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Bachiania

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271

Samstag, 13. Dezember 2014, 10:17

Eiderdaus, der kann es aber, der Telemann ! 20 Fugen in 23 Minuten das ist besser als die "sieben auf einen Streich" des tapferen Schneiderleins ! Und noch dazu so gut gearbeitet ! Manche dieser Fugen bringen es in ihrer ganzen Kürze nach der Exposition sogar noch auf weitere zwei Durchführungen des Themas ! Mit Zwischenspielen wie ihre großen Brüder von Bach ! Hat vielleicht Telemann als Gartenliebhaber sich ein Vorbild am Japanischen Bonsais genommen?

Im übrigen, lieber Michael, bitte höre niemals auf nach weiteren Fugen zu suchen, denn ich freue mich auf jede neue Anregung von dir !

Herzliche Grüße
Bachiania
Man sagt, wenn die Engel für Gott spielen, so spielen sie Bach, füreinander aber spielen sie Mozart.
(Sir Isaiah Berlin)

m-mueller

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272

Samstag, 13. Dezember 2014, 22:29

Liebe Bachiana,

vielen Dank für die Ermunterung - ich werde weiterhin Fugen jagen!

m-mueller

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273

Sonntag, 14. Dezember 2014, 13:52

Allerdings, liebe Bachiana, könntest Du ja vielleicht auch mal ein Fügelchen oder zwei hier vorstellen?

Bachiania

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274

Montag, 15. Dezember 2014, 16:14

Allerdings, liebe Bachiana, könntest Du ja vielleicht auch mal ein Fügelchen oder zwei hier vorstellen?


Mit dem größten Vergnügen, Michael ! Ich habe ständig Fugen im Kopf, die ich gerne hier vorstellen würde. Und ich habe sogar im Kopf, was ich gerne darüber sagen würde. Doch wie du weißt, bin ich ein Perfektionist und schreibe nur etwas, wenn ich es mir wirklich gründlich angesehen habe. Ich habe vor einigen Tagen einen längeren Beitrag über eine Zelenka Messe gepostet (auch mit interessanten Fugen darin), welcher glatt ein paar Wochen gedauert hat, da ich immer nur sehr kurz jeden Tag daran arbeiten konnte. Aber ich habe es im Kopf und vielleicht kann ich ja ein wenig von meinem hohen Anspruch herabsteigen und mich trauen, mal etwas zu schreiben, ohne es vorher durch den Magnetresonator geschickt zu haben ;)

Liebe Grüße
Bachiania
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Gombert

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275

Dienstag, 16. Dezember 2014, 11:46

Bereits von JR kurz im Favoritenthread genannt, soll an dieser Stelle noch einmal auf Bartoks "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta" aufmerksam gemacht und mit v.a. mit einer der Mrawinsky-Aufnahmen verlinkt werden.

Der erste Satz wird von der eigentümlichen Variante einer Zwölftonfuge geprägt. Das Thema umfasst beim ersten Auftreten 6, beim zweiten weitere 6 chromatische Töne, so dass schliesslich sämtliche Stufen der chromatischen Tonleiter erklungen sind. Es wird lehrbuchmässig durchgeführt, umgekehrt, gespiegelt und erscheint zum Abschluss in der Coda in einer Variante der Umkehrung.

Ausgehaucht hat das Fugenthema sein Leben damit noch nicht. In der Durchführung des zweiten Satzes taucht es als variierte Form wieder auf, im rhythmisch geprägten dritten Satz in Form einzelner Fragmente. Am Ende des finalen Satzes erklingt das Fugenthema noch einmal, statt in chromatischer nunmehr in diatonischer Form.





Nicht vergessen sei die effektvolle Coda des "Konzerts für Orchester". Bartok schreibt hier zwar keine Fuge im engeren Sinne, doch ein Fugato über das Anfangsthema.


Gombert

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276

Dienstag, 16. Dezember 2014, 12:09

Tonikaparallele :yes:

Bei Bruhns grossem e-Moll-Präludium sagt mir der Klang der Müllerorgel mehr zu. Werden die einzelnen Abschnitte dieses Werks sehr different registriert, wirkt es zu episodisch.

Gombert

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277

Dienstag, 16. Dezember 2014, 13:03

Gleich noch ein weiteres Orchesterwerk, relativ zeitnah entstanden, doch wesentlich verschieden vom eben aufgeführten Bartok.

