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Traubi

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1

Samstag, 4. Juli 2015, 14:58

Stellenwert der "Klassischen Musik" und Opern in der Jugend und Gesellschaft

Einen schönen Nachmittag liebe Taminos! (Ich denke ihr schwitzt genauso wie ich bei diesen Temperaturen :cursing: )

Ich hatte im letzten Februar das große Privileg nach Russland reisen zu dürfen und dort bei einer Freundin für 3 1/2 Wochen zu wohnen.
Dadurch bekam ich auch viel Kontakt mit Persönlichkeiten aus meiner Altersklasse (zur Erinnerung ich bin 21 :thumbup: )
Nach ein paar Tagen stellte ich verdutzt fest, dass viele der Bekannten meiner Freundin allen voran die Damen, viele Opern diverser Künstler (nicht nur russische) oder Werke von Strauss, Mozart und Co. kannten, sogar darüber reden konnte und es auch noch gerne taten.
Der Stellenwert der von uns in diesem Forum geliebten Musik und Opern hat mich doch etwas überrascht 8o . Natürlich weiß ich, dass es sich durchaus nur um eine subjektive Momentaufnahme gehandelt hat, aber diese ist trotzdem umso bemerkenswerter, da ich hier in Österreich im meinem Umfeld weder auf der Uni noch sonst wo Leute kennen gelernt habe, die mehr als den Namen Mozart kennen und/oder ein paar Werke kennen?! :no:
Nun stellen sich mir verschiedene Fragen:
Ist es vielleicht in Russland so, dass diese Art der Musik dort mehr stellenwert in der Breiten Masse der Gesellschaft besitzt?
Wie wird die Zukunft von Opern und der Musik aussehen wenn sich, so wie das momentan in meiner Alterklasse der Fall ist so wenige Leute dafür interessieren? Und was sind die Ursachen davon und was kann gegen diese erschreckende Tatsache unternommen werden? :angel:


:hello:
Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen
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Stimmenliebhaber

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2

Samstag, 4. Juli 2015, 15:29

Ist es vielleicht in Russland so, dass diese Art der Musik dort mehr stellenwert in der Breiten Masse der Gesellschaft besitzt?
Lieber Traubi,

ich bin überzeugt davon, dass der Stellenwert klassischer Musik in Russland auch in deiner Altersklasse (noch) ein höherer ist als heute hier, so wie er vor ca 25 Jahren auch in Tschechien oder Deutschland oder Österreich noch ein höherer war. In Russland ist halt die "Amerikanisierung" noch nicht so weit voranschritten wie in Mitteleuropa, was leider dazu geführt hat, dass den Menschen ihre eigenen kulturellen Traditionen immer weniger wert sind.


Wie wird die Zukunft von Opern und der Musik aussehen wenn sich, so wie das momentan in meiner Alterklasse der Fall ist so wenige Leute dafür interessieren? Und was sind die Ursachen davon und was kann gegen diese erschreckende Tatsache unternommen werden?
Die Zukunft für die mitteleuropäische Theater- und Orchesterlandschaft ist in der Tat nicht rosig, eine wirklich erschreckende Tatsache. Vermutlich wird es in 50 Jahren in Europa ähnlich wie in den USA nur noch einige wenige kulturelle "Leuchttürme", also einige wenige Spitzenorchester und Opernhäusern in großen Metropolen geben, während für die Breitenversorgung dann der Live-Stream in Internet und Kino als ausreichend angesehen wird.
Was kann man dagegen tun? Einfache Rezepte gibt es nicht, vor allem keine, für die man nicht viel Geld in die Hand nehmen müsste. Kultur als Staatsziel im Deutschen Grundgesetz und eine deutliche Erhöhung der Kultursubventionen, was zu einem breiteren Live-Angebot zu erschwinglichen Preisen führen würde, das könnte ein Weg sein, eine deutliche Verbesserung des Musikunterrichts, das Erlernen eines Musikinstruments als Unterrichtsbestandteil, Chorgesang als Pflichtfach oder zumindest die GARANTIE DER freiwilligen MÖGLICHKEIT DAZU, all das könnte sicher helfen, wird aber am lieben Geld scheitern, insofern ist es mehr oder weniger ein Windmühlenkampf und es ist nicht die Frage, ob unser kulturellen Breitenabgebot verschwindet, sondern lediglich WANN. Ich bin schon dafür, alles zu versuchen, um dieses kulturelle Sterben so lange wie möglich herauszuzögern und alles zu unternehmen, um vielleicht doch noch eine Trendwende zu schaffen.
Dass sich doch einige junge Menschen so wie du für klassische Musik interessieren und engagieren, gibt da zumindest etwas Hoffnung - Danke dafür! :hello:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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musikwanderer

