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Alfred_Schmidt

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1

Donnerstag, 16. Februar 2017, 23:30

Klassik-CDs - die Preise purzeln - Ich weiß nicht was soll es bedeuten

Wie schon heute morgen angekündigt, hier ein Thread über die Preisentwicklung bei Klassik CDs
Wenn man die Preisentwicklung bei Klassik CDs die letztne Jahre verfolgt hat, dann wird einem nicht entgangen sein, daß hier ein andauernder Trend in Richtung Preissenkung zu beobachten ist - dem allgemeinen Thrend bei anderen Waren als Gegenentwicklung.
Was sollen wir daraus schliessen? Ein in Zahlen ablesbarer Niedergang der klassischen Musik? Ein Zeichen von Desinteresse der Gesellschaft daran? Oder einfach eine Folge des Überangebots duch die vielen Aufnahmen, die all die letzen 50 Jahre über gemacht wurden? Ist es einfach eine Berichtigung, Klaus Hayman befand ja schon vor 30 Jahren die Preise für Klassik-CDs für überhöht. Und der Erfolg scheint ihm recht zu geben. Trotz der niedrigen Preise für Naxos CDs ist deren Qualität im Laufe der Jahre gestiegen und es hat sich sogar ein eigener Pool von "Naxos Stars" herauskristllisiert. Ähnliches kann auch über BRILLIANT CLASSICS gesagt werden.
Über die Strategien anderer Label können wir im Laufe des Threads reden, interessant ist auch die cpo Strategie, auf die ich so es sich ergibt näher eingehen werde.

mfg aus Wien
Alfred
Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich (Wilhelm Busch - Prognose über die EU ??)

Bertarido

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2

Donnerstag, 16. Februar 2017, 23:45

Die Sache mit den sinkenden Preisen muss man doch etwas differenzierter betrachten. Wenn ich mir die aktuellen Neuerscheinungen beim Werbepartner anschaue, dann gibt es einige sehr günstige, aber auch viele im Bereich von 20 Euro. Wirklich billig sind die vielen Boxen, die von den Major-Labels auf den Markt geworfen werden.

Hüb'

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3

Freitag, 17. Februar 2017, 09:00

Der Effekt betrifft ja nicht bloß das Klassik-Genre. Der Berg an aufgezeichneter Musik wird immer größer, was gerade bei "Klassik" problematisch ist, denn trotz aller Unterschiedlichkeit in der Interpretation bleiben es doch immer die selben Werke, im Kernrepertoire, die immer wieder "neu" auf den Markt gebracht werden. In einem funktionierenden Markt MUSS das den Preis drücken.

Viele Grüße
Frank

Maurice

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4

Freitag, 17. Februar 2017, 09:13

Klaus Hayman befand ja schon vor 30 Jahren die Preise für Klassik-CDs für überhöht. Und der Erfolg scheint ihm recht zu geben …

Aber anscheinend hat auch Herr Heymann seine Meinung geändert … :pfeif:
Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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5

Freitag, 17. Februar 2017, 10:20

Ja, Naxos ist das einzige, was deutlich teurer geworden ist: heute EUR 9,99, vor 20 Jahren DM 9,99. Dagegen kosten Vollpreis-CDs nominal etwa dasselbe, damals 35-40 DM, heute ca. EUR 20.
Geändert haben sich m.E. hauptsächlich drei Dinge (und beide haben schon in den letzten 10 Jahren oder so begonnen):
- Vollpreis-CDs werden nach kürzerer Zeit günstiger angeboten (ggf. in temporären, aber immer wiederkehrenden Angebotsaktionen) oder günstiger wiederveröffentlicht.
- Neuaufnahmen von Werkgruppen mit 2-10 CDs, z.B. alle Beethovensinfonien werden gleich viel günstiger, etwa als Twofer (also halber Vollpreis) oder sogar nur 5-7 EUR/CD angeboten.
- sehr umfangreiche Boxen mit älteren Aufnahmen werden extrem günstig (1-2 EUR/CD) angeboten.

