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Gerhard Wischniewski

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Registrierungsdatum: 7. April 2011

1

Freitag, 1. Juli 2011, 19:55

WAGNER: Tristan und Isolde - Mailand 2007

Wagner: Tristan und Isolde

Opernkritik – DVD



Auszeichnung aus der Mailänder Scala 2007

Allgemeine Beurteilung:Gut

Dauer:233 min

Tristan: Jan Storey
Isolde: Waltraut Meier
Marke: Matti Salminen

Kurwenal: Gerd Groschowski
Melot: Will Hartmann
Chor und Orchester der Mailänder Scala
Dirigent: Daniel Barenboim

Regie: Patrice Chereau
Bühnenbild: Richard Peduzzi
Kostüme: Moidele Bickel

Obwohl die Inszenierungen Patrice Chereaus dem zugezählt werden, was man allgemein unter „Regietheater“ versteht, und ich seinen zum „Jahrhundertring“ hochstilisierten Ring ablehne, möchte ich diese Inszenierung eher als „konventionell“ werten und kann mich durchaus mit ihr anfreunden.
Die Handlung wird – im Gegensatz zu den meisten „Regietheaterinszenierungen“- nicht entstellt oder gar in eine völlig andere verdreht. Chereau hält sich an die von Richard Wagner nach dem keltischen Mythos komponierte Geschichte von Tristan und Isolde, er zwängt uns hier nicht in eine spezielle Deutung, er drängt sich uns nicht auf. Wahrscheinlich ist er
inzwischen tiefer in die Musik Wagners eingedrungen, die er zur Zeit der Ringinszenierung – wie er selbst zugegeben haben soll – nicht kannte. Einen Vergleich mit anderen Inszenierungen von Chereau habe ich nicht.

Das Bühnenbild ist zwar sparsam gehalten, wie es bei vielen heutigen Inszenierungen der Fall ist, unterstützt aber – zusammen mit wirkungsvollen Lichteffekten - die
Geschichte recht gut und lässt durchaus die Illusion zu, dass wir uns im frühen Mittelalter in Cornwall oder der Bretagne befinden.

Basis ist eine düstere Ziegelmauer im Hintergrund, in die ein Tor eingelassen ist, das nach oben wie ein Hausgiebel spitz zuläuft.
Im ersten Akt ragt aus diesem Tor ein Kahn hervor, der mit allerhand Waren und Schiffsutensilien beladen ist und auf dessen Vorderdeck sich die Geschehen abspielt. Hinter dem Tor ist ein Laderaum zu sehen und im oberen Teil eine Art Schiffsbrücke, zu der auf jeder Seite eine Treppe hinaufführt.
Im zweiten Akt bleibt das Tor zunächst geschlossen. Durch säulenartige Versatzstücke und entsprechende Lichtwirkung wird ein Garten bei Nacht angedeutet. Beim Auftritt König Markes öffnet sich das Tor und im Hintergrund sieht man dunkelgrüne Zypressen und eine weitere hohe Mauer.
Im dritten Akt ist das Tor offen und weist in ein dunkles Gewölbe. An der Mauer entlang führt eine Treppe, über die man auf einen – im Bild nicht sichtbaren - Ausguck gelangt. Im angedeuteten Innenhof gibt es nur einige kubische Versatzstücke, von denen eines als Lager für den kranken Tristan dient.
Insgesamt ist das Bild, passend zum Geschehen, recht düster. Immerhin kann man sich hier das Schiff, den Garten und die Burg Markes sowie den Innenhof von Tristans Burg vorstellen.
Die Kostüme sind schlicht und zeitlos, so dass man sich auch mit ihnen in die Zeit der Handlung hineindenken kann.
Zur musikalischen Qualität kann ich mit meinen Kenntnissen keine kompetenten Angaben machen. Stimmlich wie auch darstellerisch hervorragend gefällt mir Waltraut Meier als Isolde, aber auch Michelle de Young als Brangäne, Matti Salminen als Marke und Gerd Grischowski als Kurwenal sind lobend zu erwähnen, während Jan Storey als Tristan eher ein wenig blass wirkt.

