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Carola

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31

Donnerstag, 9. Februar 2006, 12:30

Zeit-Artikel

In der aktuellen Ausgabe der Zeit ist ein ausführlicher Artikel über Lang Lang.

Online zu finden über den Perlentaucher oder auch direkt auf der Website der Zeit - ziemlich weit unten. Überschrift: Lang Lang ist da bzw. "Ach, die Gefühle".

Carola :hello:
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

Klassikliebhaber

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32

Donnerstag, 9. Februar 2006, 14:27

mit Vater (KURZ KURZ)?

Er ist doch mal vor kurzem im TV zu sehen gewesen mit seinem Vater, der ein traditionelles Instrument spielte.

Konzertiert er hier in Deutschland auch mit seinem Vater, so als Zugabe?

Robert Stuhr

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33

Donnerstag, 9. Februar 2006, 16:07

Lang Guo Ren

Der Vater LANG Guo Ren ist ein in China sehr bekannter und erstklassiger Erhu-Spieler. Ich habe die beiden mal bem Zappen durchs TV zusammen spielen sehen..
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
Zu füßen gottes, wenn
gott füße hat,
zu füßen gottes sitzt
bach,
nicht
der magistrat von leipzig
(Reiner Kunze, Auf eigene Hoffnung, Gedichte)

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34

Freitag, 10. Februar 2006, 09:36

Meisterkurs mit Lang Lang

...letze Woche gastierte Lang Lang bei uns Hannover und gab am nächsten Tag einen (sehr kurzen) Meisterkurs an unserer Musikhochschule, der im Vorfeld natürlich nicht angekündigt wurde, weil man befürchtete, der Betrieb könne durch einen unkontrollierbaren Groopie-Ansturm komplett lahmgelegt werden.
Ich war selber nicht da, habe mir aber aus berufenem Munde sagen lassen, dass es sehr gut bis fabelhaft gewsen sein soll. Lang nahm sich drei Studenten zur Brust und soll ihnen in kürzester Zeit (er nahm sich "pro Stück" kaum mehr als ein Viertelstündchen) sehr viele Denkanstöße vermittelt haben. Zu einem der Elèven soll er wohl gesagt haben, dass Herumhampeln beim Klavierspielen nur erlaubt sei, wenn sich das im klingenden Resultat niederschlägt (man hört, was man sieht)...
Ein großer Teil seiner Konzeption scheint sich mit der Verbindung Körper/Geist, bzw. mit der "blockadefreien" Vermittlung einer Interpretationshaltung auseinanderzusetzen - dieses Streben nach Ganzheitlichkeit ist ja im Prinzip sehr zu begrüßen. Und, das muss man Lang tatsächlich lassen: Er kann phrasieren, hat ein unbestechliches Gefühl für Tempo und Timing. Das wirkt durchaus nicht kopfgesteuert oder zurecht gelegt, sondern instinktsicher und geerdet. Die ungeheure Geschmeidigkeit seines Spiels hat m.E. eben mit der bruchlosen Verbindung von Kopf und Körper zu tun.

Trotzden: Ich kann mir nicht helfen: Diese Geschmeidigkeit ist eben das, was mich kalt lässt. So scheinen es viele von Euch offenbar auch zu empfinden. Viele räumen ein, dass man Lang Lang technisch wie stilistisch eigentlich nichts "vorwerfen" kann - um nach einer Würdigung der bestechenen Einzelteile dann allerdings doch festzustellen, dass einen die "Gesamtkonstruktion" recht unberührt lässt.

Ich glaube, Lang ist als "Typ", als "Phänomen" weitaus interessanter, denn als Pianist - aber (und dieses Recht sollten selbst die Kritischsten Kritikaster jedem zu jeder Zeit einräumen) er wird sich unter Garantie entwickeln. Er ist Anfang 20 - Gottchen, wäre ja vermessen, biblische Weisheit von ihm zu erwarten!

Na gut, seine sonnyboymäßige Naturkindhaftigkeit und sein hysterisch überengagierter Gesichtsausdruck gehen mir schon auf den Keks...

