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chrissy

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301

Montag, 3. April 2017, 23:04

Erneut möchte ich eine Stimme vorstellen und zwar eine tschech. Sopranistin. Sie ist engagiert am "Nationaltheater und der Staatsoper Prag".
Darüber hinaus ist sie Gast an vielen großen tschech. Häusern und im intern. Ausland, auch an deutschen Bühnen.
Im Februar 2014 gastierte sie auch in Liberec /Reichenberg als Violetta in La Traviata. In dieser Vorstellung war ich und sie in dieser Partie zu erleben -
das war eine genußvolle Sternstunde - sie war "zum Niederknien großartig"! Neben einer wunderschönen, in allem sicheren, ausdrucksstarken Stimme,
stellte sie die Partie gefühlvoll und glaubhaft dar und sah auch noch blendend aus. Eine rundum ideale "Violetta", wie man sie sich nicht besser wünschen kann.
Sie hat mich nicht nur damals fasziniert und beeindruckt, sondern auch nachhaltig! Die Violetta singt sie übrigens auch in Prag.
In einem später persönlich geführten Gespräch mit einer namhaften Person des tschech. Theaters sagte mir dieser:
"Sie gilt als die beste Traviata /Violetta im gesamten tschech. Raum."
Hier ist sie: Marie Fajtová

Hier ein Auszug aus ihrem Repertoire:
Marie Fajtová first studied piano at Prague Conservatory (1992–1998) and
then singing with Professor Jiří Kotouč (1998–2003). Currently she is
studying with the American soprano Nancy Henninger. In 2004 she was a
finalist in the Antonín Dvořák International Singing Competition, where
she received the Prague Symphony Orchestra Award. In 2008 she won the
Grand Prize in the Barbara Hendricks International Vocal Competition in
Strasbourg. Since the season 2007/08 she is a soloist with the National
Theatre Opera in Prague. Her repertoire includes Violetta (Verdi’s “La
traviata”), Mozart’s Elvira and Donna Anna (“Don Giovanni”), Countess
(“Le nozze di Figaro”), Arminda (“La finta giardiniera”), Fiordiligi
(“Cosí fan tutte”) and Pamina (“Die Zauberflöte”), Donizetti’s Adina
(“L’elisir d’amore”) and Norina (“Don Pasquale”), Norma (Bellini’s
“Norma”), Marguerite (Gounod’s “Faust”), Antonia (Offenbach’s “Les
Contes d’Hoffmann”), Musetta (Puccini’s “La bohème”), Euridice (Gluck’s
“Orfeo”), Armida (Händel’s “Rinaldo”), Penelope (Britten’s “Gloriana”),
Smetana’s Barče (“The Kiss”) and Karolina (“Two Widows”), Despino
(Martinů’s “The Greek Passion”), etc. She has been a guest soloist of
the Finnish National Opera, L’Opéra Royal de Versailles, Théatre de
Caen, Grand Théatre de Luxenbourg among others and given recitals all
over the world.

Etwa in der Mitte zwischen Zittau und Liberec ist der kleine Ort Grabstejn (Grafenstein) mit einer mittelalterlichen Burg.
Im Hof dieser Burg werden seit vielen Jahren im Sommer Benefiz - Veranstaltungen aufgeführt. (Im Aug. 2015 haben wir dort einen großartigen Rigoletto erlebt).
Im Netz habe ich einen Live - Mitschnitt einer solchen Veranstaltung mit "Figaros Hochzeit"gefunden, den ich unten reinstelle, dargeboten von einem Prager Ensemble.
Interessenten wünscht viel Freude
CHRISSY

Marie Fajtova als Susanna https://www.youtube.com/watch?v=j-0McokwaEY
Jegliches hat seine Zeit...

La Roche

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302

Dienstag, 4. April 2017, 14:37

Lieber Chrissy,

zuerst: ein großartiges Foto

und eine tolle Stimme. Ich habe mir noch einiges andere angehört, z.B. Norma. Sie ist auch gesanglich wunderbar. Und daß sie in Liberec gastiert, ist für Dich ein Glücksfall.

Offensichtlich haben die Tschechen ein anderes Heimatgefühl als wir. Liberec ist Provinz, genau wie Gera. Aber in Liberec gastiert die tschechische Opernprominenz, in Gera nur die Provinzprominenz. Das war früher leider anders. Außer Rosvaenge habe ich in den 50-ern in Gera Karl Schmitt-Walter erlebt, Walter Ludwig, Willy Domgraf-Faßbender, Elisabeth Grümmer, Hannel-Lore Kuhse war hier engagiert, Hedwig Müller-Bütow, Anni Ziegler u.a. Aber ab 1961 war das vorbei, leider.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


chrissy

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303

Dienstag, 4. April 2017, 18:11

Lieber Chrissy,
zuerst: ein großartiges Foto und eine tolle Stimme.
...und ich kann Dir versichern und bestätigen: beides stimmt!!!
Danke, lieber La Roche, für Deine Antwort und übereinstimmende Meinung.
Ich habe mir noch einiges andere angehört, z.B. Norma. Sie ist auch gesanglich wunderbar. Und daß sie in Liberec gastiert, ist für Dich ein Glücksfall.
Ja, das stimmt, das war ein Glücksfall. Ihr Gastauftritt damals, war ja für mich ahnungslos und überraschend - es wurde mit ihr und durch sie - zu einer absoluten Sternstunde.
Vor ein paar Jahren war ich in der Dresdner Semperoper auch zur "Traviata". Die dortigen Solisten, einschließlich der Violetta", konnte man dagegen gleich vergessen.
Das einzige, an was ich mich noch erinnere, war die total grauenhafte Inszenierung!
Offensichtlich haben die Tschechen ein anderes Heimatgefühl als wir. Liberec ist Provinz,
Hier muß ich Dich korrigieren, Liberec ist keine Provinz. Es ist eine große Stadt mit weit mehr als 100.000 Einwohner (und einem schönen Theater /Opernhaus).
Herzliche Grüße
CHRISSY
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operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

304

Dienstag, 4. April 2017, 18:42

Erneut möchte ich eine Stimme vorstellen und zwar eine tschech. Sopranistin. Sie ist engagiert am "Nationaltheater und der Staatsoper Prag".
Darüber hinaus ist sie Gast an vielen großen tschech. Häusern und im intern. Ausland, auch an deutschen Bühnen.
Im Februar 2014 gastierte sie auch in Liberec /Reichenberg als Violetta in La Traviata. In dieser Vorstellung war ich und sie in dieser Partie zu erleben -
das war eine genußvolle Sternstunde - sie war "zum Niederknien großartig"! Neben einer wunderschönen, in allem sicheren, ausdrucksstarken Stimme,
stellte sie die Partie gefühlvoll und glaubhaft dar und sah auch noch blendend aus. Eine rundum ideale "Violetta", wie man sie sich nicht besser wünschen kann.
Sie hat mich nicht nur damals fasziniert und beeindruckt, sondern auch nachhaltig! Die Violetta singt sie übrigens auch in Prag.
In einem später persönlich geführten Gespräch mit einer namhaften Person des tschech. Theaters sagte mir dieser:
"Sie gilt als die beste Traviata /Violetta im gesamten tschech. Raum."
Hier ist sie: Marie Fajtová

