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Knusperhexe

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1

Mittwoch, 6. April 2016, 18:15

Bekehrt? Oder liegt es an den Subventionen...

Giancarlo del Monaco ist für nicht sonderlich ästhetische Produktionen in Deutschland bekannt. Mit Grausen denke ich an seinen Onegin in Düsseldorf zurück, wo er sogar ganz brutal akustische Eingriffe vornahm: So erklang der Bauernchor knisternd von einer Schellackplatte und einige Szenen waren schlichtweg gekürzt. Optisch gab es einen herumwackelnden Rabenchor und eine Tatjana, der Asche aufs Haupt regnete. Oder die schreckliche Hänsel-Produktion in Erfurt?

Wie kann es nun sein, das derselbe Regisseur an der MET einen Simon Boccanegra realisiert, der in romantischen Bühnenbildern nur so schwelgt? https://www.metopera.org/Season/2015-16-…-verdi-tickets/ Auch sein Otello http://www.giancarlodelmonaco.com/?page_id=12065&lang=en und Fanciulla sind völlig librettotreu. Bei Carmen gibt es sogar Pferde: http://www.giancarlodelmonaco.com/?page_…=en#prettyPhoto

Kaum ist er jedoch wieder in Deutschland engagiert kommt sowas raus, wie dieser Manon-Lescaut-Mischmasch, den man schon hundertmal sah:
http://www.oper-leipzig.de/de/programm/manon-lescaut/54466

Woran liegt es also?
Regietheater? Nein, danke!

hami1799

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Beiträge: 3 438

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2

Mittwoch, 6. April 2016, 18:19

Bei Carmen gibt es sogar Pferde:

Die Äpfel auch dazu?

rodolfo39

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  • »rodolfo39« ist männlich

Beiträge: 3 247

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

3

Mittwoch, 6. April 2016, 18:25

der Onegin wurde in Düsseldorf zum Glück nicht häufig in dieser Inszenierung gespielt. Das ist genau wie ich in einem anderen Thread geschrieben habe, ich denke mal nicht, dass sich Herr Meyer über den Inszenierungsfortschritt informiert hat, ihm war wohl nur der große Name wichtig. Und an der MET muss Herr Monaco sich eben nach den Zuschauerbedürfnissen wegen den Subventionen richten und Peter Gelb wird genau darauf achten, das die Inszenierung kein RT ist - schon aufgrund der weltweiten Übertragungen.

Knusperhexe

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Beiträge: 3 142

Registrierungsdatum: 29. November 2006

4

Mittwoch, 6. April 2016, 18:30

Und an der MET muss Herr Monacco sich eben nach den Zuschauerbedürfnissen wegen den Subventionen richten und Peter Gelb wird genau darauf achten, das die Inszenierung kein RT ist schon aufgrund der weltweiten Übertragungen.

Ich weiß es nicht, ob es wirklich so ist. Auch an der MET greift ja die Regietheaterpest um sich, wobei sie neuerdings nicht mehr ganz so arg wütet. Ich frage mich wirklich, ob Herr del Monaco meint, er müsse hierzulande so was machen?
Regietheater? Nein, danke!

Stimmenliebhaber

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Beiträge: 8 059

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

5

Mittwoch, 6. April 2016, 18:39

Bei Carmen gibt es sogar Pferde:

Die Äpfel auch dazu?

Keine Pferde ohne Äpfel! :D

Und kein geistiger Dünnschiss ohne Subventions-Lamento...
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 581

Registrierungsdatum: 7. April 2011

6

Mittwoch, 6. April 2016, 18:42

Lieber Knusperich,

bekehrt ist er sicher nicht. Nur durfte er an der MET wohl den Unsinn nicht machen. Zwar gab es dort auch schon mal Ausfälle bei den Inszenierungen, aber die haben sich wohl nicht durchgesetzt. Vielleicht ist er froh, wieder in Deutschland zu sein, wo von den Intendanten jeder Schwachsinn akzeptiert und vom Staat subventioniert wird.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Knusperhexe

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7

Mittwoch, 6. April 2016, 18:45

Lieber Gerhard, dann bleibt es wohl bei der berechtigten Forderung: Lebt wohl Subventionen!:-)
Regietheater? Nein, danke!

Knusperhexe

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Beiträge: 3 142

Registrierungsdatum: 29. November 2006

8

Mittwoch, 6. April 2016, 19:49

Regietheater? Nein, danke!

Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 581

Registrierungsdatum: 7. April 2011

9

Mittwoch, 6. April 2016, 20:09

Zitat

Zitat von Knusperhexe: Lieber Gerhard, dann bleibt es wohl bei der berechtigten Forderung: Lebt wohl Subventionen!:-)
Lieber Knuspi,

die Forderung sollten wir natürlich nicht stellen, aber wir sollten die Forderung stellen, dass diese sinnvoll verwendet werden. Die schwindenden Zuschauerzahlen, die das Handelsblatt beklagt, zeigen, dass diese eben nicht sinnvoll verwendet werden.