Liebe Grüße :hello:
Daniel

Caesar73

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Registrierungsdatum: 22. März 2005

35

Freitag, 10. Februar 2006, 11:58

RE: Meisterkurs mit Lang Lang

Zitat

Original von Daniel Behrendt

Ich glaube, Lang ist als "Typ", als "Phänomen" weitaus interessanter, denn als Pianist - aber (und dieses Recht sollten selbst die Kritischsten Kritikaster jedem zu jeder Zeit einräumen) er wird sich unter Garantie entwickeln. Er ist Anfang 20 - Gottchen, wäre ja vermessen, biblische Weisheit von ihm zu erwarten!

Na gut, seine sonnyboymäßige Naturkindhaftigkeit und sein hysterisch überengagierter Gesichtsausdruck gehen mir schon auf den Keks...

Liebe Grüße :hello:
Daniel


Lieber Daniel,

eigentlich hatte ich mir überlegt, die Interpretation von KV 330 durch Pletnev und Lang Lang zu vergleichen- aber denke, dass werde ich lassen. Irgendwie erscheint ein solcher Vergleich mir ein wenig unfair. Lang Lang steht eben noch am Anfang seiner Karriere und Mikhail Pletnev hat schon einen langen Weg hinter sich. Ich fand Deinen Bericht sehr interessant: Lang Lang spielt ohne jeden Zweifel sehr stilsicher, sehr schön- aber irgendwie stellt sich bei mir das Gefühl gepflegter Langeweile ein- wenn auch in unterschiedlichem Umfang: Insbesondere bei Chopin fehlt mir schlicht das Feuer und seine Interpretation der dritten Klaviersonate ist mir schlicht zu behäbig. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Man sollte dem Pianisten einfach Zeit zum Reifen geben- ob ihm freilich der Markt diese Gnade gewährt ist eine andere Frage.

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

36

Freitag, 10. Februar 2006, 17:19

Lang Lang - Rachmaninow 3.

ich möchte meinen Höreindruck vom 3.Klavierkonzert (mit Petersburger Philharmonie; Termirkanov) schildern:

als direkten Vergleich habe ich mir die Argerich Aufnahme (mit Chailly) angehört:

in punkto Temperament hats da der arme Lang Lang sehr schwer...

wirklich schön und hörenswert finde ich den zweiten Satz: im Thread war schon von asiatischer Gelassenheit die Rede, von Harmonie: an das alles hätte ich hier gedacht.
Schön fließende Musik ohne pathetische oder kitschige Phrasierung - das ist eine beachtliche Leistung bei Rachmaninow!

Jedoch der erste Satz läßt die Dramatik vermissen, die andere Kadenz ist ja sehr eindrucksvoll und unglaublich schwer, jedoch stelle ich mir da wesentlich mehr an Ausdruck vor. - das Seitenthema ist sehr schön musiziert aber bereits beim darauffolgenden fortissimo Ausbruch vermisse ich die Leidenschaft, die Bereitschaft, etwas mehr zu bieten als schöne richtige Töne.
Der Effekt: "seht her, wie mühelos ich das spiele!" interessiert mich überhaupt nicht.

der dritte Satz ist fad - mehr fällt mir dazu nicht ein.

um die Pluspunkte im Vergleich mit Argerich aufzuführen: Lang Lang kommuniziert sehr schön mit dem Orchester: am deutlichsten im zweiten Satz: die Poco piu mosso Stelle, cis Moll mit den schnellen Figuren in der rechten Hand, nachdem das Thema in ff Akkorden gespielt wurde...
wie er auf die Flöte Rücksicht nimmt, ist bemerkenswert. Oder auch im ersten Satz unmittelbar nach der Kadenz...
vielleicht war das aber auch "bloß" der Wunsch des Dirigenten oder des Tonmeisters...

die Volodos Aufnahme habe ich auch einmal gehört und viel interessanter in erinnerung.
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

heldenbariton

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37

Donnerstag, 8. Juni 2006, 09:08

RE: Lang Lang - Rachmaninow 3.