Auf den ersten Blick eher zerklüftet mag die konzertante Toccata, der zweite und letzte Satz der 6.Sinfonie K.A. Hartmanns, wirken, doch auch hier ist das Thema ein Fuge, die zudem zweimal in Form einer jeweils eigenständigen Fuge variiert wird. Die Exposition dieser ersten Fuge wird zunächst von den Streichern gespielt, später tritt vor allem das Schlagzeug (inkl. Klavier...) hinzu. Mit der anschliessenden Fuge folgen die Bläser. Das ganze Orchester kommt in der finalen und dritten Fuge zum Einsatz.




Gombert

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278

Montag, 22. Dezember 2014, 20:03

Toccata ab 13:40

m-mueller

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279

Montag, 22. Dezember 2014, 23:35

Hallo Gombert,

könnte es sein, daß Du den Link nicht mitgepostet hast?

Gombert

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280

Dienstag, 23. Dezember 2014, 00:37

Könnte natürlich sein, ist aber nicht so.
Die Zeitangabe bezog sich ganz banal auf das Video im unmittelbar voranstehenden Beitrag (= 277).
Sollte Dir eine weitere Toccata über den Weg laufen, auf welche die Angabe zufälligerweise ebenfalls zuträfe - do not hesitate! ;)

Gombert

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281

Donnerstag, 25. Dezember 2014, 11:48


Erwin Schulhoff,
Variationen und Fugato über ein eigenes dorisches Thema, Op. 10

(gespielt von der zu wenig bekannten Caroline Weichert)

Fugato ab 17:50




Gombert

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282

Sonntag, 28. Dezember 2014, 01:34

Noch einmal zu einem Favoriten des Threadinitiators.
Einen markanten Moment in der Entwicklung der spätbarocken Fugenform bilden jene Sätze aus Albinonis op. 2 ab, deren Fugendurchführungen als Ritornelle gestaltet sind, zu denen sich "nichtthematische" Episoden gesellen. Bemerkenswert ist etwa der Finalsatz der C-Dur-Sonate (ab 7:40):




Nicht verwunderlich, dass Bach mehrere Fugen über Themen Albinonis verfasste, deren schönste BWV 950 sein mag.




Das dortige Thema entstammt den Triosonaten op. 1 (die selbst vorzügliche fugierte Passagen enthalten).


m-mueller

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283

Dienstag, 30. Dezember 2014, 00:52

Lieber Gombert,

mit Deinem ersten Link hast Du eindrucksvoll dargestellt, warum Albinoni entgegen eigener Einschätzung (er selbst bezeichnete sich als Amateur - dilettante) einer der wesentlichen Komponisten im Barock ist.

Von den von Albinoni beeinflußten Werken Bachs (im Wesentlichen BWV 946, BWV 950, and BWV 951) hast Du eine sinnvolle Auswahl getroffen.

m-mueller

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284

Mittwoch, 7. Januar 2015, 17:47

Als nächstes möchte ich eine Fuge verlinken, die es ordentlich krachen läßt - meist kommen Fugen ja eher betulich daher (außer bei Bach, wo es viele schnelle Fugen für das Klavier gibt, WTK, Goldberg etc.), diese ist aber ist sowohl schnell als auch transparent - und auch sehr gut gespielt.

Siegfried Stöckigt spielt Fuge VI B-Dur aus op. 35, Mendelssohn-Bartholdy

, ab 43:05



Auch der Klang der Aufnahme ist interessant - das Piano klingt, wobei das natürlich nach Transformation in ein mp3-Format an sich Unsinn sein sollte - weicher (ursprünglich analoge Aufnahme) als Pianos auf CDs. Liegt vielleicht aber auch am Piano. Jedenfalls finde ich den Klang ausgezeichnet (abgesehen mal von etwas viel Hall).

Gombert

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285

Mittwoch, 7. Januar 2015, 17:58

Ich muss zugeben, beim Blindtest hätte ich das von Dir eingestellte Werk vermutlich nicht als eines von Mendelssohn identifiziert.

Hier wäre die Chance etwas höher ;) :

http://youtu.be/i5RwReXly4c

m-mueller

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286

Mittwoch, 7. Januar 2015, 18:33

Muchas gracias.

