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Alfred_Schmidt

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1

Samstag, 16. April 2011, 17:43

2011 - Mozarts Klaviersonaten und ihre Interpreten auf "Originalinstrumenten"

Liebe Mozartgemeinde

Über Mozarts Klaviersonaten ist bereits viel geschrieben worden, über die allgemeine (einst oft angezweifelte) Qualität,, den Stellenwert, die Schwierigkeit der emotionell richtigen interpretation, den (angeblich) niedrigen technischen Schwierigkeitsgrad und auch über die Einschätzung gegenüber Haydn und Beethoven, sowie die Bedeutung in Mozarts Gesamtschaffen – und man ist hiebei in diversen Publikationen im Laufe der Jahrhunderte zu durchaus unterschiedlichen Einschätzungen gekommen.

Es gibt auch bei Tamino-Klassikforum bereits einen Thread zum Thema Mozarts Klaviersonaten – aber der hier startende hat einen anderen Schwerpunkt, er soll sich nämlich ausschliesslich mit den unterschiedlichen Interpretationsansätzen von Aufnahmen auf HISTORISCHEN FORTEPIANOS (oder deren Nachbauten) befassen, wobei VEREINZELT Vergleiche mit „modernen Aufnahmen“ akzeptiert werden können.

Es geht aber auch um den Klang von Nachbauten historischer Instrumente und ob sie sich stark voneinander unterscheiden, was ihre Vorteile gegenüber den historischen Originales sein mögen – und was ihre Nachteile.

Es sollte hier stets an Hand von im Handel vorhandenen Tonbeispielen argumentiert, bzw geurteilt werden.
Da ich davon ausgeh, dass nur wenige Forianer etliche Vergleichsaufnahmen von speziellen Klaviersonaten auf historischen (und nachgebauten) Instrumenten haben, habe ich hier auf 3 Aufnahmen verlinkt, welche unter anderem alle den ersten Sattz der Klaviersonate Nr 10 beeinhalten. Natürlich kann man hier noch keine „Rezension“ darüber schreiben“, aber es est ein einfacher Weg zumindest ansatzweise zu hören wie unterschiedlich ein und derselbe Ausschnitt einer Mozart Klaviersonate klingen kann – auch wenn hier angeblich Originalklang – und HIP –Spieltechniken eingesetzt werden……

Aber auch das "In Zweifel ziehen" des Bemühens um "authentischen Mozartklang ist hier gestattet, zum einen inwieweit er überhaupt realisierbar sei, zum anderen, ob er überhaupt angestrebt werden sollte.

Gern werden ja Mozart Klaviersonaten auf den instrumenten von Anton Walter gespielt, aber es gibt noch andere zeitgenössische Instrumente, auf denen Mozart selbst gespielt hatte.




Obenstehend finden sich drei CD Cover von Aufnahmen auf historischen Instrumenten (bzw. Nachbauten) , wo jeweils Mozarts Klaviersonate Nr 11 mit enthalten ist.

Es ist äusserst interessant in den ersten Satz hineinzuhören und Vergleiche zu ziehen, sowohl von der Interpretation , als auch vom Klang des jeweiligen Instruments.

Bedauerlicherweise musste ich auf drei weitere, sehr interessante Einspielungen verzichten, weil die Soundsamples l entweder nicht den entsprechenden Ausschnitt (Beginn des ersten Satzes von KV 330) bereitstellten (Zitterbart - Bräutigam)
oder sie von mir im Katalog nicht mehr zu finden waren (Badura-Skoda für Astree auf einem Pianoforte von Schantz)

Es mag aber sein, daß während der Laufzeit dieses Threads einiges wieder aufgelegt wird, oder aber, daß Tamino-Mitglieder über Aufnahmen berichten könne, die sie besitzen, die aber derzeit im Handel nicht verfügbar sind......