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3

Samstag, 4. Juli 2015, 15:51

ich bin überzeugt davon, dass (...) in Russland halt die "Amerikanisierung" noch nicht so weit voranschritten (ist) wie in Mitteleuropa, was leider dazu geführt hat, dass den Menschen ihre eigenen kulturellen Traditionen immer weniger wert sind.*
Da postet mir Stimmenliebhaber aus der Seele! Zustimmung! Ich gebe auch der Folgerung


Zitat

eine deutliche Verbesserung des Musikunterrichts, das Erlernen eines Musikinstruments als Unterrichtsbestandteil, Chorgesang als Pflichtfach oder zumindest die Garantier der freiwilligen MÖGLICHKEIT dazu, all das könnte sicher helfen, wird aber am lieben Geld scheitern, insofern ist es mehr oder weniger ein Windmühlenkampf und es ist nicht die Frage, ob unser kulturellen Breitenabgebot verschwindet, sondern lediglich WANN.
meine Zustimmung und komme mal mit einem Zitat um die Ecke:


Zitat

Singen ist das Funament zur Music in allen Dingen. (...) Wer auf Instrumenten spielt, muß des Singens kündig seyn. Also präge man das Singen junge Leuten fleißig ein.
So schrieb Georg Philipp Telemann in seiner ersten Autobiographie (Lebens-Lauff/mein/Georg Philipp Telemann/Entworffen/In Franckfuth am Mayn/ d. 10. Sept. A. 1718).
War es vielleicht schon immer ein Problem, das mit der Jugend und der Musik?

*Kleine Satzumstellungen von mir.

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Stimmenliebhaber

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4

Samstag, 4. Juli 2015, 16:01

Das Telemann-Zitat war die würdige Krönung deines 3000. TAMINO-Beitrags! :thumbup:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Traubi

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5

Samstag, 4. Juli 2015, 16:03

ich bin überzeugt davon, dass der Stellenwert klassischer Musik in Russland auch in deiner Altersklasse (noch) ein höherer ist als heute hier, so wie er vor ca 25 Jahren auch in Tschechien oder Deutschland oder Österreich noch ein höherer war. In Russland ist halt die "Amerikanisierung" noch nicht so weit voranschritten wie in Mitteleuropa, was leider dazu geführt hat, dass den Menschen ihre eigenen kulturellen Traditionen immer weniger wert sind.
Mit der Amerikanisierung sprichst du einen wichtigen Punkt an. Sie ist vor allem im Musikgeschäft sehr stark und überflutet Radios und Fernsehen mit Berichterstattung und Musik aus den USA. Aber ist daran wirklich nur die Amerikanisierung Schuld? Ist nicht eine allgemeiner Zustand der Verrohung im Bereich der kulturellen Bildung zu bemerken? Wird dieser durch die Amerikanisierung hervorgerufen? Ist es ein gesellschaftlicher Trend? Oder verstärkt die Amerikanisierung diesen bedauerlichen Trend nur und ist nicht ausschlaggebend?
Es war auf meiner Russlandreise ersichtlich, dass dieses Bewusstsein für Kultur nicht nur im musikalischen Bereich den wir so schätzen vorhanden war, sondern auch im Bereich der Malerei (sämtliche Genres), zeitgenössische Kunst und der Gleichen. (besonders bei letzterem kam ich mir vor wie Parsifal der aus dem Wald kommt......)
Ich musste mich auch beim Thema Musik richtig anstrengen um mithalten bzw. mitreden zu können.


