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  • »Kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 665

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

31

Freitag, 18. August 2006, 13:39

RE: Brahms-Requiem

ja, da gibts diese tollen geigen mit schalltrichter statt korpus!
kagel hat ein stück für diese instrumente geschrieben.

Glockenton

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  • »Glockenton« ist männlich

Beiträge: 1 946

Registrierungsdatum: 27. Juli 2006

32

Freitag, 18. August 2006, 15:18

RE: Brahms-Requiem

Zitat

Original von Kurzstueckmeister

...wie Du das jetzt schreibst, gefällt mir das schon viel besser, nur eines bleibt für mich fraglich:

Zitat

Bei Brahms möchte ich gerne einen warmen und vollen Orchesterklang hören dürfen, der - wie im Falle der Berliner Philharmoniker- auch eine in die Brahmszeit reichende, lebende Tradition hat.

Wer sagt denn, dass die BP in der Brahmszeit so geklungen haben, wie sie viel später geklungen haben? Ich glaube nicht an diese Traditionen, weil die Orchester sich im Laufe der Zeit ändern und somit das späte Klangbild nichts über das frühe aussagt.


Keiner sagt das, ich auch nicht. Die damaligen Herrschaften sitzen heutzutage ja irgendwo anders, jedenfalls nicht mehr an ihren Berliner Orchesterpulten...
Und doch: Es wird von Generation zu Generation etwas weitergegeben, und gerade die BP bemühen sich sehr, dieses auch zukünftig so zu halten.
Das sind ja auch Sachen, die nicht immer rational erklärbar sind.
In der Musikwelt gibt es zum Glück ja noch Bereiche zwischen 0 und 1.

Gestern habe ich mir meine neue DVD "The Berlin Philharmonic Story" angesehen, die ich Dir übrigens sehr empfehlen kann.



Darin äussern die Orchestermitglieder sich in genau diese Richtung.
Einer erzählte sogar, dass der Klang sich deutlich verbesserte, als Furtwängler nur den Raum betrat, während ein anderer Dirigent am Pult stand... =)

Rein subjektiv, schon allein von meinem Gefühl her, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass die BP zur Brahmszeit unter Bülow so geklungen haben, wie man es jetzt z.B. bei Gardiner hören kann.
Objektiv kann man es leider nicht mehr feststellen, da man damals noch nicht in High-End 5.1-SACD und was weiss ich was noch aufgenommen hat.
Mit den genannten Trichtern kämen wir wohl auch nicht weiter... :D

...die sind eben noch nicht auf den Trichter gekommen :D


Gruss
Glockenton
"Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • »Kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 665

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

33

Freitag, 18. August 2006, 16:04

RE: Brahms-Requiem

Zitat

Original von Glockenton
Rein subjektiv, schon allein von meinem Gefühl her, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass die BP zur Brahmszeit unter Bülow so geklungen haben, wie man es jetzt z.B. bei Gardiner hören kann.


Das sei Dir unbenommen. Ich finde den Klang zur Musik sehr passend und das Ergebnis überzeugt mich. Aber natürlich kanns damals auch ganz anders geklungen haben.

Ein recht interessanter Hinweis ist ja doch der auf die Joachimschen Vorschriften, nur wenns die Musik verlange, zu vibrieren. In meiner Kindheit versuchte eine (schlechte) Geigenlehrerin, ein permanentes Vibrato als Ideal mir einzubläuen. Wo kommt das her? Offenbar nicht aus dem Brahmsschen Freundeskreis. Ist das dicke Dauervibrato eine Erfindung der - mal ins Blaue geraten - 1940er Jahre? Kommt das aus der russischen Geigerschule oder woanders her und was haben die, die das erfunden haben, gespielt? Wo passt es zu den gerade aktuellen Kompositionen, die viel gespielt wurden? Richard Strauss? Bartok? Prokofieff? Oder ist es eine nachträgliche Versülzung älterer Musik, als man das Interesse an neuen Stücken verlor?
?(

Glockenton

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  • »Glockenton« ist männlich

