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Pius

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31

Mittwoch, 5. September 2007, 21:01

Achja, wo ich gerade daran denke:

Zitat

Original von Pius
Frage: Gibt es eine Dur-Symphonie älteren Datums als diese, deren Finale in Moll steht?


Das weiß ich immer noch nicht, und es interessiert mich nach wie vor.

Auch sonst ist alles beim alten, den Toscanini mag ich bei der Vierten immer noch am meisten.

Viele Grüße,
Pius.

bachiana

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32

Mittwoch, 18. Februar 2009, 20:44

Ich muss ja gestehen, dass ich mich in den letzten Jahren an der "Italienischen" etwas sattgehört hatte. Meine Billig-CD aus Jugendtagen war schon lange auf den Müll gewandert, aber immer noch war sie durch keine vorzeigbare Aufnahme ersetzt worden. John Eliot Gardiner hätte mich vor ein paar Monaten fast zum Kauf seiner Einspielung verführt, aber dann waren doch wieder andere Anschaffungen wichtiger, und so ziert immer noch keine Aufnahme dieser Symphonie mein CD-Regal.

Da ließ mich heute MDR Figaro (aus einem Autoradio scheppernd) aufhorchen. Wer könnte wohl mit solch einer Brachialgewalt durch den Finalsatz aus Mendelssohns 4. Symphonie hechten (das Orchester scheins an der Grenze seiner technischen Fähigkeiten)? Ich wartete gespannt auf die Ansage und war sehr erstaunt zu erfahren, dass es sich um folgende Aufnahme handelte:



Thomas Fey war mir bisher nur über seine Haydn-Einspielungen bekannt, die in schöner Regelmäßigeit in Form von Ein-Satz-Schnipseln das Nachmittags-Berieselungs-Programm von NDR Kultur bereicherten. Jedenfalls hatte ich nichts an diesen Aufnahmen gefunden, was mir großartig im Gedächtnis hängen geblieben wäre.

Und jetzt sowas? Ich gebe zu, ich bin überrascht.

Ich bin ja noch nicht mal sicher, ob mich das Ganze musikalisch überzeugt hat. Aber es war jedenfalls erfrischend anders (und das muss eine "Italienische" sein, damit ich hinhören mag). Hat hier jemand Erfahrung mit dieser Einspielung und würde seinen Eindruck hier schildern?

Viele Grüße,


Kerstin

Pius

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33

Dienstag, 3. März 2009, 21:01

Hallo Pius!

Zitat

Original von Pius
Achja, wo ich gerade daran denke:

Zitat

Original von Pius
Frage: Gibt es eine Dur-Symphonie älteren Datums als diese, deren Finale in Moll steht?


Das weiß ich immer noch nicht, und es interessiert mich nach wie vor.


Endlich kann ich Dir Deine Frage beantworten. Es gab bereits vorher schon eine solche Symphonie, wie man hier nachlesen kann.
Das Tamino-Klassikforum bildet. :yes:

Viele Grüße,
Pius.

miguel54

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34

Dienstag, 3. März 2009, 23:34

Meine erste Begenung mit der Italienischen war auf der Erstausgabe dieser Aufnahme mit Sir Charles MacKerras, und eine schöne andauernde Liebe zu dieser Symphonie und Mendelssohns Orchestermusik war die Folge:



Kaum zu glauben, dass diese Aufnahme nicht mehr lieferbar ist ...

Danach kam dann Norrington, dessen Aufnahme es noch gibt:



und später die Hanover Band, aber MacKerras gefällt mir nach wie vor am besten. Live habe ich sie in HIP mit Christoph Spering gehört, bei den Eltviller Burgfestspielen - unvergeßlich! Im Sommer im Freien ...

Glockenton

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35

Mittwoch, 9. September 2009, 09:43

Zitat


Original von teleton
Fazit: Die beste Italienische bleibt für mich - Dohnanyi auf Decca !


Hallo teleton,

na also, da sind wir uns ja einig :D

Nach etlichen Vergleichen komme ich auch immer wieder zu diesem Ergebnis, sogar mit einigem Abstand vor anderen, sicherlich auch sehr guten Einspielungen.
Dohnanyi hat hier auch in Sachen Perfektion des m.E. durchaus heiklen Zusammenspiels im ersten Satz hörbar gründlich gearbeitet.

