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Caruso41

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Mittwoch, 29. November 2017, 18:19

Neue CD von Sabine Devieilhe

Sabine Devieilhe, die erste NEUE STIMME, die hier in diesem Thread vorgestellt wurde, hat ein neues Album bei Erato veröffentlicht!

Ich finde das Album deshalb besonders interessant, weil ihr Partner Francois-Xavier Roth und sein Orchester Les Siecles sind! Sie spielen auf Instrumenten und in der Spielweise des späten 19. Jahrhunderts! Das macht den irrisierenden Reiz der Szenen lebendiger als ich das bisher je gehört habe. Wer zum Beispiel das Duett "Viens, Mallika" aus Lakmé mag, kann es hier beinahe neu entdecken! Die Partnerin der Devieilhe hier ist Marianne Crebassa - auch sie ist eine NEUEN STIMME, die hier vorgestellt wurde!

Interessant ist aber auch das Programm: Die CD präsentiert Opernpartien (Delibes‘ Lakmé, Massenets Thais, Debussys Mélisande, Thomas‘ Ophélie und Messagers Madame Chrysanthème) aber auch Konzertarien und Lieder!
Ein besonderes Highlight sind Delage's "Quatre Poèmes Hindous"! Der weit gereiste Komponist lässt hier ein westliches Kammerensemble wie Sarod, Sitar und indische Flöte klingen. Das ist schlicht betörend. Devieilhe ist hier in diesen Lieder hypnotisierend, klingt aber auch in allen anderen Stücken köstlich klar und strahlend! Sie singt mit einer Lust und einer Sinnlichkeit, die wirklich angeboren scheint.



Die Aufnahme sollte sich kein Melomane entgehen lassen!

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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Mittwoch, 13. Dezember 2017, 17:08

Philippe Sly, Bariton aus Canada

Jetzt sind schon mehr als zwei Wochen vergangen, seit in diesem Thread der letzte Beitrag eingestellt wurde.
Die Vorstellung einer NEUEN STIMME ist sogar schon noch weit länger her.

Trotzdem ist der Thread frappierend rege besucht worden!
Dafür möchte ich mich herzlich bedanken mit der Vorstellung einer NEUEN STIMME:

Diese Stimme gehört einem noch sehr jungen Sänger, dem kanadischen Sänger

Philippe Sly



2012 hat er den angesehenen "Montreal International Musical Competition" gewonnen. Damals war er kaum älter als 20 Jahre. Inzwischen hat er schon einige CDs aufgenommen und er ist auch in Gesamtaufnahmen auf DVD zu hören.

Besonders bemerkenswert sind seine CDs mit Liedern

Philippe Sly - Love's Minstrels

Willan: British Folksong Arrangements
Ireland: 3 Masefield Ballads
Quilter: 5 Shakespeare Songs
Vaughan Williams: The House of Life
Holst: Vedic Hymns


Philippe Sly - In Dreams

Schumann: Dichterliebe op. 48
Ravel: Don Quichotte a Dulcinee
Ropartz: Poemes d'apres l'intermezzo d'Heinrich Heine
Dove: 3 Tennyson Songs


Franz Schubert: Lieder mit Gitarrenbegleitung "Schubert Sessions"


Natürlich hat er auch schon begonnen, sich die Opernbühnen erobert, wo er mit seiner magnetischen Ausstrahlung und seiner Spielfreude bestens zur Geltung kommt. Dass er auch ein frappierendes tänzerisches Talent besitzt, hat er gerade in Paris als Guglielmo in einer getanzten "Cosi fan tutte" gezeigt. Ich habe ihn da erlebt! Vorher hatte ich ihn bereits in der Matthäus-Passion (Christus und Arien) sowie in einem Liederabend mit Schubert, Schumann und Mahler gehört!
Seine bisher hervorragenden Auftritte hatte er in der San Francisco Opera (Figaro, Guglielmo, Schaunard) und beim Glyndebourne-Festival, wo er den Claudio in "Béatrice et Bénédict" und die Titelpartie im "Don Giovanni" gesungen hat - und eben jetzt in Paris als Guglielmo in "Cosi fan tutte".
Die Karriere scheint unaufhaltsam!

Trotzdem: hier geht es primär um die Stimme - und die ist einfach bemerkenswert schön.
Philippe Sly besitzt eine feine, samtweiche Bassbaritonstimme, die ihre Schönheit vor allem dann entfaltet, wenn er sie frei ausschwingen läßt. Er intoniert ungemein sauber, verfügt über eine erstaunliche 'agilitá elegante' und kann dementsprechend Koloraturen und Rouladen über die Register hinweg erstaunlich ausgeglichen und mit vorzüglicher Beweglichkeit singen. Für eine so junge Stimme ist es bemerkenswert, wie mühelos er auch in ins Bassbaritonbereiche hinabsteigen kann, ohne dass die Stimme an Qualität verliert! Ich habe ihn mit deutschem, italienischem, englischem und französischem Repertoire gehört: in in jeder dieser Sprachen bestach er durch eine klare, - und meiner Meinung nach - idiomatische Diktion.
Was mich besonders für den jungen Sänger einnimmt, ist das Spiel mit Klangfarben, wobei die melancholischen Töne mir besonders zu Herzen gehen.
Die Gestaltung der Opernpartien und Lieder ist sicher noch nicht vollendet. Da gibt es noch einige Luft nach oben.
Aber genau das macht die Begegnung mit jungen Talenten ja für mich immer so spannend! Listen wir nicht auf, was noch nicht gelingt, sondern freuen wir uns an dem, was er zu bieten hat!

Mit welchen Aufnahmen soll ich Philippe Sly hier vorstellen?
Ich habe mich zunächst mal entschlossen, als erstes den "Erlkönig" von Franz Schubert einzustellen. Wir haben ja über die Interpretationen dieser Ballade gerade im Thread für die Jubilare ausführlich diskutiert.
Hier nun wird eigentlich keine ausgefeilte Interpretation geboten. Der junge Mann erzählt einfach eine Geschichte! Er hat die Aufnahme im Alter von 22 Jahren eingespielt und selbst in einem Interview gesagt, sie sei 'pretty naive'.
Aber gerade weil er so naiv erzählt, lassen sich die Vorzüge seiner wunderbaren Stimme ganz unverstellt hören! Als Zugabe bekommt man eine schlichtweg atemberaubend grandiose Begleitung durch die Pianistin Maria Fuller

https://www.youtube.com/watch?v=jZxzz-N3oxM


Wer denn lieber Händel von ihm hören will (und damit eher etwas Bassbariton), dem biete ich aus dem Messias "The trumpet shall sound":

https://www.youtube.com/watch?v=13DpmWPV9IU


Wer den Weg mit Philipp Sly zu weniger bekanntem Repertoire gehen will, dem empfehle ich Ralph Vaughan Williams Liederzyklus "The house of life":

https://www.youtube.com/watch?v=qTaLpfOKpuE


Dann vielleicht noch Rameau mit "Volez Partez..." aus "Thétis":

https://www.youtube.com/watch?v=hPMl2-DF…t=RD8UnF7CW7sEs


Wie gerne Philippe Sly singt, kann man bei diesem Strassenkonzert hören:

https://www.youtube.com/watch?v=2EadctbnMtM


Es gibt noch viel auf Youtube:
Von Bach, Wagner und Mahler. Ravel, Fauré, Mozart und Debussy!
Es lohnt, eigene Entdeckungen zu machen!

