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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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dr.pingel

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Sonntag, 30. August 2015, 11:18

Die Solovioline in Oper und Konzert

Bei diesem Thema geht es nicht um Violinkonzerte, sondern um den Einsatz der Solo - Violine in Oper und Konzert. Mein Lieblingskomponist war ein großer Meister darin: "Jenufa", 2. Akt, Jenufa betet zur Jungfrau Maria; sein Violinkonzert wurde später in das "Totenhaus" eingebaut.
Ich erinnere mich auch, dass bei einer Mahler-Sinfonie der Konzertmeister mit 2 Geigen hereinkommt.
Worum es hier geht, ist, dass außer der Aufzählung von Beispielen auch der Sinn dieses Einsatzes deutlich wird. In der Jenufa ist es wohl die Seele der angefochtenen Jenufa, die ihr Kind vermisst. Das Violinkonzert von Janacek (rekonstruiert) trägt den Titel "Seelenwanderung". Im Totenhaus gibt es einen Eintrag in die Partitur: "In jeder Kreatur ein Funke Gottes!" Das könnte ein Schlüssel sein, dass kaum ein anderes Instrument die Leiden und Schmerzen der "Seele" darstellen kann.
Das ist natürlich nur eine Vermutung, ich bin sehr gespannt, wie ihr das seht. Außerdem bin ich gespannt auf eure Beispiele.
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2

Sonntag, 30. August 2015, 11:34

Du meinst vermutlich Mahlers 4. Sinfonie. Da gibt es im 2. Satz eine um einen Ton höher gestimmte ("wie eine Fiedel") Solovioline ("Freund Hein spielt auf"). Kleinere Violinsoli dürfte es auch noch in anderen Mahler-Sinfonien geben, zB meiner Erinnerung nach gegen Ende des Kopfsatzes der 9. (sehr kammermusikalische Passagen, auch mit Flöten u.a. Holzbläsersoli).

Aber das überwältigendste Violinsolo ist natürlich im Benedictus von Beethovens Missa solemnis. Selbst wenn man weiß, dass es kommt, immer wieder außerordentlich beeindruckend. Als ich das Stück zum letzten Mal live in einem eigentlich etwas zu kleinen Theater gesehen habe, konnte ich von meiner Balkonposition den Sologeiger nicht sehen. Natürlich weiß ich, dass und wann das Solo kommt, aber durch den "unsichtbaren" Geiger war es nochmal faszinierender.

Vielleicht noch als Kuriosität: In Menottis Kinderoper "Hilfe, hilfe! Die Globolinks!" muss die Protagonistin außer Singen auch Geige spielen können (bzw. gedoubelt werden), da die feindlichen Außerirdischen nur durch (akustische) Musik besiegt werden können.

dr.pingel

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3

Sonntag, 30. August 2015, 11:58

Danke, lieber Johannes, für die Erwähnung der Missa Solemnis. Ich war ja immer ein Gegner von Beethovens großen Chorwerken, habe aber vor kurzem eine Aufnahme der Missa aus Graz gesehen (und zum Glück aufgenommen, Harnoncourt hat dirigiert): da hat mich dieses Werk ungeheuer beeindruckt, sodass ich die Missa aus meiner Kritik definitiv herausnehmen muss. Nicht zuletzt das Violinsolo im Benedictus hat mich umgehauen, wenn ich das mal so salopp sagen darf!
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WoKa

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4

Sonntag, 30. August 2015, 12:37

Hallo!

Mir fiel das Thema bei Richard Strauss auf. Erstmals bei "Beim Schlafengehen", einem der Vier letzten Lieder, wo die Geige mit einer wunderschönen Melodie die Grundlage für die letzte Strophe legt und Resignation und Müdigkeit ausdrückt. Verstärkt habe ich es beim "Heldenleben" im Konzert wahrgenommen, wo der 1. Konzertmeister des Stuttgarter Staatsorchesters Yewgeni Schuck beeindruckend dieses "Violinsolo" dargeboten hat. Die Violine in diesem 3. Satz übernimmt die Rolle der Gefährtin des Helden.

