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Ulli

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1

Samstag, 8. Oktober 2005, 09:51

Schubert, Franz: Impromptus

Liebe Schubertianer,

bevor sie ganz vergessen werden: Ein Thread über die Impromptus !

Schubert komponierte zwei Zyklen à 4 Impromtus im Jahre 1827:

I. Zyklus Opus 90 [D 899]

Nr. 1 c-moll: Allegro molto moderato
Nr. 2 Es-Dur: Allegro
Nr. 3 Ges-Dur: Andante
Nr. 4 As-Dur: Allegretto

II. Zyklus Opus posth. 142 [D 935]

Nr. 1 f-moll: Allegro moderato
Nr. 2 As-Dur: Allegretto
Nr. 3 B-Dur: Andante [Thema mit 5 Variationen]
Nr. 4 f-moll: Allegro scherzando


Aus Schuberts Nachlaß stammt ein weiterer, vermutlich unvollendeter Zyklus aus dem Jahre 1828. Schubert hat hier nur drei Impromptus fertiggestellt, ein viertes hatte er sicherlich in Planung gehabt:

III. Zyklus D 946

Nr. 1 Es-moll: Allegro assai
Nr. 2 Es-Dur: Allegretto
Nr. 3 C-Dur: Allegro


Ein Impromptu hat grundsätzlich eine Feste musikalische Form, Schubert wählt die dreiteiligige verkürzte Rondoform: A - B - A. Nach dem Hauptteil (A) folgt ein Gegengewicht (B), darauf wieder der Hauptteil (A). Schubert weicht von dieser Form ein paar Mal ab:

Zum einen im Impromptu aus dem zweiten Zyklus Nr. 3 in B-Dur, ein Thema mit 5 Variationen. Im III. Zyklus erweitert Schubert die einfache Form A-B-A in eine kleine Rondoform: Impromptus Nr. 1 aus dem III. Zyklus: Hier schiebt Schubert zwei Mittelteile ein, Form A-B-A-C-A, ebenso im 2. Werk dieser Reihe.

Welches am Besten gefällt, ist schwer zu sagen.

Für Einspielungsempfehlungen sind hier andere zuständig. In meinem Besitz finden sich jedoch die Interpretation der ersten beiden Zyklen durch Alfred Brendel:


[mein Cover stammt noch aus der guten alten Zeit...]


sowie Jenö Jando:



Der III. Zyklus ist auf "Alfred Brendel spielt Schubert" bei mir in einer LP-Sammlung neben der Wanderer-Fantasie, den Moments musicaux und Einzelstücken enthalten.

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Maexl

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2

Samstag, 8. Oktober 2005, 12:10

ich habe von Brendel eine alte Platte (1969 VOX 3041) und von Perahia eine CD mit den ersten 2 Zyklen. Spiele aber einige auch gerne selbst.



Von den beiden Aufnahmen gefällt mir Brendel deutlich besser (trotz eines unüberhörbaren Lagerfeuers während des Abspielens). Grade das schwerste Impromptu Op 142 (D 935) No.4 nimmt er in einem relativ fixen Tempo. Perahia spielt sie, finde ich zu zurückhaltend. Seine Aufnahme, die technisch sicherlich brilliant ist lässt die dynamischen Unterschiede ein wenig vermissen.

Das Plattencover lässt sich leider nicht finden. Jedoch wurden sie wohl 1996 günstig auf CD veröffentlicht:



Meine Lieblinge sind jeweils No.1 (grade Op. 90 (D 899)) u. No.4 wobei das Rosamunde-Impromptu (No.3 Op. 142 (D 935)) auch schön ist.

