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Alfred_Schmidt

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1

Mittwoch, 4. Dezember 2013, 21:35

Warum wurde XY noch niemals im Forum erwähnt?

Eigentlich sollte die Frage ja lauten:
Warum hat XY noch keinen eigenen Thread im Tamino Klassikforum ?
aber die allgemeinere Formulierung ist vermutlich weniger geschraubt.

Kommen wir von den Details zu Kernfrage.
Ist solch ein Künstler, bzw Komponist "unterschätzt" oder "unbeliebt" bzw. "unbekannt"
Ich glaube "unbekannt" könnte es am ehesten treffen auch über bekannte Künstler UND Komponisten wird oft nicht geschrieben. Persönlich halte ich das für normal, weil vorzugsweise über jene geschrieben wird die

von denen es zahlreiche Aufnahmen gibt (oder hätte geben können)
die mit irgend einem Skandal im Privatleben aufwarten können
die andauernd von der PR eines Labels gepusht werden
die schon an die 100 sind
die mit Mozart gemeinsam einen Kaffee getrunken haben
die irgend ein Label entdeckt hat und von einer Fachzeitschrift gelobt wurden
die von allen Kritikern einheitlich verrissen wurden

etc etc,,

Viele gute Komponisten haben heute nicht mal den Weg ins Nischenrepertoire geschafft - oder sie haben es zu EINER CD gebracht.
Viele gute Interpreten wurden von den Plattenlabels - bewusst uder unbewusst übersehen.

DENNOCH: Immer wieder tauchen neue Namen im Forum auf - immer wieder gibt es neue Threads und neue Aufnahmen
Und das ist gut so . denn wäre schon alles geschrieben wäre das Forum tot.....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Sven Godenrath

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2

Donnerstag, 5. Dezember 2013, 00:06

Zitat von Alfred:
von denen es zahlreiche Aufnahmen gibt (oder hätte geben können)
die mit irgend einem Skandal im Privatleben aufwarten können
die andauern von der PR eines Labels gepusht werden

Die von Alfred hier aufgeführten Gründe sind für mich Gründe die dagegen sprechen, es sei denn ich bespreche eine besuchte Aufführung oder einen besuchten Soloabend / Liederabend, über diese Personen zu schreiben.
Warum etwas schreiben über zum Beispiel Maria Callas, Renata Tebaldi, Mario del Monaco, Franco Corelli, Yvonne Minton oder ähnliche.
Über die haben bereits Personen geschrieben die einen ähnlichen Erfahrungsschatz haben wie ich ( Jürgen Kesting, u. a. ) und über deren Produktionen wurde bereits alles gesagt.
Sie wurden in den Himmel gelobt oder verissen, oder irgendetwas dazwischen.
Es gibt nicht wirklich etwas neues zu berichten, im Grunde genommen ist alles gesagt und geschrieben worden.
O.K. ich gebe zu glückwünsche zum aktuellen Geburtstag tauchen dort natürlich nicht auf.
Hier wäre es nur noch von interesse etwas zu schreiben wenn diese Person leider das zeitliche gesegnet hat, so zu sagen eine angemessene rückblickende Würdigung auf ein hoffentlicht erfülltes künstlerisches Leben.
Ansonsten für ich und aus meinem Blickwinkel uninteressant hier noch etwas zu sagen, wo es nichts neues zu sagen gibt.
Irgentwie erinnert das Teilweise ein wenig an die Chartshow auf Sat 1.
Ein Hit einer prominenten Person wird kurz angespielt und sieben Personen für die sich eigentlich keiner wirklich interessiert geben ihren unqualifizierten Senf dazu ( z. B. ja bei diesem Titel haben mein aktuelle oder weniger aktuelle es zum ersten Mal in unserem alten Käfer.....hahaha...... mein Gott hat das geschunkelt und geschaukelt )

Alfred_Schmidt

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3

Donnerstag, 5. Dezember 2013, 21:49

Zitat

Ein Hit einer prominenten Person wird kurz angespielt und sieben Personen für die sich eigentlich keiner wirklich interessiert geben ihren unqualifizierten Senf dazu ( z. B. ja bei diesem Titel haben mein aktuelle oder weniger aktuelle es zum ersten Mal in unserem alten Käfer.....hahaha...... mein Gott hat das geschunkelt und geschaukelt

Hier irrst Du lieber Sven - Die Leute die solche Sendungen machen wissen ganz genau DASS das GUT beim Publikum ankommt.

Das gilt auch für die Klassikwelt. Mozarts skurille Lebensgeschichte und "mysteriöser" Tod haben seinen Nachruhm ebenso begünstigt, wie das verkitschte Bild des "Wolferl" Das hat natürlich mit seinen Kompositionen wenig bis nichts zu tun - Aber es bietet eine festen Boden für die Vermarktung.

Der im Titel genannte XY muss ja nicht unbedingt ein Interpret sein, genauso kann es ein Komponist sein.
Wir BRAUCHEN Themen über Persönlichkeiten, die etwas ausserhalb des allgemeinen Focus stehen. Interessanterweise regt sich dagegen ein lautloser aber umso rigider Widerstand. Es ist ja einzusehen, daß gewisse Komponisten des Nischenrepertoires vielen kein Begriff oder nur dem Namen nach bekannt sind. Aber statt das Angebot zu nutzen herrscht oft beharrliches Schweigen, etwas, das ich bei Banalthemen und Geburtstagswünschen nie in dieser ausgeprägten Form beobachten konnte :baeh01:

Dieser Thread ist auch ein "Ankündigungsthread" - soll also auch geplante Aktivitäten der Zukunft andeuten.
Wir haben heuer erstmals seit langem auch Kammermusik und Kammermusik der Moderne, englisches Repertoire zu Threads verarbeitet - und wenngleich die Resonanz nicht berauschend war - sie war da - und das ist immerhin schon etwas.

