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Blackadder

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61

Montag, 23. Oktober 2006, 11:47

Zitat von »Johannes Roehl«

Bei den ersten 3 Sätzen kann ich das jedoch nicht nachvollziehen, sie gehören zu den überwältigendsten und vollkommensten Sinfoniesätzen überhaupt. (Der ungeheure Einfluß des Werks auf zB Brahms oder Bruckner ist ja ziemlich unabhängig vom Chorfinale oder gar dessen idealistisch-utopischer Konnotation, und die waren ja nicht so blöd, irgendeinen Mist als Vorbidl zu nehmen).

Okay, das erklärt, warum mir Brahms (bis auf die 4.) und Bruckner nichts sagen :yes: Und dass das an mir liegt, muss ich nicht erwähnen... Den "Fantastischen Drei Bs" kann ich nur meine Inkompetenz vor die Füße werfen, was ich nicht mal ironisch meine. Ich schließ dann mal die Tür und gehe wieder ins 18. Jahrhundert zurück :hello:
[COLOR=darkred]Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig[/COLOR]

Robert Stuhr

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62

Montag, 23. Oktober 2006, 12:10

Zitat von »Blackadder«

Ich schließ dann mal die Tür und gehe wieder ins 18. Jahrhundert zurück :hello:

Am besten gleich ins 16. Jahrhundert, in dem Dein Avatar zu Hause ist. Mozart, Haydn, Sammartini, Händel, Telemann, Vivaldi, die Grauns, Scarlatti, die Bach-Sippe usw.usf, sind doch bestimmt auch für Dich zu kompliziert :D
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
Zu füßen gottes, wenn
gott füße hat,
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bach,
nicht
der magistrat von leipzig
(Reiner Kunze, Auf eigene Hoffnung, Gedichte)

Thomas Pape

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63

Montag, 23. Oktober 2006, 12:23

Beethovens 9. gehört für mich zum Grandiosesten, was die Musikgeschichte aufzubieten hat (man beachte bitte: Elativ, nicht Superlativ!). Meine älteste, nur selten gespielte Aufnahme stammt von 1928 (unter Oskar Fried). Sieben Schellacks, die regelmäßig gedreht werden wollen, das macht man nicht allzu häufigt. Folgt Weingartner auf CD (1936). Mein absoluter Liebling bei den Einspielungen ist die Aufnahme von Jascha Horenstein aus 1956. Mit dem Sängerquartett Julius Patzak, Otto Edelmann, Wilma Lipp und Elsabeth Hoengen. Die Aufnahme ist gutes Mono und Horenstein war nun alles andere als ein Exponent von Breitwandtempi. Die Tempi sind straff, die Darstellung, besonders des 2. Satzes ausgesprochen dynamisch und druckvoll. Kein Zerdehnen des wunderschönen 3. Satzes, aber liebevolles, ruhiges Musizieren. Im vierten dann ein wenig Gerumpel bei den Hörnen und dem schwern Blech, aber dann unnachahmlich: Otto Edelmann und sein "Oh Froh-ho-ho-ho-hoiinde.....", die perfekte Stimme und das perfekte Tempo für diesen Einsatz, Julius Patzaks metallischer und nicht mehr ganz junger Tenor sodann und die Damen Lipp und Hoengen, ich wüsste an dieser Aufnahme nichts zu tadeln (stereo ist's leider nicht wiederholt worden). Als CD ist die Aufnahme tatsächlich auch mal erschienen, aber Horenstein erfreut sich in den USA deutlich größerer Beliebtheit als hier in Deutschland (in den Staaten wurde eine Re-Issue CD überschrieben: "The return of Horenstein". Von diesem Meister gibt's tatsächlich einiges zu rühmen), so daß ich über die aktuelle Verfügbarkeit der Aufnahme nichts sagen kann. Ich selbst habe sie -wie kan es anders sein- als LP in den diversen VOX-und Pantheon-Pressungen (ich glaube drei an der Zahl; für Vinyl-Liebhaber: die dt. Pantheon-Pressung klingt tasächlich am besten). Jüngst wurde ein Horenstein-Live-Mitschnitt veröffentlicht, bei dem Patzak gegen Joseph Traxel ausgetauscht wurde, ebenfalls eine formidable Besetzung für den Tenor-Part. Erschienen in einer 11-CD-Box mit Mitschnitten von Horensteins Pariser Rundfunk-Aufnahmen. Aufnahmequalität geht so, die Einspielungen selbst exzellent.

