Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Dritte Dame

Prägender Forenuser

  • »Dritte Dame« ist weiblich

Beiträge: 643

Registrierungsdatum: 29. September 2017

31

Montag, 25. Juni 2018, 09:00

Kleiner Nachtrag: Da würde sich jetzt allerdings dieFrage stellen: Was passiert ab Takt 31? Also dann, wenn der "gruselige" Teil aufhört und der "bewegte" Teil anfängt?

Und bitte nicht enttäuscht sein, ich arbeite mich so nach und nach durch das Buch durch, und bei den Notenbeispielen bin ich noch nicht... Ich glaube, es bringt nicht viel, wenn ich dem jetzt vorgreife!

Nochmals liebe Grüße von der Dritten Dame

Hosenrolle1

Prägender Forenuser

  • »Hosenrolle1« ist männlich
  • »Hosenrolle1« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 127

Registrierungsdatum: 3. August 2017

32

Montag, 25. Juni 2018, 15:04

Kleiner Nachtrag: Da würde sich jetzt allerdings die Frage stellen: Was passiert ab Takt 31? Also dann, wenn der "gruselige" Teil aufhört und der "bewegte" Teil anfängt?

Meine markierten Notenbeispiele beginnen ab T. 31, oder meinst du etwas anderes?


Und bitte nicht enttäuscht sein, ich arbeite mich so nach und nach durch das Buch durch, und bei den Notenbeispielen bin ich noch nicht... Ich glaube, es bringt nicht viel, wenn ich dem jetzt vorgreife!

Kein Problem :)
Ich finde es auch immer noch ungewohnt, dass ich in einem Klassikforum mit jemandem über klassische Musik reden kann, da bin ich schon froh drüber.


Ich fände es also gar nicht einmal unlogisch, wenn Mozart die Gelegenheit genutzt hätte, das Geheimnis während der Ouvertüre zu lüften?

Und doch: in der Ouvertüre wird dann geschildert wie gezittert und gebangt wird - die Freiwilligkeit, die Donna Anna oft unterstellt wird, wäre hier dann offenbar nicht mehr gegeben.



LG,
Hosenrolle1
Keine Sorge, ich bin Arzt. Ihre spektakulären Brüste interessieren mich nicht.
(Dr. Gregory House)

Dritte Dame

Prägender Forenuser

  • »Dritte Dame« ist weiblich

Beiträge: 643

Registrierungsdatum: 29. September 2017

33

Dienstag, 26. Juni 2018, 08:54

Schönen guten Morgen!

Meine markierten Notenbeispiele beginnen ab T. 31, oder meinst du etwas anderes?
Au warte, ja, ich sehe gerade, da habe ich Unfug verzapft...
Man sollte so etwas wohl nicht in noch schlaftrunkenem Zustand auf dem Arbeitsweg schreiben!
Aber Deine Vorgehensweise ist auch die falsche, in solchen Fällen ist es hier ungeschriebenes Gesetz, dem anderen eingeschränkte Intelligenz zu unterstellen, ich denke mir dann auch einige handfeste Beleidigungen aus, und so machen wir dann eine Weile weiter...
Wir können uns das aber auch sparen, ich korrigiere mich, und sage Dir, wie's tatsächlich gemeint war und wir setzen dann an diesem Punkt wieder an! :D


Mein Gehirn hat da im Halbschlaf die Ouvertüre ein wenig verdreht! Also noch einmal in "richtig":


Was passiert zu Beginn, also bis zum Takt 31? Dieser Teil der Ouvertüre taucht nämlich auch am Ende der Oper auf, wenn der "Steinerne Gast" eintritt, um Giovanni zu bestrafen.
Ich würde mir bei Mozart schon denken, dass er da einen Zusammenhang herstellen würde. Vielleicht, dass hier, zu Beginn, Giovanni die "Bedrohung" darstellt- eben für Anna.
Am Ende der Oper wird er dann selber bedroht, durch den Geist ihres Vaters.
Zu weit hergeholt?



Und doch: in der Ouvertüre wird dann geschildert wie gezittert und gebangt wird - die Freiwilligkeit, die Donna Anna oft unterstellt wird, wäre hier dann offenbar nicht mehr gegeben.