Hören kann man ihn schon, aber vom Hocker reißt er mich keinesfalls,
es wirkt alles wie auf Knopfdruck abgerufen, ich vermisse die Tiefe in seinem Spiel. Das, was ich bis jetzt von ihm hörte, hält mich davon ab, mir eine CD zuzulegen und in die Lobeshymnen einzustimmen.

Gruß Heldenbariton
Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
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Caesar73

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38

Donnerstag, 8. Juni 2006, 09:22

RE: Lang Lang - Rachmaninow 3.

Zitat

Original von heldenbariton
ich vermisse die Tiefe in seinem Spiel. Das, was ich bis jetzt von ihm hörte, hält mich davon ab, mir eine CD zuzulegen und in die Lobeshymnen einzustimmen.


Ich habe mir eine CD gekauft und stimme nicht in die Lobeshymnen mit ein. Es ist alles schön gespielt, zweifelsohne, aber auch nicht mehr. Sein Mozart hat mich nicht vom Hocker gehauen, der Chopin schon dreimal nicht und "Schumann´s Kinderszenen? Die gibt es in besseren Interpretationen. Also diese CD kann ich nicht empfehlen:


Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
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heldenbariton

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39

Donnerstag, 8. Juni 2006, 09:44

RE: Lang Lang - Rachmaninow 3.

Hallo Christian,
danke für die Info.
Wenn es um Chopin geht, ziehe ich Lipatti vor.

Gruß Heldenbariton
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GB

Ulli

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40

Sonntag, 16. Juli 2006, 14:54

Lang Lang

Salut,

ich habe gerade die letzten Takte des c-moll-Klavierkonzertes KV 491, anschließend den Finalsatz der C-Dur-Klaviersonate KV 330 und einen Walzer von Chopin aus Peking im TV gesehen.

Da hat Lang-Lang dem Namen Mozart alle Ehre gemacht! :jubel: :jubel: :jubel:

Mozart bedeutet nämlich soviel wie "Schlammwühler" oder "Schmierfink" :hahahaha:

Was hatte das mit Mozart zu tun?

Wenn Lang-Lang immer so spielt [nicht nur daheim], dann ist er nicht mehr und nicht weniger als ein Clementi der Neuzeit: Ein bloßer [aber guter!] Mechanicus - er hat weder Geschmack noch Empfindung. Jedenfalls keine, die mit der meinen deckungsgleich ist.

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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Davidsch

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41

Sonntag, 3. September 2006, 01:54

Für mich persönlich hat Lang Lang zusammen mit Barenboim die beste Aufnahme des Tschaikowski-Klavierkonzerts geliefert. Unter anderem besitze ich auch eine von Horowitz, die mir absolut nicht zusagt. Das Stück verkommt zur Technikpräsentation, es scheint fast so, als müsse die Virtuosität um jeden Preis gezeigt werden. Lang Lang hingegen reißt mit mit, versetzt mich in Melancholie, schafft es im dritten Satz jedoch nicht, das Niveau zu halten. Hier ist ihm Badrishvili eindeutig überlegen, das Pedal fehlt bei Lang Lang. Trotz des genannten Kritikpunktes greife ich mittlerweile fast nur noch zu Lang Lang.

Antracis

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42

Freitag, 29. September 2006, 18:04

Habe grad im Radio gehört, das Lang Lang eine Open-Air Konzertreise plant, auf der er auch in Deutschland 6 Konzerte geben wird. Mit welchem Orchester, steht noch nicht fest. Der Radio-Moderator(RBB "InfoRadio") teilte darüberhinaus mit, dass Lang Lang zu den 22 (!) besten Pianisten der Welt gehöre.

Fand ich überaus interessant und frage mich, wer wohl die Nummer 23 ist. :D

Ansonsten hat er mich bisher noch nicht vom Sitz gerissen, habe Ihm allerdings nie live erlebt. Diese Saison vielleicht mit Zubin Mehta und Rachmaninows 3. Klavierkonzert, mal abwarten.