Kommt davon, wenn man in mehreren Threads gleichzeitig postet....

ich hab´s jetzt auch selbst korrigiert.

m-mueller

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287

Freitag, 16. Januar 2015, 01:05

mal was Modernes:

Andrea Maria Ottavini - Prelude and fugue on themes from "Final Fantasy"

(na-ja-Fuge ab 3:15)

zweiterbass

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288

Dienstag, 20. Januar 2015, 17:28

Ein erster Scheineinsatz, vielleicht eher eine Beinahe-Engführung, erfolgt in Takt 25
Hallo Gombert,
meinst Du den Einsatz links mit Takt 1 und zugleich den Einsatz rechts mit Takt 2?

vermag Bach auf eine subtilere Weise die beinahe kinetische Energie aufzubauen,

Ich meine, das liegt daran, das Pedal hat - bis auf 3 Takte - keine 16-tel-Noten - und links und rechts Unterstimme gibt es immer wieder 1/4- oder 1/8-Pausen, sodass zu den 16-tel Läufen der Eindruck wie "aufholen" entsteht.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Bachiania

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289

Donnerstag, 29. Januar 2015, 15:37

Einer meiner Lieblinge, Jan Dismas Zelenka, schrieb mehrere instrumentale Capricci. Diese sind wunderbar abwechslungsreiche barocke Werke mit sehr eigenwilliger und charakteristischer Tonsprache.

Bemerkenswert ist das Capriccio Nr. 1 in D-Dur für unser Thema hier, da dessen langer erster Satz aus Adagio und Allegro besteht. Besetzt ist das Werk mit zwei Hörnern, zwei Oboen, Streichern und B.c.
Das Allegro dieses Satzes ist eine Fuge mit einem für die Hörner halsbrecherischen Thema. Dieses wird recht strikt verarbeitet, es gibt sogar eine Engführung in mehrerrn Stimmen. Auch chromatische Gänge baut Zelenka ein. Ferner ist interessant, dass diese Fuge sehr stark kontrapunktisch durchgearbeitet und gegliedert ist, was ja bei vergleichbaren Fugen aus barocker "Unterhaltungsmusik" oftmals nicht der Fall ist. Das Thema im Unisono des ganzen Ensembles beschließt den Satz, eine Angewohnheit Zelenkas, die durchaus nicht nur ästhetische Motive haben muss, sondern möglicherweise auch auf seinen religiösen Hintergrund verweist.

Am Gipfel der Virtuosität jagt Zelenka das (Natur!!! -) Horn in Sechzehnteln in Regionen, die kaum ein Hornist freiwillig betritt.

Im folgenden Video beginnt die Fuge bei 02:45, die besonders hohe Hornpassage hört man bei ca 04:06 und bei 04:20 kann man die Engführungen verfolgen:



Der Kommentar zu diesem youtube Video sagt:

Zitat

The Horn part on the whole is rather short, but is perhaps THE hardest, most insane Horn part ever (only the Capriccio in A is harder). I figure either Zelenka hated, or loved the Dresden Horn players. Eat your heart out Strauss.


Viel Vergnügen!
Bachiania
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m-mueller

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290

Donnerstag, 29. Januar 2015, 16:58

Liebe Bachiana,

ein prächtiges Stück mit einer sehr schönen Fuge! Danke! Zelenka ist wohl einer der Komponisten, dem ich bisher zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet habe.

zweiterbass

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Dienstag, 10. Februar 2015, 15:53

Hallo,

besser spät als gar nicht – Nachtrag zu Ravels 3-stimmiger Fuge in e-Moll, Beitrag Nr.220 und 225

Zur Übersichtlichkeit stelle ich den YouTube-Link erneut ein, auf den sich die Takt- und Laufzeitangaben beziehen. https://www.youtube.com/watch?v=15UuB4sP…478EF1BD6184CF6

