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raphaell

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1

Sonntag, 18. März 2007, 18:04

Shostakovich - Klaviertrio Nr. 2 e-moll op. 67

Hallo,

Hier ein Werk der Kammermusik, das mich letzte Zeit sehr beschäftigt:

Shostakovich's Klaviertrio Nr.2 in e-moll von 1944

Ich habe es letztens im Konzerthaus Dortmund erlebt und bin seit dem ziemlich angetan von dem guten Stück. Ich besitze derzeit nur die Naxos-Aufnahme mit dem Stockholm-Arts-Trio. Sie gefällt mir recht gut, dennoch glaube ich, dass noch mehr in dem Werk steckt - Wie ich beim Konzert feststellen musste.

Das Werk ist meines erachtens auch gut für Anfänger in sachen Shostakovich geeignet. Besonders der zweite und vierte Satz sind bisweilen sehr melodiös.
Herrlich auch hier: der für Shostakovich typisch, ironische Baigeschmack.

Das Werk soll angeblich Shostakovich's Anteilnahme und Erschütterung an der Judenverfolgung in Deutschland zum ausdruck bringen. Der letzte Satz bezieht sein Thema aus von einem jüdischen Volkslied.

Ich würde gerne einige Meinungen zu dem wunderbaren Werk hören. Vielleicht gibt es auch noch Empfehlungen bei den Aufnahmen - Ich bin gespannt.

Viele Grüsse,

Raphael

Maik

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2

Sonntag, 18. März 2007, 18:14

Hallo Raphael!

Das ist wahrlich ein ganz tolles Werk! Ich war beim Kennenlernen zunächst auch total erstaunt, wie gut es mir gefiel.
Mit dem ersten Satz hatte ich so teils meine Probleme, aber als dann dieser kurze und knackige zweite Satz kam, da hatte mich dieses Stück voll und ganz in seinen Bann gezogen!

Ich habe es dann eine ganze Weile immer und immer wieder gehört. In den letzten Wochen aber eher weniger bis gar nicht.

Das Trio macht ungemein Spaß und lässt einen auch bei manch 'schrägem' Ton weiter mitgehen, was für mich als kleiner romantiker schon oft etwas schwieriger erscheint. Aber hier spielt das alles irgendwie gar keine Rolle - das ist außenvor.
Vielleicht liegt es eben auch daran, dass gerade die beiden Sätze, 2 und 4, sehr 'leicht' sind.

In meinem Besitz und Eigentum befindet sich die CD mit Makhtin, Berezovsky und Kniazev:



Bin mit dieser auch voll und ganz zufrieden!

Lieben Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

flotan

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3

Sonntag, 18. März 2007, 20:29

Das 2. Schostakowirtsch Trio ist mein Lieblingswerk von diesem Komponisten!
Ich darf in diesem Zusammenhang die Aufnahme von Argerich, Kremer und Maisky ermpfehlen. Eine fantastische Live-Aufnahme gekoppelt mit dem Tschaikowsky Trio- alles in allem eine meiner meistgehörten CDs.
Es gibt aber auch Aufnahmen mit Schostakowitsch am Klavier....

Michael Schlechtriem

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4

Sonntag, 18. März 2007, 20:38

Das 2.Klaviertrio ist in erster Linie dem Andenken an Iwan Iwanowitsch Sollertinskij gewidmet.

Zitat

Das Werk soll angeblich Shostakovich's Anteilnahme und Erschütterung an der Judenverfolgung in Deutschland zum ausdruck bringen

Möglich, daß es ein "verstecktes" zweites Programm gibt, aber dann würde ich doch eher auf den Antisemitismus in Russland tippen.
LG,
Michael

P.S. die Schreibweise Shostakovich ist übrigens ein Anglizismus :stumm: :untertauch: :D
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Humphrey Bogarts letzte Worte.