Wir hatten das schon zigmal. Beim letzten Punkt ist ein Grund sicher, dass nach 50 Jahren in vielen Ländern die Aufnahmen von Billiglabels legal aufgelegt werden können und da versucht man lieber, selbst nochmal Geld zu machen.
Der Katalog ist übervoll, es ist schwierig, überhaupt noch CDs zu verkaufen (wie schon jemand sagte, ist es in der Klassik noch deutlich leichter als in der Popmusik, wo Streaming dominiert).
Schließlich sind auch die Produktionskosten sicher irgendwann (das dürfte aber schon in den 1990ern gewesen sein) gegenüber der Anfangszeit, als die neue Technik hohe Preise rechtfertigen konnte, gesunken. (Wenn man sich anschaut, um wieviel billiger Konsumentenelektronik in den letzten 30 Jahren geworden ist, nehme mal naiverweise an, dass die professionellen Geräte zur Aufnahme, mixing etc. auch eher billiger geworden sind.)
Man hat in den 1980ern ja selbst erkannt, dass der Vollpreis zu hoch war, um Konsumenten zu locken, und daher in der Klassik recht schnell die Dreiteilung in "Budget", "midprice" und "Vollpreis" etabliert. Die gab es jedenfalls schon, als ich 1988 die ersten CDs gekauft habe; freilich war damals die Auswahl in den unteren Preisgruppen manchmal sehr bescheiden. (Wenn es fast alles auch bei DG Resonance gegeben hätte, hätte Naxos kaum im selben Preissegment mit Mainstream-Stücken punkten können - nur bekam man eben bei DG vielleicht 2 CDs mit Mozart-Klavierkonzerten im Billigsegment in einer älteren Einspielung, bei Naxos alle in neuen DDD-Aufnahmen.)

Aber schon Mitte der 1990er war oft kaum zu begründen, warum man Vollpreis ausgeben sollte, da es sehr viele und gute Aufnahmen in den unteren Preisklassen gab (nicht zuletzt weil der erste Schwung Digitalaufnahmen um diese Zeit in diese Preisklassen rutschte).
Ich habe Mitte der 1990er ein Jahr in den USA studiert und gemerkt, dass sich mein Konsumverhalten dort geändert hat, weil die Spanne zwischen billigen und teuren CDs i.a. viel geringer gewesen ist. Es lag ein wenig auch an einem günstigen Dollarkurs von ca. DM 1,50, aber Vollpreis $15-17 (im Angebot mitunter 13), midprice um 12 und die billigsten um $8 brachte mich dazu mehr Vollpreis-CDs zu kaufen, während in D der Unterschied zwischen >35 DM für eine Vollpreis, um die 20 DM für eine midprice und 7-12 DM (bzw. noch weniger; ich meine 2001 hätte einiges aus der Teldec-Billigreihe mitunter für DM 2,90 verscherbelt!) für eine billige CD sehr stark gegen Vollpreis sprach, wenn man als relativer Anfänger viele CDs kaufen wollte.

Bertarido

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6

Freitag, 17. Februar 2017, 10:39

Ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist das riesige Angebot von Gebraucht-CD, das über Amazon-Marketplace angeboten wird. Man bekommt dort ehemals teure CD oft schon für 0,99 Cent oder weniger, maximal für ein paar Euro, in sehr gutem oder gar neuwertigem Zustand. Und auch Neuerscheinungen werden nach 1-2 Monaten dort oft schon deutlich unter dem Preis angeboten, zu dem sie auf den Markt kamen. Es wäre interessant zu wissen, wie groß der Marktanteil dieser Gebrauchtwaren ist. Jedenfalls besteht hier sicher ein Preisdruck auf den CD-Markt. Ich zum Beispiel kaufe CD fast ausschließlich gebraucht bei Amazon Marketplace. JPC hat höchstens noch Chancen bei Sonderangeboten und Portofrei-Aktionen, sonst sind die Preise nicht konkurrenzfähig.

rodolfo39

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7

Freitag, 17. Februar 2017, 10:49

Ein Punkt ist auch das Internet. Heute kann man sich ja fast alles herunterladen, teilweise noch vor der DVD Veröffentlichung. Und vieles wird, wie an der Bayerischen Staatsoper, sogar kostenlos übertragen. Selbst 18 Euro für ein Monatsabo der Wiener Staatsoper ist ja super preiswert. Ohne Internet musste man zwangsweise CD 's oder LP's kaufen.

Bertarido

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8

Freitag, 17. Februar 2017, 11:00

Ein Punkt ist auch das Internet. Heute kann man sich ja fast alles herunterladen, teilweise noch vor der DVD Veröffentlicht. Und vieles wird , wie an der Bayerischen Staatsoper, sogar kostenlos übertragen. Selbst 18 Euro für ein Monatsabo der Wiener Staatsoper ist ja super preiswert.