Hier ein Auszug aus ihrem Repertoire:
Marie Fajtová first studied piano at Prague Conservatory (1992–1998) and
then singing with Professor Jiří Kotouč (1998–2003). Currently she is
studying with the American soprano Nancy Henninger. In 2004 she was a
finalist in the Antonín Dvořák International Singing Competition, where
she received the Prague Symphony Orchestra Award. In 2008 she won the
Grand Prize in the Barbara Hendricks International Vocal Competition in
Strasbourg. Since the season 2007/08 she is a soloist with the National
Theatre Opera in Prague. Her repertoire includes Violetta (Verdi’s “La
traviata”), Mozart’s Elvira and Donna Anna (“Don Giovanni”), Countess
(“Le nozze di Figaro”), Arminda (“La finta giardiniera”), Fiordiligi
(“Cosí fan tutte”) and Pamina (“Die Zauberflöte”), Donizetti’s Adina
(“L’elisir d’amore”) and Norina (“Don Pasquale”), Norma (Bellini’s
“Norma”), Marguerite (Gounod’s “Faust”), Antonia (Offenbach’s “Les
Contes d’Hoffmann”), Musetta (Puccini’s “La bohème”), Euridice (Gluck’s
“Orfeo”), Armida (Händel’s “Rinaldo”), Penelope (Britten’s “Gloriana”),
Smetana’s Barče (“The Kiss”) and Karolina (“Two Widows”), Despino
(Martinů’s “The Greek Passion”), etc. She has been a guest soloist of
the Finnish National Opera, L’Opéra Royal de Versailles, Théatre de
Caen, Grand Théatre de Luxenbourg among others and given recitals all
over the world.

Etwa in der Mitte zwischen Zittau und Liberec ist der kleine Ort Grabstejn (Grafenstein) mit einer mittelalterlichen Burg.
Im Hof dieser Burg werden seit vielen Jahren im Sommer Benefiz - Veranstaltungen aufgeführt. (Im Aug. 2015 haben wir dort einen großartigen Rigoletto erlebt).
Im Netz habe ich einen Live - Mitschnitt einer solchen Veranstaltung mit "Figaros Hochzeit"gefunden, den ich unten reinstelle, dargeboten von einem Prager Ensemble.
Interessenten wünscht viel Freude
CHRISSY

Marie Fajtova als Susanna https://www.youtube.com/watch?v=j-0McokwaEY
Lieber Chrissy,
danke für die Vorstellung dieser Sängerin. Sieht nicht nur fabelhaft aus. Sie singt auch mit volltönender Stimme, wunderschöner Phrasierung und geschmedigen Übergängen in allen Lagen. Mit diesen Beiträgen wird wiederum klar, warum das Tamino-Klassik-Forum so wertvoll ist. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher nicht einmal den Namen der Sängerin gehört habe. Danke, dass Du sie mir nahe gebracht hast.
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

rodolfo39

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  • »rodolfo39« ist männlich

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Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

305

Dienstag, 4. April 2017, 20:04

Ich bin auch sehr begeistert. Sie wäre eine Bereicherung für das Ensemble der Rheinoper, wie so viele vorgestellte Sänger.

Erich Ruthner

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  • »Erich Ruthner« ist männlich

Beiträge: 1 896

Registrierungsdatum: 19. März 2009

306

Dienstag, 4. April 2017, 20:30

Sie ähnlt in Gestalt und Ausdruck der von mir geschätzten Anja-Nina Bahrmann.
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

Siegfried

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  • »Siegfried« ist männlich

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307

Mittwoch, 5. April 2017, 16:51

In der Tat eine bezaubernde Sängerin. Ich habe ihre YT-Einstellungen gehört und bin begeistert. Die Leichtigkeit ihrer Koloraturen ist vom Feinsten. :jubel:
Freundliche Grüße Siegfried

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 684

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

308

Donnerstag, 6. April 2017, 13:35

In der Tat eine bezaubernde Sängerin. Ich habe ihre YT-Einstellungen gehört und bin begeistert. Die Leichtigkeit ihrer Koloraturen ist vom Feinsten. :jubel:
Lieber Siegfried
Dir und allen anderen - vielen Dank für Eure Antworten und lobenden Bewertungen und Meinungen. Ich freue mich, daß diese großartige Sopranistin auf solch ein Interesse stieß.
Für mich selbst ist es darüber hinaus auch wichtig zu merken, daß meine Schilderung "Marie Fajtova" als eine wirklich großartige, überragende Violetta erlebt zu haben,
nun für Außenstehende, die nicht dabei waren, glaubhaft nachvollziehbar ist.
Herzlichst
CHRISSY
Übrigens noch ein Hinweis für Mozart /Figaro - Fans: Auf Youtube sind nicht nur mit Marie Fajtova, sondern weitere Live - Mitschnitte mit ihr und dem gesamten Prager Ensemble
von dieser Benefiz - Aufführung in der Burg Grabstejn zu hören und zu sehen. Auch wenn alles nur mit Klavierbegleitung ist (ein Orchester geht aus Platzgründen nicht) sind die
Ausschnitte lohnenswert und interessant. Interessenten viel Freude und Genuß.
Jegliches hat seine Zeit...

Caruso41

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Registrierungsdatum: 19. November 2010

309

Sonntag, 9. April 2017, 18:25

Neues von Anna Princeva

Im Beitrag 141 hat Rodolfo hier die vielversprechende russische Sopranistin Anna Princeva vorgestellt! In den folgenden Beiträgen haben wir uns über sie ausgetauscht!
Jetzt gibt es eine erste Operngesamtaufnahme von ihr:




Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Caruso41

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Registrierungsdatum: 19. November 2010

310

Dienstag, 11. April 2017, 15:51

Brian Jagde, Tenor

Heute möchte ich einen Tenor vorstellen, den ich als Bacchus (Adriane auf Naxos) und José (Carmen) gehört habe:

Brian Jagde

-

Zur Stimme:
Brian Jagde (sprich: Jade) besitzt eine sehr kernige und kraftvolle Tenorstimme, die sich nicht langsam von lyrischen zu schwereren Partien entwickeln muss sondern sich schon früh das heldische Fach aneignen dürfte. Die Stimme hat ein gutes und reiches Fundament, das das Timbre ist hell und brennend, aber Jagde verfügt über die Fähigkeit, es zu schattieren und zu färben. Seine phänomenale Atemtechnik erlaubt ihm, weite Bögen zu spannen und aufblühen zu lassen. Dabei kann er auch Volumen und Intensität der Stimme anschwellen lassen! Wie er etwa die letzte Phrase des Bacchus im Duett mit Ariadne "..... Eh' denn du stürbest aus mei-ei-ei-eineeeen Armen" nicht nur ohne Zwischenatmen sondern gleichsam als Triumpfbogen wölbt, das hat man seit den besten Tagen von James King wohl nicht mehr gehört! Allein seine explosiven, immer präzise angesetzten und nie forcierten Höhen allerdings würden schon für eine große Karriere ausreichen!
Er verfügt aber auch immer ein immenses Potential als Darsteller. In einer fremden Inszenierung und ohne vorherige Probe entfaltete er als Don Jose ein eindrucksvolles Portrait. Im Schlussduett endlich war er nur mehr ein bemitleidenswerter, völlig niedergeschlagener, von auswegloser Verzweiflung gepeinigter Mann, der das Publikum tief erschütterte! Das erinnerte direkt an einen Jon Vickers!

