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Gregor

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721

Mittwoch, 20. Juni 2018, 01:40

Interessant ist, dass nun alle drei Preisträger der Jahrganges 2011 in Wien engagiert sind:

Und auch die Gewinnerin des Ersten Preises von 2017, Svetlina Stoyanova, kommt nun nach Wien.
Mit Beginn der Saison 2018/19 ist Stoyanova Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper! :)
Am 07. September 2018 stellt sie sich dem Publikum der Wiener Staatsoper vor und gibt mit der Dryade in Strauss' Ariadne auf Naxos ihr Hausdebüt. Bereits im Oktober kündigt sie die Staatsoper als Cherubino in Mozart's Le nozze di Figaro an.

Wir haben uns nach ihrem Gewinn beim Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" näher mit Stoyanova beschäftigt. Zur Erinnerung, hier noch einmal einer ihrer "Siegertitel". ;)

Zitat



Svetlina Stoyanova - Parto, parto - La clemenza di Tito (Mozart)



Gregor

Caruso41

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722

Mittwoch, 20. Juni 2018, 09:58

Lieber Operus!

Dank Dir für Deine ausführliche Antwort!

Warum wenig Kommentare kommen hast Du zum Teil erklärt. Ich denke es liegt auch dran, dass Du die eingestellten Klangbeispiele meistens kompetent kommentierst. Das akzeptieren die Leser und setzten nicht noch eine eigene Meinung drauf, weil sie Dein Urteil als stimmig und überzeugend finden. Bitte sei zufrieden mit diesem unbestreitbaren Erfolg.

Deine Erklärung ist ja ziemlich schmeichelhaft, aber ich mag sie nicht recht glauben! Es wird doch in anderen Threads, in denen es um die Oper geht, so viel gestritten. Sogar den kenntnisreichen und fein argumentierenden Analysen von Holger Kaletha wurde immer wieder heftig widersprochen.
Ich mag mich einfach nicht damit zufrieden geben, dass es nicht gelingen will, einen Austausch über die NEUEN STIMMEN in Gang zu bringen.

Ich war bis jetzt zwei Mal in einer Jury eines Gesangswettbewerbs. Für mich unfassbar, wie es unter aktiven Sängern und renommierten Gesangspädogen so unterschiedliche Meinungen und heftige Streitereien über die Leistungen der Teilnehmer geben konnte.

Das ist doch eigentlich überhaupt nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass es viele Ebenen gibt, die für die Sängerbeurteilung wichtig sind, und noch viel mehr Kriterien, die dabei zum Tagen kommen müssen. Und es gibt einfach objektive Kriterien und auch solche, die rein subjektiv sind. Vielleicht darf ich noch mal daran erinnern, dass ich versucht habe, das zu systematisieren, was bei der Beurteilung von Sängern relevant ist.

Beurteilung von Sängern – Eine Frage das Geschmacks oder objektiver Kriterien?

Besser wenig Kommentare als wieder einen neuen Kriegschauplatz.

Kommentare müssen ja nun wirklich nicht einen Krieg in Gang setzen!


Lieber Gregor,

hab’ Dank für diese schöne Nachricht.
Svetlina Stoyanova hat es ja wirklich schnell geschafft. Ich wünsche ihr für den Start und die weitere Karriere alles Gute.
Für alle, die unsere Diskussion über die Preisträger von Gütersloh nicht mehr in Erinnerung haben, gebe ich noch mal den Link, der direkt dahin führt:
Entdeckungen: Neue Stimmen

Der Sängerwettbewerb wird im Beitrag #446 vorgestellt. Die Diskussion über die Preisträger beginnt ab Beitrag #453.

Euch beiden liebe Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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rodolfo39

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723

Mittwoch, 20. Juni 2018, 11:39

Hab grad mal im Livestream Programm der Wiener Staatsoper nachgeschaut. Ariadne auf Naxos wird übertagen, bei der Besetzung stand Frau Stoyanova nicht dabei. Ihr Mezzo klingt fantastisch und sie besitzt Ausstrahlung. In Bregenz wird sie die dieses Jahr die Rosina singen, ich nehme mal an im Festspielhaus, da es auf der Seebühne Carmen gibt.

Caruso41

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724

Mittwoch, 20. Juni 2018, 15:07

Noch zu Yamina Maarmar

Lieber Rodolfo!

Die Sopranistin Yamina Maamar zählt zu den international gefragtesten Künstlerinnen ihres Fachs...…..


Ja, solche Sätze stehen eigentlich oft in biografischen Notizen, die die Künstler selbst oder ihre Agenturen veröffentlichen. Dann folgt eine Liste der Opernhäuser, an denen sie gesungen haben. Nicht selten werden dann etliche renommierte Häuser aufgeführt werden, an denen sie nur mal gastiert haben. Dadurch geben diese biografischen Notizen mitunter nicht ein besonders spezifisches Bild von den Karrierewegen der jeweiligen Künstler. Man gewinnt den Eindruck, jeder singt allüberall! Vor allem natürlich an den reputierlichen Adressen. Diese biografischen Notizen werden dann von den Opernhäusern, an denen die Sänger engagiert sind, meist unredigiert übernommen.
Deshalb bin ich Dir dankbar, dass Du schon deutlich machst: Yamina Maamar hat eigentlich ihre künstlerische Heimat vor allem zwischen Kaiserslautern, Darmstadt, Gelsenkirchen und Bremerhaven. Und das seit gut zwölf Jahren, seit sie ins Sopranfach gegangen ist. In dieser Zeit hat sie sich entschieden in dramatischen und hochdramatischen Rollen etabliert. Dein Bericht über ihre Abigaille ist ein Beleg dafür, dass sie in diesem Fach stimmlich und darstellerisch überzeugen kann.

Hat sie auch das Potential, ihre Karriere auf einem höheren Level fortzusetzen?