Ja, es gibt Dutzende von Klassik-Blogs, die gerippte CD oder auch DVD zum Download anbieten. Das ist natürlich illegal (auch der Download, was manche verdrängen), aber scheinbar wird es von den Plattenfirmen nicht konsequent verfolgt. Das wundert mich immer wieder, denn die Betreiber dieser Seiten könnte man ja leicht ausfindig machen und verklagen, aber das passiert offenbar nicht. Auch hier wäre wieder interessant zu wissen, wie hoch der Anteil solcher illegaler Downloads am Gesamtmarkt ist. Ich denke, dem Klassikmarkt kommt es - noch - zu Gute, dass viele Hörer älter sind und die Möglichkeiten des Internets nicht kennen oder mangels technischer Fertigkeiten nicht nutzen können. Auch wollen viele die CD noch physisch im Regal stehen haben, was im Bereich der Pop-Musik wohl kein großes Thema mehr ist, da hat man die Musik schon lange auf dem iPod. Die Frage ist nur, ob sich das im Bereich der klassischen Musik nicht auch ändert, wenn die alten Konsumenten aussterben und neue nachwachsen (falls sie denn nachwachsen).

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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9

Freitag, 17. Februar 2017, 11:02

Die sehr preiswerten Gebraucht-CDs (auch bei mir etwa 70% der Käufe oder mehr) sind m.E. erst eine Sache der letzten ca. 5 Jahre. Jedenfalls habe ich meiner Erinnerung nach in den 2000er Jahre günstige Gebraucht-CDs (wenige EUR) eher auf Ebay, nicht ganz so günstige Neu-CDs aus den USA (ca. 10-11 EUR + Versand) über marketplace gekauft.
Ich glaube eher nicht, dass sie direkt für die günstigeren Neupreise verantwortlich sind. Eher sehe ich eine gemeinsame Ursache: Boxen, downloads, transfers auf die Festplatte führen zu einem Überangebot von Gebraucht-CDs, die daher viel billiger werden. (Als weitere Ursache vermute ich das Ableben (oder altersbedingte Reduzieren der Sammlung) von Sammlern, die in den 1980ern/90ern kräftig CDs gekauft haben.)

Bei den Boxen alter Aufnahmen ist der Preisverfall nicht so schwer zu erklären. Da fallen nur noch die Produktionskosten der Scheiben an. Schon im LP-Zeitalter sollten meiner Erinnerung nach die Produktionskosten einer Aufnahme nach etwa 7 Jahren eingespielt sein, nach 7-10 Jahren sind schon damals die Aufnahmen oft zu günstigeren Preisen oder in Boxen neu aufgelegt worden. 50, sogar nur 20 (wie etwa Emerson Quartet) Jahre alte Aufnahmen, sollten ihre ursprünglichen Kosten längst eingespielt haben.
Und an neueren Aufnahmen, die nach 3-4 Jahren schon günstiger werden, wird schlicht und einfach viel weniger verdient als in den 1960ern und 70ern. Warum sollte es ein ökonomissche Gesetz sein, dass einige Künstler (es waren damals schon nur sehr wenig an der Spitze) durch Platten stinkreich werden und auch die Labels entsprechend mitverdienen?

Alfred_Schmidt

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10

Freitag, 17. Februar 2017, 12:59

Zitat

Auch wollen viele die CD noch physisch im Regal stehen haben

Geanu das ist es. Ich will das alle BESITZEN. Andere Verfahren liefern mich den Anbietern aus, wenn Download-Dienste aus welchen Gründen auch immer gewisse Interpreten aus dem Angebot nehmen. Wenn man nur mitliest, daß gewisse Leute Interpreten boykottieren, dann kann man sich vorstellen was passierte, säßen die in einem Solchen Dienst an den Hebeln der Macht.

Ich glaube nicht dass die "Besitzenwollenden " völlig aussterben werden. Genau so wenig wie Tonband und Cassetenrecorder die klassische LP verdrängen konnten und die jetzt - von der Jugend bejubelt - allmählich wiederkommt. Weit überzahlt - versteht sichs.

Die CD wird dereinst als Luxusprodukt betrachtet werden.

mfg aus Wien
Alfred
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Dieter Stockert

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11

Freitag, 17. Februar 2017, 13:49

Geanu das ist es. Ich will das alle BESITZEN. Ander Verfahren liefern mich den Anbietern aus, wenn Download-Dienste aus welchen Gründen auch immer gewisse Interpreten aus dem Angebot nehmen.