Wirklich "con brio" das Ganze.... :jubel: :jubel: :jubel:

Gruss :hello:
Glockenton
"Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

Joseph II.

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36

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 01:19

Mendelssohns IV. unter Kondraschin 1979

Kennt jemand die Kondraschin-Aufnahme von 1979 mit dem Royal Concertgebouw Orchestra (u. a. hier als offizieller Gratis-Download erhältlich)?

Mir gefällt die Aufnahme sehr gut! Auch technisch durchaus zufriedenstellend.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Michael

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37

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 08:54

Danke Joseph,
habe sie gerade geladen, gebrennt und höre sie nun alle.
Ich mochte die Amsterdamer schon immer besonders, haben einen Klang zwischen perfekt, weich und spontan.

LG Michael

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38

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 10:23

Guten Morgen,

auch bei mir ist diese Sinfonie mittlerweile etwas arg abgenudelt; allerdings kenne ich kaum verschiedene Interpretationen.
In den Ring werfen möchte ich gern folgende Einspielung (Miguel54 hat sie ja bereits kurz erwähnt):


Hanover Band unter Roy Goodman (ich hab sie allerdings seinerzeit mit anderem Cover und anderer Kopplung - Sinf no 4, Klavierkonzert no 1 und dem Violinkonzert - gekauft).

Mir gefällt sie einfach - ganz banal - deshalb so gut, weil ich den Sound der Hanover Band mag - vor allem die Bläserparts. Wie gesagt, ich kenne kaum Vegleichseinspielungen und kann deshalb keinen weiteren Kommentar abgeben. Vielleicht leiste ich mir doch mal den Klemperer...

Grüße aus München

teleton

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39

Mittwoch, 14. November 2012, 12:00

Die beste Italienische ???

Wegen der umwerfenden und kontroversen Kritiken sucht ich seit Jahren die Szell-Aufnahme. Sie wurde nur zu Wucherpreisen gehandelt.

Jetzt habe ich sie endlich:


SONY, 1962, ADD

Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen.
So unsentimental, ja unromantisch, perfekt detailreich und megastraff habe ich die Italienische noch nie gehört als hier mit Szell und dem unglaublich präzisen Cleveland Orchestra. :jubel: Einfach grandios fantastisch !!!

Mein guter nobler Anfang war mit Karajan (DG), der zwar nicht ganz zu langsam ist, aber bei dem das italienische Temperament etwas zu kurz kommt. Sein Interpretationsansatz passt besser zu den Sinfonien Nr.3 und 5.

*** Erst meine für viele Jahre referenzverdächtige und klangstarke Aufnahme mit Dohnanyi (Decca) - siehe beitrag 23, zeigte mir wie Mendelssohns Italienische höchst angemessen klingen muss.

Ausflüge interessieren immer.
So hatte ich bei Bernstein (SONY) allerbestes vermutet. Schlecht ist diese wirklich nicht, aber auch bei ihm erlebe ich erst annähernd im 4.Satz seine Emotionen - vorher ist er mir viel zu langsam unterwegs - siehe Beitrag 28.

Als Solti-Fan darf dieser natürlich nicht fehlen. Würde ich keine Andere kennen, so wäre ich mit Solti (Decca) auf Ewig zufrieden, denn er bietet eine straffe Aufnahme, die von Szell gar nicht als so weit entfernt ist.
:thumbup: Aber die Detailschäfe wie bei Szell, bei der sogar jeder vorher nie gehörte Paukenschlag deutlich zum Vorschein kommt, bietet diesesmal selbst Solti nicht.


:!: Interessant auch die Kritiken, wenn man die beiden CD-Ausgaben anklickt ! Wenn man die 2.SONY-Ausgabe anklickt, lesen wir u.a. die Negativkritik unseres Frank Georg Bechyna (der leider derzeit verstummt ist). Seine Worte kann ich in keinster Weise nachvollziehen; sie stehen gegenüber meinen Eindrücken in vollkommen entgegengesetzter Richtung ... so wie unter Cover 1 zu lesen.

