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klingsor

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1

Montag, 27. Februar 2006, 22:43

Ach, unsere geliebten Ohrwürmer ... - Lust oder Frust?

hallo,

wie empfindet ihr, wenn ihr die sog. klassischen ohrwürmer - gibt es eigentlich auch andere :D - hört, also bsp.weise den triumphmarsch aus aida, für elise, den ersten satz aus der mondscheinsonate, die kleine nachtmusik, den jägerchor aus dem freischütz, die beiden brautchöre aus lohengrin und sommernachtstraum etc pp. ...

könnt ihr euch an den stücken noch erfreuen, hört ihr gelangweilt hin, wendet ihr euch voller abscheu ab

und/oder

wie beurteilt ihr den musikalischen wert ... haltet sie sie genauso hoch, wie sie es (evtl.) verdienen, wertet ihr sie autmatisch ab (wie ich früher), oder müßt ihr sie euch wieder 'wertfrei' 'erarbeiten' (so geht es mir zumeist; und dann schätze bzw. liebe ich sie auch wieder...)

:hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

Ulli

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2

Montag, 27. Februar 2006, 22:50

RE: Ach, unsere geliebten Ohrwürmer ... - Lust oder Frust?

Salut,

der musikalische Wert ist absolut da. Trotzdem hängen sie mir zum Hals 'raus.

Über die kleine Nachtmusik hatten wir hier das entsprechende Thema:

Wolfgang Amadeus Mozart: Eine kleine Nachtmusik - Ohrwurm oder Nervensäge ?

und noch so einer [hast Du übersehen]

Ohrwurm aus Italien - Antonio Vivaldi: "Le quattro stagioni"

Man begegnet ihnen zwangsläufig immer wieder - sie sind sozusagen ständige Begleiter. Zum Glück gibt es aber noch viel anderes zu entdecken: Und auch da verstecken sich Ohrwürmer...

Vicente Martín y Solers Arie der Cipringa [pollacca] "La donna ha bello il core“ mit obligatem Violoncello ist so ein Fall... immer und immer wieder: tödlich.

:hello:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

klingsor

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3

Montag, 27. Februar 2006, 22:56

RE: Ach, unsere geliebten Ohrwürmer ... - Lust oder Frust?

hallo, ulli,
den soler kenne ich leider (noch) nicht ... aber du hast mich schon die ganze zeit mit deiner soler-begeisterung neugierig gemacht ..
ich kenne und liebe bislang nur den fandango ...grandios und soo modern ... allerdings habe ich immer wieder das gefühl daß er 'modernisiert' wurde ... die noten sind leider astronomisch teuer , deshalb versuche ich mich an den normalen sonatenm, die auch außerordentlich schön sind ..

ps: ich wollte nicht einen thread über 'bestimmte' ohrwürmer starten, sondern allgemein nachfragen ... falls es aber starke inhaltliche überschneidungen geben sollte, können wirs gerne zusammenlegen ... :rolleyes:

lg :hello:
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klingsor

Ulli

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4

Montag, 27. Februar 2006, 22:59

RE: Ach, unsere geliebten Ohrwürmer ... - Lust oder Frust?

Zitat

Original von klingsor

ps: ich wollte nicht einen thread über 'bestimmte' ohrwürmer starten, sondern allgemein nachfragen ... falls es aber starke inhaltliche überschneidungen geben sollte, können wirs gerne zusammenlegen ... :rolleyes:



Salut,

ich wollte Dir auch bestimmt nicht Deinen Thread streitig machen, sondern lediglich tastenwolfmässig verlinken.

Was, um Himmels willen, ist "fandango" ???

8o

Einer, der sich nicht auskennt.

LG
Ulli
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Alfred_Schmidt

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5

Montag, 27. Februar 2006, 23:00

Hallo

Ich persönlich habe keine Probleme mit den "Ohrwürmern" -gäbe es nur mehr davon.

Gelegentlich muß ja der "Klassik - Aspirant" den Eindruck haben, es wäre etwas "verbotenes" lustvoll zu hören.

Wenn ich dran denke, wie viele Komponisten sich der "Ohrwürmer bedient haben, um beim Publikum zu punkten - und mit welchem Erfolg - dann oute ich mich als ein ausgesprochener Liebhaber von Ohrwürmern.

Jede Zeit hat jedoch ihre Moden - und so wird heute vielfach gepredigt, man müsse sich jene Musik, die man persönlich als abscheulich empfindet "erarbeiten", "Brüche" in Kompositionen , von Generationen von Dirigenten und Interpreten wohlweislich gekittet und geglättet, werden nun mit Gewalt betont - und man ist stolz darauf, wenns unangenehm klingt......

