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wok

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  • »wok« ist männlich

Beiträge: 864

Registrierungsdatum: 18. Juli 2011

211

Freitag, 8. März 2013, 10:48

Hallo Wolfgang,

Das klingt ja verständlicherweise sehr betrübt, und der Ausblick sehr defätistisch! Aber einen JOSEF TRAXEL gibt es ja auch noch, der mit einigen Partien dokumentiert ist, die FRITZ WUNDERLICH nicht sang. Vielleicht kann ja dieser etwas Trost spenden! Und sein "Chapelou" ist ja auch nicht so ganz ohne!!

Viele Grüße und ein sonniges Wochenende!

wok

Siegfried

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  • »Siegfried« ist männlich

Beiträge: 4 706

Registrierungsdatum: 26. Oktober 2005

212

Freitag, 8. März 2013, 13:21

Lieber Wolfgang,
diese Gefühle kenne ich nur zu gut. Mir geht es regelmäßig so, wenn ich eine CD von ihm auflege.
Und was uns heute so alles als "Weltstar" zugemutet wird...
Freundliche Grüße Siegfried

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 151

Registrierungsdatum: 15. April 2010

213

Freitag, 8. März 2013, 17:52

Zitat Siegfried:

Zitat

Und was uns heute so alles als "Weltstar" zugemutet wird...

Hallo, Siegfried!

Das sehe ich genauso. Ich will nicht alles schlechtreden, es gibt einige vielversprechende junge Sänger oder Sängerinnen, die vor einer großen Karriere stehen. Nur ist es bis dahin bei den meisten noch ein weiter Weg. Aber was uns heute alles als Weltstar präsentiert wird, das läßt einen nur staunen. Fritz Wunderlich war einer und der von wok genannte Josef Traxel ebenfalls. Nachfolger dieser beiden Tenöre sehe ich noch keinen am Horizont.


Herzliche Grüße an euch Beide

Wolfgang
W.S.

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 647

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

214

Freitag, 8. März 2013, 18:30

Ein unverhofftes Wiedersehen

Ein unverhofftes Wiedersehen mit Fritz Wunderlich gab es dieser Tage im Fernsehen - und zwar in dieser Sendung auf Bayern Alpha:

Die Fernsehtruhe
Der Liederkomponist Richard Strauss
Am Klavier: Ludwig Kusche

1. Einkehr (Benno Kusche)
2. Begegnung (Anneliese Rothenberger)
3. Die Nacht (Benno Kusche)
4. Barcarole (Fritz Wunderlich)
5. Schlagende Herzen (Anneliese Rothenberger)
6. Himmelsboten zu Liebchens Himmelbett (Fritz Wunderlich)
7. Freundliche Vision (Fritz Wunderlich)
8. Das Lied des Steinklopfers (Benno Kusche)
9. Die Händler und die Macher (Fritz Wunderlich)
10. Ich wollt‘ ein Sträußlein binden (Anneliese Rothenberger)
11. September (Anneliese Rothenberger)

Die Liedaufnahmen aus den frühen 60er-Jahren zeigen Wunderlich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und Kunst. Wüsste man es nicht besser, man würde darauf wetten, dass das Lied seine eigentlich künstlerische Domäne gewesen ist. Es sollte ihm nur noch wenig Zeit bleiben. Das erschüttert mich noch immer, gerade auch angesichts dieses Dokuments, das völlig in Vergessenheit geraten war. Die Aufnahmen in hervorragend aufbereiteter technischen Güte vermitteln ein solches Maß an Frische und Jugendlichkeit, dass nur ein Gedanke aufkommt, nämlich Unsterblichkeit. So ist es ja nun auch geworden.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

sagitt

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  • »sagitt« ist männlich

Beiträge: 2 599

Registrierungsdatum: 1. November 2004

215

Freitag, 8. März 2013, 18:30

Sagitt meint.

die Nostalgie eines Fans,die kenne ich, ein wenig habe ich sie auch. Meine Favoriten lyrischen Gesangs singen schon lange nicht mehr. Aber. es gibt immer wieder sehr anhörbare jüngere lyrische Tenöre.Topi Lethipuu ist ein solcher, Kobow ist sehr gut anhörbar,Güra und Maximilian Schmitt.