Zurück zur 9.: da hätte ich noch Schuricht auf der Agenda, die bereits besprochenen Klemperer-Einspielung, sowie Friscay und Ansermet. Von den dreien gefällt mir die Ansemet-Einspielung am besten, was sicherlich auch der exzellenten Aufnahmetechnik geschuldet ist. Auch sind Ansermets Tempi durchaus straff, die Aufnahme ist gut durchhörbar und transparent. Das Sängerquartett habe ich jetzt nicht im Kopf, kann's auf Wunsch aber nachtragen. Erinnere es aber als für mich unbefriedigend. Anton Dermota war wohl dabei. Und dann noch: Günter Wand. Aber nicht die bereits besprochene Stereo-Einspielung, sondern die Aufnahme mit dem Kölner Gürzenich-Orchester. Die wäre auch ein lohnende Ergänzung der Sammlung. Das schreibe ich nun aus dem Kopf heraus. Wenn nähere Angaben zu Besetzungen und Orchestern gewünscht werden, liefere ich die gerne nach. Und ach ja: die 1928er Fried-Einspielung gibt's in unterschiedlicher Restaurierungsqualität von verschiedenen Labeln als CD.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

Thomas Pape

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64

Montag, 23. Oktober 2006, 14:52

Nachtrag zur Horenstein-Einspielung von Beethovens 9. Sowohl jpc als auch amzon haben die CD im Programm. Bei jpc kostet sie ca. 20 EUR, bei amazon gibt's sie im marketplace für ca. 11 EUR. Lieferzeit bei beiden bis zu drei Wochen, was meine Vermutung bestätigt, daß die Aufnahme nicht in deutschen Lägern steht. Ärgerlich. Die Box, die ich angesprochen hatte, ist auch bei beiden verfügbar. Sie hat allerdings nur 9 CD's und nicht, wie geschrieben hatte 11. Auch hier lohnt der Preisvergleich.



Referenz an einen grandiosen Dirigenten.
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observator

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Montag, 23. Oktober 2006, 18:01

Zitat von »Blackadder«

Wie ich andernorts schon bekannt habe, kann mich Beethovens Neunte nun gar nicht begeistern. Okay, der Schlußchor ist einigermaßen ergreifend, aber das mehrsätzige und für meinen Geschmack zu vordergründig konstruierte Vorspiel muss meiner Meinung nach nicht sein :untertauch: Wem geht's denn genauso oder ähnlich?


mir. nur umgekehrt.
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Ulli

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66

Montag, 23. Oktober 2006, 19:22

Obsi,

Du bringst Dein Recht auf Deinen herrlichen Ausblick ins Wanken... [man muß sich zwar den Hals verrenken, aber trazom].

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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observator

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67

Montag, 23. Oktober 2006, 19:26

och, dafür liebe ich op126
:hello:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Ulli

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Montag, 23. Oktober 2006, 21:14

Wie? Du gibst Dich mit Bagatellhaftem ab?

;(
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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observator

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69

Dienstag, 24. Oktober 2006, 09:42

...je suis même porté sur la bagatelle :stumm:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Melot1967

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70

Dienstag, 24. Oktober 2006, 16:32

Zitat

Original von observator
och, dafür liebe ich op126
:hello:

Dem kann ich mich voll und ganz anschließen, vor allem nachdem ich sie neulich von Mitsuko Uchida live gehört habe! Schade, dass so viele hustende Ignoranten im Saal saßen.
Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

observator

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71

Dienstag, 24. Oktober 2006, 17:14

dich sollte eigentlich kv527 interessieren! :baeh01:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

georgius1988

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Dienstag, 10. April 2007, 22:36

Liszttranskription für 2 Klaviere

Ich besitze die Neunte in der Liszttranskription in zweierlei Ausführungen: einmal Scherbakov und einmal Katsaris, wobei ich Katsaris klar vorziehe. Allerdings fehlt mir eine Einspielung für 2 Klaviere, da ich irgendwie Defizite im letzten Satz zu Hören glaube, die bei 2 Klavieren behoben werden würden.

Kennt jemand eine Einspielung für 2 Klaviere, die er empfehlen könnte?

