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Carola

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1

Dienstag, 14. März 2006, 19:01

Literatur für die Ohren - Hörbücher

Ich gebe zu, Hörbücher wirklich zu schätzen gelernt habe ich erst, seitdem ich schubweise mit Sehstörungen zu kämpfen habe, die mir dann das Lesen sehr anstrengend machen. Aber inzwischen möchte ich sie auch unabhängig davon nicht mehr missen. Es hat eine ganz eigene Schönheit und Intensität, sich richtig gute Prosa oder Lyrik anzuhören und dabei die Blicke schweifen zu lassen - in den Himmel zum Beispiel.

Auf den Geschmack gekommen bin ich mit den von Gert Westphal gelesenen Buddenbrooks. Westphal hat einen großen Teil der Romane und Erzählungen Thomas Manns als Hörbuch eingelesen, unter anderem auch den Doktor Faustus - beide bei der Deutschen Grammophon erschienen:



Diese beiden Hörbücher haben auch den großen Vorzug, in ungekürzter Fassung erschienen zu sein, beim Zauberberg zum Beispiel ist das nicht der Fall und auch sonst bei den meisten Hörbüchern nicht, vor allem natürlich, wenn es um Romane geht. Als Faustregel gilt: Sofern nicht ausdrücklich "Ungekürzte Ausgabe" drauf steht, ist gekürzt worden.

Es gibt auch mehrere von Thomas Mann selbst gelesene Hörbücher, den Tonio Kröger zum Beispiel oder auch - in der "Eloquence" Reihe bei der DG erschienen -die Erzählungen "Das Eisenbahnunglück" und "Das Wunderkind". Thomas Mann liest übrigens seine Texte ganz wunderbar.

Ebenfalls interessant finde ich Hörbücher im Bereich der Lyrik, so besitze ich diese beiden CD´s mit Hilde Domin und Ingeborg Bachmann.



Gerade bei Gedichten kann es sehr aufschlussreich sein, sie vom Autor, von der Autorin selbst vorgetragen zu hören. Das ist dann selbst schon ein Stück Interpretation.

Wie geht es Euch mit Hörbüchern? Welche besitzt Ihr? Oder haltet Ihr nichts davon? Wenn ja, warum nicht?

fragt Carola :hello:
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

Antracis

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2

Dienstag, 14. März 2006, 23:47

Hallo Carola,

ich höre sehr gerne Hörbücher. Allerdings bevorzugt, nachdem ich das Buch schon gelesen habe. Das gilt zumindest für die wirklich großen Werke der Literatur, wie z.B. eigentlich alles von Thomas Mann.

Da höre ich dann gerne Westphal zu, um noch einmal in die Welt des Zauberbergs oder gar die Josephromane einzutauchen. Das überbrückt bei meiner hohen Affinität zu Manns Werk dann die Zeit, bis ich das entsprechende Buch wieder mal in die Hand nehme. :D

Im Moment höre ich gerade Anna Karenina, ebenfalls von Westphal gelesen bzw. eigentlich müßte man ja sagen: gespielt. :)

In der Tat ist es eine sehr schöne Form, auf diese Art Literatur zu genießen, aber wie gesagt: Ich tue mich schwer, so ein Werk neu zu erschließen, da bleibe ich lieber bei den Seiten oder greife zu seichterer , kurzweiliger Literatur wie einschlägigen Krimis.

Gruß
Sascha

tom

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3

Mittwoch, 15. März 2006, 00:44

"Des Dichters oberster Mund" (Gert Westphal/Thomas Mann)!

Gert Westphal ( :jubel: ) hat mir mit seiner unverwechselbaren Stimme die "Buddenbrooks", die ich bis dahin nur als dröge Schul-Pflicht-Lektüre kennengelernt hatte - und damit Thomas Mann - nahegebracht. Seitdem gehört TM zu meinen bevorzugten immer wieder gelesen und immer neu gelesenen Autoren. W's Tod vor zwei oder drei Jahren hat mich seinerzeit tief berührt.

Zitat

Thomas Mann liest übrigens seine Texte ganz wunderbar.