Ich glaube, Du verwechselst hier Download und Streaming. Auch ich will die Musik, die ich kaufe, besitzen (das geht mir auch mit Büchern so), und ich möchte mir keine Sorgen machen müssen, ob ich dann in zwei Jahren auch noch darauf zugreifen kann. Deshalb ist Streaming für mich völlig uninteressant und ich beschränke mich auf gekaufte Downloads (möglichst in Studio-Master-Qualität, also besser als CD), die ich dann »besitze«. CDs kaufe ich in der Regel nur noch dann, wenn die Aufnahme nicht anders verfügbar ist oder wenn beim Download kein Booklet als PDF angeboten wird.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

m-mueller

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12

Sonntag, 19. Februar 2017, 23:45

Die CD dürfte sich so langsam aus dem Massenmarkt verabschieden: die Regale der vorhandenen Klassikliebhaber sind voll, neue Aficionados wachsen nur in geringem Umfang nach, alternative Angebote zur Neu-CD gibt es zu Hauf, und damit kommt es zu dem auf normalen Märkten ja nicht unbekannten Effekt, daß das Angebot die Nachfrage übersteigt, was die Preise sinken läßt. Keine erschreckende Entwicklung, wie ich finde.

Auch Booklets sind wohl immer weniger Grund, auf das klassische CD-Format zurückzugreifen, weil man sich ja viele relevante Informationen zur jeweiligen CD aus dem Internet besorgen kann. Die "Unique Selling Points" der CD schwinden in ihrer Bedeutung.

Alfred_Schmidt

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13

Montag, 20. Februar 2017, 00:15

Zitat

Die "Unique Selling Points" der CD schwinden in ihrer Bedeutung.

So sehe ich das wieder nicht. Zunächst ist die PROFESSIONELL hergestellte CD im Vergleich mit anderen das SICHERSTE und LANGLEBIGSTE Medium das derzeit am Markt ist (Die Langspielplatte wäre - richtige Pflege vorausgesetzt noch sicherer, ist allerdings verschleißanfälliger und mit Nebengeräuschen behaftet).
Wer ein Musikfile auf CD überträgt, der benutzt hierzu ein relativ unsicheres Medium, nämlich eine selbst bespielbare CD. Dazu kommt das Cover UND die Jewel-Box. Allein das Papier (Karton) für ein professionell aussehendes Cover kostet über 1 Euro das Blatt, von den mißlungenen Drucken (Farbstich) mal ganz zu schweigen und natürlich die teure Tinte. Die selbstvertändlich die originale sein muss.

Downloads auf Festplatte käme bei mir gar nicht erst in Frage, dieses Medium ist viel zu unsicher, von Vireninfektionen mal abgesehen, und stets Sicherheitskopien anzufertigen und zu überprüfen ist meine Sache nicht....

Zu den Informationsquellen im Internet. Vieles wurde direkt aus den Booklets abgeschrieben - wo wird man in Hinkunft abschreiben?
Dazu kommt, daß immer wieder Internetseiten aufgelassen werden und nur mehr das Gerüst einstiger Pracht und Größe stehen bleibt...


mfg aus Wien
Alfred
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m-mueller

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14

Montag, 20. Februar 2017, 00:25

Ich glaube, die unterschiedliche Bewertung liegt an unserer unterschiedlichen Erwartung gegenüber CDs.

Du sieht eine CD wohl eher als Gesamtkunstwerk (klar, wenn sie professionell gemacht ist, sollte sie eines sein), ich schätze im Wesentlichen die Musik, und die Darstellungsform oder Aufmachung ist mir nicht so wichtig.

Kann gut sein, daß Dir der Markt für edle Gebraucht-CDs in 20 Jahren recht gibt.

Tapio

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15

Montag, 20. Februar 2017, 06:27

Es könnte an Folgendem liegen: Ausverkauf. Niemand (relativ) kauft mehr CDs.

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16

Montag, 20. Februar 2017, 09:36

Dass niemand mehr CDs kauft, stimmt ja nicht. CDs haben immer noch den größten Anteil und es wird mehr Geld mit CDs als mit Streaming verdient (u.a. weil man mit Streaming kaum was verdient). Ich finde in diesem Forum nichts mehr [doch gefunden, s.u.], aber letztes Jahr hatte jemand (Hüb?) Zahlen und Graphen der Tonträgerindustrie gepostet, die das deutlich belegen und übrigens auch, wie vorsichtig man mit Extrapolationen sein sollte. Wer auf der Basis von 2008-2011 die Entwicklung bei Downloads prognostiziert hätte, wäre derb auf die Nase gefallen, da damals der Höhepunkt schon erreicht war und seither Streaming ggü. Downloads dominiert. Selbst wenn man gegenwärtige Trends naiv fortschreiben würde, gäbe es in 20 Jahren noch CDs, nur dann vielleicht eben als Nischenprodukt wie heute LPs (deren Renaissance übrigens auch niemand? vorhergesagt hat).
Ich glaube allerdings auch nicht, dass CDs ein seltenes Luxusgut werden. Einzelne Sammlerstücke, ähnlich wie bei den LPs, vielleicht, aber insgesamt bleibt es ein Massenprodukt.

