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Myschkin

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31

Dienstag, 20. Juni 2006, 23:16

Zitat

Original von Masetto
Ich kenne nur die "kammermusikalische" Aufnahme unter Herrweghe. Mal na ganz blöde Frage, handelt es sich um ein umgeschriebenes Werk, welches dort aufgenommen wurde?


Ja, Arnold Schönberg hat das "Lied von der Erde" für Kammerorchester "angepasst", damit eine Aufführung auch mit nur wenigen Musikern möglich ist.

mcy

Anfänger

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32

Mittwoch, 17. Januar 2007, 00:02

Gustav Mahler „Das Lied von der Erde“ – fünf Interpretationen im Vergleich:


Das Lied von der Erde ist ein faszinierendes Werk zwischen Orchesterlied und Sinfonie. In Mahlers Werk gehört es zu dem Spätwerk, wie auch die 9. Sinfonie, und wurde erst nach Mahlers Tod durch Bruno Walter 1911 uraufgeführt.

Mit dem Tod seiner älteren Tochter 1907 hatte Mahler als er das Lied von der Erde komponierte (1907-1909) einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften. Auch eine Herzkrankheit wurde in dieser Zeit von den Ärzten bei Mahler diagnostiziert. Es verwundert also nicht, dass sich Mahler auch musikalisch besonders mit Tod, Abschied Nehmen, Vergänglichkeit befasst. Damit eine Todesahnung Mahlers zu verknüpfen, wie sie immer wieder im Zusammenhang mit dem Lied von der Erde und der 9. Sinfonie gesehen wird, halte ich aber für eine zu weitgehende Interpretation.

Inspiriert zum Lied von der Erde wurde Mahler durch ein Buch von Hans Bethge, einer freien Übersetzung alter chinesischer Verse. Das Werk ist neben dem Text auch in seiner Anlage von östlicher Philosophie, also der Dualität von Yin und Yang, beeinflusst. Dieses Prinzip hat Mahler in seiner Komposition aufgegriffen und durch Einflüsse von asiatischer Musik ergänzt.

Das Werk besteht aus 6 Sätzen/Liedern:
„Das Trinklied vom Jammer der Erde“: Ein Trinker sucht dem Schmerz des Lebens durch das Trinken zu entkommen. Ein Lied, welches voller Energie eine Genusssucht darstellt, die eigentlich eine Flucht vor dem Leben ist.
„Der Einsame im Herbst“: Eine ruhiges Stück über den Herbst, Sinnbild für Einsamkeit und Vergänglichkeit des Lebens.
„Von der Jugend“, „Von der Schönheit“, „Der Trunkene im Frühling“: Beschreibungen sorgloser Jugendtage, der Schönheit und Leichtigkeit der Jugend und der Unbekümmertheit.
„Der Abschied“: Eine wundervolle und tröstliche Meditation über den Abschied, Vergänglichkeit und Ewigkeit:
„Die liebe Erde allüberall
Blüht auf im Lenz und grünt aus neu!
Allüberall und ewig blauen licht die Fernen!
Ewig… ewig…“


Die Interpretationen, besprochen in chronologischer Reihenfolge:


Bruno Walter, Wiener Philharmoniker
Kathleen Ferrier (Contralato), Julius Patzak (Tenor)
DECCA 1952 Mono

Zu Anfang gleich die legendärste Aufnahme. Mit Bruno Walter dirigiert der Dirigent der Uraufführung, der zudem mit Mahler zeitlebens engen Kontakt und Austausch zu dessen Kompositionen hatte. Zur Legende wurde die Aufnahme aber aus einem anderen Grund: Kathleen Ferrier war bei der Aufnahme bereits todkrank, was ihren Worten, speziell im Abschied, eine besondere Bedeutung gibt.
Im Gegensatz zu den späteren Mahler Aufnahmen für CBS (jetzt Sony) bevorzugt Walter hier raschere Tempi und scharfe Kontraste in seiner Interpretation. Walter benötigt fast zehn Minuten weniger als Horenstein für seine Interpretation und ca. 5 Minuten weniger als die anderen hier besprochenen Aufnahmen.
Die beiden Sänger hatten zum Zeitpunkt der Aufnahme ihren Zenit bereits überschritten. Bei Ferrier muss man außerdem in Kauf nehmen, dass ihr deutsch nicht frei von einem englischen Akzent ist. Für mich ist das Highlight der Aufnahme aber weder Walter noch Ferrier sondern Julius Patzak. Auch wenn man gesangstechnisch Abstriche machen muss, finde ich ihn interpretatorisch herausragend. Seine Interpretation ist betont liedhaft und wenn er z.B. am Ende „Von der Jugend“ bei „Schön gekleidet, trinken, plaudern.“ vom Singen ins sprechen (plaudern) übergeht, ergänzt sich diese Art des Singens mit der lautmalerischen Musik wundervoll.
Insgesamt bleibt nach dem Hören ein gemischter Eindruck zurück. Rasche tempi und expressives Orchesterspiel, leider aber nicht auf höchstem technischem Niveau. Auch bei den Sängern sehr interessante Momente einerseits, und gesangstechnische Probleme auf der anderen Seite.


