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Jacques Rideamus

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31

Samstag, 7. Juni 2008, 21:03

RE: KISS ME KATE auf deutsch

Zitat

Original von Elisabeth
Hallo zusammen,

DRadio Kultur überträgt am 31. Mai ab 19:05 Uhr:


Live aus der Komischen Oper Berlin
Cole Porter
"Kiss me, Kate ... ",
Musical in zwei Akten
Text von Samuel und Bella Spewack nach Shakespeares
"Der Widerspenstigen Zähmung"
Deutsche Fassung von Susanne Wolf


Eben habe ich die 3-SAT - Übertragung dieses "Musicals" ausgeschaltet. Wer diese "operettige" Übersetzung abgenommen hat, versteht weder etwas vom Musical noch von der Operette. Die Spewaks und Cole Porter würden im Grabe rotieren, bekämen sie zu hören, und verstünden sie, was da aus ihrem witzigen Buch gemacht wurde.

Schade um den musikalischen Teil, denn musiziert wurde das gar nicht mal so schlecht, wenn auch arg operettenhaft, soweit ich noch mithörte. Zur Inszenierung kann ich leider nur sagen, dass sie mir bislang wenig zusagte. Aber beurteilen kann und will ich sie natürlich nicht, da ich nicht die Geduld aufbrachte, das Konzept dahinter zu erkennen. Vielleicht soll es ja eine Satire auf die Schmierenoperette sein - als ob die nicht schon selbst eine wäre.

Dann doch lieber Fußball oder früh ins Bett, damit ich A LITTLE NIGHT MUSIC mit frischem Geist fertig stellen kann.

:hello: Jacques Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

Elisabeth

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Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

32

Samstag, 7. Juni 2008, 21:08

RE: KISS ME KATE auf deutsch

Lieber Rideamus,

ich hab mich bisher aufs Hören beschränkt und dachte, dass meine Irritation nur darauf beruht, dass ich eine sehr gute Vorstellung noch sehr lebhaft im Gedächtnis habe...

Schade um die Chance!

LG, Elisabeth

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33

Samstag, 7. Juni 2008, 22:19

RE: KISS ME KATE auf deutsch

Hallo,

ich habe auch den TV ausgeschaltet, das ist eine Frechheit.

Cole Porter würde sich wirklich im Grabe umdrehen, da höre ich mir doch lieber meine alten CD's mit Alfred Drake oder Howard Keel an, da habe ich meine Freude. Ich mag's sowieso lieber auf Englisch.

Wie kann man das schöne Musical so verunstalten? Ich versteh' es nicht.

Schönen Abend trotzdem

Kristin

yago

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34

Samstag, 7. Juni 2008, 22:29

ich halt noch durch...
a)weil ich barry kosky als regisseur mag

das war´s dann aber auch schon.
gesungen wird teilweise recht gut.
"mir ist viel zu heiss" wurde wunderbar auf die bühne gebracht.

trotzdem ist´s mir etwas zu klamaukig(eigentl. schon zu viel...)

einige regieeinfälle gefallen mir überhaupt nicht,andere finde ich hingegen sehr gelungen.

lg yago

regtim

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35

Sonntag, 8. Juni 2008, 00:45

Hab kurz reingeschaut und dann doch lieber Fußball geguckt! :yes:
Nicht mein Ding, Männer in Feinrippunterwäsche auf der Bühne. Was ich gesehen habe war hölzern und peinlich bemüht. Nein Danke! :no: :no:
Dann lieber CD, da kann ich mir die Bilder dazu dann selber machen. :D

Diese Art von Modernisierungen verhindern seit 25 Jahren, daß ich die Frankfurter Oper besuche. Lieber Konserve als so einen Schmarren anschauen müssen!! :boese2: :angry:

Gruß
Regina
Ist es nicht seltsam, daß Schafdärme die Seele aus eines Menschen Leibe ziehen können?
Shakespeare (Viel Lärm um nichts II,3)

Wulf

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36

Sonntag, 8. Juni 2008, 01:18

Zitat

Original von regtim
Hab kurz reingeschaut und dann doch lieber Fußball geguckt! :yes:
Nicht mein Ding, Männer in Feinrippunterwäsche auf der Bühne. Was ich gesehen habe war hölzern und peinlich bemüht. Nein Danke! :no: :no:
Dann lieber CD, da kann ich mir die Bilder dazu dann selber machen. :D

Diese Art von Modernisierungen verhindern seit 25 Jahren, daß ich die Frankfurter Oper besuche. Lieber Konserve als so einen Schmarren anschauen müssen!! :boese2: :angry:

Gruß
Regina


Obwohl ich nichts gegen Modernisierungen an sich habe, wenn das Gesamtkonzeppt schlüssig ist, empfand auch ich die Ausschnitte, die ich sah als hölzern bemüht. Da ich das Musical bisher nicht kannte bzw. kenne, eine Frage:

Die Enbeziehung des Publikums, der Premiere, des Stückes an sich selbst zu Beginn der Aufführung - gehört das zu einer witzigen Idee Cole Porters oder war das auf dem Mist der Produktion gewachsen? Ich fand es ehrlich gesagt etwas albern.... :rolleyes:

:hello:
Wulf
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)

pbrixius

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37

Sonntag, 8. Juni 2008, 07:54

Zitat

Original von regtim
Hab kurz reingeschaut und dann doch lieber Fußball geguckt! :yes:


Ich habe Fußball geguckt und "Kiss me Kate" in dieser deutschen Fassung aufgezeichnet. Heute Morgen habe ich mir dann die Aufzeichnung angeguckt, aber doch schnell entschlossen:

Zitat

Nicht mein Ding,


Es hat mich schon die deutsche Sprache gestört, leider. Damit war mein Interesse an der Aufführung sehr schnell auf Null geschmolzen.