edit:
http://www.tamino-klassikforum.at/index.…6149#post586149

Dort auch einige kritische Anmerkungen; die Prognose des Verbands (im wesentlichen Fortschreibung des gegenwärtigen Trends, wie gesagt, hätte man das 2011 für Downloads so gemacht, hätte man ziemlich falsch gelegen) hat den Anteil physischer Tonträger 2020 immer noch etwas höher als Streaming.
Man muss auch kein Pessimist oder Technikskeptiker sein, um sich klarzumachen, dass eine vergleichsweise geringfügige Disruption (oder auch nur Verteuerung) unserer Internetinfrastruktur Streaming (und evtl. auch Downloads) sehr schnell deutlich weniger attraktiv machen kann.

Siegfried

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17

Montag, 20. Februar 2017, 09:37

Für Schnäppchenjäger sind das goldene Zeiten. Doch Konservensammeln kommt mehr und mehr aus der Mode.
Freundliche Grüße Siegfried

Siegfried

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18

Montag, 20. Februar 2017, 09:38

Es könnte an Folgendem liegen: Ausverkauf. Niemand (relativ) kauft mehr CDs.

Bis auf wenige Ausnahmen trifft das auf mich zu. Ich habe allerdings auch ein Platzproblem.
Und je älter ich werde, desto mehr bevorzuge ich Live-Konzerte bzw. Opernaufführungen.
Freundliche Grüße Siegfried

9079wolfgang

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19

Montag, 20. Februar 2017, 10:57

Zitat

Es könnte an Folgendem liegen: Ausverkauf. Niemand (relativ) kauft mehr CDs.

Auf mich trifft dies nicht zu. Ich werde weiterhin kaufen, wenn auch auf Sparflamme. Ich bin gar nicht erst in der Lage, etwas aus dem Internet herunterzuladen. :yes:
W.S.

La Roche

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20

Montag, 20. Februar 2017, 13:49

Mit meiner Meinung stehe ich im Kreis der "Mußt Du haben"-Truppe sicherlich ziemlich alleine da. Ich bin kein Sammlertyp.

Im Bereich Oper und Konzert habe ich nicht mehr als 500-600 CD/DVD/Platten. Und noch längst habe ich nicht alles gehört (mit Ausnahme der DVD´s, die ich alle 1-10 x reingezogen habe). Ich habe damit nach kaufmännischen Aspekten eindeutig zu viel investiert. Und wenn ich außer den in meinem Besitz befindlichen 3-4 Mahler-Gesamtaufnahmen mal Appetit auf eine neue Interpretation bekomme, hilft mir das Internet. Ich werde sicher nicht mehr viel kaufen, nur um es zu haben, auch wenn der Preis noch so günstig ist.

Im Unterbewußtsein steht bei mir sicher auch der Gedanke der Endlichkeit des irdischen Lebens. Danach kommt die Mülltonne, denn bei mir existiert kein Nachfolger, der Bruckner oder Mahler kennt, geschweige denn hört. Leider.

Herzlichst La Roche

lutgra

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21

Montag, 20. Februar 2017, 16:02

Ich habe damit nach kaufmännischen Aspekten eindeutig zu viel investiert.

Unter "kaufmännischen Aspekten" ist natürlich jede größere Plattensammlung eine Fehlinvestition. :D Ein Porsche Panamera übrigens auch, deshalb haben ihn i.d.R. auch nur Leute, die ihn als Dienstwagen steuerlich geltend machen können. Ich investiere jedenfalls lieber in eine Musiksammlung als in einen Porsche Panamera auch ohne steuerliche Vergünstigung :D :D

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22

Montag, 20. Februar 2017, 16:34

Investitionen i.e.S., von denen man sich Erträge, Wertsteigerungen usw. verspricht, sind die allermeisten Konsumgüter nicht. Das sollte man also nicht gegen LPs oder CDs ins Feld führen. (Immerhin sind sie günstiger und meist haltbarer als Autos und verursachen keine laufenden Kosten.)

Mir ist aber auch nicht ganz klar, warum aus "X noch nicht gehört" folgen sollte, dass X eine Fehlinvestition sei. Wenn ich im Juli günstig einen Wintermantel kaufe, kann das eine gute Investition gewesen sein, selbst wenn ich ihn etliche Monate im Schrank (mein Schrank nimmt keine Depotgebühren) hängen lasse, bevor ich ihn zum ersten Mal anziehe.