Für mich ist die Frage leider nicht zu beantworten.
Die bei YouTube eingestellten Aufnahmen sind einfach in zu prekärer technischer Qualität. Eine differenziertere Einschätzung ist auf dieser Grundlage wirklich nicht möglich. Immerhin habe ich durch ihre Tove in Schönbergs Gurreliedern einen Live-Eindruck und kann sagen, dass sie besser klingt, als das, was man von ihr als Leonore, Isolde und Salome bei YouTube hört.
Sie hat eine große Stimme, weder warm noch rund, aber glanzvoll und durchdringend. Die Höhen haben eine vibrierende Intensität, oft auch ein nicht mehr kontrolliertes Vibrato. Überhaupt scheint ihr Ausgeglichenheit nicht so sehr am Herzen zu liegen. Trotzdem hat sie schon die Fähigkeit, sehr lange Bögen auf dem Atem zu singen und fein zu kolorieren. Gleichwohl gäbe es an ihrer Gesangstechnik Einiges zu kritisieren.

Muss man das überhaupt thematisieren?
Mir ist eine gute Gesangstechnik schon wichtig. Aber sie ist nicht alles.
Maamar ist eine Sängerin, die entschieden auf dramatische Unmittelbarkeit und Wirkung zielt. Sie stürzt sich in die Partien mit einem imponierenden Furor und gestaltet mit einer starken Intensität und expressiven Farben. Das wird von vielen Opernbesuchern durchaus mehr geschätzt als technischer Feinschliff - und es kann denkwürdige Opernabende bescheren. Zwischen Bremerhaven und Kaiserslautern allemal.

Möglicherweise auch in reputierlicheren Opernzentren?

Danke boch mal für Deine Vorstellung!
Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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725

Donnerstag, 21. Juni 2018, 08:48

Da es bisher nur Texte über sie gibt, will ich wenigstens mal ein Foto von Yamina Maanar einstellen.



Vielleicht findet noch jemand ein Video, das eine einigermaßen adäquate Vorstellung von Stimme und Gesangskunst der Künstlerin vermitteln kann?

Ich habe nur in der Sound Cloud technisch befriedigende Aufnahmen gefunden. Zum Beispiel: Die Grete mit einer Szene aus Der ferne Klang von Schreker!

https://soundcloud.com/yamina-maamar/grete-der-ferne-klang

Oder drei Lieder für Klarinette, Klavier und Sopran Op. 103 von Spohr.

https://soundcloud.com/yamina-maamar/lou…r-lieder-op-103



Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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726

Montag, 25. Juni 2018, 18:19

Arsen Soghomonyan - Eine Tenorhoffnung aus Armenien?

Liebe Opern- und Stimmenliebhaber!

Warum wenig Kommentare kommen ……. Ich denke es liegt auch dran, dass Du die eingestellten Klangbeispiele meistens kompetent kommentierst. Das akzeptieren die Leser und setzten nicht noch eine eigene Meinung drauf, weil sie Dein Urteil als stimmig und überzeugend finden……
Willst Du mehr Kommentar, wäre es vielleicht fördernd, wenn Du zunächst keinen eigenen Kommentar geben würdest und die User aufforderst als erste Ihre Meinung zu äußern.


Heute will ich also mal eine NEUE STIMME so vorstellen, wie Operus es angeregt hat. Ich werde mich mit Bemerkungen zur Stimme zurückhalten und nicht versuchen, ihre Eigenheiten und ihre Manier zu beschreiben. Ich werde auch nicht meine Meinung zur Gesangstechnik sagen! Ihre Vorzüge und Mängel werde ich nicht thematisieren.
Vielleicht ermuntert das zum genauen Hören und dazu, die Höreindrücke selbstständig und als ganz eigene Eindrücke zu formulieren.

Der Sänger, dessen Stimme ich heute vorstellen will, heißt
Arsen Soghomonyan



Er stammt aus Armenien und ist 1983 in Eriwan geboren. Auch seine Ausbildung hat er in seiner Heimatstadt am Barkhudaryan Konservatorium genossen. Er ging früh ins Engagement in Eriwan. 2006 gewann er den Armenischen Staatspreis und noch im selben Jahr den 'Pavel Lisitsian International Competition of Opera Singers' in Vladikavkaz. Er lernte Pavel Lisitian persönlich kennen, bekam Unterricht bei ihm und besuchte auch seine Meisterklasse.

Ich habe Arsen Soghomonyan 2016 in der Moskauer Stanislavsky Opera gehört – und zwar als Figaro in Rossinis “Il barbiere di Siviglia“. Also als Bariton! Ich habe mir ja vorgenommen, nichts zu Stimme und Gesang zu sagen. Soviel aber sei gestattet: Mich hat er sehr beeindruckt. Deshalb habe ich auch versucht, seinen weiteren Weg zu verfolgen.

Inzwischen hat er einen Fachwechsel zum Tenor vollzogen. Im Frühjahr 2017 debutierte er als Cavaradossi in „Tosca“ an der Stanislavsky Opera. Schnell hat er sich weitere Partien des dramatischen Tenorfaches erarbeitet und an verschiedenen Bühnen in Moskau gesungen: Canio, Alvaro, Manrico und José.

Für das nächste Jahr wird er nun im Programm der Berliner Philharmoniker als Otello angekündigt. Er soll in einer konzertanten Aufführung des Werkes unter Daniele Gatti in der Berliner Philharmonie singen.

Ist Arsen Soghomonyan vielleicht der lang ersehnte Tenor für die schweren italienischen Partien? Mögt Ihr die Stimme? Welches Potenial hört Ihr bei ihm? Was bringt er mit? Seid ihr skeptisch? Hört Ihr Probleme? Defizite?
Macht Euch selbst einen Eindruck! Auf jeden Kommentar und auf jede Meinung bin ich neugierig!

Leider gibt es nur wenige Aufnahmen von ihm bei Youtube und die sind denn auch nur mit Klavierbegleitung. Das hat immerhin den Vorzug, dass die Stimme nicht gestützt wird und kein Orchester da ist, das Atmosphäre und Stimmung schaffen würde. Das muss die Stimme schon alleine bringen!

Zunächst kann man die Stimme mit der Cavatine des Figaro aus Rossinis “Il barbiere di Siviglia“ hören – also im Baritonfach!
https://www.youtube.com/watch?v=xq8aqyKM…91Hk4Q3&index=3



Als Tenor kann ich Arsen Soghomonyan zusammen mit Hibla Gerzmawa im Liebesduett aus Verdis „Otello“ vorstellen.
https://www.youtube.com/watch?v=Y5ywVhm7vCE


Und noch eine kleine Zugabe: Turridus Abschied von der Mutter!
https://www.youtube.com/watch?v=ad92KhdPjZo


Ich bin gespannt auf Bemerkungen und Kommentare!

Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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727

Freitag, 29. Juni 2018, 19:10

Zu Lise Davidsen

Liebe Opernaficionados und Melomanen!

Auch die Vorstellung, wie sie Operus vorgeschlagen hatte, brachte keinerlei Bemerkungen oder Kommentare!
Das muss aber wohl keine schlechtes Zeichen für Arsen Soghomonyan sein. Das Schicksal teilt er mit etlichen Sängern, die hier als NEUE STIMMEN entdeckt und vorgestellt wurden. Ihre Karriere hat das glücklicherweise nicht beeinträchtigt!

Auch Lise Davidsen, die norwegische Sopranistin, die ich im Beitrag #335 vorgestellt hatte und über deren Weg noch etwas in den Beiträgen #345 und #376 angefügt werden konnte, stieß ja auf kein Interesse - wenn man mal von einem Dreizeilen-Kommentar und einer eher ungalanten Bemerkung absieht.
Jetzt kündigt Decca an, dass Sie die Sopranisten unter Vertrag genommen hat. Noch in diesem Jahr soll das erste Soloalbum von ihr erscheinen, auf dem sie von Richard Strauss "Vier letzte Lieder" sowie Opernszenen aus "Ariadne auf Naxos" und aus Wagners "Tannhäuser" singt.
Es soll sogar eine Gesamtaufnahme geplant sein. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen habe ich gehört, es sei an Cherubinis "Medea" gedacht.




Lise Davidsen ist auch auf den folgenden kürzlich erschienenen CDs zu hören:






Beste Grüße

Caruso41
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Fiesco

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728

Samstag, 30. Juni 2018, 11:04


Auch Lise Davidsen, die norwegische Sopranistin, die ich im Beitrag #335 vorgestellt hatte und über deren Weg noch etwas in den Beiträgen #345 und #376 angefügt werden konnte, stieß ja auf kein Interesse - wenn man mal von einem Dreizeilen-Kommentar und einer eher ungalanten Bemerkung absieht.
Jetzt kündigt Decca an, dass Sie die Sopranisten unter Vertrag genommen hat. Noch in diesem Jahr soll das erste Soloalbum von ihr erscheinen, auf dem sie von Richard Strauss "Vier letzte Lieder" sowie Opernszenen aus "Ariadne auf Naxos" und aus Wagners "Tannhäuser" singt.
Es soll sogar eine Gesamtaufnahme geplant sein. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen habe ich gehört, es sei an Cherubinis "Medea" gedacht.
Lise Davidsen ist auch auf den folgenden kürzlich erschienenen CDs zu hören:

Beste Grüße
Caruso41

Hallo Caruso41, du meckert immer viel rum, aber du solltest auch mal versuchen richtig zu verlinken, damit Alfred etwas Kohle abbekommt!
LG Fiesco

PS: was mich betrifft ich höre nur noch Renaissance und Barockmusik alles andere geht mir momentan am allerwertesten vorbei! :D
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

operus

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729

Samstag, 30. Juni 2018, 17:29

Spät kommt er doch er kommt: ein Kommentar zum Tenor Arsen Soghomonyan. Viele bedeutende Tenöre kommen aus dem Baritonfach und haben sich dann im Zuge ihrer weiteren Entwicklung die tenorale Höhen vollends erarbeitet. Die Stimme von Sogohomonyan ist dunkel gefärbt, klingt robust und kräftig, sie passt zu der äußeren Erscheinung des Sängers. Die Höhen werden ohne Probleme gemeistert. Die Stimme tendiert durch ihre vorhandene Kraft ins Dramatische. Das baritonal gefärbte Timbre klingt besonders in den tiefen und mittleren Lagen tonschön. Was noch nicht voll da ist sind leuchtende Strahlkraft und tenoraler Glanz. Auch die typische italienische Kantilene muss noch weiter entwickelt werden. Turidus Abschied überzeugt von den eingestellten Aufnahmen am meisten. Hier gestaltet Soghomonjan sehr abwechlungsreich und beweist, dass er auch über wunderschöne Pianotöne verfügt. Es dürfte klug sein, dass er heute schwerpunktmäßig Verismo-Rollen bevorzugt. Ob er allerdings der lange erwartete dramatische Tenor für die schweren italienischen Partien ist, muss seine weitere Entwicklung und die Zukunft beweisen. Ein Hoffnungsträger dafür ist er in jedem Fall. Beim Mangel an dramatischen Heldentenören könnte ihm durchaus der Weg in die Spitzenklasse gelingen. Der geplante Otello wird dafür sicherlich ein Prüfstein sein. Interessant wäre, ihn auch im deutschen Fach, also bei Wagner zu hören. Caruso sollte und wird den Weg dieses Sängers beobachten und begleiten und uns sicherlich auf dem Laufenden halten, auch wenn weitere Aufnahmen von Soghomonyan auf den Markt kommen. Mit seiner Agentur sollte er über eine Namensänderung nachdenken Soghomoyan klingt sperrig, ist schwierig auszusprechen und zu merken.

Herzlichst
Operus
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Rheingold1876

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730

Sonntag, 1. Juli 2018, 09:06

Ist Arsen Soghomonyan vielleicht der lang ersehnte Tenor für die schweren italienischen Partien? Mögt Ihr die Stimme? Welches Potenial hört Ihr bei ihm? Was bringt er mit? Seid ihr skeptisch? Hört Ihr Probleme? Defizite?
Macht Euch selbst einen Eindruck! Auf jeden Kommentar und auf jede Meinung bin ich neugierig!