Zitat

Männer in Feinrippunterwäsche auf der Bühne. Was ich gesehen habe war hölzern und peinlich bemüht. Nein Danke!


Mit der "Dienstkleidung" auf der Bühne hätte ich noch leben können, auch mit Ausstattung & Inszenierung. Aber leider fehlte für mich der Funken, der herüber hätte fliegen müssen.

Zitat

Dann lieber CD, da kann ich mir die Bilder dazu dann selber machen.


In diesem Fall hast Du leider Recht ...


Zitat

Diese Art von Modernisierungen verhindern seit 25 Jahren, daß ich die Frankfurter Oper besuche. Lieber Konserve als so einen Schmarren anschauen müssen!!


Das verstehe ich aus zwei Gründen nicht. Eine Live-Aufführung und eine Konserve kann man nicht vergleichen. Bei allem Masochismus, auf Konservenkost könnte ich mich nicht setzen. Zum zweiten war ich vor einiger Zeit in einer Don Carlos-Inszenierung (MacVicar) in Frankfurt - da wüsste ich nicht, was Dich hätte abhalten können, die Oper zu besuchen. Ich garantiere - kein Feinripp. Fairy und gioachino sind meine Zeugen!

Liebe Grüße Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Elisabeth

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38

Sonntag, 8. Juni 2008, 08:07

Zitat

Original von pbrixius


Es hat mich schon die deutsche Sprache gestört, leider.


Lieber Peter,

hat Dich wirklich gestört, dass überhaupt deutsch gesungen wurde? Oder war es vielmehr auch bei Dir diese diese fürchterliche Übersetzung?

LG, Elisabeth

pbrixius

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39

Sonntag, 8. Juni 2008, 08:09

Zitat

Original von Elisabeth
hat Dich wirklich gestört, dass überhaupt deutsch gesungen wurde? Oder war es vielmehr auch bei Dir diese diese fürchterliche Übersetzung?


Liebe Elisabeth,

das fasst es präziser, danke ...

Liebe Grüße Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

yago

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40

Sonntag, 8. Juni 2008, 11:35

die kritiken,in so gut wie allen zeitungen,waren überschwänglich u. voll des lobes.
einziges manko,das einige anmerkten,bezog sich auf die "aufgepäppelte"übersetzung.
vom berliner publikum war ich etwas enttäuscht,denn das bejubelte jeden,selbtst auch jene darsteller,die mir gesanglich nun überhaupt nicht gefallen haben.teilweise wurde mehr gekrächst u./o. geschrieen,denn gesungen.
aber wie gesagt,"mir ist viel zu heiss"habe ich selten so sexy auf die bühne gebracht gesehen.das hatte schon was.
selbst barry kosky wurde gefeiert,der ja sonst das publikum, eher in 2 hälften teilt.
lg yago

Jacques Rideamus

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41

Sonntag, 8. Juni 2008, 12:12

De gustibus...

Ich frage mich, wie viel Ahnung diese Kritiker wirklich vom Musical oder auch nur von diesem haben. Aber es gibt Moden. Ich erinnere mich noch an Phasen, wo man (auch ich) es schick fand, alte Möbel zu überstreichen und so anders und möglichst neu wirken zu lassen. Heute ist man sich weitgehend darin einig, dass das fast immer einer Kulturschande gleichkam.

Erlaubt ist eben nicht einfach, was gefällt, sondern sollte nur sein, was die Rezeption des Originals verbessert. Da kann halt auch mal was daneben gehen und das Publikum trotzdem den Umstand bejubeln, dass es längst vergessenen, wenn auch vertrauten Melodien in vermeintlich sozialkritischem und deshalb "modernem" Feinripp-Look begegnet.

Das soll keine Regietheaterdebatte im Musical auslösen. Man kann auch alte Edelsteine neu beleuchten, so dass sie viel interessanter und aufregender wirken, selbst wenn manche der vertrauten Qualitäten dabei verschwinden. Deshalb freut es mich, wenn die Aufführung erfolgreich war und ist. Wie sonst sollen wir die Chance erhalten, von Zeit zu Zeit auch wirklich gute Inszenierungen (und gerne auch sensible Übersetzungungen) dieser Werke zu sehen und zu hören? Ein Misserfolg - mindestens in den Gattungen Operette und Musical - wird ja oft für eine Ablehnung der Gattung schlechthin gehalten und weniger der missglückten Inszenierung, Übersetzung etc. Wenigstens wurde die hier in Frage stehende selbst von den Befürwortern der Inszenierung als die Vergewaltigung erkannt, die sie in der Tat ist - und das anscheinend auch in den weiten Teilen, auf die ich keine Lust mehr hatte.

Zitat

Original von Wulf
Da ich das Musical bisher nicht kannte bzw. kenne, eine Frage:

Die Einbeziehung des Publikums, der Premiere, des Stückes an sich selbst zu Beginn der Aufführung - gehört das zu einer witzigen Idee Cole Porters oder war das auf dem Mist der Produktion gewachsen? Ich fand es ehrlich gesagt etwas albern....


