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  • »Johannes Roehl« ist männlich

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211

Donnerstag, 22. November 2012, 10:06

Ich würde hier unterscheiden zwischen der Suche nach oder dem Streit um eine "beste" Interpretation, was m.E. ein absurder Fetisch einiger Plattensammler ist und der Eigenschaft einiger dieser Werke, eine Vielfalt, oft durchaus unterschiedlicher Interpretationen zuzulassen und zu überstehen. Das hängt natürlich auch mit der Rezeptionsgeschichte zusammen. Vielleicht ist jedes Musikstück reicher als jede einzelne Interpretation, aber in wenigen Fällen ist das so gut dokumentiert wie bei den viele unterschiedlichen Beethoveninterpretationen.

Abgesehen davon scheinen mir die "Kontroversen" bei der Beethovendeutung weitgehend gutmütig und kaum vergleichbar mit denen bei wesentlich aufgeladeneren Komponisten (bzw. Werken) wie etwa Wagner, Schönberg u.a.

Felix Meritis

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212

Donnerstag, 22. November 2012, 10:52

Ja, eine "beste Interpretation" bei Beethovens Klaviersonaten herausschälen zu wollen, ist völlig illusorisch. Zu oft wurden diese Werke eingespielt und zu viele Menschen völlig unterschiedlichen Temperaments und mit unterschiedlichem Geschmack liebe sie. Ich für meinen Teil finde die neue Beethoveneinspielung von Buchbinder sensationell gut, da sie haargenau meiner Vorstellung von Ausgeglichenheit von Kraft und Gefühl bei Beethoven entspricht. Ich habe auch weniger bekannte Aufnahmen, z.B. von Jean-Bernard Pommier oder Jenö Jandó, die ich ganz hervorragend finde. Mit den hier oft angepriesenen Gilels oder gar Brendel kann ich hingegen sehr wenig anfangen. Auch Swjatoslaw Richter beeindruckt mich bei Beethoven nicht wirklich.

teleton

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  • »teleton« ist männlich

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Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

213

Donnerstag, 22. November 2012, 10:54

RE: Interpretationsfragen bei Beethoven an der Tagesordnung

Abgesehen davon scheinen mir die "Kontroversen" bei der Beethovendeutung weitgehend gutmütig und kaum vergleichbar mit denen bei wesentlich aufgeladeneren Komponisten (bzw. Werken) wie etwa Wagner, Schönberg u.a.

Hallo Johannes,

laut Deinem Zitat kann ich mich ja nun gemütlich zurücklehnen und meine guten Beethovenaufnahmen geniessen, denn von Wagner (ausser den Ouv und Orchesterstücken) und Schönberg benötige ich nicht wirklich etwas !
:?: Das must Du mir erklären, was an Schönberg und Wagner aufgeladener sein soll ? Die bei Beethoven vorhandenen sehr vielfältigen Interpretationsfragen und Auseinandersetzungen sind für mich auch weit entscheidender und interessanter als das jemals bei Schönberg der Fall sein könnte.


Zitat

Ich habe immer das Gefühl, nirgendwo wird mehr disputiert als bei Beethovens Sinfonien
Ist doch auch klar. Mit Material was den Hörer anspricht, hat man viel mehr Gesprächsstoff, als ungeniessbarer Kram, der in seiner Sackgasse ohnehin bald verschwindet.
Mehr und mehr wird das bei neuen Kompositionen deutlich, dass wieder "Musik für den Hörer" gemacht wird !


Zitat

Ich würde hier unterscheiden zwischen der Suche nach oder dem Streit um eine "beste" Interpretation, was m.E. ein absurder Fetisch einiger Plattensammler ist und der Eigenschaft einiger dieser Werke, eine Vielfalt, oft durchaus unterschiedlicher Interpretationen zuzulassen und zu überstehen.
Das ist überhaupt kein Fetisch ! Es ist doch die Frage, welche Interpretation man sucht und am meisten schätzt - die will man haben !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

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  • »teleton« ist männlich

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214

Donnerstag, 22. November 2012, 11:00

Mit den hier oft angepriesenen Gilels oder gar Brendel kann ich hingegen sehr wenig anfangen. Auch Swjatoslaw Richter beeindruckt mich bei Beethoven nicht wirklich.


Hallo Felix,

da kann man mal sehen, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind. Gerade Gilels und Richter sind es, die mich überzeugen können.
Ist auch völlig egal, was allgemein das Beste ist ( ;) hängt ja vom eigenen Eindruck ab !). Es ist für mich entscheidend, was "für mich" die Beste ist.