Wenn eine Melodie einen hohen Wiedererkennungswert hat, dan ist das schon von Übel, ist sie noch dazu ei Ohrwurmthema - "ach wie kitschig"
Mein persönliches Credo ist jedoch, daß es hundertmal mehr Ohrwurmthemen gibt, als im allgemeinen bekannt sind....

Ach ja - um die Eingangsfrage zu beantworten:

Ohrwürmer ? -LUST PUR

LG

Alfred

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6

Montag, 27. Februar 2006, 23:05

RE: Ach, unsere geliebten Ohrwürmer ... - Lust oder Frust?

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von klingsor

ps: ich wollte nicht einen thread über 'bestimmte' ohrwürmer starten, sondern allgemein nachfragen ... falls es aber starke inhaltliche überschneidungen geben sollte, können wirs gerne zusammenlegen ... :rolleyes:


ich wollte Dir auch bestimmt nicht Deinen Thread streitig machen, sondern lediglich tastenwolfmässig verlinken.

Was, um Himmels willen, ist "fandango" ???


Klingsor verwechselt hier wohl den Padre Antonio (?) Soler, der einen Satz berühmte Fandango-Variationen mit dem Opernkomponisten Martin y Soler

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
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Ulli

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7

Montag, 27. Februar 2006, 23:13

Salut,

dem Alfred kann ich nur zustimmen. Dennoch hängen mit die von klingsor genannten Ohrwürmer einfach zum Halse heraus - alles in Maßen, nicht in Massen. Jeder Ohrwurm hat seine Zeit, geht, kommt wieder...

Ohrwürmer sind in ihrer Originalfassung alles andere als kitschig. Sie sind, zumeist, ungeplant entstanden - jedenfalls, was deren Existenz als "Ohrwürmer" betrifft. Zufallsprodukte - mit wenigen Ausnahmen gekonnte Absicht [Bravour-Aria ?], teilweise sogar "Nebenwerke".

Was die Ohrwürmer zum Kitsch macht, sind die Medien [Werbung], Handys, Telefone etc...

Dazu gehören sicher auch:

- Bach "Air"
- Elvira Madigan [James Last]
- Walkürenritt
- Wilhelm Tell [Bonanza :D ]
- Tschaikowsky b-moll [Anfang]

und, und, und...

:hello:

Grüßle
Ulli
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klingsor

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8

Montag, 27. Februar 2006, 23:13

hallo, ulli,

der 'fandango' ist eines der großen, höchstvirtuosen der ohnehin schwierigen cembalo(klavier)stücke solers von ca. 12 min. dauer und eines der vielen werke, in denen soler spanische tänze und melodien aufgreift/verarbeitet/erfindet - so aus der erinnerung heraus - , und weist für mein empfinden weiiiiit ins 19.jhd. voraus ... (wenn es, wie gesagt, nicht doch noch aus dem 19. jhd, heraus bearbeitet wurde ...(so wie z.b. glucks iphigenien-ouvertüre bearbeitet von wagner ...) das entzieht sich jedoch meiner kenntnis bislang ...

grandios z.b. von christian zimmermann eingespielt

mein traum ist es noch immer, dies mal spielen zu können ... das reizt mich schon seit 20 jahren ... leider ist es das bekannteste werk solers ..und deshalb hat der verlag entschieden, dies nur als teuerste einzelausgabe herauszugeben .... aber irgendwann wirds mal sein .... :yes:

lg j
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klingsor

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9

Montag, 27. Februar 2006, 23:14

Hallo,

jahrelang hingen mir die Peer Gynt-Suiten zum Halse raus. In den späten siebzigern verging keiner der berüchtigten Norwegen-Dia-Abende meiner Eltern, bei denen das nicht im Hintergrund dudelte - und das hat sich bis heute nicht bei diesen Multimedia-Diashows in allen Mehrzweckhallen des Landes geändert. Und dann läuft das meist noch in dieser Postkarten-Idylle-Version à la Karajan. Ich hatte es wirklich satt.

Bis ich unlängst die Aufnahme mit Öyvin Fjelstad hörte. - Decca, 1958 - Da wurden mir aber sowas von die Ohren weit! Eine Schande, dass diese Aufnahme nicht längst in der Decca-Legends-Reihe auf CD herausgebracht worden ist! Meines Wissens gibt es sie gar nicht auf CD.