Dass sich doch einige junge Menschen so wie du für klassische Musik interessieren und engagieren, gibt da zumindest etwas Hoffnung - Danke dafür! :hello:
Ich interessiere mich zwar stark dafür und freue mich jedesmal, wenn ich in die Bibliothek fahre und mir eine neue CD ausborgen darf (ich kann den Montag kaum noch erwarten, da ich mir dann nämlich das erste Werk von Dvorak ausborge) aber ich würde mich trotzdem nur als ein schwacher Trost für die Zukunft der klassischen Musik sehen, da ich noch Lichtjahre von der Expertise der hier anwesenden entfernt bin (was natürlich auch dem Alter geschuldet ist) und sich bei mir im Geschmack noch viel ändern kann aufgrund meines Alters ihr wisst schon die Unbeständigkeit der Jugend und es könnte ja auch nur so eine Phase sein.....?!
Der Musikunterricht in vielen Schulen ist kaum vorhanden bzw. war er das zumindest auf meiner Oberstufe nicht. Wir haben zwar stellenweise mal ein bisschen was hier und da gemacht, aber das könnte man bequem in einem zweiseitigen Thread hier zusammenfassen..... :thumbdown:
Man begegnet ja auch vor allem in meiner Altersklasse zunehmend der Einstellung "wozu-brauch-ich-das" bei vielen Themen, egal ob das jetzt Bücher/Musik sind oder etwas anderes ist, was für mich eines der Hauptprobleme ist -> alles was nicht den unmittelbaren Nutzen vor sich herträgt wie eine Leuchtfackel, wird abgelehnt. ?(
Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen
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Stimmenliebhaber

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6

Samstag, 4. Juli 2015, 16:31

Mit "Amerikanisierung" meine ich hier eine immer weiter fortschreitende Nivellierung lokaler, regionaler und nationaler kultureller Unterschiede.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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musikwanderer

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7

Samstag, 4. Juli 2015, 16:33

Das Telemann-Zitat war die würdige Krönung deines 3000. TAMINO-Beitrags! :thumbup:
Vielen Dank für Dein aufmerksames Mitlesen. Wobei ich nur sagen kann: Meine Güte wie die Zeit vergeht.


Mit der Amerikanisierung sprichst du einen wichtigen Punkt an. Sie ist vor allem im Musikgeschäft sehr stark und überflutet Radios und Fernsehen mit Berichterstattung und Musik aus den USA. Aber ist daran wirklich nur die Amerikanisierung Schuld? Ist nicht eine allgemeiner Zustand der Verrohung im Bereich der kulturellen Bildung zu bemerken? Wird dieser durch die Amerikanisierung hervorgerufen? Ist es ein gesellschaftlicher Trend? Oder verstärkt die Amerikanisierung diesen bedauerlichen Trend nur und ist nicht ausschlaggebend?
Mit einem gewissen Augenzwinkern erinnere ich mich an meine Kinder- und Jugendzeit, in der die aus den Staaten überschwappende Rock'n-Roll-Welle die Älteren zu schockartigen Ausrufen wie "Polizei" oder "Jugendamt" veranlasste. Die so genannte Amerikanisierung ist also so neu nicht. Das ganze Problem ist nicht neu. Geht man zurück in die Zeit des Barock und Rokoko waren die modischen Töne ja auch keinesfalls deutschen Ursprungs. Im übrigen traue ich mich nicht, die von Traubi aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Mir fehlt zwar keine Vorstellungskraft, mir geht aber hellseherische Fähigkeit ab. Deshalb endet mein - vielleicht unnützer - Post an dieser Stelle.

:hello:
.

MUSIKWANDERER

hasiewicz

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8

Sonntag, 5. Juli 2015, 09:02

Mit "Amerikanisierung" meine ich hier eine immer weiter fortschreitende Nivellierung lokaler, regionaler und nationaler kultureller Unterschiede.

