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Beiträge: 83

Registrierungsdatum: 22. Februar 2007

391

Mittwoch, 25. Juli 2018, 11:37

Wie man es dreht. Calleja hat mir eben meine Jugend zurückgegeben...

Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 8 063

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392

Mittwoch, 25. Juli 2018, 11:46

:thumbsup:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Gregor

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  • »Gregor« ist männlich

Beiträge: 1 267

Registrierungsdatum: 25. Januar 2008

393

Mittwoch, 31. Oktober 2018, 00:11

Aktuell singt Joseph Calleja den Cavaradossi an der MET. Die Stimme ist etwas dramatischer und voller geworden. Neben der lyrischen Süße beeindruckt Calleja mehr und mehr auch mit der Fähigkeit zu heroischer Attacke. Es gilt im Grunde ähnliches wie damals bei der Tosca in London.
Beim Ausklang seines zweiten (beeindruckend lang gehaltenen)Vittoria-Rufes rutschte er in einem Zug einen Ton nach unten. So habe ich das noch nie gehört. Jedenfalls ein Gänsehaut-Moment. Mancher bemängelte die fehlenden Schluchzer in E lucevan le stelle. Calleja gestaltete den Cavaradossi jedoch mit rein gesanglichen Mitteln und es war doch schön, dass er sich auf das reine Singen konzentrierte. Denn das war technisch PERFEKT! :jubel:

Nicht vergessen darf man allerdings auch die überragende Sondra Radvanovsky in der Titelrolle, die als Tosca derzeit erste Wahl sein dürfte. Da stimmte einfach alles. Welch eine vokale Präsenz! :jubel:
Die Stimmen von Radvanovsky und Calleja harmonierten auch sehr gut, vielleicht weil ihnen beiden ein leichtes Vibrato zu eigen ist. Somit sind sich die Stimmen nicht unähnlich. Obwohl auch Radvanovsky's Vibrato - wie das von Calleja - nicht mehr so prominent ausfällt wie einst.

Zeljko Lucic war ebenfalls ein stimmlicher starker Scarpia. Und Carlo Rizzi hatte die Zügel am Dirigentenpult fest in der Hand. Das war schon eine hervorragende Besetzung, die die MET da aufgeboten hat, und die wohl nicht mehr zu überbieten ist. Schade, dass es keine Kino-Übertragung gibt. Die MET hat sich ja entschlossen, im gegenwärtigen Zeitraum La fanciulla del west und die neue Oper Marnie zu übertragen. Da ist leider die Tosca diesmal auf der Strecke geblieben, was in Anbetracht der herausragenden Qualität dieser Tosca-Reihe besonders zu bedauern ist.

Wer bis Mitte November noch nach New York kommt, sollte sich das nicht entgehen lassen. Im Frühjahr 2019 folgt eine weitere Aufführungsserie, abermals mit Calleja, allerdings ohne Radvanovsky. Die Tosca wird dann von Jennifer Rowley gesungen. Davon soll es dann auch eine Radioübertragung geben.

Gregor

Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

Beiträge: 4 613

Registrierungsdatum: 19. November 2010

394

Mittwoch, 31. Oktober 2018, 09:24

Aktuell singt Joseph Calleja den Cavaradossi an der MET. Die Stimme ist etwas dramatischer und voller geworden. Neben der lyrischen Süße beeindruckt Calleja mehr und mehr auch mit der Fähigkeit zu heroischer Attacke.

Lieber Gregor!

Es hat mich gefreut, dass Du von Joseph Callejas Cavaradossi angetan warst. Nachdem ich ihn gerade zweimal in LUISA MILLER als Rodolfo gehört habe, kann ich ihn mir gut in der Partie vorstellen. Da muss ja über weite Strecken lyrisch gesungen werden, was oft untergeht, wenn die Partie zu schwer besetzt wird. Das Problem ist nur die dichte Instrumentation Puccinis. Offenbar ist es ihm aber selbst in dem riesigen Haus der MET gelungen, sich dagegen durchzusetzen.

Über Sondra Radvanovsky und ihre Entwicklung habe ich mich ja in dem dafür eingerichteten Thread sehr ausführlich geäußert. Mir geht es immer noch so, dass ich mich der Begeisterung für diese Sängerin nicht recht anschließen mag. Zwar beeindrucken mich ihr Volumen und ihre Durchsetzungsfähigkeit. Auch ihre Bühnenpräsenz ist bemerkenswert. Aber weder finde ich die Stimme besonders schön noch kann ich behaupten, dass man gegen ihre Gesangstechnik keine Einwände mehr erheben müsste. Aber vielleicht werden ihre Mängel in der Tosca nicht so offenbar.

Bleibst Du länger in New York? Vermutlich werden ich im Dezember zwei Wochen da sein.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

rodolfo39

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  • »rodolfo39« ist männlich

Beiträge: 3 247

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

395

Mittwoch, 31. Oktober 2018, 09:39

Lieber Gregor,
die Tosca hab ich mir als Liveübertragung von der Met Homepage aufgenommen und finde auch auch das die Besetzung fast nicht zu toppen ist. Siehst du dir auch die Carmen an, die gab es gestern Nacht als Übertragung.