Nun, schon das Original behandelt die Vorlage Shakespeares als Stück im Stück und spielt sehr intelligent mit der Verdopplung der "realen" Handlung zwischen den Schauspielern und der des von ihnen aufgeführten Stückes. Da ist es im Prinzip für eine Inszenierung legitim, noch einen Schritt weiter zu gehen und das Publikum des Stücks um das Stück mit einzubeziehen. Ein wenig versuchte man das sogar in der alten Kinoversion, denn sie war einer der wenigen erfolgreichen 3-D - Filme ihrer Zeit und müsste im Original (Achtung! HIP-Gefahr!) mit rot-grünen Brllen angesehen werden, so dass z. B. die Tänzer, darunter Marge und Gower Champion und der noch recht junge Bob Fosse, direkt ins Publikum zu springen schienen.

Am Broadway ging man diesen Schritt aber nicht, und ich finde auch, dass diese Erweiterung der Ebenen keine zusätzliche Qualität bringt, wohl aber, wie von der Aufführung bestätigt, eine erhebliche zusätzliche Gefahr unnötigen Firlefanzes.

:hello: Jacques Rideamusical
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Wulf

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42

Sonntag, 8. Juni 2008, 15:02

Lieber Jacques,

danke für Deine wie immer kompetente Antwort.
All die bisher hier angeführten Kritikpunkte kann ich ganz gut nachvollziehen, auch die deutsche Sprache stieß mir etwas auf - da ich das Original ja nicht kenne, kann ich schwer beurteilen, ob es an der Sprache an sich liegt oder an einer missglückten Übersetzung.

:hello:
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Jacques Rideamus

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43

Sonntag, 8. Juni 2008, 15:28

Zitat

Original von Wulf
da ich das Original ja nicht kenne, kann ich schwer beurteilen, ob es an der Sprache an sich liegt oder an einer missglückten Übersetzung.


Beides, aber erst die unsensible (und m. E. unnötige, weil der traditionell benutzten in fast jeder Hinsicht unterlegene) Übersetzung mit ihrem Hang zur maßlosen Übertreibung macht es richtig schlimm. Auch Felsenstein würde übrigens neben Porter und den Spewaks im Grabe rotieren, könnte er hören, was an seinem Hause heute an Übersetzungen akzeptiert wird.

Leider gibt es die DVD des Kinofilms mit der deutschen Fassung derzeit nicht am Markt, aber wenn Du sie mal erhaschen kannst, wirst Du feststellen, dass die alte Synchronfassung der 50er Jahre zwar auch suboptimal, aber trotzdem um Längen besser ist.

Oder gleich die Originalfassung mit Untertiteln ansehen und -hören. Die bleibt natürlich unschlagbar.

:hello: Jacques Rideamus
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regtim

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44

Mittwoch, 11. Juni 2008, 00:49

Zitat von Peter

Zitat

Das verstehe ich aus zwei Gründen nicht. Eine Live-Aufführung und eine Konserve kann man nicht vergleichen. Bei allem Masochismus, auf Konservenkost könnte ich mich nicht setzen. Zum zweiten war ich vor einiger Zeit in einer Don Carlos-Inszenierung (MacVicar) in Frankfurt - da wüsste ich nicht, was Dich hätte abhalten können, die Oper zu besuchen. Ich garantiere - kein Feinripp. Fairy und gioachino sind meine Zeugen!
Lieber Peter!

Natürlich kann man Live und Konserve nicht vergleichen, aber die Konserve kann ich kaufen oder auch nicht. Da kann ich mir vorher ansehen wie es ist. Gehe ich in die Oper weißich vorher kaum was mich erwartet, denn auf die Kritiken kann ich mich nicht verlassen. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Modernisierungen, aber in Maßen!
Ich erinnere mich an eine Faust-Aufführung in Frankfurt, schauderhaft! Ich saß da und fragte mich den ganzen Abend, was das Ganze sein sollte und bekam von der Musik kaum etwas mit! Und das ist für mich nicht der Sinn der Sache!!
Kann durchaus sein, daß der Don Carlos nicht so schlimm ist, habe mich aber viele Jahre nicht mehr um die Aufführungen in Frankfurt gekümmert und weiß daher nicht wie die Inszenierungen heute sind.
Vielleicht sollte ich mal wieder einen Versuch machen, aber die Bilder von Maskenball reizen mich wiederum nicht dazu!

Gruß
Regina
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musicophil

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45

Mittwoch, 11. Juni 2008, 01:15

Zitat

Original von Jacques Rideamus
Oder gleich die Originalfassung mit Untertiteln ansehen und -hören. Die bleibt natürlich unschlagbar.

Lieber JR II,

Als einer, der in einem Land wohnt, wo man fast nur untertitelt, habe ich doch einige Erfahrung. Denke ich.

Bei mir ist es so, daß wenn ich versuche Untertitel zu lesen, mein Ohr die Klänge auffangt, und ich versuche sie zu übersetzen. Das Resultat ist, daß ich dann sowohl beim Lesen als anhören scheitere.
Und wenn ich nur höre, ziehen die Untertitel unwillkürlich mein Auge. Auch da ist die Folge katastrophal.