Über junge und auch längst verblichene Sänger wird ja schon seit geraumer verstärkt geschrieben - nach einer Pause in den Jahren 2009 und 2010. und ich möchte diesen Bereich noch vertiefen.

Was derzeit absolut fehlt sind Threads über die unbedankten Künstler, deren Namen und seit Jahren begleiten - nämlich durch Aufnahmen unbekannten Repertoires - denen aber - so glaube ich wenigstens - keine angemessene Würdigung in Form von eigenen Threads und Lob zuteil wird. Wir können hier kein Wunder vollbringen, aber ich möchte auf diesen Umstand hinweisen und versuchen hier wenigstens ansatzweise ein Umdenken herbeizuführen.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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4

Sonntag, 5. Januar 2014, 13:11

Nachdem ich im letzten Beitrag vorzugsweise Sven geantwortet habe, möchte ich wieder kurz das KERNTHEMA streifen, in Bezug auf die letzten Monate und auf das soeben beginnende Jahr 2014.
Auch wenn ich mich bemühe stets neues zu bringen, so ist es doch so, dass mein Geschmack geprägt ist - man kann gewisse Themen von mir erwarten - andere wiederum nicht. Der Bereich Orgelmusik wird mir immer fremd bleiben. Das bedeutet, dass Orgel in diesem Forum unterrepräsentiert ist - und so lange bleiben wird, bis sich einige Mitglieder dafür begeistern können. Dazu bedarf es einer "Lokomotive" - einer Person, die zu diesem Thema schreibt - auch wenn wenig oder gar keine Resonanz kommt. Wie soll das funktionieren? Es dauert MONATE bis sich VIELLEICHT (aber meistens doch) ein Erfolg einstellt. Ein oder zwei Mitleser, die sich von den Beiträgen angesprochen fühlen oder zu Widerspruch gereizt fühlen. Hier besteht dann die Möglichkeit, daß sich solch ein Mitleser
zu einer Registrierung veranlasst sieht.
Das ist aber eigentlich nur ein Nebenschauplatz - hier geht es ja um INTERPRETEN, die nicht beachtet werden.
Da gibt es die NEWCOMER. Meist eis Billiglohnländern angeworben - meist als "Spitzenklasse" oder "Ausnahmeinterpreten" teuer verkauft - ohne dass sich dem geneigten Leser darstellen würde worin denn das Besondere überhaupt bestünde.
Der Klassikliebhaber brauch oft Jahre bis er einen Interpreten anerkennt - und im Rahmen unserer schnelllebigen Zeit hat man den Künstler seitens der Tonträgerindustrie bereits aus den Katalogen genommen bevor man ihn seitens der Klassiksammler überhaupt wahrgenommen hat. Man merkt, dass in den Vorstandsetagen der Plattenkonzerne Leute das Sagen haben, die weder von Klassik noch dessen Publikum eine Ahnung haben.

Es gibt aber eine ganze Reihe anderer Interpreten. Wir alle, die Nischenrepertoire schätzen, hören ihre Aufnahmen. Da sind gute Pianisten, Cellisten und Violinvirtuosen dabei, gute Dirigenten und Sänger etc. Ihre Präsenz ist für uns selbstverständlich - aber - aus welchen Gründen immer (WARUM - darüber könnte man HIER in diesem Thread diskutieren) werden hier kaum Threads über sie gestartet - und WENN, dann führen sie ein Schattendasein - Dabei wäre es doch eine interessante Aufgabe gerade diese Leute etwas mehr in den Mittelpunkt zu stellen.
Dazu gibt es übrigens schon einen Thread:

Künstler, denen wir mehr Aufmerksamkeit schenken sollten... - Teil 1 : die Interpreten

In 15 Beiträgen hat man sich geeinigt dass der ursprüngliche Threadtitel ausgetauscht werden soll (ist inzwischen geschehen) - aber Substanzielles zum eigentlichen Thema habe ich eigentlich kaum gefunden.....

MEIN persönliches Ziel für 2014 wird sein unterschätze Interpreten in den Mittelpunkt von Threads zu stellen - komme da was wolle - oder was nicht wolle.
Es hat wenig Sinn Künstler in den Focus zu stellen wo es keine Tonträger gibt, aber wir können die Präsenz all jener im Forum steigern, deren Aufnahmen wir wie selbstverständlich konsumieren.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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5

Samstag, 19. Juli 2014, 13:43

Zitat

Ähnlich stark bedauere ich es, daß auch weniger bekannte Komponisten, die oft großes geleistet und uns sehr hörenswerte Werke hinterlassen haben, in diesem Forum etwas zu kurz kommen

Nun ja - ich bin bemüht so viele Lücken wie möglich zu schließen. Leider bleiben aber spezielle Threads eher sehr bescheiden - dagegen lässt sich nichts machen. Letztlich sind wir davon abhängig, dass von den "vergessenen" Komponisten wenigstens Aufnahmen existieren. Aber ich bin gerne bereit mich mit Vorschlägen auseinanderzusetzen, und Threads über noch nicht Genannte zu starten. Allerdings lässt sich nichts übers Knie brechen - Gut Ding braucht Weile.....

Im Tamino-Thread-Directory wurden innerhalb des letzten Jahres in 2 Tranchen zahlreiche Komponisten des Barock und der Moderne eingetragen.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Helmut Hofmann

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6

Samstag, 19. Juli 2014, 19:03

Zit.: "Ähnlich stark bedauere ich es, daß auch weniger bekannte Komponisten, die oft großes geleistet und uns sehr hörenswerte Werke hinterlassen haben, in diesem Forum etwas zu kurz kommen."