Mit Stimmen, die weder das eine noch das andere sind, tue ich mich schwer, zumal dann, wenn ein sich andeutender, schwebender Fachwechsel nicht das Ereignis einer Entwicklung ist sondern gleich am Beginn einer Laufbahn als Ausdruck von Unbestimmtheit und Unentschlossenheit steht. Dieser Sänger, der keine vierzig ist, tut sich schwer damit. Er wird sich entscheiden und dann nochmal intensiv an seiner Technik arbeiten müssen. In meinem Ohren klingt er ein bisschen wie Kaufmann in ein paar Jahren. ;) In der italienischen Oper habe ich eine gewisse Helligkeit und Strahlkraft gern. Und nicht diese zugezogenen schweren stimmlichen Vorhänge. Mehr Temperament dürfte auch sein. Da geht nichts los. Sein Turridu kommt nicht von der Stelle. Als hätte er Blei unter den Füßen. Das Material selbst finde ich schon interessant. Aber es braucht noch viel Formung. Was daraus wird, vermag ich nicht zu sagen. Also bleibe ich skeptisch. Da muss Schliff rein. Mit ist der Vortrag auch zu verwaschen, zu gaumig. Als erschweren für eine Beurteilung von Arsen Soghomonyan kommt die Klavierbegleitung hinzu. Wenn ich etwas gar nicht mag, dann Opernszenen mit Klavier. :(
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

La Roche

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Beiträge: 3 022

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731

Sonntag, 1. Juli 2018, 09:55

ein Turridu kommt nicht von der Stelle. Als hätte er Blei unter den Füßen. Das Material selbst finde ich schon interessant. Aber es braucht noch viel Formung. Was daraus wird, vermag ich nicht zu sagen. Also bleibe ich skeptisch. Da muss Schliff rein. Mit ist der Vortrag auch zu verwaschen, zu gaumig. Als erschweren für eine Beurteilung von Arsen Soghomonyan kommt die Klavierbegleitung hinzu. Wenn ich etwas gar nicht mag, dann Opernszenen mit Klavier.

Lieber Rüdiger, ich habe mir den jungen Mann auch angehört und muß Dir leider recht geben, auch oder besonders zur Klavierbegleitung. Deine Meinung "daß die Stimme noch Formung" braucht teile ich indessen nur bedingt. Der junge Mann (1990 geboren) ist eigentlich in einem Alter, wo sowohl er als auch seine Lehrer wissen sollten, wohin die Reise geht. Die Stimme tendiert wohl nicht zur italienischen Oper, evtl. als Othello oder Andre Chenier mag ich ihn mir vorstellen. Die Stimme ist wohl recht kraftvoll, soweit man das sagen kann, wobei meine Feststellung durch die Liveeinstellungen erhärtet wird. Ich glaube, er sollte sich in Richtung heldisches Fach entwickeln. Aber das müssen er selbst und seine Lehrer entscheiden. Die Kraft dazu scheint er zu haben. Damit bin ich bei operus, der ihn auch eher im dramatischen Fach sieht. Für einen Herzog oder Rudolf ist seine Stimme einfach zu schwer. Aber eine gute Karriere kann er schon erwarten, wenn es mit 40 nicht schon etwas spät ist.

Herzlichst La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


Melomane

Fortgeschrittener

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732

Sonntag, 1. Juli 2018, 11:04

Er stammt aus Armenien und ist 1983 in Eriwan geboren.



Der junge Mann (1990 geboren) ist eigentlich in einem Alter, wo sowohl er als auch seine Lehrer wissen sollten, wohin die Reise geht.



Aber eine gute Karriere kann er schon erwarten, wenn es mit 40 nicht schon etwas spät ist.


Es handelt sich bei Herrn Soghomonyan ganz eindeutig um den neuen Domingo, so groß wie die Verwirrung bezüglich seines Geburtsjahres und seines Alters bereits jetzt ist.

rodolfo39

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Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

733

Sonntag, 1. Juli 2018, 12:09

Der Turridu hat mich auch ich so überzeugt und ich kann mich Rheingold und operus in den Beurteilungen nur anschlißen.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

734

Sonntag, 1. Juli 2018, 13:35

Es handelt sich bei Herrn Soghomonyan ganz eindeutig um den neuen Domingo, so groß wie die Verwirrung bezüglich seines Geburtsjahres und seines Alters bereits jetzt ist.

Lieber Melomane,
Du beweist treffenden Humor, wenn es denn nicht Ironie oder Sarkasmus ist. Beim ordnen des Nachlasses von Gottlob Frick fand ich auch eine Notiz, wo das Geburtsjahr von Domingo mit 1934 angegeben war. Ich habe mir das deshalb gut gemerkt, weil ich auch ein 1934er bin. Wenn das stimmt, ist das was Domingo leistet bewundernswert, egal welches Fach, was und wie er singt. Allein wie er als Posa in Wien im "Don Carlos" liegende und knieende Szenen, Auf- und Hinlegen gemeistert hat ist bewundernswert. Allerdings - und das ist die Realität - wirkte er gegen einen jungen agilen Carlos doch alt -- sehr, sehr alt.

Hezrlichst

Operus, der hier sehr gut mitühlen kann.
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Caruso41

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735

Sonntag, 1. Juli 2018, 20:22

Weiter zu Arsen Soghomonyan

Ihr Lieben!

Erst mal herzlichen Dank, dass ihr Euch mit Arsen Soghomonyan beschäftigt und eure Höreindrücke mitgeteilt habt. Ich habe sie mit Interesse und hoffentlich auch mit der gebotenen Sorgfalt studiert.

Erst will ich mal auf Rheingolds Schlussbemerkung eingehen, weil da das Dilemma angesprochen wird, ob man überhaupt etwas sagen kann, wenn man lediglich prekäre Aufnahmen hören kann:
Als erschwerend für eine Beurteilung von Arsen Soghomonyan kommt die Klavierbegleitung hinzu. Wenn ich etwas gar nicht mag, dann Opernszenen mit Klavier.

Daran haben mich Aufnahmen von Tamango, de Lucia, Bonci, Anselmi, Escalais und anderen gewöhnt. Es fördert meiner Meinung nach sogar die Konzentration auf Stimme und Gesang. Allerdings ist es oft schwer, sich von Sängern, die nur vom Klavier begleitet werden, in die dramatische Dimension der Szene versetzen zu lassen.

Aber nun mein Kommentar zu euren Kommentaren.