Darum versuche ich immer etwas von einem ausländischen Sender zu folgen - wenn ich schon TV schaue - weil mir da dieses Dilemma nie passiert.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Ingrid

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46

Mittwoch, 11. Juni 2008, 09:25

Zitat

Original von yago
ich halt noch durch...
a)weil ich barry kosky als regisseur mag

Lieber Yago,

a) war auch mein Grund und natürlich, weil's aus der KOB übertragen wurde und ich ja von seiner Figaro-Inszenierung nach wie vor schwärme, aber irgendwann hat's mir, kurz nach "mir ist viel zu heiß", (denn das war's mir durch die Grippe sowieso schon), die Augendeckel obi g'haut (hinunter gedrückt ;) ) und erst in der Schlussszene bekam ich dann wieder mit, dass es mit der Zähmung wohl geklappt haben muss :pfeif:

Stellte aber auch erneut fest, trotz KOB und Kosky, dass mir Musical absolut nichts mehr gibt. Muss ja nicht sein, oder?

Herzliche Grüße
Ingrid

Jacques Rideamus

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47

Donnerstag, 12. Juni 2008, 12:39

Zitat

Original von Ingrid
Stellte aber auch erneut fest, trotz KOB und Kosky, dass mir Musical absolut nichts mehr gibt. Muss ja nicht sein, oder?

Herzliche Grüße
Ingrid
Liebe Ingrid,

müssen muss in der Tat gar nichts. Allerdings würde ich nicht unbedingt diese Aufführung bzw. Übertragung als Kriterium für eine Beurteilung der Gattung heranziehen, denn mir gab die auch nichts. Außer vielen Gründen zum Ausschalten.

Das spricht aber nicht unbedingt gegen Musicals. Ich würde nämlich auch die Qualität Wagners nicht beurteilen wollen, wenn ich ihn in Madrid in spanischer Übersetzung und von einem Ensemble interpretiert sehe, das auf Zarzuelas spezialisiert ist.

Was nicht heißt, dass man in Spanien keinen guten Wagner oder in Deutschland nicht doch auch mal ein gutes Musical sehen und hören kann. Nur ist halt wohl beides eher die Ausnahme und schaden schlechte Übersetzungen einem Musical weit mehr als Wagner - soweit ich Letzteres beurteilen kann, weil sich das außerhalb Englands, wo es gute Übersetzungen gibt, kaum jemand mehr traut.

:hello: Jacques Rideamus
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48

Donnerstag, 12. Juni 2008, 13:20

Hallo Ingrid und Jacques,

wenn die Übertragung von letztem Samstag mein erstes Schnuppern in ein Musical gewesen wäre. wäre ich dieser Muskgattung niemals nähergekommen.
Umsetzung und Übersetzung waren in meinen Augen und Ohren eine Katastrophe.

Ich für meinen Teil bevorzuge bei Musicals sowieso die amerikanischen und englischen in der Originalsprache, am besten Originale (d.h. Uraufführungen) oder gut gemachte Filme. Da habe ich dann allerdings große Freude daran.

Mein einziges Live-Musical war in London "Les Miserables", das war ein Erlebnis. Den deutschen Aufführungen traue ich überhaupt nicht (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel - wie z.B. My fair lady mit Hübner/Hubschmid).
Die allergrößten Probleme habe ich besonders, wenn neu übersetzt wird.

Wie gesagt, bitte diese Aufführung nicht als Maßstab nehmen, es wäre, finde ich, jammerschade.

Liebe Grüße aus München

Kristin

yago

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Registrierungsdatum: 30. Januar 2007

49

Freitag, 13. Juni 2008, 00:01

Zitat

Original von Ingrid

Zitat

Original von yago
ich halt noch durch...
a)weil ich barry kosky als regisseur mag
Lieber Yago,

Stellte aber auch erneut fest, trotz KOB und Kosky, dass mir Musical absolut nichts mehr gibt. Muss ja nicht sein, oder?

Herzliche Grüße
Ingrid

ich sehe nach wie vor musicals sehr gerne.
bin ja auch über das musical zur oper gekommen,auch wenn ich mittlerweile die oper dem musical vorziehe.
aber in london kann man nach wie vor hervorragende musicals sehen (u. da meine ich jetzt nicht "les mis...etc.)
auf "the producers" in wien freue ich mich jetzt schon,werde es aber leider erst im herbst (viell. schon im aug.) sehen können.

lg yago

Ingrid

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Beiträge: 567

Registrierungsdatum: 19. Dezember 2006

50

Freitag, 13. Juni 2008, 08:50

Zitat

Original von Jacques Rideamus
Auch Felsenstein würde übrigens neben Porter und den Spewaks im Grabe rotieren, könnte er hören, was an seinem Hause heute an Übersetzungen akzeptiert wird.
:hello: Jacques Rideamus
Lieber Jacques Rideamus,

schätze mal, Felsenstein würde nicht immer rotieren, denn die "Opern"-Übersetzungen, die ich bisher dort mitbekam, waren ausgesprochen gut und haben mich davon überzeugt, dass es nicht unbedingt immer die Originalsprache sein muss. Liebe ansonsten auch die Spielfreudigkeit der KOB-Protagonisten, aber in dem Fall hat (für mich) nichts funktioniert und deshalb habe ich es halt gleich pauschal auf meine Musical-Unlust geschoben, obwohl das vor 20 Jahren (z.B. bei Cats in Wien und My Fair Lady in München in englisch) noch nicht so war.