Was man auch mit dem Begriff "Globalindividualismus" bezeichnen kann, wie dies Asserate tut.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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9

Sonntag, 5. Juli 2015, 11:54

Amerikanisierung ist ein etwas unglücklicher Begriff, da man in wenigen europäischen Ländern innerhalb eines Landes solche regionalen Mentalitätsunterschiede wie zwischen Californien, New Hampshire und Mississippi finden dürfte. Freilich auch kein Wunder, bei einem Riesenland mit über 300 Mio. Einwohnern.

Wenn man meint, dass Medien und Werke angloamerikanischen Ursprungs die Unterhaltungskultur der ganzen Welt (oder jedenfalls auch Europas) dominieren, ist das auch keine neue Entwicklung. Genaugenommen hat das in den 1920er/30er Jahren angefangen und war, wie Musikliebhaber sagt, in den 1950ern voll ausgeprägt. Nun ist wohl niemand im Forum so alt, dass er präzise Erinnerungen an die "Vorkriegskultur" hat (zumal diese ab 1933 sich bekanntlich sehr deutlich von den "roaring 20s" unterschieden hat).
D.h. die Amerikanisierung gehört in Westdeutschland schon seit etwa 60 Jahren dazu und verläuft parallel zu der breiten Präsenz klassischer Musik und anderer Hochkultur auch in der Provinz "auf dem flachen Land".

Deine Erfahrung in Russland ist natürlich interessant. So begehrt Platten westlicher Bands in den 1970ern/80er dort gewesen sein mögen, haben große Teile des Ostblocks sicher einige Jahrzehnte Verzögerung bei der "Amerikanisierung"/kulturellen Globalisierung.
Allerdings frage ich mich als erstes, ob du nicht vielleicht mit einer enger ausgewählten Gruppe in Kontakt gekommen ist als in deinem heimatlichen Umfeld.

Stimmenliebhaber

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10

Sonntag, 5. Juli 2015, 12:09

D.h. die Amerikanisierung gehört in Westdeutschland schon seit etwa 60 Jahren dazu und verläuft parallel zu der breiten Präsenz klassischer Musik und anderer Hochkultur auch in der Provinz "auf dem flachen Land".
Sie ist zumindest in diesen 60 Jahren weiter deutlich vorangeschritten, denn vor 60 Jahren war es noch selbstverständlich, deutsche Volkslieder zu singen - in der Schule, zu Hause und und und.
In der DDR war das in den 1980er Jahren noch selbstverständlich. Heute ist es alles andere als selbstverständlich.
Auch in Tschechien finde ich die Entwicklung noch zwischen den 1990er Jahren und jetzt frappant. Man vergleiche nur einmal die Opernspielpläne damals und heute.
Und zu den Hörgewohnheiten: So wie in Deutschland heute kaum noch ein Mensch unter 40 deutschsprachige Musik hört, ist das in anderen Ländern wie Tschechien ganz ähnlich. Und diese Entwicklung ist nicht nur schädlich zur Pflege der eigenen kulturellen Traditionen, sondern auch zur Repeztion der klassischen Volkalmusik, der deutschsprachigen Opern und Kunstliedern etc., denn wenn die deutschsprachigen Menschen (wie die Menschen in anderen Ländern auch) es verlernen(!), Musik in Verbindung mit ihrer eigenen Sprache zu hören, ist das etwa für die Rezeption deutscher Kunstlieder (für deren Verständnis die Kenntnis der deutschen Volkslieder natürlich auch hilfreich ist) verheerend! Insofern ist die Feststellung, die Amerikanisierung sei ja schon seit 60 Jahren so da, unzutreffend, noch in den 1980er Jahren wurden deutschsprachige Musikgruppen (Neue deutsche Welle, Nena, Reinhard May, Biermann etc.) viel selbstverständlicher gehört als heute, war deutschsprachige Unterhaltungsmusik viel selbstverständlicher und nahezu gleichberechtigt neben englischsprachiger etabliert.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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John Doe