Zur Person:
Brian Jagde war Adler Fellow an der San Francisco Opera, wo er u. a. als Cavaradossi (Tosca), Janek (Die Sache Makropoulos) sowie Vitellozzo (Lucrezia Borghia) auf der Bühne stand. Er studierte Gesang am renommierten „The Purchase College-Conservatory of Music“ und gewann sowohl den 1. Preis im Rahmen des Loren L. Zachary Competition 2014, den 2. Preis wie auch den Birgit Nilsson-Preis beim Operalia Wettbewerb 2012.

Seither hat er seine Visitenkarte an verschiedenen Bühnen der Vereinigten Staaten abgegeben.
In der Saison 2016/17 debutierte er gleich in mehreren Partien: Radames in der neuen Produktion von Aida an der San Francisco Opera, Maurizio (Adriana Lecouvreur) am Royal Opera House Covent Garden in London und Froh (Das Rheingold) in seinem ersten Auftritt beim New York Philharmonic.
In der laufenden Spielzeit gastiert Brian Jagde des weiteren mit dem Pinkerton (Madama Butterfly) am Teatro Massimo und an der Washington National Opera, am Teatro Real Madrid mit Macduff (Macbeth), an der Oper Stuttgart mit Cavaradossi (Tosca) und der der Staatsoper München mit Don Jose (Carmen).

In der kommenden Spielzeit wird er an der Deutschen Oper Berlin in der Neueinstudierung von Korngolds "Das Wunder der Heliane" die sehr hoch liegende und extrem anspruchsvolle Partie des Fremden singen.
"So keep your ears on Jagde.” (The Guardian)

Carmen: Schlussduett (Brian Jagde - Don José, María José Montiel - Carmen, Zubin Mehta - conductor)

Butterfly:

Tosca:

Nur zwei Schnipsel Aida


Und ein Interview


Wie gesagt: "So keep your ears on Jagde.”

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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311

Mittwoch, 12. April 2017, 17:05

Zitat

von Rheingold

Von mir kann ich sagen, lieber Caruso, dass ich mir den Brian Jadge sehr genau angehört habe bei den "Neuen Stimmen". Wie alt ist der denn? Die jungen Herren neigen immer öfter dazu, ihre Lebensdaten zu verschweigen. Nun gut. Er klingt älter als er es sein dürfte. Schönes, hochindividuelles Matarial. Etwas dunkel und verschattet, wie ich es eigentlich sehr liebe. Er stemmt allerdings schon jetzt unüberhörbar. Oder er hat immer gestemmt. Ich weiß es nicht. Es könnte nicht schaden, noch ein wenig an der Stimme zu arbeiten und sie oben offener zu kriegen. Sonst wird das nichts oder nicht das, was es sein könnte. Mir fallen starke Ähnlichkeiten mit dem jungen Jonas Kaufmann auf. Ich freue mich, dass er den Froh singt. Darin würde ich ihn nur zu gern hören. Warum? Für die Szene im "Rheingold", in der er den Göttern den Weg über die Regenbogenbrücke nach Walhall weißt, hat Wagner mit seine schönste Musik geschaffen. Entsprechend muss der Froh besetzt sein. Meistens wird darauf nicht genug Wert gelegt. Eigentlich müssten in der Szene die Zuschaur umfallen von Begeisterung. Statt dessen hörte ich neulich: "Zu Burg fiert de Brigge." Jadge! Ich setzte große Hoffnungen auf dieses Talent. Vom Lohengrin würde ich ihm allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt dringend abraten. Der hat Zeit. Danke, dass Du uns diesen Sänger vorgestellt hast.

Nun hast Du auch noch den Rudolf Berger gefunden. Die Geschichte hätte mir auch passieren können, wenn ich denn noch Platten hätte und diesen Sänger aus Augen und Ohren verloren hätte. ;)

Herzlich grüße Rheingold


Lieber Rheingold!

Das Geburtsjahr von Brian Jagde habe ich nicht recherchieren können. Er ist etwa seit 2012 im 'Geschäft'. Ich nehme an, dass er jetzt knapp über 30 ist.

Wie auch immer: es ist eine junge Stimme und man hört , dass er technisch nicht nicht voll "im Sattel" ist. Ich habe auch etliche Aufnahmen aus früheren Jahren im Internet gefunden, die zeigen, dass er sich zunächst recht unbekümmert vor allem auf seine Stimme und ihre Strahlkraft verlassen hat. Inzwischen - das zeigen die Aufnahmen von 2016 und der Mitschnitt aus London mit dem Maurizio (Adriana Lecouvreur) - setzt er seine Mittel viel bewußter und technisch gesicherter ein! Ich nehme stark an, dass er sich noch schulen und supervisionieren läßt. Alles andere wäre leichtsinnig bei den Plänen und Verpflichtungen, die er vor sich hat!

Dass Du ihn als Froh in Berlin hören kannst, wie er den Göttern den Weg über die Regenbogenbrücke nach Walhall weist, halte ich eher für unwahrscheinlich. Aber er wird Cavaradossi singen und vor allem - wie gesagt - den Fremden in Korngolds "Das Wunder der Heliane". Das ist eine sehr hoch liegende und richtig fordernde Partie! Danach kann man dann schon beurteilen, was er kann!
Den Lohengrin scheint er glücklicherweise nicht so bald im Visier zu haben.
In einem Interview im Oktober 2016 hat Brian Jagde gesagt:

Zitat


.......

OK world, he’s ready for Hoffmann. Will there be a day for Siegfried? Or Siegmund?


It’s a good question. I’m trying to keep those as far in the distance as possible. I love that competition [Operalia] and I had done it two years earlier, and had seen that most of the singers our age weren’t singing Wagner. Strauss maybe, but not Wagner, so I learned that aria just to have a chance to win some extra cash, because there’s not a lot of competition in that field on that version of the competition. A lot of people have seen that since, and people have started adding Strauss arias, and somewhat Wagnerian arias. It’s smart. I was just playing the competition game. But in reality I could sing Siegmund now. And Siegfried, of course, eventually I could sing that. It’s just a matter of do I really want to go there and how fast do I want to go there?

And Parsifal, or Lohengrin?

Yeah. I’m already getting asked for Lohengrins and I say no all the time. I could take a Lohengrin, but there’s sort of a stigma here in this country, that singers who typically go towards that kind of repertoire get pigeonholed once you’re there, and while that’s a good thing, I want to preserve the youth of my voice as long as I can. I want to have a long career. I said no to two Meistersingers in the last year. All kinds of stuff. I said no to a Fanciulla del West at one of the biggest opera houses in the world. I didn’t make my debut at that house because they offered me a role I wasn’t ready for. I’m ready for it within five years, but I know that, so I’m not going to push myself that hard.