Klar, wenn ich vor 5 Jahren eine CD für EUR 20 gekauft und immer noch nicht gehört habe und es diese CD inzwischen für 10 EUR zu kaufen gibt, dann habe ich zu viel ausgegeben. Aber das weiß man vorher meistens nicht bzw. hat es anders vor, d.h. es ist alles normales Entscheiden mit gewissen Unsicherheitsfaktoren. (Man kann nicht bei allem warten, bis es billiger wird. Denn man könnte vorher sterben oder ertauben.)

Tapio

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23

Dienstag, 21. Februar 2017, 05:45

Ich denke, alle digitalen/digitalisierten Bereiche mussten sich etwas überlegen und die Entwicklungen sind/waren ähnlich. Die Preise fielen, es gibt Angebote, die einem vieles/eine Flatrate anbieten - damit überhaupt noch Geld abgeschöpft werden kann. Klassische Datenträger sterben aus. Beschleunigt wird das Aussterben der herkömmlichen Datenträger dadurch, dass sie weniger praktisch sind - im Vergleich zum kabellosen Streamen bspw. via Bluetooth oder halt WLAN.

- Audiobereich: Die Menschen konnten alles bekommen und alles verbreiten. Mittlerweile ist schon das Herunterladen, Horten und Organisieren (relativ!) umständlich geworden, denn Streamingdienste erfordern dies nicht.

- Videobereich: Hinkt hinterher, da Datenmengen höher und daher schwerer handhabbar sind - aber das spielt auch immer weniger eine Rolle (schnelles Internet/ riesige Festplatten/USB-Datenträger) - wir sehen die gleiche Entwicklung hin zu Streaming.

- Computerspiele: Valve hat mit Steam ein Quasi-Monopol und eine Distributionsplattform geschaffen, die den klassischen Vertrieb zerstört hat. Hier werden Spiele heruntergeladen und automatisch aktualisiert. Sehr viele Verkäufe zielen darauf ab, Produkte an wirklich JEDEN zu verkaufen. "Steam Sale", also immer wiederkehrende Sonderangebote mit teils >90% Nachlass schufen quasi eine Flatrate, einen "Game-Streamingdienst".

Goldene Zeiten für Konsumenten. Hoffentlich verlieren sie Kreativität nicht aus den Augen. Wir sind wie Kinder, die 50 Zimmer randvoll mit Spielzeug haben und wenn wir uns aber zurückerinnern, so war es doch viel schöner, als wir nur ein Spielzeug hatten, dieses aber das Zentrum der Welt war.


Im Unterbewußtsein steht bei mir sicher auch der Gedanke der Endlichkeit des irdischen Lebens. Danach kommt die Mülltonne, denn bei mir existiert kein Nachfolger, der Bruckner oder Mahler kennt, geschweige denn hört. Leider.
Man muss sich hier nichts vormachen, in den allermeisten Bereichen finden sich nur wenige Interessenten unter den Erben; die Mülltonne ist wohl häufig der Haupterbe. Leider? Ach wo. Es sind doch nur... Dinge.
Diese Gedanken kommen übrigens immer auch wieder bzgl. digitaler Bibliotheken auf. Meiner Beobachtung nach unterstützen Anbieter hier aber nicht, der Punkt wird sein, dass man eben die digitalen Produkte nicht "besitzt". Und seitens der Konsumenten ist der Druck nicht groß genug für einvernehmliche Lösungen - denn die Produkte sind ohnehin leicht und niederschwellig zu erwerben.

Puh. Habe ich Euch gesagt, dass wenn ich hier im Forum schreibe, ich mich nochmal 10 Jahre älter fühle? :D :whistling:

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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24

Dienstag, 21. Februar 2017, 10:18

Komisch, Du müsstest Dich doch eigentlich *jünger* fühlen, weil hier die ganzen alten Knacker im Gegensatz zu Dir nicht raffen, dass klassische Datenträger aussterben und daran festhalten wollen. Im Gegensatz zu einem Forum mit 20-30jährigen, die eh alles nur noch in der Cloud haben und sich kaum noch ans letzte Jahrtausend mit physischen Tonträgern erinnern.

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. April 2010

25

Dienstag, 21. Februar 2017, 11:09

Zitat

Komisch, Du müsstest Dich doch eigentlich *jünger* fühlen, weil hier die ganzen alten Knacker im Gegensatz zu Dir nicht raffen, dass klassische Datenträger aussterben und daran festhalten wollen.