Barezzi

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5

Sonntag, 18. März 2007, 21:31

Zitat

Original von Michael Schlechtriem
P.S. die Schreibweise Shostakovich ist übrigens ein Anglizismus :stumm: :untertauch: :D


Alder, browosier misch nischt! :rolleyes:
Nö, in Ernst: kyrillisches Original - aber das gibt ja die Software hier nicht her; man kann ja nicht mal Dvorák anständig schreiben, ohne dass DvoYák draus wird... ;(

:hello:
Stefan
Viva la libertà!

Michael Schlechtriem

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6

Sonntag, 18. März 2007, 21:48

Schostakowitsch ist die einzige DEUTSCHE Schraibwaise, damit dat ma klar is :D
Is ja noch verglaichswaise einfach, bei Schchedrin, äh Schtschedrin, wollte sagen Schedrin wird das schon ärger.
Der Artist formerly known as Edwin Baumgartner hat da schon einiges erhellendes zu geprostet.
Angebermodus ein:
Ich habe immer noch mein Plakat vom Konzert in St.Petersburg.
Erstaunlich, wie dort Beetxchoven, Schchuman, Rawstorn gschrieben wird-nämlich genau so.

:hello:
Micha
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
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Barezzi

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7

Sonntag, 18. März 2007, 21:55

Zitat

Original von Michael Schlechtriem
Angebermodus ein:
Ich habe immer noch mein Plakat vom Konzert in St.Petersburg.
Erstaunlich, wie dort Beetxchoven, Schchuman, Rawstorn gschrieben wird-nämlich genau so.


Aber schon auf Kyrillisch oder?
Falls nicht klärt sich´s ja von selbst - mein Kyrillisch kann auch kein normaler Slawe ohne Lachanfall lesen ;)

:hello:
Stefan
Viva la libertà!

Michael Schlechtriem

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8

Sonntag, 18. März 2007, 22:02

Zitat

Aber schon auf Kyrillisch oder?

Ja klar, das sind nur meine eigenen unbeholfenden Übersetzungen.
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
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Michael Schlechtriem

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9

Sonntag, 18. März 2007, 22:21

Zitat

Es gibt aber auch Aufnahmen mit Schostakowitsch am Klavier

Hallo flotan,
das ist mir neu und würde mich sehr interessieren.
Mit wem hat er es eingespielt und-vor allem- wo bekomme ich die Aufnahme?

LG
Michael
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flotan

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Michael Schlechtriem

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11

Sonntag, 18. März 2007, 22:54

Tatsächlich!
Vielen Dank für den Tip!
Kleiner Dank von mir:
"http://www.youtube.com/watch?v=zYOpnq6h_Ms"
Schostakowitsch spielt den Schluß seines 1.Klavierkonzertes!

LG,
Michael
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
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raphaell

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12

Sonntag, 18. März 2007, 23:13

Hallo,

Vielen dank für die Meldungen und für die CD-Tipps...ich werde mir wohl mal noch mindestens eine Aufnahme zulegen.

Die lingusitische Diskussion ist äusserst interessant, jedoch hat sie bei mir keinen Zweck... :wacky:...ich kann (entschuldige vielmals) mir die Schreibweise Russischer Komponisten wie Schostakowitch, Rachmaninoff, Prokovieff und noch schlimmer Katchaturian (?!?) einfahc nicht merken...es gibt ja so ziemlich in jeder Sprache eine eigene Schreibweise...da komme ich leicht durcheinander...Ich weiss allerdings auch, dass bein bei z.B. Wikipedia die korrekte deutsche Schreibweise nachschlagen kann, um sie dann, im falle, dass man sie sich merken kann, anwendet... :D...ICh bin froh, dass ich weiss, wie man die Herren ausspricht...egal...wir wissen um wen es geht...