This kind of challenge I’m ready for. I’m ready to start working on Aida and what I mean by that is, this is my first Aida. So, hopefully it’ll keep getting better. That’s my goal. Even per night in the run of the show, to fix one or two things from the previous show, so I can keep improving within that run, and then hopefully the next time I come back to the role, it’ll be that much better. It’s always about what am I capable of doing now? And where do I see that role development going, and where do I see my career development going? And I like to go slow and steady because I really do believe it wins the race. I’ll add Trovatore in the future, too, but that’s probably two years out......


In dem Interview habe ich übrigens noch was über ihn erfahren. Zu seinem Namen steht dort nämlich:
"Jagde — pronounced jade, or if you want to honor his 90-percent German heritage, ‘Yahk-teh’ from Jäger, meaning hunter — ......"

Beste Grüße

Caruso41
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Gregor

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Donnerstag, 13. April 2017, 16:46

Durch Caruso's Hinweis auf Brian Jagde im Edgardo-Rocha-thread bin ich hierhergekommen. Ja, Jagde ist wirklich gut. Ich kenne ihn schon seit längerer Zeit. Er hatte zuletzt ja mit dem Maurizio in London einen großen Erfolg. Die Stimme ist schon recht dramatisch, er singt ja beispielsweise schon Radames oder Kalaf. Man kan nur hoffen, dass er sich nicht zu stark mit solchen Rollen verausgabt und er es langsamer angehen lässt. Einiges was ich von ihm gehört habe war schon recht gut, anderes aber auch weniger. Und ich hoffe, dass er nicht jetzt schon zu Wagner abdriftet und sich auch hier Zeit lässt dabei.
Gerade bei älteren Aufnahmen wirkt der Umgang mit der Stimme noch recht unvorsichtig, was den Eindruck vermittelt, dass er bei der einen oder anderen Rolle überfordert sein könnte. Das kann aber ein falscher Eindruck sein, denn der Sänger ist noch jung, und muss sich erst entwickeln. Geben wir ihm die Zeit, bevor wir ein Urteil über ihn fällen.
Jagde bringt neben der Stimme natürlich auch noch ein gutes Aussehen mit. Der sieht ja wie ein Filmstar aus, wenn man sich die neusten Aufnahmen von ihm ansieht. ;)
Jagde hat bei seinen Reisen um die Welt stets seinen Hund "Cav" - benannt nach Cavaradossi - dabei. :)

Gregor

Caruso41

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313

Donnerstag, 13. April 2017, 17:53

Lieber Gregor,

dass Du auch einen positiven Eindruck von Brian Jagde hast, freut mich natürlich!
Es ist sicher ein Sänger mit außergewöhnlichem Potential!
Und ich hoffe, dass er nicht jetzt schon zu Wagner abdriftet und sich auch hier Zeit lässt dabei.

Vergleiche dazu sein Interview, das ich in #311 zitiert habe!

Gerade bei älteren Aufnahmen wirkt der Umgang mit der Stimme noch recht unvorsichtig,

Das deckt sich mit meinem Eindruck, den ich auch schon mitgeteilt hatte:

es ist eine junge Stimme und man hört , dass er technisch nicht nicht voll "im Sattel" ist. Ich habe auch etliche Aufnahmen aus früheren Jahren im Internet gefunden, die zeigen, dass er sich zunächst recht unbekümmert vor allem auf seine Stimme und ihre Strahlkraft verlassen hat.


Beste Grüße
Caruso41

----------------------------------
PS.: So! ich bin dann mal weg.
Ich fahre nach Hamburg zur Premiere der Frau ohne Schatten und einigen Konzerten!
Vor Dienstag kann ich nicht mehr teilnehmen an der interessanten Diskussion!

Tschüß!
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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314

Dienstag, 18. April 2017, 14:46

In dem Thread wurde gefragt, ob es denn keine jungen Sänger gibt, die diese Arie singen.
Ich habe mal nach neuen Bässen oder Bassbaritöner Ausschau gehalten.
Da habe ich erst mal richtig gemerkt, wie verdammt schwer diese Arie ist.
Es reicht wirklich nicht, stimmliches Material mitzubrigen! Schlimm, wie viele junge Sänger rhythmisch mit der Partie Probleme haben. Aber das ging ja Kurt Böhme nicht anders. Außerdem sind die Koloratouren und Läufe ein noch größeres Problem, als ich gedacht hätte!

Leider sind einige junge Sänger, die ich live überzeugend fand, nicht mit Aufnahmen auf Youtube vertreten. Ich denke besonders an Tobias Kehrer oder Tobias Schabel, der in Hannover stimmlich starken gemacht hat!
Nicht zu ändern!

Also denn: einige Kaspars, deren - ziemlich unterschiedliche - Leistungen sicher reichlich Anstoß für Diskussionen geben.

Ich verzichte bewußt darauf, weitere Informationen zu den Sängern zu geben. Auch meine eigene Einschätzung der Stimmen und Gesangsleistungen halte ich erst mal zurück!

Jongmin Park (2. Platz im Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2011 und Publikumspreis)


Jacques-Greg Belobo (BBC Singer of the World - Wettbewerb" 2003 in Cardiff.)


Kihwan Sim


Byeong Min Gil (Korea National Opera Competition 2016)


Selcuk Cara (Oper Burg Gars 2014)


Patrick Simper


Kai Preußker


Keebaek Mattia Lee


Aandreij Yvan


Beste Grüße

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Dienstag, 18. April 2017, 15:19

Schlimm, wie viele junge Sänger rhythmisch mit der Partie Probleme haben. Aber das ging ja Kurt Böhme nicht anders.
Lieber "Caruso41",

mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, warum du die von "Operus" angestoßene Diskussion und Nachwuchssänger mit der Kaspar-Arie in Willis "Thread" nun in deinen Thread verlegst - und dann hier auch noch das von anderen begonnene Böhme-Bashing fortführst, aber ich reagiere immer da, wo etwas geschrieben wird, auf das ich mich bemüßigt fühle zu reagieren.

Ich möchte dich also bitten, mir anhand dieser Aufnahme zu erklären, wo Böhme rhythmisch mit dieser Partie Probleme hat. Ich höre das nämlich nicht, ich höre nur ungeheuer getragene Tempi, aber das sind die von Furtwängler, und die befolgt Böhme meines Erachtens sehr genau. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Furtwängler selbst in seinem letzten Lebensjahr solche signifikanten rhythmischen Ungenauigkeiten ungestraft hätte durchgehen lassen. Aber du kannst mir gerne die Stellen nennen (Trinklied und Arie im 1. Akt habe ich gerade selber noch einmal durchgehört), wo Böhme in einem Maße rhythmisch ungenau ist, dass man darüber reden müsste. Vielen Dank!

Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Caruso41

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316

Dienstag, 18. April 2017, 15:43

Lieber Stimmenliebhaber!
Ich möchte dich also bitten, mir anhand dieser Aufnahme zu erklären, wo Böhme rhythmisch mit dieser Partie Probleme hat.......

.....- und dann hier auch noch das von anderen begonnene Böhme-Bshing fortführst,........