[IMG]http://www.audiophile-vinyl.de/images/Grieg, Peer Gynt.jpg[/IMG]

Manchmal kann auch eine bestimmte Aufnahme die Freude an einem Werk wieder neu entfachen.

Gruß
B.
"Once you've seen your face on a bottle of salad dressing, it's hard to take yourself seriously."
Paul Newman

klingsor

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10

Montag, 27. Februar 2006, 23:16

johannes, du hast recht ... ich hatte mich auch schon ein wenig gewundert, daß ich mit dem opern-soler bislang (kenntnismäßig) noch nichts anfangen konnte ... danke für die aufklärung .... :jubel: :hello:

@ulli, ich stimme dir voll und ganz zu ...
pps: auch eine threadzusammenlegung wäre kein problem gewesen ;) :hello:

Bitte KEINE THREADZUSAMMENLEGUNG
LG MOD 001Alfred
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klingsor

Ulli

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11

Montag, 27. Februar 2006, 23:20

Zitat

Original von klingsor
johannes, du hast recht ... ich hatte mich auch schon ein wenig gewundert, daß ich mit dem opern-soler bislang (kenntnismäßig) noch nichts anfangen konnte ... danke für die aufklärung .... :jubel: :hello:


Salut,

Interessante Verwechslung:

Zitat

Atanasio Martín Ignacio Vicente Tadeo Francisco Pelegrin y Soler wurde am 2. Mai 1754 als Sohn des Tenors Francisco Xavier Martín und der Magdalena Soler in Valencia geboren. Zu Lebzeiten wurde er in seiner spanischen Heimat lo Spagnuolo oder im italienisch sprechenden Ausland il Valenziano genannt. Auch bürgerte sich die Abkürzung Martini sehr bald ein, was heute zu Verwechslungen mit Padre Martini oder Jean Martini führt. Oft auch wurden Namen wie Vicente Martínez oder Ignaz Martini kreiert.


Stammt aus diesem Thread:

Mozart und seine Zeitgenossen: MARTÍN Y SOLER, Vicente [1754-1806]

:hello:
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klingsor

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12

Montag, 27. Februar 2006, 23:22

danke, ulli, man lernt nie aus ... das ist ja das schöne ..also, auf zu neuen ufern ... :yes:
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klingsor

Maik

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13

Montag, 27. Februar 2006, 23:50

Hallo,

ich kann mich Barbirolli nur anschließen! Gleiches erlebte ich mit Vivaldis 'Le quattro stagioni'. Man hört ja immer wieder diese eingängigen Auszüge (wenn ich mich nicht irre zumeist aus dem 'Frühling') - eigentlich hat es gereicht, aber innerlich keimte ein Trieb in mir und es wuchs letztlich diese Aufnahme hervor, welche einfach Wunder gewirkt hat! Spritzig und frisch - einfach herrlich:



Carmignola hat mir dieses Werk wieder schmackhaft gemacht.

Ansonsten ist es recht unterschiedlich - immer phasenweise - wie ich Ohrwürmer vertrage.
Aber es kommt auch schon mal alleine darauf an, ob ich sie denn überhaupt auf CD habe und somit hören kann...Jedoch habe ich kein Problem mit diesen bekannten Ohrwürmern - eigentlich stehen sie auch auf meinem Merkzettel, nur werden diese Werke immer etwas weiter nach hinten geschoben...


Liebe Grüße, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Ulli

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14

Mittwoch, 1. März 2006, 23:25

Salut,

gibt es eigentlich eine Unterscheidung zwischen "positiven" und "negativen" Ohrwürmen?

Für mich ist das Wort "Ohrwurm" eher positiv besetzt: Super Musik, die hängen bleibt - die man auch immer wieder hören möchte.

Hingegen gibt es auch so eine Abart von Melodien, die sich - einmal versehentlich gehört [zu sapät geflohen :D ] - TAGELANG im Ohr festsetzen und nerven ohne Ende... sie sind einfach nicht wegzukriegen :kotz:

?(

Gute Nacht
Der Taminowurm
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15

Donnerstag, 2. März 2006, 10:45

Zitat

Original von Ulli
Salut,

gibt es eigentlich eine Unterscheidung zwischen "positiven" und "negativen" Ohrwürmen?

Für mich ist das Wort "Ohrwurm" eher positiv besetzt: Super Musik, die hängen bleibt - die man auch immer wieder hören möchte.