Leonard Bernstein, Wiener Philharmoniker
Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton), James King (Tenor)
DECCA 1966 Stereo

Bernstein und Mahler oder sollte man sagen Bernsteins Mahler? Eine sehr emotionsgeladene persönliche Angelegenheit. Auch wenn die Aufnahme nicht so extrem ist, wie etwa die 6. Sinfonie von Bernstein mit den New Yorker Philharmonikern, so merkt man doch bei jedem ruhigeren Moment in der Aufnahme, wie Bernstein versucht die Spannung zum nächsten Höhepunkt und Ausbruch aufzubauen. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, und ich muss sagen, dass das Konzept in dieser Aufnahme für mich nicht so gut aufgeht, wie etwa in oben genannter Aufnahme der 6. Sinfonie. Trotzdem, eine interessante und auch polarisierende Interpretation.
Das besondere an der Aufnahme ist, dass es sich um eine der verhältnismäßig wenigen Aufnahme mit zwei männlichen Sängern handelt. Wohl um bei der Kopplung zweier männlicher Stimmen noch einen guten Kontrast zu schaffen, wurden mit James King und Dietrich Fischer-Dieskau zwei unterschiedliche Sängertypen ausgewählt, hier der Heldentenor und dort der Liedsänger. Mein persönliches Urteil über beide Sänger fällt dann auch sehr unterschiedlich aus. Die Interpretation von King ist mir zu opernhaft, und zu undeutlich schwammig. Fischer-Dieskau ist dagegen ein absolutes Highlight für mich. Wie bei ihm das liedhafte mit dem symphonischen Orchester verschmilzt ist großartig. Sein „Abschied“ ist für mich einer der schönsten.


Otto Klemperer, Philharmonia Orchestra, New Philharmonia Orchestra
Christa Ludwig (Mezzosopran), Fritz Wunderlich (Tenor)
EMI 1967 Stereo

Bereits der Blick auf die Protagonisten der Aufnahme lässt die Erwartungen in die Höhe schnellen: Klemperer, Zeitgenosse und hoch geachteter Interpret der Musik Mahlers, dazu Wunderlich, der viel zu früh verstorbene Tenor, und die Ludwig.
Vor allem bei den Sängern muss ich sagen, dass meine Erwartungen voll erfüllt, eigentlich sogar übertroffen wurden. Wunderlichs strahlende Stimme und sein Ausdruck machen auch die oft unterschätzten Tenor-Lieder zu Höhepunkten. Die klare Stimme der Ludwig, die über den gesamten Spielraum der Dynamik und Tonhöhe immer wunderbar verständlich ist, lässt nicht nur den Abschied unvergesslich werden.
Bei diesen Höchstleistungen der Sänger ist es natürlich schwer für Dirigent und Orchester im Vergleich zu bestehen, aber auch Klemperer weis durchaus zu beeindrucken. Highlight der Aufnahme bleiben aber Wunderlich und Ludwig.


Jascha Horenstein, BBC Northern Symphony Orchestra
Alfreda Hodgson (Alt), John Mitchinson (Tenor)
BBC Music 1972 Live Stereo

Vor allem im angelsächsischen Bereich ist Horenstein ein bekannter Mahler Interpret. Die vorliegende live Aufnahme entstand für eine Übertragung der BBC und ist inzwischen auch in der BBC-Legends Reihe erschienen.
Mit Hodgson und Michinson hat Horenstein zwei weniger bekannte Sänger, die aber eine sehr ansprechende Darbietung geben. Dies liegt zum Teil auch an Horenstein, der sehr langsame Tempi wählt und damit auch den Sängern die Möglichkeit zur Entfaltung und Gestaltung gibt. Für den Trunkenen im Frühling benötigt Horenstein fast fünfeinhalb Minuten. Die meisten anderen Interpreten kommen hier etwa eine Minute früher zum Ende.
Insgesamt handelt es sich um eine tiefgründige, nicht Effekt haschende und schlüssige Interpretation. Auch die teilweise langsamen Tempi wirken hier nicht schleppend. Leider kann die Qualität des Orchesterspiels und der Aufnahme nicht ganz das Niveau der Interpretation erreichen.


Carlo Maria Giulini, Berliner Philharmoniker
Brigitte Fassbaender (Alt), Francisco Araiza (Tenor)
DGG 1984 Stereo

Giulini, für mich und manch anderen wohl auch bekannt und sehr geschätzt für seinen „Don Giovanni“ und die späten Bruckner Sinfonien. Mahlers Musik wird hier einmal nicht als ins 20. Jahrhundert weisende Achterbahn der Gefühle dargestellt, sondern die Verwurzelung in der Musik des 19. Jahhunders wird deutlich. Giulini versucht die großen Bögen offen zulegen und hält sich von Effekten fern. Die Interpretation und ihre unspektakuläre Klangkultur erinnert mich von der Anlage her an die Bruckner Interpretationen Giulinis.
Mit Fassbaender und Araiza hat Giulini zwar nicht die absolut herausragenden Namen auf dem Cover der CD, doch beide liefern eine sehr gute sängerische Leistung ab. Insgesamt handelt es sich um eine im besten Sinne unspektakuläre Aufnahme, die ihre Qualitäten nicht beim ersten flüchtigen Anhören gleich Preis gibt.