Die Spielzeiten bei Szell: 9:48 - 5:16 - 6:36 - 5:18
Klangeindrücke: Man merkt deutlich, das eine CBS-Aufnahme von 1962 schon weit besser klingt, als noch um 1959-60 mit Szell. Es ist unglaublich gut, was auch klangtechnisch da geleistet wurde. Diesesmal hat Szell auch in dieser Hinsicht die Nase vor Bernstein aus dem Jahre 1967 vorne (sonst ist es meist umgekehrt) !


Die Hebriden-Ouvertüre op.26 mit 10:51 liegt bei Szell auf der gleich Schiene, wie die Italienische. Eine packende TOP-Aufnahme !
Aber besser und feuriger als Bernstein kann man diese warscheinlich nicht mehr dirigieren - mit 9:03. So etwas hätte ich mir von Bernstein für die Italienische gewünscht - aber Szell erfüllt diesen Wunsch !

Ja, die beste Italienische !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

kalli

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40

Mittwoch, 14. November 2012, 15:21

MacKerras lieferbar......

die MacKerras aufnahme habe ich hier gefunden :



auch dohnanyi als GA zumindest gebraucht sehr günstig.


da ich nur abbado habe freue ich mich auf diese alternativen.

danke für die tips!

gruss

kalli

Felix Meritis

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41

Mittwoch, 26. Februar 2014, 23:53

Letzte Zeit habe ich mir einige ältere Aufnahmen der Italienischen zugelegt, darunter Solti, Ormandy und Szell. Meine Prioritäten haben sich dadurch allerdings nicht geändert (Mackerras mit der ursprünglichen Version und Holliger mit der überarbeiteten). Solti ist schon sehr mitreißend (aber wie immer etwas pauschal), bei Szell zerbröselt für mich die Symphonie wegen der kurzatmigen Phrasierungen (ähnlich wie Harnoncourt). Bei Ormandy hört man viel Engagement aber die Tonqualität ist schlecht.

Gombert

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42

Donnerstag, 27. Februar 2014, 03:03

Lieber Felix Merites,

Eine Prorität zugunsten von Mackerras und Holliger ist absolut nachvollziehbar. Szell Phrasierung ist tatsächlich etwas kurzatmig, führt aber mMn nicht zum Zerfall. Ist Szell beinahe zu detailliert-kleinteilig und das Orchester fast übertrieben synchron, ist Ormandy zu undifferenziert und unpräzise. Da würde ich im Zweifelsfall wieder Ormandys Amtsvorgänger präferieren, der ebenfalls "viel Engagement" liefert. [NB: dies gilt übrigens auch für Ormandys Petrouchka-Suite, die tatsächlich mit einem Szell-Feuervogel gekoppelt wurde 8o ]. Mit Blick auf die historischen Aufnahmen möchte ich unbedingt Pius Toscanini-Empfehlung reanimieren. Arturos vielleicht gelungendster Wurf in diesem Repertoire ist nicht zu kleinteilig und mit dem richtigen Transfer immer noch schön transparent. Eine kluge Gesamtdisposition liefert auch der noch unerwähnte Cantelli, mit kleineren Schönheitsfehlern im Detail und too much Vibratooo. Auf Youtube gibt es übrigens P. Järvi zu hören/sehen.
PS: Die Ormandy-Szell-Frage würde ich gerne einmal an geeigneterer Stelle ausfechten! ;)

Felix Meritis

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43

Donnerstag, 27. Februar 2014, 12:35

Lieber Gombert,

vielleicht war "zerfallen" ein etwas zu harter Terminus (im Falle der ebenfalls auf der CD befindlichen Hebridenouvertüre bin ich aber gerne bereit, diesen Vorwurf zu untermauern). Trotzdem, die kurzen Phrasierungen nehmen Mendelssohn jeden Schmelz, und das ist wieder zu viel des Guten. Mendelssohn ist ja nicht Haydn - letzterer macht sich auch als Skelett sehr gut. Für mich ist das jedenfalls nicht das Wahre und bei einem Werk, bei dem es dermaßen viele Interpretationen gibt, die ich bevorzuge, landet Szell dann eben bei mir auf den hinteren Rängen (sein Schumann gefällt mir viel besser, aber da habe ich nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten). Den Vorwurf der mangelnden Präzision kann ich bei Ormandy teilweise schon nachvollziehen. Ich habe auch seine Sommernachtstraummusik, und da gibt es schon immer wieder ein paar Hoppalas. Allerdings ist Mendelssohn für mich auch ein "musikantischer" Komponist, und die Spielfreude der Philadelphians unter Ormandy ist wahrlich erstaunlich.
Toscaninis Mendelssohn habe ich natürlich, und schätze ich auch. Ein wenig grotesk ist vielleicht das Violinkonzert mit Heifetz, aber immerhin mal was anderes. Besser noch als Toscanini gefällt mir aber Munch mit den Bostonern (Italienische und Reformation) - da bleibt kein Auge trocken.