Es würde mich freue, wenn Ihr darüber berichten würdet!

Caruso41
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Rheingold1876

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Mittwoch, 13. Dezember 2017, 21:25

Lieber Caruso,

Du hast wirklich ein sicheres Gespür für Talente - und zudem einen guten Geschmack. Philippe Sly war mir auch schon aufgefallen. Nun hast Du seine Stimme genau so beschtrieben wie sie sich mir ebenfalls darstellt. Mir haben es seine Schubert-Lieder mit Gitarrenbegleitung angetan, die ich bei Spotify höre, wo sie nach meinem Eindruck technisch noch besser klingen. Du hast sie abgebildet. Wieder so einer, der mit seinen Gefühlen nicht geizt. Ich beobachte ohnehin bei jungen Sängern diese Offenheit, die eigene Befindlichkeit und das eigene Seelenleben unverstellt in ihre Interprertation einzubringen. Damit machen sie sich auch wichtig. Bitteschön, es soll und darf so sein! Oft schreiben sie entsprechende Texte auf, die dann in die Booklets aufgenommen werden. Deshalb überzeugen sie mich im Liedgesang ganz besonders. Das hätte ich mir so vor ein paar Jahren noch nicht träumen lassen. Manchmal wird es auch übertrieben und man möchte ihnen zurufen: Nun nimm dich mal zusammen! ;) Sympathisch ist das allemal. Sly wirkt auf mich nicht kalkuliert, wenngleich er genau weiß, was zu tun ist. Sein großer Vorteil ist die Wortverständlichkeit. Manchmal gibt es in der Höhe und in einer Streigerung kleine Ausrutscher, die mich nicht stören. Als Typen sind diese jungen Leute durchaus karismatisch. Sensibelchen aus der Muckibude. ;)
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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Donnerstag, 14. Dezember 2017, 10:38

Lieber Rheingold!

Dein feiner Beitrag hat mich sehr gefreut. Du bist also auch schon auf Philippe Sly aufmerksam geworden? Ich lese aus Deinen Zeilen, dass Du ihm bereits ein bisserl verfallen bist! Mir geht es nicht anders!

Sensibelchen aus der Muckibude.

Eine wahrhaft treffliche Metapher!
Aber so viel Zeit scheint er in der Muckibude gar nicht mal verbracht zu haben! Er wirkt eher wie ein Bodenturner oder Tänzer. Aber die sind ja auch empfindsam und teilen - wenn sie denn gut sind - etwas von ihrem Innenleben mit.

Nun hast Du seine Stimme genau so beschtrieben wie sie sich mir ebenfalls darstellt. Mir haben es seine Schubert-Lieder mit Gitarrenbegleitung angetan, die ich bei Spotify höre, wo sie nach meinem Eindruck technisch noch besser klingen. Du hast sie abgebildet. Wieder so einer, der mit seinen Gefühlen nicht geizt.

Die Schubertlieder mit der Gitarrenbegleitung haben es mir auch angetan. Manchmal fehlt mir natürlich das Klavier. Besonders die tiefen und vollen Töne. Aber die Freiheit, die sich Sly nimmt, sich und seine Gefühle auszusingen, kommt mit der Gitarrenbegleitung fast mehr zur Geltung als wenn er vom Klavier begleitet wird. (Die Pianistin, die ihn im Erlkönig begleitet, würde ich aber gerne öfter als Begleiterin hören!)
Besonders angetan bin ich von einigen der unkonventionell aufgenommenen Videos mit Schubert-Liedern:

https://www.youtube.com/watch?v=ask4O4mk…t=RDR3EWPsxNgak


https://www.youtube.com/watch?v=R3EWPsxNgak


Ich beobachte ohnehin bei jungen Sängern diese Offenheit, die eigene Befindlichkeit und das eigene Seelenleben unverstellt in ihre Interprertation einzubringen. Damit machen sie sich auch wichtig. Bitteschön, es soll und darf so sein!

Ja, so soll und so darf es sein!

Liebe Grüße

Caruso41
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Fiesco

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515

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 11:05

Nur ein kurzer Einwurf, aber die Schubert CD, trotz Slys toller Stimme, habe ich wieder verschenkt alldiweil ich das mit Gitarren Begleitung nicht ertragen konnte genauso wie die Schreier Schubert Gitarren CD. ?(

Sorry für den belanglosen Einwurf!
Für Beurteilungen zu Stimmen werde ich mich hier im Forum sehr zurückhalten, da einem das schier verleidet wird, es wissen zuviele alles besser!

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

Caruso41

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516

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 12:45

Lieber Fiesco,

Deinen Einwurf fand ich durchaus interessant.
Dass Du Probleme hast, Schuberts Lieder mit Gitarrenbegleitung zu hören, kann ich verstehen! Zu vielen seiner Lieder passt das ja auch nicht wirklich!

Für Beurteilungen zu Stimmen werde ich mich hier im Forum sehr zurückhalten, da einem das schier verleidet wird, es wissen zuviele alles besser!

Na, so ganz hast Du Dich ja gar nicht zurückgehalten!
..... trotz Slys toller Stimme....

Mehr musst Du eigentlich gar nicht sagen.
Wenn Du aber Lust hast, auch Deine Eindrücke mit eigenen Worten im Detail in die Diskussion einzubringen, lass Dich doch nicht davon abbringen! Andere können wirklich nicht besser wissen, wie DU eine Stimme hörst und beurteilst!

Herzliche Grüße

Caruso41
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Caruso41

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517

Freitag, 15. Dezember 2017, 12:20

Liebe Melomanen und Stimmenliebhaber!

Inzwischen hat dieser Thread schon mehr als 50 000 Besuche gehabt.
Das ist ja fast ein Grund zum Feiern.
Auf jeden Fall möchte ich allen herzlichen Dank sagen, die hier NEUE STIMMEN vorgestellt haben oder ihre Höreindrücke von diesen Stimmen mitgeteilt haben.

Damit man weiter mal nachlesen kann, was hier über die Sänger, ihre Stimmen und ihre Gesangsleistungen geschrieben wurde, habe ich das Inhaltsverzeichnis aktualisiert.

Beste Grüße

Caruso41


Verzeichnis ist aktualisiert. Reinhard
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operus

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518

Samstag, 16. Dezember 2017, 12:00

Lieber Caruso,

50.000 Besucher das ist nicht nur fast, es ist ein Grund zum Feiern, weil das Vorstellen und die Besprechung neuer Stimmen beste Arbeit im Sinne des Tamin-Klassik-Forums ist, nämlich lernen und Hoizonterweiterung. Herzlichen Glückwunsch zu 50.000 Besuchern. Ich bin fast ein wenig stolz, dass ich bereits beim Start des Themas Dir diesen Erfolg voraussagte. Zwischendurch kam dann wieder einmal eine gewisse Resignationphase, aber Deine Arbeit war von Taminos und Besuchern so gut angenommen, dass das Thema in der Erfolgsspur war, blieb und bleiben wird. Danke für Deinen Einsatz, von einem, der fleissig mitliest, aber zu wenig mit Kommentaren mitmacht. Silvestervorsatz: Ich werde die neuen Stimmen etwas mehr kommentieren. Ich wünsche Dir und allen Nutzern, dass es noch viel zu entdecken gibt und Dir die Weiterarbeit Freude macht und Befriedigung bringt auf dem Weg zum 100.000
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Caruso41

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519

Samstag, 16. Dezember 2017, 18:06

Lieber Operus,
über Deine Zeilen habe ich mich wirklich sehr gefreut!
Besten Dank, für die freundlichen Worte!
Herzlichen Glückwunsch zu 50.000 Besuchern.