Sicher solche Ausnahmestimmen wie die von Wunderlich sind selten, aber die anderen machen auch sehr gute Musik.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 5 339

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

216

Samstag, 9. März 2013, 11:06

Lieber Sagitt,

es gibt immer wieder Hoffnungsträger. Höre Dir bitte einmal die eingestellten Hörproben im Thread "Vincent Schirrmacher - und es blitzen die Sterne" an. Mich elektrisiert die Stimme. Hoffentlich kann der junge Sänger das Versprechen einlösen, das er gibt.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 151

Registrierungsdatum: 15. April 2010

217

Samstag, 9. März 2013, 11:29

Mein lieber Hans!

Wie du sicher aus meinen Zeilen gelesen hast, habe ich auch nicht in Abrede gestellt daß es auch vielversprechende junge Talente gibt. Dies habe ich in Ölbronn (Z. Bsp. im "Barbier von Sevilla") schon mit eigenen Ohren erleben können. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß es bis zum "Weltstar" für die Meisten noch ein langer Weg ist. Die Stimme von Vincent Schirrmacher finde ich auch sehr gut und geschmeidig, daher werde ich seinen weiteren Werdegang aufmerksam beobachten.



Herzlichst
Wolfgang
W.S.

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 647

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

218

Samstag, 17. September 2016, 10:55

Heute, am 17. September 2016, wird der 50. Todestag von Fritz Wunderlich begangen. Ein seltsames Ereignis ist das schon. Durchaus Anlass zur Einkehr und zum Nachdenken. Ihm, Wunderlich, nachzudenken. Zu fragen, was er uns heute noch bedeutet, ob er Maßstäbe gesetzt hat, an die sich die Nachfolgenden halten sollten - und können. Wenn ja, welche? Hat er Nachfolger gefunden? Nach meinem Eindruck will dieser Tag des Gedenkens so gar nicht richtig zu ihm, dem ewig jung Gebliebenen, passen. Er macht ihn so alt, so historisch. Und uns mit. Dabei ist er immer das Gegenteil davon. Er ist viel länger tot, als dass ihm Zeit zum Leben - und zum Singen blieb. Mit scheint, zwischen beiden Begriffen steht bei Wunderlich ein Gleichheitszeichen. Das Erbe, das er hinterließ, ist gingantisch. Nicht alles ist allererste Wahl. Es ist auch Massenware dabei. Nun hat sein Hauslabel Deutsche Grammophon alle dort entstandenen Aufnahme in einer Box mit 32 CDs zusammengefasst:



Warner lässt sich auch nicht lumpen:



Der SWR hat sich bei dieser neuen CD aus seinem eigenen Archiv bedient:



Und der Bayerische Rundfunk fasst auf einer CD im Eigenlabel Auftritte von Wunderlich in den Münchner Sonntagskonzerten zusammen.



Diese Dokumente beziehen ihren Charme aus der Live-Atmosphäre, die diesem Tenor nach meinem Dafürhalten sehr entgegen kommt. Die Studioaufnahmen wirken zwar nicht verkrampft, lassen mitunter aber in meinem Ohren das Bemühen erkennen, ja alles richtig zu machen. Und er macht es ja richtig!

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

sagitt

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  • »sagitt« ist männlich

Beiträge: 2 599

Registrierungsdatum: 1. November 2004

219

Sonntag, 18. September 2016, 09:13

Sagitt meint. Gibt es irgendeinen Sänger,der so umfassend medial dokumentiert ist,wie Fritz Wunderlich? Auch
nach 50 Jahren eine Premium Klasse

