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Caruso41

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121

Sonntag, 30. Oktober 2016, 12:18

Lieber Dottore Pingel!
Sonderbar!! Sehr sonderbar!!!
Da sind doch zwei Arien drauf:
Cimarosa "Artemisia": Entro quest'anima (5:42)
Cimarosa "Il Sacrificio d'Abramo": Chi per pietà mi dice (10:28)

Die CD gibt es nicht mehr und auf Amazon Marketplace muss man über 90 EURO berappen.
Wenn Du willst, kopier ich Dir die!

Caruso41
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Bertarido

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122

Sonntag, 30. Oktober 2016, 21:55

Alfia Kamalova

Heute traue ich mich auch einmal, eine Sängerin hier vorzustellen, auch wenn sie mit Mitte 30 nicht mehr ganz jung und damit auch keine wirkliche Entdeckung ist. Aber für mich war sie heute Abend eine, und ich bin noch ganz beflügelt von der Begeisterung, die sie bei mir in den letzten Stunden als Gouvernante in Benjamin Brittens eindrucksvoller Kammeroper "The Turn of the Screw" am Gelsenkirchener Musiktheater ausgelöst hat: Alfia Kamalova. Großartig, wie es ihr gelungen ist, die Gefühlzustände dieser Frau hautnah und stimmlich ohne Fehl und Tadel zu vermitteln. Ein wirkliches Erlebnis :jubel: . Da auch rodolfo sie schon einige Male lobend erwähnt hat, weiß ich zumindest, dass ich mit meinem Urteil über sie nicht ganz alleine dastehe.

Ich übernehme ihre Vita von der Seite des MIR:
Die in Estland geborene Sopranistin studierte Gesang an der Eesti Muusikaakadeemia in Tallinn, an der Sibelius Akademi in Helsinki und absolvierte Meisterkurse bei Maria Venuti, Monica Groop, Tom Krause und Siegfried Jerusalem. Bereits während ihres Studiums sang sie in mehreren Opernproduktionen in Finnland und Estland. Nach ihrem Diplom wurde sie ans Stadttheater Gießen engagiert, wo sie ein breit gefächertes Repertoire aus den Bereichen Oper, Operette und Musical sang, u.a. Nannetta („Falstaff“), Hodel („Anatevka“), Komtesse Anastasia („Die Csárdásfürstin“), Esmeralda („Die verkaufte Braut“) und Mozarts Bastienne („Bastien und Bastienne“). Seit der Spielzeit 2008/09 ist Alfia Kamalova am MiR engagiert. Hier war sie u.a. als Marie („Zar und Zimmermann“), Gretel („Hänsel und Gretel“), Musetta („La Bohème“), Susanna („Le Nozze di Figaro“), Rosina („Il barbiere di Siviglia“), Sophie („Der Rosenkavalier“), Elvira („L'italiana in Algeri“), Helena („A Midsummer Night's Dream“), Rosalinde („Die Fledermaus“), Adalgisa („Norma“) und Ms. Wordsworth („Albert Herring“) zu erleben. Für ihre Interpretationen als Hüter der Schwelle („Frau ohne Schatten“), Nitocris („Belsazar“), Pamina und Papagena („Die Zauberflöte“) und Gilda („Rigoletto“) wurde sie 2015 mit dem Preis der Theatergemeinde Gelsenkirchen ausgezeichnet. In dieser Spielzeit ist sie als Gouvernante („The Turn of the Screw“), Donna Anna („Don Giovanni“), Antonia („Hoffmanns Erzählungen“) und Katja („Die Passagierin“) zu hören.

In letzter Zeit hat sie insbesondere als Aldagisa in der Gelsenkirchner "Norma" sehr gute Kritiken bekommen.

Ein Porträt findet sich hier: http://www.derwesten.de/staedte/gelsenki…id10846098.html


Schallplattenaufnahmen: Leider Fehlanzeige.

Auf YouTube habe ich nur diese drei Videos mit ihr gefunden:






rodolfo39

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123

Sonntag, 30. Oktober 2016, 22:34

Ich habe sie schon häufiger im MIR live erlebt und kann dir nur voll und ganz zustimmen. Auf der Bühne gib sie immer stimmlich und darstellerisch alles und ist mittlerweile ein Puplikumsliebling im MIR.