Am besten finde ich seinen "Felix Krull"!

Carola

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4

Mittwoch, 15. März 2006, 09:28

Ja, so geht es mir auch - ich muss das Werk erst gelesen haben, bevor ich es später als Hörbuch anhöre. Aber das ist beim Werk von Thomas Mann kein Problem, dem "verfalle" ich schon seit meiner Studienzeit in regelmäßigen Abständen. Schon allein seine Sprache ist eine solche Wohltat!

Was Westphal angeht, so meinen ja manche, er würde zu viel machen, zu stark dramatisieren also. Aber mir gefällt das sehr gut so, vor allem auch der köstliche Humor in Manns Büchern wird dadurch sehr gut rübergebracht.

Leider gibt es eine meiner liebsten Thomas-Mann-Erzählungen, nämlich "Herr und Hund" nur von Willi Quadflieg gesprochen und dann auch noch stark gekürzt. Quadfliegs Stimme mag ich nicht besonders, eine unerklärliche Abneigung, für die ich kein rationales Argument finde. Und die Stellen, bei denen ich beim Lesen dieser Erzählung unweigerlich Tränen lache, sind in der Hörbuchfassung ausgerechnet rausgekürzt.

Bei 2001 gibt es übriges einen großen Teil der Thomas-Mann Hörbücher deutlich preisreduziert (wenn auch immer noch recht teuer). In deren aktuellem Merkheft habe ich das zwar nicht gefunden, wohl aber über deren Internetseite, dort werden sie aufgelistet, wenn man Thomas Mann eingibt und dann unter der Rubirk "Hörbücher" suchen lässt. Und auch bei Jockers (ebenfalls im Internet .de zu finden) gibt es oft stark preisreduzierte Hörbücher, auch T.M. ist da immer mal wieder dabei.

Anna Karenina als Hörbuch mit Westphal würde mich auch noch reizen, daran hatte ich noch gar nicht gedacht.

Schön dass ich hier nicht die Einzige mit einer Vorliebe für Hörbücher bin.

Es grüßt Euch Carola :hello:

P.S. Eine schöne Seite vom Fischer-Verlag: http://www.thomasmann.de
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

Rocco

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5

Dienstag, 21. März 2006, 16:45

RE: Literatur für die Ohren - Hörbücher

Hallo Carola,

ich halte Gerd Westphal neben Will Quadflieg für den genialsten Erzähler der Schallplatten-Geschichte.

Er verstand es, auch feinste, charakterliche Unterscheidungen der Personen stimmlich so darzustellen, dass es einem nie langweilig wurde. Seine "interpretation" des "Stechlin" beispielsweise ist einfach großartig, aber auch in "Joseph und seine Brüder" wusste er zu überzeugen.

Vielleicht kann sich der ein oder andere noch an die Fernseh-Serie "Wir Deutschen" erinnern, inder Westphal in seiner unnachahmlichen Weise dem Zuschauer und -hörer die deutsche Geschichte nahe brachte. Einfach genial und immer noch sehens- und hörenswert.
Beste Grüße aus Bonn
Matthias

Ich tu', was meine Pflicht gebeut, doch hass' ich alle Grausamkeit (ROCCO)

Carola

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6

Dienstag, 21. März 2006, 21:22

Wenn ich hier in Köln bei 2001 vorbeischaue, gehe ich anschließend immer noch die Straße hoch zu Jokers, nach Büchern und Hörbüchern gucken.

Dort habe ich unter anderem die letzte Thomas Mann Erzählung "Die Betrogene" als Hörbuch gefunden, 2 CD´s, sehr schön gelesen von Inge Keller.



Der Name sagte mir nichts aber die Stimme kannte ich. Im Booklet wird Inge Keller als die "Grande Dame" des Deutschen Theaters beizeichnet. Ich nehme an, dies dürfte das einzige Thomas Mann Hörbuch sein, das von einer Frau gelesen wird.