LG
Georg
Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

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73

Mittwoch, 11. April 2007, 13:21

RE: Liszttranskription für 2 Klaviere

Hi!

Auch bei dieser symphonie greife ich auf dieses hier zurück: :D



LG florian

:hello:
Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

sagitt

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74

Montag, 4. Juni 2007, 18:37

Furtwängler 1942

Sagitt meint:

Im März 1942 spielten die Berliner unter Furtwängler die neunte Sinfonie (der Film von Szabo über Furtwängler reflektiert dies unter dem Aspekt, ob Furtwängler damit Hitler ehren wollte - taking sides-). Wenn man diese Aufnahme hört, wird man von ihr überrollt. Mit unfassbarer Gewalt wird diese Musik exekutiert, quasi ein Einmarsch in das Gemüt, man hört die mächtigen Pauken im ersten Satz und denkt unwillkürlich an eine Panzerschlacht. So mächtig, fast grausam - Beethoven überlebensgross. Er erdrückt einen, man winselt um Gnade. Furtwängler wählt extreme Tempi, im vierten Satz wird daraus ein wahrer Hexenkessel, mit übergrossem Druck und Wahnsinnstempi. Die Solisten singen um ihr Leben, der Chor schmettert, man assoziiert, die stehen da im Stahlhelm. Ist das schön? Keinesfalls, es ist überwältigend. Die Kraft der Musik Beethovens wird zur Macht, Beethoven ein Heroe, der ins Riesige hineinwächst. Wenn man diesen Furtwängler gehört hat, müssen einem anderen Interpretationen verniedlichend erscheinen, harmlos (für Beethoven-Musik eher ein Todes-Urteil). Anders als Karajan, der die Beethoven-Sinfonien aufbläst und daraus einen hohlen Pomp macht (gerade bei der 9ten in der letzten Version 1982), ist die Interpretation von Furtwängler existentiell. Wird der Grössenwahn der Nazis verherrlicht oder ist es ein Aufschrei gegen das Regime und den schrecklichen Krieg? Mindestens kann die erste Interpretation nicht ausgeschlossen werden. Und dennoch - völlig politisch unkorrekt - sitzt man und hört und hat eine Gänsehaut. Technisch sind diese Aufnahmen unbefriedigend, aber es kommt viel von der gespannten Atmosphäre des Saales herüber. Die Musiker haben die Menschen hörbar in ihren Bann gezogen und manche müssen die übermässige Spannung durch Geräusche abbauen. Fascinierend.

Habe ich als Rezension geschrieben , würde es gerne diskutieren .

Zwielicht

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75

Montag, 4. Juni 2007, 19:06

RE: Furtwängler 1942

Zitat von »sagitt«

Ist das schön ? Keinesfalls, es ist überwältigend. Die Kraft der Musik Beethovens wird zur Macht,Beethoven eine Heroe, der ins Riesige hineinwächst. Wenn man diesen Furtwängler gehört hat, müssen einem anderen Interpretationen verniedlichend erscheinen, harmlos ( für Beethoven-Musik eher ein Todes-Urteil).
Zweifellos ist die Interpretation "überwältigend". Aber Überwältigung kann nicht das ausschließliche ästhetische Kriterium sein, es ist vielleicht eher ein problematisches. Hörer, die das "existentielle Erlebnis", "Überwältigung" etc. a priori als die höchststehende Form von Rezeption feiern, beziehen eine subjektiv gültige, aber nicht zu verallgemeinernde Position. Der gleichen Logik folgen unabhängig von diesem Beispiel musikgeschichtliche Wertungen, die Haydn in Bezug auf Beethoven oder Beethoven in Bezug auf Wagner "harmlos" finden. Furtwänglers (durch die zeitgeschichtlichen Umstände bedingte) radikale emotionale Aufladung ist ein wichtiges Extrembeispiel der Beethoven-Interpretation - aber andere Aufnahmen vermitteln mir ein interessanteres, weil ästhetisch komplexeres Bild der Neunten.