teleton

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44

Sonntag, 28. Februar 2016, 13:18

Die Italienische mit Solti und den Wiener PH und dem Chicago SO

Unsere CD-Suche nach der letzten Solti-Aufnahme auf CD der Beethoven 5 führte mich dieser Tage zur abgebildeten CD mit Mendelsohns Italienischer Sinfonie.

Soltis Aufnahme von 1993 mit den Wiener PH liefert eine rundum und insgesamt eine frisch tempramentvolle Interpretation, die meinem jahrelangen Favorit Dohnanyi / Wiener PH (Decca) bei der Sinfonie Nr.4 nicht nachsteht. Eine LIVE-Aufnahme die rundum zufriedenstellt. Er ist in den Mittelsätzen nicht so behäbig langsam, wie in seiner Studioaufnahme aus Chicago (Decca, 1985, DDD). Trotzdem haben dort für meinen Geschmack die Ecksätze mehr Ausdruck als in Wien. Das liegt offenbar am grossvolumigeren, volleren und ausladenenderen Orchesterklang des Chicago SO.
^^ Man müsste die Vierte mit Solti so auflegen: Die Sätze 1 und 4 aus Chicago - die Sätze 2 und 3 aus Wien.
Spielzeiten Wiener PH 1993 = 9:51 - 5:25 - 6:34 - 5:38
Spielzeiten ChicagoSO 1985 = 10:03 - 6:45 - 7:31 - 5:33

Dohnanyi ist nur im ersten Satz an tempramentvollem Zugriff noch vorzuziehen, bei dem er mit 7:53 auskommt (wobei ich mir jetzt aus dem Gedächtnis heraus nicht sicher bin ob die Zeit an einer Wdh liegt, denn Solti wirkt nicht langsamer).

Bei Mendelssohn merkt man nicht, dass es sich um eine LIVE-Aufnahme handelt - auch kein Applaus am Schluss - sehr gute transparente Klangqualität (noch etwas klarer und besser in der räumlichen Abb als bei der Beethoven 5).


Decca, 1990 (Beethoven), 1993 (Mendelssohn), DDD

Solti - Dohnanyi ... alles höchst angemessene Mendelssohn - Aufnahmen für die Sinfonie Nr.4 mit Hörspassfaktor. Nebenbei gesagt: Karajan ist hier (wohlgemerkt nur bei der Vierten) aus dem Rennen :huh: ...
:thumbsup: Aber keine Frage - mein Favorit bleibt die Unerreichte mit Szell / Cleveland Orchestra (SONY) - siehe auch Beitrag 38, die für mich der "Aufhorcher des Jahres 2012" war. Mehr italienisches Temprament geht nicht ...
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

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45

Sonntag, 28. Februar 2016, 13:50

Die Italienische mit Maazel / Berliner PH

Bei Lorin Maazel gibt es so manches, wo es wirklich etwas zum m eckern gibt, neben Hammeraufnahmen, die man ihm kaum zugetraut hätte.