Ich seh ja ein, dass das ein bisschen ungerecht war und ich bin trotzdem froh, wenn es viele Menschen in Berlin und Umgebung gibt, die dieses Musical gerne in der KOB sehen möchten und dann vielleicht Lust bekommen, dieses Opernhaus auch bei anderen Vorstellungen zu besuchen.

Den Musical-Fans unter den Taminos wünsche ich natürlich noch viele gelungene Aufführungen weltweit.

:hello: Ingrid

Harald Kral

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51

Montag, 4. August 2008, 11:58

Musical im Fernsehen

Die Übertragung im Fernsehen hat im Juni ja wohl nicht viel Zustimmung gefunden.

Wer die Sendung damals nicht gesehen hat (oder, wie ich, sie nicht sehen konnte w/Urlaub) hat jetzt die Gelegenheit, sich das ganze nochmals in Ruhe im ZDF-Thaeterkanal zu Gemüte zu führen:

Kiss me, Kate ...
Musical von Cole Porter

Komische Oper Berlin, 2008
Deutsche Textfassung von Susanne Wolf

Fred Graham - Roger Smeets
Lilli Vanessi - Dagmar Manzel
Bill Calhoun - Danny Costello
Lois Lane - Sigalit Feig
Hattie - Barbara Sternberger

Fernsehregie: Andreas Morell
Inszenierung: Barrie Kosky
Libretto: Samuel und Bella Spewack
Musikalische Leitung: Koen Schoots
Orchester: der Komischen Oper Berlin

Zitat

Cole Porters Musical "Kiss me, Kate ..." aus dem Jahr 1948 steht für Glamour, Entertainment und tiefsinnigen Witz. Es ist der Evergreen des internationalen Musiktheaters und einer der größten Broadway-Erfolge aller Zeiten. "Kiss me, Kate ..." überzeugt durch seine spritzige Handlung, pointenreiche Dialoge und die eingängige, schmissige Musik. Cole Porter hat für das Musical einige seiner größten Hits geschrieben: "Wunderbar", "Seltsam" ("So in Love"), "Viel zu heiß" ("Too Darn Hot") und "Schlag’ nach bei Shakespeare" ("Brush up Your Shakespeare"). Nun wird dieser Mythos zu neuem Leben erweckt: Seit 31. Mai ist "Kiss me, Kate ..." erstmals an der Komischen Oper Berlin zu sehen. In den Hauptrollen brillieren Dagmar Manzel, eine der erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen, und Roger Smeets, viel gefeierter Star an der Komischen Oper Berlin. Barrie Kosky inszeniert das neu arrangierte Stück und kostet die temporeichen Seiten der Backstage-Comedy voll aus. In seiner Interpretation des Klassikers stehen Fred und Lilli nicht am Anfang ihrer Karriere, sondern eher an deren Ende. Sie haben viel erlebt und viele Kämpfe ausgetragen, mit- und gegeneinander. Für beide geht es darum, zum vielleicht letzten Mal eine Entscheidung zu treffen, die für ihr weiteres Leben von existenzieller Bedeutung ist.

Termine

Di, 05.08.2008 19:40 Uhr(165 min.)
So, 10.08.2008 19:40 Uhr
Fr, 15.08.2008 19:40 Uhr
Mi, 27.08.2008 19:40 Uhr

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Harald Kral

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52

Donnerstag, 4. Dezember 2008, 12:40

"Kiss me, Kate" wird Berliner Aufführung des Jahres

Publikum wählt "Kiss me, Kate" zur Berliner Aufführung des Jahres

Die Mitglieder der TheaterGemeinde Berlin haben die Inszenierung der Komischen Oper Berlin Kiss me, Kate zur Aufführung des Jahres 2007/08 gewählt.

Die Preisverleihung findet am 23. Januar 2009 in der Komischen Oper Berlin im Anschluss an die Vorstellung statt.

Das Musical Kiss me, Kate von Cole Porter (Uraufführung 1948 ) wurde inszeniert von Barrie Kosky, designierter Chefregisseur und Intendant der Komischen Oper Berlin ab der Spielzeit 2012/13. Die musikalische Leitung hat Koen Schoots. In den Hauptrollen spielen in der Saison 2008/2009 Dagmar Manzel (Lilli Vanessi/Katharina), Roger Smeets (Fred Graham/Petruchio), Sigalit Feig (Lois Lane/Bianca) und Robin Poell (Bill Calhoun/Lucentio).

Hier im Forum hat diese Inszenierung überwiegend schlechte Kritiken einstecken müssen.

LG

:hello:
Harald

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oper337

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53

Donnerstag, 4. Dezember 2008, 18:28

Zitat

Original von severina
Da komen Kindheitserinnerungen hoch, denn Kiss me Kate" war das erste Musical, das ich so mit 12 Jahren auf LP kennen lernte. Ich weiß nur mehr, dass deutsch gesungen wurde (Was ich heute natürlich fürchterlich fände ;) ) und glaube mich an den Namen Olive Moorfield zu erinnern. Kann das sein? Hat jemand eine Ahnung, welche Aufnahme das war?
lg Severina :hello:

Werte Severina!

Das war der große Querschnitt mit Peter Alexander, wirklich nicht gut, an der Volksoper hat Olive Moorefield ja die Bianca gegeben.

