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moderato

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  • »moderato« ist männlich

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481

Mittwoch, 5. Januar 2011, 05:56

Schliesst sich die Frage an: Macht das Internet den Zugang zur Klassischen Musik weniger elitär?
.
Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer

Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
.

zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

Beiträge: 4 164

Registrierungsdatum: 2. Juni 2010

482

Mittwoch, 5. Januar 2011, 10:59

Hallo moderator,

wenn Du Dich als Konsument klassischer Musik elitär fühlst (fühlen möchtest), bittesehr, das bleibt Dir immer unbenommen, ebenso allen Zeitgenossen/Innen, die Dir gleich fühlen - und das gilt auch für alle sich so fühlenden Interpreten/Innen.

Nur: Klassische Musik als solche ist/kann nie elitär sein!

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

moderato

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  • »moderato« ist männlich

Beiträge: 5 152

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483

Mittwoch, 5. Januar 2011, 18:21

Hallo zweiterbass

In meinem Beitrag 481 in diesem thread habe ich die medialen Mittel beschrieben, die den Zugang zur "Klassischen Musik" erleichtern, und die sind nicht elitär, also nicht nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten vorbehalten. Sie dienen der Verbreitung eher als dass sie ausschliessen.
"Klassische Musik" kann nicht elitär sein wie du richtig erwähnst.
Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer

Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
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484

Mittwoch, 29. Juni 2011, 02:09

Mit Amüsement habe ich die vorangegangenen Beiträge gelesen.

Ich denke, dass der Begriff "elitär" vielleicht etwas unglücklich gewählt ist, weil sich damit zu viele (leider auch falsche) Assoziationen ergeben. Dies insbesondere, weil mit dem Begriff "Elite" ein gewisses Statusempfinden verbunden wird, das meines Erachtens in der Kunst keinen Platz haben sollte. Wie viele Zeitgenossen gibt es, die sich schon deswegen "elitär" fühlen, weil sie ab und an mal etwas Klassisches hören oder in die Oper gehen? Man denke nur an das Schaulaufen der "Prominenten" bei Festspielaufführungen und deren anschließende Kommentare zu den künstlerischen Leistungen.

Es soll auch Leute geben, die sich beim Autofahren Mozarts Klavierkonzerte anhören und sich durch den gelegentlichen Verkehrsfunk im Radio oder den hupenden Hintermann nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ob sich unter solchen Umständen Mozarts Gefühlswelt und seine Genialität offenbaren, wage ich dann doch stark zu bezweifeln. Vor allem in der klassischen Musik ist "hören" bekanntlich nicht gleich "verstehen" und nicht jeder der "hört" ist automatisch "elitär". Hier fällt mir stets ein Zitat meiner Mutter ein, die mir schon in jungen Jahren mit auf den Weg gab, dass "nicht jeder, der eine Dose Ravioli genussfertig zubereiten kann" sich gleich "zum Chefkoch" ausrufen sollte.



Anders und viel weniger statuslastig wird die Diskussion, wenn wir den Begriff "elitär" durch sein Synonym "auserlesen" ersetzen. Dann dürfte sich, so denke ich ich, schnell eine Antwort finden...

Für mich selber ist klassische Musik etwas Auserlesenes und hebt sich damit deutlich von der "modernen Musik" (gemeint "zeitgemäße Musik") ab. Vielleicht lässt sich solch "auserlesene" Musik auch daran erkennen, dass sie eben nicht wie oben beschrieben auf oberflächliche Art und Weise erlebt werden kann. Wer in die tiefe Gefühlswelt unser genialen Komponisten eintauchen möchte, braucht Zeit, Geduld und ein Mindestmaß an Bildung. Klassiche Musik muss man sich auch als Hörer erarbeiten, wenn man sie verstehen möchte. Das ist wohl der große Unterschied zur "modernen Musik", die in einer Art Kino-Manier (reinsetzen und berieseln lassen) konsumiert werden kann. Dennoch muss ein solcher Hörer nicht weniger "elitär" sein, als mancher Klassikliebhaber...

In letzter Konsequenz bleibt es wohl auch hier eine Frage des Geschmacks, welche Art der Musik als "auserlesen" zu bezeichnen ist. Dem angehenden Künstler jedoch, der vor der Entscheidung steht ob er künftig "klassische" oder "moderne" Musik machen soll, sei Folgendes mit auf den Weg gegeben:

"Wer sich mit der Moderne verheiratet, muss damit rechnen, schnell verwitwet zu sein."

Herzlichst,

Stefan
"...du holde Kunst, ich danke dir!"

Bernward Gerlach

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485

Mittwoch, 29. Juni 2011, 09:09

In letzter Konsequenz bleibt es wohl auch hier eine Frage des Geschmacks, welche Art der Musik als "auserlesen" zu bezeichnen ist. Dem angehenden Künstler jedoch, der vor der Entscheidung steht ob er künftig "klassische" oder "moderne" Musik machen soll, sei Folgendes mit auf den Weg gegeben:

"Wer sich mit der Moderne verheiratet, muss damit rechnen, schnell verwitwet zu sein."
Das sehe ich auch so.

LG, Bernward

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


zweiterbass

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486

Mittwoch, 29. Juni 2011, 10:01

Wer in die tiefe Gefühlswelt unser genialen Komponisten eintauchen möchte, braucht Zeit, Geduld und ein Mindestmaß an Bildung.

Hallo stefan...,

mit großer Freude und Zustimmung habe ich Deinen Beitrag gelesen.

Nun weiss ich nicht, wie weit zurück Du im Thread gelesen hast. Ich gehe aber mal davo aus, dass Du einige meiner Beiträge kennst, sodass Dir mein kleiner Vorbehalt erklärlich sein wird:
Mindestmaß an Bildung: Auf den Maßstab, der angelegt wird, kommt es an; ein "Lorin Maazel" z. B. wird dieses Mindestmaß wohl anders sehen, als...

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Theophilus

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  • »Theophilus« ist männlich

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487

Mittwoch, 29. Juni 2011, 11:23

Wie viele Zeitgenossen gibt es, die sich schon deswegen "elitär" fühlen, weil sie ab und an mal etwas Klassisches hören oder in die Oper gehen?

Ich glaube, eher wenige. Der umgekehrte Fall dürfte deutlich häufiger sein. Angehörige irgendeiner Elite widmen sich ab und an auch Klassik und Oper, "weil es dazu gehört".

:hello: