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Alfred_Schmidt

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1

Montag, 25. Dezember 2017, 19:08

Opern - Ganz nah bei Mozart - oder doch nicht ?

Dieser Thread hätte eigenlich lediglich eine Eintragung bei "was höre ich grade jetzt ? " werden sollen, aber plötzlich wurde mir einmal mehr bewusst, wie viele Opern es doch eigentlich gibt, die man einem Laien oder Neueinsteiger als Werk von Mozart "verkaufen" könnte - wäre nicht bereits alles so gut dokumentiert.
Hier erhebt sich zunächst die Fragem welche Komponisten bzw Opern hier in Frage kämen , bzw und warum.
Und weil wir grade beim Warum sind: Warum wurden Mozarts Opern in der Regel berühmter als die der anderen Komponisten ?
"Bessere Qualität ?" das lasse ich nicht gelten, und bin notfalls auch bereit zu argumentieren WARUM nicht...
Aber zunächst warte ich auf einige Opern, die den Geist Mozarts atmen, und wenss irgend geht, ein paar Worte über eine bliße Aufzählung hinaus...

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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2

Dienstag, 26. Dezember 2017, 23:09

Es gibt Threads die sofort Interessente finden - andere wieder nicht, oder nur sehr spät.
Bei manchen verstehe ich das Desinteresse, bei anderen wieder wundert es mich. So zum Beispiel hier.
Es mag aber durchaus sein, daß ich hier die Situation falsch eingeschätzt habe, weil ich nämlich schon mit 15 oder 16 Jahren beklagt habe, daß Mozart so früh verstorben sei und das was er uns an Opern hinterließ doch ein wenig kärglich sei. Wobei gesagt werden muß, daß von seinen 21 Opern. darunter 2 Fragmente, nur etwa ein gutes Drittel regelmäßig gespielt wird. Also wird der Großteil verworfen.
So gesehen ist es kein Wunder, daß auch zahlreiche sehr mozartnahe Werke heute Ignoriert werden, weil sie eben nicht dem Zeitgeist entsprechen - und darüber hinaus nicht mal die Aura eines "Geniestreichs" aufweisen können.
Nicht mal Haydns Oper werden heute wirklich anerkannt, wobei er eigentlich gar nicht in diesen Thread gehört, denn seine Opern waren in keinerlei Hinsicht "mozartnahe"

Aber die Suche nach "Mozartopern" - nicht von Mozart - hat mich ein Leben lang begleitet.

mfg aus Wien
Alfred

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Siegfried

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3

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 11:34

Bei mir ist es kein Desinteresse, mir ist ganz einfach niemand eingefallen, dessen Werke mit dem Unvergleichlichen in einem Atemzug zu nennen oder gar zu verwechseln wären. :hello:
Freundliche Grüße Siegfried

dr.pingel

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4

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 11:51

Also ich finde, dass es zumindest eine Oper gibt, die ins Köchelverzeichnis passte, die auch heute noch auf dem Spielplan steht und reifer ist die Mozartschen frühen Opern: "Il matrimonio segreto"(Cimarosa). Die anderen sind wahrscheinlich auch so gut, aber ich kenne nur diese.
(Weisheit der Brahmanen)
Die Tage sehen wir, die teuren, gerne schwinden,/um etwas Teureres herangereift zu finden:/ ein seltenes Gewächs, das wir im Garten treiben,/ ein Kind, das wir erziehn, ein Büchlein, das wir schreiben.
(Friedrich Rückert)

Alfred_Schmidt

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5

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 13:41

Zitat

"Il matrimonio segreto"

Eine gute Wahl, sie hat sogar - kurz nach Mozarts Tod - vorübergehend dessen spätere Opern an Beliebtheit übertroffen.
Sie entstand kurz nach Mozarts Tod 1792, und es mag wohl die Erleichterung des Publikums mit eine Rolle gespielt haben, daß man auf den "mozartschen" Stil auch in Hinkunft nicht verzichten müsse...