Die Stimme von Soghomonyan ist dunkel gefärbt, klingt robust und kräftig, sie passt zu der äußeren Erscheinung des Sängers. Die Höhen werden ohne Probleme gemeistert. Die Stimme tendiert durch ihre vorhandene Kraft ins Dramatische. Das baritonal gefärbte Timbre klingt besonders in den tiefen und mittleren Lagen tonschön.
Das Material selbst finde ich schon interessant.

Die Stimme ist wohl recht kraftvoll,...... Ich glaube, er sollte sich in Richtung heldisches Fach entwickeln.

Die üppig klingende, wohlgerundete Stimme scheint mir fest und sicher fokussiert. Euren Beschreibungen ihrer Charakteristika stimme ich voll zu. Von daher scheint sie für das Tenorfach, in dem Arsen Soghomonyan erst seit einem Jahr singt, bestens geeignet. Er hat die athletische Energie, die der Otello braucht aber auch die Fähigkeit, lyrische Phrasen mit langem Atem auszusingen. Dass die Berliner Philharmoniker ihn eingeladen haben, den Otello in der Philharmonie aufzuführen, kann ich voll nachvollziehen.

Was noch nicht voll da ist, sind leuchtende Strahlkraft und tenoraler Glanz.

In der italienischen Oper habe ich eine gewisse Helligkeit und Strahlkraft gern. Und nicht diese zugezogenen schweren stimmlichen Vorhänge.

Ja, auch diesen Einsichten kann ich rundum zustimmen. Eine hell leuchtende Strahlkraft, wie wir sie von Tamagno, de Muro, Lauri-Volpi und anderen kennen, hat die Stimme nicht — wird sie auch nicht gewinnen. Und der Sänger wäre schlecht beraten, sie zu erzwingen. Allerdings stört mich das nicht so sehr!

Warum? Nun, die Stimme ist nicht stumpf. Vielmehr entfaltet sie einen schönen bronzenen Glanz. Eigentlich sogar in allen Lagen. Wie Soghomonyan beispielweise das ‚venere splende‘ in den Nachthimmel über Zypern setzt und sogar noch ein Decrescendo wagt, ohne die tonliche Substanz zu verlieren, hat für mich schon Format und verbreitet auch echten Glanz.
Dass er klingen würde, wie Kaufmann in 4 Jahren, kann ich nicht nachvollziehen. Zumindest singt er nicht kehlig, er knödelt nicht und muss auch nicht hochstemmen, wie Kaufmann das schon seit einiger Zeit leider allzu oft tut.

Er wird sich entscheiden und dann nochmal intensiv an seiner Technik arbeiten müssen.
Auch die typische italienische Kantilene muss noch weiter entwickelt werden.

Ob er an der Technik wirklich grundlegend arbeiten muss, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wird er sich den italienischen Gesangsstil anverwandeln müssen und die italienische Manier. Man möchte ihm wünschen, er könnte mit einem Gabriele Santini die wichtigen Partien des italienischen Repertoires erarbeiten. Ob da Gatti der geeignete Förderer sein kann, will ich nicht beurteilen. Eher schon Pappano.

Turidus Abschied überzeugt von den eingestellten Aufnahmen am meisten. Hier gestaltet Soghomonjan sehr abwechlungsreich und beweist, dass er auch über wunderschöne Pianotöne verfügt.

In dem Abschied Turiddus hört man deutlich, wie sehr ihn Lisitzian geprägt hat. Der verhaltene, fast stockende Beginn, die feinen Differenzierungen der Lautstärke, die sinnfälligen Färbungen von Tönen und Phrasen - das alles hört man heutzutage eher selten. Leidenschaften und Verzweiflung ausstellen können viele. Aber ist das wirklich die ganze Wahrheit dieser Szene?
Und, lieber Operus, die Piani sind wirklich wunderschön. Heute klingen sie ja bei vielen Tenören wie heruntergewürgte Forti oder substanzlos und zittrig — wenn sie sich die Herren nicht gleich ganz sparen.

Mehr Temperament dürfte auch sein.

Wirklich? Gerade die Ruhe und Entspanntheit, mit der er Otellos Liebesduett angeht, finde ich schon überzeugend. Und dass er auch dramatisch attackieren kann und dabei Zug nach vorne entfaltet, beweist die Passage ‚Pingea dell’armi il fremito, la pugna…..’ in Otellos Liebesduett recht überzeugend.

Und dann noch ein Wort zum Namen: Er ist doch sehr melodiös und spricht sich eigentlich auch leicht aus. Ich weiß nicht, ob man den ändern muss um eine Karriere zu fördern.

Liebe Grüße Euch allen!

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Dienstag, 3. Juli 2018, 10:04

Caruso sollte und wird den Weg dieses Sängers beobachten und begleiten und uns sicherlich auf dem Laufenden halten, auch wenn weitere Aufnahmen von Soghomonyan auf den Markt kommen.


Lieber Operus, werte Melomanen!

Da kann ich immerhin schon ankündigen, dass Arsen Soghomonyan schon bald ganz in Deiner Nähe zu hören sein wird:
Er wird ab Januar in Frankfurt in Verdis "La forza del destino" als Alvaro zu hören sein.

Im Juni/Juli des kommenden Jahres soll er auch am Royal Opera House Covent Garden in London als Don José zu hören sein! Er wird zusammen mit der Carmen von Clémentine Margaine singen, die ja auch in diesem Thread als NEUE STIMME vorgestellt worden war.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Caruso41

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Samstag, 21. Juli 2018, 15:18

‚Recording of the month’

Liebe Opernliebhaber und Melomanen!

Das geschieht wirklich eher selten:

Die renommierte englische Musikzeitung GRAMOPHONE kürt die Gesamtaufnahme einer Oper zur ‚Recording of the Month’!
Genau das ist im August 2018 geschehen. Da ist die neue Gesamtaufnahme von Bizets „Les Pêcheurs de Perles“ die ‚Recording of the month’.