Liebe Grüße
Gerhard
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musikwanderer

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Beiträge: 4 315

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

10

Donnerstag, 7. April 2016, 10:45

Lieber Knuspi,
die Forderung sollten wir natürlich nicht stellen, aber wir sollten die Forderung stellen, dass diese sinnvoll verwendet werden. Die schwindenden Zuschauerzahlen, die das Handelsblatt beklagt, zeigen, dass diese eben nicht sinnvoll verwendet werden.

Warum sollte diese Forderung - nach Subventionskürzungen - nicht gestellt werden dürfen? Die, die zu entscheiden haben, posaunen es stets hinaus: "Alles muss auf den Prüfstand! Alles!"
Na, dann macht mal!
Heißt: Weg mit den Subventionen für die Kultur, hinein mit den Geldern in die Rüstung und ihrer Industrie! Hinein in Rettung von Banken! Hinein in die Auslandseinsätze von Bundeswehr, Finanzverwaltung, Arbeitsverwaltung.
Das immer wieder angeführte Argument, dass Arbeitsplätze verloren gehen, ist, wenn auch richtig, ein Totschlagsargument.
Es würde mich mal interessieren, wieviele Berufe seit der Industrie-Revolution und bis heute verlorengegangen sind. Ich selbst habe einen grafischen Beruf erlernt, der verschwunden ist. Warum sollten Mitarbeiter in Theatern aller Couleur davon ausgenommen werden?

:(
.

MUSIKWANDERER

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 211

Registrierungsdatum: 9. August 2004

11

Donnerstag, 7. April 2016, 16:10

Es ist sicher so, daß die Subventionspolitik "unverkäuflichen" Aufführungen Vorschub leistet. Wenn ein "Künstler" egal in welchem Bereich, lauthals verkündet, er schreibe nicht für das "dumme, ahnungslose Publikum", dann kann man davon ausgehen, daß er indirekt im Genuß von Subventionen ist.
Ware ist fürs Publikum gemacht - und muss verkäuflich sein. Auch Kunst ist eine Ware, jeder Kunsthändler wird das bestätigen. Abgesehen davon, daß man teure Regisseure einspart, die Inszenierungen anbieten, die zu wenige wirklich wollen, und sie durch das ersetzt, was gebraucht wird: Regie, Handwerker mit Geschmack und Gefühl für publikumswirksames Theater, könnte man auch hinterfragen ob es sinnvoll ist, den Sängern Gagen zu zahlen, die nie und nimmer durch Eintrittsgelder hereingebracht werden können. Die Tonträgerindustrie hat vor einigen Jahren etliche Künstler fallen gelassen - weil sie einfach zu teuer waren, soll heissen, die Aufnahmen die sie gemacht haben wurden nicht in der erforderlichen Stückzahl verkauft. Kunst hin - Kunst her.
Zu Zeiten Karajans wurden auch gigantische Gagen bezahlt, aber einerseits waren die durch die Stückzahlen die verkauft wurden einigermaßen gedeckt, und andrerseits waren Subventionen für gute Opernaufführungen von der Mehrheit der steuerzahlenden Bevölkerung akzeptiert, was heute kaum mehr der Fall sein dürfte.
Einige Regisseure haben den Todeshauch schon gespürt, der das Regietheater umweht - und versuchen nun durch sanften Rückzug ihre Existenz auch in Zukunft zu retten, andere reagieren bewusst kämpferisch - ein letztes Aufzucken meiner Meinung nach. Denn die Presse zeigt gern ihre Macht, indem sie etwas unterstützt oder vernichtet, und wie es scheint hat sie sich nun - nach langer Zeit - zu letzterem entschlossen... (???)
Gibt es etwas Schöneres als eine scheinbare Berühmtheit nur durch ein paar Artikel zu zermalmen? (wo ist das Emotikon, das sich genüsslich die Lippen leckt ??)

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT

Knusperhexe

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Beiträge: 3 142

Registrierungsdatum: 29. November 2006

12

Samstag, 7. Mai 2016, 13:48

Nur mal so zur Info, weil hier kürzlich jemand vehement behauptete die Theater würden keine reduzierten oder gar Freikarten über den Thresen reichen, um ihre Auslastung zu heben: Anfang der Woche erhielt ein Freund für sich und seinen Betrieb das Angebot eines nicht gerade kleinen Stadttheaters in NRW, Tickets zum Vorzugspreis von nur 2 (!!!!) Euro zu erwerben. Durch den Feiertag sei das Theater nicht gut gebucht und man wolle das Ensemble nicht vor leeren Reihen auftreten lassen.

Diese Feiertag sind aber auch böse. Wer möchte schon an seinem freien Tag ins Theater. Da geht man doch grundsätzlich nicht;-) Und das bei einer so ansprechenden Inszenierung!
Regietheater? Nein, danke!