Ich habe Böhme oft genug live als Kaspar gehört und erlebt, dass er rhythmisch ziemlich frei mit dem Notentext umging. Dieser freie Umgang mit dem Notentext dehnte sich leider häufig auch auf die Intonation aus.
Trotzdem ist mir ein Böhme-Bashing ziemlich fremd! Ich habe ihn geschätzt und oft - und bis Mitte der 60er Jahre - auch gern gehört. Es gab allerdings immer Partien, in denen ich andere Sänger vorzog!

....mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, warum du die von "Operus" angestoßene Diskussion und Nachwuchssänger mit der Kaspar-Arie in Willis "Thread" nun in deinen Thread verlegst -

Das ist eigentlich naheliegend:
Willi hat seine Einladung ziemlich klar formuliert:

Zitat

Ich würde mich freuen, wenn recht viele Sänger aus der Mono- wie der Stereo-Ära genannt werden, die ihr zu euren Favoriten zählt.

Da keiner der Sänger, die jetzt hier mit der Kaspar-Arie präsentiert werden, zu meinen Favoriten zählt, hielt ich es eher für sinnvoll, sie als "NEUE STIMMEN" vorzustellen.
Meine Favoriten habe ich ja in dem Thread von Willi klar benannt und sogar Aufnahmen von ihnen eingestellt (außer von Alexander Kipnis, von dem ich keine Gefunden habe!). Zudem habe ich versucht, zu begründen, warum ich sie als meine Favoriten bezeichne!

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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Dienstag, 18. April 2017, 16:32

Ich habe Böhme oft genug live als Kaspar gehört und erlebt, dass er rhythmisch ziemlich frei mit dem Notentext umging. Dieser freie Umgang mit dem Notentext dehnte sich leider häufig auch auf die Intonation aus.
Ok, live erlebt habe ich ihn natürlich nicht mehr, kenne seinen Kaspar vor allem von der besagten und eingestellten Salzburger Aufführung 1954 unter Furtwängler. Und da scheint er mir weder rhythmisch besonders frei zu sein (natürlich immer gemessen an der damaligen Zeit, gegenüber etwa Max Lorenz ist Böhme rhythmisch geradezu ein Muster an Akuratesse) noch mit der Intonation Probleme zu haben. Diesbezüglich scheinst du mir auch nicht widersprechen zu wollen, sonst hättest du mir die Stellen wohl genannt.

Ansonsten habe ich deine Begründung für die Thread-Verlagerung zu Kenntnis genommen, hätte mir aber (weiterhin) gewünscht, dass wir über die verschiedenen Kaspar-Arien-Interpreten im Kaspar-Arie-Thread diskutiert hätten.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Dienstag, 18. April 2017, 17:08

Lieber Stimmenliebhaber!

Ansonsten habe ich deine Begründung für die Thread-Verlagerung zu Kenntnis genommen, hätte mir aber (weiterhin) gewünscht, dass wir über die verschiedenen Kaspar-Arien-Interpreten im Kaspar-Arie-Thread diskutiert hätten.

Es könnte ja sein, dass von den vorgestellten Sängern, zwei oder drei stimmlich und gesanglich so gut sind und in ihrer Darstellung so überzeugend, dass wir dann die Diskussion in Willis Thread über sie führen sollten.

Aber Du hörst Dir ja die Aufnahmen eh nicht an, weil Du voll damit beschäftigt bist, das Erbe der großen Künstler früherer Zeiten zu verwalten. Ist in Ordnung. Habe ich ja längst akzeptiert!

Ok, live erlebt habe ich ihn natürlich nicht mehr, kenne seinen Kaspar vor allem von der besagten und eingestellten Salzburger Aufführung 1954 unter Furtwängler.....Diesbezüglich scheinst du mir auch nicht widersprechen zu wollen, sonst hättest du mir die Stellen wohl genannt...

Ich will und kann Dir gar nicht widersprechen. Von der Furtwaengler-Aufnahme habe ich ja nicht gesprochen. Also lass bitte einfach stehen, dass ich auf der Basis von reichlich unmittelbaren Hörererfahrungen 'in the flesh' rhythmische Freiheiten sogar beim großen Böhme angemerkt habe. Das war ja die Botschaft meiner Bemerkung, dass ich angesichts meiner Kritik an den rhythmischen Ungenauigkeiten der jungen Sänger sagen wollte: Nehmt es nicht zu schwer. Da hatten auch die Altvorderen ihre Probleme!

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Dienstag, 18. April 2017, 22:31

Keebaek Mattia Lee
Ich weiß nicht...
Immer wenn ich tatsächlich mal den Versuch mache, mir hier eine "Neue Stimme" anzuhören, dann ist es aber zielstrebig ein Griff ins Klo...
"Schwooig! Schwooig! Domit dich niemand wornt!" - "Der Höhle Netz hot dich umgoornt!" "Die Roche gelingt!"... ;(
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Dienstag, 18. April 2017, 22:47

Kai Preußker
Schlimmer konnte es ja nun nicht mehr werden, und das stimmt auch, aber zufrieden bin ich auch hier überhaupt nicht. Wie viel Druck ist da auf der tiefen Lage, die eigentlich ganz überlegen entspannt fließen müsste? ("Damit dich niemand warnt") Dann der zu späte Einsatz bei "Der Hölle Netz hat dich umgarnt" und ein permanenter Überdruck, der die Intonation trübt. Dann der Jodler auf der langsamen Stelle "Vom tie-iefen Fall". "Triumph" ist kein u, sondern ein o, nicht mal ein geschlossenes, was noch akzeptable wäre, aber es ist das gleiche offene "o", was er auch für den langen Lauf auf "Rache" benutzt. Da hatte sogar der Kandidat davor ab und an mal ein klareres "a". Und dann noch diese "Choreographie" dazu... Ist DAS eindrucksvoll gespielt und gestaltet oder ist diese verkrampfte angewinkelte Armhaltung nicht doch eher nur die Visualisierung des stimmlichen Überdrucks? ?( Auf mich sieht das eher wie ein getriebener Max aus als wie ein - an dieser Stelle - vorfreudig (voreilig) triumphierender Kaspar...
Klar, ein Kaspar sollte nicht zu alt sein, aber es ist auch alles andere als eine Anfängerrolle, man sollte schon ein paar Jährchen Erfahrung im Gestalten von Rollen haben. Herrn Preußker empfehle ich derzeit eher den Masetto, da kann man auch viel lernen...