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 647

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

220

Samstag, 29. Juli 2017, 07:49

"Romantische Arien" mit Wunderlich



Schon wieder kommt eine CD mit Fritz Wunderlich über uns. Die ihn lieben und schätzen, werden dankbar danach greifen. Seine Gemeinde ist noch immer sehr groß. In den fünfzig Jahren nach seinem Tod dürften neue Verehrer hinzugekommen sein – und immer noch hinzukommen. Wunderlich scheint zeitlos wie kaum ein anderer. Zugleich aber bewahren seine vielen Aufnahmen den Geist der Zeit, in der er von Erfolg zu Erfolg eilte. Liegt in dieser Mischung der Grund für seine anhaltende Popularität? Wie dem auch sei. Wunderlich kann singen, was er will – Oper, Lied, Oratorium, Operette, Schlager -, er gefällt. SWR music hat diesmal "Romantische Arien" zusammengestellt, die bei dem Sender produziert worden sind und in Teilen auch schon auf anderen Labels zu haben waren. Diesmal gibt es sie von originalen Bändern. "Horch, die Lerche singt im Hein!" aus Nicolais "Lustigen Weibern von Windsor", gleich vier Nummern aus Opern von Lortzing, darunter "Vater, Mutter, Schwestern, Brüder" aus "Undine", das Duett "Mein Sohn, sei Allahs Friede hier auf Erden" aus dem "Barbier von Bagdad" von Cornelius mit Kurt Böhme, das magische Finale des ersten Aktes "Zu Straßburg auf der Schanz" aus der Oper "Der Kuhreigen" von Kienzl. Abgerundet wird das Programm mit Arien und Szenen aus "Rigoletto", "Tosca" und der "Verkauften Braut", deutsch gesungen, wie damals Brauch. Wunderlich hatte gut gelernt, mit dem Text umzugehen. Alle Titel sind eine akustische Lehrstunde in Deutlichkeit. Er pflegte einen sehr natürlichen Stil. Niemals hebt er intellektuell ab, er bleib bodenständig. Stilistische Marotten waren ihm fremd. Sein Vortrag hat immer einen volksliedhaften Ton. Solche Eigenschaften kommen beim deutschen Programmteil an stärksten zum Tragen, weshalb die Fenton-Arie besonders gut gelingt. Großer Wert wurde auf das Remastering gelegt, das auch im informativen Booklet genau erklärt ist. So präsent, so klar und einschmeicheln dürfte Fritz Wunderlich selten geklungen haben.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

Beiträge: 4 329

Registrierungsdatum: 19. November 2010

221

Samstag, 29. Juli 2017, 09:10

So präsent, so klar und einschmeicheln dürfte Fritz Wunderlich selten geklungen haben.

Lieber Rheingold,

Deine Bemerkung bezieht sich vermutlich nur auf CD???

Wunderlichs Stimme war zwar ausgesprochen phonogen, aber ihn live zu hören war doch noch eine anderer Eindruck!
Darüber habe ich ja schon mehrmals geschrieben!

Liebe Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 647

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

222

Samstag, 29. Juli 2017, 09:49

Ja, lieber Caruso, diese Bemerkungen beziehen sich auf die CD, sie haben nach meiner Auffassung aber auch ganz allgemein Gültigkeit. Wenn man so will, singt Wunderlich ja vieles gleich, gleich schön und gleich betörend. Leider ist es mir nicht gegeben gewesen, ihn live zu hören. Ich bin auf die Aufnahmen angewiesen. Es geht mir aber immer wieder durch den Kopf, wie er wohl geklungen haben mag auf der Bühne und im Konzert. Ich erinnere mich an Deine Beiträge zu Wunderlich. Sie sind deshalb so wichtig, weil aus ihnen der Zeitzeuge spricht.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 2 833

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

223

Samstag, 29. Juli 2017, 10:13

Lieber Rheingold und lieber Caruso,

auch ich zähle mich zu den Anhängern von Fritz Wunderlich. Mir geht es wie Rheingold, ich kenne ihn nur von der Bild- und Tonkonserve, leider nicht live.

Glücklicherweise bietet auch yt große Mengen seiner Aufnahmen, und so läuft er oft bei uns. Seine Operettenaufnahmen gehören zu den besten, die ich kenne (eine Ausnahme: Peter Anders mit dem Gondellied aus der Nacht in Venedig). Er ist wohl einer letzten großen Tenöre, die sich auch in diesem leider nicht mehr so populären Genre verewigt hat. "Du Rose von Stambul" oder "Sei gepriesen Du lauschige Nacht" sind 2 Beispiele, die mir sofort einfallen. Auch der frühe Schock war Klasse, aber in den 60-ern leider nicht auf der gleichen Höhe wie Wunderlich. Sein früher und tragischer Tod war und ist ein unersetzlicher Verlust für die deutsche Oper.

Danke, daß ihr wieder an ihn erinnert habt. Der Beitrag 218 verdient besondere Beachtung.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

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Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

224

Freitag, 12. Januar 2018, 23:28



Mit "Musik vor Bach" setzt SWR Music die Fritz Wunderlich gewidmete Edition fort. Die Aufnahmen des aus zwei CDs bestehenden Albums entstanden zwischen 1954 und 1957 in der Villa Berg in Stuttgart. Der hörbare Vorteil besteht wiederum darin, dass sämtliche Titel den originalen Bändern entnommen wurden.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 647

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225

Samstag, 13. Januar 2018, 09:17

Gibt es irgendeinen Sänger,der so umfassend medial dokumentiert ist,wie Fritz Wunderlich? Auch
nach 50 Jahren eine Premium Klasse


Hallo Sagitt, damit hast Du eine interessante Frage aufgeworfen. Nach meiner Beobachtung gibt es keinen anderen, auf den das so zutrifft. Das liegt natürlich auch daran, dass Wunderlich genau in die Zeit hinein kam, in der der Rundfunk eine große neue Blütezeit hatte, das Fernsehen als Massenmedium aufkam und die Plattenindustrie sehr aktiv war. Das nütze ihm ungemein. Es gab Akteure der besonderen Art wie Emmerich Smola.