Zunächst einmal ist ja gar nicht klar, ob es überhaupt bis zum Äußersten gekommen ist! Da müsste man mal Leporellos Register einsehen ;)



Aber selbst wenn, würde ich keinesfalls von einer Freiwilligkeit ausgehen! Wenn sie an der Stelle, an der sie Ottavio berichtet etwas verschleiert, so wird das entweder die "Schande" sein ( falls wirklich etwas passiert sein sollte ) oder aber der Umstand, dass Giovanni sie vielleicht doch für einen kurzen Moment fasziniert hat - natürlich nicht während eines Vergewaltigungsaktes, sondern vielleicht während seiner Annäherung.
Dass sich Giovanni rücksichtslos nimmt, was er will, wird ja an anderer Stelle deutlich: Als er während der Feier in seinem Schloss Zerlina zu vergewaltigen versucht.
Dieser "Don Juan" hier ist beileibe kein vornehmer Verführer!


Liebe Grüße von der Dritten Dame








Dritte Dame

Prägender Forenuser

  • »Dritte Dame« ist weiblich

Beiträge: 643

Registrierungsdatum: 29. September 2017

34

Dienstag, 26. Juni 2018, 08:54

Schönen guten Morgen!

Meine markierten Notenbeispiele beginnen ab T. 31, oder meinst du etwas anderes?
Au warte, ja, ich sehe gerade, da habe ich Unfug verzapft...
Man sollte so etwas wohl nicht in noch schlaftrunkenem Zustand auf dem Arbeitsweg schreiben!
Aber Deine Vorgehensweise ist auch die falsche, in solchen Fällen ist es hier ungeschriebenes Gesetz, dem anderen eingeschränkte Intelligenz zu unterstellen, ich denke mir dann auch einige handfeste Beleidigungen aus, und so machen wir dann eine Weile weiter...
Wir können uns das aber auch sparen, ich korrigiere mich, und sage Dir, wie's tatsächlich gemeint war und wir setzen dann an diesem Punkt wieder an! :D


Mein Gehirn hat da im Halbschlaf die Ouvertüre ein wenig verdreht! Also noch einmal in "richtig":


Was passiert zu Beginn, also bis zum Takt 31? Dieser Teil der Ouvertüre taucht nämlich auch am Ende der Oper auf, wenn der "Steinerne Gast" eintritt, um Giovanni zu bestrafen.
Ich würde mir bei Mozart schon denken, dass er da einen Zusammenhang herstellen würde. Vielleicht, dass hier, zu Beginn, Giovanni die "Bedrohung" darstellt- eben für Anna.
Am Ende der Oper wird er dann selber bedroht, durch den Geist ihres Vaters.
Zu weit hergeholt?



Und doch: in der Ouvertüre wird dann geschildert wie gezittert und gebangt wird - die Freiwilligkeit, die Donna Anna oft unterstellt wird, wäre hier dann offenbar nicht mehr gegeben.

Zunächst einmal ist ja gar nicht klar, ob es überhaupt bis zum Äußersten gekommen ist! Da müsste man mal Leporellos Register einsehen ;)



Aber selbst wenn, würde ich keinesfalls von einer Freiwilligkeit ausgehen! Wenn sie an der Stelle, an der sie Ottavio berichtet etwas verschleiert, so wird das entweder die "Schande" sein ( falls wirklich etwas passiert sein sollte ) oder aber der Umstand, dass Giovanni sie vielleicht doch für einen kurzen Moment fasziniert hat - natürlich nicht während eines Vergewaltigungsaktes, sondern vielleicht während seiner Annäherung.
Dass sich Giovanni rücksichtslos nimmt, was er will, wird ja an anderer Stelle deutlich: Als er während der Feier in seinem Schloss Zerlina zu vergewaltigen versucht.
Dieser "Don Juan" hier ist beileibe kein vornehmer Verführer!