Danke vielmals!

.....Grund zum Feiern, weil das Vorstellen und die Besprechung neuer Stimmen beste Arbeit im Sinne des Tamin-Klassik-Forums ist, nämlich lernen und Hoizonterweiterung.

Ich habe wirklich nur weitergemacht, wenn ich enttäuscht war, weil kaum Reaktionen auf manche Vorstellung kamen, weil mir genau das am Herzen liegt: Horizonterweiterung! Aufmerksamkeit für die, die kommen könnten!

Ein anderes Movens aber kam noch hinzu: die frappierend vielen Besuche von Gastlesern! Ich habe mir dann oft gesagt: wir haben im Augenblick nicht so viele Melomanen im Forum, die neugierig auf NEUE STIMMEN sind und sich auch darüber austauschen wollen. Aber es gibt ja auch eine Welt jenseits des Forums und viele aus dieser Welt entwickeln offenbar viel Aufmerksamkeit für das, was wir in dem Thread zusammen zu stellen versucht haben!

Und schließlich hat mich immer motiviert weiterzumachen, wenn ich gehört und gesehen habe, dass Sänger, die wir als Entdeckung vorgestellt haben, rasant die Karriere-Leiter hoch gestiegen sind! Sabine Devieilhe, Piero Pretti, Clémentine Margaine, Julie Fuchs, Levy Sekgapane, Florian Sempey, Brian Jagde, Dovlet Nurgeldiyev, Adela Zaharia, Liparit Avetisyan, Davide Luciano, Lise Davidsen und Marianne Crebassa und manch andere der hier vorgestellten jungen Sänger reüssieren inzwischen an ersten Bühnen!
Ist das nicht Grund zur Freude und Motiv, sich weiter für junge Sänger mit Entwicklungspotential zu engagieren?

Ich wünsche Dir und allen Nutzern, dass es noch viel zu entdecken gibt und Dir die Weiterarbeit Freude macht und Befriedigung bringt auf dem Weg zum 100.000

Besten Dank für die Wünsche!
Als Zwischenziel sollten wir uns auf 60 000 Besuche einigen!

Herzliche Grüße

Caruso41
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Rheingold1876

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520

Samstag, 16. Dezember 2017, 18:52

Inzwischen hat dieser Thread schon mehr als 50 000 Besuche gehabt.
Das ist ja fast ein Grund zum Feiern.
Auf jeden Fall möchte ich allen herzlichen Dank sagen, die hier NEUE STIMMEN vorgestellt haben oder ihre Höreindrücke von diesen Stimmen mitgeteilt haben.


Lieber Caruso, der Dank geht natürlich auch in die andere Richtung - nämlich zu Dir. Operus kam mit zuvor, ich schließe mich seinen Worten sehr gern an. Ich will es nicht beim allgemeinen Dank belassen. Es kann nicht die geringste Rede davon sein, dass ich in diesem Thread auffällig mitwirkte. Ich habe mehr auffällig - und nachhaltig für mich mitgelesen. Mit dem Ergebnis, dass ich "Neuen Stimmen" neuerdings viel mehr Aufmerksam widme als früher. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Jungen ziemlich genau Bescheid wissen, was ihnen durch die Alten mitgegeben wurde. Immerhin haben sie ja noch an deren Meisterkursen teilgenommen oder ihre Lehrer waren selbst Schüler und Kollegen von Fischer-Dieskau oder der Schwarzkopf. Es gibt da schon deutliche Linien zurück. Die meisten aber finden einen neuen Stil. Mit mehr Gefühl, wie ich bereits weiter vorn verdeutlicht hatte. Sie machen vielleicht weniger Kunst als Sublimierung. Sie sind direkter, geradezu. Und unverstellt. Zumindest empfinde ich das so. Nun komme ich nicht so herum wie Du und habe auch nicht den Enthusiasmus, ständig in Opernaufführungen zu gehen. Ich halte mich mehr an CD-Produktionen mit Liedaufnahmen. Für Rafael Fingerlos hatte ich mich bereits verwandt. Entdeckungen sind für mich auch David Jerusalem und der in Istambul geborene Tenor Ilker Arcayürek. Auf die komme ich gern noch zurück. Du erinnerst Dich, dass wir über den Tenor Benedikt Kristjánsson aus Island gesprochen hatten? Den habe ich auch Dir zu verdanken. :) Zum Glück hatte Stimmenliebhaber noch herausgefunden, dass das Konzert im Berliner Dom, bei dem Monteverdis "Marienvesper" mit Elementen der Deutschen Messe verknüpft wurden, doch kein Irrtum meinerseits war. Kristjánsson hatte dabei die größten Aufgaben. Erstaunt war ich, wie sich die relativ kleine Stimme in dem gewaltigen Bau entfalten konnte. Das spricht dafür, dass er eine sehr gute Technik hat und Volumen nicht mit Laustärke verwechselt. Er forciert nicht. Selten habe ich einen so perfekten Sitz eines Tenor gehört - und zwar in allen Lagen. Derlei Musik scheint wie gemacht zu sein für ihn. Ein hinreißend schöner Abend im dem vollbesetzten Kuppelbau, der mir akustisch verdächtig in Erinnerung gewesen ist. Veranstaltet wurde das Konzert von der Sing-Akademie zu Berlin, dem Staats- und Domchor Berlin und der Lautten Compagney Berlin. Als Solisten wirkten außerdem die Sopranistinnen Hanna Herfurtner und Olivia Stahn, die Tenöre Richard Resch und Stephan Gähler sowie die Bassisten Marcel Raschke und Manuel Nickert mit. Allesamt noch jung bei Jahren. Es erwies sich als gute Idee, Chöre, Solisten und einzelnen Instrumetengruppen an unterschiedlichen und wechselnden Stellen zu positionieren. Dadurch ergab sich ein Klangbild, welchen auf keiner CD zu erzielen ist. Wir Besucher waren direkt einbezogen.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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Caruso41

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Samstag, 16. Dezember 2017, 22:23

Lieber Rheingold,

Das klingt ja so, als wolltest du dich noch mehr im Thread für die Neuen Stimmen engagieren. Das würde mich riesig freuen, da ich dein Urteil sehr schätze! Auf jeden Fall bist du ganz herzlich willkommen..