Beiträge: 83

Registrierungsdatum: 22. Februar 2007

396

Mittwoch, 31. Oktober 2018, 13:17

Ich habe Calleja im Juli als Cavaradossi in München erlebt (und zuletzt in Luisa Miller) und war begeistert davon, mit welcher Leichtigkeit er die Partie gesungen hat. Ich habe in diesem Jahr auch Jagde, Antonenko und Alvarez als Cavaradossi gehört. Wie ihm die Partie aus der Kehle strömt, ist einzigartig.

Zu Radvanovsky: ich verstehe die Kritik von Caruso41, bin aber ebenso begeistert von ihr wie Gregor. Im Dezember singt sie die Tosca in Berlin. Zuletzt habe ich sie live im Chénier in Barcelona gehört. da hat das Haus minutenlang (!!!) getobt.

Lucic habe ich als Scarpia live erlebt. Seine Qualitäten habe ich noch nicht erkennen können, egal in welcher Rolle ich ihn gehört habe.


Gregor

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  • »Gregor« ist männlich

Beiträge: 1 267

Registrierungsdatum: 25. Januar 2008

397

Mittwoch, 31. Oktober 2018, 23:50

Es hat mich gefreut, dass Du von Joseph Callejas Cavaradossi angetan warst. Nachdem ich ihn gerade zweimal in LUISA MILLER als Rodolfo gehört habe, kann ich ihn mir gut in der Partie vorstellen. Da muss ja über weite Strecken lyrisch gesungen werden, was oft untergeht, wenn die Partie zu schwer besetzt wird. Das Problem ist nur die dichte Instrumentation Puccinis. Offenbar ist es ihm aber selbst in dem riesigen Haus der MET gelungen, sich dagegen durchzusetzen.

Lieber Caruso, Puccini ist für seine Stimme und sein schmelzreiches Timbre geradezu ideal, wie ich finde. Sein Boheme-Rodolfo ist jedenfalls traumhaft. Ich wüsste aktuell keinen Tenor der ihm hier das Wasser reichen könnte. Aber auch sein Cavaradossi scheint immer besser zu werden. Diese Partie hat er ja erst seit kurzem im Repertoire. Da wird er im Laufe der Zeit sicher noch nachlegen. Auch interpretatorisch. So mancher Besucher der MET hat angemerkt, dass die Stimme viel zu leicht bzw. zu lyrisch für den Cavaradossi ist. Aber das sind wohl auch Leute gewesen, die in der Partie lieber Stimmen à la Corelli oder generell trompetenhafte Tenorstimmen bevorzugen. :D Ich brauche das nicht. Eher im Gegenteil. Ein stimmlich zu schwerer Cavaradossi macht mich nicht happy. ;(
Zu Radvanovsky antworte ich dir zu gegebener Zeit in dem ihr gewidmeten thread.

Die MET hat auf ihrem YT-Kanal eine (leider) etwas amputierte Version von Calleja's Sternenarie eingestellt. Allerdings stammt die nicht aus einer der Aufführungen, sondern ist beim Dress-Rehersal entstanden. Hier singt Calleja etwas schaumgebremst, und ich erinnere mich jetzt nicht daran, dass er beim vorletzten tanto la vita zwischen tanto und la vita eine kleine Atempause eingelegt hat. Das macht er in der Regel nicht, und er hat es laut meiner Erinnerung auch in der Aufführung nicht getan. Da klingt einfach nicht alles so wie er es dann tatsächlich in der Aufführung gesungen hat. Aber Generalproben sind ja sowieso ein eigenes Kapitel. Trotzdem interessant:



Bleibst Du länger in New York? Vermutlich werden ich im Dezember zwei Wochen da sein.

In New York ist das Angebot ja hervorragend und an der MET findet man eigentlich immer was Interessantes. Im November und Dezember läuft dort doch der neue Trittico.

die Tosca hab ich mir als Liveübertragung von der Met Homepage aufgenommen und finde auch auch das die Besetzung fast nicht zu toppen ist. Siehst du dir auch die Carmen an, die gab es gestern Nacht als Übertragung.

Die Carmen ist sich nicht ausgegangen, lieber Rodolfo, wobei ich dazu sagen muss, dass Clémentine Margaine jetzt nicht unbedingt ein großer Anreiz ist, in eine Carmen zu gehen. Ihre hausbackene und gesanglich sehr mediokre Carmen hat mich in Wien schon enttäuscht.

Die MET überträgt ja so einiges auf ihrem Live-Stream-Kanal, aber das läuft bei uns dann natürlich zu nachtschlafener Zeit. Ich nehme an, du machst davon Aufnahmen. Darf ich dich fragen, Rodolfo, wie du das machst bzw. welches Service und welchen Player du dazu nutzt?