Beiträge: 1 946

Registrierungsdatum: 27. Juli 2006

34

Freitag, 18. August 2006, 16:37

RE: Brahms-Requiem

Zitat

Original von Kurzstueckmeister

Ein recht interessanter Hinweis ist ja doch der auf die Joachimschen Vorschriften, nur wenns die Musik verlange, zu vibrieren. In meiner Kindheit versuchte eine (schlechte) Geigenlehrerin, ein permanentes Vibrato als Ideal mir einzubläuen. Wo kommt das her? Offenbar nicht aus dem Brahmsschen Freundeskreis. Ist das dicke Dauervibrato eine Erfindung der - mal ins Blaue geraten - 1940er Jahre? Kommt das aus der russischen Geigerschule oder woanders her und was haben die, die das erfunden haben, gespielt? Wo passt es zu den gerade aktuellen Kompositionen, die viel gespielt wurden? Richard Strauss? Bartok? Prokofieff? Oder ist es eine nachträgliche Versülzung älterer Musik, als man das Interesse an neuen Stücken verlor?
?(


Das ist schon interessant. Seit meiner Jugend wettere ich wo ich nur kann gegen das fürchterliche Dauervibrato und finde mich hier schon fast als Vertreter der "Gegenseite" wieder 8o ...so kann es einem gehen.
Im Harnoncourt-Thread habe ich im Zusammenhang mit der Barockmusik geschrieben:

Zitat

Selbstverständlich ist ein monotones Dauervibrato immer absolut falsch und stilwidrig. Ich plädiere für einen dosierten und sehr bewussten Einsatz dieses starken Stilmittels. Bei starken Affekten kann es entweder komplett weggelassen werden, um einen scharfen Akkordklang zu erzeugen, oder aber ein Instrumentalist benutzt bewusst auf einem Ton ein sehr starkes "Panikvibrato".


Für Brahms möchte ich es nicht als seltene Verzierung sehen, wie etwa bei den französischen Gambisten.
Deine Fragen kann ich nur spekulativ beantworten - ich tippe auf russische Geigenschule.

Möglicherweise können uns andere helfen ?

Vielen Dank auch für den sehr interessanten Joachim-Hinweis.

Gruss
Glockenton

P.S.: Als Pianist beneide ich Euch Streicher für dieses starke Ausdrucksmittel. Käme ich noch einmal auf die Welt, würde ich Cello lernen!
"Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

salisburgensis

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  • »salisburgensis« ist männlich

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35

Freitag, 18. August 2006, 19:52

Hallo,

wär es möglich, dass das Dauervibrato aus der Salonmusik der 1920er Jahre kommt? Da passt es jedenfalls prächtig.

:hello:
Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

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36

Freitag, 1. September 2006, 20:07

Zitat

Original von BigBerlinBear
Ebenfalls eine schöne und bewegende Aufnahme legt Rafael Kubelik vor,
unprätentiös und sensibel, wild herausfahrend wo nötig, zurückgenommen und verinnerlicht, wo geboten:



Ich habe mir die Aufnahme gerade zugelegt und kann BBBs Meinung bestätigen.

Was mich besonders an dieser Live-Einspielung begeistert, ist die wunderschöne Abstufung der verschiedenen Stimmhöhen im Chor und die sehr differenzierte Behandlung der Sprache -sowohl in der Differenzierung, Phrasierung und Textverständlichkeit.

Im 2. Satz wird endlich einmal "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras" und nicht "Denn alles Fleisches ist wie Gras" gesungen.

Beide Solisten fügen sich igs. gut in das positive Gesamtbild ein, wenngleich Edith Mathis leichte Höhenprobleme erkennen läßt und Wolfgang Brendel in der Tiefe etwas Stimme vermissen läßt.

Immer wieder bin ich begeistert von der Spielkultur des SOs des Bayer. Rdfs bei Live-Aufnahmen unter Kubelik. Er formte das Orchester in seiner Amtszeit zu einem Spitzen-Klangapparat, der keinen Vergleich in der Welt zu scheuen brauchte.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

ThomasBernhard

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37

Mittwoch, 13. Dezember 2006, 15:01

Hallo,

nachdem ich heute angeregt wurde, mal wieder Solti (1978, Decca) und Karajan (1964, DG) querzuhören, bin ich nach einiger Abstinenz mal wieder auf den Geschmack gekommen. Herreweghe wird vielleicht noch irgendwann angeschafft werden müssen.