Einen besonderen dank an dich, Michael, dieses Viedeo ist wirklich sehr interessant!... :]

Viele Grüsse,

Raphael

Michael Schlechtriem

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13

Sonntag, 18. März 2007, 23:26

Lieber Raphael,
das mit dem "Shostakovich" war ja auch nur ein kleiner Seitenhieb zu der aktuellen Anglizismen-Diskussion.
Ich wollte Dich nicht kritisieren :hello:
Freut mich, daß Dir der Videolink gefällt, ich finde das auch sehr interessant-schade, daß sehr viele Aufnahmen dieser Art verloren gegangen,bezw. verbrannt sind.
DSCH muß da so um die 27 Jahre alt gewesen sein.
Das sollten sich alle Pianisten einmal ansehen, die diesen Schluß-eine Persiflage über den"verlorenen Groschen", langsam und bedeutungsschwanger spielen.
Diese Pianisten sind leider in der Mehrheit, und ich habe nie verstanden, warum das oft so wuchtig und langweilig gespielt wird.

Schostakowitsch ist in den Aufnahmen, welche ich von ihm kenne, immer sehr schnell und geradeaus, oft schneller als seine eigenen Metronomangaben(soviel zu einer peinlichst befolgten Metronomangabe), und so sollte es sein, finde ich.

LG,
Michael
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raphaell

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14

Sonntag, 18. März 2007, 23:52

Hallo Michael,

Kein Problem, weiss ich doch...nehm ich auch nicht persönlich! :D
Ich hätte zu historischen Aufnahmen mal generell eine Frage (obwohl sie nicht in diesen Threat gehört):

Ich habe auf WDR3 schon häufiger uralte Aufnahmen mit Saint-Saens am Klavier oder auch von Bartok gehört...teilweise ware die Aufnahmequalität zwar gruselig, doch ich finde das sind hochinteressante dokumente. Gibt es diese historischen Komponistenaufnahmen wohl irgendwo zu kaufen? Würde mich brennend interessieren. Aufnahmen mit Rachmaninoff kenne ich und habe ich auch...das ist aber schon fast nix besonderes mehr... :D...

Viele Grüsse,

Raphael

raphaell

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15

Montag, 19. März 2007, 00:01

Noch ein Nachtrag:

Ich zitiere mal zum Programm des Klaviertrios aus dem Naxos-Booklet:

"...in seinen vier Sätzen schlägt sich denn auch die Trauer und der Schmerz um den verlorenen Freund (Ivan Sollertinski) nieder, aber auch um die Not und das Unglück seiner Zeit, die ja auch eine zeit des Krieges war."

Du hast also Recht Michael; ich hatte das Booklet für den Threat nur noch einmal schnell überflogen und nicht mehr alle Details erfasst...vor allem weil ich mir den englischen Text durchgelesen hatte...sehe grad, dass es den auch in deutsch gibt... :rolleyes:

Weiter heisst es jedoch zum dritten Satz:

"...ein jüdischer Trauermarsch, dessen peinigende Entsetzensschreie das Grauen der Konzentrationslager malen..."

Inwiefern das eine Interpretation Schostakowitsch's selbst oder eine Fantasie des Autors ist, kann ich nicht feststellen.

Viele Grüsse,

Raphael

Michael Schlechtriem

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16

Montag, 19. März 2007, 00:18

Lieber Raphael,

Zitat

Inwiefern das eine Interpretation Schostakowitsch's selbst oder eine Fantasie des Autors ist, kann ich nicht feststellen

Das weis ich auch nicht, aber das hört sich sehr nach einer Fantasie des Autors an.
Ich teile diese Meinung überhaupt nicht, aber es liest sich natürlich toll und paßt auch zur Musik.

Zitat

dessen peinigende Entsetzensschreie das Grauen der Konzentrationslager malen...


Ich bin jetzt mal mutig und behaupte, daß im Leningrad des Jahres 1944 die tatsächlichen Vorkommnisse in einem KZ noch nicht vollständig bekannt waren, wenn überhaupt.