LG Peter :)

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54

Donnerstag, 4. Dezember 2008, 18:35

Kiss me Kate

Lieber Peter,

bei der Aufnahme mit Peter Alexander und Olive Moorfield bekomme ich Bauchweh.

Ich habe die noch als LP daheim, irgendwann mal geschenkt bekommen, wirklich grauslig.

Ich habe etliche englischsprache Kate's, wenn ich da z.B. an Howard Keel's wunderbaren Petrucchio denke, sowas will ich nicht übersetzt hören, da geht der ganze Charme verloren.

Liebe Grüße

Kristin

Harald Kral

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55

Dienstag, 30. Dezember 2008, 10:29

Kiss me Kate heute vor 60 Jahren uraufgeführt

Im Deutschlandradio wird heute an die Uraufführung des Musicals "Kiss me Kate" heute vor 60 Jahren, am 30. Dezember 1948, erinnert.

30.12.2008 09:05 Uhr

Spiel mit doppeltem Boden
Cole Porters Musical "Kiss me, Kate" wurde vor 60 Jahren am Broadway uraufgeführt
Von Georg Friedrich Kühn

Musicals sind seichte Unterhaltung, mehr Operette, als Oper - mit dieser Zuschreibung gaben sich viele Musicalautoren nicht zufrieden. Sie verbanden ernste Stoffe mit leichten Melodien: Rassismus in "Porgy and Bess", Jugendgewalt in "West Side Story", die aufkommende Nazi-Herrschaft in "Cabaret". Cole Porters "Kiss Me, Kate", das vor 60 Jahren Premiere hatte, wagt sich an den größten Dramatiker überhaupt und transformiert Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" in ein rasantes Stück im Stück.

Zitat

Sie schwelgen in Erinnerungen an ihre erste Operette und sie fauchen einander an wie Katzen, Lilly und Fred, die Protagonisten einer Aufführung von Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" und Partner im früheren Leben. In einer Vorstellungspause kommt es zum Bruch.
Zwei Gauner, die auftauchen um Spielschulden einzutreiben, zwingen Lilly zu bleiben. Fred bekommt seinen Macho-Auftritt auf der Bühne als Petruchio in "The Taming of the Shrew" und Bezwinger der widerspenstigen Kate.

Fred: "Sie muss mit mir. Ich will der Herr sein meines Eigentums. Sie ist mein Landgut, mein Haus, mein Hof, mein Pferd, mein Ochs, mein Esel, kurz mein Alles."
Lilly: "Du Laus, du weißt genau, dass ich nicht sitzen kann."
Fred: "Was sie widersetzt sich? Aber ich werde sie zum Ehebett karren wie einen Mehlsack, der zur Mühle geht. Meine Herren, vorwärts!"

Eine Beobachtung brachte den Theaterinspizienten Arnold Saint Subber auf die Idee. Während einer Aufführung von Shakespeares "The Taming of the Shrew", erlebte er, wie die Protagonisten, ein berühmtes Schauspieler-Ehepaar, sich hinter der Bühne stritten. Subber erzählte davon der Autorin Bella Spewack.

Die versuchte erst allein, daraus ein Musical-Libretto zu formen. Cole Porter, den sie als Komponisten hinzu bat, war aber nicht überzeugt vom Stoff. Als allzu abgehoben, "esoterisch" empfand der mit seiner Frau Linda in einer sehr offenen Beziehung Lebende die Handlung. Erst allmählich erkannte er deren Brisanz und mögliche Publikumswirksamkeit.

Seit "Show Boat", 1927, von Jerome Kern und Oscar Hammerstein II versuchten die amerikanischen Musical-Autoren immer wieder, eingängige Unterhaltung mit ernsthafter Thematik zu verschmelzen - bei "Show Boat" etwa: Rassen-Diskriminierung.

In ihrem Libretto verflochten Bella Spewack und ihr dann hinzugezogener Mann Samuel große Teile der originalen Shakespeare-Handlung mit Reflexionen über das Theater und Einblicken in die Probleme ihrer Macher: Dass man etwa auftreten muss, wenn einem gerade hundeelend ist, oder, wie oft im Sommer in Baltimore, wo das Stück spielt, dass man wegen der Hitze viel lieber die Beine im Meer baumeln lassen würde als auf der Bühne sich zu produzieren.

Durch die dem Film entlehnte Schnitt-Technik, den Blick-Wechsel zwischen Vorder- und Hinterbühne, konnten die Autoren die Handlung straffen, die Sprache vereinfachen. Das Spiel im Spiel ermöglichte flüssige Übergänge. Ihre Arbeitsweise beschrieben die Spewacks im Vorwort zum Libretto so:

"Hier und da zwischen den Passagen, die wir strichen, gab es Verse, die wir gern beibehalten wollten. Wir verteilten sie dann einfach auf andere Darsteller."

Gerade die Mischung von Real- und Theater-Welt, von Privatleben und Kunst zeitigte den überragenden Erfolg von "Kiss me Kate". Und die Abschiedsszene zwischen Lilly und Fred ist nicht das letzte Wort zwischen den beiden, privat wie auf der Bühne.