:hello: :thumbup: Höre Du deinen Pommier und Jando, ich meinen Gilels und Richter - und so sind wir Beide glücklich !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Felix Meritis

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215

Donnerstag, 22. November 2012, 11:13

Mit den hier oft angepriesenen Gilels oder gar Brendel kann ich hingegen sehr wenig anfangen. Auch Swjatoslaw Richter beeindruckt mich bei Beethoven nicht wirklich.


Hallo Felix,

da kann man mal sehen, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind. Gerade Gilels und Richter sind es, die mich überzeugen können.
Ist auch völlig egal, was allgemein das Beste ist ( ;) hängt ja vom eigenen Eindruck ab !). Es ist für mich entscheidend, was "für mich" die Beste ist.

:hello: :thumbup: Höre Du deinen Pommier und Jando, ich meinen Gilels und Richter - und so sind wir Beide glücklich !
Eben! Es wird daher keinem erspart bleiben sich diesen Werken tiefergehend und im Vergleich hörend zu nähern. Einen Tipp im Forum abstauben und glücklich werden geht bei so einer Diversität nicht. Da muss man schon Dussek oder Clementi bemühen.

Yorick

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216

Donnerstag, 22. November 2012, 12:26

Weitere Kandidaten für Einzelaufnahmen wären beispielsweise Gilels (der Zyklus ist teil Analog, teils Digital, konnte jedoch wegen Gilels Tod nicht vollendet werden)
Welche der bei amazon angebotenen Boxen meinst du?

Yorick

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217

Donnerstag, 22. November 2012, 12:31

Kempff liegt eher auf der lyrisch, melodiösen Seite, er ist kein "Tastendonnerer" sondern ein subtiler Gestalter.
Wer ist denn der martialischste unter den "Tastendonnerern", wenn wir die Beethovenzyklen besprechen? Ich habe da eine Schwäche für heroische Gewaltakte auf dem Klavier, auch wenn es die Partitur gar nicht hergibt ...

Yorick

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218

Donnerstag, 22. November 2012, 12:33

Ich für meinen Teil finde die neue Beethoveneinspielung von Buchbinder sensationell gut, da sie haargenau meiner Vorstellung von Ausgeglichenheit von Kraft und Gefühl bei Beethoven entspricht.
Die bietet amazon ja an, gibt es aber auch noch die dreißig Jahre ältere zu kaufen?


P.S. Wie kann man in einem Posting mehrere unterschiedliche Vorredner zitieren?

Felix Meritis

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219

Donnerstag, 22. November 2012, 12:45

Ich für meinen Teil finde die neue Beethoveneinspielung von Buchbinder sensationell gut, da sie haargenau meiner Vorstellung von Ausgeglichenheit von Kraft und Gefühl bei Beethoven entspricht.
Die bietet amazon ja an, gibt es aber auch noch die dreißig Jahre ältere zu kaufen?

P.S. Wie kann man in einem Posting mehrere unterschiedliche Vorredner zitieren?
Aber ja, siehe hier:






Du kannst pro Nachricht so viele unterschiedliche Vorredner zitieren wie du willst. Einfach den Absatz/Textstelle markieren und auf "Textstelle zitieren" drücken. Das Zitat erscheint dann an der Stelle des Textes, die du ihm mit dem blinkenden vertikalen Strich zuweist.

Yorick

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220

Donnerstag, 22. November 2012, 12:49

Ich für meinen Teil finde die neue Beethoveneinspielung von Buchbinder sensationell gut, da sie haargenau meiner Vorstellung von Ausgeglichenheit von Kraft und Gefühl bei Beethoven entspricht.
Die bietet amazon ja an, gibt es aber auch noch die dreißig Jahre ältere zu kaufen?


P.S. Wie kann man in einem Posting mehrere unterschiedliche Vorredner zitieren?
Aber ja, siehe hier:




Und siehst du hier große Unterschiede?

Felix Meritis

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221

Donnerstag, 22. November 2012, 16:13

Ich muss zugeben von der alten Gesamteinspielung nur eine Auskoppelung von einigen "Sonaten-Hits" zu besitzen, d.h. Mondscheinsonate, Sturm etc.. Soweit ich das in Erinnerung habe, denn diese CDs habe ich seit einigen Jahren nicht mehr angehört, ist der Stil schon sehr ähnlich aber etwas "härter" und weniger lyrisch. Nicht dass die neue Buchbindereinspielung allzu lyrisch wäre, aber doch deutlich mehr als die alte. Mir gefallen auch die früheren Beethovenaufnahmen oder sein Haydn, bin also generell Buchbinder-affin (nur seinen Chopin finde ich öde).