Sicherlich gibt es noch viele weitere interessante Aufnahmen dieser faszinierenden Symbiose aus Lied und Sinfonie. So hat Herreweghe die Schönberg Version des Liedes für Kammerorchester aufgenommen und jpc liefert diese hoffentlich in den nächsten Tagen an mich. Auch Kubelik mit Janet Baker live, bei audite erschienen, ist sicherlich reizvoll. Vielleicht fühlt sich jemand durch meinen Beitrag inspiriert etwas zu den neueren Interpretationen auf Tonträger (z.B. Boulez, Salonen, Maazel, Rattle) zu schreiben?

Beste Grüße
Wolfgang

Norbert

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33

Mittwoch, 17. Januar 2007, 10:59

Zitat

Original von mcy
Sicherlich gibt es noch viele weitere interessante Aufnahmen dieser faszinierenden Symbiose aus Lied und Sinfonie. So hat Herreweghe die Schönberg Version des Liedes für Kammerorchester aufgenommen und jpc liefert diese hoffentlich in den nächsten Tagen an mich. Auch Kubelik mit Janet Baker live, bei audite erschienen, ist sicherlich reizvoll. Vielleicht fühlt sich jemand durch meinen Beitrag inspiriert etwas zu den neueren Interpretationen auf Tonträger (z.B. Boulez, Salonen, Maazel, Rattle) zu schreiben?

Beste Grüße
Wolfgang


Hallo Wolfgang,

zuerst danke für Deine Vorstellung der Aufnahmen und für die Wiederbelebung des Threads.

Kubeliks Liveaufnahme ist mit Sicherheit nur eine Alternative; wie ich bereits schrieb, würde ich sie sogar wegen Janet Bakers "Abschied" knapp vor Klemperer und Christa Ludwig stellen.

Zu Maazel hatte ich mir erlaubt, einige Sätze zu schreiben... ;)
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Siegfried

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34

Mittwoch, 17. Januar 2007, 11:10

Hallo mcy,

da hast du sehr fleissig recherchiert und berichtet. Wie bist du gerade auf diese 5 Interpretationen gekommen? Es sind derzeit 95 Aufnahmen bekannt, von denen sicher noch die eine oder andere erwähnenswert scheint. z.B. die 1995 bei EMI erschienene mit Thomas Hampson und Peter Seiffert.
Wen die Liste der Aufnahmen interessiert, kann sie gerne von mir bekommen. :hello:
Freundliche Grüße Siegfried

mcy

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35

Mittwoch, 17. Januar 2007, 20:29

Hallo Norbert, Siegfried und die anderen im Forum,

angeregt durch den interssanten Thread zum Lied von der Erde habe ich in meinem letzten Post fünf Aufnahmen verglichen. Die Auswahl der Aufnahmen ist vordergründig einfach, es sind die fünf die ich auf CD habe. Nummer sechs (Herreweghe) ist aber bereits auf dem Weg von jpc zu mir.

Für mich war die Klemperer/Wunderlich/Ludwig Aufnahme, die erste Aufnahme, welche ich gehört habe. Die Anregung mich mit dem Lied von der Erde zu befassen und auch konkret zu dieser Aufnahme, stammt aus einem Artikel über Orchesterlieder, der vor längerem in image-hifi erschienen ist. Author ist Heinz Gelking, der auch hier im Forum postet.

Wenn man sich mit dem Lied von der Erde befasst, stößt man zwangsläufig auf die Walter/Ferrier/Patzak Aufnahme. Die Gründe stehen in meinem ersten Posting hier. Ich hatte mir die Aufnahme damals zunächst in einem CD Geschäft teilweise angehört und wieder zurück gelegt. Meine Erwartungen waren hoch und wurden von Ferrier doch sehr enttäuscht. Gekauft habe ich die Aufnahme dann schließlich wesentlich später doch, als meine insgesamt fünfte Aufnahme.

Auf die Giulini/Fassbaender/Araiza Aufnahme wurde ich aufmerksam, als ich mich stärker mit Bruckners späten Sinfonien befasst habe. Da gefiel mir Giulini sehr gut und als ich dann zufällig die CD gesehen habe, musste ich nicht lange überlegen. Die Aufnahme hat mich beim ersten hören nicht besonders beeindruckt. Je öfter sie im CD Spieler landet, desto besser gefällt sie mir aber, und ich möchte sie nicht mehr missen.

Bernstein/Fischer-Dieskau/King kam irgendwann auf den Einkaufzettel, da es eine der wenigen Aufnahmen mit zwei Sängern ist, und Bernstein und Fischer-Dieskau mich bereits als Mahler Interpreten in anderen Aufnahmen begeistert hatten.

Auf Horenstein/Hodgson/Mitchinson bin ich durch das www aufmerksam geworden. Auf verschiedenen, speziell britischen, Seiten werden die Horenstein Aufnahmen von Werken Mahlers immer wieder begeistert rezensiert. Damit war meine Neugier geweckt, und ich hatte wieder eine Aufnahme mehr.

Eine große Lücke in meiner Diskographie zum Lied von der Erde liegt sicherlich bei den neueren Aufnahmen. Giulinis Aufnahme ist auch schon über 20 Jahre alt. Mit interesse habe ich deswegen Norberts Ausführungen zur Maazel Aufnahme gelesen. Boulez Aufnahme könnte auch reizvoll sein, auch wenn ich seiner Aufnahme der 1. Sinfonie gespalten gegenüber stehe. Ist eigentlich bekannt, ob Chailly oder Abbado im Rahmen ihrer Mahler Zyklen auch das Lied von der Erde aufnehmen werden?