Zitat

Wird der Grössenwahn der Nazis verherrlicht oder ist es ein Aufschrei gegen das Regime und den schrecklichen Krieg ? Mindestens kann die erste Interpretation nicht ausgeschlossen werden. Und dennoch- völlig politisch unkorrekt- sitzt man und hört und hat eine Gänsehaut.
Für die Gänsehaut muss man sich bestimmt nicht verteidigen (die Bezeichnung "politisch unkorrekt" und ihre Verwendung sind eh ein wenig ausgeleiert). Seine überwältigende Wirkung bezieht dieser Mitschnitt nicht weniger aus dem, was man ihm als Rezipient entgegenträgt, als aus dem, was er uns anbietet. Die emotionale Färbung, die Beethoven hier durch Furtwänglers Interpretation erhält, lässt sich m.E. nicht politisch eindeutig dechiffrieren (auch wenn all das, was Du angesprochen hast, mitklingt). Es ist weder ein Nazi-Beethoven noch ein Widerstands-Beethoven - dazu ist (zumindest diese) Musik zu vieldeutig. Über dieses Problem nachgedacht habe ich beim und nach dem Anhören dieser Aufnahme allerdings auch.

Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

sagitt

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Dienstag, 5. Juni 2007, 23:38

RE: Furtwängler 1942

Sagitt meint:

Ich hatte gerade das Kontrastprogramm: Probe der Kammerphilharmonie Bremen, 2ter Satz der neunten Sinfonie, Aufführung morgen in Strasbourg. Alles sehr durchleuchtet, die kompositorischen Feinheiten alle offengelegt.
Instrumental tiptop. Järvi befeuert das Orchester...
Und dann gehe ich nach Hause, höre Furtwängler, und habe eine Gänsehaut...

Barockbassflo

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Mittwoch, 6. Juni 2007, 00:32

Lieber sagitt,

es gibt genau zwei Furtwängler-CDs die ich behalten werde: Beethoven IX 1942 und Beethoven VII 1943.

Eine Klasse für sich, Worte kommen da nicht hin...

:hello:
BBF
"Dekonstruktion ist Gerechtigkeit." (Jacques Derrida)

Siegfried

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78

Samstag, 16. Juni 2007, 17:25



Bei Böhm und den Wienern weiß man, was man hat :jubel: :jubel: :jubel:
Freundliche Grüße Siegfried

Klawirr

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Samstag, 16. Juni 2007, 19:24

Hallo zusammen,

Furtwängler macht die 9. IMO richtig gut - und in der hier von Sagitt und BBF schon angesprochenen Interpretation von 1942 auch irgendwie verstörend. Aber mein Favorit ist dennoch diese hier:



Fricsay mit den Berlinern: schlank, dynamisch, überhaupt nicht glatt und hochglanzpoliert sondern eher ruppig, ja sogar ein wenig barbarisch.

Herzlichst
Medard

Andrew

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Samstag, 16. Juni 2007, 20:25

Hallo Siegfried, Du sprichst mir aus dem Herzen.

Andrew: Unverzichtbare Klassikaufnahmen

Die Klemperer-Einspielung halte ich ebenfalls sehr hoch in Ehren, aber Böhm ist hier für mich ganz oben. Von den HIPs habe ich immer noch keine gefunden, die mich überzeugt. Vielleicht hat ja jemand die zweite Beethoven-Runde von Norrington genauer gehört.

Interessant finde ich, was Medard über Fricsay schreibt. Ich glaube, diese Aufnahme interessiert mich.

Ich werde mir sogar irgendwann die Neunte aus dem ersten Karajkan-Zyklus an Land ziehen. Ich hatte sie früher auf Kassette und habe sie etwa fünftausend mal gehört.


Schöne Grüße, Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

Barockbassflo

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Samstag, 16. Juni 2007, 20:35

Zitat von »Andrew«

Ich werde mir sogar irgendwann die Neunte aus dem ersten Karajkan-Zyklus an Land ziehen. Ich hatte sie früher auf Kassette und habe sie etwa fünftausend mal gehört.

Lieber Andrew,

same story here. Etwas später kam dann die LP mit den Probenausschnitten - herrlich. "Also Klavierstimmer wäre von ihnen keiner geworden!"

Wie OK bei Proben zu Beethoven VIII, als der erste Cellist ihm deutlichere Zeichengebung abschmeicheln wollte: Dr Klemperer, if you give us a very clear beat here we'll bring this together for the first time in the history of music" worauf die Antwort schallte: "for the first time in British musical history!"