Gruß
WoKa
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Victor Hugo

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5

Sonntag, 30. August 2015, 15:33

Wenn ich Vokalmusik einschließlich geistlicher Musik nehme, fällt einem natürlich als eines der ersten Beispiele "Erbarme Dich" aus Bachs Matthäuspassion ein.

Auch in der Barockoper dürfte es viele Arien mit obligater Solovioline geben. Ein Beispiel "Se in fiorito ameno prato", wo die Geige Vogelstimmen zur Blumenwiese beisteuert, einer der "Schlager" aus Giulio Cesare



Und in einer meiner liebsten Solokantaten, "Delirio amoroso" HWV 99 fliegt der Gedanke mit der Solovioline in den Himmel: "Un pensiero voli in ciel"


dr.pingel

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6

Sonntag, 30. August 2015, 15:35

Was mir bei dem Thema noch auffällt: was wir in unseren Orchestern für großartige Konzertmeister haben. Ich erinnere mich da an ein Erlebnis aus Düsseldorf, als Hilary Hahn das Strawinski - Konzert spielte. Da muss es eine Passage geben, in der sich die Solo - Violine und die erste Geige die Themen zuspielen. In dieser "Szene" gesellte sich Hilary Hahn zur Düsseldorfer Konzertmeisterin und sie spielten sich auch optisch die Bälle zu.
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Portator

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7

Sonntag, 30. August 2015, 15:53

Bei Richard Strauss kann ich noch ein weiteres Beispiel einer Solovioline in einem größeren Orchesterwerk nennen.

Im Ein Heldenleben gibt es in Teil 3 "Des Helden Gefährtin" ein schönes Violinsolo. Im nachfolgenden Beispiel brilliert der Geiger Michel Schwalbé, bei Karajan Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker:




Liebe Grüße

Portator

lutgra

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8

Sonntag, 30. August 2015, 15:53

eines der berühmtesten Musikstücke, bei der die Solovioline in allen vier Sätzen prominente Soli zu spielen hat, ist Rimsky-Korsakoffs Tondichtung "Scheherazade". Hier verkörpert die Solovioline die Stimme der jungen Frau, die dem Sultan Märchen erzählt. Diese Soli werden wohl oft beim Vorspielen für Konzertmeisterstellen verlangt, aus naheliegenden Gründen.
Auf einigen Aufnahmen spielen auch als Solisten hervorgetretene Geiger diese Passagen, z.B. Herman Krebbers in der Aufnahme unter Kyrill Kondrashin, die ich vor wenigen Tagen gehört habe. Krebbers war viele Jahre lang Konzertmeister im Concertgebouw und hat in dieser Funktion auch einige bedeutende Violinkonzerte eingespielt.
Der im Vorbeitrag erwähnte Michel Schwalbé war natürlich auch Karajans Scheherazade.


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Montag, 31. August 2015, 11:31

Kleinere Violinsoli gibt es zB noch im 2. Satz (und im Trio des 3.) in Schumanns 4. Sinfonie, wobei mir nicht so ganz klar ist, ob da eine besondere poetische Idee dahintersteht.
Brahms hat sich ja oft eher abfällig über "Effekte" geäußert, aber im langsamen Satz der 1. Sinfonie findet sich auch ein kurzes, aber effektvolles Violinsolo.

Eine meiner Lieblingstellen ist schließlich das exquisit instrumentierte Trio im Menuett von Haydns Sinfonie Nr. 97, in der der Konzertmeister und Mitveranstalter mit einem "Salomon solo, ma piano" glänzen kann. Das ist nicht das einzige in den Londoner Sinfonien; andere Beispiele finden sich u.a. im Variationensatz von 103 und im Finale von 98...

Gerhard Wischniewski

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10

Montag, 31. August 2015, 13:42

In diesem Zusammenhang zu erwähnen wäre auch das Violin-Solo in der Oper "Thais" von Jules Massenet, das ich sehr liebe.

Liebe Grüße
Gerhard
Ich mache dringend darauf aufmerksam, dass die szenischen Vorschriften, wie sie in der Partitur mit großer Genauigkeit angegeben sind, mit skrupulöser Treue befolgt werden.
(Wagner in einem Brief zu seinem "Tannhäuser" an Stocks 1841)

WoKa

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11

Donnerstag, 10. September 2015, 22:04

Hallo!