Beste Grüße
Wolfgang

Steff

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36

Freitag, 26. Januar 2007, 11:37

Hallo Taminoianer,

soweit ich gesehen habe, ist Paul Kletzkis Aufnahme (Dickie/Fischer-Dieskau/Philharmonia/EMI) noch nicht genannt worden. Da ich damit gerade liebäugele (ist zur Zeit auch mit der Vierten gekoppelt erhältlich), wäre es nicht unnützlich, wenn jemand seine diesbezüglichen Erfahrungen mitteilen würde.

Zur Walter/Patzak/Ferrier-Aufnahme: Ja, Ferriers Aussprache ist ziemlich gewohnungsbedürftig...

Khampan

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37

Freitag, 26. Januar 2007, 22:35

Kletzkis Aufnahme übernehme ich gern.



Aufnahme 1959, aber von einer frappierend guten Klangqualität. Kein Rauschen hörbar, keine gepreßten Höhen (naja, nicht in störendem Maße), seidige Streicher, modernes Stereopananorama mit schön tief gestaffeltem Orchester, lediglich eine etwas quäkige Oboe erinnert einen hin und wieder daran, daß die Aufnahme etwas älter sein muß.
Tschuldigung für diesen Vorspann, aber ich kann's als (auch-)Technikfreak noch immer nicht fassen.

Interpretatorisch würde ich die Aufnahme etwa die goldene Mitte einordnen, keine extremen Gefühlsausbrüche aber auch keine Verschleppungen (Gesamtspielzeit 61:13), mehr Lied als Sinfonie. Manchen ist das vielleicht zu wenig Nervenkitzel.
Dietrich FiDi ist natürlich seinem zwar sicher aber nicht sonderlich sexy singendem und deklamierenden Partner Murray Dickie in jeder Hinsicht überlegen, aber freundlicherweise haben die Techniker letzteren etwas mehr ins Orchester eingebettet, so daß man das ganze noch gut auch laut anhören und genießen kann.

Bei dem Preis von 3,99 kann man die CD jeder beliebigen Bestellung locker hintanfügen. Das heißt aber auch daß die Kopplung mit der 4. eigentlich überteuert ist.

Gruß, Khampan

Steff

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38

Samstag, 27. Januar 2007, 11:46

Danke für die Info.

Die Kopplung ist aber nicht unbedingt überteuert, wenn die Vierte ebenfalls gut genug ist – und angeblich ist sie es, nur soll sie von der etwa zur gleichen Zeit entstandenen Klemperer-Einspielung verdrängt worden sein.

Beste Grüße
Steff

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Steff« (27. Januar 2007, 11:47)


ThomasBernhard

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39

Sonntag, 11. März 2007, 16:44

Im booklet der Decca-Aufahme steht, daß Bruno Walter das LvdE drei mal eingespielt hat. (es gibt zudem noch verschiedene Live-Mitschnitte)

Da ich beim LvdE Bruno Walter viel eher als beispielsweise Klemperer für das Maß aller Dinge halte, würde ich doch gerne wissen, welche die dritte Aufnahme neben den beiden folgenden ist... Vielen Dank im Voaraus für die Auklärung!

Bruno Walter / Wiener Philharmoniker / Julius Patzak / Kathleen Ferrier / Decca 1952
Bruno Walter / New York Philharmonic / Ernst Haefliger / Mildred Miller / CBS/Sony 1960
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Herbert Henn

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Sonntag, 11. März 2007, 17:11

B.Walter

Die dritte Einspielung ist ein Live-Mitschnitt vom 24.5.1936

aus dem Musikvereinssaal in Wien mit :

Kerstin Thorburg ,Alt ,Charles Kullmann ,Tenor ,

Wiener Philharmoniker ,Bruno Walter.

:hello:Herbert.
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Herbert Henn

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41

Sonntag, 11. März 2007, 17:26

RE: B.Walter


Es gibt allerdings noch eine vierte Aufnahme mit B.Walter.(1948 )

Die ist sehr billig ,aber auch technisch sehr dürftig.

:hello:Herbert.
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42

Sonntag, 11. März 2007, 18:26

RE: B.Walter

Hi!

So gehts auch:



LG florian

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Herbert Henn

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Sonntag, 11. März 2007, 18:34

RE: B.Walter

Was hat das denn mit dem "Lied von der Erde"zu tun ?

:hello:Herbert.
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honigschlecker

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44

Sonntag, 11. März 2007, 19:46

RE: B.Walter

Zitat

Original von Herbert Henn
Was hat das denn mit dem "Lied von der Erde"zu tun ?

:hello:Herbert.