Unübertroffen ist für mich aber diese CD




Mit Gruß von Carola :hello:
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

Ulli

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7

Dienstag, 21. März 2006, 21:30

Salut,

ich habe mir ja vor einiger Zeit diesen Wieland hier zugelegt:



Noch hatte ich kein Bedürfnis, es zu hören. Wäre es ein Buch, hätte ich es längst [mindestens an-] gelesen.

:hello:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Carola

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8

Dienstag, 21. März 2006, 22:43

Zitat von »Ulli«

Noch hatte ich kein Bedürfnis, es zu hören. Wäre es ein Buch, hätte ich es längst [mindestens an-] gelesen.
Und woran liegt das Deiner Meinung nach?

Vielleicht, weil Du beim Hörbuch hören keine Musik hören kannnst?

fragt Carola :hello:
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

Ulli

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9

Dienstag, 21. März 2006, 22:46

Ertappt. :O
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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tom

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10

Dienstag, 21. März 2006, 23:29

Tja, dann kann man wohl nur empfehlen, daß Du über Deinen Schatten springst, zumal gerade dieses Hörbuch in der Einlesung von JPR äußerst lohnenswert ist.

Ulli

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11

Dienstag, 21. März 2006, 23:41

Salut tom,

Danke für Deinen Ansporn! Aber: Keine Sorge - Schließlich habe ich es mir absichtlich gekauft, da ich das, was ich von Wieland bisher kenne, sehr schätze und es mich im Prinzip auch brennend interessiert. Die Kraft der Musik ist momentan noch etwas stärker... aber ich denke, die Neugierde wird's schon richten!

Cordialement
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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tom

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12

Mittwoch, 22. März 2006, 00:11

Zitat von »Carola«

Und woran liegt das Deiner Meinung nach?

Vielleicht, weil Du beim Hörbuch hören keine Musik hören kannnst?

Wenn es daran läge, was nicht der Fall zu sein scheint, könnte man geneigt sein, Thomas Mann "Der Tod in Venedig" zu empfehlen, weil hierin das Adagietto aus Mahlers 5ter, im Übrigen eingelesen von Will Quadflieg, vorkommt. Erschienen ist diese Produktion bei DGG. M.E. einschränkungslos zu empfehlen.

Danke nochmals, liebe Carola, für diesen Thread.

Andrew

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13

Freitag, 14. April 2006, 13:19

Ein gut gemachtes Hörbuch:

Helene Hanff - Charing Cross Road



Ich habe es als Hörbuch gekauft, aber nun bestelle ich mir auch noch das Buch. (Das Buch zum Hörbuch ...?)

:wacky: Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

Andrew

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14

Freitag, 14. April 2006, 13:21

... und das hier (Brandauer: Mozart) kennen in diesem Forum sicher schon alle ...




... oder?

?( Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

Andrew

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15

Dienstag, 1. August 2006, 17:58

Briefwechsel Max Frisch - Friedrich Dürrenmatt - gelesen von Helmut Griem und Maximilian Schell



Für die Literaturwissenschaftler sicher verzichtbar - dieser Briefwechsel ist unter diesem Aspekt nicht sehr ergiebig, weil er einfach zu wenig Material bietet. Aber dennoch ist er sehr menschlich, witzig, intelligent ...

Freundliche Grüße von der südlichen Nordsee, Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

Paul?

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16

Donnerstag, 17. Mai 2007, 13:27

Hi All :hello:

Ich mag Hörbücher sehr gern!

beruhigt mich beim Autofahren - bin eher einer dieser Fahrer die sich ständig über andere aufregen - das hat mit den Hörbüchern nachgelassen.

allerdings bin ich sehr sauer wenn diese nicht gut gelesen sind oder wenn ich die Stimme nicht ausstehen kann.

so erging es mir erst kürzlich mit einem HB das Mario Adorf las (ich kann mir vorstellen, dass diese Mienung niemand mit mir teilt)

im Allgmeinen lesen Frauen besser - oder anders - sie haben für Paul?s Ohr die angenehmer Stimmfrequenz

in der Wohnung höre ich kein Hörbuch (ausschliesslich im Auto)
und...
... meine Topautoren lese ich trotzdem - da ist das HB nur der Bonus - um nochmal in das Buch einzutauchen