Weitere Tonbeispiele mit Vergleichsmöglichkeiten werden bei entsprechendem Interesse folgen.

mfg aus Wien

Alfred

Mozart, Wolfgang Amadeus: Die Klaviersonaten
Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviersonate in C-dur KV 330
Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviersonate a-moll KV 310
W. A. MOZART: Klaviersonate D-Dur KV 284 (205b) "Dürnitz"

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

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2

Mittwoch, 28. September 2011, 17:01

Da ich davon ausgeh, dass nur wenige Forianer etliche Vergleichsaufnahmen von speziellen Klaviersonaten auf historischen (und nachgebauten) Instrumenten haben, habe ich hier auf 3 Aufnahmen verlinkt, welche unter anderem alle den ersten Sattz der Klaviersonate Nr 10 beeinhalten. Natürlich kann man hier noch keine „Rezension“ darüber schreiben“, aber es est ein einfacher Weg zumindest ansatzweise zu hören wie unterschiedlich ein und derselbe Ausschnitt einer Mozart Klaviersonate klingen kann – auch wenn hier angeblich Originalklang – und HIP –Spieltechniken eingesetzt werden……

Bei Lubimov werden aber nicht (angeblich) HIP-Techniken eingesetzt, oder?
Ich habe folgende 3 Einspielungen per Schnipsel vergleichsgehört, da ich eine Gesamtaufnahme suche:


(wohl aus )

Also: 10. Sonate, erster Satz.
Lubimov gefällt mir tatsächlich am wenigsten, das wirkt vergleichsweise gestelzt und auseinanderfallend.
Oort ist etwas manieriert
Brautigam siegt
:D
(und ist leider am teuersten)
:(

Alfred_Schmidt

Administrator

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3

Mittwoch, 28. September 2011, 23:54

Zitat

Original von KSM:
Bei Lubimov werden aber nicht (angeblich) HIP-Techniken eingesetzt, oder?

Oder !!

Zitat

Produktinfo
Der 1944 geborene Alexei Lubimov ist einer der bedeutendsten russischen Pianisten der Gegenwart. Sein Repertoire umfasst Erstaufführungen der Werke von John Cage, Terry Riley, Gubaidulina und Pärt genauso wie er sich einen Namen als kenntnisreicher Barock-Experte. Für Erato spielte Lubimov die gesamten Klaviersonaten Mozarts auf einem originalgetreuen Hammerklavier ein. Die gesammelten Aufnahmen, die seine intelligente Lesart der russischen Tradition ebenso widerspiegeln wie die tief empfundene Liebe zu den Grundlagen der westlich / klassischen Musikkultur erscheinen jetzt in einer Box mit rund 400 Minuten Spielzeit.


mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

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4

Donnerstag, 29. September 2011, 09:51

Da steht aber nichts über Historisch Informierte Praxis.
Da steht nur, dass das Klavier historisch ist.
Insbesondere der Hinweis auf die russische Schule klingt nach nicht-HIP.

Die Liste seiner Auftrittspartner ist allerdings gemischt, auch mit HIP.

Alfred_Schmidt

Administrator

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5

Freitag, 10. Februar 2012, 21:47

Ich kann letztere Aussagen nicht überprüfen, überlasse das also einem anderen Tamino - zu einem späterem Zeitpunkt.
Inzwischen schreitet Christian Bezuidenhouts Gesamtaufnahme für harmonia mundi fort. Vor wenigen Tagen ist Folge 3 erschienen
welche zusätzlich zu den Sonaten Nr 12 und 13 auch die 8 Variationen über "ein Weib ist das herrlichste Ding "aus Schaacks "Der dumme Gärtner" enthält (KV 613)..

Aus der Produktinfo:

Zitat

Oswald Beaujean brachte in der ZEIT die Besonderheit von Bezuidenhouts Mozartspiel auf den Punkt: "Bezuidenhout nimmt Mozarts Klaviermusik so blutig ernst wie nur wenige große Pianisten vor ihm. […] Er räumt mit dem Grundsatz auf, Mozart sei von vornherein anders zu spielen als Beethoven. […] Mit herrlich fließenden Tempi, ständigen Licht- und Farbwechseln erzählt er Geschichten: von zurückhaltenden und scheuen, von selbstbewussten oder melancholischen, von anmutigen und kecken Wesen. Gefällig oder harmlos, wie wir Mozarts Klaviermusik so gerne serviert bekommen, ist hier nichts mehr."