Wen auch immer Alfred Schmidt hier zitiert, - diesem sei auf dem Hintergrund einschlägiger eigener Erfahrungen gesagt:
Es erfordert sehr viel innere Überzeugung von der sachlichen Notwendigkeit und der Sinnhaftigkeit des Unterfangens, wenn man man ein musikalisches Werk oder einen Komponisten zum Gegenstand eines Threads macht, von denen man annehmen muss, dass sie bei den Mitgliedern des Forums - und überhaupt - einen geringen Bekanntheitsgrad aufzuweisen haben und/oder einfach nur wenig beliebt sind.

Man verzichtet, wenn man sich auf so etwas einlässt, auf die größte Freude, die das Forum zu bieten hat: Den Dialog mit dem oder den Anderen, der sich zu einem lebendigen und die Sache in vielerlei Weise erhellenden Diskurs ausweiten kann.
Dieser Verzicht macht das Unternehmen zu einem harten Brot: Man ist zum Monologisieren verdammt, arbeitet still und hart vor sich hin und "erntet", wenn es hoch kommt, für einen Beitrag, in den man viel Zeit und Aufwand an Werk-Analyse, Reflexion und sprachliche Umsetzung investiert hat, gerade mal drei bis vier "Zugriffe". Von Stellungnahmen aus dem Forum selbst kann man nur träumen, - und freut sich wie ein kleines Kind, wenn denn tatsächlich einmal(!) eine kommen sollte.
Übrigens: Es kann ziemlich frustrierend sein, beim täglichen Blick in das Forum zu erleben, wie andere, während man selbst mühsam an eben diesem "harten Brot" herumkaut und um Formulierungen ringt, mit locker-leichter Hand - und das das auch noch gleich mehrfach - sich zu Themen von allgemeinem Interesse äußern und dabei auf vielfältige Resonanz stoßen. Und einem selbst fehlt - aus eben diesen Gründen - die Zeit für die Teilnahme an diesem Diskurs.

Wer kann sich so etwas auf die Dauer antun?
Vor kurzem stand ich - leider muss ich von mir selbst reden - wieder einmal vor der Frage, ob ich einer Neigung folgen und mich dem Liedschaffen von Johannes Brahms zuwenden, oder vielmehr das von Arnold Schönberg zum Gegenstand eines eigenen Threads machen sollte. Ich habe mich zähneknirschend(!!) für Arnold Schönberg entschieden, - weil Brahms hier im Forum schon hinreichend threadmäßig repräsentiert ist, Schönberg aber nur ansatzweise und - aus meiner Sicht - unzulänglich.
Und nun sitze ich hier und plage mich mit Liedern herum, die - pardon! - saumäßig schwer analytisch zu erfassen und zu beschreiben sind, - und die überdies gar nicht so recht an mich herangehen wollen.
Ich träume klanglich schwelgend von Brahms und höre in meiner realen Welt mit analytischen Ohren und mit Noten und einem Blatt Papier vor mir und einem Kuli in der Hand Schönbergs Opus 1.
Und eigentlich habe ich gar keine Lust dazu, wenn ich daran denke, was aus dieser Mühe hier im Forum dermaleinst wird, - wenn ich meine diesbezüglichen Beiträge einstellen sollte (wovon ich noch meilenweit entfernt bin).
Dies dem von Alfred Schmidt zitierten Tamino-Mitglied zu gefälligen Kenntnisnahme.

Klaus 2

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7

Samstag, 19. Juli 2014, 23:44

Es gibt da noch einen anderen Aspekt. Man kann auch seinen ganz persönlichen Zugang zur Musik hier einbringen. Das interessiert dann auch nur ganz wenige. Mir scheint die Seele des Forums zu sein, dass Menschen, die wissen, dieses Wissen immer wieder in die Diskussion werfen - und damit torpedieren sie all die persönliche Begeisterungen.
@ Helmut: bis zu einem gewissen Grade musst du hier allein bleiben. Das ist schade! Ich weiß z.B., dass Du mich für Lieder begeistern könntest. Aber dieses Form möchte nicht persönlich werden. Und genau dieses wäre nötig. (Ich weiß, dass diese Diskussion hier schon ewig geführt wird).
Es geht hier nicht um Begeisterung oder Aufopferung, sondern um Wissensaustausch. Da bleibt persönliche Leidenschaft leider ziemlich außen vor.
Noch einmal: Ich bedaure das. Ich würde mich hier gern als Schüler von Helmut Hoffmann verstehen.
Tschö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

dr.pingel

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8

Sonntag, 20. Juli 2014, 10:17

Ich folge in meinem Leben sehr gerne dem "Pentagon-Prinzip", das dort für die vom Pentagon entwickelten Waffen gilt: "Fire and Forget!". Das gilt für vieles, das gilt auch für meine Beiträge hier. Dass Janacek, Cavalli und die Vokalpolyphonie nicht die großen Renner sind, wusste ich vorher. Aber wie wunderbar hat sich ergeben, dass in diesen threads so unglaublich gute, erhellende Beiträge zu finden sind, die mir dazu noch die Erweiterung meines Horizontes beschert haben. Ich schaue so gut wie nie auf die Zugriffe, ich freue mich über jede Antwort, bin aber nicht traurig, wenn das Thema versandet. Die alte Regel beim Chorsingen gilt also auch hier: bei einem Konzert schaue ich so gut wie nie ins Publikum und rechne nach, wer da ist, vor allem, wer nicht da ist, nein: ich singe erstmal für mich bzw. wir singen für uns, egal, wieviele Leute da sind. Dann kommt die Musik auch beim Publikum gut an: fire and forget!
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

Bertarido

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9

Sonntag, 20. Juli 2014, 11:36

Es erfordert sehr viel innere Überzeugung von der sachlichen Notwendigkeit und der Sinnhaftigkeit des Unterfangens, wenn man man ein musikalisches Werk oder einen Komponisten zum Gegenstand eines Threads macht, von denen man annehmen muss, dass sie bei den Mitgliedern des Forums - und überhaupt - einen geringen Bekanntheitsgrad aufzuweisen haben und/oder einfach nur wenig beliebt sind.