LG Paul? :angel:

Padre

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17

Mittwoch, 6. Juni 2007, 17:37

RE: Literatur für die Ohren - Hörbücher

Hallo Carola,
zunächst habe ich ich mich sehr gefreut, dass du hier die Hörbücher vorstellst.Ich habe selber - mit Ausnahme der Mozartbriefe-, noch keins gehört. Wenn meine Augen schlechter werden sollten, wären Hörbücher eine gute Alternative.
Padre

Der-wonnige-Laller

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18

Donnerstag, 16. August 2007, 12:42

RE: Literatur für die Ohren - Hörbücher



Texte und Gedichte von Hermann Hesse. Gesprochen von Gert Westphal (wem sonst? =)). Sinnvoll und sinnlich begleitet von der New-Age-Gruppe "Between".

:jubel:
Lieben Gruß!

Clemens

************************************

"Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen."

Heliaster

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19

Samstag, 31. Mai 2008, 20:50

Hörbücher

Meine Bisherigen Lieblinge:


(ich habe in der Hörbuchversion nicht gefunden)

"Phantasie ist unser guter Genius oder unser Dämon."
- Immanuel Kant (1724-1804)

pfuetz

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20

Montag, 23. Juni 2008, 18:32

RE: Literatur für die Ohren - Hörbücher

Zitat

Original von Rocco
ich halte Gerd Westphal neben Will Quadflieg für den genialsten Erzähler der Schallplatten-Geschichte.


Verachtet mir Harry Rowohlt nicht!

Sein Winnie Pu ist wohl inzwischen eines der meistverkauften Hörbücher überhaupt. Und klasse ist es obendrein, wie er den Charakteren Stimme leiht.



Dann seine Übersetzungen und auch vorgelesenen Versionen von den Eddie Dickens Trilogien: Das Abstruseste, höchst Köstlichste, was man sich nur denken kann:



Und, ganz groß:



Wer danach keinen Durst hat, dem ist nicht zu helfen.

Oder dieses:



Ihr seht, ich bin Fan von Harry Rowohlt!

Matthias

pfuetz

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21

Dienstag, 24. Juni 2008, 00:30

Und etwas, bei dem ich nicht das Auto verlassen konnte, sondern immer noch sitzen geblieben bin, ist:



Es ist köstlich, wie Hape erzählt, und dabei noch selbstironisch bleibt!

Sehr zu empfehlen!

Matthias

audiamus

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22

Dienstag, 24. Juni 2008, 07:28

Kürzlich wieder ausgegraben und fast bei "Heute gefunden und gelacht" eingestellt:



Wenn man schon kein großer Dürrenmatt-Fan ist, sobald der Autor seinen eigenen Kram mit Menschen-, Engels- und Dungerzeugerzungen liest, könnte man glatt einer werden.
Ein gewaltiger Sprechkünstler mit mehr als liebenswürdigem Lokalkolorit.
Sollte die CD noch irgendwo greifbar sein - greifen!

audiamist
.

"Oh, das schmeckt gut. Danke!" - Johannes Brahms' letzte Worte

Achim

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23

Mittwoch, 12. November 2008, 21:09

Habe gerade mit der günstig erworbenen Hörversion begonnen:



Schon nach der ersten von 6 CD beschlich mich das Gefühl, das wird kein Spaß für mich.
Zum einen ist Wolfgang Niedecken bei BAP gut aufgehoben, aber wirklich kein packender Vorleser, zum anderen ist entweder die literarische Qualität schwach und/oder die notwendigen Kürzungen lassen keine richtige Spannung aufkommen.

Chance vertan :(.

Grüsse
Achim :hello:
De nix hett, de nix tellt

allegro_assai

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24

Freitag, 3. April 2009, 08:45

Hermann Burger: Der Orchesterdiener

Der Orchesterdiener - Theaterstück nach einem Text von Hermann Burger

August Schramm bewirbt sich bei der städtischen Philharmonie um den seit einem halben Jahr verwaisten Posten des Orchesterdieners. Sein musikalisches Analphabetentum ist für ihn die unabdingbare Voraussetzung für die Berufung zum Orchesterdiener. August Schramm wird Ihnen glaubhaft machen, dass der Orchesterdiener hinter der Bühne der einzige Solist ist-, der bei der Aufführung symphonischer Dichtungen mitwirkt: ein Solist im Ertragen von Musik.