In dieser Gesamtaufnahme sind alle drei Hauptpartien mit Sängern besetzt, die hier in diesem Thread als NEUE STIMMEN vorgestellt wurden:

Julie Fuchs (Leila) vorgestellt in den Beiträgen #048, 093, 096

Florian Sempey (Zurga) vorgestellt in den Beiträgen #200, 377, 378

Cyrille Dubois (Nadir) vorgestellt in den Beiträgen #555, 557, 560, 565



Es ist vielleicht interessant, diese Kritik in GRAMOPHONE zu lesen, da die Sänger nicht nur beschrieben und beurteilt werden sondern auch mit den Sängern in früheren Aufnahmen verglichen werden.

Zitat

von Mark Pullinger

BIZET Les Pêcheurs de Perles


Bizet’s The Pearl Fishers was much maligned for years. Writing in Le Figaro after its 1863 premiere, Benjamin Jouvin dismissed it as a ‘noisy orgy’, declaring: ‘There were neither fishermen in the libretto nor pearls in the music.’ Later, George Bernard Shaw thought it ‘a waste of time and energy’. Only Hector Berlioz, writing in the Journal des débats, found merit in the opera: ‘The score for Les pêcheurs de perles does Monsieur Bizet credit … arias and duets full of fire and great richness of colour.’
The initial run lasted just 18 performances before the opera fell into oblivion. It was only after Bizet’s death that his publisher Choudens wanted to cash in on the success of Carmen by resurrecting his earlier operas. Pearl Fishers was butchered about and reorchestrated, with new numbers added (including a trio composed by Benjamin Godard), and an ending tacked on where Zurga is killed. Notoriously, that famous duet was revised to bring back the big tune at the close, a version which – admittedly – sounds terrific in concert and established it, largely though the Jussi Björling/Robert Merrill recording, as one of opera’s best-loved numbers. But as Brad Cohen (whose own edition was performed at ENO and is used on a Chandos in English disc of highlights) points out, the original version’s ‘intimacy and refinement create a quite different atmosphere from the noisy peroration of the posthumous version’.

The tide began to turn in the 1970s, when Arthur Hammond orchestrated sections of the original score which had since been cut. The 1863 version was recorded by Georges Prêtre for EMI in 1977. The autograph score is privately owned, so the best musicologists can do is refer to the conducting score – written over six staves – to get closest to Bizet’s original ideas about orchestration. Swiftly following on from Cohen’s detective work for Edition Peters, Hugh Macdonald’s 2014 reconstruction was published by Bärenreiter, and this is the version used in this splendid new recording on Pentatone, recorded in concert in Lille in May 2017.

Dramatically, the libretto is weak, its plot of two friends in rivalry for the same woman (now a veiled virgin priestess) hinging on the recognition of a necklace. Happily, we don’t have to take these considerations into a recording. Alexandre Bloch conducts the Orchestre National de Lille in a vivid account of the score, with muscular playing driving the faster music (a terrific storm) and the exotic dance numbers, while finding the necessary delicacy for the opera’s heady lyricism. There are fabulous contributions from the excellent chorus, Les Cris de Paris, as the villagers of the Ceylonese pearl-fishing community.

But it’s the casting of the central trio of characters where this recording triumphs, with no grit in the musical oyster. Pearl Fishers hasn’t fared especially well on disc and there are very few that stand up well to scrutiny. Arguably, you have to go back to 1953 for the finest Nadir and Leïla, French-Canadian husband and wife Léopold Simoneau and Pierrette Alarie. Until now.
Cyrille Dubois is an outstanding Nadir. He floats his light tenor with honeyed ease in ‘Je crois entendre encore’, the high B natural at the end exquisitely placed. Easily the loveliest bit of singing I’ve heard all year.
Julie Fuchs’s Leïla is no less delectable. Leïla’s Act 2 aria ‘Comme autrefois dans la nuit sombre’ is beautifully sung, as delicate as Ileana Cotruba∞ (for Prêtre) and less ‘mooning’ in manner than Janine Micheau (for Pierre Dervaux), warmed by gentle vibrato. Fuchs is far from a wilting flower, though, with just enough steel after her pleas to Zurga to save Nadir’s life only to inflame his jealousy.
Zurga is often the weak link on disc, with several woolly baritones on display, the worst of which is the throaty Guillermo Sarabia for Prêtre. Florian Sempey is a superb Zurga here, his lithe baritone strong enough to make him a charismatic leader, shaping his Act 3 aria sensitively as Zurga despairs that his friend is condemned to die at dawn. Sparks fly in his encounter with Fuchs’s Leïla. With Luc Bertin-Hugault’s sturdy high priest, it’s as fine a cast as has been assembled for a recording of Les pêcheurs de perles and immediately claims top spot on my shelves.

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Caruso41

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Samstag, 21. Juli 2018, 17:59

Ich habe versäumt, zu sagen, dass Julie Fuchs und Cyrille Dubois Entdeckungen von Rodolfo waren. Er hat sie hier im Thread NEUE STIMMEN vorgestellt!

:jubel: :jubel: :jubel: BRAVO! und DANKE! :jubel: :jubel: :jubel:

Caruso41
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Fiesco

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Samstag, 21. Juli 2018, 20:21



Hallo Caruso41, du wolltest doch üben! :D

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

Caruso41

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Samstag, 21. Juli 2018, 22:05

Besten Dank, lieber Fiesco, für die Unterstützung!
Dieser Thread fordert recht viel Arbeit, da bin ich Dir für Deine Hilfe sehr verbunden!

Beste Grüße

Caruso41
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Sonntag, 22. Juli 2018, 06:28

Lieber Caruso,
hier die Perlenfischer mit Julie Fuchs von Youtube

https://youtu.be/0CWMnONzAEc

Rheingold1876

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Sonntag, 22. Juli 2018, 08:07

Du wirst ja nichts dagegen haben, lieber Rodolfo, wenn auch ich von dem Link Gebrauch mache. Ich hatte den Mitschnitt bei YouTube noch gar nicht zur Kenntnis genommen, mir aber die Aufnahme wie sie auf CD erschienen ist, mehrfach bei Spotify angehört. Ein großer Wurf! In allen Kritiken, die ich dazu gelesen habe, wird herausgestellt, dass sie idiomatisch so hervorragend gelungen sei. Dem kann ich mich nur anschließen. Es hat halt sein Gutes, wenn ausschließlich Muttertsprachler am Werk sind, die wissen, was sie singen und die in einem Alter sind, das die Figuren und ihr Handeln glaubhaft macht. :) Fachzeitschriften gehen zwar gern mit Trends, in diesem Falle aber ist - wie wir durch Caruso erfahren - die richtige Wahl getroffen. Spannend ist ja auch die Fassung, womit erneut bewiesen wäre, dass es nicht reicht, sich sklavisch an Überliefertes zu halten, wie an anderem Stelle des Forum wieder irrtümlich behauptet wird. Quellenforschung ist das Gebot! Wer nichts mehr hinterfragt, trägt dazu bei, die Oper als Kunstgattung zu begraben. Auch wenn der Vergleich nicht unbedingt nötig ist, ich stelle diese Aufnahme weit über die neuen "Troyens". Einen Zusammenhang mit Berlioz gibt es schon: Dieser musikalische Prophet hat an Bizet und sein Werk geglaubt.