Nach diesen beiden Pleiten ist mir die Lust auf weitere Videos von Kaspar-Kandidaten hier erst einmal gründlich vergangen!
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Dienstag, 18. April 2017, 23:52

Jongmin Park
Nach Willis euphorischer Reaktion im Kaspar-Thread habe ich nun wider besseren Vorsatz tatsächlich den Fehler gemacht, mir noch eines dieser Videos anzusehen - und bin wieder enttäuscht. Natürlich ist das stimmlich der Beste der drei, keine Frage, aber von einer wirklich guten Sprachbehandlung und Textdurchdringung ist auch er weit entfernt. Auch hier kein klares "a": "Schwoig! Schwoig! Damit dich niemand wornt." Und dass er dann fast immer "Nicht" statt "Nichts" singt, finde ich beinahe schon dreist, das kann man nun wirklich bimsen, das ist schon fast provokativ als Ist-doch-egal-Mentalität. Wie viele asiatische Sängerinnen und Sänger artikulieren deutsche Texte akurater als Muttersprachler, nach hartem disziplinierten Training! Er scheißt drauf, nun ja...
Und was wird hier vom Seelenleben der Rolle vermittelt? Nichts! Es wird nur getönt, das durchaus sehr eindrucksvoll, das reicht aber nicht für eine wirklich eindrucksvolle Kaspar-Arie. Sicherlich ist die Souveränität der Läufe auf "Rache", an den sich so viele Sänger die Zähne ausbeißen, imposant, keine Frage! Aber dann ist mir lieber, jemand hat dort Probleme und erfüllt trotzdem die Rolle, als er erfüllt nur die Noten, aber nicht die Rolle.
Ich sag mal so: Wenn er an seinem "a" arbeitet und nicht zu faul ist, auch mal ein "s" am Ende eines Wortes zu sprechen, dann könnte er ein sehr guter Eremit werden - zu einem sehr guten Kaspar dürfte ihm hingegen auf Jahre noch einiges fehlen! Dazu ist er einfach zu behäbig, zu sehr in sich ruhend, zu wenig bereit, aus sich heraus zu gehen, über das reine Tönen hinaus halt.

Da kann man den Großen der Vergangenheit vorwerfen, was man will: rhythmische Ungeauigkeit und nicht immer saubere Intonation, gerade bei dieser Rolle alles geschenkt! Selbst wenn ein Frick Ender der 1960er eigentlich schon viel zu alt für den Kaspar war, hat er diese Rolle dennoch unendlich weit erlebbarer werden lassen als dieser hochbegabte junge Töneproduzierer, der erst noch lernen muss, auch während einer Arie eine Rolle zu verkörpern, eine Haltung zu entwickeln, eine Interpretation anzubieten, die über das Produzieren von Tönen hinausgeht.
(Und erzähle mir niemand, Frick hätte auch mal so angefangen wie dieser Kamerad Schnürschuh hier! Schon der Masetto unter Elmendorff ist wirklich durchgestaltet und nicht nur getönt!)

So, aller "guten" Dinge sind drei, die anderen sechs der neun Videos ziehe ich mir nun wirklich nicht mehr rein, sorry!
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Mittwoch, 19. April 2017, 11:43

Jongmin Park und Jacques-Greg Belobo

Nach Willis euphorischer Reaktion im Kaspar-Thread habe ich nun wider besseren Vorsatz tatsächlich den Fehler gemacht, mir noch eines dieser Videos anzusehen - und bin wieder enttäuscht.


Lieber Stimmenliebhaber!

Natürlich kommt es immer darauf an, wie man der Aufnahme, zu der man sich äußern soll begegnet, was einem wichtig ist und welche Elle man anlegt.

Du hast die Aufnahmen - gelinde gesagt - ohne die Offenheit und die Bereitschaft, neue Entdeckungen zu machen, gehört. Das ist nicht verboten. Etwas mehr Emphatie und Geneigtheit hätten Dich aber vielleicht aufnahmebereiter für die Vorzüge und nachsichtiger für die Mängel der Aufnahmen gemacht.

Entscheidend ist natürlich auch, was einem wichtig ist. Mir ist beim Hören von neuen Stimmen zunächst wichtig, ob der Sänger die stimmlichen Mittel und die gesangstechnischen Fähigkeiten hat, die Partie zu bewältigen. Dir sind diese Fragen nicht unwichtig, aber die Aufmerksamkeit ist primär auf die darstellerischen Fähigkeiten gerichtet. Dazu gehören die sprachliche Durchdringung des Textes genau so wie die Fähigkeit, den Charakter und das "Seelenleben der Rolle" glaubhaft zu machen. Mir ist das auch nicht unwichtig, aber gerade bei den Begegnung mit jungen Talenten neige ich dazu, das eher nicht in den Vordergrund zu stellen.

Und schließlich kommt es auf die Maßstäbe an. Ich denke, dass ich einen jungen Sänger, der vielleicht noch nie mit guten Dirigenten und Regisseuren gearbeitet hat, nicht an einem Ludwig Weber oder Hermann Uhde messen sollte. Damit kommt man natürlich leicht auf eine schiefe Bahn und öffnet der Relativierung von Ansprüchen und Maßstäben Tür und Tor. Dessen bin ich mir wohl bewußt und ich versuche auch immer wieder gegenzusteuern.

Genug der Vorrede!
Klar ist doch: es gibt Leistungen, über die eingehender zu diskutieren, nicht lohnt!
Dazu gehören meiner Meinung nach sechs der eingestellten acht Aufnahmen der Arie. Sie beweisen eigentlich nur, dass die Arie wirklich schwerer ist, als ich zunächst gedacht habe. Das zu studieren finde ich nicht uninteressant! Aber das ist vielleicht nicht nach jedermanns Geschmack.

Die beiden anderen aber lohnen schon eine ernsthafte Diskussion: nämlich Jongmin Park und Jacques-Greg Belobo!

Du hast Jongmin Park gehört und sehr kritisch beurteilt. Zwar hast Du auch Stärken und Vorzüge seiner Aufnahme angeführt, denen aber weder Gewicht noch Bedeutung zugebilligt.
Demgegenüber hast Du die Mängel, die man überhaupt nicht bestreiten kann, eingehender thematisiert.

Etwa das fehlende 's' am Ende von "nichts"! Das macht nun wirklich nahezu allen Ausländern extreme Schwierigkeiten. Selbst ein Ian Bostridge hat mehr als ein Jahrzehnt gebraucht, es einigermaßen richtig anklingen zulassen. Und wenn er kurze Notenwerte schnell singen muß, ist es wieder verschluckt.

Die richtige Färbung der Vokale, die Dir bei Jongmin Park fehlt, ist für einen Koreaner auch eine schwierige Angelegenheit! (Nur so nebenbei: Du verehrst Frau Hajossyova, aber ich habe noch nie gelesen, dass Du Vokalverfärbungen bei ihr auch nur erwähnt hast, wenn sie italienische oder französische Partien sang!)

Schließlich hast Du kritisiert, dass Park die Figur nicht überzeugend verlebendigen kann. Da nun kann ich Dir durchaus zustimmen. Das ist nicht wirklich gelungen. Es zeigt eben, dass die Arie nicht nur stimmmliche und gesangstechnische Anforderungen stellt sondern, dass ihre überzeugende Interpretation fast noch schwieriger ist.

Einen Hermann Uhde, Alexander Kipnis oder Kurt Böhme haben wir unter den jungen Stimmen nicht entdecken können!
Ein Argument, sich nicht mehr mit "Neuen Stimmen" zu beschäftigen mag ich darin nicht sehen! Willi hat mich Recht auf das enorme Potential Jongmin Park's verwiesen!