Wie wäre es denn, wenn du mal David Jerusalem vorstellen würdest? Bässe haben wir ja eher wenige bisher im Thread. Ich habe ihn noch nie live gehört. Im Radio habe ich aber zwei oder drei Lieder von ihm mitbekommen, die sich Hörer gewünscht hatten. Das klang ganz vielversprechend. Ich habe es allerdings nur im Autoradio gehört. Da wurde übrigens gesagt, er sei ein Sohn von Siegfried Jerusalem.

Ilker Arkayürek habe ich mal als ersten Geharnischten gehört. Danach kann ich natürlich gar nichts über seine Stimme sagen und auch nicht, was er als Sänger und Gestalter taugt. Aber wenn du ihn interessant findest, wäre auch seine Vorstellung natürlich ein Gewinn für uns alle!

Dass wir uns über Benedikt Kristjanssons ausgetauscht haben, ist mir bestens in Erinnerung. Es freut mich, dass du in infolge meines kurzen Berichtes über Janaceks „Tagebuch“ kennen gelernt hast. Ich wünschte die Produktion würde wieder mal gegeben. Dafür käme ich gern nach Berlin.
Liebe Grüße
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Fiesco

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522

Samstag, 16. Dezember 2017, 23:49

Zitat

Da wurde übrigens gesagt, er sei ein Sohn von Siegfried Jerusalem. 


Es wurde nicht nur gesagt, es ist so! :)

LG Fiesco
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523

Sonntag, 17. Dezember 2017, 10:32

Sabine Devieilhe, Piero Pretti, Clémentine Margaine, Julie Fuchs, Levy Sekgapane, Florian Sempey, Brian Jagde, Dovlet Nurgeldiyev, Adela Zaharia, Liparit Avetisyan, Davide Luciano, Lise Davidsen und Marianne Crebassa und manch andere der hier vorgestellten jungen Sänger reüssieren inzwischen an ersten Bühnen!
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Lieber Caruso,

in der Liste der von Dir durch Deinen Thread Geförderten, die erfreuliche Karrieren machen, gehört auch der junge Bassist Jongmin Park, der besonders an der Wiener Staatsoper zu Recht große Erfolge feiert, selbst in Partien, für die er eigentlich noch zu jung ist. Ich bin diesem Sänger mit der balsamisch schönen Stimme, der ausgezeichneten Technik, einer vorbildlichen, wortverständlichen Vortragsweise und bereits erstaunlich reifer Darstellung durch zwei Ereignisse verbunden. Zum einen veranstaltete die Wiener Hochschule für Musik im Schlosstheater Schönbrunn ein Konzert "Bassissimo" zum Gedächtnis an die beiden großen Bassisten Otto Edelmann und Gottlob Frick. Ich war eingeladen und durfte neben dem Sängersohn Peter Edelmann, heute Professor und Direktor der Gesangsabteilung der Wiener Hochschule für Musik, moderieren und an der Diskussion, bei welcher der Starbassist Robert Holl dabei war, teilnehmen. Bei diesem Konzert, in dem lauter ausgezeichnete junge Bassisten sangen, ragten Jongmin Park und Michael Nagl heraus. Anschließend
konnte ich das erste größere Interview mit Jongmin Park machen, erschienen in Neuen Merker Wien. Trotz gewisser sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten war es für mich erstaunlich, welche Klugheit, Reife und natürliche Sympathieausstrahlung dieser junge Mann bereits hat, schon heute eine beeindruckende Persönlichkeit. Seine Ernsthaftigkeit wird auch dadurch unterstrichen, dass er das Interview mehrmals so akribisch durcharbeitete, wie ich dies noch nie erlebte, ehe er es freigab. Also wirklich eine ganz große Hoffnung- wenn nicht schon Erfüllung bei den jungen Bassisten. Michael Nagl, den zweiten bei dieser Präsentation hochbegabter junger Sänger positiv herausstechende Bassisten , haben wir bei einem Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft vorgestellt. Nach seiner bravourös vorgetragenen Arie 5000 Taler erhielt er von dem großen Matti Salminen den "Ritterschlag" indem dieser auf die Bühne stürmte und den jungen Kollegen umarmte. Eine anrührende Begebenheit.
Lieber Caruso, vielleicht kannst Du Michael Nagl auch als Entdeckung präsentieren, es gibt bei You Tube Aufnahmen von ihm. Dabei ist sogar ein Video aus der erwähnten Aufführung im Schlosstheater Schönbrunn , wo Michael Nagl die Arie "Non piu andrai" vorträgt. Ich selbst kann immer noch keine Aufnahmen einstellen.
Bin technisch halt ein hoffnungsloser Fall. Noch ein letztes : Unser Forenboss, Alfred Schmidt, war bei dem Schönbrunner Konzert "Bassissimo", neben anderer Wiener Klassikprominenz ebenfalls anwesend.
Ich kann nur resümieren: "Mir ist die Ehre widerfahren"
Herzlichst
Operus
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524

Sonntag, 17. Dezember 2017, 11:45

Lieber Operus!

...in der Liste der von Dir durch Deinen Thread Geförderten, die erfreuliche Karrieren machen, gehört auch der junge Bassist Jongmin Park,....

Das ist ja interessant, welche Kontakte Du inzwischen mit Jongmin Park hattest und wie eng Du ihm doch wohl schon verbunden bist!
Auch seine Karriere verfolge ich mit großem Interesse.

Als ich ihn hier vorgestellt haben, gab es ja sehr gegensätzliche Urteile.
Ist ganz aufschlußreich, die noch mal nachzulesen: ab Beitrag #314

....vielleicht kannst Du Michael Nagl auch als Entdeckung präsentieren,....

Michael Nagl hast Du selber vorgestellt: Im Beitrag #14!
Jolanthe hat dann noch ein Video von ihm eingestellt. Mehr Reaktionen hat es leider nicht gegeben!

Beste Grüße
Caruso41
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Jolanthe

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525

Sonntag, 17. Dezember 2017, 12:23

Ilker Arkayürek habe ich mal als ersten Geharnischten gehört. Danach kann ich natürlich gar nichts über seine Stimme sagen und auch nicht, was er als Sänger und Gestalter taugt. Aber wenn du ihn interessant findest, wäre auch seine Vorstellung natürlich ein Gewinn für uns alle!


Auf Ilker Arkayürek bin ich schon vor einiger Zeit aufmerksam geworden. Er ist in Istanbul geboren, aber in Wien aufgewachsen. Kürzlich ist seine erste CD erschienen, die von der Presse hochgelobt wurde. Ich liebe sie sehr und kann sie nur wärmstens empfehlen. Irgendwo hatte ich gelesen, dass er mit einem Liederabend in der Wigmore Hall große Begeisterung ausgelöst hat.



Hier zwei Beispiele:




:hello:

Jolanthe

Caruso41

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526

Sonntag, 17. Dezember 2017, 16:45

Ilker Arcayürek

Liebe Jolanthe!

Habe ganz herzlichen Dank, dass Du ein paar Informationen über Ilker Arcayürek eingestellt hast. Dank auch für den Hinweis auf seine CD und einige Youtube-Videos, auf denen man ihn hören kann.