Schostakowitsch hat vor allem immer wieder den Antisemitismus in seiner Heimat an und aufgegriffen, was ihn in arge Bedrängnis brachte.
Ich bleibe dabei, daß Schostakowitsch hier vor allem den Antisemitismus in Rußland darstellt.
Es wird Zeit, das Edwin seinen Rechner hinbekommt, dann wäre dies schnell geklärt.
LG,
Michael
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raphaell

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17

Montag, 19. März 2007, 00:41

Hallo,

Mag wirklich sein...die waren Schrecken der Konzentrationslager wurde ja erst nach deren Befreiung wirklich bekannt. Ich nehme auch an, der Booklet-Autor legt hier ein wenig sehr viel in das Werk hinein. Wie schon gesagt: "Es klingt gut"... :]...und ich hab's ja auch erstmal kritiklos gefressen... :D.

Grüsse,

Raphael

Michael Schlechtriem

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18

Montag, 19. März 2007, 00:51

Zitat

ein jüdischer Trauermarsch, dessen peinigende Entsetzensschreie das Grauen der Konzentrationslager malen

Nach erneutem Überlegen empfinde ich diesen Satz des Booklet-Autors- der ja noch nicht einmal den Namen Iwan Sollertinskij richtig geschrieben hat- nicht nur als falsch, sondern als platt und kitschig.
Gruß,
Michael
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heinz.gelking

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19

Montag, 19. März 2007, 01:34

RE: Shostakovich - Op.67 Klaviertrio Nr.2 in e-moll

Zitat

Original von raphaell
Hallo,

(...)
Ich habe es letztens im Konzerthaus Dortmund erlebt und bin seit dem ziemlich angetan von dem guten Stück.
(...)

Raphael


Hallo,

dann waren wir im selben Konzert, nämlich beim Storionitrio, stimmt's?

Zum Thema Schostakowitsch und die Thematisierung des sowjetischen Antisemitismus in seiner Musik sind die Begleitumstände zur 13. Sinfonie aufschlussreich: http://de.wikipedia.org/wiki/13._Sinfoni…ostakowitsch%29

Grüße,

Heinz

Barezzi

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20

Montag, 19. März 2007, 01:57

Zitat

Original von raphaell
ich kann (entschuldige vielmals) mir die Schreibweise Russischer Komponisten wie Schostakowitch, Rachmaninoff, Prokovieff und noch schlimmer Katchaturian (?!?) einfahc nicht merken...es gibt ja so ziemlich in jeder Sprache eine eigene Schreibweise...da komme ich leicht durcheinander...


Hallo Raffaell(o),

wichtig ist, dass Du weißt, wie man die ausspricht und dann kannst Du Dir denken, wie man sie wo schreibt. Der Pjotr Iljitsch ist z.B. in bella Italia unter dem Pseudonym "Ciaikovski" bekannt :pfeif:
Chatschaturian heißt halt auf Englisch "Khachaturian" (scheint aber auch nicht so eindeutig zu sein...), da die kein "ch" kennen und statt dessen dieses seltsame "kh" setzten (das ja sowieso keine Verwendung im Englischen hat...); "ch" ist im Englischen das "tsch", "sh" eben "sch" - it´s easy, isn´t it? ;)

:hello:
Stefan
Viva la libertà!

a.b.

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21

Montag, 19. März 2007, 14:00

Die Kremer/Argerich/Maisky-Aufnahme finde ich irgendwie nicht zufriedenstellend. Besonders die Freiheiten, Schostakowitsch im Lichte des Tangos zu interpretieren, finde ich irgendwie völlig verfehlt. Wie auch immer...

Ich empfehle die Konzert-Aufnahme mit Lev Oborin, David Oistrach und Svyatoslav Knushevitsky!
:]

Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »a.b.« (19. März 2007, 14:01)


raphaell

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22

Montag, 19. März 2007, 14:12

Hallo Heinz,

Genau in dem Konzert war ich...was'n zufall :D.

@Barezzi: Unbeliveable easy...ich werde mir nächstens mal mühe geben und genau darüber nachdenken, wie man was und wen schreibt...damit das hier in diesem deutschsprachigen Forum alles auchs eine richtigkeit hat... :]...

Viele Grüsse,

Raphael

MStauch

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23

Dienstag, 20. März 2007, 11:05

Ich habe vom Klaviertrio op 67 zwei doch durchaus namhafte Aufnahmen, die hier noch nicht genannt sind.