Heute finde ich in meinem Mendelssohn-Karajan-3CD-Case (DG-GA) eine 4.CD-R bei der ich gar nicht mehr weiss, wo die herkam !?! Offenbar eine ehemalige Leihgabe ...
---> Die Mendelssohn Sinfonien Nr. 4 und 5 mit Maazel / Berliner PH (DG, 1961)

Ich kann meine Eindrücke ganz kurz skizzieren:
Eine ganz exquisite Aufnahme und Interpretation aus Maazels Glanzzeit (als er noch die Berliner PH dirigierte). Ein wunderbare Atmosphäre in den Mittelsätzen, angemessen flotte Tempi.
Die Klangqualität steht den Digitalaufnahmen mit Dohnanyi und Solti aus dem Vorbeitrag so gut wie nicht nach. Im Gegenteil, selbst die Pauken sind weniger unterbelichet als bei diesen !
Spielzeiten: 7:34 - 6:02 - 6:54 - 6.00
Fazit: 8o Ich stelle diesen Maazel-Fund in meiner Gunst gleich hinter Szell ...

Hier habe ich die CD als Abb rausgesucht (ich habe ja das Textheft nicht):

oder auch
DG, 1961, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

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46

Sonntag, 28. Februar 2016, 14:11

Zusammen in dieser Box (finde ich auch überragend!):



:hello:

lutgra

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  • »lutgra« ist männlich

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47

Sonntag, 28. Februar 2016, 14:37

Die Klangqualität steht den Digitalaufnahmen mit Dohnanyi und Solti aus dem Vorbeitrag so gut wie nicht nach. Im Gegenteil, selbst die Pauken sind weniger unterbelichet als bei diesen !
Spielzeiten: 7:34 - 6:02 - 6:54 - 6.00
Fazit: Ich stelle diesen Maazel-Fund in meiner Gunst gleich hinter Szell ..

Die genannten Aufnahmen stehen auch bei mir in der Sammlung, bis auf die Solti, da habe ich eine ganz frühe Stereoaufnahme mit dem Israel PO. Die muss ich mal wieder hören.


  • »Johannes Roehl« ist männlich

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

48

Sonntag, 28. Februar 2016, 15:27

Nahezu alle DG-Aufnahmen des jungen Maazel zwischen ca. 1957 und 67 sind hervorragend und oft in vielen Hinsichten, z.B. Klang und Transparenz mindestens so gut wie etwa Gleichzeitiges mit einem anderen sehr berühmten Dirigenten, der in Berlin für DG aufgenommen hat (nein, nicht der sterbenskranke Fricsay). Am besten gleich die Box kaufen...
Die Aufnahme von Mendelssohns 5. ist seit lange eine Standardempfehlung und die 4. vielleicht nur nicht ganz so häufig empfohlen, weil es viel mehr Konkurrenz gibt als bei der 5.

Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich

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49

Montag, 8. Januar 2018, 16:19

Orchestre de la Suisse Romande/Ansermet (Decca, 1964)

Auch wenn sie als CD nicht erhältlich ist, so möchte ich doch die Einspielung unter Ernest Ansermet erwähnen. Gerade die beiden Ecksätze versprühen eine wundervolle Italianata, sind leicht und federnd gespielt. Die ganze Interpretation atmet eine bezaubernde Leichtigkeit, hat eine sehr schöne Balannce der Stimmen und wirkt wie eines der zarten Aquarelle, die Mendelssohn angefertigt hatte.

[...]

Wenn ich mir den Thread-Verlauf so anschaue: Alfred würde wahrscheinlich viel Vergnügen an der Ansermet-Einspielung haben. Da die aber als CD nicht greifbar ist, überspiele ich sie ihm gerne.



Das ist sehr gut beschrieben, lieber Thomas. Bei mir dreht sich gerade die Scheibe. Mittlerweile ist sie nämlich auf CD erhältlich. Mindestens zwei Forianer besitzen die Aufnahme ebenfalls, wie die Suchfunktion des Forums zu Tage fördert. Norbert war scheinbar begeisterter als Garaguly, dem Ansermets Zugriff etwas zu rau und hart erschien. Es ist tatsächlich ein analytischerer Zugriff als bei anderen Dirigenten, gleichwohl tiefschürfend und nicht seelenlos.

Hier noch einige weitere Informationen:

Spielzeiten: 8:16 - 6:41 - 7:11 - 6:10
Aufnahme: Victoria Hall, Genf, November 1964
Produzent: John Mordler
Tonmeister: James Lock
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Norbert

Moderator

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50

Montag, 8. Januar 2018, 17:25

Lieber Joseph,

der Werbepartner teilt mir gerade mit, dass ich die Aufnahme seit fast vier Jahren besitze.