Das Stück im Hörbuch:


Ulli

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25

Montag, 14. September 2009, 20:22

Während ich ja (Radio) Hörspiele - besonders Krimis - sehr gerne (aber viel zu selten) höre, bekam ich heute im Autoradio auf SWR2 eine Lesung mit:

Noethen liest Tolstoi: Krieg und Frieden (Folge 72 von 76)

...wohl dieses Pamphlet



Fand ich sehr breit erzählt und die Übersetzung m. E. auch nicht arg gelungen bzw. sehr geschwollen.

'Ich kam wegen Regens zu spät' (frei nachempfundene Textstelle, das Genitiv-des fehlte definitiv) in der wörtlichen Rede... :wacky: Das mag ja literarisch usw. noch so korrekt sein, aber so redet (und redete?) doch wohl niemand?

:hello:

Ulli
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Rienzi

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26

Montag, 14. September 2009, 20:35

Cher Ulli

Krieg und Frieden ist das Werk, das ich gerne in Arztpraxen mitnehmen.
1. Das wirft auf mich das Licht des Gebildeten.
2. Dann versuche ich dem Arzt die überlange Wartezeit dadurch zu beweisen, daß ich vor dem Aufruf bereits auf Seite 569 angelangt bin.

Hören muß ich es nicht auch noch. Wenn, dann einen gewissen Prokofiev.
Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
(aus "Sprechen Sie Fußball?")

Ulli

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27

Montag, 14. September 2009, 21:13

RE: Cher Ulli

Mon chéri Enzi,

ich kannte das Werk vorher garnicht, aber mir ist es allein durch die Nennung der am Gespräch beteiligten Personen(namen) gelungen, den Autor zu erraten.

Was sagst Du nun?

:angel:

Küss die Hand (meine, natürlich)

Ulli
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Gustav

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28

Mittwoch, 13. Januar 2010, 01:07

Ich liebe nicht nur in der Oper große Stimmen:

Marianne Hoppe spricht Andersen, Droste-Hülshoff, Shakespeare - DGG

Marianne Hoppe spricht Kleist: Das Erdbeben von Chili - Orfeo



John Gielgud spricht Wilde: The Importance of Being Earnest - Naxos

John Gielgud: Ages of Men - Naxos

Werner Krauss: Die Verteidigungsrede des Sokrates

Gustaf Gründgens: Faust I. u. II. - DGG


Auch wenn ich hier keine Bilder einsetzen konnte, es gibt alle Aufnahmen noch.

:hello: Gustav
"Gesegnet sei der Gott, der den Frühling und die Musik erschuf." R. Wagner

tom

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Registrierungsdatum: 17. November 2005

29

Sonntag, 18. Juli 2010, 16:11

Zwar kein fiktionales Hörbuch aber dafür Zeitgeschichte aus erster Hand.




Rund 100 Stunden Zeugenaussagen (Auswahl) von Tätern und Opfern als mp3 sind auf der DVD enthalten. Allein die Urteilsbegründung nimmt 10 Stunden in Anspruch. Daneben wird die vollständige Verhandlungsniederschrift nebst Beweismitteln, wie Höß`Ausschwitzerinnerungen oder Buchheims ua Gutachten "Anatomie des SS-Staats" und vieles mehr geboten (bei 2001 für rd. 10 EUR erhältlich).

musikwanderer

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30

Sonntag, 18. Juli 2010, 17:15

RE: Literatur für die Ohren - Hörbücher

Hier wird zwar hauptsächlich über Hörbücher geschrieben, aber ich frage mich, ob der Themenkreis nicht auch die großen Bühnenwerke der Klassiker einbeziehen könnte.