Caruso41

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124

Montag, 31. Oktober 2016, 10:16

Alfia Kamalova

Lieber Bertarido,
hab vielmals Dank, dass Du den Publikumsliebling des Bochumer Opernpublikums vorgestellt hast.
Ich habe mir gerne die drei Videos angesehen und angehört.

Alfia Kamalova hat eine Stimme mit einem sehr aparten Timbre, das sich in der Mittellage besonders reich entfaltet und in der Höhe aufhellt. Die Stimme sitzt gut und sie wird technisch sicher geführt. Vermutlich würde man sie heute als lyrischen Koloratursopran oder als Soubrette bezeichnen, aber ich vermute, dass sie sich zum lyrischen Sopran entwickeln wird. Das deutet sich in der Susanna schon an. Das Rezitativ ist lebendig und eloquent gestaltet und die Arie singt sie mit schöner Phrasierung, wobei besonders positiv auffällt, dass sie die Phrasen fein ausklingen läßt. Das gewinnt der Interpretation die Poesie, die in dem kühlen Saal und bei der Klavierbegleiting ansonsten natürlich fehlt.
Die Rosina beweist dann, dass sie auch über eine gepflegte Koloratur verfügt. Die ist zwar nicht virtuos aber sicher und geläufig und sie wird mit Musikalität und Geschmack als Gestaltungsmittel eingesetzt!

Ich habe mir auch die Promovideos des MIR für Zar und Zimmermann und Boheme angeschaut, da die Konzertaufnahmen nicht so günstig klingen und ich Frau Kamalova mal mit einem Orchester hören wollte. Leider hatten aber beide Videos kaum etwas von ihr. Schade.

Ich kann mir vorstellen, dass Alfia Kamalova eine gute Bühnenpräsenz hat und eine starke Darstellerin ist. Auf den Videos freilich ist sie mir zu neckisch mit ihren Gesten und rollenden Augen. Da sieht man, dass Sänger oft verloren sind, wenn sie nicht von einem Regisseur begleitet und kontrolliert werden.
Ich würde gern mal noch andere Aufnahmen von ihr hören und sehen.
Gelsenkirchen kann sich glücklich schätzen mit einer solchen Sängerin im Ensemble.

Beste Grüße
Caruso41
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dr.pingel

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125

Montag, 31. Oktober 2016, 11:24

Als Fördermitglied des Gelsenkirchener Musiktheaters schätze ich Alfia Kamalova sehr. Gestern hatte ich geplant, mir "The Turn of the Screw" anzusehen, aber mein Auto wollte das verhindern.
@Caruso: auf dem Link (Gramophone) erscheint nur der Text, nirgendwo finde ich einen Button, um Musik anzuklicken. Eine Kopie der CD brauche ich im Moment nicht.
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

Bertarido

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126

Montag, 31. Oktober 2016, 13:06

Ich habe mir auch die Promovideos des MIR für Zar und Zimmermann und Boheme angeschaut, da die Konzertaufnahmen nicht so günstig klingen und ich Frau Kamalova mal mit einem Orchester hören wollte. Leider hatten aber beide Videos kaum etwas von ihr. Schade.

Lieber Caruso, vielen Dank für Deine Einschätzung. Ich habe inzwischen immerhin noch den Trailer von "The Turn of the Screw" gefunden, leider hört man auch dort nicht viel von ihr:



Noch weniger von ihr ist auf dem "Norma"-Trailer.

Gestern hatte ich geplant, mir "The Turn of the Screw" anzusehen, aber mein Auto wollte das verhindern.

Lieber dottore, da hast Du eine wirklich eindrückliche, unter die Haut gehende Aufführung verpasst - schade.
.

Caruso41

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127

Montag, 31. Oktober 2016, 17:10

Lieber Bertarido!

Schade!
Aber vielleicht gibt es ja bei Gelegenheit mehr Tondokumente oder Videos von Alfia Kamalova. Allerdings werden merkwürdigerweise Stücke ihres Repertoire nicht so oft eingestellt. Vielleicht sind sie einfach nicht spektakulär genug?

Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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128

Montag, 31. Oktober 2016, 17:12

@Caruso: auf dem Link (Gramophone) erscheint nur der Text, nirgendwo finde ich einen Button, um Musik anzuklicken.