Dabei fiel mir auf, daß es da auch noch Levine gibt. Kennt die Aufnahme jemand und hat eine Meinung dazu? Sind ja vielversprechende Mitwirkende...



und wie stehts mit Kempe/EMI ? Und Lehmann/DG und Schuricht/Hänssler ?
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hemmi

Schüler

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38

Mittwoch, 13. Dezember 2006, 23:14

Hallo ThomasBernhard und alle anderen Forianer/innen,
ich kenne nur die Kempe-Aufnahme.
Sie hat natürlich die Aufnahme-Qualität der frühen Fünfziger.
Das von Kempe vorgegebene Tempo ist langsam. Ich habe so gesehen Zweifel, dass Du Sie mögen würdest...

Liebe Grüße
hemmi (Bernd Hemmersbach)

ThomasBernhard

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39

Mittwoch, 13. Dezember 2006, 23:20

Zitat

Original von hemmi
Ich habe so gesehen Zweifel, dass Du Sie mögen würdest...


Hallo Hemmi,

Nein, Geschwindigkeit an sich ist kein Problem oder Kriterium für mich. Zwar find ich die Sinopoli-Aufnahme langweilig und träge vor sich hin wabernd, aber heute Nachmittag hörte ich Celibidaches Mitschnitt von 1981, der naturgemäß noch viel langsamer unterwegs ist (hab die Doppel-(!)-CD jetzt grad nicht im Zimmer, sind glaub ich an die 86 Minuten), aber das hat mich umgehauen. So perfekt und intensiv...! Hochspannungsmusik im Zeitlupentempo. Muß ich mir die nächsten Tage mal wieder mit Celibidache anhören. Es lohnt sich.

:jubel: :jubel: :jubel:

Sopran: Arleen Augér
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ThomasBernhard

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40

Freitag, 15. Dezember 2006, 00:47

Und abermals bin ich falschen Hörerinnerungen/einschätzungen aufgesessen.
Da hab ich die letzten Tage die Sinopoli-Aufnahme madig gemacht, da ich sie zäh und langweilig und unpräzise in Erinnerung hatte - heute hab ich sie quergehört und konnte nichts finden, was meinen Unmut erregte. Vor allem die Klangqualität ist doch gut - ich hatte die Aufnahme als sehr schwammig in Erinnernung.... ?(

Also, nix für ungut, Herr Sinopoli.
Möchte Bewunderern von Lucia Popp und der Tschechischen Philharmonie diese Aufnahme nicht abspenstig machen!



:O :untertauch:
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Accuphan

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41

Sonntag, 29. April 2007, 15:21

Brahms Requiem - Rattle

Hallo zusammen,

hat noch jemand das Brahms Requiem mit Rattle gekauft?
(oder vielleicht sogar live gehört?)

Ich hoffe, daß das Einfügen des Bilds klappt - das raffe ich irgendwie nie...;-) :



Die Aufnahme ist gerade an meinen Vater verliehen, ich habe sie erst einmal gehört und muß nun trotzdem etwas dazu loswerden:
Riesen Hype auf der Website, tolles Werk, toller Dirigent, hohe Erwartungen an eines meiner Leib und Magen-Stücke.
Was kommt? Gut aufgenommen, gut gespielt, mit einem phänomenalen Chor - und miserablen Solisten!
Hilfe!!! Was soll das? Über Tempi will ich nichts sagen. Aber muß denn Sir Simon seinen Freund Thomas Q. zu diesem Stück einladen?
Hatte dieser einen schlechten Tag?
Ist was dran am Gerede über seine nachlassenden stimmlichen Qualitäten, die sich hier deutlich zeigen?
Röschmann? Warum??? Was ist mit Stimmen wie Ziesak & Co.? Wo sind die Damen, die mit weniger Vibrato und mehr Innigkeit "trösten" können?

Ich bin vom Chor begeistert und von den Solisten völlig enttäuscht. Sehr schade!