Ich habe mir die Videos angehört - und noch weitere aus dem Youtube-Angebot.
Leider sind die meisten schon 2 Jahre alt.
Ein neueres ist die unvermeidliche Romanze des Nadir, die heute Konjunktur bei den Tenören aller Gewichtsklassen hat:

https://www.youtube.com/watch?v=PXGImcoEikQ


Auf jeden Fall ist das eine vielversprechende Stimme. Sie hat einen männlich bestimmten Klang und ist sehr angenehm timbriert, verfügt über Schmelz und Glanz .
Etwas arbeiten müsste er auf jeden Fall noch an dem Registerausgleich zwischen der Mittellage und der Höhe! Ich bin mir nicht sicher, ob er nicht auch mit weniger Krafteinsatz mehr erreichen würde. Aber das läßt sich nach den Aufnahmen, die ich gehört habe, nicht beurteilen. Sie sind ja alle auch etwas älter.
Er ist gewiß ein kultivierter Sänger, bemüht sich um dynamische Differenzierungen und Farben, aber sein Legato ist nicht lückenlos und die Stimme könnte freier und geschmeidiger fliessen.
Ich denke, dass auch Rheingold noch was über Ilker Arcayürek schreiben wird. Er war es ja der den Namen in die Debatte geworfen hat!
Ich habe den Eindruck, dass er in Nürnberg mit Umsicht eingesetzt und aufgebaut wird. Vielleicht werden wir auch ihn eines Tages an renommierten Bühnen wieder hören!

Beste Grüße

Caruso41
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527

Dienstag, 19. Dezember 2017, 15:27

Sergey Romanowsky, Tenor aus Russland

Liebe Melomanen und Stimmenliebhaber!

Ich habe wieder einen Tenor, den ich wohl ganz schnell hier vorstellen muss, weil er schon bald nicht mehr als Entdeckung angekündigt werden kann.
Zumindest erwarte ich, dass er sehr schnell unter den Opernaficionados und Melomanen ein Begriff sein wird!

Es ist der russische Tenor

Sergey Romanowsky



Ich hatte ihn schon mal erwähnt als es um darum ging, dass wir gegenwärtig eine erstaunlich große Anzahl von vorzüglichen Belcanto-Tenören haben. Damals hatte ich ihn gerade als Lindoro gehört und war total begeistert von der Geschmeidigkeit und Virtuosität, mit der er diese anspruchsvolle, mit Koloraturen und exponierten Spitzentönen nur so gespickte Partie sang. Inzwischen hat die Stimme sich ganz erstaunlich entwickelt. Sie ist beweglich und geschmeidig geblieben, hat aber enorm an Substanz und Volumen gewonnen! Er singt deshalb auch bereits Rodolfo und - noch erstaunlicher - Don Carlos.

Studiert hat er unter anderem am Tschaikowsky State Conservatory und der Academy of Choral Arts in Moscow. Danach wurde er ins Young Artists Programme des Bolshoi Theatre in Moskau aufgenommen. Inzwischen hat er etliche Wettbewerbe gewonnen, unter anderem den Moscow’s International Bella Voce Competition. Seine Auftritte in Westeuropa waren bisher vornehmlich in Belgien, Holland und Frankreich. In wenigen Wochen wird er seinen ersten Don Carlos in Lyon neben dem Rodrigue von Stéphane Degout singen. Das wäre ja fast eine Reise wert, wenn ich nicht andere Verpflichtugen hätte!

Nachdem ich Sergey Romanowsky zunächst als Lindoro und als Rodrigo (Donna del Lago) kennengelernt hatte, konnte ich ihn in diesem Jahr in Wexford als Giasone in Cherubinis Medea und in Amsterdam als Rodolfo in der Bohème hören.
In der Medea hatte er in den großen Duette mit Lise Davidsen (auch sie wurde hier als NEUE STIMME vorgestellt!) keine Mühe sich neben dieser außergewöhnlich großen und ausdrucksstarken Stimme zu behaupten. Ihm gelang das klugerweise oft durch eine Zurücknahme in der Dynamik und mit einer Intensivierung des Klanges! Dadurch erreichte er eine Intensität, die nicht weniger eindrücklich war als das Flehen und Schmeicheln, die Verzweiflung und die Wut der Davidsen!
Als Rudolfo sang er Puccini mit wundervoll geformten Phrasen, einem perfekten Legato und vor allem mit echt italienisch klingendem lyrischen Schmelz und berückender Süße. Sein hohes C war in den Bogen eingebunden und strahlte in verschwenderischem Glanz! Er erinnert an das leider längst vergangene Zeitalter der Tenöre, in dem die Schönheit des Timbres, Musikalität und die Eleganz der Linienformung mehr geschätzt wurden als Kraft und Volumen. Sein schnelles Vibrato erinnert etwas Alessandro Bonci oder auch an Joseph Calleja. Anders als der Malteser ist er aber auch eine gewinnende Bühnenerscheinung und ein berührender Darsteller. Kurz zusammengefaßt: ein unwiderstehlicher Rodolfo.

Mehr will ich über Stimme, Technik und Stil gar nicht sagen. Zum Glück gibt es Videos bei Youtube, die sehr ordentlich klingen und mit denen jeder selbst einen Eindruck von diesem außergewöhnlichen Tenor gewinnen kann!

Don Pasquale: Arie des Ernesto
https://www.youtube.com/watch?v=bMdkTGmNIeA


L'èlisir d'amore: Duett
https://www.youtube.com/watch?v=DBwrTZw0oqg


Romeo et Juliette: Duett
https://www.youtube.com/watch?v=VMaDK1W3QNU


Titus: Arie des Titus
https://www.youtube.com/watch?v=KpqH9wsjrkU


Zur Erinnerung an Caruso
https://www.youtube.com/watch?v=_8UXxsar3qo


Wenn ihr auch so begeistert von dieser NEUEN STIMME seid wie ich, seid ihr herzlich eingeladen, das auch mitzuteilen! Wer aber kritische Bemerkungen hat, braucht die nicht etwa zu unterdrücken! Ich freue mich über jede Reaktion! Der Sinn dieses Threads sollte ja der Austausch über Entdeckungen sein!

Beste Grüße

Caruso41
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La Roche

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Dienstag, 19. Dezember 2017, 19:56

Lieber caruso41,

bisher konnte ich nur das Gounod-Duett anhören, meine Zeit ist heute knapp.

wie Du schon ausführtest, erinnert die Stimme an längst vergangene Tenorzeiten. Prachtvolles Timbre, strahlende, glänzende Höhe, und das alles Live. Toll, ich beneide Dich, diese Stimme hören zu können und danke Dir für die Einstellung.

Man kann gespannt sein auf einen Vergleich gerade als Romeo mit Florez, der diese Rolle am 23. Dezember für alle auf 3-Sat (20.15 Uhr) anbieten wird, als Debut. Ich glaube, Romanowsky wird sich nicht zu verstecken brauchen. Auch wenn nur ein einziges konzertantes Duett diesen Vergleich nicht allgemeingültig erlauben wird.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


rodolfo39

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Dienstag, 19. Dezember 2017, 21:07

Lieber Caruso,
Grad letzten Samstag hab ich ihn als Rodolfo in Amsterdam gesehen und war auch sofort begeistert. Er besitzt den nötigen Schmelz in der Stimme und hat auch eine schön klingende Höhe. Ich wollte ihn auch schon vorstellen. Vorher kannte ich den Sänger überhaupt nicht.

Caruso41

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Mittwoch, 20. Dezember 2017, 09:30

Lieber LaRoche!
....bisher konnte ich nur das Gounod-Duett anhören, meine Zeit ist heute knapp.
wie Du schon ausführtest, erinnert die Stimme an längst vergangene Tenorzeiten. Prachtvolles Timbre, strahlende, glänzende Höhe, und das alles Live. Toll, ich beneide Dich, diese Stimme hören zu können und danke Dir für die Einstellung.....

Wenn du denn noch das Èlisir d'amore-Duett und die Titus-Arie gehört haben wirst, kannst Du die Qualität und das Potential von Sergey Romanowsky sicher noch besser abschätzen. Das Romeo et Juliette-Duett zeigt ja weniger von seiner Stimme als von seiner Fähigkeit, den Klang dieser Stimme mit der seiner Partnerin zu verschmelzen.
Einen Wettstreit Romanowsky-Florez sollten wir nicht ausrufen. Das bringt nichts, zwei so gute aber ziemlich unterschiedliche Sänger gegeneinander auszuspielen!

Lieber Rodolfo!
Grad letzten Samstag hab ich ihn als Rodolfo in Amsterdam gesehen und war auch sofort begeistert. Er besitzt den nötigen Schmelz in der Stimme und hat auch eine schön klingende Höhe. Ich wollte ihn auch schon vorstellen. Vorher kannte ich den Sänger überhaupt nicht.

Dass Du auch von Romanowsky Rodolfo begeistert warst, freut mich natürlich! Es ist vor allem eine Freude, zu erfahren, dass auch andere Taminos wach und aufmerksam für die Entdeckung von NEUEN STIMMEN sind!
Besten Dank deshalb für Deinen Beitrag!

Euch beiden einen schönen Tag noch!
Mich wird er am Abend wieder in die Oper führen. Es gibt einen Otello mit Evgueniy Alexiev als Jago und Mikhail Agafonov in der Titelpartie! Beides sind recht interessante Interpreten, deren Weg ich seit einiger Zeit verfolge!

Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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Samstag, 30. Dezember 2017, 11:59

Wiebke Lehmkuhl

Liebe Melomanen und Stimmenliebhaber!
Heute möchte ich eine deutsche Altistin vorstellen

Wiebke Lehmkuhl

Muss man diese Sängerin hier vorstellen?
Ist sie nicht längst bekannt?



Sie hat bei der Eröffnung der Elbphilharmonie mitgewirkt und allein schon damit ist ihr Name nicht nur den passionierten Melomanen bekannt geworden sondern einem wesentlich größeren Publikum. Bei den Salzburger Festspielen und bei den Bayreuther Festspielen hat sie in den letzten beiden Jahren gesungen! An der Scala in Mailand und der Opéra National de Paris, mit dem Gewandhausorchester Leipzig, mit den Berliner Philharmonikern und mit etlichen Klangkörpern der Alten Musik-Szeneist sie bereits aufgetreten. Die Galerie der Dirigenten, die die junge Altistin gerne für ihre Aufführungen verpflichten ist lang: Marc Minkowski, Philippe Jordan, Thomas Hengelbrock, Daniele Gatti, Andreas Spering, Riccardo Chailly, Kent Nagano, Franz Welser-Möst, Vladimir Jurowski und Daniel Harding sind darunter.
Im Forum wird der Name schon öfter genannt. Meist allerdings ohne eine Beschreibung von Höreindrücken. Deshalb macht es schon es Sinn, diese junge Altistin einmal in den Fokus zu rücken. Leider stehen ja Altistinnen meist etwas im Schatten.

Wiebke Lehmkuhl wurde 1983 in Oldenburg geboren. Ausgebildet wurde sie bei Ulla Groenewold und Hanna Schwarz an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg! Ihre ersten Stationen als Opernsängerin waren Kiel, Hannover und Zürich. Aber: wer ihre Karriere nur an Auftritten auf der Opernbühne festmachen wollte, würde eigentlich dieser Künstlerin nicht gerecht werden. Gewiß ist sie heute vielleicht als Erda oder als Stimme von oben im Parsifal konkurrenzlos. Die meisten der Opernpartien, die sie im gegenwärtigen Stadium ihrer Karriere singt, finden freilich beim Publikum nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Über die 3. Dame in der "Zauberflöte" und die Floßhilde im "Rheingold", selbst die Annina im "Rosenkavalier" oder die Magdalena in den "Meistersingern" wird hinterher nur wenig gesprochen.
Wer aber Wiebke Lehmkuhl in den Konzerten erlebt, in denen sie Kantaten, Passionen, Messen oder Oratorien singt, wird schnell ganz gefangen genommen von ihrem breit strömenden Alt, der apart timbriert ist, technisch sicher beherrscht und so ungemein musikalisch geführt wird. Sie klingt weder matronig noch wabert die Stimme. Sie ist weich und klar, hat in der Tiefe trotz eher schlanker Führung einen vollen dunklen Klang, den sie fein zu modulieren und färben vergesteht. In der Höhe macht sie auf und gewinnt einen bronzenen Glanz. Über ihr Singen muß man eigentlich gar nicht viele Worte machen: es wirkt alles sehr natürlich und ungekünstelt. Ich habe sie mit Bach und Mozart aber auch mit Mahler und Schönberg live gehört. Immer war ich angetan von der Sicherheit, mit der sie den richtigen Stil traf, und von behutsamen und vornehmen Art ihres Vortrages. Sie scheint auch eine überzeugende Darstellerin zu sein. Diesen Eindruck habe ich zumindest von ihrer Magdalena in der Fernsehübertragung der "Meistersinger" aus Bayreuth (Barry Koskys Inszenierung) gewonnen.

In welches Repertoire sie einmal hineinwachsen wird, ist nicht einfach abzusehen. Im Augenblick würden ihr Brangäne und Eboli wohl insgesamt zu hoch liegen. Ich denke aber, dass sie sich in diese Richtung entwickeln wird. Zum Glück überstürzt sie nichts. Sie hat ja auch mit der alten Musik, der sie besondere Aufmerksamkeit widmet, wahrlich genug zu tun. Bei Bach etwa kann man hören, wie versiert und ganz virtuos sie Koloraturen zu singen versteht. Vielleicht geht sie auch in Richtung Rossini?

Mit Sicherheit wird ein Schwerpunkt ihres Wirkens das Lied sein. Sie hat gerade ein Album aufgenommen, in dem sie zusammen mit dem wunderbaren Tenor Stanislas De Barbeyrac und dem Insula Orchestra unter der Dirigentin Laurence Equilbey Schubert-Lieder in der Orchestrierung verschiedener Komponisten aufgenommen hat! Superb!