Das läßt sich leicht erklären: Gramophone ist eine Zeitschrift kein Download-Portal.
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Caruso41

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129

Dienstag, 1. November 2016, 08:55



In seiner Fernsehsendung
"Rolando Villazon entdeckt die Stars von morgen"

präsentiert Villazon auch Sänger, die in unserem Thread bereits vorgestellt wurden:

Immer Sonntags ab 18.30 Uhr auf ARTE:

Am 06.11. 2016
Mit der Sopranistin Golda Schultz, dem Bass Anatoli Sivko, der Geigerin Mayumi Kanagawa und dem Arcis Saxophon Quartett.

Am 13.11. 2016
Mit der Flötistin Mathilde Caldérini, dem Tenor Levy Sekgapane, dem Pianist Dmitri und dem Schlagzeuger Christoph Sietzen.

Am 20.11. 2016
Mit der Sopranistin Elsa Benoit, de Bariton Manuel Walser, der Cellistin Anastasia Kobekina und den vier klarinettenvirtuosen der „Anches Hantées” (auf Deutsch: „spukende rohrblätter”).

Am 27.11. 2016
Mit der Mezzosopranistin Tara Erraught, dem Pianist Seong-Jin Cho, der Geigerin Noa Wildschut und der Posaunist Michael Buchanan.

Da werden wir sicher klanglich perfekte Aufnahmen bekommen und können dann unsere Urteile überprüfen und uns weiter über die Sänger austauschen.

Darauf freut sich

Caruso41
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Stimmenliebhaber

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130

Dienstag, 1. November 2016, 09:15

Drücken wir allen "Entdeckten" die Daumen, dass ihre Karriere länger und unbeschadeter verlaufen möge, als die ihres "Entdeckers" Rolando Villazon...
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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131

Dienstag, 1. November 2016, 10:14

Lieber Caruso,

man kann es zweifelsfrei begründen, dass zumindest dieser von Dir eröffnete Thread gezündet hat .Fast 7.000 Aufrufe und 131 Beiträge seit 16. August dieses Jahres. Also großes Interesse und höchste Beachtung für "Neue Stimmen".

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Caruso41

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132

Dienstag, 1. November 2016, 11:46

man kann es zweifelsfrei begründen, dass zumindest dieser von Dir eröffnete Thread gezündet hat .Fast 7.000 Aufrufe und 131 Beiträge seit 16. August dieses Jahres. Also großes Interesse und höchste Beachtung für "Neue Stimmen".

Ja, lieber Operus,
die Resonanz ist beeindruckend - und natürlich erfreulich!
Es ist vermutlich sinnvoller, noch unbekannte Sänger in dem "Sammel-Thread" vorzustellen als ihnen gleich einen eigenen Thread zu geben, in den viele Besucher nicht schauen, weil sie den Namen nicht kennen.

Hoffen wir das es gut weiter geht und noch mehr wirklich über die Vorgestellten diskutiert wird.

Caruso41
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Caruso41

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133

Dienstag, 1. November 2016, 17:42

Ich verfolge diesen Thread mit Interesse, aber ich habe auch Sorgen damit. Wo sind die "großen" Stimmen, die uns in zehn oder zwanzig Jahren einen guten "Trovatore" oder einen mitreißenden "Othello" auf die Bühne stellen? Oder einen Mozart-Tenor, der uns begeistert?


Lieber Erich,
wir hatten ja schon über Deinen Wunsch nach heldischeren Tenören, als wir sie hier bisher vorgestellt haben, gesprochen.
Einfach ist es nicht, neue Stimmen zu finden, die gleich Otello und Manrico singen, womöglich noch Siegmund und Siegfried.
Das wäre einer.

Lieber Melomanen!

Heute mach ich mal einen Versuch und stelle einen jungen Russen vor
Ruslan Yudine

Ob er mit dem großen russischen Tenor Сергей Петрович Юдин verwandt ist, kann ich nicht sagen.
Eigentlich kann ich überhaupt nichts über ihn sagen. Er hat zwar ín Dublin, Valencia und Marseille gesungen, aber Daten zu seinerPersion und Karriere konnte ich keine finden.
Ich habe ihn in Jekaterinburg als Ernani gehört und bin platt gewesen, über die Fülle, die Kraft und den Strahl seines Tenors.
Er singt zwar nicht wirklich wirklich nach meinem Geschmack, aber er macht schon Eindruck!
Ich will ausnahmsweise darauf verzichten, etwas zur Stimme, Technik und Gesangskultur der Mannes zu sagen.
Bin gespannt wie der Mann ankommmt.
Es gibt viele Vidos im Internet. Man muss nur verschiedene Umschriften des Namens ausprobieren. Ich habe welche ausgesucht, die einigermaßen klingen. Es gibt noch etliche mit zeitgenössischen russischen Repertoire. Aber vermutlich hört die sich keiner an. Deshalb das Repertoire, für das Erich Ruthner einen Interpreten suchte:











Viel Vergnügen

Caruso41
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dr.pingel

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134

Dienstag, 1. November 2016, 18:00

Mir ist er zu "kaufmännisch"! Außerdem vermisse ich die Regimentstochter.
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

Caruso41

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135

Mittwoch, 2. November 2016, 11:02

Außerdem vermisse ich die Regimentstochter.