Lieber Helmut,

ich kann die beschriebene Frustration sehr gut nachvollziehen, denn natürlich ist der Sinn eines Forums der Austausch mit anderen, und wenn man sich viel Arbeit macht, wünscht man sich eine Resonanz zumindest in Form von Lesern, wenn schon keine Antworten kommen. Für mich kann ich nur sagen, dass die vielen Beiträge über unbekanntere Komponisten oder Werke gerade den Reiz des Tamino-Forums ausmachen, da sie ungemein zur Horizonterweiterung beitragen. Ich finde solche Threads viel interessanter als den zweihundertsten Beitrag zu einer speziellen Beethoven-Sonate und schaue fast immer hinein (womit nichts gegen die tiefgehenden Werk- und Interpretationsanalysen im Forum gesagt sein soll). Darauf etwas Substantielles zu antworten ist dann nicht so einfach, wenn man die beschriebenen Werke nicht kennt, aber wenn man sie dann einmal kennengelernt hat, wäre es natürlich schön, noch nachträglich etwas zu seinen Eindrücken zu schreiben.

Auf Deine Besprechung der Schönberg-Lieder freue ich mich schon. Ich kenne nur wenige davon, aber diese wenigen gefallen mir ausgesprochen gut. Ich verstehe ohnehin die mangelnde Wertschätzung von Arnold Schönberg in diesem Forum nicht, aber das ist ein anderes Thema.

Helmut Hofmann

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10

Sonntag, 20. Juli 2014, 18:02

Was den geplanten Thread zu den Liedern Arnold Schönbergs anbelangt, lieber Bertarido, so wird das mindestens noch ein Vierteljahr dauern. Ich starte einen Thread erst, wenn ich selbst die zur Besprechung vorgesehenen Lieder fertig analysiert und mich mit ihnen auseinandergesetzt habe.
Vorher muss ich mich aber nach Abschluss des Thuille-Threads noch dem Thema „Hugo Wolf und Eichendorff“ widmen, damit alle drei großen Lieder-Bände dieses Komponisten hier im Forum in Gestalt von Gesamtdarstellungen vorliegen.
Es mag ein wenig albern sein, weil nicht so recht internetforums-gemäß, aber ich habe diesbezüglich so eine Art Vollständigkeits-Bedürfnis.

Stimmenliebhaber

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11

Sonntag, 20. Juli 2014, 19:03

Es mag ein wenig albern sein, weil nicht so recht internetforums-gemäß, aber ich habe diesbezüglich so eine Art Vollständigkeits-Bedürfnis.

Es ist nicht albern, sondern es ehrt dich! :) :yes: :hello:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Alfred_Schmidt

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12

Sonntag, 20. Juli 2014, 19:42

Ich erwarte mir von einem Thread, den ich eröffne nicht generell eine hohe Beteiligung, vor allem dann nicht, wenn es ein Thread ist, der sich um einen "vergessenen Komponisten" oder einen Interpreten des Nischenrepertoires handelt. Ich geniesse aber auch Hörberichte über verschiedene Interpretationen ein und des selben Werkes. Wenn ich den Eindruck habe, daß ich einem Thema nicht fachlich gewachsen bin - dann beteilige ich mich (meist) nicht daran.
Ich finde übrigens nicht, daß fachlich fundierte Artikel die Freude an der Musik verderben sollten - wovor ich indes Angst habe, sind allzu persönliche Beiträge - die vom Thema Klassische Musik - ablenken und unser Form auf Facebook Niveau herabziehen, wo dann über "Gerechtigkeit in der Welt" und ähnliches geschrieben wird - Dinge, die in einem Forum über klassische Musik nichts verloren haben.
Zurück zum Thema:
Es ist mir ein erklärtes Anliegen, Tamino zu einem Pool des Wissens auch über kaum bekannte Komponisten, Dirigenten und Solisten der Vergangenheit und Gegenwart zu machen. Und natürlich wollen wir den Vorteil gegenüber beispielsweise einer Fachzeitschrift ausnützen, dass beispielsweise nicht nur EIN Rezensent sich zu einer Aufnahme äussert, sondern daß Platz für VERSCHIEDENE, sehr PERSÖNLICHE, aber fachlich fundierte Sichtweisen gegeben ist.
Allerdings hofft man im Hintergrund immer ein wenig auf Resonanz, und deshalb kann ich die Threadfrage (sie ist von mir lediglich zitiert worden - ist aber nicht von mir) folgendermaßen beantworten: Es gibt geplante Threads zu bestimmten Personen oder Themen, wo ich mir aber auf Grund der derzeit (nicht) existierenden Einspielungen zu wenig Antworten erwarte, und deshalb die Threaderöffnung auf unbestimmte Zeit verschiebe.
Inzwischen kommt eben das, was im Augenblick erfolgversprechend ist - auch wenn der erwartete Erfolg nicht immer eintreten mag.....

mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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13