Gruß
Sascha

Ulli

Erleuchteter

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43

Sonntag, 1. Oktober 2006, 09:58

Zitat

Original von Antracis
Habe grad im Radio gehört, das Lang Lang eine Open-Air Konzertreise plant, auf der er auch in Deutschland 6 Konzerte geben wird. Mit welchem Orchester, steht noch nicht fest. Der Radio-Moderator(RBB "InfoRadio") teilte darüberhinaus mit, dass Lang Lang zu den 22 (!) besten Pianisten der Welt gehöre.

Fand ich überaus interessant und frage mich, wer wohl die Nummer 23 ist. :D


Die Frage erübrigt sich seit gestern, wo Thomas Gottschalk ihn als weltbesten Pianisten vorstellte...

:beatnik:

Ulli
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heldenbariton

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44

Sonntag, 1. Oktober 2006, 12:38

Wer ist schon Thomas Gottschalk :motz: :kotz:

Gruß Heldenbariton
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Ulli

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45

Sonntag, 1. Oktober 2006, 12:41

Zitat

Original von heldenbariton
Wer ist schon Thomas Gottschalk :motz: :kotz:

Gruß Heldenbariton


Der Mann hat Ahnnung! Jedenfalls fand ich sein KV 545 irgendwie cooler... man muß erst mal die Triller so gekonnt absichtlich falsch spielen können... [damit Lang Lang danach auch wirkt und ein Unterschied festzustellen ist]

:hahahaha:

Ulli
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AlexScria

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46

Sonntag, 1. Oktober 2006, 14:07

Da fällt mir gerade wieder ein, was ich am guten :kotz:Tommy so schätze:
Da war mal vor nicht zu langer Zeit eine Wette, in der einer von ziemlich vielen Chopin-Ballde#1-Aufnahmen immer nur die Anfagstöne hörte und dann sagen sollte, welcher Pianist das wann gespielt hatte. Für einen "Vollblut"-Musiker kein Problem, wenn man sich damit befasst, für die Allgemeinheit jedoch nicht möglich. Soviel zur Wette.
Dannach durfte der Wettkandidat die Ballade selbst spielen und Tommy unterbrach ihn nach wenigen Takten mit der Begründung: "Damit die Leute nicht abschalten, sollten wir lieber jetzt mit der Klassik aufhören, sonst glauben die noch, sie sind im falschen Sender..."
Fand ich ziemlich daneben...
Zu Lang Langs auftritt möchte ich sagen, dass er seine Sache bestens gemeistert hat und auf was typisch klassisches verzichtet hat. Ich bin nicht sein allergrößter Fan, jedoch finde ich es toll, dass er durch imposante Werke, die er natürlich sehr zur Show stellt, versucht, die Leute zur Klassik zurückzuführen. Denn was wäre denn besser für uns Klassiker, wenn irgendwelche Leute sich eine Lang Lang CD wegen den chinesischen Werken und den Ungarischen Rhapsodien kaufen und plötzlich merken, dass Mozart, Schumann oder Chopin nicht schlechter sind, sondern vielleicht sogar bei mehrmaligem hinhören besser...

schöne Grüße
Die Dame des Hauses erhebt sich vom Klaviersessel: "Das war Siegfrieds Tod." Ein Zuhörer zu seinem Nachbarn: "Kann ich verstehen."

Ulli

Erleuchteter

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47

Sonntag, 1. Oktober 2006, 14:18

Salut,

ich habe nach dem Mega-Samstag-Abend-Kinder-Zeichentrickfilm auf SuperRTL noch schnell in "Wetten, daß...???" reingeschaltet, in der Annahme, Lang Lang sei schon lange vobei. Ich fand seinen Autritt eher niveau- und auch gedankenlos. Er hätte Politiker werden sollen - nicht eine Frage hat er beantwortet, sondern [nicht mal] um den heißen Brei geredet. Interessant war für mich durchaus Gottschalks Frage nach der Empfindung der Asiaten für Europäische Musik [die nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt]. Leider war die Antwort das Zerstörerische aus Michael Endes "Unendlicher Gechichte"! Schade... aus erster Hand wäre mir eine Stellungnahme dazu mehr als Willkommen gewesen:

---> Europa

Er hat natürlich schon beeindruckend gespielt, keine Frage... aber Gottschalk war auch nicht unzynisch... :D

Viele Grüße
Ulli
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Milosz

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48

Sonntag, 1. Oktober 2006, 18:58

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Antracis
Habe grad im Radio gehört, das Lang Lang eine Open-Air Konzertreise plant, auf der er auch in Deutschland 6 Konzerte geben wird. Mit welchem Orchester, steht noch nicht fest. Der Radio-Moderator(RBB "InfoRadio") teilte darüberhinaus mit, dass Lang Lang zu den 22 (!) besten Pianisten der Welt gehöre.

Fand ich überaus interessant und frage mich, wer wohl die Nummer 23 ist. :D


Die Frage erübrigt sich seit gestern, wo Thomas Gottschalk ihn als weltbesten Pianisten vorstellte...

:beatnik:

Ulli


Der SPIEGEL-ONLINE scheint auch schon bestens informiert zu sein :D

-----------------------------------------------------------
ZITAT SPIEGEL-ONLINE:
... dem chinesischen Musiker Lang Lang,
der als derzeit weltbester Pianist gilt ...
----------------------------------------------------------

===========================
Grüße aus dem Ländle.
Milosz.
"Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt."
Arnold Schönberg

kleinershredder

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49

Sonntag, 1. Oktober 2006, 19:46

Also ich fand er hat gut gespielt. Also ich meine nur weil manche vielleicht noch "besser" sind, muss man ihn nicht so runterreden wie manche das tun.
Solange ich die 2.Ungarische Rhapsodie nicht so spielen kann wie er, hat er auf jeden Fall meine Bewunderung. Ich meine Wenn man mal bedenkt, dass er noch relativ jung ist.
Also ich denke, dass ich in 6 Jahren, wenn ich so alt bin wie er nicht so gut Gitarre spielen kann wie er Klavier.
Aber ich fand es echt ein absolutes Armutszeugnis fürs Publikum, das die angefangen haben mitzuklatschen. Ham die Gedacht das wäre Peter Steiners Musikantenstadl?

mucaxel

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50

Sonntag, 1. Oktober 2006, 20:01

Lang-Lang

Also ich hab ihn jetzt insgesamt 4 Mal live
gehört und bin ein bekennender FAN
von ihm, schreibe das sehr wohl so, obwohl ich weiß
das es "in" ist über ihn zu schimpfen oder schlecht zu Reden.
Wer mit solcher Begeisterung so toll Klavier spielt,
hat sich schon auch in mein Herz gespielt......................
:angel:


:hello: :hello: :hello:
mucaxel

AlexScria

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51

Sonntag, 1. Oktober 2006, 21:28

RE: Lang-Lang

natürlich war die Frage eine gute Frage, wie denn die asiatische Welt europäische Musik schätzt. Doch Lang Lang hatte doch geantwortet, dass dass es für viele Leute nix Besseres gibt als Beethoven und noch einer.
Cool fand ich übrigens, dass er Fußballbegeisterter ist (jedenfalls hatte er es behauptet).
Über die Interpretation der Stücke kann man endlos diskutieren; doch Fakt ist, dass er mit einer Mozart Sonate oder Bach Fuge das Publikum heutzutage nicht erreichen kann. Leider!
Ich persönlich fand es etwas zu theatralisch, aber so ist er halt und das lieben auch seine Fans an ihm, weil er es dem Publikum optisch vormacht, wie man Musik fühlen kann. Krasses Gegenbeispiel wäre Hamelin, der die unmöglichsten Sachen spielt, aber "fast gelangweilt" am Klavier sitzt. Mit so einem kann man keine Leute für die Klassik gewinnen, denn da muss man schon für die Klassik begeistert sein.
Meine Meinung... :hello:
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Caesar73