Theophilus

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  • »Theophilus« ist männlich

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222

Donnerstag, 22. November 2012, 16:24

Die bietet amazon ja an, gibt es aber auch noch die dreißig Jahre ältere zu kaufen?

Buchbinders Beethoven aus den 80ern ist für mich eine der überflüssigsten Aufnahmen, die ich je gehört habe. Geht mir bei einem Ohr hinein und beim anderen wieder hinaus. Reine Zeitverschwnedung und kein Vergleich zu Wiedergaben aus dem letzten Jahrzehnt. Noch höher schätze ich aber seinen aktuellen Mozart, der ganz wunderbar ist.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

a.b.

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  • »a.b.« ist männlich

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223

Donnerstag, 22. November 2012, 17:09

Beethovens Musik emotionalisiert schon aus der Struktur aus
?(
Was meinst Du damit, was willst du damit sagen? Dass wir schon allein von der formalen Machart der Kompostion begeistert werden? Dass Beethovens Musik selber hochexpressiv sei, sprich dass spezifischen musikalischen Strukturen Ausdruck zukommt?
Oder etwas ganz anderes?
?(
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

a.b.

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  • »a.b.« ist männlich

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224

Donnerstag, 22. November 2012, 17:16

Ich bin durchaus ein Freund der Kempff-Aufnahmen, und ich ziehe die Stereo Version - das ist die von Yorick gezeigte - der alten Mono-Aufnahme aus klanglichen Gründen vor.

Ich ziehe selbst aus klanglichen Gründen die ältere, warme Mono-Aufnahme der jüngeren flachen Stereo-Aufnahme vor; zumindest im Transfer aus der alten Beethoven-Edition der DGG. :hello:
Gruß ab

---
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J. Locke

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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225

Donnerstag, 22. November 2012, 17:45

Weitere Kandidaten für Einzelaufnahmen wären beispielsweise Gilels (der Zyklus ist teil Analog, teils Digital, konnte jedoch wegen Gilels Tod nicht vollendet werden)
Welche der bei amazon angebotenen Boxen meinst du?
Es gibt nur eine Beinahe-Gesamteinspielung, evtl. in unterschiedlichen Designs. Ich habe die erste (ca. '97) als Komplettbox erschienene, danach ist noch ein anderes Design rausgekommen (s.u.), aber der Inhalt ist exakt derselbe. Die Aufnahmen wurden (wenigstens teilweise) gegenüber den Einzelplatten der 1970er und 80er remastered. Dennoch weisen sie teilweise immer noch etwas harten frühen Digitalklang auf.

a.b.

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  • »a.b.« ist männlich

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226

Donnerstag, 22. November 2012, 18:19

Weitere Kandidaten für Einzelaufnahmen wären beispielsweise Gilels (der Zyklus ist teil Analog, teils Digital, konnte jedoch wegen Gilels Tod nicht vollendet werden)
Welche der bei amazon angebotenen Boxen meinst du?


Es gibt nur eine Beinahe-Gesamteinspielung, evtl. in unterschiedlichen Designs. Ich habe die erste (ca. '97) als Komplettbox erschienene, danach ist noch ein anderes Design rausgekommen (s.u.), aber der Inhalt ist exakt derselbe. Die Aufnahmen wurden (wenigstens teilweise) gegenüber den Einzelplatten der 1970er und 80er remastered. Dennoch weisen sie teilweise immer noch etwas harten frühen Digitalklang auf.



Hinzuzufügen ist noch, dass sie nicht nur teils harrschen 80er-Digital-Klang aufweist, sondern auch extreme Dynamikbreite, bei der desto besser jene dran sind, je besser die Musikanlage ist. :huh:
Gruß ab

---
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J. Locke

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

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227

Freitag, 23. November 2012, 02:54

Beethoven - die Klaviersonaten

Zitat

teleton: Hallo Johannes ... du musst mir erklären, was an Schönberg oder Wagner aufgeladener sein soll?...
Ich glaube, lieber Wolfgang, du hast den lieben Johannes missverstanden. Ich nehme an, dass er meint, die Dikussion um Wagner und Schoenberg sei aufgeladener. Es kann ja nicht sein, dass die Musik Wagners und Schoenbergs aufgeladener sei als die Beethovens.
Dennoch hast du Recht, lieber Wolfgang, dass wir Beethoven-Fans uns in Ruhe zurücklehnen können, auch, wenn ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich auch ein Wagner-Fan bin, und dass seine Musik emotional auch ganz schön aufgeladen sein kann.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