Sonntag, 3. August 2014, 21:28

In Fortsetzung meines Beitrags Nr 12:
Die letzten Tage haben gezeigt, daß es doch ein gewisses Potential gibt, sich mit weniger bekannten Stimmen oder aber auch Newcomern von Dirigenten , sowie leicht in Vergessenheit geratenen Pianisten eingehender zu befassen. Etwas schwieriger scheint es, den Focus auf "Größen des Nischenrepertoires" zu lenken. Dennoch werde ich versuchen diesen steinigen Weg zu gehen. Eines ist aber sicher. Gestern Mittag werden einige bisher noch nicht genannte Namen im Tamino-Klassikforum zur Sprache gebracht, der eine früher, der andere später. Die Auswahl hängt natürlich auch von den vorhandenen Tondokumenten ab, sowie einigen Imponderabilien und auch der jeweiligen Zusammensetzung der "Crew" des Forums.

Mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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14

Donnerstag, 16. Juli 2015, 15:35

Ein knappes Jahr ist seit dem letzen Eintrag vergangen- und das Thema scheint an Aktualität verloren zu haben. Die Betonung liegt auf "scheint". Denn neulich schieb William BA im Kalliwode-Thread folgendes:

Zitat

Ein wenig befremdet es mich ja doch, dass er einen eigenen Thread hat, aber z. B. die von mir heute auch erinnerten Leo Delibes und Josef Metternich nicht.

Mich befremdet das überhaupt nicht. Das bedeutet lediglich, daß sich im Forum kein einzelnes Mitglied berufen gefühlt hat, diesen Personen einen Thread zu widmen.
In Einzelfällen mag es auch vorkommen, daß die Anzahl der vorhanden Aufnahmen nicht ausreichend ist, einen eigenen Thread über einen Komponisten oder Interpreten zu starten. In der Regel ist es aber oft mangelndes Interesse. Jeder, der über einen eigenen Thread - oder oder eine ganze Kaskade davon - verfügt ist entweder für eine Menge Leute interessant - oder aber er verfügt über einen "Fan", der einen oft relativen Eröffnungsbeitrag schreibt - wohl wissen, daß dies im schlimmsten Fall der einzige dieses Threads bleiben wird. Der Eröffnungsbeitrag sollte idealerweise den Werdegang des Komponisten oder Interpreten in kurzer Form schildern und Interesse bei den Mitlesern wecken. Ein Tonbeispielt - aber nicht aller verfügbaren Aufnahmen soll nach Möglichkeit verlinkt werden, denn andere Mitglieder sollen ja auch etwas zum Thread beitragen.
Wer solch einen Beitrag mit den besten Absichten startet, der muß sich indes bewusst sein, daß er auch gegen eine Mauer des Desinteresses stossen kann - eine gewisse Frustresistenz (habe mir das hart anerzogen - und auch im üblichen Leben Nutzen daraus gezogen)ist hier schon erforderlich.
All diese Eigenschaften weisen indes nur wenige Personen auf, und die haben natürlich auch "persönliche Präferenzen".
Bei aller Frustresistenz: Wenn jemand immer wieder neue Threads ohne Resonanz eröffnet, dann führt das meist zu verminderter Aktivität der entsprechenden Person. Ich will an dieser Stelle nur meine persönlichen Erfahrungen aus letzter Zeit schildern. Meine Threads über sinfonische Werke russischer Komponisten wurden kühl bis gar nicht aufgenommen, das führt nun nicht dazu, daß ich das Projekt aufgebe - aber es wird auf Minimum ausgebremst.
Bei den Sängerthreads habe ich ebenfalls eine unglückliche Hand bewiesen. Oper337 hat vorzugsweise über "Wiener Größen der Vergangenheit" geschrieben, Harald Kral führte die Rubrik in ähnlicher Form, allerdings mit Schwerpunkt "Opernstars aus Deutschland" - ebenfalls eher rückblickend fort. Ich selbst hatte vor mich "opfern" und die Rubrik kommissarisch weiterzuführen. Dazu hatte ich eine Liste angelegt, teils aus italienischen Stars der siebziger bis neunziger er jahre, teils aus Sängern, die auf Video-Aufzeichnungen von Aufführung kleinerer Opernhäuser und Festspielen mitwirkten, das Desinteresse war geradezu überwältigend. Glücklicherweise sind dann einige andere Opernfreunde in die Bresche gesprungen - und die Rubrik läuft auch ohne mein Zutun einigermaßen....

Der langen Rede kurzer Sinn ist, daß es ein Spiegel der jeweiligen Zusammensetzung des Forums ist, welchen Themen man besondere Bedeutung beimisst. Großartige Projekte wurden gestoppt, weil kein Interesse bestand, oder weil deren Initiatoren das Forum verliessen - oft aus nichtigen Gründen. Neue sind unerwartet aus dem Boden geschossen und prägen derzeit das Forum. Soviel heute zum Thema.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Hüb'

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15

Donnerstag, 16. Juli 2015, 16:07

Selbst ein Forum dieser Größe ist mit Blick auf viele Spezialthemen einfach zu klein. Das Erreichen der diesbezüglich erforderlichen kritischen Masse (grundsätzlich fraglich, ob im deutschsprachigen Raum überhaupt erreichbar?) ist vor dem Hintergrund des restriktiven Aufnahmeprozesses des Forums auch nicht so wahrscheinlich. Bei bestimmten Themen abseits des "klassischen Mainstreams" braucht es eben ausgesprochenes Glück, dass sich mehrere Taminos finden, die gleichzeitig beitragen wollen, können und auch im Moment der "Diskussionsbereitschaft" des jeweiligen Themenerstellers die Zeit zum Austausch finden (denn der kann, wenn ein Thread ein paar Wochen/Monate/Jahre ruht, durchaus zu anderen Themen "weitergezogen" sein).

