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Joseph II.

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Montag, 5. Dezember 2016, 15:30

Weltersteinspielung: Strawinskys "Klagelied" (1908) wiederentdeckt und aufgeführt

Im Rahmen des 5. Internationalen St. Petersburger Kulturforums führte das Mariinsky-Orchester unter seinem Chefdirigenten Valery Gergiev am 2. Dezember 2016 das für verloren geglaubte "Klagelied" (Chant funèbre) op. 5 (1908) von Igor Strawinsky am St. Petersburger Mariinsky-Theater auf. Das Werk wurde erst 2015 zufällig wiederentdeckt und dann binnen kürzester Zeit als spielbare Fassung rekonstruiert. Es handelt sich insofern um die Weltersteinspielung.



Strawinsky komponierte das Orchesterwerk zum Andenken an den kurz davor verstorbenen Nikolai Rimsky-Korsakow (1844—1908), der sein eigener Lehrer gewesen war. Nach der Uraufführung des etwa zwölfminütigen Werkes am 17. Jänner 1909 am St. Petersburger Konservatorium geriet es in Vergessenheit und wurde nach den Turbulenzen der Pariser Zeit, des Ersten Weltkrieges, der Oktoberrevolution und des Russischen Bürgerkrieges von Strawinsky selbst für verloren gehalten. Für den Komponisten war das Werk nach "L'Oiseau de feu" sein zweitwichtigstes Werk.

Dank der Bemühungen von Natalia Braginskaja, der Leiterin des St. Petersburger Konservatoriums, und der Bibliothekarin Irina Sidorenko konnten die Orchesterstimmen des "Klageliedes" tatsächlich unverhofft doch noch aufgefunden werden. Es gelang mithilfe der Orchesterstimmen eine Partitur zu erstellen und das Werk nach über einem Jahrhundert wieder spielbar zu machen.

Weitere Informationen: https://de.rbth.com/kultur/2016/11/28/pr…lagelied_651707
"Die Mehrheit? / Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn; / Verstand ist stets bei Wen'gen nur gewesen." — Friedrich von Schiller

Joseph II.

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2

Montag, 12. Dezember 2016, 19:45

Die Gergiev-Aufnahme ist mittlerweile von YT verschwunden. Offenbar sind die Inhaber des Copyrights sehr allergisch. Eine erste offizielle Veröffentlichung dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein.

Hier noch eine Liste weiterer geplanter Aufführungen dieses Werks (Quelle):

Jan 20/21, 2017
Lotte Concert Hall, Seoul
(Asian premiere)
Seoul Philharmonic Orchestra/Markus Stenz

Feb 16, 2017
Esplanade Concert Hall, Singapore
(Southeast Asian premiere)
Singapore Symphony Orchestra/Charles Dutoit

Feb 18, 2017
Royal Concertgebouw Hall, Amsterdam
(Dutch premiere)
NTR ZaterdagMatinee series
Netherlands Radio Philharmonic/Markus Stenz

Feb 19, 2017
Royal Festival Hall, London
(UK premiere)
Philharmonia Orchestra/Esa-Pekka Salonen

Feb 24, 2017
Auditorio Nacional de la Música, Madrid
(Spanish premiere)
Philharmonia Orchestra/Esa-Pekka Salonen

Apr 6/7, 11, 2017
Symphony Center, Chicago
(North American premiere)
Chicago Symphony Orchestra/Charles Dutoit

May 18, 2017
Tokyo Opera City, Tokyo
(Japanese premiere)
Philharmonia Orchestra/Esa-Pekka Salonen

May 25, 2017
Auditorium RAI, Turin
(Italian premiere)
Orchestra Sinfonica Nazionale RAI/James Conlon

May 31, Jun 2/3, 2017
Philharmonie, Berlin
(German premiere)
Berliner Philharmoniker/Sir Simon Rattle

Jun 29/30, Jul 1, 2017
Sydney Opera House
(Australian premiere)
Sydney Symphony Orchestra/Charles Dutoit

Sep 7/8, 2017
Grieghallen, Bergen
(Norwegian premiere)
Bergen Philharmonic Orchestra/Edward Gardner

Oct 19/21, 2017
Konserthuset, Stockholm
(Swedish premiere)
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra/Sakari Oramo

Oct 26/27, 2017
Gulbenkian Foundation, Lisbon
(Portuguese premiere)
Orquestra Gulbenkian/Lawrence Foster

Dec 8, 2017
Grand Hall of the Kolarac Foundation, Belgrade
(Serbian premiere)
Belgrade Philharmonic Orchestra/Hans Graf

May 17/19, 2018
DR Koncerthuset, Copenhagen
(Danish premiere)
Danish National Symphony Orchestra/Juanjo Mena
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Joseph II.

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3

Samstag, 18. Februar 2017, 17:32

Vorgestern fand die südostasiatische Premiere in Singapur unter Charles Dutoit statt. Ich habe mir die Übertragung mitgeschnitten. Das Orchester, das aus erstaunlich vielen westlich wirkenden Musikern besteht, gab ein weiteres Plädoyer für dieses wiederentdeckte Werk ab. Dank der Gergiev-Aufnahme hat man nun sogar eine erste Möglichkeit zum Vergleich. Und der fällt trotz praktisch derselben Spielzeit (11:50 bei Dutoit, 11:47 bei Gergiev) zugunsten von Gergiev aus. Das Mariinski-Orchester fängt die düstere Atmosphäre des Stücks exemplarischer ein, Gergiev kostet die eruptiven Ausbrüche noch besser aus.

Heute Abend nun also die niederländische Premiere in Amsterdam unter Markus Stenz, morgen die britische in London unter Esa-Pekka Salonen. Hoffen wird auf weitere Konzertmitschnitte!
"Die Mehrheit? / Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn; / Verstand ist stets bei Wen'gen nur gewesen." — Friedrich von Schiller