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11

Sonntag, 5. Juli 2015, 12:39

Der geringe Stellenwert von klassischer Musik, Oper, ja Kultur allgemein in unserer Gesellschaft ist letztendlich nur eine Folgeerscheinung unseres Wirtschaftssystems.
Marx hat schon 1848 im analytischen Teil seines kommunistischen Manifests festgestellt, dass die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhltnisse zerstört hat. Dass sie die buntscheckigen Feudalbande, die den Menchen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen hat, als das nackte Interesse, als die gefühllose 'bare Zahlung'. Dass sie die heiligen Schauer der frommen Schäwrmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertärnkt hat. Dass die Bourgeoisie alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet und den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnatbeiter verwandelt hat.
Kunst und Kultur müssen Profit und Rendite abwerfen. Tun sie es ist es gut, tun sie es nicht, landen sie auf dem Müllhaufen der Geschichte.
Tja, und da nun mal eine Mahler 3 teuer in der Aufführung ist und unverschämter Weise den Menschen nicht nur gut 100 Minuten von Produktion und Konsum abhält, sondern ihm auch noch die gleiche Zeit zum Gebrauch seines Hirns gewährt, ist sie natürlich nicht ideal, denn: bet und arbeit, ruft die Welt. Bete kurz, denn Zeit ist Geld!
Beethovens 9. und die Wagner-Opern sind etwas anderes, braucht doch die Bourgeoisie doch noch entsprechende musikalische Untermalungen, wenn sie sich wieder mal so richtig feiern will.

Kunst und Kultur sind nun einmal nicht marktkonform und bedürfen der Hege und der Pflege, bedürfen der Förderung, der Propagierung und des Schutzes. Und das kosten nun einmal Geld. Und zwar Geld, dass durch aus da ist, aber eben für andere Sachen ausgegeben wird, wie z.B. für die Grenzverteidigung Deutschlands am Hindukusch.

John Doe

MSchenk

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12

Sonntag, 5. Juli 2015, 18:42

So wie in Deutschland heute kaum noch ein Mensch unter 40 deutschsprachige Musik hört, [...] noch in den 1980er Jahren wurden deutschsprachige Musikgruppen (Neue deutsche Welle, Nena, Reinhard May, Biermann etc.) viel selbstverständlicher gehört als heute, war deutschsprachige Unterhaltungsmusik viel selbstverständlicher und nahezu gleichberechtigt neben englischsprachiger etabliert.

Angesichts so etablierter Rock-/Pop-/Rap-Größen, wie Naidoo, Sarah Conner, Ärzte, Hosen, Delay und was weiß ich nicht (kenne mich da nicht mehr gut aus, bin selber bei Grönemeyer, Westernhagen und Kunze ausgestiegen) halte ich diese Aussage für statistisch wiederlegbar. Auch ist mir nicht klar, ob bzw. wie die Kenntnis aktueller deutschsprachiger Musik aus den besagten Bereichen auf den Weg z.B. zum Kunstlied führen sollte - so wünschenswert es vielleicht auch aus meiner Sicht wäre.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Stimmenliebhaber

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13

Sonntag, 5. Juli 2015, 18:46

Angesichts so etablierter Rock-/Pop-/Rap-Größen, wie Naidoo, Sarah Conner, Ärzte, Hosen, Delay und was weiß ich nicht (kenne mich da nicht mehr gut aus, bin selber bei Grönemeyer, Westernhagen und Kunze ausgestiegen) halte ich diese Aussage für statistisch wiederlegbar.

Ärzte, Hosen u.a. zehren heute noch von ihrem im letzten Jahrhundert erworbenen Ruhm und haben bei weitem nicht mehr diese Zuhörerschaft, die sie mal hatten. Dass heute viel weniger deutschsprachige Musik gehört wird als noch vor 30 Jahren, halte ich für statistisch nicht widerlegbar!
Und wenn die Menschen erst entwöhnt sind, Texte in der eigenen Sprache über Vertonungen aufzunehmen (der Rap ist da eher keine Vertonung, wo das Hinzukommen von Musik die Textaufnahme irgendwie erschweren könnte), schalten immer mehr Menschen innerlich ab, wenn sie Vertonungen deutscher Texte (egal ob U oder E) hören, weil sie das nicht mehr so bewusst aufnehmen und verarbeiten können wir frühere Generationen, bei denen die bewusste Aufnahme vertonten deutschen Textes noch selbstverständlich war.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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WoKa

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14

Sonntag, 5. Juli 2015, 18:48

Hallo!