Lilly: "Leb wohl, Fred. Willst du mir nicht Glück wünschen?"
Fred: "Das würde keinen Zweck haben, du gehörst zum Theater. Wir beide gehören dazu."
Lilly: "Das Theater, das ist doch das Einzige, was du verstehst. Du brauchst mich nicht, du hast eine zweite Besetzung."
Fred: "Niemand könnte je deinen Platz einnehmen, Lilly, weder auf der Bühne, noch im Leben."

Am 30. Dezember 1948 wurde "Kiss me Kate" im "New Century Theatre" in New York uraufgeführt. Über tausend Reprisen erlebte das Stück in den ersten drei Jahren. Fünf "Tony Awards" erntete es und wurde nachgespielt in der ganzen Welt.

Noch heute wird es immer wieder präsentiert, zuletzt in einer revueartigen Fassung an der Berliner Komischen Oper. Wie "My Fair Lady", "West Side Story" oder "Cabaret" ist "Kiss me Kate" zum Klassiker geworden.
(Von Georg Friedrich Kühn, Deutschlandfunk, Köln)


LG

:hello: :hello:
Harald

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Jacques Rideamus

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Dienstag, 30. Dezember 2008, 11:58

RE: Kiss me Kate heute vor 60 Jahren uraufgeführt

Lieber Harald,

wie schön, dass Du mit diesen aufschlussreichen Texten auf das Jubiläum aufmerksam machst, das ich sicher übersehen hätte.

Ein guter Grund, den Thread noch mal von Anfang an durchzulesen und auch mal wieder die eine oder andere Aufnahme zu hören.

Danke

:hello: Jacques Rideamus
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oper337

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57

Donnerstag, 2. April 2009, 21:09

RE: Kiss me Kate heute vor 60 Jahren uraufgeführt

Zitat

Original von Harald Kral
Im Deutschlandradio wird heute an die Uraufführung des Musicals "Kiss me Kate" heute vor 60 Jahren, am 30. Dezember 1948, erinnert.

30.12.2008 09:05 Uhr

Spiel mit doppeltem Boden
Cole Porters Musical "Kiss me, Kate" wurde vor 60 Jahren am Broadway uraufgeführt
Von Georg Friedrich Kühn

Musicals sind seichte Unterhaltung, mehr Operette, als Oper - mit dieser Zuschreibung gaben sich viele Musicalautoren nicht zufrieden. Sie verbanden ernste Stoffe mit leichten Melodien: Rassismus in "Porgy and Bess", Jugendgewalt in "West Side Story", die aufkommende Nazi-Herrschaft in "Cabaret". Cole Porters "Kiss Me, Kate", das vor 60 Jahren Premiere hatte, wagt sich an den größten Dramatiker überhaupt und transformiert Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" in ein rasantes Stück im Stück.

Zitat

Sie schwelgen in Erinnerungen an ihre erste Operette und sie fauchen einander an wie Katzen, Lilly und Fred, die Protagonisten einer Aufführung von Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" und Partner im früheren Leben. In einer Vorstellungspause kommt es zum Bruch.
Zwei Gauner, die auftauchen um Spielschulden einzutreiben, zwingen Lilly zu bleiben. Fred bekommt seinen Macho-Auftritt auf der Bühne als Petruchio in "The Taming of the Shrew" und Bezwinger der widerspenstigen Kate.

Fred: "Sie muss mit mir. Ich will der Herr sein meines Eigentums. Sie ist mein Landgut, mein Haus, mein Hof, mein Pferd, mein Ochs, mein Esel, kurz mein Alles."
Lilly: "Du Laus, du weißt genau, dass ich nicht sitzen kann."
Fred: "Was sie widersetzt sich? Aber ich werde sie zum Ehebett karren wie einen Mehlsack, der zur Mühle geht. Meine Herren, vorwärts!"

Eine Beobachtung brachte den Theaterinspizienten Arnold Saint Subber auf die Idee. Während einer Aufführung von Shakespeares "The Taming of the Shrew", erlebte er, wie die Protagonisten, ein berühmtes Schauspieler-Ehepaar, sich hinter der Bühne stritten. Subber erzählte davon der Autorin Bella Spewack.

Die versuchte erst allein, daraus ein Musical-Libretto zu formen. Cole Porter, den sie als Komponisten hinzu bat, war aber nicht überzeugt vom Stoff. Als allzu abgehoben, "esoterisch" empfand der mit seiner Frau Linda in einer sehr offenen Beziehung Lebende die Handlung. Erst allmählich erkannte er deren Brisanz und mögliche Publikumswirksamkeit.

Seit "Show Boat", 1927, von Jerome Kern und Oscar Hammerstein II versuchten die amerikanischen Musical-Autoren immer wieder, eingängige Unterhaltung mit ernsthafter Thematik zu verschmelzen - bei "Show Boat" etwa: Rassen-Diskriminierung.

In ihrem Libretto verflochten Bella Spewack und ihr dann hinzugezogener Mann Samuel große Teile der originalen Shakespeare-Handlung mit Reflexionen über das Theater und Einblicken in die Probleme ihrer Macher: Dass man etwa auftreten muss, wenn einem gerade hundeelend ist, oder, wie oft im Sommer in Baltimore, wo das Stück spielt, dass man wegen der Hitze viel lieber die Beine im Meer baumeln lassen würde als auf der Bühne sich zu produzieren.

