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Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

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61

Montag, 10. September 2018, 19:04

dass Du, lieber Caruso, es uns so lebendig schildern wirst

Lieber Operus!
......das verstehe ich nicht so recht! Vermutlich ist da der Holzwurm dazwischen gekommen.
Vielleicht aber hast Du einfach nur nicht zurück gescrollt.
Ich habe eigentlich den Eindruck, dass ich doch recht ausführlich berichtet hatte.

Schau mal insbesondere

# Beitrag 37 Ring-Inszenierung in Minden
# Beitrag 42 Ring-Inszenierung in Minden

Rheingold und Stimmenliebhaber haben Berichte von Bekannten zitiert, in denen das Außergewöhnliche der Aufführung gewürdigt wird.
Amfortas hat die Aufführung auch erlebt und meinem positiven Bericht ausdrücklich bestätigt.

Beste Grüße!
Und pass auf den Holzwurm auf!

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Amfortas08

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  • »Amfortas08« ist männlich

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62

Montag, 10. September 2018, 19:18

Noch kleine Infos zur Mindner Götterhämmerung und dem Dirigenten:

Der fürs Bühnenbild und Kostüme verantwortliche Frank Philipp Schlößmann war auch am Bühnenbild des Bayreuther Tristans unter Thielemann/K. Wagner beteiligt:
www.youtube.com/watch?v=_wpR_SwEbBo

Unter der ML Frank Beermanns gibt es die erste komplette Einspielung der Pfitznerschen Rose.
(Die Premiere in Chemnitz leitete damals Domonkos Héja, als Ersatz für den erkranken Frank Beermann)

und HAZ-Feedback zur Götterhämmerung:
http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Wag…erung-in-Minden
wobei ich bei Stefan Arndt (HAZ) den Hinweis vermisse, wie außerordentlich farbig auch das Orchester rüberkam.

Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

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63

Dienstag, 11. September 2018, 09:31

Lieber Amfortas!
Leider kann man die HAZ-Rezension nur lesen, wenn man sich anmeldet und zahlt.
ES werden vermutlich noch andere Rezensionen erscheinen. Ich habe etliche Kritiker in der Aufführung getroffen.

Zum Beispiel

https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/po…minden_wdr5.mp3

http://dieterdavidscholz.de/Musiktheater…n%20minden.html

https://onlinemerker.com/minden-stadtthe…erung-premiere/

Beste Grüße

Caruso41
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Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

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64

Freitag, 14. September 2018, 10:47

Gestern war ich noch mal in Minden und habe mir noch mal die GÖTTERDÄMMERUNG gegönnt.

Die Intensität der Aufführung war im zweiten und dritten Akt noch größer als in der Premiere!
Es verschlug einem einfach den Atem!

Ich traf zwei eingefleischte Wagnerianer aus München, die ich schon lange kenne. Sie sind auf Grund begeisterter Berichte von Premierenbesuchern eigens an die Weser gereist!
Beide waren total frappiert, weil sie eine solche fesselnde Aufführung in München seit Jahren nicht gehört haben.
Nun gibt es noch drei Aufführungen. Wer sich kurz entschlossen auf den Weg nach Minden machen will, sollte allerdings vorher checken, ob es noch eine Karte gibt.

Caruso41
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Amfortas08

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  • »Amfortas08« ist männlich

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65

Freitag, 14. September 2018, 11:30

Die Intensität der Aufführung war im zweiten und dritten Akt noch größer als in der Premiere!
Es verschlug einem einfach den Atem!
Neid, Neid, nochmals Neid !
Nun gibt es noch drei Aufführungen. Wer sich kurz entschlossen auf den Weg nach Minden machen will
Wer von östlicher Richtung per PKW anreist, sollte Grane sehr früh satteln, Baustelle oder potentieller Staus auf der A 2 wegen.
Dafür: Großzügiger Parkplatz, ausreichend nah am Stadttheater: Kanzlersweide/Glacisbrücke.
Im Navi vorher eingeben. Klappt dann reibungslos.

Die Rückfahrt im Dunkeln ist zwar auch nicht gerade chillig, weil gleichfalls Baustellen und ebenso plötzliche Staus möglich.

Doch nach so einer fetziger Wagnerei gilt dann nicht unbedingt: „Um die Rückkehr ist's mir jach!“ :D

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 2 918

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66

Freitag, 14. September 2018, 13:34

Neid, Neid, nochmals Neid !