Laut dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke, wurden letztes Jahr 55 Prozent der 100 Top-Alben in Deutschland produziert. Davon waren 29 Prozent deutschsprachig. Zahlen, die es seit 20 Jahren nicht mehr gab (Quelle SZ). Vor Kurzem waren offenbar erstmals alle Top-10-Hits in Deutschland deutschsprachig. Das gab es selbst während der Neuen Deutschen Welle nicht.

Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

MSchenk

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15

Sonntag, 5. Juli 2015, 18:48

Ist nicht ein allgemeiner Zustand der Verrohung im Bereich der kulturellen Bildung zu bemerken?

Abgesehen davon, dass der Begriff "Verrohung" einen Prozeß beschreibt und mir somit der "Zustand der Verrohung" ziemlich widersprüchlich erscheint, verstehe ich nicht wirklich, was damit im Hinblick auf den Bereich der kulturellen Bildung eigentlich gemeint ist und bitte deshalb um Erläuterung.
mfG Michael

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16

Sonntag, 5. Juli 2015, 18:54

Hallo!
Laut dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke, wurden letztes Jahr 55 Prozent der 100 Top-Alben in Deutschland produziert. Davon waren 29 Prozent deutschsprachig. Zahlen, die es seit 20 Jahren nicht mehr gab (Quelle SZ). Vor Kurzem waren offenbar erstmals alle Top-10-Hits in Deutschland deutschsprachig. Das gab es selbst während der Neuen Deutschen Welle nicht.
Gruß WoKa

Das ist interessant, aber doch eher ein Einzelphänomen und nicht repräsentativ, denn 29% von 55% ist quantitativ nicht besonders viel, das war vor 30 Jahren noch garantiert mehr.
Meine persönliche Erfahrung ist es, dass es heute jungen Menschen zunehmend Probleme bereitet, deutsche Texte über Musik aufzunehmen und zu verarbeiten.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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17

Sonntag, 5. Juli 2015, 19:03

Meine persönliche Erfahrung ist es, dass es heute jungen Menschen zunehmend Probleme bereitet, deutsche Texte über Musik aufzunehmen und zu verarbeiten.

Das mag sein, hindert jedoch nicht daran, entsprechende Musik zu hören. Schließlich schauen sich auch genug Leute allen möglichen Mist im Fernsehen an, egal, ob sie die Inhalte dort wirklich verstehen und verarbeiten können ... (Könnten sie, behaupte ich, gäbe es im Nachmittagsprogramm wieder die gute alte Sendepause :pfeif: ).
mfG Michael

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18

Sonntag, 5. Juli 2015, 19:06

Das mag sein, hindert jedoch nicht daran, entsprechende Musik zu hören.

Immer mehr hören sie aber inzwischen gar nicht mehr - es hindert sie nichts, aber sie tun es nicht, es ist nicht ihre Gewohnheit. Weil sie sie zum Beispiel nicht mehr gewohnt sind. Die Entwöhnung beginnt mit dem Nicht-mehr-selber-Singen dieser Lieder, der deutschen Volks- und Weihnachtslieder. Wann warst du zum letzten Mal auf einem Weihnachtsmarkt und wie viele deutschsprachige Weihnachtslieder hast du da gehört? Ich in den letzten Jahren fast nur noch englischsprachige, aber so gut wie gar nicht mehr die klassischen deutschen Weihnachtslieder.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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hami1799

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19

Sonntag, 5. Juli 2015, 19:07

Abgesehen davon, dass der Begriff "Verrohung" einen Prozeß beschreibt

Ich bin lange erschrocken über Deinen Einwand und denke, es wäre doch an der Zeit, hier den slawischen Verbaspekt einzuführen, damit die Aktionsarten der Verben besser beleuchtet werden.