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52

Montag, 2. Oktober 2006, 18:30

RE: Lang-Lang

Zitat

Original von mucaxel
Also ich hab ihn jetzt insgesamt 4 Mal live
gehört und bin ein bekennender FAN


Servus Mucaxel,

mit welchen Programmen hast Du ihn denn gehört- und was fasziniert Dich besonders? Ich kenne Ihn nur aus dem Radio und seiner letzten CD "Memory". Mit dem Programm auf dieser CD setzt er sich natürlich dem Vergleich mit den arrivierten Kollegen aus. Der Chopin hat mir definitiv nicht gefallen. Lang Lang schwelgte da für mein Empfinden zu sehr im Schönklang, er wählt zudem sehr breite Tempi, das Stück fällt dadurch auseinander.

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
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SMOB

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53

Montag, 2. Oktober 2006, 21:54

Zitat

Aber ich fand es echt ein absolutes Armutszeugnis fürs Publikum, das die angefangen haben mitzuklatschen. Ham die Gedacht das wäre Peter Steiners Musikantenstadl?


Ganz klar eine indirekte Kritik an der anbiedernden Spielweise des L.

:D

Nein, im Ernst: Sehr, sehr beschaemend.
"Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

Ulli

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54

Montag, 2. Oktober 2006, 22:25

Zitat

Original von SMOB

Nein, im Ernst: Sehr, sehr beschaemend.


Zumal sein neues Album ja eigentlich "Dog" heißen müsste... :hahahaha:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

uhlmann

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55

Dienstag, 3. Oktober 2006, 09:41

hallo,

was l.l. am samstag so gespielt hat, hat herbert "happi" prikopa (die älteren werden sich vielleicht erinnern) schon vor 25 jahren im österreichischen kinderfernsehen ("auch spass muss sein") gespielt. nur war er damals nicht gleich der beste pianist der welt...

greetings, uhlmann

AlexScria

Schüler

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Registrierungsdatum: 2. August 2006

56

Dienstag, 3. Oktober 2006, 16:01

Zitat

Original von uhlmann
hallo,

was l.l. am samstag so gespielt hat, hat herbert "happi" prikopa (die älteren werden sich vielleicht erinnern) schon vor 25 jahren im österreichischen kinderfernsehen ("auch spass muss sein") gespielt. nur war er damals nicht gleich der beste pianist der welt...

greetings, uhlmann


LOL, ken n ihn zwar nicht, musste aber trotzdem schmunzeln :yes:
Interessant wird es bei Lang Lang erst, wenn er sich mal an Bach, Scarlatti, Beethoven ran wagt. Soweit ich weiß, sind sogar das WTK oder Beethovensonaten geplant.

Bis dahin gibt es kein Jubelsmiley, und dannach wohl auch nicht... :baeh01:
Die Dame des Hauses erhebt sich vom Klaviersessel: "Das war Siegfrieds Tod." Ein Zuhörer zu seinem Nachbarn: "Kann ich verstehen."

ThomasBernhard

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57

Freitag, 27. Oktober 2006, 13:54

Hm, jetzt hab ich auf der DG-Site ausführlich in seine neue CD reingehört.



Da gibt es dieses kurze, viersätzige "Klavierkonzert vom Gelben Fluß" (yellow river concerto) mit dem China Philharmonic Orchestra und von Lang Lang arrangierte "Volksweisen" ("Dragon Songs") oder wie man das nennen mag.
Letzterem geht wahrscheinlich gerade durch den Vortrag am Klavier das typisch chinesische ab, zumal Lang Lang hier natürlich sowieso in westlicher Manier umgeschrieben hat. Andererseits begleitet er dabei auch chinesische Instrumente wie die Erhu und dergleichen, was dann wieder das sprachmelodische dieser Musik ins Spiel bringt. Das Klavierkonzert wurde 1939 geschrieben (oder später umgeschrieben) und hört sich nicht allzu tiefsinnig an, aber ist es nun zähestes Propaganda-Hurrah oder kann man es doch mit Genuß konsumieren..?
Generell finde ich es nett, daß die DG nun mal eine wirklich "chinesische" CD gewagt hat [Neben Tan Dun ja schon das zweite chinesische Projekt] (natürlich für westliche Ohren und meilenweit von echter chinesischer Volksmusik auf echten chinesischen Instrumnten entfernt...) und vielleicht wäre mir die CD die 13,99 Euro auch wert... ist das booklet informativ (auch in Hinsicht auf das Klavierkonzert von Xian Xinghai ) oder die Weiterschreibung der üblichen Lang Lang Heldensaga?