Lieber Dottore,
das kann ich gut verstehen.
Aber wenn Du Dir die Sendung von Villazon auf Arte gönnst, bekommst Du sie sicher. Wetten?
Einstweilen kannst Du Dich mit dem astreinen Hohen D von Ruslan Yudine von dem letzten Video, das ich bei seiner Vorstellung eingestellt habe, trösten!
Beste Grüße

Carus041
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Erich Ruthner

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136

Mittwoch, 2. November 2016, 23:25

Ja, lieber Caruso, sehr eindrucksvoll. Del Monaco war in seinen jungen Jahren noch lyrischer. Aber ich zweifle daran, dass die Stimme seh lange halten wird.

Danke dafür -
Erich
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

Caruso41

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137

Donnerstag, 3. November 2016, 09:26

Ruslan Yudine

Aber ich zweifle daran, dass die Stimme seh lange halten wird.

Lieber Erich Ruthner,
diese Besorgnis ist sicher nicht so ganz unbegründet.
Ruslan Yudine ist in der mittleren Lage oft darauf aus, Volumen zu produzieren, teilweise auch durch Verdickung und Abdunklungen des Tons. In der Höhe, die er immerhin schlanker bildet, gewinnt er dann mit viel Krafteinsatz metallischen Glanz. Das findet man bei slawischen Tenören häufiger. Ich habe den Eindruck, dass aber der Wechsel von der Mittellage zur Höhe technisch nicht sicher beherrscht ist. Das könnte auf Dauer zum Verschleiß führen.

Hoffen wir, dass er das in den Griff bekommt. Es wäre schade, wenn das Material frühzeitig verschlissen würde.

Beste Grüße
Caruso41
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Caruso41

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138

Freitag, 11. November 2016, 11:42

Eine Woche ist vergangen und niemand hat in diesen Thread einen neuen Sänger vorgestellt. Und niemand hat etwas zu den Sängern gesagt, die ja schon vorgestellt wurden.
Mehr noch: Fast zwei Wochen sind vergangen seit Alfred einen Thread über Aida Garifullina Eröffnet hat. Niemand hat geantwortet.

Offensichtlich ist das Interesse an neuen Stimmen begrenzt und die Bereitschaft, sich zu ihnen zu äußern, ist zumindest ebenso begrenzt. Lieber wird mal wieder über Kaufmann gestritten, Kozub aus der Versenkung geholt oder eine Kontroverse Stader vs. Jurinac aufgewärmt. Dagegen hätte ich ja nichts, wenn man darüber nicht die Zukunft der Oper aus dem Blick verlöre. Die aber hängt nun mal von den Stimmen ab, die morgen singen sollen.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich erst wieder in dem Thread zu äußern, wenn ein anderer Tamino einen Sänger oder eine Sängerin vorgestellt hat. Aber: ich ertrage das Schweigen nicht. Angesichts der vielen Besuche, die dieser Thread hat, habe ich das Vertrauen dass es Opernfreunde und Melomanen gibt, die nicht bei Tamino angemeldet sind aber sich für die Neuen Stimmen interessieren.

So möchte ich heute doch noch mal eine Sängerin vorstellen. Es ist ein Koloratursopran aus Italien:

Gilda Fiume



Ich habe sie beim Wexford Festival in diesem Jahre kennen gelernt. Sie sang Maria di Rudenz. Nein, besser müsste man sagen: sie war Maria di Rudenz, die tragische Titelfigur in der wohl schwärzesten Oper Donizettis. Das ist bekanntermaßen eine extrem anspruchsvolle Partie. Die Tessitura liegt sehr hoch, die Partie ist gespickt mit schwierigen Koloraturen, aber in den großen Ensembleszenen werden auch dramatische Akzente verlangt und da braucht es schon fast Spinto-Qualitäten. Nun Spinto-Qualitäten hat Gilda Fiume einstweilen noch nicht. Aber sie behauptet sich eindrucksvoll. Zumal im ersten Akt hat sie für den rachsüchtigen Ausbruch eine packende Leidenschaft und Kraft.