Andere Interpreten:

Zitat

Schubert Impromptus Brendel Vox 3041
Schubert Impromptus Curzon Philips 456 757
Schubert Impromptus Kuerti Analekta 4011
Schubert Impromptus Lupu Decca 411 711
Schubert Impromptus Pires DG 457 550
Schubert Impromptus Schnabel EMI 7 61021
Schubert Impromptus,Op 142 Curzon Decca 473 116
Schubert Impromptus,Op 142/2 Kapell BMG 68442
Schubert Impromptus,Op 142/2 Richter Melodiya 29465
Schubert Impromptus,Op 142/2,3 Paderewski Philips 456 919
Schubert Impromptus,Op 142/3 Curzon Decca 452 306
Schubert Impromptus,Op 90 Curzon Decca 475 084
Schubert Impromptus,Op 90 Arrau Philips 432 307
Schubert Impromptu Op 90/2 Janis Philips 456 847
Schubert Impromptus,Op 90/2,3 Lipatti EMI 7 69800
Schubert Impromptus,Op 90/2,4 Richter Olympia 288
Schubert Impromptus,Op 90/3,4 Curzon Decca 443 570
Schubert Impromptus,Op 90/3,4 Curzon London 433 086
Schubert Impromptus,Op 90/3,4 Rubinstein BMG 63030
Schubert Impromptus,Op 90/3,4 Rubinstein BMG 63054
Schubert Impromptu Op 90/4 Rubinstein BMG 63008
Schubert Impromptu Op 90/4 Horowitz DG 419 045
Schubert Impromptus,Op 90/3,4 Kempff BBC 4045
Schubert Impromptus,Op 90/3,4,142/3,4 Kempff DG 447 229

Cosima

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3

Samstag, 8. Oktober 2005, 13:57

Mein Favorit - tiefgründig und mit andächtigem Schönheitsempfinden: Radu Lupu (Decca / 1982)



„Very rarely do the outstanding qualities of a pianist match perfectly the outstanding qualities of the compositions that pianist plays. When that does occur, the resulting performances seem to transform both the performer and the piece performed.
The Romanian pianist Radu Lupu and the piano compositions of Franz Schubert share such a relationship, and nowhere is this more in evidence than in the Impromptus Op. 90 (D. 899) and Op. 142 (D. 935) that constitute this re-release of the 1982 recording. Lupu has long been a champion of this composer's works, and one need only listen to the Impromptu in G flat major one of the loveliest compositions in the piano literature to be won over to his cause. He spins out its otherworldly melody with a delicacy of touch and attention to tone that have no parallel in the many recordings of this piece.“ (ArkivMusic)

Eine Kritik, der ich mich kommentarlos anschließe.

Gruß, Cosima

Pius

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4

Samstag, 8. Oktober 2005, 14:02

Hallo!

Ich höre die Impromptus von Schubert immer wieder gerne, selten aber im Zyklus, meist einzeln.
Ganz hervorragend finde ich das feine, subtile Spiel von Andras Schiff:



Mal überlegen... ein Lieblings-Impromptu... kann ich spontan gar nicht sagen, vielleicht Nr.1 aus D 935 oder Nr.2 aus D 946...

Viele Grüße,
Pius.

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5

Samstag, 8. Oktober 2005, 14:42

Zitat

Original von Maexl
ich habe von Brendel eine alte Platte (1969 VOX 3041)

Von den beiden Aufnahmen gefällt mir Brendel deutlich besser (trotz eines unüberhörbaren Lagerfeuers während des Abspielens). Grade das schwerste Impromptu Op 142 (D 935) No.4 nimmt er in einem relativ fixen Tempo. Perahia spielt sie, finde ich zu zurückhaltend. Seine Aufnahme, die technisch sicherlich brilliant ist lässt die dynamischen Unterschiede ein wenig vermissen.

Das Plattencover lässt sich leider nicht finden. Jedoch wurden sie wohl 1996 günstig auf CD veröffentlicht:


Diese VoxBox lohnt sich auf jeden Fall, wenn Ihr sie findet! (Brendel war oft besser auf diesen frühen Vox-Aufnahmen als später)
Schätze die Impromptus höher als die meisten Sonaten, mag sie alle sehr gern.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Robert Stuhr

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6

Sonntag, 9. Oktober 2005, 15:10

Schuberts Impromptus

Der erste Zyklus gefällt mir bislang besser als der zweite, vor allem D 899/3, welches in einem wunderschönen Film von Bertrand Blier vorkommt (Trop belle pour toi, kann ich wärmstens empfehlen).