Was meinst Du, Claus, Daumen hoch?

:hello:

Gruß, Markus
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

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StephanMayer

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58

Freitag, 27. Oktober 2006, 15:42

Liebe Freunde,

jetzt muss ich mich da mal einmischen.

Offensichtlich gibt es zwei Seiten von Lang-Lang. Ich habe ihn mehrfach im TV gesehen aber auch mehrfach live erlebt.

Zum Auftakt der Fußball-WM mit der Rhapsodie in Blue und mit seiner grauenhaften Dauerzugabe der Verballhornung von Liszts 2. Ungarischer Rhapsodie. Da war ein Pausenclown auf der Bühne, mehr nicht! Von Musikalität und Ehrfurcht nicht die Spur.

Jetzt aber kommt es. Im Sommer habe ich Lang Lang dann in Salzburg mit den Wienern und Pierre Boulez Mozarts KV 453 spielen gehört. Und ich kann nur sagen so formschön und vollendet habe ich dieses Klavierkonzert bisher kaum gehört.....das war zumindest mit unglaublicher Ehrfurcht gespielter Mozart zum Niederknien.

Also, der Junge kann wirklich was. Vielleicht müsst er öfter von einem Altmeister wie Boulez eingebremst werden.

Leider ist es eben oft so, dass die ernsthafte Musikerseite im virtuosen Tastengedonner untergeht. Und damit dann gleich die hoffnungsvollen Stars. Ich denke da an Volodos. Den habe ich live schon Schubert vom Feinsten spielen gehört; aber mittlerweile ist er praktisch verschwunden.

In beiden Bereichen (Musikalität und Virtuosität) wahrgenommen zu werden scheint heutzutage eben schwieirg. Aber es geht. Ich denke da immer wieder an Horowitz und die begnadete Bandbreite zwischen Liszts Mephisto-Walzer und Schumanns Träumerei.

Beste Grüße

Stephan
...jeder Tag ohne klassische Musik ist ein verlorener Tag! (Der große Charly Chaplin möge mir die Abwandlung seines berühmten Spruches verzeihen...)

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Registrierungsdatum: 29. August 2006

59

Freitag, 27. Oktober 2006, 17:29

Zitat

Original von ThomasBernhard
... zumal Lang Lang hier natürlich sowieso in westlicher Manier umgeschrieben hat.


Woraus genau schließt Du das "natürlich"? Ich kenne mich bei chinesischer Musik nicht aus, daher kann ich das nicht beurteilen.
Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück...

ThomasBernhard

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Registrierungsdatum: 21. Januar 2005

60

Freitag, 27. Oktober 2006, 20:58

Zitat

Original von Hans Sachs

Zitat

Original von ThomasBernhard
... zumal Lang Lang hier natürlich sowieso in westlicher Manier umgeschrieben hat.


Woraus genau schließt Du das "natürlich"? Ich kenne mich bei chinesischer Musik nicht aus, daher kann ich das nicht beurteilen.


Hör dir mal die zugänglichen Ausschnitte (Hörproben) der "Dragon Songs" im Internet oder im Laden an. Viele der Volksliedthemen werden vom Klavier mit perlenden Kaskaden begleitet, die deutlich nach Debussy, Liszt und dergleichen klingen. Wird jeder sofort raushören, daß es eine "chinesische" Musik für den Westen ist.
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

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