Und ich bin gespannt, ob denn die DGG mit Thielemann eine Aufnahme macht. Wie ich bei Tamino a.a.O. gerade las, macht er das Stück mit den Münchner Phil., Schäfer (unser Frankforder Mädsche) und Gerhaher. Da bin ich mal gespannt.
Macht zwar keinen Sinn, dieses Werk in kurzem Abstand zweimal zu veröffentlichen, aber das machen gerade die Majors ja gerne immer mal wieder...

Wie kommt denn das Opus 45 in Euren Ohren an?

Meine Lieblingsaufnahmen bislang möchte ich auch noch erwähnen:
Rilling, Arleen Auger, Robert Holl. RSO Frankfurt, 1982 (?) - existiert privat auf Band.
Blomstedt, Norberg-Schulz, Holzmair. SFS, Decca, 1995
Gardiner, Margiono, Gilfrey. ORR, Philips, 1991

Beste Grüße

Accuphan
(gut stimmen!!)

wolkenstein

Fortgeschrittener

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Registrierungsdatum: 27. April 2007

42

Montag, 30. April 2007, 20:48

Letzte Woche ist diese CD in mein Regal
geflattert. Ich war begeistert von der Leistung
des Chors und von dem Dirigieren!
Im Übrigen kam mir diese Aufnahme recht traditionell vor.
Bis dato kannte ich Herreweghe`s
"Requiem", sowie die
"klassischen" Aufzeichnungen mit den "Wiener Philharmonikern"
unter Giulini und ... ätsch... Abbado.
Grundsätzlich bin ich für aktuelle Interpretationen,
aber diese /an und für sich nicht übel/ hat mich nicht
überrascht. D. Röschmann war göttlich als "Rodelinda" in M.
Ein Traum!
in the midst of life we are in death.

BigBerlinBear

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

43

Donnerstag, 16. August 2007, 20:36

Was häufig übersehen wird: Das "Deutsche Requiem" ist vor allem ein Chorwerk. Mit der Behandlung des Chores steht und fällt eine Aufnahme dieser Komposition. Fast kein Dirigent von Rang hat es sich nehmen lassen, dieses "berühmte" Werk irgendeinmal eingespielt zu haben; die Ergebnisse jedoch sind gerade bei Dirigenten mit "Namen" meistens eher dürftig.

Nicht empfehlen kann ich deshalb die Einspielungen unter Rattle, Karajan (trotz einer hinreissenden Gundula Janowitz, die den verfehlten Ansatz und den mangelhaften Chor nicht "ausbügeln" kann, Barenboim und Previn.

Meine persönliche Lieblingsaufnahme legte Herbert Kegel mit intersiver Durchdringung und Deutung der Texte vor. Eine wirklich erschütternde
und düstere Darstellung des Werkes, die den Chor zum eigentlichen Handlungsträger macht, gänzlich frei von beliebigen Äusserlichkeiten und billigen Effekten beim "Denn alles Fleisch..."

Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

heldenbariton

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  • »heldenbariton« ist männlich

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Registrierungsdatum: 4. April 2005

44

Freitag, 17. August 2007, 08:24

Meine Lieblingsaufnahme: FURTWÄNGLER, Kerstin Lindberg-Torlind/Bernhard Sönnerstedt
Musikaliska Sällskapetskör/Stockholms Kosertföreningsorkester (1948)
Trotz der minderen Tonqualität ist diese Aufnahme interpretatorisch ein Juwel, da die Ausführenden sehr genau aufeinander eingehen, Furtwängler "at his best".

Sehr gut ist auch die Aufnahme mit Seefried/London unter Bruno Walter
aus N.Y. (1954).

Cheryl Studer/Andreas Schmidt unter Abbado (Berlin, 1992), die ich live erlebt habe, bringen eine sehr verinnerlichte Sichtweise auf das Werk.

:hello:Heldenbariton
Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
GB

Pius

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45

Dienstag, 2. Oktober 2007, 23:04

RE: Brahms-Requiem

Hallo!