Ich habe gestern erst entdeckt, wie wunderschön Richard Strauss die Violine bei der orchestrierten Fassung des Liedes "Morgen" aus op. 27 eingesetzt hat. Ich weiß, dass Orchesterlieder nicht vom Thread-Titel abgedeckt sind - aber hier passt´s hin.

Gruß
WoKa
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Victor Hugo

dr.pingel

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12

Mittwoch, 25. November 2015, 17:55

In der Familie Bach schienen alle Musiker gewesen zu sein, meistens in Eisenach. So auch der Organist Johann Christoph Bach, von dem eine Kantate aus dem Hohenlied erhalten ist, mit der zentralen Arie "Mein Freund ist mein". Hier wird der Gang eines Mädchens zu ihrem Geliebten beschrieben. Dieses Mädchen singt natürlich Sopran und ihre Gefühle werden verdoppelt durch die sehr kunstvolle Solovioline, "keine Standardpartie", wie der Primgeiger sich vernehmen lässt. Diese Aufnahme habe ich aus dem Radio; die Ansagen über die Mitwirkenden sind leider verloren gegangen.
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13

Mittwoch, 25. November 2015, 19:09

Barbara Hannigan

In früheren Zeiten, vor allem der der Oper, gab es keine Dirigenten, sondern der Konzertmeister machte diesen Job. Bis heute hat sich eine Tradition erhalten, dass der Solist auch das Orchester leitet. Üblich bei Pianisten und Geigern, auch eine Oboe ist dabei (Paul Dombrecht). Aber Sopranistin und Leitung eines Orchesters? Da kenne ich nur Barbara Hannigan. Über sie kann man sich ein Bild machen bei YouTube bei ihrem Konzert mit dem Mahler Chamber Orchestra, das am 12.9.2015 in 3sat ausgestrahlt wurde. Ich zitiere die Pressenotiz des Senders: "Im noblen Cocktailkleid dirigiert Barbara Hannigan das Mahler Chamber Orchestra. Und plötzlich dreht sie sich zum Publikum und singt eine ergreifende Mozart - Arie. Wie furchtlos die Kanadierin ihre Kunst ausübt, zeigt sich später. Sie erscheint in einer S&M - Korsage und Lackstiefeln und peitscht ihr Ensemble durch Ligetis 'Mysteries of the Macabre.' " Wobei man hinzufügen muss, dass sie nicht nur dirigiert, sondern auch singt und tanzt. Die Leute haben gerast und Simon Rattle hat sich vor ihr von unten verneigt.
Mit unserem Thema hat dies folgendes zu tun. Der WDR hatte ein Konzert angesetzt, das Werke von Britten und Strawinski enthielt. Das Britten-Werk ist einer seiner frühen Liedzyklen, "Les Illuminations" nach Gedichten von Rimbaud, op.18.
Dieses Stück enthält außer der Sopranpartie umfangreiche Violinsoli, die dann vom Konzertmeister zu bewältigen sind. Vorgesehen war, dass Barbara Hannigan singt und dirigiert. Sie hatte leider keine Stimme, so konnte sie nur dirigieren. Ruth Ziesak, eine meiner liebsten Sopranistinnen, lernte dann den Part in 2 Tagen und sang ihn entsprechend schön im Zusammenspiel der hier erforderlichen Solovioline.
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14

Mittwoch, 25. November 2015, 22:06

In der Familie Bach schienen alle Musiker gewesen zu sein, meistens in Eisenach. So auch der Organist Johann Christoph Bach, von dem eine Kantate aus dem Hohenlied erhalten ist, mit der zentralen Arie "Mein Freund ist mein". Hier wird der Gang eines Mädchens zu ihrem Geliebten beschrieben. Dieses Mädchen singt natürlich Sopran und ihre Gefühle werden verdoppelt durch die sehr kunstvolle Solovioline, "keine Standardpartie", wie der Primgeiger sich vernehmen lässt. Diese Aufnahme habe ich aus dem Radio; die Ansagen über die Mitwirkenden sind leider verloren gegangen.