Oder Produzenten, die diesen Namen wirklich verdienten. Ohne solche Begleitung wäre der Aufstieg von Wunderlich nicht vorstellbar. Talent ist nicht alles. Es muss auch erkannt, gefördert und langfristig begleitet werden. Bevor Wunderlich zu dem wurde, als den wir ihn in Erinnerung haben, hat er schon unglaublich viele Rundfunkproduktionen gemacht. Die sind erst nach seinem Tod auf Tonträger gelangt. Und es kommen immer noch unbekannte Aufnahme hinzu. Es gäbe noch viel zum Thema zu sagen.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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226

Samstag, 13. Januar 2018, 10:30

Gibt es irgendeinen Sänger,der so umfassend medial dokumentiert ist,wie Fritz Wunderlich? Auch
nach 50 Jahren eine Premium Klasse
Lieber Sagitt, lieber Rheingold,

Fritz Wunderlich war durch seine Ausnahmestimme, die immer ein inneres Leuchten und emotionale Glut ausstrahlte, eine Ausnahmeerscheinung. Dieses sich Verströmen rührte aus dem totalen persönlichen Einsatz her, den Wunderich jederzeit brachte. Selbstverständlich stürzten sich die Medien auf ihn und produzierten - Gott sei Dank - in kurzer Zeit zahlreiche Aufnahmen mit dem Jahrhunderttenor. Vielleicht dazu eine kleine Anekdote. Wunderlich und Frick probierten in Fricks Haus "Waldfrieden". Wunderlich war es, der immer wieder Wiederholungen wollte, besonders vom Duett "Komm' mein Söhnchen auf ein Wort" aus der "Verkauften Braut". Ich weiß noch, dass Frick schließlich humorig zu ihm sagte: "Fritz jetzt ist es genug. Wir sollten uns noch einige Töne aufsparen, bis die Leut' zahlen." Gretel Frick war auch schon ganz unruhig, weil sie und meine Ingrid längst die Kaffeetafel vorbereitet hatten.
Bei der Ausgangsfrage ist zu bedenken, dass Wunderlich sehr viel Einzelaufnahmen gemacht hat. Die großen Aufgaben in Opern- Gesamtaufnahmen wären mit Sicherheit gekommen, bzw. waren bereits in Vorbereitung. Wunderlich und Frick planten, z. B. eine Duett-CD zu produzieren. Durch den frühen, unerwarteten Tod des Tenors kam es zur Realisierung dieser sicherlich großartigen Vorhaben nicht mehr. Durch ihre weit längere Sängerlaufbahn dürften Fischer Dieskau, Hermann Prey, Rudolf Schock und Gottlob Frick mindestens ähnlich viele Aufnahmen gemacht haben wie Fritz Wunderlich. Nur der Tenor Wunderlich ist heute noch in stärkerer Erinnerung. Wobei es uns sehr positiv überraschte, dass die von der Gottlob Frick Gesellschaft - aus Rücksicht auf die anderen Plattenlabels - nicht so sehr gewollte 10er Box "König und Komödiant" als erste von allen diesen preisgünstigen Sammelboxen ausverkauft war und nach dem Verramschen leider auch nicht mehr neu produziert wird.
Ingrid und mich berühren durch diese persönlichen Begegnungen und Erlebnisse alle Diskussionen über Fritz Wunderlich ganz besonders. Die Aussage von Sagitt, dass Wunderlich auch nach 50 Jahren noch Premiumklasse ist, mehr als alle anderen Großen seiner Zeit, kann also bejaht werden.
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

9079wolfgang

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227

Samstag, 13. Januar 2018, 11:28

Ja, mein lieber Hans!

Auch ich besitze eine ganze Reihe an Aufnahmen mit Fritz Wunderluch. Aber wenn ich darüber nachdenke, was er uns an Gesamtaufnahmen an Opern seines Fachs noch hätte präsentieren können, finde ich dies sehr schade. Oft sehe ich mir diesen köstlichen, wunderbaren "Barbier von Sevilla" an:



Herzlichst Wolfgang
W.S.