Hingegen gibt es auch so eine Abart von Melodien, die sich - einmal versehentlich gehört [zu sapät geflohen :D ] - TAGELANG im Ohr festsetzen und nerven ohne Ende... sie sind einfach nicht wegzukriegen :kotz:

?(


In dem mir bekannten Sprachgebrauch dominiert die "negative" Verwendungsweise. "Einen Ohrwurm haben" bedeutet, eine Melodie im Ohr (im Kopf?) zu haben, die lange nicht weggeht, völlig unabhängig davon, ob sie einem eigentlich gefällt oder nicht, was dazu führt, dass sie auf die Nerven geht. Wenn man von einer Melodie sagt, sie habe "Ohrwurmqualitäten" meint man damit m.E. auch nur, dass sie sehr einprägsam und eingängig ist, sich leicht festsetzt wie ein Ohrwurm eben. Ob sie gut, schlecht, hübsch, trivial oder was immer ist, ist eine andere Sache.
Aber anscheinend verwenden wir den Begriff nciht alle in diesem Sinne.

viele Grüße

JR
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teleton

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16

Freitag, 3. März 2006, 08:28

Hallo,

Johannes Du hast Recht ein Ohrwurm kann auch negativ sein.
Beispiel: Wenn einem irgenwo eine Popschnulze ans Ohrt kommt und man bekommt diesen "Mist" nicht mehr aus dem Kopf raus.
X( Das ist dann ein "negativer Ohrwurm" !

:] Doch freut man sich immer, wenn positive Ohrwürmer zu hören sind.
Einfach die richtige CD wählen und die Welt ist in Ordnung.
:yes: Es kann nicht genug positive Ohrwürmer geben.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Ulli

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17

Freitag, 3. März 2006, 08:53

"positive" Ohrwürmer...

Salut,

nennen die sich nicht "Evergreens" ?

?(

Ulli
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Wulf

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18

Freitag, 3. März 2006, 11:35

Bei Dussmann stieß ich letztens unweigerlich auf folgende CD:



- eine CD mit 20 Orchesterstücken aus 11 seiner Opern, zu einem dramatischen Zyklus zusammengestellt von Mark Minkowski.

Beim Anhören einer dieser Orchesterstücke (Name und die zu Grunde liegende Oper sind mir leider entfallen) wollte ich meinen Ohren nicht trauen. War das wirklich Musik aus dem Barock?? Ich hätte sie mir genauso in der Klassik oder sogar Romantik angeiedelt vorstellen können. Die Wirkung besagten Orchesterstücks war für mich dermaßen überraschend, daß ich nicht umhin kam, den bei Dussmann schon nächst Wartenden noch ein wenig länger warten zu lassen und dieses Stück wieder und wieder zu hören.
Diese Schwäche meinerseits hat die besonders hinterlistige Ohrwurm-Gattung Gehirnus vernebelus schamlos ausgenutzt und sich nun eine Dauerkarte für die nächsten Wochen in meinem Gehörgang ergattert.
Ob ich das inzwischen noch komisch finde , weiß ich nicht.... :(

LG
Wulf
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Siegfried

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19

Freitag, 3. März 2006, 15:31

RE: Ach, unsere geliebten Ohrwürmer ... - Lust oder Frust?

Ach,hätte doch meine Muse mir einen solchen Ohrwurm eingeflüstert!
Nach der Bohlenschen Vervielfältigungsformel wäre ich aller pekuniären Sorgen für immer entledigt!
Freundliche Grüße Siegfried

Wulf

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20

Samstag, 4. März 2006, 01:30

Hallo Siegfried,

1. nun ja, habe die CD ja nicht gekauft - noch nicht :)

2. Bitte nicht mehr den Namen mit B..... Mir ist schon ganz :kotz:

LG
Wulf.
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Anna-Beate

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21

Freitag, 17. März 2006, 17:10

Hallo,

ich habe es zur Zeit ein wenig mit einem "selbst geschaffenem" Ohrwurm zu tun: Stellen aus dem langsamen Satz von Dvoraks Cellokonzert op.104. Ich habe das in letzter Zeit immer wieder gehört, weil es mich so angesprochen hat. Und da sind einige eingängige, recht melodiöse Teile.
Ich empfinde diesen Ohrwurm als lästig. Und habe daher das Cellokonzert fürrs erste mal wieder beiseite getan.