MSchenk

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20

Sonntag, 5. Juli 2015, 19:32

Das mag sein, hindert jedoch nicht daran, entsprechende Musik zu hören.
Immer mehr hören sie aber inzwischen gar nicht mehr - es hindert sie nichts, aber sie tun es nicht, es ist nicht ihre Gewohnheit. Weil sie sie zum Beispiel nicht mehr gewohnt sind. Die Entwöhnung beginnt mit dem Nicht-mehr-selber-Singen dieser Lieder, der deutschen Volks- und Weihnachtslieder. Wann warst du zum letzten Mal auf einem Weihnachtsmarkt und wie viele deutschsprachige Weihnachtslieder hast du da gehört? Ich in den letzten Jahren fast nur noch englischsprachige, aber so gut wie gar nicht mehr die klassischen deutschen Weihnachtslieder.

Jetzt hast Du mich verloren: Ich bin davon ausgegangen, dass wir hier weniger von deutschem Liedgut (zu welchem ich Weihnachtslieder durchaus rechnen würde), sondern eher um deutschsprachige Rock-/Pop-Musik - so jedenfalls hatte ich auch Deinen Verweis auf NDW, Nena, Reinhard Mey etc. verstanden.
mfG Michael

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MSchenk

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21

Sonntag, 5. Juli 2015, 19:33

Ich bin lange erschrocken über Deinen Einwand

Das tut mir leid, wenngleich sich mir die Ursache nicht erschließt.
mfG Michael

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22

Sonntag, 5. Juli 2015, 19:38

Ich bin davon ausgegangen, dass wir hier weniger von deutschem Liedgut (zu welchem ich Weihnachtslieder durchaus rechnen würde), sondern eher um deutschsprachige Rock-/Pop-Musik - so jedenfalls hatte ich auch Deinen Verweis auf NDW, Nena, Reinhard Mey etc. verstanden.

Ich sprach davon, dass junge Leute heute (genreunabhängig) nicht mehr gewöhnt sind, deutsche Texte über Musik aufzunehmen, und dass ein wichtiger Grund dafür ist, das kaum noch selbst (deutsch) gesungen wird.
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hami1799

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23

Sonntag, 5. Juli 2015, 20:18

Das tut mir leid, wenngleich sich mir die Ursache nicht erschließt.

Es muss doch scheußlich heiß in Hamburg sein, dass hier meine Vorstellung der ingressiven und inchoativen Verben nicht ankommt!

"Ich bin lange erschrocken" :untertauch:

MSchenk

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24

Sonntag, 5. Juli 2015, 20:32

Das tut mir leid, wenngleich sich mir die Ursache nicht erschließt.

Es muss doch scheußlich heiß in Hamburg sein, dass hier meine Vorstellung der ingressiven und inchoativen Verben nicht ankommt!

Problematisch ist weniger die Hitze, als die aktuell 95% Luftfeuchte ...
mfG Michael

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Alfred_Schmidt

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25

Sonntag, 5. Juli 2015, 23:15

Kommen wir zurück zum Thema:

Zitat

Wie wird die Zukunft von Opern und der Musik aussehen wenn sich, so wie das momentan in meiner Alterklasse der Fall ist so wenige Leute dafür interessieren? Und was sind die Ursachen davon und was kann gegen diese erschreckende Tatsache unternommen werden?

Die Zukunft von Opern und klassischer Musik wird vermutlich so aussehen, wie im 18. und 19. Jahrhundert: Eine kleine elitäre Minderheit wird sie konsumieren, die Mehrheit wird sich Vergnügungen hingeben die ihrem Kulturverständnis entsprechen.
"Klassische Musik fürs Volk" als Zwangsbeglückung ist ein Trend des 20. Jahrhunderts, der a priori zum Scheitern verurteilt war.

Klassische Musik ist quasi auch so etwas wie eine "Ersatzreligion" - wen wunderts, daß dieser Bereich - parallell zum heutigen Stellenwert von christlichen Religionen - ebenfalls schrumpft.