Trotzdem ist Gilda Fiume einstweilen ein lyrischer Koloratursopran. Sie verfügt über einen ruden und warmen Ton, das Timbre würde ich - was bei Koloratursopranen eher selten ist - golden nennen. Die technische Beherrschung der Stimme ist staunenswert. Sie klingt in den Koloraturen durchgehend mühelos und steigt glänzend bis zum Hohen D auf. Beeindruckend ist die fein abstufende dynamische Kontrolle und die Fähigkeit, lyrische Phrasen zu modulieren und delikat zu färben.
All das aber stellt sie ganz in den Dienst einer Gestaltung der Figur, die einfach bewegt und erschüttert. Wenn sie Corrado im zweiten Akt ihre Liebe gesteht, ist das herzergreifend, und wenn sie in der Todesszene weiche und warme, aber irgendwie zerbrechlichen Pianophrasen spinnt, scheint jedem im Publikum der Atem zu stocken.

Leider ist die Aufzeichnung von Maria di Rudenz noch nicht auf CD erschienen. Eine Veröffentlichung ist aber geplant. Sie wird auch interessant sein, da als Corrado ein Bariton mitsingt, den ich auch hier hätte vorstellen können und dem sicher eine Große Carriere bevorsteht:
Joo Won Kang.

Ich muss deshalb auf ältere Videos verweisen, die es von Gilda Fiume bei Youtube gibt:







Zur Biografie kann ich nur wiedergeben, was in Wexford im Programmheft steht:

Zitat

Gilda Fiume

The Italian soprano gained a degree in voice at the Conservatory «G. Martucci» in Salerno» and she has continued studying with Mariella Devia. She won the first prize at the «Campi Flegrei» national contest, the «Città di Caserta Belvedere San Leucio» contest, and the «Leopoldo Mugnone» contest.
She has successfully debuted as Maria in Maria de Rudenz at the Wexford Festival Opera as well as Lucia in Lucia di Lammermoor in the Theatres Pavarotti in Modena, Regio in Parma, Municipale in Piacenza, Valli in Reggio Emilia, Opera Giocosa in Savona and as Amina in La Sonnambula at the Teatro Filarmonico Verona and Teatro Massimo Bellini Catania.
Recently she has appeared as Donna Anna in Don Giovanni at the Teatro Comunale Sassari, Leonora in Il Trovatore at the Teatro Donizetti Bergamo, where she also sang as Eleonora in Donizetti’s Torquato Tasso and Matilde in Maria de Rudenz. Further she sang as Mimì in La Bohème and Anna in Le Villi at the Teatro delle Arti and Teatro Augusteo in Salerno.

She works with the Gioacchino Rossini string quartet and the Ensemble Contemporaneo Symphony Orchestra. She has sung in concert for the Reate Festival at the Teatro Flavio Vespasiano in Rieti, in Rome and in Bergamo.

Among her future engagements Lucia in Lucia di Lammermoor at the Trapani Festival and Teatro San Carlo Naples, Donna Anna in Don Giovanni at the Teatro Bellini Catania and a concert with the baritone Leo Nucci.[/
quote]

Zitat



Viel Spaß beim Kennenlernen!
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139

Freitag, 11. November 2016, 17:21

Gilda Fiume, also, wenn das kein Name für eine Operndiva ist! Die Stimme ist schon sehr sicher, aber vom Timbre kann ich sie mir eher im italienischen Fach vorstellen. Obwohl eigentlich die Heroinen dieses Fachs doch etwas schlanker zu denken sind, um nicht zu sagen, abgezehrter ob ihres meist trüben Schicksals.
Wenn sie die Regimentstochter singt, lass es mich wissen, lieber Caruso! 8-)
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Caruso41

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140

Samstag, 12. November 2016, 09:26

Gilda Fiume

La mia caro dottore Pingel!

Die Stimme ist schon sehr sicher, aber vom Timbre kann ich sie mir eher im italienischen Fach vorstellen.

Das ist richtig. Sie singt zwar auch die Donna Anna, aber ihr campo di attività ist ganz sicher erst mal die italienische Oper, zuvörderst Bellini, Donizetti und Verdi. Ist ja interessant: Sie hat bei Mariella Devia studiert und die sang ja auch genau dieses Fach. Tatsächlich erinnert Gilda Fiume stark an die Devia, die ich ja für die beste italienische Sängerin für dieses Fach halte, die wir in den letzten Jahrzehnten hören konnten.
Wenn sie die Regimentstochter singt, lass es mich wissen, lieber Caruso!