0:01 – 0:08 /1-2/ Fugenthema rechts Oberstimme beginnt in a‘‘
0:09 – 0:16 /3-5/ Fugenthema rechts Unterstimme beginnt in e‘‘
0:17 – 0:23 /5-6/ Fugenthema links beginnt in a‘
O:37 – 0:43 /11-12/ Fugenthema rechts Oberstimme beginnt in e‘‘
0:50 - 0:56 /15-16/ Fugenthema rechts Oberstimme beginnt in c‘‘
0:57 – 1:03 /17-18/ Fugenthema links beginnt in g‘
1:14 – 1:20 /22-23/ Fugenthema gespiegelt rechts Unterstimme beginnt in a‘
1:21 – 1:26 /24-25/ Fugenthema gespiegelt rechts Oberstimme beginnt in d‘‘
2:02 – 2:07 /35-36/ Fugenthema rechts Oberstimme beginnt in a‘‘
2:15 – 2:20 /39-40/ Fugenthema gespiegelt links beginnt in h
2:16 – 2:21 /39-40/ Fugenthema gespiegelt rechts Oberstimme beginnt in d‘‘
2:31 – 2:37 /44-45/ Fugenthema rechts Oberstimme beginnt in c‘
und um 2/8 später Fugenthema gespiegelt rechts Unterstimme beginnt in a‘
2:45 – 2:51 /48-49/ Fugenthema rechts Oberstimme beginnt in e‘‘
und um 1/8 später Fugenthema gespiegelt rechts Unterstimme beginnt in g‘
/50-53/ wird das leicht erweiterte Fugenthema rechts Oberstimme und das ebenso leicht erweiterte und gespiegelte Fugenthema links mit 2/8 versetzt verarbeitet
3:21 – 3:28 /58-59/ Fugenthema rechts Oberstimme beginnt in a‘‘
und um 2/8 später Fugenthema links beginnt in a‘
Die Fuge endet bei /61/ mit einem 3-stimmigen Fermaten-Akkord.

Bis 0:23 erfolgen die Einsätze nach Intervall und zeitlich exakt den strengen Regeln. Allgemein werden Teile des Themas häufig in der Verarbeitung verwendet. Rhythmisch fällt auf, dass rechts Ober- und Unterstimme häufig um 1/8-Pause versetzt sind, sodass ein sehr aufgelockerter Gehöreindruck entsteht; besonders deutlich wird dies bei /39-40/, /44-45/, /48-49/ und /58-59/. Auch die Harmonik – mit vielen überraschenden Wendungen - ist an dem leicht dahinfließenden Gehöreindruck beteiligt.
Eine Fuge, die auch ohne Versuch einer Analyse, mir viel Hörfreude bereitet.

Viele Grüße
zweiterbass
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m-mueller

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292

Samstag, 7. März 2015, 23:16

Eine großartige Fuge aus Händels "The ways of Zion do mourn"

, ab 11:50

Bachiania

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293

Mittwoch, 11. März 2015, 11:41

Diese Fuge von Händel ist wirklich schön. Sie ist sehr dicht gearbeitet. Ohne nun Noten zur Verfügung zu haben, würde ich sagen, dass Händel erst im Verlauf der Fuge einen obligaten Kontrapunkt einführt, der sich schließlich am Ende sogar verselbständigt. Es könnte auch sein, dass es sich in Wahrheit um eine Doppelfuge handelt, die immerhin nur etwa zweieinhalb Minuten dauert. (Übrigens als kleine Korrektur: Die Fuge beginnt bei 11:10).
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m-mueller

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294

Donnerstag, 12. März 2015, 00:57

Liebe Bachiana,

Du hast natürlich Recht, die Fuge beginnt bei 11:10 min.

Bleiben wir bei Händel:

Irgendwas + Fuge in d-moll ruft nun üblicherweise die BWV 545-Fans auf den Plan - aber darum geht es hier nicht: es ist nicht "Toccata und Fuge", sondern "Präludium und Fuge", zwar d-moll, aber nicht von Bach, sondern von Händel.

Eine nette, aber doch im wesentlichen recht anspruchslose Fuge, allerdings in d-moll:

, Fuge ab 2:22

Gombert

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295

Donnerstag, 12. März 2015, 02:04

Zitat

Irgendwas + Fuge in d-moll ruft nun üblicherweise die BWV 545-Fans auf den Plan


Unwahrscheinlich: einerseits dürfte BWV 545 kaum eine riesige Gefolgschaft von Fans und Groupies hinter sich herziehen, andererseits steht das Werk in C-Dur.


Daher besteht nun die Notwendigkeit, an dieser Stelle noch Händels C-Dur-Fughetta nachzuschieben, ebenfalls weniger bekannt als die epidemische Toccata und Fuge in d :baeh01: .