:jubel: :jubel: :jubel:
BBF
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Stabia

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82

Sonntag, 18. November 2007, 13:54

9.Sinfonie

Habe ich etwas übersehen, oder ist diese Aufnahme noch nicht besprochen?:

In den vergangenen Tagen habe ich sie mehrmals gehört. Zuerst hat sie mich weniger berührt, dann aber schon sehr.
Schnelle Tempi, der Klang bei großem Orchester sehr durchsichtig.

Szell hat sich Mühe gegeben, das abgegraste Feld der Interpretationen noch um einige schöne Herausarbeitungen zu bereichern.
Besonders gefallen mir der witzige 2. Satz und der himmlische 3., bei dem man hier die einzelnen Variationen gut nachvollziehen kann.(Wer kann da noch behaupten, dem tauben Beethoven habe es an Melodik und Harmonik gemangelt)
Im 4. wird der Chor und das Orchester auch kein Klangebrei, der Chor ist einfach schön.

Bei den Solisten, egal, wer es auch sei (vielleicht die Ausnahme Gundula Janowitz, an der ich einen Narren gefressen haben, jedenfalls bei der 9. ), habe ich immer das Problem, ihnen Profilierungssucht zu unterstellen.
Wenn man an das sehr jugendliche Alter der beiden Uraufführungssolistinnen denkt, so können die beiden meiner Meinung nach keine dramatischen Stimmen gehabt haben, vermutlich auch ohne das schreckliche Tremolo.
Man sollte das Ganze mal mit solchen Elevinnen probieren.

Lieben Gruß aus Bonn :hello:
Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu

Pius

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83

Montag, 26. November 2007, 21:23

Hallo!

Gestern gehört:



- und :faint: 8o

Ich glaube, hier muß ich auch mal:

:jubel:

:jubel: :jubel:

:jubel: :jubel: :jubel:

:jubel: :jubel: :jubel: :jubel:

:jubel: :jubel: :jubel:

:jubel: :jubel:

:jubel:


Das will ich glaube ich nie wieder anders hören (höchstens mal mit Klavier).

Viele Grüße,
Pius.

Stabia

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84

Dienstag, 27. November 2007, 11:19

9. Sinfonie

W a r u m, Pius??????????

Bitte um Begründung, denn so viel Enthusiasmus ist auffällig.
Mono oder Stereo?

Lieben Gruß aus Bonn :hello:
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Siegfried

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85

Dienstag, 27. November 2007, 11:40

RE: Freude schöner Götterfunken - Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr 9 in d-moll op 125

...oder diese:



:hello:
Freundliche Grüße Siegfried

teleton

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86

Dienstag, 27. November 2007, 12:10

RE: 9.Sinfonie mit Szell ... und mit Bernstein

Zitat

Original von Stabia
Habe ich etwas übersehen, oder ist diese Aufnahme noch nicht besprochen?:

In den vergangenen Tagen habe ich sie mehrmals gehört. Zuerst hat sie mich weniger berührt, dann aber schon sehr.
Schnelle Tempi, der Klang bei großem Orchester sehr durchsichtig.

Szell hat sich Mühe gegeben, das abgegraste Feld der Interpretationen noch um einige schöne Herausarbeitungen zu bereichern.
Besonders gefallen mir der witzige 2. Satz und der himmlische 3., bei dem man hier die einzelnen Variationen gut nachvollziehen kann.(Wer kann da noch behaupten, dem tauben Beethoven habe es an Melodik und Harmonik gemangelt)
Im 4. wird der Chor und das Orchester auch kein Klangebrei, der Chor ist einfach schön.

Bei den Solisten, egal, wer es auch sei (vielleicht die Ausnahme Gundula Janowitz, an der ich einen Narren gefressen haben, jedenfalls bei der 9. ), habe ich immer das Problem, ihnen Profilierungssucht zu unterstellen.
Wenn man an das sehr jugendliche Alter der beidenUraufführungssolistinnen denkt, so können die beiden meiner Meinung nach keine dramatischen Stimmen gehabt haben, vermutlich auch ohne das schreckliche Tremolo.
Man sollte das Ganze mal mit solchen Elevinnen probieren.

Lieben Gruß aus Bonn :hello:


Hallo Stabia,

es freut mich das Du hier auch mal die Szell-Aufnahme der Sinfonie Nr.9 erwähnst.
:hello: Du hast meine volle Zustimmung zu Deiner Begeisterung.
Ich habe unterlassen, diese Szell-Aufnahme hier auch zu erwähnen, da ich festgestellt habe, dass dazu wenig Resonanz kommt.
:yes: Ich besitze (für mich selbstverständlich) alle Beethoven-Sinfonien mit Szell.