Das verspreche ich! Ist gar nicht mal so abwegig. Im ersten Akt der Maria di Rudenz bewies sie nämlich ein ausgesprochen komisches Talent.

Aber vielleicht läßt sie sich auch zu Porpora, Traetta oder Cimarosa überreden?

Beste Grüße

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141

Samstag, 12. November 2016, 20:53

Anna Princeva


http://annaprinceva.com/de/fotos/

Gestern Abend hab ich diiese Sängerin zum ersten Mal live im Duuisburger Theater als Jungfer Anna in den lustigen Weibern von Windsor gesehen und war restlos begeistert. Sie verfügt über eine glockenklaren Sopran, hat keinerlei Höhenprobleme und singt sehr textverständlich, dafür ist aber ihre deutsche Aussprache furchtbar. Zum Glück mussste sie gestern mehr singen als sprechen.
Die Biographie ist leider nur auf Englisch :

Born in St. Petersburg, she began her musical studies at the age of five and graduated as and also studied singing and direction. Later, she graduated with honors in singing from the Conservatory of Fermo – Italy. She has participated in several noteworthy Master-Classes including those with Francesco Araiza, Grace Bumbry, Lela Cuberli and Bianca Maria Casoni.

In subsequent years she debuted roles of Violetta from Verdi’s La Traviata, Pamina from the Mozart opera „Die Zauberflöte“ at Teatro Comunuale Luciano Pavarotti of Modena ; Desdemona from Rossini’s „Otello“ , the title role from Verdi’s „Alzira“, Contessa Almaviva from the Mozart opera „La nozze di Figaro“ , Fiordiligi from Mozart’s „Così fan tutte“ at the Tiroler Festspiele Erl, Leonora from Verdi’s „Il Trovatore“ at Theater Freiburg and Kazan State Opera and Donna Anna from the Mozart opera „Don Giovanni“ at the Estates Theater in Prague, the title role in Verdi’s „Giovanna D’Arco“ under the direction of W. Humburg. She also covered the role of Leonora from „Il Trovatore“ at the Bayerische Staastoper and Marguerite („Faust“) at Baden – Baden Festspielhaus.

Among the last engagements , Teresa in Berlioz’s „Benvenuto Cellini“ unter the direction of S. Blunier and Hélène in Verdi’s „Jérusalem“ at the Theater Bonn, Fiordiligi from Mozart’s „Così fan tutte“ staged by C. Bieito at the Theater Basel and Leonora in „Oberto, Conte di San Bonifacio“ of G. Verdi under the direction of M. Bosch.

The production of Rossini’s „Guglielmo Tell“ at the Tiroler Festspiele Erl Sommer 2016, where Anna debuted the role of Matilde, was staged (by Felix Breisach) and recorded for „ORF – KULTURSOMMER“ on National Austrian Television .

Next engagements:

Anna Reich in „Die lustigen Weiber von Windsor“ of O. Nicolai in Deutsche Oper am Rhein

Nedda in „Pagliacci“ von R. Leoncavallo in the Oper Houses of Sydney and Melbourne


https://youtu.be/A4QP2J99oio?t=4

https://youtu.be/Rp94KV7Y-gI?t=3

Caruso41

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Sonntag, 13. November 2016, 09:22

Anna PRINCEVA

Lieber Rudolfo,

schön. dass du uns eine neuen Sopranstimme vorstellst. Ich werde sie frühestens morgen hören können und dann berichten. Aber ich will mal eben schnell, die Links für Deine Videos einstellen. Früher haben die Moderatoren das im Beitrag selbst vorgenommen. Das kann ich nicht. Deshalb also in einem eigenen Beitrag:




Ich füge noch zwei Videos an. Sie stammen aus der Aufführung von Verdis "Jerusalem", die ich Anfang dieses Jahres in Bonn gehört habe:





Hier singt sie zusammen mit Sébastien GUEZE und Franz HAWLATA das berühmte Terzett!

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Sonntag, 13. November 2016, 10:51

Vielen Dank lieber Caruso,
ich glaube ich habe den Fehler gefunden. Sobald ich die Links über den Opera Browser kopieren möchte, funktionert das nicht.