Schließe mich an!! Nur ist´s von Gera aus noch weiter!! Mist!!!!
La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Bertarido

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67

Freitag, 14. September 2018, 20:07

Ich wäre vielleicht am Sonntag in die Vorstellung gegangen, trotz fast 2-stündiger Autofahrt, was besonders am späten Abend nach der Vorstellung anstrengend ist. Aber es gibt keine guten Karten mehr. Außerdem wäre es auch etwas seltsam, die "Götterdämmerung" zu sehen, ohne die übrigen Teile des "Rings" zu kennen. Vielleicht gibt es noch eine Chance, wenn der ganze "Ring" in Minden dann zusammen aufgeführt wird.

Caruso41

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68

Freitag, 14. September 2018, 22:02

Lieber Bertarido,

das ist schade, dass Du nicht die gewünschten Karten mehr bekommen kannst. Allerdings gibt es genau genommen keine schlechten Plätze in dem kleinen Haus. Ich habe gestern auf dem 2. rang in der zweiten Reihe gesessen. Da bist Du näher an den Sängern als in der Deutschen Oper Berlin in der 7. Reihe Parkett.
Natürlich kann ich verstehen, wenn Du den Ring nicht mit dem letzten Werk beginnen willst. Die sinfonischen Strukturen sind da schon sehr komplex und das Geflecht der Leitmotive fast undurchsichtig.. Aber Beermann macht es den Hörern ausgesprochen leicht, den Gang zu verfolgen.

Vielleicht können Dich die beiden Argumente noch umstimmen?

Liebe Grüße
Caruso41
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Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

Beiträge: 4 458

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69

Freitag, 14. September 2018, 22:14

Lieber Amfortas!
Dank Dir für Deine Beschreibung der Anfahrt. Es fehlt nur der Hinweis, dass man von dem Parkplatz die große Fußgängerbrücke über die Weser (Achtung: toller Blick auf die Porta Westfalica!) nehmen und dann kaum 100 Meter geradeaus gehen muss. Dann ist man schon am Theater.
Bin gespannt, ob noch jemand den Weg benutzen wird.

Liebe Grüße
Caruso41
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Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

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70

Dienstag, 18. September 2018, 10:26

Heute, also Dienstag den 18. September ist in der FAZ eine ausführliche Rezension der Götterdämmerung in Minden erschienen. Ob sie auch Online verfügbar ist, habe ich nicht prüfen können.

Überschrift:
Wagner kann man besser kaum erleben
Mit einer phantastischen „Götterdämmerung“ schließt in Minden die Opern-Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ ab.

Sollte jemand den dahin führenden Link einstellen können, wäre ich dankbar.

Grüße von unterwegs

Caruso41
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Helmut Hofmann

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  • »Helmut Hofmann« ist männlich

Beiträge: 5 854

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

71

Dienstag, 18. September 2018, 11:29

Diesen FAZ-Artikel, der mit den Worten überschrieben ist: "Wagner kann man besser kaum erleben", habe ich gerade gelesen. Im Untertitel heißt es: "Mit einer phantastischen >Götterdämmerung< schließt Minden die Opern-Tetralogie >Der Ring des Nibelungen< ab."
Der Verfasser, Josef Oehrlein, versteigt sich in seiner Begeisterung für dieses Wagner-Aufführung sogar dazu, das Wort "Wunder" in den Mund zu nehmen. Einleitend merkt er an, dass "selbst an manch renommiertem, hochsubventioniertem Theater … das Vorhaben, Richard Wagners Tetralogie auf die Bühne zu bringen, nach der Walküre oder schon nach dem Rheingold gescheitert" sei. und fährt dann fort:
"Umso wundersamer wirkt das, was sich im Stadttheater der ostwestfälischen Stadt Minden zuträgt. Dort wurde jetzt auf rein private Initiative und nahezu ausschließlich mit Sponsorengeldern mit der ">Götterdämmerung< ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher >Ring< vollendet. (…) Das Wunder hat der seit mehr als hundert Jahre bestehende örtliche Richard Wagner Verband vollbracht..."

Der umfangreiche, vier halbseitige Spalten umfassende Artikel ist lesenswert. Verlinken kann ich ihn leider nicht.