So allgemeine Ohrwürmer wie Mozarts "Kleine Nachtmusik" gehen mir auf den Geist. Trotzdem werde ich mir mal wieder das Werk als Ganzes anhören; manchmal entdecke ich dann etwas ganz Neues darin und auch der Ohrwurm darin hört sich im Gesamtzusammenhang anders und durchaus wieder ansprechend an.
Anna-Beate

Uwe Schoof

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22

Sonntag, 19. März 2006, 22:56

Hallo,

die Bezeichnung "Ohrwurm" kann ich nur im negativen Sinn empfinden. Selbstverständlich habe ich nichts gegen schöne Melodien (ich suche danach), auch nichts gegen einfache, d.h. einprägsame Musikabschnitte (warum schwer, wenn es einfach geht), aber wenn es ein Ohrwurm wird, ist für mich eine bestimmte Grenze der Einheitlichkeit überschritten. Er lenkt mich dann zu sehr vom Ganzen des Werks ab, er spielt sich zu Lasten des "Rests des Werkes" in den Vordergrund.

Das bedeutet, wenn nach dem Hören eines Werkes ein bestimmter Ohrwurm daraus nicht aus meinem Sinn geht, zeugt dies nicht gerade von Ausgeglichenheit des Werkes, sei es hinsichtlich Melodie, Rhytmus oder was auch immer. Und da die Betrachtung des gesamten Werkes bei mir stets ein unweigerliches Hör und Beurteilungsverhalten ist, bedeutet dies für mich eine wesentliche Qualitätsminderung.

Einige Passagen aus meinen Lieblingswerken, den späten Beethoven-Quartetten, kommen an die Grenze der Ohrwürmelei. Ich liebe sie.

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

Alfred_Schmidt

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23

Donnerstag, 4. Juli 2013, 02:10

Ich finde das Thema passt gut in den Sommer (Ich leide sehr unter der Hitze)
Und es ist vielseitig. Man kann, wie Uwe Schoof es im letzten Beitrag tat, seine Abneigung darüber zum Ausdruck bringen - oder aber auch seine Sucht danach. Und man kann auch - so man Lust hat - seine persönlichen Ohrwürmer hier vorstellen.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Thomas Sternberg

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24

Donnerstag, 4. Juli 2013, 06:08

Einige Passagen aus meinen Lieblingswerken, den späten Beethoven-Quartetten, kommen an die Grenze der Ohrwürmelei. Ich liebe sie.

Kann ich nachvollziehen.
Sie werden aber nie langweilig oder ich werde ihrer überdrüssig, auch, weil ich sie dosiert höre und immer im kompletten Werk. Das relativiert sie und diese Stellen laufen nie Gefahr, ins Banale abzurutschen.
Dank an Beethoven für diese Musik!

Grüße Thomas

Klaus 2

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Registrierungsdatum: 28. Oktober 2011

25

Donnerstag, 4. Juli 2013, 08:51

Ich klatsche dann immer sofort mit - Nein Quatsch.
Ich finde Ohrwürmer haben eine ganz besondere Qualität, denn da sie ja im Kopf schnell präsent sind, kann man sie in bestimmten (z.B. langweiligen) Situationen abrufen. So kann ich dann im Wartezimmer ganz ohne elektronische Hilfe Musik hören.
ansonsten sind es doch die alten Bekannten, wo man sich einfach immer wieder freut, wenn man sie mal wieder trifft und dann noch eine Weile darüber nachsinnt.
Schön, dass es so etwas gibt!
Mein vielleicht kräftigster Ohrwurm ist übrigens die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen.

Tschö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Erich Ruthner

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26

Donnerstag, 4. Juli 2013, 23:50

Meine am häufigsten hervorgeholten Ohrwürmer: Die Arien der Königin der Nacht sowie die Arie des Paul aus der "Toten Stadt". Je nach Stimmung und Lage.
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

Uranus

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27

Freitag, 5. Juli 2013, 10:31

Ohrwürmer - ja gerne!

Ich sehe mich ohnehin eher als Mainstream-Klassikhörer, und als solcher bin ich wahrscheinlich besonders anfällig für Ohrwürmer.

Die vier Jahreszeiten, die Bilder einer Ausstellung, die kleine Nachtmusik, Dvoraks 9., Barbers Adagio for strings, meine heißgeliebten Planeten - ja, immer wieder und immer wieder gerne! Bei solchen Werken bin ich dann besonders interessiert daran, unterschiedliche Einspielungen kennenzulernen und diese auch zu sammeln.

Ich verwende den Begriff Ohrwurm grundsätzlich erst einmal positiv im Sinne besonders einprägsamer, leicht zugänglicher Stücke Musik.

