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1

Freitag, 6. Juli 2018, 00:48

Euere fetzigsten Mannheimer Raketen auf CD

Ich komme gerade aus einem Konzert mit beispielhaften Werken der Mannheimer Schule.
Im Programmheft sind die Neuerungen dieser Musik recht schön beschrieben.
Und dann sitzt da dieses Orchester auf der Bühne und spielt, mehr oder weniger, dynamischen Einheitsbrei.
Keine Mannheimer Raketen flogen da in den bewölkten Himmel!

Eine "Mannheimer Rakete" ist ein stufenloses Crescendo, meist mit einer beschwingten Aufwärtsbewegung der Melodik.

Das brachte mich auf die Idee, meine CD-Bestände auf besonders eindrückliche und drastische Raketenzündungen abzusuchen.

Welche von Eueren Mannheimer Raketen auf CD hat die meiste Power, das krasseste Crescendo, hat den Wumms einer "Saturn V" ?

:hello:
Sport lässt Menschen besser aussehen - Wein aber auch.

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 2 921

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

2

Samstag, 7. Juli 2018, 10:56

Lieber Johannes,
bisher ist die Reaktion auf Deinen Thread sehr verhalten. Ist es Unsicherheit? Ist es die Angst, etwas Falsches zu schreiben und dann von den Fachleuten als "dumm" oder "unwissend" bezeichnet zu werden?

Ein Blick in Wikipedia hat mich auch nicht sofort schlau gemacht. Ich möchte etwas Klarheit haben.

Bezeichnest Du z.B. die Steigerung im Adagio der 7. Bruckner nach etwa 17 min (je nach Dirigent auch erst nach etwa 21 Minuten, bei Karajan und BP sind es 17, bei Celi 21) bis zum Beckenschlag (von mir aus auch ohne) als Mannheimer Rakete, oder in der 2. von Rachmaninow ebenfalls im Adagio die Steigerung bis zur Kulmination? Oder ist ein Finale wie in der 3. von Mahler auch in Deinem Sinne? Oder die Steigerung im "Poem de l´Extase" kurz vor dem Schlußakkord??

Bitte kläre mich auf, ich bin unsicher.
Herzlichst La Roche

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


3

Samstag, 7. Juli 2018, 12:16

Danke für die Rückfrage.
Ich kann momentan nur ganz kurz antworten:

Eine "mannheimer Rakete" würde ich als Stilmittel der Frühklassik und Klassik definieren, auch wenn in späteren Werken natürlich identische Mittel feststellbar sind.
Sport lässt Menschen besser aussehen - Wein aber auch.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

4

Samstag, 7. Juli 2018, 14:59

Bei Bruckner sind es sicher keine "Mannheimer" (oder irgendwelche anderen) Raketen. Eine über 2 min. gestreckte Steigerung in einem Adagio ist was vollkommen anderes.

Eine "Mannheimer Rakete" ist eher so etwas wie der Anfang von Mozarts "Pariser Sinfonie", wobei ich glaube, dass eine typische Rakete noch ein bißchen anders ist.
Wikipedia gibt als Beispiele die Hauptthemen von Beethovens erster Klaviersonate, Kopfsatz, und Mozart großer g-moll-Sinfonie, Finale. Solch ein aufsteigendes Arpeggio ist für mich aber ein bißchen zu allgemein, zumal das Tempo zwar zügig ist, es aber keine ganz schnellen Noten.
(Wenn das Hauptthema des Kopfsatzes von Bruckners 7. doppelt oder dreimal so schnell gespielt würde, wäre es auch eine Art Rakete :D)
Die franz. Wikipedia gibt u.a. noch das Thema des Finales von Mozarts d-moll-Konzert. Das finde ich schon deutlich "raketenmäßiger".
Leider finde ich kein Beispiel eines tatsächlichen "Mannheimers" wie Stamitz oder Richter.

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 808

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

5

Dienstag, 10. Juli 2018, 13:43

Lt. MGG Fils: Sinfonie A-Dur (Sinfonie périodique No. 2), letzter Satz, die letzte auf der cpo-CD:

"fanfarenartige, aufwärtsgeführte Dreiklangsbewegungen"
(auch bei youtube zu finden, bei jpc ist die Hörprobe am falschen Ort.)

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 808

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

6

Dienstag, 10. Juli 2018, 13:45

Wikipedia gibt als Beispiele die Hauptthemen von Beethovens erster Klaviersonate, Kopfsatz, und Mozart großer g-moll-Sinfonie, Finale. Solch ein aufsteigendes Arpeggio ist für mich aber ein bißchen zu allgemein, zumal das Tempo zwar zügig ist, es aber keine ganz schnellen Noten.
Das Fils-Beispiel ist dem Beethovenschen sehr ähnlich, denn nach dem aufsteigenden Dreiklang kommt ein längerer Ton und dann eine rasche kreisende Figur.