Beste Grüße
Caruso41
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Mittwoch, 19. April 2017, 12:35

Auch ich habe mir drei Aufnahmen der jungen Sänger angehört, mit Schwerpunkt auf Jongmin Park, der noch der beste Interpret vor allem sängerisch war. Ich liege im Gesamturteil nahe bei Stimmenliebhaber. Alle Kandidaten verfügen über die stimmlinchen und gesangstechnischen Fähigkeiten, diese anspruchsvolle Arie zu meistern. Das Kernproblem hat Stimmenliebhaber prägnant heraus gearbeitet. Sie produzieren mehr oder weniger gelungene Passagen und Töne. Was fehlt ist das Erfassen und Erfühlen der Rolle und die Darstellung des Typs verschlagener, hinterhältiger Verführer und Bösewicht. Damit sind alle meines Erachtens noch nicht reif für diese vielschichtige Partie. Ob wir bei der Forderung Kaspar sollte ein junger Sänger sein gestalterisch nicht doch Fragezeichen setzen müssen. Was bis jetzt zu hören war legen die Älternen im Vergleich haushoch vorn. Oder haben wir die Perle unter den Jungen noch nicht gefunden?

Herzlichst
Operus
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Mittwoch, 19. April 2017, 14:29

Auch ich habe mir drei Aufnahmen der jungen Sänger angehört, mit Schwerpunkt auf Jongmin Park, der noch der beste Interpret vor allem sängerisch war. Ich liege im Gesamturteil nahe bei Stimmenliebhaber.

Alle Kandidaten verfügen über die stimmlinchen und gesangstechnischen Fähigkeiten, diese anspruchsvolle Arie zu meistern.......Oder haben wir die Perle unter den Jungen noch nicht gefunden?


Also ehrlich, lieber Operus,
ich habe mir redlich Mühe bei der Suche gegeben und dabei bin ich eben nur auf diese 8 Sänger gestoßen.

Das hat mich einen ganzen Nachmittag gekostet.
Da hätte ich auch lieber etwas über solche Sänger recherchiert, die ich live gehört habe und interessant genug fand, dass sie in diesem Thread "Neue Stimmen" vorgestellt werden könnten. Hättest Du mal die anderen von mir vorgestellten Sänger gehört, wäre Dir sicher aufgefallen, dass sie auf einem höheren Niveau waren als diese, die ich noch nie gehört und allein unter dem Gesichtspunkt ausgesucht habe, dass sie die Arie des Kaspar singen! Das habe ich wirklich nicht aus eigenem Interesse gemacht, sondern weil Ich Deiner Frage nachgehen wollte. Da hätte ich doch erwartet, dass Du auch mehr als nur drei Aufnahmen anhörst.

Dass nun der Ertrag der Bemühungen nur mäßig war, hat sicher viele Gründe. Einer dürfte sein, dass etliche gute Bässe nicht die deutsche Sprache beherrschen und so nur schwer einen Zugang zu den tieferen Geheimnissen von Partie und Arie finden.
Ein anderer ist sicher, dass es von guten deutschen Bässe wie Tobias Kehrer und Tobias Schabel, die sich längst an großen Häusern bewährt haben, nun mal keine Aufnahmen der Arie des Kaspar im Internet gibt.
Und leider war denn die Aufnahme von Kai Preußker, auf die Du hingewiesen hattest, auch noch eine der enttäuschendsten im Feld! Da fehlte es nicht nu an der Gestaltung sondern auch an stimmlichen und gesangstechnischen Voraussetzungen.

Was soll's?
Immerhin sind unter den 8 Sängern zwei gewesen, deren Stimmen eindrucksvoll und deren gesangstechnische Professionalität hoch war. Sie mögen die Erwartungen, die an einen Interpreten dieser Arie gestellt werden, nicht erfüllt haben! Zugegeben: die Hinterhältigkeit und Verschlagenheit der Figur zu treffen, gelang ihnen nicht. Und den Rachetriumpfgesang sangen sie vieleicht zu "gepflegt". Aber interessante Sänger sind sie schon! William hat das sehr begeistert gewürdigt.

Mit freundlichem Gruß
Caruso41
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Mittwoch, 19. April 2017, 15:30

Aber interessante Sänger sind sie schon! William hat das sehr begeistert gewürdigt.
Lieber Caruso,

danke, dass Du Dir so viel Mühe gemacht hast. Zumindest Jongmin Park und Belobo sind sogar mehr als interessant. Sie sind große Hoffnungsträger und versprechen, bei richtigem Karriereaufbau und Führung beachtenswerte Sängerpersönlichkeiten zu werden. Ich habe ja an anderer Stelle schon berichtet, dass ich Jongmin Park nicht nur auf der Bühne und im Konzert kennenlernte. In einem langen Gespräch erwies er sich als hochgebildet, für seine Jugend erstaunlich reif und mit klar gesetzten Zielen und Vorstellungen was seine künstlerische Laufbahn betrifft. Nach einem Konzert im Schlosstheater Schönbrunn - das ich moderierte - ging er sogar zur Nachfeier nicht mit, weil er am nächsten Tag eine Probe hatte.Das Interview wurde vor Veröffentlichung von ihm und seinem Agenten vor der Freigabe gelesen. Beachtlich diese Pflichtauffassung. :jubel:
Lasse Dich bitte auch nicht entmutigen, wenn andere Aufassungen geäußert werden oder Deiner Meinung nach nicht genügend Reaktionen kommen. Für alle die Opernverrückten ist Dein Thread einer der bereicherndsten. Sogar meine Frau liest in diesem Bereich meistens mit, weil sie sehr interessiert ist, neue, ihr unbekannte Stimmen kenenzulernen.

Herzlichst
Operus

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Mittwoch, 19. April 2017, 17:37

Lieber Operus!

Lasse Dich bitte auch nicht entmutigen, wenn andere Aufassungen geäußert werden oder Deiner Meinung nach nicht genügend Reaktionen kommen.

Entmutigen lasse ich mich nicht so schnell.

Durch andere Auffassungen schon mal sowieso nicht. Eine scharfe kritische Meinung, wie sie etwa Stimmenliebhaber im Falle Jongmin Park zu Papier gebracht hat, ist mir wichtiger und letztlich auch hilfreicher als drei nichtssagende Zweizeilen-Zustimmungen.

Und über mangelnde Aufmerksamkeit muss ich mich ja nun wirklich nicht beklagen: Fast 25 000 "Zugriffe" auf den Thread in nur acht Monaten zeugen ja davon, dass genügend Opernaficionados und Melomanen zu schätzen wissen, was ihnen hier geboten wird! Nicht nur von mir. Es haben ja gelegentlich auch andere Taminos den Thread genutzt um auf beachtenswerte Stimmen aufmersam zu machen.

Allerdings ist der Sinn und Zweck des Threads eigentlich ein anderer gewesen.
Es sollte eine Diskussion über die vorgestellten "Neuen Stimmen" in Gang gebracht werden, noch ehe die üblichen Marketing-Sprüche und Werbe-Jubel-Formeln die Ohren und Hirne manipulieren.
Das ist nicht gelungen, weil einfach zu wenig Reaktion auf die Vorstellungen kam.