Zitat

Original von ThomasBernhard
Kennengelernt habe ich das Brahms-Requiem ja in der Giulini-Aufnahme..
Daher ist sie mir besonders lieb und sie kann sich auch hören lassen (eine besonders bezaubernde Barbara Bonney, Andreas Schmidt singt auch sehr eindrucksvoll,...). Hatte verschiedentlich kritische Stimmen zu dieser Aufnahme gehört, aber mir bleibt sie eine der liebsten.



Du hattest mich ja auf den Geschmack gebracht. Ich halte die Aufnahme auch für sehr gelungen. Was für kritische Stimmen meinst Du?
Jedenfalls ziehe ich diese der anderen Gelblabel-CD von Sinopoli ganz klar vor.

Viele Grüße,
Pius.

Siegfried

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  • »Siegfried« ist männlich

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Registrierungsdatum: 26. Oktober 2005

46

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 10:30

RE: Brahms-Requiem

Mit diesem Werk werde ich mich demnächst sehr intensiv befassen. Es wird als Projekt im neuen Jahr aufgeführt und ich habe eine Einladung, im Chor mitzuwirken. Etwas mulmig ist mir schon vor diesem gewaltigen Opus 45.
:hello:
Freundliche Grüße Siegfried

Chorknabe

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  • »Chorknabe« ist männlich

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47

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 12:00

RE: Brahms-Requiem

Zitat

Original von Siegfried
Mit diesem Werk werde ich mich demnächst sehr intensiv befassen. Es wird als Projekt im neuen Jahr aufgeführt und ich habe eine Einladung, im Chor mitzuwirken. Etwas mulmig ist mir schon vor diesem gewaltigen Opus 45.


Als Chorsänger, der das Werk im zarten Alter von 17 Jahren bereits mitgesungen hat, kann ich Dir sagen, dass Du sicher ganz viel Freude beim Erarbeiten und Aufführen dieses Werkes haben wirst. Es ist vor allem für die Sänger eine beeindruckende Efahrung! Mulmig braucht Dir wirklich nicht zu sein, zumindest nicht vor dem Schwierigkeitsgrad des Chorparts, wohl aber vor den seelischen Abgründen in der Musik :D

Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

Chorknabe

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  • »Chorknabe« ist männlich

Beiträge: 813

Registrierungsdatum: 13. Dezember 2006

48

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 12:04

Zitat

Original von BigBerlinBear
Was häufig übersehen wird: Das "Deutsche Requiem" ist vor allem ein Chorwerk. Mit der Behandlung des Chores steht und fällt eine Aufnahme dieser Komposition.
[..]


Endlich mal jemand der das ähnlich sieht wie ich :) Ich habe schon einige Aufnahmen gehört, doch bislang konnte mich wirklich keine wirklich zufrieden stellen. An manchen Stellen muss der Chor ein unglaubliches pianissimo, auch noch a capelle, hinlegen; an anderer Stelle kerbt die brachiale Stimmesgewalt dem Dirigenten den Scheitel nach.
Diese beiden Extreme zu beherrschen, ist wohl die größte Herausforderung an den Chor.

Danke für den Tip mit der Aufnahme, ich bin gespannt, ob diese mir zu gefallen vermag.

Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

  • »Florian Giesa« ist männlich

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49

Samstag, 6. Oktober 2007, 02:43

Hi!

Auch ich gebe meine Empfehlung ab:



LG Florian

:hello:
Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

Fairy Queen

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50

Samstag, 6. Oktober 2007, 09:38

Ich habe gestern nach erfolgreicher Premiere von J.S.Bachs und John Rutters Magnificat auch erfahren, dass mein Vokalensemble-Chef als nächstes Projekt das Deutsche Requiem auf dem Programm hat. In der Fassung für zwei Klaviere, da das Orchester für unser Budget zu teuer wäre und für einen nciht eben riesgen Chor auch veträglciher scheint. Neben der wirklich anspruchsvollen Partitur wird auch die Sprache für einen frz. Chor nicht eben die geringste Hürde sein. Solidarische Grüsse an alle hiesigen Requiem-Sängner, wir können uns ja ab und an mal austauschen wie es so läuft.....; :pfeif:
Welche Fassung mit Klavieren könntet ihr hier als gute Übe-Fassung für einen Chor zum Einhören empfehlen?
Bei uns gehen nämlcih von unbekannten Werken immer CDs rum und in diesem "deutschen Fall" bin ich sicher erste Adresse bei der Wahl der Version.