Johann Adolf Hasse's Requiem in C Major - "Benedictus"
https://www.youtube.com/watch?v=_mh1svPdGnw


C.Ph.E. Bach, Kantata "Heilig ist Gott"
https://www.youtube.com/watch?v=RLWWv7XTbQQ


Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 3 d-moll ab 59:00 Misterioso
https://www.youtube.com/watch?v=Cjp-n6xS1CE


Richard Wagner: Rheingold - Erdaszene
https://www.youtube.com/watch?v=P5tPXZbjuvk


Zur Eröffnung der Elbphilharmonie Hamburg
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=64021


Weitere hörenswerte Aufnahmen sind auf der Homepage von Wiebke Lehmkuhl zu finden:
http://www.wiebkelehmkuhl.de/media.html

Viel Vergnügen beim Entdecken oder Wiederhören!
Eine echte Altistin hatten wir überhaupt noch nicht in unserer Galerie NEUER STIMMEN!

Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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Samstag, 30. Dezember 2017, 15:30

Wiebke Lehmhuhl

Mit Sicherheit wird ein Schwerpunkt ihres Wirkens das Lied sein. Sie hat gerade ein Album aufgenommen, in dem sie zusammen mit dem wunderbaren Tenor Stanislas De Barbeyrac und dem Insula Orchestra unter der Dirigentin Laurence Equilbey Schubert-Lieder in der Orchestrierung verschiedener Komponisten aufgenommen hat! Superb!


Ich habe ganz vergessen, das Cover der CD einzustellen. Das will ich hier rasch nachholen:

+*+

Die meisten der Lieder singt zwar Stanislas De Barbeyrac aber den kennenzulernen lohnt ja nun auch wirklich. Schade, dass man nicht mehr Lieder aufgenommen hat. Die Spielzeit ist eigentlich arg bescheiden!
Es gibt reichlich weitere CD-Aufnahmen mit Wiebke Lehmhuhl: Kompositionen von Johann Adolf Hasse, Händel, Ferdinand Ries, Louis Spohr, Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emmanuel Bach.... Erstaunlich viel für eine so junge Sängerin!
Die hier alle aufzulisten, scheint mir unnötig. Jeder kann die selber recherchieren.
Bemerkenswert vielleicht besonders die Bach-Aufnahmen unter Riccardo Chailly:



Caruso41
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operus

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533

Samstag, 30. Dezember 2017, 17:33

Liebe Melomanen und Stimmenliebhaber!
Heute möchte ich eine deutsche Altistin vorstellen

Wiebke Lehmkuhl

Muss man diese Sängerin hier vorstellen?
Ist sie nicht längst bekannt?



Sie hat bei der Eröffnung der Elbphilharmonie mitgewirkt und allein schon damit ist ihr Name nicht nur den passionierten Melomanen bekannt geworden sondern einem wesentlich größeren Publikum. Bei den Salzburger Festspielen und bei den Bayreuther Festspielen hat sie in den letzten beiden Jahren gesungen! An der Scala in Mailand und der Opéra National de Paris, mit dem Gewandhausorchester Leipzig, mit den Berliner Philharmonikern und mit etlichen Klangkörpern der Alten Musik-Szeneist sie bereits aufgetreten. Die Galerie der Dirigenten, die die junge Altistin gerne für ihre Aufführungen verpflichten ist lang: Marc Minkowski, Philippe Jordan, Thomas Hengelbrock, Daniele Gatti, Andreas Spering, Riccardo Chailly, Kent Nagano, Franz Welser-Möst, Vladimir Jurowski und Daniel Harding sind darunter.
Im Forum wird der Name schon öfter genannt. Meist allerdings ohne eine Beschreibung von Höreindrücken. Deshalb macht es schon es Sinn, diese junge Altistin einmal in den Fokus zu rücken. Leider stehen ja Altistinnen meist etwas im Schatten.

Wiebke Lehmkuhl wurde 1983 in Oldenburg geboren. Ausgebildet wurde sie bei Ulla Groenewold und Hanna Schwarz an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg! Ihre ersten Stationen als Opernsängerin waren Kiel, Hannover und Zürich. Aber: wer ihre Karriere nur an Auftritten auf der Opernbühne festmachen wollte, würde eigentlich dieser Künstlerin nicht gerecht werden. Gewiß ist sie heute vielleicht als Erda oder als Stimme von oben im Parsifal konkurrenzlos. Die meisten der Opernpartien, die sie im gegenwärtigen Stadium ihrer Karriere singt, finden freilich beim Publikum nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Über die 3. Dame in der "Zauberflöte" und die Floßhilde im "Rheingold", selbst die Annina im "Rosenkavalier" oder die Magdalena in den "Meistersingern" wird hinterher nur wenig gesprochen.
Wer aber Wiebke Lehmkuhl in den Konzerten erlebt, in denen sie Kantaten, Passionen, Messen oder Oratorien singt, wird schnell ganz gefangen genommen von ihrem breit strömenden Alt, der apart timbriert ist, technisch sicher beherrscht und so ungemein musikalisch geführt wird. Sie klingt weder matronig noch wabert die Stimme. Sie ist weich und klar, hat in der Tiefe trotz eher schlanker Führung einen vollen dunklen Klang, den sie fein zu modulieren und färben vergesteht. In der Höhe macht sie auf und gewinnt einen bronzenen Glanz. Über ihr Singen muß man eigentlich gar nicht viele Worte machen: es wirkt alles sehr natürlich und ungekünstelt. Ich habe sie mit Bach und Mozart aber auch mit Mahler und Schönberg live gehört. Immer war ich angetan von der Sicherheit, mit der sie den richtigen Stil traf, und von behutsamen und vornehmen Art ihres Vortrages. Sie scheint auch eine überzeugende Darstellerin zu sein. Diesen Eindruck habe ich zumindest von ihrer Magdalena in der Fernsehübertragung der "Meistersinger" aus Bayreuth (Barry Koskys Inszenierung) gewonnen.

In welches Repertoire sie einmal hineinwachsen wird, ist nicht einfach abzusehen. Im Augenblick würden ihr Brangäne und Eboli wohl insgesamt zu hoch liegen. Ich denke aber, dass sie sich in diese Richtung entwickeln wird. Zum Glück überstürzt sie nichts. Sie hat ja auch mit der alten Musik, der sie besondere Aufmerksamkeit widmet, wahrlich genug zu tun. Bei Bach etwa kann man hören, wie versiert und ganz virtuos sie Koloraturen zu singen versteht. Vielleicht geht sie auch in Richtung Rossini?

Mit Sicherheit wird ein Schwerpunkt ihres Wirkens das Lied sein. Sie hat gerade ein Album aufgenommen, in dem sie zusammen mit dem wunderbaren Tenor Stanislas De Barbeyrac und dem Insula Orchestra unter der Dirigentin Laurence Equilbey Schubert-Lieder in der Orchestrierung verschiedener Komponisten aufgenommen hat! Superb!

Johann Adolf Hasse's Requiem in C Major - "Benedictus"
https://www.youtube.com/watch?v=_mh1svPdGnw


C.Ph.E. Bach, Kantata "Heilig ist Gott"
https://www.youtube.com/watch?v=RLWWv7XTbQQ


Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 3 d-moll ab 59:00 Misterioso
https://www.youtube.com/watch?v=Cjp-n6xS1CE


Richard Wagner: Rheingold - Erdaszene
https://www.youtube.com/watch?v=P5tPXZbjuvk


Zur Eröffnung der Elbphilharmonie Hamburg
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=64021


Weitere hörenswerte Aufnahmen sind auf der Homepage von Wiebke Lehmkuhl zu finden:
http://www.wiebkelehmkuhl.de/media.html

Viel Vergnügen beim Entdecken oder Wiederhören!
Eine echte Altistin hatten wir überhaupt noch nicht in unserer Galerie NEUER STIMMEN!