Das ist auf dieser Gesamtaufnahme auch druff. Was Bruno Walter allerdings mit Bernsteins Gesamtaufnahme zu tun hat, weiß ich auch nicht. :)

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45

Montag, 12. März 2007, 15:10

RE: B.Walter

:stumm: :wacky: 8o

Ich dachte, es geht ganz allgemein um das lied von der erde, nicht um einen bestimmten interpreten

?(

Bitte um aufklärung

:wacky:

LG florian

:hello:
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Herbert Henn

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46

Montag, 12. März 2007, 15:39

Das Lied von der Erde

Hallo Florian,
ja ,es geht um das Lied von der Erde.
Aber im Fall Deiner Einspielungen weiß man nur,daß
Bernstein sämtliche Sinfonien und Orchestral Songs
interpretiert.Vielleicht kannst Du ja zu der Aufnahme
"Das Lied von der Erde" einige Angaben machen.

:hello:Herbert.
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ThomasBernhard

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47

Montag, 12. März 2007, 16:16

RE: Das Lied von der Erde

In der DG-Bernstein-Box steckt als Lizenzaufnahme die schon genannte Decca-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern drin (mit King und FiDi)

Meine Frage nach der dritten STUDIOAUFNAHME Walters ist aber glaube ich immer noch nicht beantwortet...

Ich werde demnächst die letzten paar wildwuchernden Beiträge hier etwas straffen und ausmisten...
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Siegfried

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48

Montag, 12. März 2007, 16:38

Das Lied von der Erde


Ausgezeichnet als eine der "Great Recordings of the Century"

Einwände?
Freundliche Grüße Siegfried

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49

Montag, 12. März 2007, 19:10

RE: Das Lied von der Erde

Zitat


"Great Recordings of the Century"


ist keine "Auszeichnung" sondern eine EMI-Etikettierung.
Klar ist die Klemperer-Aufnahme hervorragend!
Ich versuche aber nachher mal zu beschreiben, warum mir die Klempereraufnahme nicht die allerliebste ist. Muß sie dafür aber zuerst noch mal querhören.
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50

Mittwoch, 14. März 2007, 11:21

RE: Das Lied von der Erde

Zitat

Original von ThomasBernhard

Zitat


"Great Recordings of the Century"

Ich versuche aber nachher mal zu beschreiben, warum mir die Klempereraufnahme nicht die allerliebste ist. .


Geschmäcker sind eben verschieden, da bin ich mal gespannt...
Freundliche Grüße Siegfried

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Montag, 27. August 2007, 16:10

Hallo zusammen,

ich habe mir gerade nacheinander diese beiden Einspielungen angehört.





Ich ziehe eindeutig die Bernstein Einspielung vor. Sie ist m.E. nach ausdrucksstärker durchdringender.

Die Besetzung mit Mezzo Sopran und Tenor gibt mir zu dem persönlich mehr als die mit Bariton und Tenor.

Auch stimmlich gefällt mir hier René Kollo besser als Peter Seiffert.

"Der Abschied" von Christa Ludwig gesungen ist nicht nur ergreifend, sondern erschaudern schön.


LG

Maggie

Zwielicht

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Dienstag, 9. Oktober 2007, 19:38

Lied von der Erde mit Carlos Kleiber

Öfter oder zumindest gelegentlich drehen sich in meinem CD-Player die Aufnahmen mit Walter/Patzak/Ferrier, Walter/Haefliger/Miller, Klemperer/Wunderlich/Ludwig, Kubelik/Kmentt/Baker, Horenstein/Mitchinson/Hodgson und Boulez/Schade/Urmana. Jetzt habe ich mal meine gewohnt ungeordneten Bestände nach anderen Aufnahmen durchsucht: Hier fanden sich u.a. Giulini/Araiza/Fassbaender (muss ich mal wieder hören) und Inbal/Schreier/van Nes (war schon dran: eine der schlechtesten Einspielungen, die ich kenne - Inbal buchstabiert wie gewohnt, Schreier ist überfordert, Jard van Nes klingt hart und unflexibel).

Was ich aber auch zutage förderte: die Aufnahme eines Konzerts vom 7. Juni 1967 - Carlos Kleiber dirigiert die Wiener Symphoniker, die Solisten sind Waldemar Kmentt und Christa Ludwig. Dieser offensichtliche Amateur-Mitschnitt ist seit 1988 anscheinend mehrfach auf CD veröffentlicht worden, wie folgende Seite zeigt: "http://www.thrsw.com/ckdisc/mahler_gustav_1860_1911_/"

Ich habe ca. 1989 die Nuova-Era-Version erworben und - wie ich mich noch vage erinnere - einmal genossen: damals war ich von der miserablen Aufnahmequalität so schockiert, dass ich die CD wohl unter irgendwelchen Stapeln vergraben habe.

Wie auch immer: ich habe die Aufnahme jetzt kurz hintereinander dreimal gehört. Ja, die Tonqualität ist miserabel, jedenfalls nicht wesentlich besser als bei dem oben von Herbert erwähnten 1948er-Mitschnitt aus New York mit Walter/Svanholm/Ferrier (und der ist ziemlich schlimm). Aber heute bin ich im Anhören solcher Aufnahmen einfach besser geschult als damals.

Die Solisten sind aus anderen Aufnahmen des Werkes wohlbekannt: Kmentt ist (wie bei Kubelik) sängerisch souverän, gestalterisch solide (manchmal singt er sogar richtige Piani). Christa Ludwig auf der Höhe ihres Könnens, keinen Deut schlechter als in der Klemperer-Einspielung, ergo: grandios.