Ich habe als GA:
Brendel auf Philips
Fischer auf Pearl
Kempff auf DG
Zimerman auf DG
Uchida auf Philips
Schnabel auf EMI

Dazu Rubinstein mit D 899/3 und 4, sowie Lipatti mit D 899/2 und 3.

Mich beeindruckt vor allem Lipatti, der die der beiden Stücke hervorragend interpretiert (obwohl der Klang der EMI-Box zu wünschen übrig läßt). Schnabel und Brendel habe ich schon länger nicht mehr gehört, ich kann daher nicht viel sagen. Wem nicht nur an einer guten Interpretation , sondern auch an moderner Klangtechnik liegt, ist mit Zimerman sehr gut bedient.
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
Zu füßen gottes, wenn
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Ulli

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7

Sonntag, 9. Oktober 2005, 15:14

RE: Schuberts Impromptus

Salut,

also ich glaube mittlerweile, dass mir der III. - nicht fertiggestellte - Zyklus noch am besten gefällt. Vielleicht, weil sie nicht so "abgelutscht" und eher unbekannt sind... auch etwas geheimnisvoller, wie ich finde.

Beste Grüße
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SMOB

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8

Dienstag, 29. November 2005, 20:46

Schubert Impromptu in G-Dur

Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,

ich baue auf eure Hilfe. Ich bin sehr begeistert vom Impromptu in G interpretiert von Dinu Lipatti :jubel:. In Sachen Schubert bin ich noch ein totaler Noob ?( und würde daher gerne wissen, ob ihr noch weitere Schnittmengen zwischen Schuberts Klavierwerk und großartigen Pianisten kennt, die meinem Geschmack entsprechen könnten.
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Caesar73

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9

Dienstag, 29. November 2005, 20:56

RE: Schubert Impromptu in G-Dur

Zitat

Original von SMOB
Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,

ich baue auf eure Hilfe. Ich bin sehr begeistert vom Impromptu in G interpretiert von Dinu Lipatti :jubel:. In Sachen Schubert bin ich noch ein totaler Noob ?( und würde daher gerne wissen, ob ihr noch weitere Schnittmengen zwischen Schubert's Klavierwerk und großartigen Pianisten kennt, die meinem Geschmack entsprechen könnten.


Lieber SMOB,

Deine Begeisterung für Lipatti kann ich sehr gut nachvollziehen- aber soweit ich weiß hat Lipatti sonst keine weitern Schubert Einspielungen gemacht.

Herzliche Grüße,

Christian
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SMOB

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10

Dienstag, 29. November 2005, 21:02

Ja, leider. Von Bach und Mozart hat er auch nur sehr sehr wenig eingespielt. Was würde ich für seine Goldbergvariationen geben oder die Kunst der Fuge :( :( :( :(. Den ersten Satz der a-moll Sonate von Mozart ist auch so gigantisch. Ich muss da immer mitsummen. Aber wahrscheinlich gibt es noch mehr gelungene Einspielungen von anderen Interpreten, die bestimmt Lipatti's Aufnahme nur wenig nachstehen, oder?
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Caesar73

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11

Dienstag, 29. November 2005, 21:08

Zitat von »'SMOB#«

Aber wahrscheinlich gibt es noch mehr gelungene Einspielungen von anderen Interpreten, die bestimmt Lipatti's Aufnahme nur wenig nachstehen, oder?

Mit Sicherheit, aber da können Dir unsere Schubertspezialisten sicher weiterhelfen. Probier´s doch mal mit Schiff oder Kempff.

Herzliche Grüße,

Christian
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SMOB

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12

Dienstag, 29. November 2005, 21:15

Schiffs Mozart und Bach finde ich eher langweilig. Aber vielleicht wird mir sein Schubert ja besser gefallen. Von Kempff kenn ich noch gar nichts :O
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Caesar73

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13

Dienstag, 29. November 2005, 21:16

Zitat von »SMOB«

Von Kempff kenn ich noch gar nichts :O

Was für eine Bildungslücke .....:baeh01: (Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint .....)