Caruso41

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Montag, 14. November 2016, 12:57

Lieber Rudolfo,
wenn nicht, dann frage einfach noch mal nach.
Zu der angekündigten Bemerkung zu Princeva werde ich leider erst morgen nachmittag kommen.
Bis dann!

Caruso41
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Montag, 14. November 2016, 15:10

Ein Tipp:
Nach 11:00 Minuten ist der oben vorgestellte Tenor Levy Sekgapane dran!

http://www.arte.tv/guide/de/065823-002-A…olando-villazon
;) - ;) - ;)

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Dienstag, 15. November 2016, 15:46

Anna Priceva

Rudolfo hat uns mit Anna Priceva einen Sopran vorgestellt, von dem man meiner Ansicht nach noch Einiges erwarten kann. Die Youtube-Aufnahmen klingen ja leider hart und haben eine Neigung zu Scheppern. Aber Rudolfo - er hat sie als Anna Reich in Nicolais Lustigen Weibern live gehört - bezeichnet die Stimme als glockenklar bezeichnet und ihr bescheinigt, dass sie keine Höhenprobleme hat.

Ich habe sie in Bonn als Hélène in Verdis "Jérusalem" live gehört. Das ist ja nun wirklich ein ganz anderes Fach, als Nicolais Anna.
Die Partie gehört sicher neben Odabella und Abigail zu der forderndsten Sopran-Partien Verdis. Andere würden sagen: zu den stimmmordensten Partien. (Da vielleicht nicht alle vertraut sind mit den verschiedenen Fassungen: die Hélène in "Jérusalem" entspricht in etwa der Griselda in "I Lombardi alla prima crociata")

Anna Priceva sang die Partie mit einem dramatischen Elan und einer virtuosen Bravour, die schlicht beeindruckte. Sie hatte keinerlei Mühe, sich gegen die Chöre und das Orchester zu behaupten. Die Stimme wirkte frei und mühelos, in den dramatischen Koloraturen feurig und flüssig zugleich (das eine der Videos gibt eine Ahnung davon!), hatte Glanz und den nötigen Strahl in den Spitzentönen. Für die Liebe und das Leiden Hélènes fand sie aber auch wunderbar beseelte Töne und weite Legatobögen mit fein abschattierten Farben.
Mehr oder minder fühlte man sich durchaus an die junge Netrebko erinnert.
Anna Priceva und der junge Tenor Sébastien Guèze waren einfach ideal als die jungen Liebenden aus Toulouse. Ihr Feuer und ihr Glück, ihre Aufopferung und ihr Leiden beseelen und erschütterten das Publikum, wie man es wahrlich selten erlebt. (Das Video mit dem Terzett gibt davon eine Ahnung!). Es war ein bemerkenswerter Abend.

Ich glaube, dass Anna Priceva noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung ist. Dass sie weiterhin die Jungfer Anna singt, deutet darauf hin. Auch die Video-Aufnahme der Traviata-Arie offenbart, dass sie mit der Erarbeitung der Partie nicht fertig ist. Aber das Potential für eine große Karriere hat sie sicher - und an Abenden wie bei "Jérusalem" in Bonn (unter dem famosen Will Humburg!!!) weiß sie es auch schon zu realisieren!

Noch ein Ausschnitt aus dieser Produktion:



Beste Grüße
Caruso41

PS: In Bonn hat sie auch die Teresa in Benvenuto Cellini gesungen. Das habe ich leider nicht gehört.
;) - ;) - ;)

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dr.pingel

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Dienstag, 15. November 2016, 20:45

Die Sopranistin ist schon sehr weit, was man vom Tenor leider nicht sagen kann. Hawlata ist natürlich sehr profund, wie man früher immer zu den Bässen gesagt hat. Leider kenne ich die Oper gar nicht, und was an diesem Terzett berühmt sein soll, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis. Die Regimentstochter habe ich schon vermisst.
Am Sonntag habe ich mir die Villazon-Sendung über neue Musiker angesehen. Das wichtigste ist ja, dass er selber da nicht singt. Aber seine sehr herzliche Art und sein sehr gutes Deutsch nehmen mich für ihn ein (wir wissen ja, dass die romanisch sprechende und die englischsprechende Welt für Fremdsprachen kein Ohr und keine Zunge hat. Engländer z.B. mokieren sich häufig über den germanischen Akzent, wenn Deutsche englisch sprechen. Wohlgemerkt, das tun Leute, die nix können!). Und die Leistungen der jungen Künstler können sich sehen lassen. Auch die tolle Dirigentin...!
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

Caruso41

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Mittwoch, 16. November 2016, 09:29

Lieber Dottore!
Leider kenne ich die Oper gar nicht, und was an diesem Terzett berühmt sein soll, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis.