Immerhin die Aussage eines führenden Kritikers. Aber die hätte es in meinem Falll nicht gebraucht. Nachdem ich bereits von Folge 1 und 2 begeistert war habe ich im Rahmen meiner Quartalsbestellung dies CD geordert.

mfg aus Wien
Alfred


2012 - Mozarts Klaviersonaten und ihre Interpreten auf modernem Flügel

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Don_Gaiferos

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6

Sonntag, 26. Juni 2016, 23:52

Ich lausche mit größtem Vergnügen dieser Box, die Brilliant Classics im Laufe der Jahre immer wieder in anderer Verpackung neu aufgelegt hat. Bart van Oort ist ein ganz ausgezeichneter Virtuose auf historischen Instrumenten, der den Nachbauten der Walter-Pianofortes eine große Palette von Klangfarben und Anschlagsnuancen entlockt. Der feine, silbrige, gläsern-kritalline Klang, der so ganz anders klingt als moderne Flügel, wird hier niemals dünn und spröde, sondern klingt immer fein ziseliert und dennoch voll und reich. Ganz besonders angetan haben es mir die vierhändigen Werke, wie zum Beispiel die Sonate in C für vier Hände KV 521, die hier kongenial von Ursula Dütschler miteingespielt worden ist. Die Melodien perlen nur so daher, und auch verträumte, zarte Momente lassen den Zuhörer Raum und Zeit vergessen. Mozart soll das vierhändige Cembalo - Spiel auf dem Schoße Johann Christian Bachs sitzend kennengelernt haben. Der Kammermusikführer (s. Link) führt aus:
Mozarts Interesse an der Gattung blieb zeitlebens von einer Voraussetzung abhängig: einem fähigen Mitspieler wie Johann Christian Bach oder noch besser: einer fähigen Mitspielerin. In den ersten drei Sonaten der Jugendzeit war dies seine Schwester Nannerl, später in Wien waren es begabte Schülerinnen. Für eine solche, nämlich Franziska von Jacquin, ist auch die Sonate C-Dur, KV 521, entstanden. Die Tochter des Wiener Botanikprofessors von Jacquin und ihr ebenso musikalischer Bruder Gottfried zählten in der Zeit um Don Giovanni zu Mozarts engsten Freunden. Für Franzsika hat er u.a. das sog. “Kegelstatt-Trio” komponiert.
Die C-Dur-Sonate, KV 521, übersandte er Ende Mai 1787 an Gottfried von Jacquin mit den mahnenden Worten: “Die Sonate haben sie die Güte ihrer frl: Schwester nebst meiner Empfehlung zu geben; – sie möchte sich aber gleich darüber machen, denn sie seye etwas schwer.”


http://www.kammermusikfuehrer.de/werke/2136

Don_Gaiferos

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7

Sonntag, 11. März 2018, 15:57

Wieder einmal lausche ich mit größtem Vergnügen Bart van Oorts Spiel, und möchte gleichzeitig eine youtube-Aufnahme verlinken, um vielleicht Interesse zu wecken und eine Lanze für ihn zu brechen. DIese quicklebendige, muntere, klangschöne Einspielung ist es sicher wert, dass man sich mit ihr befasst, und vielleicht macht die den Schritt vom modernen Flügel zum historischen Instrument etwas leichter. Van Oort spielt auf den CDs einen Walter-Nachbau (etwa 1800). Hier klingt nichts spröde oder blechern, sondern silbrig glänzend, glockenhaft perlend und hell leuchtend.


William B.A.

Erleuchteter

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8

Freitag, 20. April 2018, 22:49

Von Bart van Oort habe ich von Mozart alle Aufnahmen die in der Mozart GA (170 CDs) enthalten sind, mit diesem Label:



Wenn ich wieder zu Hause bin (wir fliegen am Sonntagmorgen um 6 Uhr ab Funchal), dann werde ich mal wieder reinhören und meine Eindrücke hier mitteilen.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Don_Gaiferos

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9

Freitag, 20. April 2018, 23:06

Lieber Willi,

da bin ich bereits sehr gespannt auf Deine Eindrücke und wünsche DIr eine gute und sichere Heimreise. Ich höre auch in letzter Zeit wieder verstärkt van Oort, Bilsom und Schoonderwoerd und finde es zunehmend spannend, mich in diese klanglichen Welten zu versetzen.

liebe Grüße