Ich gehöre nicht zu den bedingungslosen Fans von Carlos Kleiber - aber schon das untrügliche Gespür für Tempi begeistert bei dieser Aufnahme. Wunderbar lässt sich das bei "Von der Schönheit" verfolgen - die Temposteigerungen im Mittelteil gelingen atemberaubend, ohne auf Kosten der Deutlichkeit zu gehen (oft wirkt das viel zu ausgetüftelt und ruckartig; bei der Klemperer-Aufnahme halte ich dieses Lied für den Schwachpunkt der Aufnahme: Old Otto kommt trotz Mahlers wiederholter Anweisungen zur Tempoverschärfung nicht aus den Puschen und lässt die Gäule eher gemächlich vorbeitraben). "Der Trunkene im Frühling" kommt bei Kleiber recht schnell daher - und trotzdem wirken die retardierenden, in sich hineinhorchenden Momente nicht gehetzt ("Aus tiefstem Schauen lauscht ich auf"). Im "Abschied" bietet Kleiber mit einer Zeit von 26:12 die zügigste Variante, die ich kenne - das liegt vor allem am Anfangs- und Grundtempo: das "Schwer" wird weniger auf das Tempo als auf die Klanglichkeit bezogen, der Doppelschlag der Oboe kommt sehr schnell. Man muss keine Angst haben, dass der Satz ungebührlich verhetzt wird - dafür differenziert Kleiber im Fortgang des Satzes (schon beim ersten Rezitativ) die verschiedenen Tempi zu stark und ist dann in dieser Hinsicht oft recht nahe beim Gewohnten. Trotzdem eine Version, die noch weniger als Bruno Walter auf das Zerrissene des Satzes setzt, und bei der -wie gesagt- Christa Ludwig berückenden Gesang bietet. Vieles gelingt Kleiber herausragend, vielleicht nicht besser als anderen Dirigenten, aber zumindest ähnlich gut: Die ekstatischen Momente im "Trinklied", die fließende, wunderbar ausgehörte Melancholie im "Einsamen im Herbst". Die Wiener Symphoniker leisten sich nur zwei, drei kleinere Patzer, spielen aber ansonsten wie die Weltmeister ("Von der Schönheit", Mittelteil!) - Kompliment!

Schon wegen des trüben Klangs gehört dieser Mitschnitt nicht in die erste Reihe der Aufnahmen des "Lieds von der Erde". Aber er verdient es, gehört zu werden!


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

Ulli

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Sonntag, 9. Dezember 2007, 08:59

RE: Lied von der Erde

Salut,

wie gleichwohl ich Mahlers 9te und 10te Sinfonie sowie die "Lieder eines fahrenden Gesellen" überaus schätze, fand ich "Das Lied von der Erde" bislang nicht weiter beeindruckend. Allerdings muß ich dazu sagen, dass ich bisher nur eine Einspielung mit der hervorragenden Agnes Baltsa [Alt], Klaus König [Tenor], dem London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Klaus Tennstedt hatte [Cover nicht gefunden].

Irgendwie hat mich beim Hören hier die Musik sehr gestört. :D

Meine jüngste Erwerbung allerdings lässt mich hoffen:



Remmert, Blochwitz
Ensemble Musique Oblique
Philippe Herreweghe

Hier wird die Kammermusikversion von Schoenberg/Riehn musiziert und ein erster Höreindruck hat mich sogleich fasziniert. Wohl nicht umsonst wurde der ffff-Aufkleber auf der Plastikfolie angebracht... :D

Vielleicht kommen wir uns nun etwas näher!? Das "Lied" und ich...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Elisabeth

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Sonntag, 9. Dezember 2007, 09:07

RE: Lied von der Erde

Zitat

Original von Ulli
Salut,

wie gleichwohl ich Mahlers 9te und 10te Sinfonie sowie die "Lieder eines fahrenden Gesellen" überaus schätze, fand ich "Das Lied von der Erde" bislang nicht weiter beeindruckend. Allerdings muß ich dazu sagen, dass ich bisher nur eine Einspielung mit der hervorragenden Agnes Baltsa [Alt], Klaus König [Tenor], dem London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Klaus Tennstedt hatte [Cover nicht gefunden].



Lieber Ulli,

hier ist es (hoffentlich)





:hello:

Elisabeth

Zwielicht

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Sonntag, 9. Dezember 2007, 13:29

RE: Lied von der Erde

Hallo Ulli,

zur Schönberg/Riehn-Fassung des LvdE gibt es sogar einen eigenen Thread (weil im Threadtitel der Name des Komponisten fehlt, findet man den auch nur durch Zufall oder wenn man weiß, dass es ihn gibt):

Lied von der Erde - Version für Kammerorchester


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

Ulli

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56

Sonntag, 9. Dezember 2007, 14:09

RE: Lied von der Erde

Hello Doublelight,

dann werde ich mich zu gegebener Zeit an entsprechender Stelle äußern.

Danke für den Hinweis!

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Ulli

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57

Sonntag, 9. Dezember 2007, 18:16

RE: Lied von der Erde

Zitat

Original von Elisabeth

Zitat

Original von Ulli
Salut,

wie gleichwohl ich Mahlers 9te und 10te Sinfonie sowie die "Lieder eines fahrenden Gesellen" überaus schätze, fand ich "Das Lied von der Erde" bislang nicht weiter beeindruckend. Allerdings muß ich dazu sagen, dass ich bisher nur eine Einspielung mit der hervorragenden Agnes Baltsa [Alt], Klaus König [Tenor], dem London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Klaus Tennstedt hatte [Cover nicht gefunden].