Nämlich die mit dem Beaux Arts Trio (1989) und die neuere Aufnahme mit dem Trio Wanderer.







Nach Vergleichshören gerade eben: Mir gefällt die ältere Aufnahme mit dem Beaux Arts Trio deutlich besser. Akzentuierter, ausdrucksstärker. Die Dramatik des Stückes wird sehr gut verdeutlicht. Also empfehlenswert. Die Aufnahme mit dem alten Cover ist wohl z.Z. nicht greifbar, es scheint aber eine Neuauflage zu geben.

Mit besten Grüßen

Matthias
Tobe Welt, und springe,
Ich steh hier und singe.

Renua

Schüler

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Registrierungsdatum: 19. Mai 2007

24

Dienstag, 12. August 2008, 23:51

Hallo,

Zitat

Die Kremer/Argerich/Maisky-Aufnahme finde ich irgendwie nicht zufriedenstellend. Besonders die Freiheiten, Schostakowitsch im Lichte des Tangos zu interpretieren, finde ich irgendwie völlig verfehlt. Wie auch immer...

Ja, ich finde sie auch nicht gelungen... Es klingt teilweise sehr holprig und da ich das Werk sehr gut von meinen Eltern kenne, war ich eigentlich von dieser Aufnahme sehr enttäuscht.
Sie noch mit einem Tango zu spielen, ja, typisch Kremer würde ich mal sagen. :D

Zum Klaviertrio:
Inwieweit dieses Trio tatsächlich mit den Massenvernichtungslagern der Nazis zusammenhängt weiß ich nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass im letzten Satz eine Art von Totentanz vorkommt.
Da jedoch bisher über die Entstehungsgeschichte des Trios wenig stand, möchte ich einen Link zu dessen Beschreibung präsentieren:
"http://www.altenbergtrio.at/?site=text&textid=SOS_067"
Darin steht zum Beispiel, dass die Komposition der letzten beiden Sätze zeitlich genau mit der Befreiung der Konzentrationslager Belzec, Sobibor, Majdanek und Treblinka zusammenfällt, also Schostakovitsch schon von den Konzentrationslagern gewusst haben muss...
Auch viele Parallelen mit Ravels Klaviertrio werden gezogen.

Meiner Meinung nach ein wundervolles, interessantes Werk, welches für mich in den Klaviertrios ganz weit oben in der Beliebtheitsskala steht.

lg
Renua
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann...
Das Gegenteil ist schon schwieriger. (K. Tucholsky)

Michael Schlechtriem

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25

Mittwoch, 13. August 2008, 00:07

Zitat

Darin steht zum Beispiel, dass die Komposition der letzten beiden Sätze zeitlich genau mit der Befreiung der Konzentrationslager Belzec, Sobibor, Majdanek und Treblinka zusammenfällt, also Schostakovitsch schon von den Konzentrationslagern gewusst haben muss...

Das ist möglich.
Allerdings sind damals die Bilder und Neuigkeiten nicht in einer solchen Windeseile wie heute üblich verbreitet worden.
Fernsehen, Internet, das alles gab es damals noch nicht.
Tageszeitungen und Telefon natürlich schon.

Man kann nur spekulieren, aber ich persönlich bezweifle, daß Schostakowitsch von Belzec, Sobibor, Majdanek und Treblinka wie sehr viele andere auch wirklich genau wußte, was dort vor sich ging.

Er "kann" es u.U. gewußt haben, aber

Zitat

also Schostakovitsch schon von den Konzentrationslagern gewusst haben muss...
eine solche 100% Überzeugung teile ich nicht.

LG,
Michael
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musicophil

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26

Mittwoch, 13. August 2008, 00:10

Zitat

Original von Michael Schlechtriem
Allerdings sind damals die Bilder und Neuigkeiten nicht in einer solchen Windeseile wie heute üblich verbreitet worden.
Fernsehen, Internet, das alles gab es damals noch nicht.
Tageszeitungen und Telefon natürlich schon.