Es dürfte sich um die Kantate "Meine Freundin, du bist schön" handeln.
(Mein Freund ist mein ab 4:10)



Johann Christoph war ein Vetter zweiten Grades oder so von J.S., notorisch pleite bzw. hoch verschuldet, daher anscheinend als Vormund für den Verwaisten nicht in Erwägung gezogen worden.

dr.pingel

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15

Mittwoch, 25. November 2015, 23:36

Danke für diese zusätzliche Information. Die ganze Kantate habe ich inzwischen in meiner Sammlung auch gefunden.
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dr.pingel

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16

Montag, 7. Dezember 2015, 21:18

Gerade entdeckt: die Solovioline im "Urlicht". Sie symbolisiert offensichtlich die Seele. Eine Parallele findet sich in Janaceks rekonstruiertem Violinkonzert "Seelenwanderung". Das Material dort geht auf das "Totenhaus" zurück, und dessen Motto ist, von Janacek selbst in die Partitur eingetragen: "In jeder Kreatur - ein Funke Gottes."
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dr.pingel

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17

Donnerstag, 31. März 2016, 20:56

WoKa hat hier in Beitrag 4 die Solovioline in Lied 3 der "Vier letzten Lieder" erwähnt. Heute konnte ich das verifizieren anhand eines Konzertes des Sinfonieorchesters des WDR, mit der jungen Solistin Hanna-Elisabeth Müller, die im ersten Lied noch Probleme hatte (Tremolo), aber dann zu großer Form auflief. Wieder ein Beweis, dass wir uns um den sängerischen Nachwuchs, besonders im Sopran, überhaupt keine Sorgen machen müssen. Im Gespräch mit einer Frau als Reporterin, die sich erstaunlich versiert in musikalischen Fragen zeigte, machte die Sängerin deutlich, dass sie sich bewusst war, ihre Stimme nicht zu forcieren, um schneller Karriere zu machen.
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Mme. Cortese

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18

Donnerstag, 31. März 2016, 21:15

Zu diesem Thema fällt mir noch die Arie " O sospirato lido" ein, die Rossini für die Oper "Tancredi" als Alternative für "Di tanti palpiti" geschrieben hat und die wunderschön von der Solovioline umspielt wird:


Leider fehlen auf dem Video die allerletzten Takte.
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dr.pingel

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Donnerstag, 31. März 2016, 22:01

Wirklich ein schönes Stück. Aber irre ich mich oder klingt es nicht sehr nach Imitation von Mozart?
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Mme. Cortese

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20

Freitag, 1. April 2016, 00:10

Also für mich klingt das schon nach Rossini. Denkst du bei deinem Imitationsverdacht an ein bestimmtes Stück von Mozart?
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dr.pingel

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21

Freitag, 1. April 2016, 10:34

Ich meinte eher den Stil. Ich kenne Mozarts Violinkonzerte nicht so richtig, eher beiläufig. Dabei ist es für mich selber erstaunlich, dass ich Mozarts Violinkonzerte lieber mag als seine Klavierkonzerte. Aber das liegt daran, dass Klavier nicht so mein Instrument ist, Geige aber schon, wie ja auch dieser thread beweist. Wenn man sich die Beiträge hier ansieht, merkt man schnell, dass die Soli der Violine fast immer einer der Höhepunkte des jeweiligen Stückes sind.
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Alfred_Schmidt

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22

Freitag, 1. April 2016, 11:06

Wenn jemand Mozarts Violinkonzerte - nach eigenen Angaben . nicht gut kennt, dann kennt er üblicherweise auch nicht jedne der Zeitgenossen. Viottis Violinkonzerte sind im Stil annähernd ähnlich, und natürlich gibt es weitere - teils unbekannte Zeitgenossen mit oberflächlich gesehen - ähnlichen Klangergebnissen. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, daß sich Rossini in seiner Studienzeit sehr mit Mozarts Werken und deren Stil befasste.....

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Alfred

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dr.pingel

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23

Samstag, 4. Juni 2016, 20:30

Taras Bulba

Im ersten Satz seiner Rhapsodie "Taras Bulba" spielt die Solovioline eine wichtige Rolle. Dieser Satz schildert den Tod des Sohnes Andrij von Taras Bulba, weil er den Vater in der Schlacht gegen die Polen verraten hat, weil er eine polnische Generalstochter liebt. Er wird vom eigenen Vater erschossen. Die Solovioline könnte die Liebe oder das polnische Mädchen charakterisieren.
Aufnahmen von Taras Bulba gibt es wie Sand am Meer.
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lutgra

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24

Sonntag, 5. Juni 2016, 18:09

Aufnahmen von Taras Bulba gibt es wie Sand am Meer.