Ich erinnere mich an die Zeit, als die D(eutsche) G(rammophon) G(esellschaft) unter der Rubrik DGG-Literatur berühmte Inszenierungen veröffentlichte. Zumindest einige dieser Veröffentlichungen habe ich auch auf CD erhalten können:

Goethe, Faust, der Tragödie erster Teil
in der Gründgens-Inszenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses mit Paul Hartmann als Faust, Gründgens als Mephisto, Käthe Gold als Margarete, Elisabeth Flickenschildt als Marthe - und viele andere.

Goethe, Faust, der Tragödie zweiter Teil
in der Gründgens-Inszenierung des Hamburger Schauspielhauses mit Will Quadflieg als Faust, Gründgens als Mephisto, Maria Becker als Mutter, Antje Weisgerber als Helena - und viele andere.

Lessing, Nathan der Weise
in der Inszenierung von Karl-Heinz Stroux mit Ernst Deutsch in der Titelrolle, Franz Schaftheitlin als Sultan, Luitgard Im als Recha, Käthe Haack als Daja - und viele andere.

Shakespeare, Hamlet
in der Gründgens-Inszenierung mit Maximilian Schell als Hamlet, Hermann Schomberg als Claudius, Marianne Hoppe als Gertrud, Eduard Marks als Polonius und Gellenbeck, Offenbach, Friedrichsen, Brauer, Brandt, Hinz - und, und, und...

Schiller, Maria Stuart
Aufnahme des Bayerischen Rundfunks (1954) nach der Burgtheater-Inszenierung mit Paula Wessely, Edith Herdeegen, Attila Hörbiger, Erich Ponto, Charles Regnier, Lina Carstens, Solveig Thomas - u.v.a.

Schiller, Wilhelm Tell
Aufnahme des BR von 1951 mit Fritz Benscher, Kurt Stieler, Hans Cossy, Horst Reichel, Albert Hörrmann, Marianne Brandt, Fritz Raspe - u.v.a.

Mörike, Mozart auf der Reise nach Prag
Als Hörspiel mit Musik von Mozart gestaltet mit Mathias Wiemann, Helmut Lohner, Karl Merkatz, Dorit Amann, Liselotte Willführ - u.a.

Bedauerlicherweise hat die DGG diese Serie wohl nicht mehr fort geführt, ich konnte als Interessierter nämlich keine Aufnahmen mehr finden. Aber in Zusammenarbeit mit dem argon-Verlag hat der SWR einige Klassiker, wenn auch stark gekürzt, 2006/2007 herausgebracht:

Büchner, Woyzeck
mit Werner Wülbers als Woyzeck, Sandra Hüller als Marie, Werner Renneisen als Soktor, Bernhard Schütz als Hauptmann, Heinz Schimmelpfennig als Alter Mann - u.a.

Lessing, Emilia Galotti
mit Fritzi Haberland in der Titelrolle, Max von Pufendorf als Prinz Hettore Gonzage, Hans-Michael Rehberg als Odoardo Galotti - u.a.

Kleist, Der zerbrochene Krug in Kooperation mit dem "mdr"
mit Wolf-Dietrich Sprenger als Gerichtsrat, Hilmar Eichhorn als Adam, Winfried Glatzeder als Licht, Jutta Hoffmann als Marthe - u.a.

Schiller, Die Räuber
mit Oliver Stokowski als Karl Moor, Wolfgang pregler als Franz Moor, Hans-Michael Rehberg als Der alte Mooe, Sylvester Groth als Spiegelberg, Frank Stöckle als Grimm - u.a.

Schiller, Kabale und Liebe in Kooperation mit dem "mdr"
mit Birgit Minichmayr als Luise Miller, Andreas Pietschmann als Ferdinand, Walter Kreye als Präsident von Walter, Ilja Richter als Hofmarschall - u.a.

Leider sind diese Schauspiel-Aufnahmen so gekürzt, das sie auf eine CD passen - aber immerhin gibt es sie!!!

Ist hier im Forum jemand, der sich auch für diese klassischen Schauspiele auf CD's interessiert?
.

MUSIKWANDERER