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operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich
  • »operus« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 754

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

1

Donnerstag, 2. August 2012, 11:59

Rossini "Stabat Mater" in einer spekatuklären Neuerscheinung

Elektrisiert und begeistert waren meine Frau und ich, als wir gestern die vom Hamburger Archiv für Gesangskunst neu herausgebrachte Aufnahme von Rossinis "Stabat Mater" hörten. Es handelt sich dabei um einen Live-Mitschnitt einer Aufführung in der Musikhalle Hamburg aus dem Jahre 1959. Dirigent ist Ferenc Fricsay, der den Chor des Norddeutschen Rundfunks und das NDR Sinfonieorchester dirigiert. Das Solistenensemble ist mit Maria Stader, Sopran, Marianne Radev, Mezzo, Ernst Haefliger, Tenor und Gottlob Frick hochkarätig besetzt. Fricsay gelingt eine ausgezeichnete Balance zwischen opernhaftem Glanz und sakraler Schlichtheit. Der Chor des Norddeutschen Rundfunks singt musikalisch ausgewogen und mit vorbildlicher Text- und Wortbehandlung. Das NDR Sinfonie Orchester kann seinen ausgezeichneten Ruf durch eine dynamisch hervorragend abgestufte Wiedergabe nachhaltig unter Beweis stellen. Die Trumpfkarte dieser Aufnahme sind die Solisten: Maria Stader singt mit leichtem, mädchenhaft, ja fast engelsgleichem Sopran die Partie mühelos und absolut höhensicher, Marianne Radev überzeugt mit warmem ausgezeichnet geführtem Sopran , der stilsichere Tenor Ernst Haefliger erfüllt mit hellem Timbre und perfekter Gestaltung sowohl die ariosen als auch die deklamatorischen Anforderungen seiner Partie mit der ganzen Erfahrung eines großen Lied- und Oratoriensängers. Gottlob Frick setzt seinen orgelnden Prachtbass in dieser Aufnahme kultiviert wie ein fein gestimmtes, tieftönendes Cello mit perfektem Legato ein .Die hohe emotionale Wirkung seines Vortrags wird vor allem durch die natürliche Ausdruckskraft der Stimme selbst erreicht. <br>Alles in allem eine Neuerscheinung mit höchstem Repertoirewert, die den Vergleich mit hochgelobten italienischen Aufnahmen nicht zu scheuen braucht. <br>Selbst zu der als Referenzeinspielung geltenden Giulini-Aufnahme gelingt es Fricsay eine diskussionswürdige Alternative zu schaffen. <br>Technisch ist diese Neuerscheinung - wie immer beim Hamburger Archiv für Gesangskunst - hervorragend aufbereitet. Unser Tamino-Mitglied Klaus Ulrich <br>Spiegel hat mit seiner hohen fachlichen Kompetenz wieder ein hervorragend informatives Booklet geschrieben. Die Sorgfalt im Detail ist eine der Stärken des Hamburger Archivs für Gesangskunst. Dadurch heben sich die Initiatoren Joachim Leufgen, Klaus Ulrich Spiegel und Thorsten Schneider positiv von den Angeboten der Billig-Produktionen ab. -Rossini "Stabat Mater" (Hamburg 1959) 30331 -

Herzlichst
Operus

Sicherlich findet sich ein hiflsbereiter Tamino, der das Cover dieser Aufnahme ins Forum einstellt. Ich schaffe das einfach nicht.
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  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 257

Registrierungsdatum: 12. August 2005

2

Donnerstag, 2. August 2012, 12:30

Der besagte Mitschnitt ist anscheinend bei Amazon (noch?) nicht erhältlich, sondern nur direkt beim Archiv f. Gesangskunst erhältlich:



vor kurzem ist bei Audite schon ein älterer Berliner Mitschnitt erschienen:



und es gibt auch noch eine DG Studio-Aufnahme, nicht ganz leicht zu finden, aus der Zeit und mit der Besetzung des Audite-Mitschnitts (hier gekoppelt mit einer Live-Aufnahme des Verdi-Requiems, nicht mit der älteren Studio-Aufnahme):


operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich
  • »operus« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 754

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

3

Donnerstag, 2. August 2012, 20:49

Danke, lieber Johannes, für die postwendende Einstellung des Covers. Es gibt schon Persönlichkeiten und Aktivitäten auf die ma sich im Tamino-Forum verlassen kann.

Herzlichst
Operus
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4

Freitag, 3. August 2012, 08:08

Dieses Rossini-Stabat mater, jetzt auf CD, herausgekommen, war eines meiner ersten Konzerterlebnisse (dem Rossini war Kodálys Psalmus Hungaricus voran gegangen), das mir bis heute unvergessen geblieben ist. Dies natürlich hauptsächlich durch den damals schon von seiner Krankheit gezeichneten Ferenc Fricsay, dem eine sehr bewegende, gar nicht so opernhafte Interpretation gelungen ist. Maria Stader mag nicht die natürliche Dramatik für ihre Inflammatus-Arie gehabt haben; Respekt jedoch, wie sie mit ihren lyrischen Möglichkeiten die Dramatik durch Ausdruck erzeugte. Marianna Radev kontrastierte mit ihrem dunkel timbrierten Alt sehr schön zum Jungmädchen-Material der Stader. Ernst Haefliger, ein von Fricsay sehr geschätzter Tenor, sehr kultiviert, doch mit seiner Neigung zum "Knödeln" nicht ganz mein Fall, besonders hier. Und Gottlob Frick? Der übertraf mit seiner Leistung die des Basses der offiziellen Einspielung bei weitem; höchst beeindruckend, wie er mit seinem an Schwärze nicht zu übertreffenden Bass die undankbar hohe und (für ihn dankbar) tiefe Tessitura des a-cappella-Solos bewältigte. Einzigartig! Wenn die Aufnahme auch nur ein wenig meinem Höreindruck entspricht, ist sie sehr empfehlenswert!

Gruß, Peter

Schneewittchen

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  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 414

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

5

Freitag, 3. August 2012, 10:21


Rossini - Stabat Mater - Ferenc Fricsay (Melodram)

Den Mitschnitt aus Köln mit Ferenc Fricsay von 1953
gibt es hier als kostenlosen Download
http://www.todoperaweb.com.ar/musica/ope…er-id-2104.html
mfG
Michael