Fairy Queen
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pbrixius

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51

Samstag, 6. Oktober 2007, 09:57

Zitat

Original von Fairy Queen
Welche Fassung mit Klavieren könntet ihr hier als gute Übe-Fassung für einen Chor zum Einhören empfehlen?


Liebe Fairy Queen,

im Rondomagazin war eine gute Kritik von der Einspielung unter Equilbey zu lesen



Ich frag mal bei einem Brahms-Spezialisten nach, da kenne ich einen in Detmold ...

Liebe Grüße Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Fairy Queen

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52

Samstag, 6. Oktober 2007, 10:03

Merci! :hello:
Ich glaube , wenn das ein frz. Chor singt, ist es noch ermutigender für meine Kollegen ;):yes:
Die Solisten kenne ich beide live und sie sind sehr gut und der Chor unter Laurence Equilbey ist ohnehin Spitzenklasse. Und dann auc hnoch solche Pianisten..... :jubel:
. Also gibt es offenbar auch im Ausland gute deutsche Requien? :angel:

F.Q.
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53

Samstag, 6. Oktober 2007, 10:11

Zitat

Original von Fairy Queen
Also gibt es offenbar auch im Ausland gute deutsche Requien? :angel:


Liebe Fairy Queen,

o ja - meine Lieblingseinspielung ist übrigens die unter Norrington, mit einem fantastischen Schütz Choir.

Liebe Grüße Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

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54

Dienstag, 27. November 2007, 18:45

Das Totensonntagswochenende hat bei mir deutlich musikalische Spuren hinterlassen.
Ich bin momentan total im Rausch, was das Deutsche Requiem betrifft.

Vor einigen Wochen kannte ich es nur oberflächlich, dann hatte ich die Möglichkeit, es in der Berliner Philharmonie live zu hören (Berliner Bachakademie, Heribert Breuer mit Roman Trekel u.a.).
Einige Tage später habe ich dann meine Sinopoli-Aufnahme wieder rausgekramt, war aber ziemlich enttäuscht ob des Live-Eindrucks, der für mich überwältigend war.

Also musste eine neue Aufnahme ran und für günstig Geld habe ich mir dann Klemperer gekauft.



Die ist zwar auch nicht ganz optimal, aber allemal besser als Sinopoli.
Und jetzt muss ich jeden Tag wenigstens einmal hören und kann mich eigentlich nur niederknieen vor dieser Ausdruckskraft und Schönheit der Musik, die da drin steckt.

Mein absoluter Lieblingssatz seit heute: Denn wir haben hier keine bleibende Statt.
Da ist ja in 10 Minuten Musik alles reingepackt, was geht. Der absolute Wahnsinn. :jubel: :jubel: :jubel:

Jetzt warte ich auf die Gelegenheit, mal in den Kegel reinhören zu können, vielleicht ist das eine Aufnahme, die mich dann zu hundert Prozent zufriedenstellen kann.

Übrigens habe ich heute gelesen, dass der zweite Satz "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras" in seiner Urform das Scherzo der Sonate für 2 Klaviere, die wiederum Vorläufer von Brahms d-Moll-Klavierkonzert war, gewesen ist.

:hello:
Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

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55

Mittwoch, 28. November 2007, 00:41

Wir sind nun mitten in den Requiem-Proben und in diese Musik kann man sich wirklich so richtig reinlegen!
Leider haben meine frz. Sangeskollegen erhebliche Sprachproblem und ich bin derzeit mehr mit Vorsprechen als mit Singen befasst.

Die Accentus-Aufnahme hat mir übrigens überwiegend sehr gut gefallen. Die musikalische Transparenz und Klangschönheit hat einen einzigen Nachteil: es wirkt insgesamt ein bisschen flachbrüstig. Ob das grundsätzlich an der Fassung mit zwei Klavieren oder dem kleinen Ensembe liegt, weiss ich nicht genau. Es ist ein anderer Brahms als der, den ich bisher kannte. Das öffnet die Augen für viel Nuancen, die sonst leicht untergehen, aber es fehlt auch etwas.
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56

Mittwoch, 5. Dezember 2007, 23:10

In der Naxos-Reihe "Brahms - Four Hand Piano Music" ist auch das Deutsche Requiem als Bearbeitung erschienen.