Jedenfalls sollte man nicht unbedingt den Schluss ziehen, ein Thema sei uninteressant, nur weil im Moment der Erstellung keine Resonanz erfolgt - auch wenn eintretender Frust natürlich nachvollziehbar erscheint.

Grüße
Frank

Rheingold1876

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16

Freitag, 17. Juli 2015, 08:40

Der langen Rede kurzer Sinn ist, daß es ein Spiegel der jeweiligen Zusammensetzung des Forums ist, welchen Themen man besondere Bedeutung beimisst

Das sehe ich genau so. Im Moment ist ein starkes Interesse für Kammermusik und Nischenrepertoire zu beobachten. Das halte ich für gut, wenngleich das nicht meine Themen sind. Darum geht es nicht, ob jemanden etwas mehr oder weniger liegt. Ich lese dazu sehr gute Beiträge. Schließlich haben wir auch die Sommerpause. Ich habe die aktiven Mitglieder - also, die, die sich mehr oder weniger regelmäßig einbringen - nicht gezählt. Manchmal sind es erschreckend wenige. Das ermuntert nicht, eigene Beiträge zu verfassen. Wer will schon gegen eine Wand schreiben? Mich interessiert nicht so sehr, ob und wie viele mitlesen, die nicht zum Forum gehören. Wir sind ein Diskussionsforum und nicht ein Ableger von Wikipedia. Die Vorstellung, TAMINO könnte ein Hort des gespeicherten Wissen, ein Nachschlagewerk sein, halte ich für vermessen und in die falsche Richtung laufend. Da gibt es bessere Quellen.

Ich verstehe den Betreiber, dass er immer neue Threads eröffnet - in letzter Zeit hielt er sich auffallend zurück - um das Forum am laufen zu halten. Darin sehe ich nicht die Lösung. Man muss aber auch noch mitkommen. Warum nicht mal eine Ruhephase? Die russischen Themen fand ich sehr spannend und anregend. Einige Beiträge hatte ich mir auch zugetraut. Ich hatte mir sogar daraufhin etliche CDs zugelegt, vor allem von Borodin. Die wollen genau gehört werden. Dann waren diese Themen plötzlich wieder in den Tiefen des Forums verschwunden, von neuen überdeckt. Ich hatte einfach keine Lust, einige wieder hervorzukramen. Warum auch? Im Moment habe ich überhaupt wenig Lust, mich zu beteiligen.

Themen wie neulich über Wagner wirken auf mich anhaltend deprimierend. Für ein, zwei eigene Wortmeldungen bin ich - wie andere auch - sehr rüde von ganz unerwarteter Seite angegangen worden. Gut, das sollte weggesteckt werden können, denn ich bin grundsätzlich nicht nachtragend. Ich habe mich aber noch nicht davon erholt, wie vor allem mit einem Mitglied umgesprungen wurde. Das hat mich tief verunsichert, weil mancher von uns der nächste sein kann, wenn er sich nicht konform genug verhält. Ich beobachte an mir, dass ich bestimmte Dinge, die mich umtreiben, nicht äußere, weil ich mich vor Reaktionen fürchte. Das ist eine völlig unmögliche Haltung, die ich bisher nicht kannte an mir. Ich kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und mit Menschen fröhlich über Oper oder Sänger plaudern, die zwei Stunden vorher noch einen anderen am liebsten mit Worten gelyncht hätten. Es ist doch viel Gift in der Badewanne. Wir sind aus meiner Sicht und nach meinem Verständnis hier eben nicht die große Familie, die fest zusammen hält. Das hielte ich auch gar nicht für erstrebenswert. Sozialromantik liegt mir nicht.

Am Ende hänge ich doch an diesem Forum. Was also tun? Nur noch schreiben, was man gerade hört? Oder hübsche Sprüche eintragen? Oder weiteren Gedenktage aufspüren? Da ist viel Luft nach oben. Und das ist unverfänglich.

Man wird sehen.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Theophilus

Administrator

  • »Theophilus« ist männlich

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Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

17

Freitag, 17. Juli 2015, 14:26

Die Vorstellung, TAMINO könnte ein Hort des gespeicherten Wissen, ein Nachschlagewerk sein, halte ich für vermessen und in die falsche Richtung laufend. Da gibt es bessere Quellen.

Ganz und gar nicht. Es ist eine Frage der Initiative. Du wirst im deutschsprachigen Internet nichts finden, was sich mit unserem Oratorienführer vergleichen kann. Das könnte auch auf anderen Gebieten so sein...