Beste Grüße

Caruso41
Lieber Caruso.

mit Wiebke Lehmkuhl stellst Du eine Sängerin vor, die sich trotz ihrer Jugend bereits einen guten Namen und Ruf ersungen hat. Für mich das Wichtigste, die Sängerin ist ein echter
Alt und kein vom Mezzo herunter gequältes "Ältlein". Die Stimme klingt besonders in den tieferen Lagen voll, sonor und samtig. Gute Gesangstechnik und Stimmführung scheinen nahezu selbstverständlich vorhanden zu sein. Auch Mittellage und Höhen klingen. Wie Du richtiger Weise bemerkst wird die Höhe behutsam angegangen und hat daher noch Grenzen, was dazu führen sollte, dass bestimmte Partien zur Zeit klugerweise noch nicht angegangen werden. Lehmkuhl hat in den eingestellten Hörproben Stärken im Oratorienfach. Hier wirkt ihr Gesang natürlich, schlicht und daher echt empfunden. Im Requiem von Hasse singt sie durchweg vollklingend und tonschön. Nur die schwierigen Koloraturen klingen noch manchmal bemüht. Sie scheint also noch sehr kontrolliert zu singen, das wird sich mit zunehmender Routine und gewonnener Sicherheit geben. Auf Bühne erlebte ich sie als Erda. Gute Darstellung, stimmschön. Meiner Frau und mir fehlte jedoch die zwingende Autorität der strengen Mahnerin. Ich weiß jedoch nicht, ob diese Einschränkungen bei einer so jungen Erda nicht eine fast programmierte Reaktion sind? Alles in allem eine erfreuliche und zu großen Hoffnungen Anlass gebende Sängerin. Gespannt bin ich auf sie als Liedersängerin. Würdest Du bitte, wenn die Liedplatte am Markt ist nähere Informationen geben?
Herzlichst
Operus
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operus

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534

Samstag, 30. Dezember 2017, 18:09

Bitte Hilfe!

Wieder bin ich es, der Fehler macht. Von dem interessanten Bericht über Wiebke Lehmkuhl wollte ich nur einige Zeilen einstellen. Nun erscheint ungewollt der ganze Bericht. Das ist ein nerven der Leser und eine Platzverschwendung. Wer eliminiert die unnötige Wiederholung des Beitrags von Caruso? Danke. Es erschien, obwohl ich nur Textstellen markiert habe, Nachricht zitieren.Das habe ich dann gedrückt.. Was hätte ich anders machen sollen?
Herzlichst
Operus
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WoKa

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535

Samstag, 30. Dezember 2017, 18:34

Hallo Hans!

Schaust Du - bevor Du einen Beitrag einstellst - die Vorschau an?

Liebe Grüße
Wolfgang
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

operus

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536

Samstag, 30. Dezember 2017, 18:55

Nein, lieber Wolfgang, wie macht man das? Ich schreibe, stelle oft das nur teilweise Geschriebene ein, sehe mir dies dann , schreibe dann weiter und stelle dann den Beitrag fertig. So habe ich einigermaßen Sicherheit, das mit mein geistiges Eigentum nicht abhaut.
Herzlichst
Hans mit allen guten Wünschen zum Jahreswechsel und für ein gutes neues Jahr
Herzlichst
Ingrid und Hans
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Caruso41

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537

Samstag, 30. Dezember 2017, 19:27

Lieber Operus!

Hab' herzlichen Dank, dass Du Deine Höreindrücke so ausführlich beschreiben hast. Sie stimmen ja durchaus mit meinen überein.
Das hat mich natürlich sehr gefreut!

Für mich das Wichtigste, die Sängerin ist ein echter Alt und kein vom Mezzo herunter gequältes "Ältlein". Die Stimme klingt besonders in den tieferen Lagen voll, sonor und samtig. Gute Gesangstechnik und Stimmführung scheinen nahezu selbstverständlich vorhanden zu sein. Auch Mittellage und Höhen klingen.

Da stimme ich Dir ganz und gar zu! Das Erfreuliche ist, dass sie trotzdem nicht ältlich klingt, weil die Stimme eine gute Innenspannung hat!

Auf Bühne erlebte ich sie als Erda. Gute Darstellung, stimmschön. Meiner Frau und mir fehlte jedoch die zwingende Autorität der strengen Mahnerin.

Die Partien dieses Faches auszufüllen und auch gestalterisch zu punkten, ist für eine junge Sängerin sicher schwer. So ist es schon verständlich, dass Ihr an ihrer Erda die "zwingende Autorität der strengen Mahnerin" vermisst habt. Da wird sie vielleicht noch ein paar Jahre brauchen. Eine Jean Madeira, Oralia Domínguez oder Marga Höffgen (die drei besten Erdas die ich gehört habe) hatten diese starke persönliche Ausstrahlung, mit der sie mich überzeugt haben, sicher auch noch nicht mit 33 Jahren.

Beste Grüße

Caruso41
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operus

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538

Samstag, 30. Dezember 2017, 20:43

Eine Jean Madeira, Oralia Domínguez oder Marga Höffgen (die drei besten Erdas die ich gehört habe) hatten diese starke persönliche Ausstrahlung, mit der sie mich überzeugt haben, sicher auch noch nicht mit 33 Jahren.
Lieber Caruso,
in die Reihe der maßstabsetzenden Erdas gehört meines Erachtens auch Ortun Wenkel die grandiose Verkörperin dieser Rolle in Chereaus Bayreuther "Jahrhundert Ring".

Herzlichst
Operus
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Sonntag, 31. Dezember 2017, 13:57

Lieber Operus!

Lieber Caruso,
in die Reihe der maßstabsetzenden Erdas gehört meines Erachtens auch Ortun Wenkel die grandiose Verkörperin dieser Rolle in Chereaus Bayreuther "Jahrhundert Ring".

Zweifellos war Ortun Wenkel eine hervorragende Erda.
Ob ich man sie in der gleichen Klasse nennen müsste, wie Jean Madeira oder Oralia Domínguez, bezweifle ich allerdings. Ein guter Teil ihrer Wirkung muss meines Erachtens auch Patrice Chereau zugerechnet werden. In einer anderen Produktion habe ich sie nie erlebt!

Einen guten Start in ein hoffentlich friedvolles Jahr 2018

wünscht Dir
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Montag, 1. Januar 2018, 12:17

Für Sabine Devieilhe habe ich jetzt einen eigenen Thread in DIE BERÜHMTE STIMME - SÄNGERPORTRAIT eingerichtet.

Sabine Devieilhe - eine französische Koloratursopranistin

In den kommenden Wochen werde ich für weitere Sängerinnen und Sänger, die hier als NEUE STIMMEN vorgestellt wurden, eigene Threads einrichten, weil ihre Karriere inzwischen so weit Fahrt aufgenommen hat, dass es viel über sie zu berichten gibt - und vielleicht auch zu diskutieren!

Herzliche Grüße und alle guten Wünsche für 2018.

Caruso41
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