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228

Freitag, 23. November 2012, 03:15

Beethoven - Die Klaviersonaten

Zitat

moderato: den Link zum Werbepartner setze ich, damit man sich einen ersten Eindruck von Opptiz' Spiel machen kann.
Lieber moderato, es ist gut, dass Oppitz hier wieder ins Spiel kommt. Ich konnte mich vor etlichen Jahren davon überzeugen, welch ein guter Beethoven-Interpret er ist, als er in meinem damaligen Wohnort im Rahmen eines größersn Zyklus, in dem alle Beethoven-Sonaten aufgeführt wurden, vor der Pause zwei Beethoven-Sonaten spielte und nach der Pause drei Brahms-Intermezzi. Die Brahms-Aufnahmen habe ich inzwischen in meinem Bestand, die Beethoven-Sonaten leider noch nicht. Sicherlich ist Gerhard Oppitz neben Michael Korstick, Alfredo Perl (der übrigen ebenso wie Olli Mustonen und Bruno Leonardo Gelber an o. a. Projekt teilnahm), einer der herausragenden Beethoven-Pianisten der Gegenwart, vielleicht zusammen mit Paul Lewis und ja, Rudolf Buchbinder. Man muss in der Tat auch die zyklische Arbeit berücksichtigen.

Wie dem auch sei, sicherlich ist die in diesem Thread auch schon öfter geäußerte Einlassung zu berücksichtigen, dass die persönliche Affinität entscheidend ist. Ob man dann mit seiner eigenen Entscheidung in "der richtigen Spur" liegt, muss man ja nicht unbedingt an die große Glocke hängen.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Thomas Sternberg

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  • »Thomas Sternberg« ist männlich

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229

Freitag, 23. November 2012, 07:18

Beethovens Musik emotionalisiert schon aus der Struktur aus
?(
Was meinst Du damit, was willst du damit sagen? Dass wir schon allein von der formalen Machart der Kompostion begeistert werden? Dass Beethovens Musik selber hochexpressiv sei, sprich dass spezifischen musikalischen Strukturen Ausdruck zukommt?
Oder etwas ganz anderes?
?(

Genau das meine ich.

Hier wurde ja schon die Oppitz-Ga erwähnt. Er setzt z.B. keine "Gewaltakte" in seinen Interpretationen, manche schreiben, uninteressant und flach. Dies erleichtert aber auf jeden Fall den Zugang zur Struktur!
Es ist so ähnlich wie bei den Streichquartetten des Artemis-Quartettes: Die Stärke liegt in den Feinheiten, Oppitz arbeitet herrlich mit dem Klang des Instrumentes, selten einen so wunderbar und genauen "Hall" gehört, er lässt das Instrument "mitarbeiten".

Solche Interpretationen, die quasi "bereinigte Substanz" liefern, eignen sich hervorragend als Grundlage die Strukturen in Beethoven`s Werken herauszuhören.

Und dazu noch die herausragende Aufnahmequalität!

Grüße Thomas

a.b.

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  • »a.b.« ist männlich

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230

Freitag, 23. November 2012, 08:20

Die Stärke liegt in den Feinheiten, Oppitz arbeitet herrlich mit dem Klang des Instrumentes, selten einen so wunderbar und genauen "Hall" gehört, er lässt das Instrument "mitarbeiten".

Danke, Thomas, für diese erläuternden Worte! Das motiviert mich, doch auch noch dieser GA mein Augenmerk zuzuwenden. :hello:

[und off topic und nur weil Du von "Feinheiten" beim Artemis Quartett gesprochen hast: gestern konnte ich im Radio die ersten Ausschnitte aus den Streichquartetten Beethovens mit dem Belcea Quartet hören: Da blieb mir schier der Mund offen stehen...]
Gruß ab

---
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J. Locke

a.b.

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231

Freitag, 23. November 2012, 08:28

Zitat von »a.b.«

Zitat von »Thomas Sternberg«
Beethovens Musik emotionalisiert schon aus der Struktur aus

?(
Was meinst Du damit, was willst du damit sagen? Dass wir schon allein von der formalen Machart der Kompostion begeistert werden? Dass Beethovens Musik selber hochexpressiv sei, sprich dass spezifischen musikalischen Strukturen Ausdruck zukommt?
Oder etwas ganz anderes?
?(


Genau das meine ich.