Herzliche Grüße,

Christian
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SMOB

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14

Dienstag, 29. November 2005, 21:19

Ist doch eigentlich schön. Also habe ich noch viel zu entdecken und kann also noch lange nicht sagen: Ich habe fertig. :D (So grammatikalisch falsch würde ich es aber sowieso erst mit 83 als Demenzkranker sagen/Aber ihr wisst ja was ich meine)
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Theophilus

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15

Dienstag, 29. November 2005, 21:58

Hi SMOB,

also bei Kempff kannst du ruhig auf Entdeckungsreise gehen. Das lohnt sich schon (sein Schubert ist aber mehr auf der hellen, romantischen Seite; ohne Wertung, nur zur Information).

Wenn du Schiff bei Mozart und Bach eher langweilig findest, wird sich das, wie ich fürchte, bei Schubert nicht viel ändern. Also zuerst hineinhören, dann erst kaufen!

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Ulli

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16

Dienstag, 29. November 2005, 21:58

RE: Schubert Impromptu in G-Dur

Zitat von »SMOB«

Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,

ich baue auf eure Hilfe. Ich bin sehr begeistert vom Impromptu in G interpretiert von Dinu Lipatti :jubel:.

Salut,

um Deine Begeisterung teilen zu können, interessiert mich, wo er das Impromptu ausgegraben hat? Handelt es sich um ein opus posthumus???

Gerne verweise ich auf diesen Thread hier:

--> Schubert, Franz: Impromptus

Liebe Grüße
Ulli
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SMOB

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17

Dienstag, 29. November 2005, 22:05

Ähm, wie peinlich. Lesen sollte man schon können :O. Ich meine das Ges-dur Impromptu D.899 No.3. Vielleicht sollte ich den Themennamen ändern. Danke Ulli. Schubert ist also nicht für mich aus dem Grab gestiegen :P.
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Ulli

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18

Dienstag, 29. November 2005, 22:19

Zitat von »SMOB«

Ähm, wie peinlich. Lesen sollte man schon können :O. Ich meine das Ges-dur Impromptu D.899 No.3. Vielleicht sollte ich den Themennamen ändern. Danke Ulli. Schubert ist also nicht für mich aus dem Grab gestiegen :P.

Salut,

ich hab mir schon selbst auf die Schultern geklopft, Danke. Mich wundert nur, dass es sonst niemand von den fleissigen Tipgebern bemerkt hat... :stumm:

Wobei ja gerade das Ges-Dur-Impromptu durchaus mal in G-Dur gespielt wird, weil es angeblich einfacher ist. Davon halte ich wenig.

Ich plädiere für ein Zusammenlegen der Threads, oder? [so flott geht das also...]
:hello:

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petemonova

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19

Dienstag, 29. November 2005, 22:24

Zitat

Original von Ulli
Ich plädiere für ein Zusammenlegen der Threads, oder?

Heute gehen Wünsche in Sekundenschnelle in Erfüllung.
Viel Freude beim Weiterdiskutieren.


:hello:
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

observator

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20

Donnerstag, 1. Dezember 2005, 13:25

RE: Schubert Impromptu in G-Dur

Zitat von »SMOB«

Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,

ich baue auf eure Hilfe und würde daher gerne wissen, ob ihr noch weitere Schnittmengen zwischen Schuberts Klavierwerk und großartigen Pianisten kennt, die meinem Geschmack entsprechen könnten.

das ist mir jetzt etwas zu allgemein. (schau mal in die anderen schubert-threads...)

aber was die d899er betrifft, rate ich sehr zu gulda (friedrich).

d946 haben mir unlängst von nikolaus lahusen ausgesprochen zugesagt (ich mag das zögern und innehalten...)

für d935 habe ich für mich noch keine überzeugende interpretation gefunden.