Liebe Grüße von der Dritten Dame








Hosenrolle1

Prägender Forenuser

  • »Hosenrolle1« ist männlich
  • »Hosenrolle1« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 127

Registrierungsdatum: 3. August 2017

35

Dienstag, 26. Juni 2018, 14:50

Wir können uns das aber auch sparen, ich korrigiere mich, und sage Dir, wie's tatsächlich gemeint war und wir setzen dann an diesem Punkt wieder an! :D

Macht auf jeden Fall mehr Sinn als Beleidigungen *gg*

Was passiert zu Beginn, also bis zum Takt 31? Dieser Teil der Ouvertüre taucht nämlich auch am Ende der Oper auf, wenn der "Steinerne Gast" eintritt, um Giovanni zu bestrafen.
Ich würde mir bei Mozart schon denken, dass er da einen Zusammenhang herstellen würde. Vielleicht, dass hier, zu Beginn, Giovanni die "Bedrohung" darstellt- eben für Anna.
Am Ende der Oper wird er dann selber bedroht, durch den Geist ihres Vaters.
Zu weit hergeholt?

Die Takte 1-31 sind schon schwieriger zu deuten. In den ersten vier Takten sind diese Synkopen in den Streichern auffällig; vermutlich sollen die das (Erd)Beben darstellen, das im letzten Akt auch als Bühnenanweisung in der Partitur steht, und bei dem ebenfalls solche Synkopen gespielt werden.

In den Takten 5-10 spielen die Streicher den gleichen punktierten schleppenden Rhythmus, der auch den schleppenden Gang des steinernen Gastes begleitet – das ist ohne Zweifel der Komtur, der sich nähert.
Dann folgen wieder (T. 11-14) auf- und absteigende Synkopen der Streicher, dazu wühlende 16tel Läufe – da würde ich ebenfalls annehmen, dass es etwas „unsicheres“, bebendes bedeutet.

Schwer tue ich mir mit den Takten 15-16. Was sind das für Figuren in den Streichern, die da so kurz heruntergerissen werden, im sf anfangen und im p aufhören? Ist das eine Figur für das Fallen (ähnlich der Figur in den ersten Takten von Venite inginocchiatevi, wo Susanna Cherubino auffordert, sich hinzuknien? Andererseits steht im Buch, dass Don Giovanni am Ende von einem „Riss in seinem Herz“ oder so ähnlich spricht, und es da auch eine ähnliche Figur gibt – wird da irgendein Riss dargestellt?

Auch die Takte 17-19 verstehe ich nicht. Die Violinen spielen abgerissene 16tel, die Bässe quasi komplementärrhythmisch dazu eine Achtel auf der 1, 2, 3 und 4. Vielleicht gibt es dazu auch eine Erklärung im Buch?

In den Takten 21-22 gibt es diese nachschlagenden Akkorde in den Streichern, die laut Born unterschiedliche Bedeutungen haben (s. z.B. [6.14] [7.8]). Dazu spielen die Holzbläser eine absteigende Figur – vielleicht ist das Don Giovanni, der in die Hölle geht?

Die Takte 23-26 kommen, glaube ich, wieder im Finale vor. In den Bässen schleppt sich wieder der Komtur in seinen punktierten Rhythmen dahin, die Flöten spielen hier schaurige, immer höher angesetzte Bögen, auch die Holzbläser werden immer höher – ich nehme stark an, dass hier geschildert wird, dass sich eine Gefahr (in diesem Fall der Komtur) nähert; nach diesem Prinzip näher sich auch die Schlange in der Zauberflöte, oder Don Giovanni in den Takten 32-35. (Die Holzflöten, für die diese Läufe ja geschrieben sind, haben hier einen dunkleren, schaurigeren Klang, und klingen wegen der Halbtöne auch etwas „unregelmäßiger“ – vergiss hier die modernen Metallflöten, die heller klingen und alle Töne gleichmäßig intonieren).

Die Takte 27-28 verstehe ich auch nicht ganz. In den Bässen geht noch der Komtur, die 1. Violinen zittern hier erregt herum. Falls das ein Zittern sein soll, weiß ich nicht, wer hier zittert. Kurz darauf werden aber schon die Seiten aufgeschlagen (hier wieder diese Sekundintervalle – vielleicht um anzuzeigen, dass derjenige, der blättert, genau schaut, welche Seiten er umblättert.



Liebe Grüße,
Hosenrolle1
Keine Sorge, ich bin Arzt. Ihre spektakulären Brüste interessieren mich nicht.
(Dr. Gregory House)