Ich danke in die Runde für die Tipps, die mir ein hinreißendes Erlebnis bescheren. Damit hat sich dieser Thread wieder einmal als sinnstiftend und als üppige Fundgrube erwiesen. Ich bin auch hingerissen von der dichten Atmosphäre des Mitschnitt. Nicht im Traume wäre ich darauf gekommen, dass es sich um eine konzertante Aufnahme handelt.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

rodolfo39

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Sonntag, 22. Juli 2018, 08:26

Lieber Rheingold,
der Link ist natūrlich für alle Taminos. Ich hab es nur aufgegegegeben hier etwas zu verlinken oder auf Livestreams hinzuweisen , da diese eh nicht angeschaut werden außer in diesem Thread.














Caruso41

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Sonntag, 22. Juli 2018, 12:25

…..der Link ist natūrlich für alle Taminos. Ich hab es nur aufgegegegeben hier etwas zu verlinken oder auf Livestreams hinzuweisen , da diese eh nicht angeschaut werden außer in diesem Thread.


Danke, lieber Rodolfo, für den Link!
Der ist nützlich, einen ersten Eindruck zu gewinnen, ersetzt freilich nicht das Hören der CD, die aus zwei oder drei Mitschnitten zusammengesetzt wurde und auch einige wenige Nachbesserungen enthält.

Dass sich niemand die eingestellten Youtube-Videos anhört/anschaut, mag ich nicht glauben.
Ich zumindest habe gerade in dem Thread "Das Spiel mit Opernrollen" viele davon angehört. Gerade die von Amfortas eingestellten Werke/Opernrollen kannte ich meist nicht, und ich bin dankbar, dass ich durch Amfortas darauf aufmerksam gemacht wurde.
Wenn allerdings Videos eingestellt werden, die ich längst kenne, ist meine Lust, sie anzuhören, eher begrenzt.

Auch in der nun nicht mehr fortgeführten "Lieblingssängerkette" hatte ich mir immer wieder viele eingestellte Aufnahmen angehört.
Wenn etwas zu den Aufnahmen geschrieben wird, finde ich darin oft einen Anreiz, mir die Aufnahmen auch mal anzuhören.

Also: sei nicht so zurückhaltend und stelle weiter Links zu interessanten Aufnahmen ein. Du bist ja offenbar recht aktiv im Netz und hast einen breiten Überblick, was es so alles gibt. Davon wollen wir weiter profitieren!

Liebe Grüße

Caruso41
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Sonntag, 22. Juli 2018, 13:27

Lieber Rheingold!

Also: sei nicht so zurückhaltend und stelle weiter Links zu interessanten Aufnahmen ein. Du bist ja offenbar recht aktiv im Netz und hast einen breiten Überblick, was es so alles gibt. Davon wollen wir weiter profitieren!

Das ist doch eine schöne Ermutigung, weiter zu machen!

Sören Kierkegaards Diktum „Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ gilt meiner Meinung nach für die Oper ganz besonders. Da ließe sich einiges zu sagen. Darauf will ich hier verzichten.
Aber eine Bemerkung will ich mir doch nicht verkneifen: da die Oper nur lebt und leben kann, wenn es Sänger gibt, die sie aufführen, halte ich es für zentral, immer und immer fort nach neuen Stimmen Ausschau zu halten, die der Oper eine Zukunft geben können, die vor dem Bild bestehen kann, das wir von ihr im Herzen haben!

Ein großer Wurf! In allen Kritiken, die ich dazu gelesen habe, wird herausgestellt, dass sie idiomatisch so hervorragend gelungen sei. Dem kann ich mich nur anschließen. Es hat halt sein Gutes, wenn ausschließlich Muttertsprachler am Werk sind, die wissen, was sie singen und die in einem Alter sind, das die Figuren und ihr Handeln glaubhaft macht. Fachzeitschriften gehen zwar gern mit Trends, in diesem Falle aber ist - wie wir durch Caruso erfahren - die richtige Wahl getroffen. Spannend ist ja auch die Fassung, womit erneut bewiesen wäre, dass es nicht reicht, sich sklavisch an Überliefertes zu halten, wie an anderem Stelle des Forum wieder irrtümlich behauptet wird. Quellenforschung ist das Gebot! Wer nichts mehr hinterfragt, trägt dazu bei, die Oper als Kunstgattung zu begraben. Auch wenn der Vergleich nicht unbedingt nötig ist, ich stelle diese Aufnahme weit über die neuen "Troyens".


Ich stimme Dir voll zu: Ein großer Wurf! Für den Freund der französischen Oper einfach ein Fest!
Über die drei Sänger in den Hauptpartien hatte ich mich ja schon ausführlicher geäußert als sie hier vorgestellt und besprochen wurden. Aber Du hast recht: sie sind hier gerade als Team so überzeugend, weil sie so fabelhaft idiomatisch singen und wirklich glaubhaft ihre Partien leben!

Beste Grüße

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Sonntag, 22. Juli 2018, 15:33

Korrektur des letzten an Rheingold gerichteten Beitrages!

Lieber Rheingold,

in meinem letzten Nachricht an Dich, hatte ich versehentlich ein falsches Bezugzitat eingestellt!