Ich habe sie zwar lange nicht mehr gehört, aber es ist dem Label "Eloquence" nicht genug zu danken, etliche CDs mit diesem großartigen Dirigenten veröffentlicht zu haben.
Er verstand es wie kaum ein anderer, musikalische Ernsthaftigkeit mit dem Wesensgehalt der jeweiligen Werke, die er gerade dirigierte, zu vereinigen. Er hat niemals wichtige Details zu Gunsten eines schönen Klanges geopfert, aber bei ihm war kein ein "erhobener Zeigefinger" hörbar.

Aber auch diese Doppel-CD sollte ich mir demnächst mal wieder zu Gehör führen...
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

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51

Montag, 8. Januar 2018, 17:29

Ich kenne diese Aufnahme zwar nicht, aber ein generelles Problem etlicher Ansermet-Einspielungen sind die quäkigen Bläser des Suisse-Romande-Orchesters. Manche mögen das anscheinend, aber es ist oft nicht das, was man heute erwarten würde.

Alfred_Schmidt

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52

Montag, 8. Januar 2018, 21:24

Am Montag, dem 16. August 2004 schrieb ich über die damals hogelobte Aufnahme von J. E. Gardiner:

Zitat

Auch die vielgepriesen Gardiner Aufnahme vermag mich nicht zu begeistern. Der Klang ist leicht stumpf und synthetisch, DGG Digital eben.


Seither ist eine lange Zeit verfstrichen. Welchen Stellenwert hat diese Aufnahme HEUTE. und wie beurteilt IHR den Klang.
Wann aber angenommen niemand diese Aufnahme kennt oder besitzt - dann ist das IMO auch eine Aussage....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

teleton

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53

Montag, 8. Januar 2018, 23:19

RE: Gardiner

Alleine von den Spielzeiten her muss das ja eine sehr feurige Aufnahme/Int sein, denn die sind nur wenig langsamer als mein Favorit Szell (SONY).
;) Die Aufnahme dürfte mir liegen !

Gardiner / Wiener PH (DG) = 10:13 - 5:38 - 6:20 - 5:29



Angesichts meiner relativ zahlreichen Mendelssohn-Sinfonien - Aufnahmen der Sinfonie Nr.4 werde ich mir aber den Kauf dieser CD verkneifen:
Dohnanyi (Decca), Solti (Decca 2x), Karajan (DG), Bernstein (SONY) und als absoluter Favorit Szell (SONY) dürften reichen.

Der Beitrag von Josef hat mir den Ansporn gegeben mir nun die Klangstarken und ebenfalls ausgezeichnete Mendelssohn_GA mit Dohnanyi (Decca) zu bestellen (Abb in Beitrag 40) ... ich habe nämlich nur die Decca-Ovation-CD mit den Sinfonien Nr. 3 und 4; ;) statt mir die laut Johannes "quäkigen Bläser" bei Ansermet :D "reinzupfeifen".
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Joseph II.

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54

Donnerstag, 15. Februar 2018, 17:31

Berliner Philharmoniker/Levine (DG, 1988)



Diese DG-Studioeinspielung aus der Jesus-Christus-Kirche, Berlin, 11/1988, wurde von Garaguly ins Spiel gebracht. James Levine dirigiert die Berliner Philharmoniker. Ich kann mich dem positiven Urteil anschließen, das sind wirklich sehr gelungene Aufnahmen. Klanglich ist das tadellos eingefangen und den Karajan-Aufnahmen aus den frühen 70ern überlegen.

Die "Italienische", um die es hier geht, weist folgende Spielzeiten auf:

10:33 - 5:54 - 6:26 - 5:54

Wie bei der "Schottischen" fällt Levine auch bei der "Italienischen" nicht aus dem üblichen Rahmen. Da wird nichts verschleppt und das italienische Feuer kommt besonders im Kopf- und Finalsatz gut herüber.