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Alfred_Schmidt

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Beiträge: 18 453

Registrierungsdatum: 9. August 2004

18

Freitag, 17. Juli 2015, 15:01

Prinzipiell ist das Forum in der Tat wesentlich kompetenter als es viele seiner Mitglieder wahrnehmen. Es sind in der Tat immer nur einige die die Fahne hoch halten - und sie sind niemals ewig hier. Aber im Laufe von über einem Jahrzehnt ist hier eine Menge an geballtem Wissen zusammengekommen, das auf seine Art konkurrenzlos ist. Ich vergleiche Tamino gerne mit einem Musiklexikon - allerdings doch auf allgemein verständlichem Niveau. Wobei es einen weiteren Unterschied gibt: Tamino kann und darf es sich leisten SUBJEKTIV zu sein, wobei sogar einander widersprechende Meinungen zum Zug kommen können - Das kann Wikipedia nicht leisten. Zudem ist Wikipedia allem Anschein nach politisch (links?) orientiert - etwas, das bei einem Nachschlagewerk eigentlich unverzeihlich ist. Zudem scheint dort das Gel auszugehen , aber auch das Interesse an der Mitarbeit zu erlahmen. Wer will schon unbezahlte Artikel schreiben, wenn nicht mal der Name genannt wird und man persönlich anerkannt oder bewundert wird? Es ist nämlich so, daß immer öfter Beiträge über Komponisten, Interpreten etc entweder überhaupt nicht- oder nur ein englisch, aber auch russisch , französisch oder italienisch vorliegen.
Die - neutrale - Brockhaus Enzyklopädie ist gegen Tamino - auch wenn ich die belanglosen Beiträge mit 60% veranschlage und abziehe - allenfalls ein Notizbuch.
Über die rückläufige Quote bei Threaderöffnungen ist folgendes zu sagen: Nach 11 Jahren Aktivität am Netz sind viele Grundthemen in der Tat abgedeckt. Die möglichen Lösungsansätze wären, einerseits in seichtes Geplauder zu verfallen, was uns mehr Mitglieder brächte - aber was für welche - und andrerseits in Randbereiche vorzudringen, die nur wenige interessieren. Zweiteres grenzt einerseits die Gruppe der Interessenten ein und fordert vom Threadersteller einen höheren Aufwand bei der Recherche und Beschaffung von Tonbeispielen. Ein Teufelskreis der nur von wenigen durchbrochen werden kann. Was mich besonders beunruhigt ist, daß es scheint, dass die mangelnde Beteiligung nicht ausschliesslich auf mangelndes Interesse zurückzuführen ist, sondern mehrheitlich auf mangelndes Wissen generell.....

Im Gegensatz zu Mitschreibern hier im Forum finde ich es gar nicht als schlimm, wenn viele BEDEUTENDE Künstler und Komponisten noch nicht erwähnt wurden - das ist Stoff für die Zukunft - so an einer solchen überhaupt Interesse besteht.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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lutgra

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19

Freitag, 17. Juli 2015, 15:24

Zitat
Ein wenig befremdet es mich ja doch, dass er einen eigenen Thread hat, aber z. B. die von mir heute auch erinnerten Leo Delibes und Josef Metternich nicht.

Mich befremdet das überhaupt nicht. Das bedeutet lediglich, daß sich im Forum kein einzelnes Mitglied berufen gefühlt hat, diesen Personen einen Thread zu widmen.

Im Falle Josef Metternich stimmt es auch gar nicht. Rheingold hat kürzlich einen sehr lesenswerten Thread zu diesem Sänger eröffnet, der hat schon 10 Beiträge. Und die Opern und Ballette von Delibes sind auch in den entsprechenden Führern enthalten.

Alfred_Schmidt

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20

Freitag, 17. Juli 2015, 16:35

Das Fehlen eines Threads über Metternich wurde im Februar 2015 beanstandet, Rheingolds Thread stammt von April, dürfte also eine willkommene Reaktion auf diese Bemerkung sein. Aber es geht ja gar nicht um den konkreten Fall - es gibt zahlreiche Künstler, die hier "vergessen" wurden - ganz wie in der realen Welt. Andere erhielten indes einen Thread, der dann aber nicht gefüllt wurde. All das sind - aus meiner Sicht - Momentaufnahmen. sie sind nichts Endgültiges, denn jederzeit kann jemand zu uns stoßen, der die Begeisterung für einen bestimmten Komponisten oder Interpreten mitbringt und andere damit ansteckt....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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21

Donnerstag, 16. Februar 2017, 22:56

Ich nehme nach eineindhalb Jahren das Thema wieder auf, weil ich finde, daß es grade derzeit aktuell ist und einige Aussagen der Vergangenheit relativiert, bzw in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Bevor ich aber darauf näher eingehe, möchte ich ein Bermerkung voranstellen. Bei der Recherche und Bestandaufnahme, was denn in diesem Forum alles an Themen fehlt, fand ich erstaunlich viele. Und gerade das betrachte ich als Vorteil (und ich bin beileibe kein Zweckoptimist) weil es zeigt, daß das Forum noch wandlungs- und erweiterungsfähig ist. Soll heissen- die Themen gehen uns noch lange nicht aus. Und längst totgeschriebene Themen können - wenn man es geschickt macht . wiederbelebt oder durch ähnliche ersetzt werden, weil nämlich die Zeit sich verändert hat und somit auch der Zeitgeschmack. Dazu kommt, daß innerhalb eines Jahrzehnts sich das Mitgliederkollektiv doch ziemlich verändert hat. So werden wir auch für die nächsten Jahre mit neuem Stoff versorgt, und das obwohl der alte noch nicht mal voll "abgearbeitet " wurde....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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22

Freitag, 17. Februar 2017, 06:12


Es erfordert sehr viel innere Überzeugung von der sachlichen Notwendigkeit und der Sinnhaftigkeit des Unterfangens, wenn man man ein musikalisches Werk oder einen Komponisten zum Gegenstand eines Threads macht, von denen man annehmen muss, dass sie bei den Mitgliedern des Forums - und überhaupt - einen geringen Bekanntheitsgrad aufzuweisen haben und/oder einfach nur wenig beliebt sind.
Man verzichtet, wenn man sich auf so etwas einlässt, auf die größte Freude, die das Forum zu bieten hat: Den Dialog mit dem oder den Anderen, der sich zu einem lebendigen und die Sache in vielerlei Weise erhellenden Diskurs ausweiten kann.