Lieber Ulli,

hier ist es (hoffentlich)





:hello:

Elisabeth


Nö! Das ist ein völlig anderes... :D
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

58

Donnerstag, 15. Mai 2008, 12:56

Radiohinweis Interpretationsvergleich

Ich stelle das hier ein, nicht bei "Demnächst im Radio", weil vielleicht die Interessenten an dem Werk eher hier nachsehen.

Deutschlandradio Kultur
Sonntag 18.5.2008
15:05 Uhr
Interpretationen
"Die Gärten der Seele"
Gustav Mahlers "Lied von der Erde"
Von Olaf Wilhelmer

Folgende Ausschnitte werden zu hören sein:

Titel: aus: Das Lied von der Erde. Eine Sinfonie für Tenor und eine Alt- (oder Bariton-) Stimme und großes Orchester,
1. Satz: Das Trinklied vom Jammer der Erde
Länge: 02:10
Solist: Fischer-Dieskau (Bariton)) (2.,4.,6. Satz)
Solist: James King (Tenor) (1.,3.,5. Satz)
Ensemble:
Orchester: Wiener Philharmoniker
Dirigent: Leonard Bernstein
Komponist: Gustav Mahler
Label: Deutsche Grammophon Gesellschaft
Best.-Nr: 459094-2

Titel: aus: Das Lied von der Erde. Eine Symphonie für eine Alt- aus: und eine Tenorstimme und Orchester,
*(001) Das Trinklied vom Jammer der Erde (9'30)(1)
Länge: 09:30
Solist: Mildred Miller (Mezzosopran)(2,4,6)
Solist: Ernst Haefliger (Tenor)(1,3,5)
Ensemble:
Orchester: New York Philharmonic
Dirigent: Bruno Walter
Komponist: Gustav Mahler
Label: Sony Classical
Best.-Nr: SMK64455

Titel: Der Einsame im Herbst Etwas schleichend.Ermüdet
Länge: 04:03
Solist: Christa Ludwig (Mezzosopran)
Ensemble:
Orchester: Philharmonia Orchestra London
Dirigent: Otto Klemperer
Komponist: Gustav Mahler
Label: Emi
Best.-Nr: CDC7472312

Titel: aus: Das Lied von der Erde aus: Eine Sinfonie für eine Tenor- und eine Altstimme und Orchester,
2. Satz: Der Einsame im Herbst
Länge: 02:16
Solist: Janet Baker (Alt) [2, 4, 6]
Solist: Waldemar Kmentt (Tenor) [1, 3, 5]
Ensemble:
Orchester: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Dirigent: Rafael Kubelik
Komponist: Gustav Mahler
Label: audite
Best.-Nr: 95.491

Titel: aus: Das Lied von der Erde aus: Eine Sinfonie für eine Tenor- und eine Altstimme und Orchester,
3. Satz: Von der Jugend
Länge: 03:19
Solist: Christa Ludwig (Alt) [2,4,6]
Solist: René Kollo (Tenor) [1,3,5]
Ensemble:
Orchester: Berliner Philharmoniker
Dirigent: Herbert von Karajan
Komponist: Gustav Mahler
Label: Deutsche Grammophon
Best.-Nr: 419058-2

Titel: Von der Jugend Behaglich heiter
Länge: 03:37
Solist: Fritz Wunderlich (Tenor)
Ensemble:
Orchester: Philharmonia Orchestra London
Dirigent: Otto Klemperer
Komponist: Gustav Mahler
Label: Emi
Best.-Nr: CDC7472312

Titel: aus: Das Lied von der Erde. Sinfonie für Tenor, Alt und Orchester in 6 Sätzen (Eine Symphonie für eine Tenor- und eine Alt- (oder Bariton-) Stimme und großes Orchester nach Hans Bethges "Die chinesische Flöte" (orig)),
4.Satz: Von der Schönheit Comodo dolcissimo
Länge: 06:00
Solist: Siegfried Jerusalem (Tenor) (1,3,5)
Solist: Waltraud Meier (Mezzosopran) (2,4,6)
Ensemble:
Orchester: Chicago Symphony Orchestra
Dirigent: Daniel Barenboim
Komponist: Gustav Mahler
Label: ERATO
Best.-Nr: 245624-2

Titel: aus: Das Lied von der Erde. Eine Sinfonie für Tenor und eine Alt- (oder Bariton-) Stimme und großes Orchester,
4. Satz: Von der Schönheit
Länge: 03:00
Solist: Fischer-Dieskau (Bariton)) (2.,4.,6. Satz)
Solist: James King (Tenor) (1.,3.,5. Satz)
Ensemble:
Orchester: Wiener Philharmoniker
Dirigent: Leonard Bernstein
Komponist: Gustav Mahler
Label: Deutsche Grammophon Gesellschaft
Best.-Nr: 459094-2

Titel: Der Trunkene im Frühling Allegro
Länge: 04:35
Solist: Peter Schreier (Tenor)
Ensemble:
Orchester: Berliner Sinfonie-Orchester
Dirigent: Kurt Sanderling
Komponist: Gustav Mahler
Label: Ars Vivendi
Best.-Nr: 2100207

