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Cartman

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  • »Cartman« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 340

Registrierungsdatum: 30. März 2011

1

Mittwoch, 13. April 2011, 22:28

SMETANA: DIE VERKAUFTE BRAUT - Wiener Staatsoper 1982 (deutsch)

Smetana: Die verkaufte Braut - Wiener Staatsoper 1982 (deutsch)



REZENSION OPER DVD



SMETANA: Die verkaufte Braut (deutsch)

Libretto von Karel Sabina (dt. Fassung von Max Kalbeck)



Aufzeichnung 1982 Wiener Staatsoper

Inszenierung und Ausstattung: Traditionell konventionell


Generelle Beurteilung : GUT


Dauer 155 Minuten
Tonqualität: gut
Bildqualität: matte Farben, aber sonst ordentlich




Marie: --- Lucia POPP :jubel:
Hans: --- Siegfried JERUSALEM
Kezal: --- Karl RIDDERBUSCH
Wenzel:--- Heinz ZEDNIK :yes:
Kruschina: --- Alfred SRAMEK
Katinka: --- Gertrude JAHN
Micha: --- Walter FINK
Agnes: --- Czeslawa SLANIA



Inszenierung: --- Otto Schenk


Chor, Ballett und Orchester der Wiener Staatsoper

Dirigent:--- Adam Fischer








Das Ereignis dieser Aufzeichnung ist natürlich Lucia Popps Marie, die fast alles überstrahlt, was hier geboten wird - und das ist nicht wenig!

Adam Fischer dirigiert schwungvoll und manchmal schon zu zackig das gutgelaunt aufspielende Orchester und den passablen Opernchor. Otto Schenks Inszenierung bedient sich bewusst der alten Übersetzung Kalbecks, die zu der - im überwiegend positiven Sinne - altmodischen Inszenierung passt. In einem frühlingshaften Bühnenbild (Bühne und Kostüme: Rolf Langenfass) tummeln sich die der böhmischen Folklore verpflichteten Akteure. Einige der Chor- und Ballettszenen werden geschickt dazu genutzt, um die Thematik der Suche nach dem richtigen Liebchen/Liebsten humorvoll zu thematisieren. Da gibt es viele schöne Details zu entdecken, die auch beim wiederholten Anschauen noch Freude machen. So auch im Dritten Akt beim Auftritt des Zirkus Springer, der eine ulkig verunglückte Probe seines Könnens abliefert. (Zirkusdirektor Springer (Erich Kunz) hält übrigens zuvor eine launige Rede, die einige Sptzen gegen die Direktion der Wiener Saatsoper parat hat.)

Die Personenführung bei den Solisten ist eher konvenionell, hat aber in zwei Fällen trotzdem ihre Tücken: Zu Hans ist Schenk leider nicht viel mehr eingefallen, als ihn mit den Händen in den Hosentaschen herumlaufen zu lassen. Einer "Aufgabe", die Siegfried Jerusalem nicht uncharmant löst. Was bei Hans vielleicht zu wenig ist, ist bei Kezal dann fast schon wieder des Guten zuviel - da wird aus dem Flachmann getrunken, herumgelaufen, mit dem Schirm gefuchtelt und und und... Mit einem anderen Sänger/Darsteller als Karl Ridderbusch wäre das sicher besser umzusetzen gewesen. Ich schätze Ridderbusch sehr (als van Bett oder Sachs ist er einmalig), aber mit dieser unruhigen Interpretation hat er sich leider keinen großen Gefallen getan; da hätte Schenk inszenatorisch nach einer anderen sängerfreundlicheren Lösung suchen müssen.

Noch ein Wort zu den Sängern: Die musikalischen Glanzlichter dieser Aufführung setzten Lucia Popp und Heinz Zednik, die voll und ganz in ihren Rollen aufgehen. Jerusalem ist eine gute, wenn auch nicht hundertprozentig überzeugende Besetzung, Ridderbusch hat mitunter mit Fischers flotten Tempi zu kämpfen und unter den kleineren Partien sticht Gertrude Jahn als Katinka hervor.

Fazit: Eine bewusst altmodisch-traditionelle Inszenierung, die trotz kleiner Schwächen für gute Laune sorgt und somit dem heiteren Sujet vollauf gerecht wird. (In diesem Zusammenhang sei noch auf die grandiose Verfilmung der "Verkauften Braut" von Max Ophüls hingewiesen, die meines Wissens nach momentan nicht auf DVD erhältlich ist. Trotz aller Kürzungen dürfte diese Fassung die definitive filmische Umsetzung dieses Werkes sein.)
Das Tagtägliche erschöpft mich!
LUDWIG VAN BEETHOVEN in einem Brief an seinen Neffen Karl