Es ist aber eindeutig nicht mehr als eine interessante Erweiterung der Hörgewohnheiten. Die Dramatik, die ja vor allem in den Chorpassagen steckt, geht hier doch ziemlich unter. Zudem sind die Tempi nicht ganz so zwingend, als dass sie Spannung aufbauen könnten.
Es ist mal was Anderes, jedoch keine echte Alternative zur Originalbesetzung.

Damit soll aber nichts gegen diese tolle Naxos-Reihe gesagt werden, ich halte sie für sehr löblich.

:hello:

Gruß, Peter.


P.S.: Sehe gerade, dass FQ ja mit dieser Fassung probt und zu einem ähnlichen Urteil kommt.
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- Mauricio Kagel

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57

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 06:01

Lieber Peter, ich verstehe nicht ganz: meinst du mit "Original" die Besetzung Orchester, Chor und Solisten und ist auf deiner Cd NUR Piano ohne Gesang?
Soweit ich weiss, hat Brahms selbst ja die Fassung zwei Klaviere, Chor und Solisten autorisiert, sie wäre also auch ein Original. Oder irre ich da nun?

Wieviel von Dramatik durchkommt,hängt sicher auch von der Grösse des Chores ab.
Wobei ich von unserer eigenen Probenarbeit bisher ja nur die Chorpartien kenne, soweit mit den beiden Pianos zu proben, sind wir noch gar nciht.

Fairy Queen
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58

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 06:25

Zitat



Es ist aber eindeutig nicht mehr als eine interessante Erweiterung der Hörgewohnheiten. Die Dramatik, die ja vor allem in den Chorpassagen steckt, geht hier doch ziemlich unter. Zudem sind die Tempi nicht ganz so zwingend, als dass sie Spannung aufbauen könnten.
Es ist mal was Anderes, jedoch keine echte Alternative zur Originalbesetzung.



Lieber Peter,

die Fassung für zwei Klaviere und Chor ist sicher um einiges spartanischer- andererseits:

Wenn Du den entsprechenden Chor hast, entfaltet diese Fassung mindestens ebenso viel Dramatik, zumal viele Details, die sonst untergehen, deutlicher wahrnehmbar sind. So empfand ich es zumindest als ich die Bearbeitung vor einigen Jahren im Konzert hören konnte.

Herzliche Grüße,

Christian:hello: :hello:
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

petemonova

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59

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 16:34

Liebe Maria, lieber Christian.

Auf der Naxos-CD ist ja gar kein Chor vorhanden!
Das Werk ist hier komplett für 2 Klaviere bearbeitet, deshalb kann IMO sich hier keine richtige Wirkung entfalten.
An sich wird hier Chor / Solist und Orchester auf jeweils ein Klavier aufgeteilt, was die ganze Sache zwar klangeinheitlicher macht, aber der Reiz irgendwie verloren geht.

Dass Brahms eine Fassung für 2 Klaviere und Chor autorisiert hat, glaube ich gerne. Er war ja Pianist und wollte vielleicht auch mitspielen(?).


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

Parsif

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60

Freitag, 7. Dezember 2007, 09:13

Hallo Peter,

vielleicht kann ich da diese CD empfehlen:



Dies ist die von J. Brahms bearbeitete
Fassung mit 2 Klavieren statt Orchester
aus dem Jahr 1869.
Besetzung:
Julie Cooper, Eamonn Dougan, Gary Cooper & Christopher
Glynn, The Sixteen, Harry Christophers


Eine sehr beeindruckende Aufnahme, wie ich finde. Sie steht in der Spannung der
Orchesterversion nicht nach. Die Stimmen werden durchhörbarer.
Da ich auch zur Zeit im Requiem Fieber bin und bei mir sehr oft die
Orchesteraufnahme unter Herreweghe läuft, empfand ich obige Aufnahme als angenehme Ergänzung.
Gruß
Rüdiger

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Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.

C.G. Jung

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