Durch die dem Film entlehnte Schnitt-Technik, den Blick-Wechsel zwischen Vorder- und Hinterbühne, konnten die Autoren die Handlung straffen, die Sprache vereinfachen. Das Spiel im Spiel ermöglichte flüssige Übergänge. Ihre Arbeitsweise beschrieben die Spewacks im Vorwort zum Libretto so:

"Hier und da zwischen den Passagen, die wir strichen, gab es Verse, die wir gern beibehalten wollten. Wir verteilten sie dann einfach auf andere Darsteller."

Gerade die Mischung von Real- und Theater-Welt, von Privatleben und Kunst zeitigte den überragenden Erfolg von "Kiss me Kate". Und die Abschiedsszene zwischen Lilly und Fred ist nicht das letzte Wort zwischen den beiden, privat wie auf der Bühne.

Lilly: "Leb wohl, Fred. Willst du mir nicht Glück wünschen?"
Fred: "Das würde keinen Zweck haben, du gehörst zum Theater. Wir beide gehören dazu."
Lilly: "Das Theater, das ist doch das Einzige, was du verstehst. Du brauchst mich nicht, du hast eine zweite Besetzung."
Fred: "Niemand könnte je deinen Platz einnehmen, Lilly, weder auf der Bühne, noch im Leben."

Am 30. Dezember 1948 wurde "Kiss me Kate" im "New Century Theatre" in New York uraufgeführt. Über tausend Reprisen erlebte das Stück in den ersten drei Jahren. Fünf "Tony Awards" erntete es und wurde nachgespielt in der ganzen Welt.

Noch heute wird es immer wieder präsentiert, zuletzt in einer revueartigen Fassung an der Berliner Komischen Oper. Wie "My Fair Lady", "West Side Story" oder "Cabaret" ist "Kiss me Kate" zum Klassiker geworden.
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LIeber Harald!

Daneben möchte ich aber das vor - 82 Jahren - aufgeführte Musical "Show Boat" nicht vergessen, sondern zu den genannten noch dazu zählen!

Harald Kral

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Donnerstag, 26. November 2009, 20:46

Barrie Kosky inszeniert "Kiss me Kate" in Köln

Oper Köln
Premiere Mi 30. Dez. 2009
"KISS ME KATE"
Musical Comedy in zwei Akten
Buch von Samuel und Bella Spewack
nach der Komödie "The Taming of the Shrew" von William Shakespeare
Gesangstexte und Musik von Cole Porter
deutsche Textfassung von Susanne Wolf
neue Orchestration von Don Sebesky (Broadway 1999)

Musikalische Leitung: Koen Schoots
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühne: Klaus Grünberg
Kostüme: Alfred Mayerhofer

(Eine Produktion der Komischen Oper Berlin)


Spllte das die gleiche Inszenierung sein, die weiter oben aus Berlin bereits kritsch betrachtet wurde?

Ich bin ja gespannt!

LG

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Harald

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Harald Kral

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Donnerstag, 31. März 2011, 15:11

ZDF-Theaterkanal im April 2011

Der ZDF-Theaterkanal wiederholt im April an mehreren Terminen die Aufzeichnung der Produktion aus der Komischen Oper Berlin, die weiter oben schon ausführlich besprochen wurde:

Kiss me, Kate ...
Musical von Cole Porter

Deutsche Textfassung von Susanne Wolf

Zitat

Cole Porters Musical "Kiss me, Kate ..." aus dem Jahr 1948 steht für Glamour, Entertainment und tiefsinnigen Witz. Es ist der Evergreen des internationalen Musiktheaters und einer der größten Broadway-Erfolge aller Zeiten. "Kiss me, Kate ..." überzeugt durch seine spritzige Handlung, pointenreiche Dialoge und die eingängige, schmissige Musik. Cole Porter hat für das Musical einige seiner größten Hits geschrieben: "Wunderbar", "Seltsam" ("So in Love"), "Viel zu heiß" ("Too Darn Hot") und "Schlag' nach bei Shakespeare" ("Brush up Your Shakespeare").

2008 stand das Musical an der Komischen Oper Berlin auf dem Spielplan. In den Hauptrollen brillieren Dagmar Manzel, eine der erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen, und Roger Smeets, viel gefeierter Star an der Komischen Oper Berlin. Barrie Kosky inszeniert das neu arrangierte Stück und kostet die temporeichen Seiten der Backstage-Comedy voll aus. In seiner Interpretation des Klassikers stehen Fred und Lilli nicht am Anfang ihrer Karriere, sondern eher an deren Ende. Sie haben viel erlebt und viele Kämpfe ausgetragen, mit- und gegeneinander. Für beide geht es darum, zum vielleicht letzten Mal eine Entscheidung zu treffen, die für ihr weiteres Leben von existenzieller Bedeutung ist.

Darsteller:

Fred Graham - Roger Smeets
Lilli Vanessi - Dagmar Manzel
Bill Calhoun - Danny Costello
Lois Lane - Sigalit Feig
Hattie - Barbara Sternberger

Länge: 165 min
Musical, Deutschland, 2008
aus der Komischen Oper Berlin

Sendetermine im ZDF-Theaterkanal:
02., 14., 19., 24. und 29.04.2011 jeweils um 19:30 Uhr

LG

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Harald

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Knusperhexe

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60

Dienstag, 19. April 2011, 10:41

Kennt oder hat irgendwer die deutsche Aufnahme mit Susanne Tremper? Ich liebe diese Stimme!!!!
Regietheater? Nein, danke!