Vielen Dank! X(
W.S.

Dieter Stockert

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  • »Dieter Stockert« ist männlich

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26

Dienstag, 21. Februar 2017, 11:29

Komisch, Du müsstest Dich doch eigentlich *jünger* fühlen, weil hier die ganzen alten Knacker im Gegensatz zu Dir nicht raffen, dass klassische Datenträger aussterben und daran festhalten wollen.

Er fühlt sich älter, weil er sich fragt, wie weit es mit ihm schon gekommen ist, wenn er sich in einem Forum mit solchen »alten Knackern« noch wohl fühlt.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

lutgra

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  • »lutgra« ist männlich

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Registrierungsdatum: 9. April 2013

27

Dienstag, 21. Februar 2017, 13:05

Er fühlt sich älter, weil er sich fragt, wie weit es mit ihm schon gekommen ist, wenn er sich in einem Forum mit solchen »alten Knackern« noch wohl fühlt.

Wie sagte doch Woody Allen im Stadtneurotiker: "Ich möchte nie einem Club angehören, der Leute wie mich als Mitglieder aufnimmt."

Tapio

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Registrierungsdatum: 15. März 2012

28

Dienstag, 21. Februar 2017, 17:29

Den Woody Allen-Spruch könnte ich direkt für mich unterschreiben :D.

Komisch, Du müsstest Dich doch eigentlich *jünger* fühlen, weil hier die ganzen alten Knacker im Gegensatz zu Dir nicht raffen, dass klassische Datenträger aussterben und daran festhalten wollen.
Er fühlt sich älter, weil er sich fragt, wie weit es mit ihm schon gekommen ist, wenn er sich in einem Forum mit solchen »alten Knackern« noch wohl fühlt.

Das bezog sich auf die "Endlichkeit irdischen Lebens" und auf meinen Gedanken, dass einem ältere Leute eher die Endlichkeit des Lebens aufzeigen - anders, wenn man sich zwischen Jüngeren aufhält - deren Planung ist eher auf "Ewigkeit" ausgerichtet :D. In meinen Mitte 40 habe ich gerade das erste mal ein Bewusstsein für die eigene Endlichkeit entwickelt. Ein paar zum Glück doch harmlose Zipperlein trafen mich - aber auch schwere Einschläge um mich herum. Ich kann sagen, ich habe so einen Wendepunkt erreicht, vor welchem ich mich noch für "unbesiegbar" hielt, jetzt nicht mehr. Aber das ist jetzt hier nicht das Thema.

Wo hier "alte Knacker" ins Feld geführt werden. Ich meine eigentlich, es ist der Regelfall, dass man neueren Entwicklungen ablehnend gegenübersteht, je älter man wird. Nur ein bißchen Selbstreflektion, und man kann das an sich selbst beobachten. Ich halte aber nichts davon, das Treiben der Jüngeren absolut zu verdammen. Nein, die werden schon zurechtkommen und sie kommen zurecht - man will das vielleicht nicht sehen. Und die Jugend ist ach so schlecht! Und rotzfrech! Und voller Hass! - Nein. Auch das kann man nicht sagen. Ich sehe sehr viel Gutes. Ich sehe bspw. viele Jugendliche/Erwachsene, die sich über ein Thema definieren und so auch anerkannt werden. Dieses ganze "der ist hässlich, der wird gemobbt" findet man manchmal erstaunlicherweise GAR NICHT. Finde ich gut. Nun ich kann hier keine empirische Studie anbieten, vielleicht will ich nur sagen, so einfach und hoffnungslos ist das alles nicht. Von uns älteren erwarte ich - aber wer bin ich, dass ich das erwarten darf - mehr Selbstreflektion und Überblick. Man kann sich auch naturwissenschaftlich nähern: "Warum lebe zufälligerweise ausgerechnet ich in einer Zeit, ab der die Jugend nichts mehr taugt".

Beste Grüße an alle alten und jungen Säcke und natürlich Säckinnen.