Don_Gaiferos

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  • »Don_Gaiferos« ist männlich

Beiträge: 1 276

Registrierungsdatum: 4. Juni 2013

72

Dienstag, 18. September 2018, 13:10

https://fazarchiv.faz.net/?q=%20Bier,%20…rch=new#hitlist

Den Artikel kann man kostenpflichtig für 2,50 im FAZ - Archiv beziehen, leider ist er nicht gratis verfügbar.

liebe Grüße

Rheingold1876

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Beiträge: 4 701

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73

Dienstag, 18. September 2018, 16:08

Auf der Seite des Wagner-Verbandes Minden kann der bewusste FAZ-Artikel kostenlos gelesen werden. Wenn ich allerdings lesen, dass die "Götterdämmerung" "unverkennbar in der Jetztzeit angesiedelt" ist, die Nornen "die heraufdämmernde Katastrophe aus Runen, Chiffren und Algorithmen auf ihren Tablets" lesen und den Mannen ein Kasten Bier "zur Erfrischung" gereicht wird, bin ich noch nicht überzeugt, dass Minden von nun an "zur obersten Riege der Wagner-Spielstätten" gehören soll. Mir ist der Beitrag für eine Zeitung wie die FAZ zu unkritisch, zu fanpostartig. Wenn der Autor feststellt, dass andere Häuser im Gegensatz zu Minden schon nach dem "Rheingold" oder spätestens nach der "Walküre" gescheitert seien (Helmut hatte das auch schon zitiiert), bleibt das eine unseriöse Behauptung, die nicht mit Fakten unterlegt wird. Wir sind diese anderen Häuser?
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Helmut Hofmann

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Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

74

Dienstag, 18. September 2018, 16:58

Zu der Feststellung von Rheingold1876: "Wenn ich allerdings lesen, dass die "Götterdämmerung" "unverkennbar in der Jetztzeit angesiedelt" ist, …"

Da muss man schon weiterlesen, und man stellt fest, dass diese Aussage von Oehrlein anschließend eingeschränkt wird, denn er sagt:
"Die Hinweise auf das Hier und Heute sind freilich eher dezent. Viel bedeutsamer ist, dass es dem Regisseur gelingt, mit prägnanten Gesten du filigraner Detailarbeit die einzelnen Figuren stringent zu konstruieren und die Beziehungsgeflechte zwischen ihnen herauszustellen. Derlei wäre freilich nicht möglich, wenn nicht alle Sänger ein ungewöhnlich hohes Maß an Spielfreude an den Tag legten."
Und nun lässt er sich ausführlich auf die einzelnen Sänger und Sängerin und die Art und Weise ein, wie diese ihre Rolle gestalten, - und das durchaus auch kritisch. Etwa wenn er zu Thoma Mohr anmerkt:
"Sein bisweilen etwas behäbiges Agieren gleicht der Tenor mit wendiger Stimmführung und mühelos wirkendem Schmettern aus. Man nimmt diesem Siegfried gerne ab, dass ihm die Gifttränke, die ihm gereicht werden, die Sinne vernebeln, er eigentlich im tiefsten Herzen seiner Brünhilde treu bleiben will."
Auch die Leistung des Orchesters und des Dirigenten Frank Beerman wird mit detaillierten Angaben dazu gewürdigt.

Will sagen: Für mich ist das eine Kritik, die ihr Urteil über diese Inszenierung der "Götterdämmerung" hinreichend begründet. Sie als "fanpostartig" abzutun, scheint mir unangebracht.
Gar gerne würde ich freilich erfahren, wie jemand, der die Aufführung erlebt hat - also Caruso etwa - , das sieht. Unsereiner kann eine solche Kritik eigentlich nur unter formalen Gesichtspunkten beurteilen.

Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 11 830

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75

Dienstag, 18. September 2018, 17:12

Nach all den Jubelmeldungen sollte man doch einmal kritisch hinterfragen, inwieweit mit einer reduzierten Orchestergröße, wie sie in Minden stattgefunden haben wird, ein solches "Jahrhunderterlebnis" erzielt werden konnte, das sämtliche Wagner-Aufführungen der letzten Jahrzehnte an den großen Häusern in den Schatten zu stellen scheint. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen eines orchestral verkleinerten "Rings" im Theater an der Wien, der auch mit Kunstgriffen schön geschrieben wurde, im tatsächlichen Hörerlebnis aber dann doch zu wünschen übrig ließ. Auch die einsehbaren Bilder sowie die Beschreibung der Inszenierung lösen bei mir leider keine Jubelstürme aus. Das wirkt doch alles mal wieder recht profan.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

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76

Dienstag, 18. September 2018, 18:02

Will sagen: Für mich ist das eine Kritik, die ihr Urteil über diese Inszenierung der "Götterdämmerung" hinreichend begründet. Sie als "fanpostartig" abzutun, scheint mir unangebracht.
Gar gerne würde ich freilich erfahren, wie jemand, der die Aufführung erlebt hat - also Caruso etwa - , das sieht. Unsereiner kann eine solche Kritik eigentlich nur unter formalen Gesichtspunkten beurteilen.