Es gibt aber auch den lästigen Ohrwurm - das ist dann, wenn man das Musikstück eigentlich nicht mag, es aber so eingängig ist, dass man es eine Weile nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Solche Ohrwürmer habe ich persönlich aber bisher nur in der Popmusik kennengelernt - bevorzugt beim unfreiwilligen Hören von WDR2, das bei mir mittlerweile berüchtigt ist, weil es sich aus der aktuellen Musik immer wieder einzelne Stücke heraussucht und die dann wochenlang mehrfach täglich zu Tode spielt. Bei diesen kommt es dann bei mir schnell zum negativen Ohrwurmeffekt.
Herzliche Grüße
Uranus

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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28

Freitag, 5. Juli 2013, 11:26

Die Dosis macht's

Die geliebten Ohrwürmer sind es häufig, die an die klasssiche Musik heranführen. Der erfahrene Musikfreund kann von seinen geliebten Höhepunkten oft gar nicht genug bekommen. Vorsicht -Suchtpotential!
Probleme kann es allerdings auch geben, wenn man sich an dieser Sahne "überfrißt" oder der PartnerIn entnervt zum Wellholz greift,
weil Fritz Wunderlich zum X-ten mal sein "Granada" schmettert, die herzige Anneliese Rothenberger schon wieder "Die letzte Rose" erblühen läßt, "Der helle Spiegel" von Josef Metternich unermüdlich zum Leuchten gebracht wird und Gottlob Frick ständig betont, dass man "In diesen heil'gen Hallen die Rache nicht kennt." (Sarastro hätte Chefvermittler bei der UNO werden sollen.) :hahahaha:
Ohrwürmer sind in gesunden Maßen also positiv - und das herrliche Faszinosum in der Musik.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

9079wolfgang

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29

Freitag, 5. Juli 2013, 11:37

Bei mir gibt es auch eine Menge "Ohrwürmer". Obwohl ich mich bemühe, in meine Opern- und Operettenmusik Abwechslung hineinzubringen, vergleiche ich dennoch oft. Wer singt den "Chapelou" oder den "Lorenzo" besser als Helge Roswaenge; oder die "Lucia" besser als Rita Streich oder Beverly Sills? Aber trotzdem bin ich immer bemüht, auch seltener gespielte Aufnahmen anzuhören.

Zitat

Ohrwürmer sind in gesunden Maßen also positiv - und das herrliche Faszinosum in der Musik.

Hier bin ich der gleichen Meinung wie unser Operus.
W.S.

La Roche

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30

Freitag, 5. Juli 2013, 14:23

Jeder hat seine Ohrwürmer. Meistens Titel, die man beim ersten Hören so in sich aufsaugt, daß sie einem danach nicht aus dem Kopf gehen. Man singt oder pfeift sie, bis der nächste Ohrwurm den alten verdrängt.

Bei mir sind (da ich als Student selbst Tanzmusik machte) auch Titel der U-Musik Ohrwürmer geworden. Elvis "I need your love to night", Johnny and the Hurricans mit dem "Red River Rock", Wanda Jackson mit " Sie träumten nur noch von der großen Welt" uva. sind mir unvergeßlich eingebrannt.

Helge Rosvaenge und "Lodern zum Himmel" (aus persönlicher Erfahrung), der gleiche Sänger mit "di rigori armato" sind meine ersten Opernohrwürmer, viele folgten. Metternichs Spiegelarie oder Valentins Gebet gehören dazu, Wotans Abschied und Feuerzauber, das Finale des Rosenkavalier sowie die Überreichung der silbernen Rose ebenso wie "Und Du sollst mein Gebieter sein" aus der Arabella und Salomes Schlußszene. Und das Tosca-Tedeum. Oft überschneiden sich die Titel in diesem Thread mit den "Gänsehautstellen".

Im sinfonischen Bereich ist es bei mir immer wieder der Sonnenaufgang der "Alpensinfonie", auch der Schluß derselben ab dem Gewitterende. Das Posthornsolo aus Mahlers 3. Sinfonie, der 1. Satz von Bruckners 4., das Andante aus Bruckners 7. (natürlich mit Beckenschlag) ist und bleibt bei mir Lust, auch nach dem 20. Hören in einem Jahr. Ein Ohrwurm besonderer Art ist für mich der Schluß von Mahlers 8. obwohl ich da nicht mitsingen kann. Musik kann unendlich viel Spaß machen.

La Roche
Musik ist eine heilige Kunst