehend in einigen Fragmenten am Original.

Aribert Reimann (*1936) komponierte auf der Grundlage von Schuberts "Mignon" ein ebenfalls modernes Werk für Streichquartett und Sopran.

Die beiden letztgenannten Werke haben sich mir auf´s erste Hören nicht erschlossen, zumal ich die Madrigale Monteverdis nicht kenne.

Beeindruckend war die Perfektion und "Schönheit" des Haydn-Quartetts und das Schönberg-Quartett, das ich noch nie so bewusst gehört hatte.

Das Delian-Quartett beeindruckte durch Spielfreudigkeit und perfekte Abstimmung mit Sylvia Schwartz, deren Sangesleistung mit sehr beeindruckt hat.

Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

William B.A.

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1 235

Freitag, 15. September 2017, 02:51

Ich komme eben von einem erfüllenden Konzert zurück, das ich in Köln erleben durfte. Es war dies meine Saisoneröffnung, gleichzeitig das erste Konzert in meinem Klavierabo un das erste von bisher 13 gebuchten Klavierabenden bzw. -konzerten. Gestern Abend hatte ich das große Vergnügen, zum wiederholten Male Elisabeth Leonskaja zu erleben:

Sie gab einen reinen Schubert-Abend, und wer sie kennt, weiß, dass sie sich immer voll verausgabt und mit höchstem Risiko spielt. So auch gestern. Das Programm:

Klaviersonate a-moll D.537 - 22 Minuten
Klavieronsate C-dur D.840 - 26 Minuten
Klaviersonate a-moll D.845 - 37 Minuten
Zugaben:
Klavierstück es-moll D.946.1
(in der gekürzten Origninalversion)
Impromptu Ges-dur D.899.3 (?) (insgesamt 20 Minuten)
Wenn meine Zeit es zulässt, werde ich im Laufe des Nachmittags noch einen ausführlichen Hörbericht beibringen.

Liebe Grüße

Willi :)

P.S. Am 10. Oktober wartet in dieser Reihe Vikingur Olafsson mit Bach, Glass und Brahms.
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
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Agon

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1 236

Sonntag, 24. September 2017, 23:50

24. 09. 17, 19 Uhr, Alte Oper, FFM:

Pekka Kuusisto, Violine
Philharmonia Orchestra,
Esa-Pekka Salonen, Ltg.

- Saariaho: Lumière et Pesanteur (2009)
- Sibelius: Sinfonie Nr. 6 d-moll op. 104 (1914-23)

- Pause -

- Bjarnason: Violinkonzert (2017)
- Sibelius: Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105 (1914-24)


Kommentar:

Dieses Konzert war sehr gut.

Mehr werde ich nicht schreiben, denn ich bin es leid, dass meine Beiträge regelmässig entwertet und in den Schmutz gezogen werden.

Das habe ich nicht nötig. Deshalb strenge ich mich auch nicht weiter an.

Mit freundlichen Grüßen,

Agon
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Theodor W. Adorno)

William B.A.

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1 237

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 03:14

Ich bin vorhin von einem Konzertabend aus Köln zurückgekehrt:

der isländische Pianist Vikingur Olafsson, * 14. 2. 1984,


gab sich die Ehre in der Philharmonie und hatte folgendes Programm mitgebracht:

- Johann Sebastian Bach, Partita VI e-moll BWV 830
- Philip Glass, Etuden Nr. 9, 5, 6 und 20
- Johannes Brahms, Sonate Nr. 3 f-moll op. 5


An den Bach und den Brahms konnte ich mich dunkel erinnern, aber der Philip Glass war mir nur von meiner Erinnerungstätigkeit her bekannt, und natürlich hatte ich so auch schon von ihm gehört, aber noch nichts von ihm genört.
Zuletzt konnte ich ihm am letzten Januartag dieses Jahres zum 80. Geburtstag gratulieren.

Das Kennenlernen seiner Musik (jedenfalls eines ganz kleinen Teiles davon) sollte sich im Verlauf des Abends noch ergeben.
Zunächst erschien der noch jungenhaft wirkende Pianist federnden Schrittes auf dem Podium und legte sofort los, mit Bach. Er produzierte einen klaren, transparenten Klang und zeigte, wie schön Bach klingen kann. Das für mich Erstaunlichste, wenngleich Erhoffte war, dass er offensichtlich keine technischen Schiwerigkeiten irgendeiner Art hatte. Frappierend war sein differenziertes Dynamikempfinden, selbst ppp-Stellen, auch im weiteren Verlauf, waren stets ganz klar zu vernehmen.
Gelegentlich werde ich doch noch mal nachhören, wie die Herren Pinnock und Perahia aus meiner Sammlung das BWV 830 spielen. Von dem, was Vikingur Olafsson ablieferte, war (nicht nur) ich begeistert.
Die größte Überraschung erlebte (nicht nur) ich, als er die 4 Etuden von Philip Glass spielte, wovon die ersten drei (s. o.) aus dem Jahre 1994 stammen und die abschließende Etude Nr. 20 aus 2014.
Sofort "wurde ein Schuh draus", ich meine aus der Programmzusammenstellung. Auch in diesen Etuden war die Fähigkeit Olafssons, feinste dynamische Schattierungen hervorzubringen, zu bewundern, und schon an dieser Stelle, schon vor dem Brahms, nahm ich an, dass ich Olafsson gewiss nicht zum letzten Mal in Köln würde erlebt haben. Das war schon große Pianistik, die man hier hören konnte, und, was mich vor allem für diese Musik einnahm, waren die Harmonien, die genauso gut in das ausgehende 19. Jahrhundert gepasst hätten mit ihren spätromantischen Klängen oder ins frühe 20. Jahrhundert, mit den impressionistischen Einfärbungen, die auch von Debussy hätten sein können. Dieses äußerst positive Erlebnis, gekrönt von der letzten, erst drei Jahre alten Etude Nr. 20, deren wunderbaren lyrische Stimmung mich sehr berührt hat, hat dazu geführt, dass ich diese CD:

unverzüglich auf meine Einkaufsliste gesetzt habe. Besonders an dieser Etüde konnte man ein Charakteristikum dieser Etüden erkennen, die der Komponist auf seine ganzen Musik ausweitet, die gemeinhin der "Minimal Music" zugerechnet wird. Philip Glass spricht lieber von dem Begriff der "Musik mit repetitiven Strukturen". Und das konnte man im Spiel Olafssons wunderbar studieren, wie er mit dem einfachen Themenbaustein durch die Oktaven nach oben wanderte und dann mit einer thematisch geänderten musikalischen Figur die Sequenz nach unten abschloss.
Auch von der abschließenden Brahmsschen Sonate Nr. 3 war ich begeistert. Auch hier werde ich dieser Tage mal zum Vergleich zu Meister Rubinstein greifen. Auch bei Brahms hatte Vikingur Olafsson Gelegenheit, seine ausgereifte Technik und auch seinen Ausdruck zu demonstrieren, und wiederum seine dynamische Differenzierung. Auch sein Rhythmusgefühl halte ich für sehr weit gediehen, und ich werde ihn weiter im Augen behalten. Vielleicht spielt er ja bald auch mal Sonaten von Beethoven ein.
Als Zugaben gab er ein wundervolles Stück von Rameau und eine, wenn ich ihn richtig verstanden habe, selbstkomponierte instrumentale "Ave Maria"-Version im romantischen Stil.

Liebe Grüße

Willi :)
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Dr. Holger Kaletha

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Mittwoch, 11. Oktober 2017, 21:42

Lieber Willi,

ein toller Tip! Ich kenne ihn noch gar nicht. Die Glass-CD kommt auf meine Anschaffungsliste Dank Deines Berichts! :hello:

Liebe Grüße
Holger

lutgra

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  • »lutgra« ist männlich

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Registrierungsdatum: 9. April 2013

1 239

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 22:59

Die neue Kammermusik-Saison wird heute mit drei Spitzenwerke der Klassik und Romantik eröffnet:

Armida Quartett, Quatuor Modigliani

Martin Funda, Violine - Johanna Staemmler, Violine - Teresa Schwamm, Viola - Peter-Phillip Staemmler, Violoncello -
Amaury Coeytaux , Violine - Loïc Rio, Violine - Laurent Marfaing, Vioa - François Kieffer, Violoncello

Mozart Streichquintett Nr. 4 g-Moll KV 516

Brahms Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18

Mendelssohn Streichoktett Es-Dur op. 20

Aus der Vorfreude wurde echte Freude, es war ein tolles Konzert, dass das Stuttgarter Publikum zu zahlreichen Bravorufen animierte.

Das Quintett wurde vom Modigliani Q verstärkt durch Teresa Schwamm gespielt, das Sextett von den Armidas plus Laurent Marfaing und François Kieffer. Und das Oktett...

Echt gute deutsch-französische Zusammenarbeit war das, können sich die Politiker 'ne Scheibe von abschneiden, weiter so. :thumbsup:

WoKa

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Beiträge: 1 954

Registrierungsdatum: 12. Februar 2015

1 240

Montag, 16. Oktober 2017, 22:16

Hallo!

"Gestern" ist relativ...

Am vergangenen Dienstag hatte ich die Gelegenheit, in der Alten Oper Frankfurt ein schönes und interessantes Konzert zu erleben.

Anlass fr den Auftritt des Orchestre Philharmonique de Strasbourg unter der Leitung von Marko Letonja war die Eröffnung der Buchmesse 2017 mit ihrem Schwerpunkt "Französische Literatur" (der Präsident war nicht zugegen).

Programm:

Maurice Ravel: Ma mèrel´oye (mit einer Projetion von Live-Animationen von Grégoire Pont)
Johannes Brahms: Dopperkonzert (Solisten Veronika Eberle / Gautier Capuçon)
Hector Berlioz: Symphonie Fantastique

Der Ravel war sehr beeindruckend. Die Untermalung (im wörtlichen Sinne) durch die Animationen fügtesich sehr gut ein, wenngleich natürlich ein Teil der Aufmerksamkeit nicht mehr bei der Musik war.

Wer eine Vorstellung dieser Animationen möchte, kann sie sich hier verschaffen:

https://www.gregoirepont.com/

Solistisch war das Doppelkonzert natürlich hervorragend, wobei ich Veronika Eberle bis dato nicht kannte. Ich muss allerdings zugeben, dass mich das Doppelkonzert trotz all der interessanten Themen irgendwie nicht erreicht. Mir fehlt die musikalische Dichte (liegt vielleicht an mir).



Immer wieder beeindruckend und perfekt gespielt war in der zweiten Hälfte des Konzerts die Fantastische Sinfonie.

Als Zugabe gab es das Adagietto aus der Arlesienne - Suite von George Bizet

Wer sich das Brahms-Konzert ansehen und -hören möchte, kann das hier tun:
https://www.arte.tv/de/videos/076628-000-A/eroeffnungskonzert-zur-frankfurter-buchmesse-2017/?autoplay=1

Als störend empfnd ich in der ersten Hälfte des Konzrtes ein ständiges Grundrauschen (möglicherweise die Projektion?) Bei Berlioz war es Gott sei Dank verschwunden.

Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

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