Schade, dass damals kein kompletter Zyklus entstanden ist.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

nemorino

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55

Donnerstag, 15. Februar 2018, 18:09

Giuseppe Sinopoli / Philharmonia Orchestra London (1983)

Eine Aufnahme, die 1984 erstmals erschien und damals fast hymnisch gepriesen wurde, ist hier noch gar nicht genannt worden. Es gibt sie in zwei Ausführungen:
oder so:

Der so plötzlich während einer Aufführung der "AIDA" in der Deutschen Oper Berlin verstorbene Dirigent war studierter Arzt und Psychologe, und so bietet er eine Art Mendelssohn-Psychogramm mit analytischem Tiefgang. Ohne die lichtdurchfluteten Klänge des Werks zu vernachlässigen, macht er immer wieder unüberhörbar auf die Schattenseiten von Mendelssohn Romantik aufmerksam. Eine große Interpretation, die selbstverständlich auch die Wiederholung der Exposition im Kopfsatz bringt.
Hier die Spielzeiten:
1. Satz: 10.18 / 2. 7.27 / 3. 8.18 / 4. 6.04 Minuten.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

teleton

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56

Donnerstag, 15. Februar 2018, 22:34

Levine / Berliner PH (DG, 1988, DDD) und Vergleiche

Diese DG-Studioeinspielung aus der Jesus-Christus-Kirche, Berlin, 11/1988, wurde von Garaguly ins Spiel gebracht. James Levine dirigiert die Berliner Philharmoniker. Ich kann mich dem positiven Urteil anschließen, das sind wirklich sehr gelungene Aufnahmen. Klanglich ist das tadellos eingefangen und den Karajan-Aufnahmen aus den frühen 70ern überlegen.

Die "Italienische", um die es hier geht, weist folgende Spielzeiten auf:
10:33 - 5:54 - 6:26 - 5:54

Wie bei der "Schottischen" fällt Levine auch bei der "Italienischen" nicht aus dem üblichen Rahmen. Da wird nichts verschleppt und das italienische Feuer kommt besonders im Kopf- und Finalsatz gut herüber.

Hallo Josef, Deinem positiven Hörprotokoll kann ich mich nur anschliessen.
Die DG-CD hat mich nämlich auch dieser Tage als Ergänzung zu meiner Levine-CD-Box erreicht.
*** Levine übertriebt nichts, sondern liefert eine lebendige, schmissige, sinfonisch vollmundige und dem italienischen Temprament höchst angemessene Interpreatation mit der man alleine schon voll zufrieden sein kann.
Das er auch den Spuren seines Lehrers Szells wandelt, kann man in den schnellen Sätzen wahrnehmen - aber Levine ist und bleibt Levine - seine Sicht ist nicht ganz so streng - straff, er bleibt auf dem Teppich. Die Paukenstellen sind präsent, aber unter Szell immer noch prägnanter mit mehr Punch ... was mir natürlich noch besser gefällt.
:thumbup: Er kann sich neben den Besten (die ich kenne und behalten habe) einreihen: Dohnanyi (Decca), Solti (Decca) und meinem Favoriten Szell (SONY).

Ich habe heute einige Passagen in verschiedenen Aufnahmen gehört - Bernstein (SONY) ist mir tatsächlich etwas zu behäbig im 4.Satz, obwohl ich diese Aufnahme insgesamt auch schätze - aber die Klangquali ist zu antiqiert, sodass er für mich beinahe raus fällt - dann Karajan (DG) !
Ich hatte bisher den Eindruck, Karajan würde dem italienischen Temprament nicht gerecht !??! Doch wenn ich den heute gehörten 1. und 4.Satz beurteile, kann ich nur sagen - die Aufnahme hat alles was die Italienische braucht: Einen sehr sinfonischen Klang mit gut positionierten Pauken. :?: Ich weis gar nicht, was ich daran jemals auszusetzen hatte ... nur der digitale DG-Sound ist natürlich bei Levine nicht nur besser, sondern Spitzenklasse.

Gleiche positive Eigenschaften hat auch die auf dieser CD gekoppelte Sinfonie Nr.3 ... Ergebnis: voller Hörspass !


*** Bei mir ist jetzt aber "Schluss mit Lustig" = mehr Mendelssohn - Sinfonien kaufe ich mir jetzt nicht ...
;) aus meiner Sicht nach Szell (für die 4te), Bernstein für die 3te und 5te und den Dohnanyi- und Karajan-GA ohnehin Unsinn !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

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