Sieht man einmal von dem allzu blutverschmierten Schluss ab (der sicher in der Naheinstellung durch die Kamera stärker zur Geltung kommt als im Zuschauerraum) kann ich zu dieser Inszenierung nur sagen, dass sie auf mich nicht "regietheatralisch wirkt.
Auf die Meinungen anderer Taminos, die - wie ich am sogenannten "Regietheater" nichts Reizvolles finden - und die Übertragung dieser Aufführung oder die DVD gesehen haben, bin ich gespannt.


Liebe Grüße
Gerhard

Gar nichts liegt mir daran, ob man meine Sachen gibt: mir liegt einzig daran, dass man sie so gibt, wie ich's mir gedacht habe; wer das nicht will und kann, der soll's bleiben lassen.
(Richard Wagner an Ferdinand Heine, Dezember 1852)

dr.pingel

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2

Freitag, 1. Juli 2011, 23:36

Zu Gerd Grochowski (so wird er geschrieben) möchte ich erzählen, was wie ein Märchen klingt. Wenn wir in unserem Vokalensemble Fulerum Essen (in den 80ern) Solisten brauchten, so bekamen wir sie, aufgrund persönlicher Beziehungen, aus dem Kölner Rundfunkchor. Und da war oft ein bescheidener und sehr guter Bass zu Gast: Gerd Grochowski. Heute singt er auf der ganzen Welt! Z.B. in Mailand.
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 179

Registrierungsdatum: 7. April 2011

3

Montag, 18. Januar 2016, 18:34


Tristan - René Kollo
Isolde - Johanna Meier
Kurwenal - Hermann Becht
Brangäne - Hanna Schwarz
Marke - Matti Salminen
Melot - Robert Schunk

Festspielorchester Bayreuth, Daniel Barenboim

Ich habe mir dieser Tage die Jean-Pierre Ponelle-Inszenierung aus Bayreuth 1982 im Vergleich zu der oben geschilderten Inszenierung von Patrice Chereau angesehen, die ebenfalls erst im Jahre 2007 herausgegeben wurde. Es handelt sich nicht um eine Live-Aufzeichnung.
Während die Chereau-Inszenierung in kargen, nüchternen Bühnenbildern stattfindet, die jedoch durchaus die Handlungsorte darstellen, erlebt man bei Jean-Pierre Ponnelle poetisch eindrucksvolle Bilder.
Die Illusion eines Schiffes wird durch eine Senke, über die ein riesiges Segel gespannt ist, geschaffen. Bei der Landung wird das Segel weggerissen.
Im zweiten Akt stellt ein riesiger Baum den Garten von König Markes Burg dar, dessen Blattwerk in verschiedenen Farben angestrahlt wird.
Auch im dritten Akt finden wir den Baum – nunmehr entblättert – wieder. Die überwiegende Farbe ist hier, wie auch bei Chereau ein tiefes Grau.
Während Chereau der Originalhandlung treu bleibt, weicht Ponnelle im dritten Akt davon ab. Die Handlung wird von den drei Personen Tristan, Kurwenal und dem alten Hirten getragen, während der Auftritt Isoldes und später König Markes und Melots als Fiebervision Tristans gedeutet wird. Tristan stirbt nach dieser Vision in den Armen Kurwenals. Das mag zwar eine etwas eigenwillige Deutung gesehen werden, ist aber m.E. akzeptabel, weil „Tristan und Isolde“ ohnehin handlungsarm und eher als Psychodrama anzusehen ist.
Gesanglich und darstellerisch überzeugen René Kollo als Tristan, Matti Salminen als König Marke und Hanna Schwarz als Brangäne. Obwohl gesanglich durchaus gut, gefiel mir Johanna Meier als Isolde weniger als Waltraud Meier in der Chereau-Inszenierung, denn sie sang den Text so undeutlich, dass er selbst mit dem Textbuch in der Hand nur schwer nachvollziehbar war.
Gut sind auch Hermann Becht als Kurwenal und Robert Schunk als Melot.
Das Dirigat von Daniel Barenboim ist über alle Zweifel erhaben und nie hat mich die melancholische Hirtenweise im dritten Akt so stark berührt wie in diesem Bild.
Insgesamt schneidet die Ponnelle-Inszenierung bei mir etwas besser als die von Chereau ab.