Und sie ist, wie einige andere Opern von Cimarosa ebenfalls, stilistisch und qualitativ Mozarts Opern (die ja auch unterschiedlich waren) sehr nahe. Das war auch Mozart bewusst, immerhin schrieb er1789 eine Einlagearie zu Cimarosas Oper "I Due baroni" was man durchaus als Auszeichnung sehen kann.

Auch die Opera buffa "Le astuzie femminili"
und die Opera seria "
Gli Orazi ed i Curiazi" sollte jeder Opernfreund
der Opern des 18. Jahrhunders schätzt, gehört oder gesehen haben

Cimarosa schrieb an die 100 Opern, da waren natürlich nicht nur Geniestreiche dabei
Überlebt haben von den meisten lediglich die Ouvertüre, Naxos bietet eine Serie, wo alle Ouvertüren enthalten sein werden. Bislang gibt es 5 Folgen mit je 1 CD, die bislang letzte erschien im Dezember 2016.

Hört man einige dieser Overtüren in Reihe nach durch, dann erkennt man - je nach persönlicher Wertschätzung des Komponisten entweder

a) ein Strickmuster, das sich immer wiederholt - also "Konfektionsware"

oder

b) einen eignen Stil des Komponisten, den man erst nach ofnamligem Hören verschiedener Werke als solchen erkennen kann, und der sich dann für den Kenner doch von jenem Mozarts unterscheidet.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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6

Sonntag, 31. Dezember 2017, 23:06

Ein stilistisch sehr mozartnaher Komopnist war Antonio Salieri. Wenn ein Körnchen Wahrheit an der Geschichte der Rivalität der beiden Komponisten ist, dann war es die Konkurrent bei den Opern. Daß Salieris Opern HEUTE weniger bekannt sind als jene von Mozart sollte in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen. Auch von Mozarts Opern wird nur etwa ein Viertel gespielt. Die Rivalität (Ich würde das wort eher durch "edlenWettstreit" ersetzen war in der Hauptsache durch den Kampf um die besseren Libretti verursacht. Lorenzo da Ponte, der geniale Libettist (und perfekte Intrigant) arbeitete dür BEIDE Komponisten und erzählte jedem von ihnen, daß er gerade IHM den Vorzug gäbe, also das bessere Libretto verfasse. Mozart vertonte besispielweise "Cosi Fan Tutte" erst. nach dem Salieri die bereits begonnene Arbeit an diesem Libretto eingestellt hatte

Salieri darf man sich nicht allzu "italienisch " vorstellen, er lebte etwa seit seinem 16 Lebensjahr in Wien und war absolut assimiliert.
Er schrieb auch ein Singspiel in deutscher Sprache:
"Der Rauchfangkehrer"
Hier die Ouvertüre daraus:



mfg aus Wien
Alfred

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Sixtus

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7

Samstag, 27. Januar 2018, 18:39

Beim informierenden Lesen der neueren Beiträge stieß ich auf Alfreds Thread und dachte sofort: Cimarosa! Dann las ich Dr.Pingels Beitrag und dachte: Aha, noch einer!
Ich habe seit Jahrzehnten "Il matrimonio segreto" als Plattenaufnahme im Regal stehen und höre auch gelegentlich hinein. Dabei denke ich immer auch an "Figaro". Es gibt da sicher stilistische Ähnlichkeiten und Parallelen: die kleine Orchesterbesetzung, die Stimmtypen, die Proportionen.
Aber es gibt auch gravierende Unterschiede: Bei Cimarosa wirkt alles schematischer, bei Mozart dominiert unverwechselbare Individualität. Nichts wäre austauschbar, es kann nur da stehen, wo es steht.
Cimarosas Oper musste bei der Uraufführung auf Wunsch von Kaiser Joseph in voller Länge wiederholt werden. Diese Ehre wurde Mozart nie zuteil. Ich denke, dem Kaiser, der ein nüchterner Mensch war, war Mozarts Musik zu kompliziert. Cimarosa ist schön im Sinne von gefällig, Mozart verlangt volle Aufmerksamkeit - von einem Kaiser zu viel verlangt.
Aber ein gelegentliches Anhören und auch Aufführen verdient Cimarosa schon,
meint, mit herzlichen Grüßen, Sixtus

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