Und günstig:

Dr. Holger Kaletha

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25

Sonntag, 5. Juni 2016, 18:29

Aufnahmen von Taras Bulba gibt es wie Sand am Meer.
Ja, aber Sinfonietta, Taras Bulba ist so idiomatisch, dass ich nur Aufnahmen mit der Tschechischen Philharmonie ertragen kann - Talich (Taras Bulba), Neumann, Ancerl, Mackeras - jede auf ihre Weise unvergleichlich. Es gibt bei Taras Bulba auch diverse Fassungen, Mackeras hat in Konzerten immer wieder andere gespielt. :D



Schöne Grüße
Holger

dr.pingel

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26

Mittwoch, 27. Juli 2016, 21:36

In der Kantate "Amarus" von Janacek (siehe meine Besprechung im Thema "Yes we cantate") markiert die Solovioline den Vogelgesang.
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Caruso41

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27

Donnerstag, 28. Juli 2016, 16:35

Es gibt ja in so unsäglich vielen Opern Stellen, in denen eine Solovioline prominent eingesetzt ist. Ich möchte einmal ein Beispiel nennen , wo die Solovioline fast virtuos eingesetzt wird:
In Verdis "I lombardi alla prima crociata " gibt es das Preludio e Terzetto finale III , das mit einem famosen Violinpreludio beginnt:



Sehr sonderbar!
In Hamburg durfte der Geiger sogar auf die Bühne. Im Frack stand er irgendwie in der Wüste rum. Himmlisch! Das ist Oper!!

Caruso41


PS.:
Eben stelle ich gerade fest, dass das Terzett in der von mir eingestellten Aufnahme gekürzt ist: Dumm gelaufen!
Also auf ein Neues!
Da wird auch besser gesungen. Nur die Violine ist .... na ja ....
Und dann noch die Applaus nach dem Violinsolo.
Und Pavarottis dünne Piani und sein Gejammer werden auch nicht jedermanns Geschmack treffen.



Leider finde ich bei Youtube nicht die Toscanini-Aufnahme!
In den meisten anderen ist der Tenor schlimm, oder der Sopran oder beide - oder aber es fehlt das Violin-Preludio .

Sorry!
Caruso41
;) - ;) - ;)

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28

Donnerstag, 28. Juli 2016, 17:40

Vielleicht noch zwei Aufnahmen.
Da fehlt zwar auch das Violin-Preludio. Schade! Trotzdem interessant wegen großartiger Sängerleistungen!
(Und immerhin: die Violine begleitet ja auch im Terzetto)

Mit dem 71jährigen Carlo Bergonzi:



Und mit einer grandiosen Netrebko! (Kaufmann sollte sich mal Bergonzi anhören!- Schrott ist vermutlich nicht zu helfen)



Caruso41

PS.:
Wer will, kann ja noch die legendäre Aufnahme mit Rethberg, Gigli und Pinza suchen!
Ich kann mich an dem Stück gar nicht satt hören!
!!! Suchtgefahr !!!

:rolleyes:
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

dr.pingel

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29

Samstag, 30. Juli 2016, 21:38

Im Augenblick höre ich mal wieder viel Janacek, und besonders die Stücke, die keine Opern sind. Dass Janacek ein großer Freund der Pauke war, wusste ich schon immer. Aber neuerdings, seit diesem thread hier, achte ich auf die Solovioline. In der Kantate "Das ewige Evangelium" kommt sie oft vor, in der Kantate "Amarus" ist sie am Schluss zu hören, vielleicht als Sinnbild der Seele des toten Amarus.
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dr.pingel

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30

Sonntag, 6. November 2016, 21:22

O Mensch...

Im Thema "Giganten" habe ich in einem Beitrag über Mahlers 3. aus dem Concertgebouw berichtet. Da fiel mir wieder auf, dass im Mezzosopran-Solo "O Mensch, gib Acht" die Solovioline ebenso präsent ist wie schon im "Urlicht" (2. Sinfonie).
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