Die Hinweise auf das Hier und Heute sind freilich eher dezent. Viel bedeutsamer ist, dass es dem Regisseur gelingt, mit prägnanten Gesten du filigraner Detailarbeit die einzelnen Figuren stringent zu konstruieren und die Beziehungsgeflechte zwischen ihnen herauszustellen. Derlei wäre freilich nicht möglich, wenn nicht alle Sänger ein ungewöhnlich hohes Maß an Spielfreude an den Tag legten."


Lieber Helmut, Du hast Zitate herausgesucht, um mich zu widerlegen. Die sind mir zu allgemein. "Viel bedeutsamer ist, dass es dem Regisseur gelingt, mit prägnanten Gesten in filigraner Detailarbeit die einzelnen Figuren stringent zu konstruieren und die Beziehungsgeflechte zwischen ihnen herauszustellen. Derlei wäre freilich nicht möglich, wenn nicht alle Sänger ein ungewöhnlich hohes Maß an Spielfreude an den Tag legten." Trifft das nicht auf viele andere Inzenierungen aller möglichen Opern zu allen möglichen Zeiten zu? Was ist denn nun das für Minden typische? Ich stelle das zur Debatte, auch auch wenn ich nicht dabei war. Muss man denn immer zugegen gewesen sein, um sich ein Urteil zu bilden? Außerdem glaube ich nicht an Wunder.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

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77

Dienstag, 18. September 2018, 18:24

Muss man denn immer zugegen gewesen sein, um sich ein Urteil zu bilden?

Ich denke schon, dass das so sein muss, wenn man zu einem seriösen und fundierten Urteil gelangen möchte. Deshalb halte ich mich mit einem eigenen Urteil über die "Götterdämmerung" in Minden auch zurück bzw. kann mir gar kein Urteil bilden, weil ich die Aufführung nicht gesehen habe - aber natürlich haben die geäußerten Urteile von denen, die dabei waren und die Aufführung erlebt haben (ob es nun die Taminos "Caruso41" und "Amfortas08" sind oder mein guter Berliner Bekannter oder auch die Journalisten, die bei der Aufführung im Saal anwesend waren - alle erstaunlich einmütig positiv) für mich ein höheres Gewicht, als die Urteile derjenigen, die nicht dabei waren.


Und ich glaube übrigens an Wunder, weil ich gerade im Theater und in der Oper schon einige erlebt habe, wenn auch ganz sicher nicht zu viele.
Aber gelungenes Theater ist immer ein Wunder!


Nach all den Jubelmeldungen sollte man doch einmal kritisch hinterfragen, inwieweit mit einer reduzierten Orchestergröße, wie sie in Minden stattgefunden haben wird, ein solches "Jahrhunderterlebnis" erzielt werden konnte, das sämtliche Wagner-Aufführungen der letzten Jahrzehnte an den großen Häusern in den Schatten zu stellen scheint. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen eines orchestral verkleinerten "Rings" im Theater an der Wien, der auch mit Kunstgriffen schön geschrieben wurde, im tatsächlichen Hörerlebnis aber dann doch zu wünschen übrig ließ.

Weißt du denn so sicher, welche Orchestergröße Wagner vorgeschwebt hat, welche er bei der Uraufführung in Bayreuth hatte und welche zum Beispiel Angelo Neumann hatte, der Wagners Ruhm mit seinen "Ring"-Aufführungen verbreitete und vermehrte? Und muss nicht eine Orchestergröße in einer sinnvollen Relation zum Raum stehen, der gefüllt werden muss? Ist 55 in einem kleinen Raum vielleicht sogar mehr als 100 in einem doppelt so großen Raum? Mehr ist nicht immer automatisch mehr! Und nur weil du einen ""Ring"" (die jeweils doppelten Anführungszeichen sind kein Versehen, sondern gewusst gewählt!) im Theater an der Wien gesehen hast, der überhaupt nicht in Anspruch nahm, das Werk Wagners zu sein, weißt du deshalb über die "Götterdämmerung" in Minden und das Verhältnis zwischen dort vorhandener Orchestergröße und dem dort vorhandenen Raum GAR NICHTS!