Dafür mag es verschiedene Gründe geben.
Einer ist sicher, dass in unserem Forum das Interesse für Stimmen und Gesangsleistungen inzwischen eher beschränkt ist. Dagegen arbeitet Alfred mit seiner Werbung neuer Mitglieder!
Ein anderer ist besorgniserregender. Etliche der Taminos, die sich für Stimmen und Gesangsleistungen interessieren, haben kein Zutrauen zu ihrem Hör- und Urteilsvermögen. Sie ziehen sich lieber entweder darauf zurück, allenfalls zu sagen. dass es ihnen gefiel oder nicht. Oder sie entschuldigen sich mit mangelnder Kompetenz - freilich ohne das Interesse, diesem Mangel abzuhelfen!
Dass soetwas in einem Klassikforum, das sich noch dazu "DAS deutschsprachige Musikforum" nennt, nicht als anstößig oder unanständig gilt, betrübt mich!
Und das könnte mich auf die Dauer auch entmutigen!

Beste Grüße
Caruso41
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327

Mittwoch, 19. April 2017, 18:27

Ein anderer ist besorgniserregender. Etliche der Taminos, die sich für Stimmen und Gesangsleistungen interessieren, haben kein Zutrauen zu ihrem Hör- und Urteilsvermögen. Sie ziehen sich lieber entweder darauf zurück, allenfalls zu sagen. dass es ihnen gefiel oder nicht. Oder sie entschuldigen sich mit mangelnder Kompetenz - freilich ohne das Interesse, diesem Mangel abzuhelfen!
Lieber Caruso,
ich glaube das ist ein differenzierteres Problem. Stimmen hören und den Eindruck im Sinne von gefällt mir oder gefällt mir nicht wiedergeben, das können die meisten. Schwieriger wird es, wenn dann mit Fachkenntnis und Fachbegriffen begründet werden soll. Ich bin mir nicht sicher welcher Prozentsatz der an Oper interessierten Taminos ohne nachschlagen Begriffe wie z. B. Appoggiatura, Dolcezza, Melisma, Passaggio verstehen und verwenden kann. Solche Hörer nach und mit Gefühl werden einen Teufel tun und sich mit Fachleuten wie Dir, Stimmenliebhaber, Rheingold usw. auf eine Diskussion einlassen. Also antworten sie allgemein oder nicht. Wertvoll sind diese spontanen (von keiner Fachkenntnis getrübten) Aussagen und Urteile dennoch, denn im Sinne von Vox Populi empfinden Hörer die einfach zuhören und genießen oft natürlicher als wir, die jede Gesangsleistung analysieren, sezieren und kritisieren. Es ist also schon ein sehr gutes Zeichen und die Bestätigung für Interesse wenn dieser Thread so gut angenommen und genutzt wird.

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Sonntag, 23. April 2017, 10:50

Neues von Davide Luciano

Heute will ich mal einen Jungen Bassbariton vorstellen:

Davide Luciano

.......Entgegen meiner sonstigen Praxis verzichte ich mal darauf, die Stimme näher zu beschreiben. Vielleicht ermutigt das ja andere Melomanen, etwas von ihren Höreindrücken zu berichten.

Im Beitrag #215 hatte ich dann einige Rezensionen zitiert. Bisher ist ihm wohl noch niemand begegnet, sodass keine weiteren Höreindrück mitgeteilt wurden!

Jetzt hat Davide Luciano sein Debut an der Metropoltian Opera New York gegeben: In einer Aufführungsstaffel von "L'Elisir d'amore" hat er im Februar und März den Belcore gesungen. Mit großem Erfolg! Es gab eine Rundfunkübertragung aber bei der ARD-Sendern ist die nicht übernommen worden. Schade!
Zur Zeit singt er in Kopenhagen in "Il viaggio a Reims" den Don Alvaro in einer Neueinstudierung unter Thomas Søndergård!
Danach ist er im Teatro Lirico di Cagliari Als Enrico ("Lucia di Lammermoor") und beim Rossini-Festival in Pesaro als Macrobio ("La pietra del paragone") zu hören.

Erst im Herbst dann gibt es wieder Auftritte an der Deutschen Oper Berlin - in verschiedenen seiner Partien und als Don Profondo in der Neuinszenierung von "Il viaggio a Reims" unter Leitung von (dem mit dem Opera Awards 2016 als bester Nachwuchsdirigent ausgezeichneten) Giacomo Sagripanti

Die Karriere scheint deutlich Fahrt aufzunehmen! (Vorgestellt wurde er in diesem Thread in den Beiträgen #212 und #215.)

Beste Grüße

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329

Sonntag, 23. April 2017, 18:57

Lieber Caruso,

jetzt habe ich mir alle eingestellten Aufnahmen von Davide Luciano angehört. Mit der Vorstellung dieses Sängers hast Du ins Schwarze getroffen. Eine Stimme, die über reiche Stärken verfügt: Ausgeglichenheit in allen Lagen, mühelose Übergänge, flüssiges Parlando, strahlende Höhe, schönes Timbre, perfekte Technik. Herz was willst Du mehr. Dazu hat der Sänger eine selbstverständliche elegante Art des Vortrags und scheint, soweit dies zu erkennen ist auch ein guter Darsteller zu sein. Davide Luciano hat also alle Voraussetzungen, um eine glanzvolle Karriere zu machen, die nach Deinen Informationen auch bereits Fahrt aufgenommen hat. Bitte stelle auch weiterhin Sängerinnen und Sänger vor, die man ohne Deine Initiative nicht oder erst später kennenlernen würde. :jubel:

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Montag, 24. April 2017, 15:24

Lieber Operus,

Deine sachverständige Würdigung von Davide Luciano habe ich gerne gelesen. Ich wüsche Dir, dass Du ihn bald einmal live hören kannst! Die Stimme hat - was die Aufnahmen kaum wiedergeben können - echtes Charisma.
Als Conte d'Almaviva oder Don Giovanni kann man ihn ja im Herbst dieses Jahres in Berlin hören. Beide Partie liegen ihm sehr!
Und dann gibt es den Don Profondo in "Viaggio a Reims", aber erst zum Saisonende.

Du kannst sicher sein, dass ich auch in Zukunft auf interessante "Neue Stimmen" hinweisen werde. Ich habe eine ganze lange Liste von Sängern, die in Betracht kommen könnten. Das Problem ist leider meist, Aufnahmen zu finden, mit denen sich dann die anderen Taminos ein eigenen Eindruck machen können. Es kostet viel Zeit und Geduld, für die ins Auge gefassten Sänger nach Aufnahmen zu suchen. Wenn sie nicht mal in einem Wettbewerb (Bertelsmann, Operalia oder Cardiff) angetreten sind, gibt es meist keine validen Ton- und Bilddokumente von Ihnen.
Erstaunlicherweise sind mehr schlechte Sänger durch Aufnahmen auf Youtube repräsentiert als gute.

Jetzt muss ich aber erst mal das "Register" der Neuen Stimmen fortschreiben! Das habe ich Alfred versprochen. Dann gibt es wieder Entdeckungen. Aber bis dahin kannst Du ja vielleicht noch auf Entdeckungstour bei den schon vorgestellten Stimmen gehen!

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