Es gab aber (Propaganda-)Films.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Michael Schlechtriem

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27

Mittwoch, 13. August 2008, 00:22

Zitat

Es gab aber (Propaganda-)Films.


Richtig.
Ich schließe ja eine gewisse Kenntnis seitens Schostakowitsch nicht aus, und das wäre eine Erklärung, warum er von den KZs gewußt haben kann.

Aber mir ist das irgendwie zu einfach.

Auch die 7. und 13.Sinfonie sind doppelbödiger, was Nazis und die massenhafte Ermordung von Menschen jüdischer Herkunft angeht.

Ich bleibe dabei, daß man nur spekulieren kann.
In dem sehr interessanten Artikel, den Renua gepostet hat, wird ausführlich über die Zusammenhänge mit Sollertinskijs Tod geschrieben.

Mir persönlich reicht der Schmerz über den Verlust eines geliebten Freundes und eine Anprangerung des Antisemitismus völlig aus, um eine Art Totentanz im letzten Satz (Ja, genau so verstehe ich diesen auch) zu erklären.

Daß Schostakowitsch den Antisemitismus in Rußland von Seiten der Russen selber immer wieder angegriffen hat, habe ich ja auch schon geschrieben.

Es kommen da so viele Dinge zusammen, daß man wirklich nur spekulieren kann.

Und die mögliche Kenntnis von Wochenschauen über Belzec, Sobibor, Majdanek und Treblinka wäre ein Mosaiksteinchen für mich, aber nicht die ganze Erklärung, welche nur Schostakowitsch selber wußte.

LG,
Michael
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28

Donnerstag, 14. August 2008, 20:50

Hallo,
um mal wieder zurück zu den Aufnahmen zu finden:

Zitat

Original von a.b.

Ich empfehle die Konzert-Aufnahme mit Lev Oborin, David Oistrach und Svyatoslav Knushevitsky!
:]



Diese Empfehlung von a.b. kann ich voll unterstützen- und sie betrifft nicht nur die Interpretation des Trios von SCHOSTAKOWITSCH, sondern auch die Werke von HAYDN und SCHUBERT!

Allerdings gibt es eine Aufnahme, die ich noch höher schätze:



S. Richter, O. Kagan, N. Gutmann (rec. 1984, live)

Hier im Boklett findet sich übrignds in einem Text von R. Weitzmann folgende Anmerkung zu dem Werk:
"So antwortet S. auf den Tod des...und auf Nachrichten von Konzentrationslagern wie Treblinka, wo SS Wachmänner ihre Opfer gezwungen haben sollen, am offenen Grab zu tanzen." Ich finde dies eine überzeugende Erklärung der Musik.

Gruß pt_concours
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

Michael Schlechtriem

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29

Donnerstag, 14. August 2008, 21:01

Hallo pt_concours,

Zitat

Ich finde dies eine überzeugende Erklärung der Musik.

in der Tat, das ist überzeugend, und deshalb schließe ich mich dieser Meinung nun auch an.

LG,
Michael
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maticus

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30

Freitag, 29. August 2008, 14:21

Ich schätze dieses Werk auch außerordentlich. Besonders ergreifend finde ich den ersten Satz, besonders die ersten Takte sind Ausdruck tiefster Trauer. Und wenn nach dem "Totentanz", der schaurig-schön daherkommt, ein Thema des ersten Satzes wieder aufgegriffen wird.

Mir gefällt die Aufnahme mit dem Beaux Arts Trio.

(Gibt es zwei Aufnahmen? Ich sehe weiter oben eine bei Philips erschienen. Die meine ich nicht. Meine enthält auch das 1. Klaviertrio und die Blok Verse, die Hülle ist fast völlig rot, habe sie jetzt nicht zur Hand. Mag aber sein, dass es sich beim 2. KT um dieselbe Aufnahme handelt.)

Noch eine Anmerkung: Das jüdische Thema wird auch im 8. Streichquartett (2. Satz) zitiert.

maticus