Was nun, ersteres (Form), zweiteres (expressiver Gehalt) oder letzteres (ganz anderes)? ?(
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

Thomas Sternberg

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232

Freitag, 23. November 2012, 14:56

Der Aufbau (die Struktur) in Beethoven`s Musik erreicht schon durch seine Form, z.B. das verwenden bestimmter Formelemente über verschiedene Passagen hinweg, sei es eher ruhig, langsam oder über die "Ausbrüche", eine Ausdruckskraft, die auch ohne ein expressives Interpretieren vorhanden ist.

Er steuert Emotion über die Struktur seiner Musik, dabei bleibt er aber immer bei einem Grundgerüst in seiner Musik.

Am besten kann man das an seinen Satzenden nachvollziehen, sie entstehen immer im Kontext zu dem vorherigen Geschehen, da wird nichts einfach "gestoppt", alles ist auskomponiert ,bis ins Detail.

Wenn man sich die 32 Sonaten betrachtet, so haben auch sie eine innere Geschlossenheit, einen Werdegang, einen Zusammenhalt, obwohl sie doch grundverschieden sind.

Vielleicht ist es jetzt ein bißchen klarer geworden, was ich meine.

Yorick

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233

Freitag, 23. November 2012, 18:02

Welche Aufnahme bei amazon hat die meisten von Richter gespielten Sonaten?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Yorick« (23. November 2012, 19:34)


moderato

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234

Samstag, 24. November 2012, 00:35

Lieber Yorick
Unter diesem Link findest du die komplette Diskographie Svjatoslav Richters. trovar.com
(Mit etwas googeln findest du die Seite. Der Tamino-Forenbetreiber möchten nicht, dass Links direkt gesetzt werden.)
.
Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer

Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
.

Yorick

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235

Samstag, 24. November 2012, 14:45

Lieber Yorick
Unter diesem Link findest du die komplette Diskographie Svjatoslav Richters. trovar.com
(Mit etwas googeln findest du die Seite. Der Tamino-Forenbetreiber möchten nicht, dass Links direkt gesetzt werden.)

Vielen Dank, ich blicke zwar nicht durch auf der Seite; aber ich bin lernfähig! Und natürlich offen für weitere direkte Vorschläge, die mir Arbeit ersparen! :D

a.b.

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236

Samstag, 24. November 2012, 16:58

Welche Aufnahme bei amazon hat die meisten von Richter gespielten Sonaten?

Dazu gibts einen eingenen Faden, nämlich hier.
Es kommt bei Richter weniger darauf an, wo die meisten Beehtoven-sonaten droben sind, sondern viel mehr, wo sich seinen besten Aufnahmen finden.

Tipp Nr. 1 ist sicherlich sein Leipziger Konzert mit den drei letzten Sonaten.


:hello:
Gruß ab

---
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J. Locke

Yorick

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237

Samstag, 1. Dezember 2012, 17:54

Kempff liegt eher auf der lyrisch, melodiösen Seite, er ist kein "Tastendonnerer" sondern ein subtiler Gestalter.
Wer ist denn der martialischste unter den "Tastendonnerern", wenn wir die Beethovenzyklen besprechen? Ich habe da eine Schwäche für heroische Gewaltakte auf dem Klavier, auch wenn es die Partitur gar nicht hergibt ...
Das kann ich nun nach knapp einer Woche begeisterten Hörens bestätigen, ein feinsinniger zarter Lyriker auf dem Klavier, der Kempff! Was ich bei anderen Werken durchaus schätze, die Rücknahme von Pathos und Bombast und allzu großer Anstrengung; fehlt mir hier dennoch ein wenig, wie ich oben schon antizipierend schrieb. Wo ist der Tastendonnerer, der Berserker auf dem Klavier, der Beethovens Sonaten wie eine schicksalshafte Urgewalt ins Gerät hämmert?

a.b.

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238

Samstag, 1. Dezember 2012, 18:13

hör' mal bei Yves Nat rein...
Hochdramatik und unbändige Kraft teils bei Gilels live (nicht studio)...
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

Yorick

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239

Samstag, 1. Dezember 2012, 18:24

hör' mal bei Yves Nat rein...
Diese hier?


Oder ist hier alles drin?



Zitat

Hochdramatik und unbändige Kraft teils bei Gilels live (nicht studio)...
Also nicht diese hier?

Beethoven - Die Klaviersonaten

a.b.

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240

Samstag, 1. Dezember 2012, 18:53

Die dicke, schwarze Nat-Box (alle seine EMI-Aufnahmen) empfielt sich, weil der expressivste Schumann aller Zeiten auch mit droben ist :hello:

Und zu Gilels: Ja, die Blaue DG-Box ist voll von Studioaufnahmen. Live gibts etwa bei Brilliant oder Melodyia
Gruß ab

---
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J. Locke