Alfred_Schmidt

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

29

Dienstag, 21. Februar 2017, 18:30

Ich sehe da manches ein wenig anders. Jede Generatrion wird mehr oder weniger von der Zeit geprägt in der sie erzogen wurde, bzw ihre ersten Eindrücke gesammelt hat. Damals wurde ein "Wertesystem in uns aktiviert", welches uns ein Leben lang begleiten wird. Anpassungen finden selbstverständlich statt, aber der Kernbereich bleibt.
Dies ist allerdings nur EIN Aspekt. Der zweite ist, daß die Jugend im Allgemeinen (ich persönlich war hier eine Ausnahme) unkritischer an die Umwelt herangeht, ihr fehlen Erfahrungen (vorzugsweise schlechte) und sie sind bis lange Zeit bis ins Erwachsenenalter hinein noch Kinder. Ihnen könnte man auch "Biologische Zahnbürsten" aus Plastik verkaufen. Wohlgemerkt aus "biologischem" Plastik...Mit dem Hinweis auf "sichere Arbeitsplätze" und "saubere Umwelt" kann man sie fast zu allem verleiten.
In Bezug auf Tonträger sind sie unkritisch - sie wollen (wenn überhaupt) die Werke kennenlernen. Wer der Interpret ist, ist ihnen gleichgültig - Hauptsache durchs Studentenbudget leistbar.
Für die Industrie ist das natürlich ein gefundenes Fressen, daher wird die Jugend scheinbar begünstigt. Alles ist plötzlich billig, oft sogar umsonst. Aber man hat sich eine Generation gezüchtet von der man hofft, daß sie sich nicht wehren kann und dass sie unkritisch ist.
Das Hinterfragen von Sachverhalten ist nur einer kleinen Elite (pfui schon wieder so ein altmodisches Unwort) gegeben.
Man sucht nicht nach langlebigen Werten, weil man das angeblich alles sowieso nicht braucht.
Nun - Ich besitze meine Musik schon ganz gern selbst auf (weitgehend) unzerstörbaren Datenträgern und nicht irgendwo auf einer "Cloud" (allein das Worrt ist schon verräterisch und erweckt bei mir die Assoziation aus "kann sich in Luft auflösen") In meiner Jugend wurde das Taschenbuch erfunden. Es war BILLIG und für jedermann erschwinglich. Leider sind diese Art Bücher meist auf billigem Papaier gedruckt, welches vergilbt und brüchig wird, zudem sind sie nicht gebunden sondern geleimt, was zur Folge hat, daß sich meist nach 20 Jahren (unterschiedlich) die Seiten einzeln aus dem Buch lösen und das Produkt unbrauchbar wird. Ideal zum Aufbau einer Bibliothek. Heute ist es so, daß diese Bücher (wertberichtigt) genauso teuer sind wie ein gebundenes Exemplar vor ca 50 Jahren...
Der erfahrene ältere Mensch hat erlebt, was man alles an Selbstverständlichkeiten eingespart hat um Gewinne zu maximieren.
Und er sieht wie junge Leute lächelnd sagen "Wir werden eines Tages wahrscheinlich gar keine Pension mehr bekommen"
Dafür hat man sie ein "Master" oder "Bachelor" Studium machen lassen und sie bekommen dann ein Gehalt, um welches in meiner Jugend vermutlich nicht mal ein Hilfsarbeiter gearbeitet hätte.....
Zum Umgang mit der Technik. MEIN Problem ist zumeist nicht, wie man sie bedient, sondern wofür man sie überhaupt braucht !!!

Dafür meide ich weitgehend Fast Food und Frißkonter und koche selbst oder gehe in ein Gasthaus oder Restaurant.

Mfg aus Wien
Alfred
Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich (Wilhelm Busch - Prognose über die EU ??)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 10 979

Registrierungsdatum: 12. August 2005

30

Dienstag, 21. Februar 2017, 19:48

Ich bin etwa im gleichen Alter wie Tapio und habe auch downloads auf der Festplatte (und einen Kindle reader). Aber ich habe eben weder Zeit noch Lust, viele tausend CDs auf harddisks zu archivieren und mein komplettes System umzustellen. Dass für die Leute, die früher eh fast nur Radio/charts gehört haben und auch für viele andere Streaming ideal ist, steht außer Frage. Wer sich noch an Einwahlmodems erinnern kann, weiß aber auch, dass es naiv ist, eine Infrastruktur, wie man sie für Streaming benötigt, als selbstverständlich vorauszusetzen. Und wie in dem verlinkten Thread mit den Statistiken und Prognosen des Musikindustrieverbandes schon bemerkt, hätte vor 15 Jahren niemand die "Vinylrenaissance" vorhergesagt und 2010 vermutlich auch nicht, dass downloads schon kurz vor dem Höhepunkt stehen und demnächst durch streaming ersetzt würden. Und die banale Geschichte, dass niemand gern itunes-credits (oder wie das heißt) verschenkt und es daher vor Weihnachten 2015 Lieferengpässe bei CDs gegeben hat.