Die von Dir abgebildete CD ist eine preiswerte Neuauflage, die dazu führt, das man sich wiedermal mit großen Aufnahmen beschäftigt, die sonst in Vergessenheit geraten. Das neue Cover dieser SONY-Budget-Serieist IMO wenig gelungen und wirkt "billig" .

Meine ältere SONY-Version sieht so aus:

SONY, 196x, ADD


:] Bei allem wohlwollen für Szell möchte ich aber die CBS-Bernstein-Aufnahme mit den New Yorker PH (nicht nur) der Sinfonie Nr.9 erwähnen, die aus gleicher Zeit stammt, wie die Szell-Beethoven-Aufnahmen.
Dies sind ebenfalls wichtige und großartige Beethoven-Aufnahmen.
8) Zwei entscheidendene Unterschiede zu Szell haben sie noch:
Obwohl in gleichen Jahren aufgenommen ist der Klang der Bernstein-Aufnahmen wesentlich besser, natürlicher, rauschfreier und noch dynamikreicher.
Ich weiss nicht ob das am TOP-SONY-Remastering liegt, oder an den Aufnahmeumständen. Der Unterschied hat schon eine ziemlich Tragweite.

:yes:Bernstein hat gegenüber Szell noch den jugendlichen Überschwang und seine Emotionalität für sich zu verbuchen - bemerkenswert und begeisterungswürdig.


SONY, 196x, ADD

:jubel: Ich besitze hiervon die SONY-GA aller Beethoven - Sinfonien mit den New Yorker PH, die mir inzwischen auch noch besser gefällt als seine ebenfalls tollen DG-Aufnahmen mit den Wiener PH.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Stabia

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87

Dienstag, 27. November 2007, 12:56

RE: 9.Sinfonie mit Szell ... und mit Bernstein

Meine Bernstein-Aufnahme ist mit den Wienern.

Also, da ist mal wieder eine Bestellung fällig, wenn sich die beiden Interpretationen so unterscheiden.

Lieben Gruß aus Bonn :hello:
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Pius

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88

Mittwoch, 28. November 2007, 20:39

RE: 9. Sinfonie

Hallo, Stabia!

Zitat

Original von Stabia
W a r u m, Pius??????????

Bitte um Begründung, denn so viel Enthusiasmus ist auffällig.
Mono oder Stereo?

Bei Beethovens Neunter hatten mich bislang pathetische, klangintensive Färbungen gestört, und ich hatte mir die recht nüchterne Deutung von Zinman als Referenz auserkoren.
Aber diese Furtwängler-Aufnahme bringt das, was ich ich bisher mied, in solcher bezwingenden Vehemenz, Fülle und Großartigkeit heraus, daß ich durch und durch erschüttert und mitgerissen war. Es kann sein, daß sich das demnächst wieder legt, aber dennoch wird das Hören dieser Aufnehme etwas besonderes für mich bleiben.
Die Intensität dieses übermächtigen Pathos und dieser Leidenschaft ist unglaublich beeindruckend für mich.
Die Aufnahme ist übrigens von 1942, an Stereo ist also nicht zu denken. Aber die Klangqualität ist das letzte, woran ich beim Hören der CD denke...

Viele Grüße,
Pius.

jaaan

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Mittwoch, 28. November 2007, 21:07

Beethoven Furtwängler

Hallo Pius

hab mir gad über den Link bei JPC den Ausschnitt des Finalsatzes (4.) angehört und bin wie weggedröhnt.

Man lege besonderes Ohrenmerk auf die brachiale Paukengewalt!!!

Meine nächste Anschaffung!!!
Merci

:hello:
...ein voller Becher Weins zur rechten Zeit ist mehr Wert als alle Reiche dieser Erde...

Theophilus

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Mittwoch, 28. November 2007, 22:14

RE: 9. Sinfonie

Zitat

Original von Stabia
W a r u m, Pius??????????

Bitte um Begründung, denn so viel Enthusiasmus ist auffällig.
Mono oder Stereo?

Furtwängler ist immer Mono!

(Er war aber nie Single... ;) )

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

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