:hello: aus schuberttown
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Seb

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21

Dienstag, 6. Dezember 2005, 13:06

Hallo zusammen,

ich bin auch ein großer Fan der Schubert Impromptus und welch ein Zufall ich spiele sie sogar selbst, besonders haben es mir D935 Nr.1 und Nr.4. Vor allem das letzte dieses Zyklus ist ein wunderbares Stück, das riesige Freude bereitet, es ist auch das Stück welches ich als nächstes üben werde.
Ich besitze lediglich die Aufnahme mit Brendel der beiden Zyklen und den dritten Zyklus D946 auch mit ihm, herrliche Aufnahmen sehr differenziertes und leidenschaftliches Spiel, es macht wirklich Spaß ihm zuzuhören.
LG
Sebastian

SMOB

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22

Dienstag, 6. Dezember 2005, 14:27

@seb Dann weiß ich ja schon ein schönes Weihnachtsgeschenk...
Und es lässt ja auch hoffen, wenn du schreibst, dass es dir die NR. 1+4 so angetan haben, und ich 2+3 erst kenne, und diese schon (besonders Nr.2) so toll finde. :D

ps: Wie schwer sind die Impromtus eigentlich zu spielen?
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Maexl

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23

Dienstag, 6. Dezember 2005, 19:36

SMOB, du verunsicherst mich gerade ein wenig... das Ges-Dur Impromptus ist im ersten Zyklus und zwar No.3 (D899 - Opus finde ich bei Schubert häufig verwirrend)

Die bekanntesten sind denke ich mal D899 No. 3 und 4 - das berühmte As-Dur-Impromptus (mir gefällt ja besonders der Mittelteil) und D 935 No. 3 das Rosamunde-Impromptus... mir gefallen ja D899 No. 1 & 4 und D935 No. 3 (Variationen 3-5) & 4

Wirklich schwierig sind die Impromptus nicht (die ersten 2 Zyklen, die ich nur habe jedenfalls nicht). Meine Lieblinge sind ja jeweils No. 1 u. 4. Ein geübter Klavierspieler wird nicht lange daran üben brauchen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sie als Konzertliteratur für viele deutlich zu leicht ist... das stimmt nur zu einem gewissem Grad - so haben einige Pianisten ja bewiesen wie herrlich makellos man sie spielen kann.

@obsi für D 935 könnte ich für fans von recht flotten Tempi Brendels Vox-Aufnahme empfehlen.

Fans des Impromptus No. 4 D 935 sollten mal in das f-moll (No. 3 - es gibt 2 in f-moll) Moment Musicaux reinhören. Es ist auch das bekannteste Moment Musicaux - glaube ich.

Seb

Anfänger

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24

Dienstag, 6. Dezember 2005, 21:06

Stimm die f-moll moment musicaux sind wirklich sehr schön, es war ja ein sehr beliebtes Zugabenstück von Horowitz. Und schwer sind die Impromptus wirklich nicht besonders, man kann sie in einigen Wochen einüben.
LG
Sebastian

thdeck

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25

Donnerstag, 11. Januar 2007, 20:48

RE: Schubert, Franz: Impromptus

Hallo,

beim geplanten Kauf von Schuberts Impromptus und Moments Musicaux schwanke ich zwischen diesen beiden Aufnahmen:



Vorteil der Brendel-Aufnahme: Da habe ich alles zusammen.

Vorteil der Lupu-Aufnahme: Ich brauche endlich mal eine von ihm.

Beide scheinen gut zu sein.

Wenn ich Lupu nehme (nur Impromptus), wie komme ich dann an die Moments Musicaux?

Ich möchte, wenn's geht, nicht allzu viel doppelt haben, weil ich es eh nicht schaffe, meine bestehenden Aufnahmen auch nur innerhalb von 3 Jahren komplett zu hören. Die Schubert-Klaviersonaten habe ich bereits komplett (Kempff).

Was haltet ihr von den beiden CDs? Welche Kombination würdet ihr ansonsten empfehlen?


Thomas Deck

Robert Stuhr

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26

Donnerstag, 11. Januar 2007, 21:57

Thomas,

von der Decca gibt diese schöne Doppel-CD mit Andras Schiff



Eine gute Alternative zu Brendel (den ich auch habe). Lupu kenne ich nicht. Aber die Impromptu sind oft allein auf einer CD, zB von Uchida oder Zimerman. Die MM sind dagegen immer mit anderen Stücken gekoppelt, um die eine oder andere Doublette wirst Du da wohl nicht herumkommen.