Ich habe schon einige sehr beglückende Wagner-"Provinz"-Aufführungen erlebt, ob die "Meistersinger" in Meiningen, Chemnitz oder Hildesheim (bei der Hildesheimer Premiere 2009 sagte der damalige Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins und ehemalige Stuttgarter Opernintendant Klaus Zehelein öffentlich, dass er das Vorspiel zum 3. Akt noch nie so filigram und durchsichtig erlebt habe) oder "Tannhäuser" in Eisenach oder die "Götterdämmerung" in Cottbus - letztere war für mich die intensivste Aufführung dieses Werkes, die ich je erlebt habe, das größte Werk-Erlebnis. (Und das, obwohl eine andere live erlebte "Götterdämmerung" in Berlin und Dresden natürlich besser musiziert waren.)

Ich warne also sehr vor Borniertheit gegenüber der "Provinz"!
(Wenn sich natürlich jemand wie du so eine Aufführung ansieht und diese dann kritisiert, dann muss man das ernst nehmen, aber auch erst dann...)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Helmut Hofmann

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78

Dienstag, 18. September 2018, 18:55

Ich glaube, jetzt habe ich verstanden, was Du an dieser Kritik bemängelst, lieber Rheingold.
Es ist in der Tat so, dass in ihr nicht hinreichend konkret und detailliert deutlich gemacht wurde, was Du mit der Frage aufwirfst: " Was ist denn nun das für Minden typische?"
Und ich würde diese Frage ergänzen durch den Zusatz "und die Aufführung so herausragend Machende?"
Mich hat eigentlich nur Dein so hart abwertendes Wörtchen "fanpostartig" gestört. Deshalb habe ich mich hier noch einmal zu Wort gemeldet, - ich, dem jegliche Urteilskompetenz in Sachen Wagner-Inszenierung abgeht.

Rheingold1876

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79

Dienstag, 18. September 2018, 19:13

Muss man denn immer zugegen gewesen sein, um sich ein Urteil zu bilden?


Es sei mir gestattet, mich selbst zu zitieren, um nicht missverstanden zu werden. Ich meinte das ganz allgemein und nicht nur bezogen auf eine "Götterdämmerung" in Minden oder eine Aufführung an einem anderen Ort. Manchmal kann man auch nicht dabei gewesen sein, weil ein Ereignis zu lange zurückliegt oder an einem fernen Ort stattgefunden hat, der einem nicht so einfach zugänglich war und ist. Dann muss man sich auf Berichte und ähnliche Dokumente verlassen. Ein persönliches Urteil ist für mich aber auch dann möglich. Aber nun bin ich aus diesem Thema raus und überlasse es denen, die in der Vorstellung gesessen sind.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

La Roche

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80

Dienstag, 18. September 2018, 19:21

Muss man denn immer zugegen gewesen sein, um sich ein Urteil zu bilden?

Lieber Rüdiger,
ich könnte Dutzende Beiträge hier im Tamino zitieren, wo Gerhard, Chrissy, ich und andere sehr unschön angegriffen wurden, weil wir unser Urteil über eine Inszenierung auf der Grundlage einer Theaterkritik eingestellt hatten. Wird hier mit zweierlei maß gemessen??
Herzlichst La Roche
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Caruso41

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81

Donnerstag, 20. September 2018, 08:28

Nach all den Jubelmeldungen sollte man doch einmal kritisch hinterfragen, inwieweit mit einer reduzierten Orchestergröße, wie sie in Minden stattgefunden haben wird, ein solches "Jahrhunderterlebnis" erzielt werden konnte, das sämtliche Wagner-Aufführungen der letzten Jahrzehnte an den großen Häusern in den Schatten zu stellen scheint. .


Lieber Joseph II!
Berichte über Wunder provozieren Skepsis. Zu den skeptischen Anmerkungen von Dir hat Stimmenliebhaber eigentlich schon alles gesagt. Trotzdem möchte ich schon noch sagen, dass es mich einigermaßen getroffen hat, dass Du offenbar dem, was ich über die Leistung des Orchesters geschrieben habe, keinerlei Bedeutung zumessen magst.

Übrigens ist das Theater in Minden nicht mal halb so groß wie das Theater an der Wien. Und das Orchester spielte statt mit 16 Ersten Geigen mit 12, was den Klangeindruck nicht geschmälert hat. Letztlich ist es eine Frage der Qualität nicht der Größe, ob ein Orchester mit der Götterdämmerungen überzeugen kann. Dass die Nordwestdeutsche Philhamonie durch Chefdirigenten wie Andris Nelsons und Yves Abel zu einem erstklassigen Klangkörper geformt wurde, kann kaum in Zweifel gezogen werden. Unter Frank Beermann haben sie es eindrucksvoll bewiesen.
Und es ist eine Frage des Engagements und der Leidenschaft, mit denen dieses Orchester spielt. Beides hätte nicht höher sein können.

Beste Grüße
Caruso41
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