Richtig muss es heißen:

Ich danke in die Runde für die Tipps, die mir ein hinreißendes Erlebnis bescheren. Damit hat sich dieser Thread wieder einmal als sinnstiftend und als üppige Fundgrube erwiesen. Ich bin auch hingerissen von der dichten Atmosphäre des Mitschnitt. Nicht im Traume wäre ich darauf gekommen, dass es sich um eine konzertante Aufnahme handelt.

Das ist doch eine schöne Ermutigung, weiter zu machen!

Sören Kierkegaards Diktum „Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ gilt meiner Meinung nach für die Oper ganz besonders. Da ließe sich einiges zu sagen. Darauf will ich hier verzichten.
Aber eine Bemerkung will ich mir doch nicht verkneifen: da die Oper nur lebt und leben kann, wenn es Sänger gibt, die sie aufführen, halte ich es für zentral, immer und immer fort nach neuen Stimmen Ausschau zu halten, die der Oper eine Zukunft geben können, die vor dem Bild bestehen kann, das wir von ihr im Herzen haben!

.......... der Rest hatte den richtigen Bezug!

Beste Grüße

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Montag, 23. Juli 2018, 09:09

Migran Agadzhanyan

Ist das eine Entdeckung?

Er wird zumindest allgemein so gepriesen. Vor allem von Gergiev, der ihn in Baden-Baden in Adriana Lecoureur herausstellte!
In diesem Jahr wird er beim Wexford Festival den San-Lui in Leonis "L'Oracolo" singen. Viel gibt es über den jungen Tenor noch nicht zu erfahren! Er ist 26 Jahre alt und beteiligt sich an Domingos OPERALIA-Wettbewerb.

Zitat

Migran Agadzhanyan, Tenor

Born into a family of musicians, Migran Agadzhanyan studied piano at the Rostov music school and took his first vocal training by the well-known Belarus tenor Vladimir Eknadiosov. He was awarded the Grand Prix in the 2010 All-Russian Vocal Competition in Saint Petersburg, the Audience Choice Award in the 2010 Grand-Prix of St.Petersburg Competition, and the first prize in the 2011 Elena Obraztsova Competition. He was a 2015 semi-finalist of Plácido Domingo's competition Operalia.

A versatile musician, Migran Agadzhanyan is the founder and principal conductor of the Saint Petersburg Youth Symphony Orchestra. He has composed his own works, including the Armenian Ballade for Piano and Orchestra, and has successfully stepped in as stage director in various productions. Apart from studying in both the piano and conducting departments at the Saint Petersburg State Conservatory, Migran Agadhhanyan feels mostly fascinated by the opera stage and is currently devoted to building his singing career. He mastered his skills with Renata Scotto and Giuseppe Sabatini at the Accademia Nazionale di Santa Cecilia Opera Studio and was invited by Placido Domingo to join LA Opera's Domingo-Colburn-Stein Young Artist Program. He made his operatic debut in 2012 with the Mariinsky Theatre in Saint Petersburg as Moralès in Carmen.


Es gibt einige Aufnahmen, durch die man einen ersten Eindruck bekommen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=vqil60zzE48



https://www.youtube.com/watch?v=43HSDiO-rXc



https://www.youtube.com/watch?v=ZGfbedNR6TA




Ich bin gespannt auf Höreindrücke und Meinungen!
Dem Rat von Operus folgend halte ich mich mit eigenen Bemerkungen erst mal zurück!

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Montag, 23. Juli 2018, 16:42

Hallo Caruso,
Migran Agadzhanyan hat ein sehr schönes Stimmmaterial und singt vor allem sehr kultiviert. Einen großen Triumph konnte er in Baden Baden als Maurizio in Adriana Lecouvreur feiern. Er sprang kurzfristig ein, da das Ehepaar Nebtreko einen Virus bekommen hatten und nicht singen konnte.

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749

Montag, 23. Juli 2018, 16:48

Ich hätte hier auch noch einen erst 26-jährigen Tenor: Valentyn Dytiuk. Nachdem er den Faust bereits in Riga gesungen hatte, war er ab dem 23.06.18 dreimal als Einspringer (für Hymel) in demselben Werk an der Deutschen Oper Berlin zu erleben. Ich hatte mir im Vorfeld die bei YouTube verfügbaren Videos angesehen und fand seine Stimme eher metallisch. Umso überraschter war ich, dass sich das so nicht bestätigt hat und er einen wunderbaren Faust gesungen hat. Es lohnt sich in jedem Fall diesen Sänger im Auge zu behalten, der zum Ensemble in Kiew gehört und derzeit erste Schritte in die große, weite Opernwelt unternimmt.

Die erste Aufführung der Serie hatte übrigens noch Potenzial für weitere Vorstellungen: Nicole Car, Einspringerin (für Damrau, dreimal, danach zweimal regulär) und Ehefrau von Etienne Dupuis, die eine sehr anrührende Marguérite gesungen hat, und Thomas Lehmann, der dem Valentin der letzten beiden Aufführungen, Etienne Dupuis, fast ebenbürtig war.

Caruso41

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Montag, 23. Juli 2018, 18:37

Lieber Rodolfo!

Migran Agadzhanyan hat ein sehr schönes Stimmmaterial und singt vor allem sehr kultiviert.

Heute Abend werde ich ihn als Maurizio hören.
Wenn ich zurück bin, kann ich mehr sagen!

ch hätte hier auch noch einen erst 26-jährigen Tenor: Valentyn Dytiuk. Nachdem er den Faust bereits in Riga gesungen hatte, war er ab dem 23.06.18 dreimal als Einspringer (für Hymel) in demselben Werk an der Deutschen Oper Berlin zu erleben.

Lieber Kapellmeister Storch!

Danke für Deinen interessanten Hinweis.
Valentyn Dytiuk hat 2017 den International Virgilijus Noreika Competition in Vilnius gewonnen. Bei dem Wettbewerb habe ich ihn gehört: Ein sehr vielversprechendes Talent!

Kannst du ihn vielleicht ein wenig ausführlicher vorstellen? Mit kurzer Biograf´fie und vielleicht zwei oder drei Aufnahmen, damit auch andere Melomanen einen Eindruck gewinnen können. Ich bin bis Ende der Woche vermutlich unterwegs und am Smartphone ist das mühsam!

Euch beiden viele Grüße

Caruso41
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