Liebe Grüße
Gerhard
Gar nichts liegt mir daran, ob man meine Sachen gibt: mir liegt einzig daran, dass man sie so gibt, wie ich's mir gedacht habe; wer das nicht will und kann, der soll's bleiben lassen.
(Richard Wagner an Ferdinand Heine, Dezember 1852)

rodolfo39

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4

Montag, 18. Januar 2016, 18:49

Ich habe das Vergnügen Gerd Grochowski Anfang Februar in Duisburg im fliegenden Holländer in der sehr schönen Inszenierung von Adolf Dresen als Daland zu erleben. In der Inszenierung gibt es sogar im ersten Akt ein großes Holzschiff auf dem der Holländer seine Arie singt. Wer im Rang sitzt kann aber sehen das das Schiff von Mitarbeitern der Rheinopern von Hand bewegt wird,damit es so aussieht als ob es auf den Wellen schaukelt. So langsam kommen die Stars zur Rheinoper. Am 24. Januar singt KFV den Lohengrin in Düsseldorf. Und Im Juli gibt es ein festliches Konzert mit Elena Garanca

rodolfo39

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5

Montag, 18. Januar 2016, 22:34

Ich muss mich korrigieren, ich meinte Günther Groissböck den ich Duisburg als Daland sehen werde.

Stimmenliebhaber

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6

Montag, 18. Januar 2016, 22:37

Hatte mich schon gewundert, dass ein Telramund plötzlich Daland singt.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Stimmenliebhaber

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7

Dienstag, 19. Januar 2016, 11:43

Ich muss mich korrigieren, ich meinte Günther Groissböck den ich Duisburg als Daland sehen werde.

Kann es sein, dass du dich vielleicht sogar nochmal korrigieren musst? Den von dir genannten Sänger kann ich nämlich auf der DOR-Homepage nicht entdecken.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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rodolfo39

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8

Dienstag, 19. Januar 2016, 18:36

Bis letzten Freitag stand Herr Groissböck noch auf der Besetzungsliste. Hab mir extra wegen ihm die Karte gekauft. Schade.

Gerhard Wischniewski

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9

Dienstag, 19. Januar 2016, 19:33

Aber Leute,

das gehört doch alles nicht zum Thema, bei dem es um DVD-Besprechungen geht. Auf diese Weise werden leider sehr viele Themen im Forum verwässert, so dass jemand, der etwas Bestimmtes sucht, überwiegend Diskussionen findet, die ihn nicht nicht interessieren. Zu Diskussionen über Sänger, die in keiner der beiden vorgestellten DVD-Aufzeichnungen vorkommen, sind meiner Ansicht nach andere Themen da. Hier wäre es doch sicher nutzbringender, wenn zu den besprochenen DVD auch andere, die diese Oper auf DVD oder vielleicht sogar live gesehen haben, ihre Stellungnahme abgeben würden. Auch das, was ich hier jetzt gesagt habe, gehört nicht hierher und sollte nur als Anmerkung dienen, wie ich ein Thema sehe und dieses Thema nicht noch mehr zu verwässern. Anschließend bitte ich einen der Moderatoren, diesen Beitrag ebenfalls von hier zu entfernen.

Liebe Grüße
Gerhard
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