Titel: Das Trinklied vom Jammer der Erde
Länge: 04:00
Solist: Warren Mok
Ensemble:
Orchester: Singapore Symphony Orchestra & Warren Mok
Komponist: Gustav Mahler
Label: BIS
Best.-Nr: 1547

Titel: Der Einsame im Herbst & Der Pavillon aus Porzellan
Länge: 13:00
Solist: Brigitte Fassbaender & Thomas Moser & Cyproen Katsaris
Ensemble:
Komponist: Gustav Mahler
Label: TELDEC
Best.-Nr: 2292-46276-2

Titel: aus: Das Lied von der Erde. Transkription für aus: Kammerorchester von Arnold Schönberg und Rainer aus: Riehn,
*(004) Von der Schönheit (7'31)(4)
Länge: 07:31
Solist: Birgit Remmert (Alt)(2,4,6)
Solist: Hans Peter Blochwitz (Tenor)(1,3,5)
Ensemble: Ensemble Musique Oblique
Dirigent: Philippe Herreweghe
Komponist: Gustav Mahler
Label: HARMONIA MUNDI FRANC
Best.-Nr: HMC 901 477

Titel: aus: 4 Lieder für Sopran und Orchester, op. 13,
Nr. 2: Die Einsame
Länge: 01:30
Solist: Françoise Pollet (Sopran)
Ensemble:
Orchester: Ensemble InterContemporain
Dirigent: Pierre Boulez
Komponist: Anton Webern
Label: Deutsche Grammophon Gesellschaft
Best.-Nr: 457637-2

Titel: aus: Das Lied von der Erde aus: Eine Sinfonie für eine Tenor- und eine Baritonstimme aus: und Orchester,
6. Satz: Der Abschied
Länge: 04:45
Solist: Peter Seiffert (Tenor)
Hampson, Thomas (Bariton)
Ensemble:
Orchester: City of Birmingham Symphony Orchestra
Dirigent: Simon Rattle
Komponist: Gustav Mahler
Label: EMI CLASSICS
Best.-Nr: 5562002

Titel: aus: Das Lied von der Erde aus: Eine Sinfonie für eine Tenor- und eine Baritonstimme und Orchester,
6. Satz: Der Abschied
Länge: 03:00
Solist: Jon Villars (Tenor)
Solist: Roman Trekel (Bariton)
Ensemble:
Orchester: Staatskapelle Berlin
Dirigent: Pierre Boulez
Komponist: Gustav Mahler
Label: DeutschlandRadio Berlin

Titel: Das Lied von der Erde, dar.: Der Abschied
Länge: 10:00
Solist: Kathleen Ferrier
Ensemble:
Orchester: Wiener Philharmoniker & Bruno Walter
Komponist: Gustav Mahler
Label: Decca
Best.-Nr: 466576-2
Freundlicher Gruß
Alexander

HolgerB

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59

Freitag, 22. Mai 2009, 21:43

Hallo !

Relativ neu ist diese Aufnahme :



Orchestre Symphonique de Montreal,
Kent Nagano


Die Solisten sind :
Klaus Florian Vogt, Tenor
Christian Gerhaer, Bariton

Ich wurde auf die Aufnahme durch eine überschwengliche Rundfunkkritik aufmerksam.

Zunächst einmal zum Orchester.
Es spielt die zurückhaltend instrumentierten Passagen hervorragend kammermusikalisch ohne die SPannung zu verlieren.
Insgesamt ist die Interpretation sehr klar und von hervorragender durchhörbarkeit.
Die Bläsersoli sind wunderbar gespielt.
Insgesamt führt Nagano das Orchester sehr gut durch die gesamte Partitur und hält die Spannung.

Leider kann man das von den Solisten nicht sagen.

Sicherlich bin ich von der Aufnahme mit Wunderlich unter Klemperer "gezeichnet".
Für mich hat kein Tenor das Werk so klar und glutvoll interpretiert wie er.
Vogt bleibt hier weit zurück.
Die Stimme ist für mich zu weich und geht oftmals im Orchester unter und für mich fehlt eben dieses "glutvolle".

Zu Gerhaer muss ich sagen, grundsätzlich ein toller Bariton.
Ich bevorzuge jedoch mehr die Version des Werks mit der Alt Stimme.

Passt für mich einfach besser.

Insbesondere "Der Abschied", dieser gesungen von einer Ludwig oder einer Ferrier ?!?! :yes:
Gerhaer kommt jedoch, meines erachtens, besser mit seinem Part zu recht als Vogel.

Die Aufnahmetechnik lässt keine Wünsche offen, man merkt gar nicht daß es sich bei der Aufnhame um eine Zusammenstellung von 3 Aufnahmeterminen handelt.

In Summe würde ich sagen 6 Punkte von 10.


:hello:

Gruss
Holger

Norbert

Moderator

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

60

Freitag, 22. Mai 2009, 22:55

Lieber Holger,

danke für Deine Einschätzung.

Ich muß gestehen, daß mich die Nagano-Aufnahme gereizt hat, aber Bedenken wegen des doch sehr hellen und weichen Tenors von Klaus Florian Vogt bestanden.
Ich sehe mich bestätigt.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
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