Lucic habe ich als Scarpia live erlebt. Seine Qualitäten habe ich noch nicht erkennen können, egal in welcher Rolle ich ihn gehört habe.

Eigenartigerweise empfinden das wohl nicht wenige so, und Besucher der MET sind gar nicht glücklich mit ihm. Er singt dort aber auch wirklich oft und wird von manchen nur als solider Hausbariton bezeichnet. Sein Papa Germont war schon sehr gut, und auch wenn er als Macbeth nicht ideal erschien, war sein hervorragender Jago schon eine große Überraschung.

Gregor

rodolfo39

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398

Donnerstag, 1. November 2018, 08:44

Lieber Gregor,
fü meine Aufnahmen verwende ich die Audials 18 bzw. demnächst Audials 19 Software . Der Vorteil ist ich kann die Aufnahmzeit selbst einstellen und kann so auch aufnehmen, wenn ich schlafe oder unterwegs bin. Und ich kann die Aufnahmen hinterher noch bearbeiten. Auf meinem Tablet benutze ich die App Voice Recorder.

Gregor

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399

Donnerstag, 1. November 2018, 15:18

fü meine Aufnahmen verwende ich die Audials 18 bzw. demnächst Audials 19 Software . Der Vorteil ist ich kann die Aufnahmzeit selbst einstellen und kann so auch aufnehmen, wenn ich schlafe oder unterwegs bin. Und ich kann die Aufnahmen hinterher noch bearbeiten. Auf meinem Tablet benutze ich die App Voice Recorder.

Danke, rodolfo. Ist das eine Freeware oder muss man das Programm käuflich erwerben? Hauptsache es ist gut und bedienerfreundlich. ;)

Hattest du schon Gelegenheit in Tosca und Carmen reinzuhören? Wer war nochmal der Don José? Irgendwie ist mir die Carmen-Besetzung nicht in Erinnerung geblieben. :pfeif:

Gregor

rodolfo39

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400

Donnerstag, 1. November 2018, 16:43

Lieber Gregor,
die Audials Software kostet 60 Euro, damit kannst du aber auch Internet Live streams als Video und natürlich auch Audio Sendungen aufnehmen. Der Voice Recorder ist kostenlos, du hast dann aber keine Bearbeitung Möglichkeiten. Die Carmen hat mich nicht so begeistert Der Jose wurde von Yonghoon Lee gesungen, der stimmlich in letzter Zeit stark abgebaut hat, was man auch bei den Hugenotten aus Paris sehen und hören konnte. Bei der Tosca fand ich vor allem Sondra Radvanowski überzeugend.Das Problem bei Josef Calleja ist, daß er mich zumindest als Darsteller nicht überzeugt.

Stimmenliebhaber

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401

Donnerstag, 1. November 2018, 17:11

Das Problem bei Josef Calleja ist, daß er mich zumindest als Darsteller nicht überzeugt.
Wie oft und in welchen Rollen hast du ihn denn schon live im Opernhaus erlebt? Und jetzt BITTE kein MET-Kino oder andere Fernsehaufzeichnungen als Beispiele, die dortigen Nahaufnahmen u.ä. haben nichts mit der darstellerischen Wirkung im Opernhaus zu tun.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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rodolfo39

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402

Donnerstag, 1. November 2018, 17:30

Lieber Stimmenliebhaber
ich hab ihn zweimal live erlebt in Tosca und Norma. Stimmlich war nichts auszusetzen, aber darstellerisch konnte er meine Bekannte und mich nicht mitreißen, wobei der Pollione jetzt auch nicht unbedingt die Rolle ist, wo man als Darsteller überzeugen kann.

Stimmenliebhaber

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403

Donnerstag, 1. November 2018, 21:13

Wo war denn die "Tosca"?
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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rodolfo39

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404

Donnerstag, 1. November 2018, 23:01

Die Tosca war letztes Jahr in München.

Stimmenliebhaber

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405

Donnerstag, 1. November 2018, 23:09

Nun gut, diese Partie hat er ja noch nicht so lange im Repertoire und ist auch kein extrovertierter Verist (Premierenbesetzung mit langer Probenphase war er in der Münchner Inszenierung auch nicht). Ich hatte ihn in München als Rodolfo in einer Uraltinszenierung und hatte kein Problem mit ihm als Darsteller, wobei es schon sein kann, dass der Rodolfo ihm als Typ eher liegt als der Cavaradossi. Als Rodolfo hatte ich ihn auch im Schiller-Theater in einer wenig überzeugenden, sich modern gerierenden Inszenierung, da war seine zurückhaltende Darstellung das allerwenigste, was mich gestört hat. Mein letzter Live-Cavaradossi war vor wenigen Wochen Marcelo Álvarez, der bei jedem hohen Ton den Oberkörper hochriss und mit den Armen beinahe mitdirigierte, um diese Klippen doch noch irgendwie zu bewältigen - dagegen kann ich Joseph Callja gar nicht genug rühmen, stimmlich sowieso, aber auch als glaubhaften (wenn auch eher introvertierten als extrovertierten) Darsteller.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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