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

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228

Samstag, 13. Januar 2018, 18:33

Zitat von »Rheingold1876«
Gibt es irgendeinen Sänger,der so umfassend medial dokumentiert ist,wie Fritz Wunderlich? Auch
nach 50 Jahren eine Premium Klasse


Lieber operus, dieses Zitat ist nicht von mir, es stammt von sagitt - und ich habe nicht die Absicht, mich mit fremden Federn schmücken zu lassen. ;)
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Rheingold1876

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229

Samstag, 13. Januar 2018, 18:57

Aber wenn ich darüber nachdenke, was er uns an Gesamtaufnahmen an Opern seines Fachs noch hätte präsentieren können, finde ich dies sehr schade.


So bescheiden ist ja der Nachlass nicht, lieber Wolfgang. Es gibt ja etliche Operngesamtaufnahmen, die im Studio oder unter Studiobedingungen entstanden. Die verfilmte "Daphne" liegt noch immer im Archiv des Bayerischen Rundfunks - und wer weiß was noch. Die Zahl der inoffiziellen Opernaufnahmen ist überwältigend. Ich habe mir auch oft die Frage gestellt, was, wenn Wunderlich mehr Zeit geblieben wäre? Hätte er seine Karriere mit spätestens fünfzig beendet? Wäre er, wie Schock, in seinen späten Jahren auch der Verführung des Fernsehens unterlegen? Würden wir, die ihn sehr schätzen, dann genau so gestöhnt haben unter den Bergen von lässlichen, gar peinlichen Dokumenten?

Ich frage mich außerdem, was er denn noch alles hätte singen können? Als er starb, zeichnete sich auf deutschen Bühnen die Hinwendung zu den Originlsprachen ab. Eine typische italienische oder französische Stimme hatte er nicht. Die so genannte Spieloper wurde zurückgedrängt. Was also wäre auf der Opernbühne geblieben für ihn? Ich könnte mir eine ähnliche Karriere wie Werner Hollweg vorstellen. Der Mythos Wunderlich ist eng verknüpft mit seinem tragischen Ende.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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230

Sonntag, 14. Januar 2018, 10:55

Ich frage mich außerdem, was er denn noch alles hätte singen können? Als er starb, zeichnete sich auf deutschen Bühnen die Hinwendung zu den Originlsprachen ab. Eine typische italienische oder französische Stimme hatte er nicht. Die so genannte Spieloper wurde zurückgedrängt. Was also wäre auf der Opernbühne geblieben für ihn? Ich könnte mir eine ähnliche Karriere wie Werner Hollweg vorstellen. Der Mythos Wunderlich ist eng verknüpft mit seinem tragischen Ende


Ja, lieber Rheingold, die Frage kommt einfach immer wieder!
Darüber habe ich in verschiedenen Beiträgen hier im Forum auch schon geschrieben. Natürlich weiß ich nicht mehr in welchem Thread - es gibt ja etliche Wunderlichthreads. Vielleicht war es aber auch in einem, der sich grundsätzlich mit den Entwicklungspotentialen von Sängern befaßte. Es könnte auch im Zusammenhang der Suche nach dem idealen Lohengrin gewesen sein. Das zu suchen, will ich mir nicht zumuten.

Deshalb nur kurz:
Ich habe Wunderlich in den 50er Jahren gelegentlich und in den 60er Jahren sehr häufig live gehört.
Ich glaube nicht, dass er so bald über das lyrische Fach hinausgegangen wäre. Er hat sich beispielsweise in München massiv dagegen gewehrt den Edgardo zu singen und stand dann lieber als Arturo auf der Bühne - neben dem Edgardo von Georg Paskuda!
Und es gab auch objektive Gründe für seine Zurückhaltung in allen Fragen der Repertoireerweiterung. Einer davon ist die von Dir schon erwähnte Praxis, dass zunehmend die Werke nur mehr in den Originalsprachen aufgeführt wurden. Aber das will ich jetzt nicht noch einmal hier ausführen.
Inzwischen ist die Frage, ob Wunderlich den Lohengrin oder den Stolzing hätte singen können, fast ein Dauerbrenner! Sie wird jedenfalls ständig neu aufgerollt. Erstaunlicherweise ist kaum einer für Argumente offen, vor allem die nicht, die von ihm nur wenige oder gar keine Live-Aufführungen gehört haben. Das allein nach seinen Aufnahmen beurteilen zu wollen, scheint mir absurd!

Wir sollten immer wieder Wunderlich hören und gewiß uns auch gelegentlich über ihn austauschen.
Aber man muß auch in postfaktischen Zeiten nicht immer aufs neue darüber spekulieren, was gewesen wäre, wenn er nicht so früh gestorben wäre.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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