Vorschlag:



oder





Diese hier kann ich übrigens auch empfehlen:

Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
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klaus

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27

Donnerstag, 11. Januar 2007, 22:11

Friedrich Gulda!!!!!!
"Play, man, play!" (M. Davis)
"We play energy!" (J. Coltrane)

Caesar73

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Registrierungsdatum: 22. März 2005

28

Donnerstag, 14. Februar 2008, 20:32

Auf die Gefahr hin jetzt von den Schubert-Kennern gesteinigt zu werden- ich muss etwas beichten: Die drei Klavierstücke D 946 waren mir bis dato völlig entgangen, ich war zunächst auch reichlich erstaunt, hier im Klavierforum noch keinen Thread dazu vorzufinden- bis ich bei den Impromptus fündig geworden bin.

Kennengelernt habe ich die Stücke eigentlich eher zufällig:

Auf einer Aufnahme mit D 960 spielt der leider zu früh verstorbene Nikolas Lahusen D 946 auf einem Hammerflügel von Walther Graf aus dem Jahr 1835:



Einige Tage später fiel mir dann Javier Perianes neue Aufnahme in die Hände. Hier ist D 946 mit den Impromptus D 899 kombiniert:



Welche Aufnahme mich mehr überzeugt hat? Bei Lahusen kommt das Abgründige und Schroffe mehr heraus- man hört die Nähe zu den letzten drei Sonaten. Das reizt mich im Augenblick mehr. Auf dem modernen Flügel wirken die Stücke allesamt glatter - auch wenn Perianes keineswegs nur auf´s Schönspielen bedacht ist.

Was mich an den drei Stücken so fasziniert? Vielleicht liegt es zum Teil daran; (Ulli hat das ja weiter oben erwähnt) Man kennt diese Stücke wohl einfach weniger, sie sind "unverbauchter" als die übrigen Impromptus?

Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
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Ulli

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29

Donnerstag, 14. Februar 2008, 20:41

Zitat

Original von Caesar73
(Ullui hat das ja weiter oben erwähnt)


Ullui hört sie in dieser Einspielung [wenn er sich nicht gerade selbst die Finger verbiegt]:



...und will nix andres mehr.

Mit dabei ist auch die "Reliquie" D 840 [2 Sätze]. Unbedingt Hörenswert!

:hello:

Ulli
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steppenhund

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30

Samstag, 16. Februar 2008, 20:50

Zitat von »Maexl«

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sie als Konzertliteratur für viele deutlich zu leicht ist... das stimmt nur zu einem gewissem Grad - so haben einige Pianisten ja bewiesen wie herrlich makellos man sie spielen kann.

Das ist ein gewisses Manko des Konzertbetriebes. Manche Zuhörer gehen in dem Bedürfnis, vor lauter "oh" und "ah" ob einer technischen Virtuosität auf den Hintern fallen zu können, in ein Konzert. Dem wird dann auch teilweise durch die Programmwahl Rechnung getragen.
Mit einer Liebe zur Musik hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Aber natürlich gefällt mir auch der chinesische Nationalzirkus.

Ich habe seit meinem 18. Lebensjahre nur ungefähr sechs Klavierstunden bekommen. Alle waren unbezahlt und quasi Freundschaftsdienste der entsprechenden Pianisten. In einer dieser sechs Stunden gingen 20 Minuten allein auf den ersten Akkord des g-moll Impromptus drauf. Es handelt sich da um leere Oktaven, links und rechts. Allein das Klangverhältnis der vier verschiedenen Töne richtig hinzubekommen, kann schon schwieriger sein als eine Seite Chopin-Etude. Die wirklich guten Pianisten stellen sich im Konzert auch auf die Klangverhältnisse und den Flügel ein. Dann beginnt der Flügel zu singen und die Künstler haben meine höchste Achtung.

Einfach runterspielen ist tatsächlich leicht.

Aber ich behaupte einmal: Schubert ist nirgendwo "leicht" zu spielen.


liebe Grüße, Hans
Eine Signatur, die ich 1990 verwendet habe:
"Better to create than to consume"

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