"Jerusalem" ist die für die französische Oper überarbeitete Oper "I lombardi alla prima crociata" . Berühmt ist das Terzett weil es durch ein ziemlich virtuoses Violinsolo eingeleitet wird. Das hatte ich auch mal in dem Thread über Violinsolos vorgestellt:
Die Solovioline in Oper und Konzert

Toscanini hat es mehrfach in Konzerten aufgeführt und übrigens auch eine sehr schöne Aufnahme davon gemacht.

Die Regimentstochter habe ich schon vermisst.

Der nächste Tenor mit viel Höhe singt es sicher wieder!

Hawlata ist natürlich sehr profund, wie man früher immer zu den Bässen gesagt hat.

So kann man es auch sagen. Ich fand ihn eher rauh und bramabasierend. Für die französische Oper wäre doch eine gewisse Fähigkeit nötig, Kantilenen schlank zu führen und zu kolorieren.

Die Sopranistin ist schon sehr weit, was man vom Tenor leider nicht sagen kann.

Mit dem Tenor also warst Du unzufrieden? Dabei ist er ein Sänger, den ich zunächst mit einem Repertoire kennengelernt habe, das Dir eigentlich am Herzen liegt: als Pyrrhus in "Andromaque" von Gretry und als Floreski in Lodoiska von Cherubini.
Er nimmt vor allem durch seine unbändige Spielfreude und sein natürliches darstellerisches Talent für sich ein. Aber die Stimme mag ich eigentlich auch. An der Gesangstechnik sollte er freilich noch arbeiten. Aber er ist ja noch sehr jung.
Schau Dir doch mal an, wie er die Arie des Rudolfo aus "Boheme" lebendig macht (obwohl Dir ja das Repertoire eher ein Graus ist). Mir gefällt das!
Rein gesanglich geht das unzweifelhaft besser. Wer hat da nicht Björling, Bergonzi und andere im Ohr?
Aber wenn ich diese "Che gelida manina" und die Aufführung von "Jerusalem" nehme - dazwischen liegen 4 Jahre. - dann kann man schon sagen: er hat sich seither ja doch bemerkenswert positiv entwickelt.
Aber zum Glück hat er sich die Frische der Darstellung bewahrt.



Beste Grüße

Caruso41
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dr.pingel

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Mittwoch, 16. November 2016, 17:11

Lieber Caruso, ich finde es immer schön, wenn du dich um mich sorgst wie ein liebevoller Großvater. Vor allem bringst du die Einwände, aufgrund deren man sein Urteil revidieren kann. Wenn du das nicht tätest, würde ich hier nicht lesen. Mein Repertoire ist so Belcanto-feindlich nicht, vieles von Puccini und Verdi gefällt mir sehr gut. Ich finde nur die Komponisten aus der 2. Reihe nicht so überzeugend (die Regimentstochter lassen wir mal weg). Ich habe jetzt die beiden Clips des Tenors angesehen (Bohème und Carmen) und muss sagen, dass er wohl eine gute Zukunft hat.
Aber in einem habe ich doch Recht: ich würde doch gerne mal eine Sopranistin die schönsten Arien aus "La Didone" oder "La Calisto" hören (hier ist die Konkurrenz mit Nuria Rial und Hana Blazikova natürlich besonders stark); besonders aber einen Bass-Bariton mit der großen Arie des Orfeo, wenn er in die Unterwelt steigt. Mir ist klar, dass die jungen Sänger sich mit dem klassischen Repertoire bewerben müssen, aber ab und zu so was Schönes, dass ich es in meinem Thema bellezza unterbringen kann. Das habe ich übrigens schon getan. Ich weiß nicht, wie oft ich Anna Lucia Richter mit dem Solo aus der 8. von Mahler jetzt schon gehört habe. Dieses Stück steht zu Recht am Anfang eines "bellezza" - Thema.
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Stimmenliebhaber

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Mittwoch, 16. November 2016, 17:41

Diese hier eigestellte halbe Rodolfo-Arie wäre in der Tat auch Alfreds "Frisch zum Kampfe"-Rubrik "würdig"...
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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