Ich kenne das Gefühl auch, ein Vorstellungsthread ...bei mir aber dann meist weniger bekannte Werke von bekannten Komponisten...und die Reaktionen halten sich sehr in Grenzen. Wobei ich mir das aber dann von Anfang an nicht erhoffe/erwarte denn selbst wenn das Einige lesenswert finden, bieten sich solche Werkvorstellungen nicht sonderlich für eine Diskussion an (im Bestenfall über Interpretationen des Werkes, oftmals nicht mal das weil es bei weniger bekannten Werken auch meist keine zahlreichen Einspielungen gibt und dann auch noch zufällig gewisse Mitglieder im Besitz dieser sind) Andererseits liegt es ja auch meist in der Natur des Menschen dass er für selbst erschaffene...ich nenne sie mal ganz allgemein und banal "Dinge"...in die er einiges an Zeit investiert hat, letztendlich auch in irgendeiner Form Feedback bekommen möchte. Leserzahlen oder besser gesagt "Anzahl der Aufrufe" (wird das auch immer zu Ende gelesen?) sind es in diesem Fall sicher nicht denn letztendlich sagen sie nichts darüber aus was sich dann der jeweilige Leser dazu gedacht hat. Für mich ist nach wie vor die einzige Lösung eine optionale "lesenswert" bzw. "Danke"-Funktion einzubauen. Das ist für Lesende eine Sekundensache und der Beitragschreibende kann erahnen ob es sich lohnt noch weitere solcher Beiträge zu schreiben. Ich weiß, dass dir Alfred das nicht so gefällt aber ich denke trotzdem es hätte mehr Nutzen als Schaden fürs Forum, weil so wie es teilweise ist kann man manchmal das Gefühl bekommen dass das vielleicht nur eine private Schreibtherapie ist dessen Sinn und Zweck sich nicht dadurch erschließt irgendeine Resonanz zu bekommen...und schon 5 positive Leser-Beurteilungen sind allemal besser als evtl. gar keine Reaktion, wenn ein Anderer dann 10, 20 oder noch viel mehr bekommt stört mich das dann nicht...dann hat die andere Person wahrscheinlich auch ein Thema gewählt dass auf mehr Interesse stösst, da muss man ja nicht immer alles auf sich persönlich ziehen. Gut, es war ein Versuch...denn ich ahne schon dass ich damit nicht sonderlich erfolgreich sein werde. Doch ich frage mich...bin ich der Einzige hier der das als Bereicherung empfinden würde?
„Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

Bertarido

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23

Freitag, 17. Februar 2017, 10:29

Doch ich frage mich...bin ich der Einzige hier der das als Bereicherung empfinden würde?

Nein, ich habe eine solche Danke- (oder neudeutsch: Like-) Funktion auch schon mehrfach vorgeschlagen, und andere haben dies unterstützt. Genau aus den von Dir genannten Gründen. Es gab aber auch Gegenstimmen.

Alfred_Schmidt

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24

Freitag, 17. Februar 2017, 12:03

Angeblich hat ein Forum deswegen sogar seinen Betrieb eingestellt, weil nämlich, das liegt in der Natur der Sache , die "Banalthreads " wesenltich mehr "Likes" bekommen, als sorgsam ausgearbeitete Spezialbeiträge"
Ausnahmsweise waren meine Berater sich alle darin einige (und das kommt selten vor !!) auf dieses Feature zu verzichten. Es würde unter anderm dazu führen, daß (fast) nur mehr Themen gewehlt würden, die Anerkennung versprächen)

mfg aus Wien
Alfred

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25

Freitag, 17. Februar 2017, 12:16

Angeblich hat ein Forum deswegen sogar seinen Betrieb eingestellt, weil nämlich, das liegt in der Natur der Sache , die "Banalthreads " wesenltich mehr "Likes" bekommen, als sorgsam ausgearbeitete Spezialbeiträge"
Ausnahmsweise waren meine Berater sich alle darin einige (und das kommt selten vor !!) auf dieses Feature zu verzichten. Es würde unter anderm dazu führen, daß (fast) nur mehr Themen gewehlt würden, die Anerkennung versprächen)

mfg aus Wien
Alfred

Das glaube ich nicht, denn die gleichen Argumente könnte man jetzt schon im Hinblick auf Antworten bzw. Beteiligungen an neuen Themen geltend machen. Auch jetzt ist es so, dass "Banalthemen" wie Rankings o.ä. erheblich mehr Resonanz erfahren als fundierte Spezialbeiträge. Trotzdem gibt es letztere noch. Und ich finde, dass ein paar "Danke" immer noch motivierender sind als gar keine Reaktion.

Alfred_Schmidt

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26

Freitag, 17. Februar 2017, 12:25

Aber irgendwie sind wie wieder einmal vom eigentlichen Thema abgekommen. Ich versuche anzuknüpfen:
Ich finde es geradezu forenerhaltend, daß zahlreiche Interpreten (noch) nicht genannt wurden und ständig neue nachstämen. Bei den etablierten und verflossenen besteht die Gefahr, da0 sie vergessen werden oder schon wurden. Bei den aufstrebenden Bachwuchskünstlern, aber auch bereits etabkierten, die aber - aus welchen Gründen immer , nicht über einen Schallplattenvertrag verfügen ist die Gafahr, von der internationalen Klassikszene gar nicht erst wahrgenommen zu werden doch sehr groß. Es wird in naher Zukunft zahlreiche neue Threads geben, aber auch die alten .sodies möglich ist . werden gesucht, hervorgeholt und auf den letztn Stand gebracht, Wo dies nicht möglich ist, wird ein Neustart gewisser Themen angedacht....

Mit freundlichen GRüßen aus Wien
Alfred

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