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Davidoff

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Registrierungsdatum: 12. September 2007

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Samstag, 13. Oktober 2007, 15:46

Hans Gál - Das vollständige Werk für Soloklavier

Hans Gál (1890 - 1987) - Das vollständige Werk für Soloklavier

Gáls Werk für Soloklavier umspannt seine gesamte Schaffenszeit, angefangen mit den Drei Skizzen op. 7, der er mit 21 Jahren schrieb, bis hin zu den 24 Fugen op. 108, die er mit neunzig Jahren als letztes Klavierwerk komponierte. Gál selbst sagte, er sei fasziniert "angesichts der unglaublichen Mannigfaltigkeit dessen, was sich zwischen schwarzen und weißen Tasten abspielen kann", und ließ sich in seiner Kreativität gerne von dem Instrument anregen und herausfordern.

Neben den 24 Präludien op. 83 und den 24 Fugen op. 108 sind die Suite op. 24 und die Sonate op. 28 seine umfangreichsten Klavierwerke.

Die faszinierendsten Werke auf dieser Einspielung sind zweifelsohne die zyklischen Kompositionen.

Die 24 Präludien op. 83 verdanken ihre Entstehung einem eher kuriosen Umstand: 1960 musste Gál für zwei Wochen ins Krankenhaus. Zum Zeitvertreib und "um nicht aus der Übung zu kommen", wie er selbst sagt, verordnete er sich, an jedem Tag seines Klinikaufenthalts ein Präludium zu schreiben. Im Verlauf der nächsten Monate wurde der Zyklus erweitert, überarbeitet und vervollkommnet, bis ein vollständiger Satz von 24 Präludien vorlag. Gál selber sagte über die Präludien: "Sie sind Studien in Klavierklang, Klaviertechnik und konzentrierter Miniaturform. Ich hatte, als ich die Stücke schrieb, das gefühl, dass es noch einmal 24 hätten werden können, ohne mich zu wiederholen". Un in der Tat sind sie alles andere als einfache technische Übungen. Alle grundlegenden Elemente von Gáls Stil - melodischer Fluss, formale Klarheit, Humor und Lyrik - sind enthalten, und die Stücke warten mit unterschiedlichsten Stimmungen auf.

Rückblickend betrachtet und angesichts Gáls Liebe zur Musik von Johann Sebastian Bachs war es wohl nachvollziehbar, dass er den 24 Präludien durch eine entsprechende Anzahl von Fugen (24 Fugen op. 108) ergänzen wollte. An diese Arbeit setze er sich allerdings erst rund zwanzig Jahre später, als er sie sich zum eigenen 90. Geburtstag als Geschenk komponierte. Doch im Vergleich zur großen stilistischen Bandbreite der Präludien bestechen diese späten Fugen durch Bach'sche Reinheit und Zurückhaltung. Das soll aber nicht heißen, dass es ihnen an Ausdruck und Wärme fehlen würde - insbesondere die abschließende Fuge mit den Halbton-Dissonanzen zwischen den einzelnen Stimmen wirkt besonders eindringlich und ist auf ihre unsentimentale Art ein bewegender Abschied wie er in der Musik schwer zu übertreffen wäre.



Hans Gál - Das vollständige Werk für Soloklavier

Sonate für Klavier op. 28
Suite für Klavier op. 24
Sonatine C-Dur op. 58 Nr. 1
Sonatine a-moll op. 58 Nr. 2
Drei Skizzen für Klavier op. 7
Drei kleine Stücke für Klavier op. 64
Drei Präludien für Klavier op. 65
24 Präludien für Klavier op. 83
24 Fugen für Klavier op. 108

Leon McCawley, Klavier

AVIE (3 CDs)



Davidoff
Verachtet mir die Meister nicht