  • »Johannes Roehl« ist männlich

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296

Donnerstag, 12. März 2015, 10:16

Das arrangierte Händel-Stück ist eigentlich aus der 3. Cembalosuite der 1720-Sammlung, wenn ich mich nicht irre. Insofern eher mit einem Stück wie der "Sinfonia" in Bachs c-moll-Partita zu vergleichen als mit einem Orgelstück.

Gombert

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297

Donnerstag, 12. März 2015, 14:33

Da es sich bei BWV 565, dem ungenannten Ausgangspunkt unseres Diskurses, laut einer These um ein Arrangement eines Stückes für Violine handeln soll (es existieren sogar Aufnahmen des "rekonstruierten Originals"), darf die "Fughetta" an dieser Stelle als Referenz an beide Bachwerke betrachtet werden


[Auch wenn sich BWV 565 über Strecken "unbachisch anfühlt", scheint es unter Abwägung aller vorgetragenen Argumente doch nicht unwahrscheinlich, dass es sich um ein Originalwerk eben dieses Komponisten handeln dürfte. Gleichwohl ist die Fuge nicht so stark wie ihr Äquivalent aus 545]

m-mueller

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298

Donnerstag, 12. März 2015, 23:50

püüüüh, ich sollte nicht nach Mitternacht posten...

Bachiania

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299

Freitag, 13. März 2015, 07:05

Eine nette, aber doch im wesentlichen recht anspruchslose Fuge, allerdings in d-moll:

, Fuge ab 2:22


Das arrangierte Händel-Stück ist eigentlich aus der 3. Cembalosuite der 1720-Sammlung, wenn ich mich nicht irre. Insofern eher mit einem Stück wie der "Sinfonia" in Bachs c-moll-Partita zu vergleichen als mit einem Orgelstück.


Lieber Johannes und natürlich alle Fugen Freunde,

An diesem Rätsel habe mir beinahe meine (geistigen) Zähne ausgebissen :D . Diese Fuge in dem Bläser-Arrangement habe ich nach einigem Suchen angefunden: sie stammt tatsächlich aus einer Cembalosuite Händels, allerdings derjenigen in fis-moll.

Doch der dazugehörige langsame Satz, der als Replik in dieser Bläserfassung am Ende nach der Fuge nochmals auftaucht, ist in keiner der Cembalosuiten zu finden. Doch: ich kenne den Satz. Ich strengte mich wirklich sehr an, konnte ihn in meiner Erinnerung jedoch nicht zuordnen. X( 8| ?( :| Ich glaube nur im Ohr zu haben, dass es sich um ein Orchesterwerk handelt (dies muss natürlich ebenso wenig stimmen, wie man sich zuweilen ganz sicher ist, dass ein gesuchtes Wort mit F beginnt, und es ist in Wirklichkeit ein M ;)).

Also: wer kann helfen, den langsamen Satz in gegenständlicher Aufnahme zu identifizieren :?: :?: :?:

püüüüh, ich sollte nicht nach Mitternacht posten...

Wenigstens bin ich hier nicht die einzige, die ein wenig Schwierigkeiten mit Zahlen hat. Vermutlich färbt das ab .... :P
Man sagt, wenn die Engel für Gott spielen, so spielen sie Bach, füreinander aber spielen sie Mozart.
(Sir Isaiah Berlin)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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300

Freitag, 13. März 2015, 10:28

ah, da hätte ich nochmal nachhören müssen. Gibt es in der fis-moll-Suite nicht auch ein langsames Stück vor der Fuge? (Meine bevorzugten Fugen in diesen Stücken sind wohl die e-moll (4) und f-moll (8), wurden vermutlich oben schonmal verlinkt.)
Ansonsten kommt mir das Stück jedenfalls auch bekannt vor. Wenn es aus keiner der Cembalosuiten stammt, kann es aus einem Konzert (zB d-moll aus op.3 oder eines aus op.6 sein) oder, und dann wird es weit schwieriger zu finden, ein Anfang einer Ouverture, wovon es natürlich trotz Wiederverwendungen, ziemlich viele in all den Opern, Oratorien usw. gibt. (Die zu Messiah hätte ich aber hoffentlich erkannt...)

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