Warum sollte man etwas dagegen unternehmen, wenn die primitive Masse (oft auch in leitenden und politischen Positionen, die ihnen früher verwehrt waren) sich selbst um ein Vergnügen bringt ???

Für ein paar -zig Konzertsäle und Opernhäuser, sowie für Tonaufzeichnungen reichts allemal.

Und: JA in Russland und anderen Ländern die nicht amerikanisierbar waren ist der Stellenwert jeglicher Kunst und Kultur unvergleichlich höher als beispielsweise in Deutschland.

"Amerikanisierung" würde ich (vereinfacht gesprochen) mit "Volksverblödung"gleichsetzen, denn das ist ja der große Faktor der ganz Amerika eint, dass der sogenannte "gemeine Mann" nur über jenes Minimum an Bildung verfügt, das er für sein berufliches Fortkommen benötigt...

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

hami1799

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26

Sonntag, 5. Juli 2015, 23:29

Warum sollte man etwas dagegen unternehmen, wenn die primitive Masse (oft auch in leitenden und politischen Positionen, die ihnen früher verwehrt waren) sich selbst um ein Vergnügen bringt ???
Darüber braucht man nicht ernsthaft nachzudenken, weil es für die angesprochene Population ja gar kein Vergnügen wäre.


Und: JA in Russland und anderen Ländern die nicht amerikanisierbar waren ist der Stellenwert jeglicher Kunst und Kultur unvergleichlich höher als beispielsweise in Deutschland.
Noch! Doch auch in Russland hat nach der Wende eine merkbare Amerikanisierung der Jugend eingesetzt. Möglicherweise ist das jetzt etwas rückläufig.

WoKa

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Sonntag, 5. Juli 2015, 23:36

Warum sollte man etwas dagegen unternehmen, wenn die primitive Masse (oft auch in leitenden und politischen Positionen, die ihnen früher verwehrt waren) sich selbst um ein Vergnügen bringt ???

Hallo Alfred!

Ich habe den Satz jetzt mindestens fünf mal gelesen und möchte nachfragen, ob ich das richtig verstehe, dass Deiner Ansicht nach Menschen, die die klassische Musik nicht lieben, einer primitiven Masse zuzurechnen sind?

Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

Alfred_Schmidt

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Sonntag, 5. Juli 2015, 23:43

Darauf antworte ich wie folgt:
Nicht alle Menschen, denen klassische Musik nichts gibt sind notwendigerweise primitiv - wenngleich das in vergangenen Zeitaltern durchaus so gesehen wurde. Und zumindest würde ich sagen: Schöngeister sollte man hier nicht wirklich suchen.

ABER: Unter primitiven Menschen wird man kaum Liebhaber der klassischen Musik finden......

mfg aus Wien
Alfred

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WoKa

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Sonntag, 5. Juli 2015, 23:52

Hallo!

Es gibt primitive Lösungen, primitive Handlungsweisen etc. Es entspricht jedoch nicht meinem Denken, Menschen als primitiv zu bezeichnen und mich damit über sie (vermeintlich) zu erheben.

Gruß WoKa
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Victor Hugo

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30

Sonntag, 5. Juli 2015, 23:54

Eine kleine elitäre Minderheit wird sie konsumieren, die Mehrheit wird sich Vergnügungen hingeben die ihrem Kulturverständnis entsprechen.
Wenn diese "elitäre Minderheit" zu klein wird, wird die Mehrheit irgendwann nicht mehr dafür zahlen - und einzelne Monarchen, die sich an ihren Höfen dann Orchester und Theater leisten können, gibt es nicht mehr.


Für ein paar -zig Konzertsäle und Opernhäuser, sowie für Tonaufzeichnungen reichts allemal.
Es wird dann nicht mehr dafür reichen, aber für dich ist ja mit Karajans Tod eh nichts Entscheidendes mehr nachgekommen...


ABER: Unter primitiven Menschen wird amn kaum Liebhaber der klassischen Musik finden......
Eine SEHR fragwürdige These!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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