Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 913

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Samstag, 5. März 2011, 12:50

Die vier Jahreszeiten im Laufe der Jahrhunderte

Nanu ?
Schon wieder ein Thread über Vivaldis Dauerbrenner ?

Den gibts doch schon ? - wenngleich er nicht mehr am letzen Stand zu sein scheint.

Ohrwurm aus Italien - Antonio Vivaldi: "Le quattro stagioni"

Oder kramt Alfred jetzt vielleicht Haydns Oratorium "Die Jahreszeiten! neu hervor ?

Auch hier gibts schon einen Thread

Joseph Haydn: Die Jahreszeiten

Aber schliesslich haben nicht nur Haydn und Vivaldi die Jahreszeiten vertont, unter diesem - und ähnlichen Titeln haben auch andere Komponisten ihre persönliche Visitenkarte zu diesem Thema abgegeben.
Ich bin immer wieder überrascht wie verschieden hier individuelle Eindrücke vertont wurden - bis hinein un unsere Zeit.
Ich beginne diesen Thread (aus meiner Sicht) völlig unortodox , stelle ein Werk der Gegenwart hier vor, das ich soeben entdeckt habe, und wenn ich "entdeckt habe" schreibe, dann meine ich das diesmal in zweifacher Hinsicht - ich habe einerseits das Werk bei jpc gefunden - und andrerseits Gefallen daran gefunden. Das kann ich sogar anhand der kurzen Soundsamples, die uns das Internet zur Verfügung stellt, bereits jetzt sagen.



Es handelt sich um das 2. Violinkonzert von Philipp Glass, welches im Herst 2009 auf Ersuchen des amerikanischen Robert McDuffie komponiert, und noch im gleichen Jahre von diesem uraufgeführt wurde.

Natürlich bietet es sich an, über dieses Werk zu schreiben, es zu bewerten, zu Schätzen oder zu verwerfen - und es ist eine interessanter Einstig zu einem - wie ich hoffe - interessanten Thema. Aber man sollte den Focus nicht ausschliesslich auf dieses Werk lenken, weil ich nämlich plane einen Thread über die Violinkonzerte von Glass zu starten - oder hier anzuregen

An sich ist das Thema hier offen, Transkriptionen von Vivaldis Jahreszeiten können hier ebenso besprochen oder verrissen werden, wie themenbezogene Werke anderer Komponisten - aus allen Jahrhunderten .

Ich erwarte mir, daß aus diesem Schmelztiegel Ideen zu anderen - spezifischeren Threads entstehen..

Und- was vermutlich noch wichtiger ist-
weitgehend unbekannte Werke den Interessenten zugängig gemacht werden,
bzw ihre Existenz erwähnt wird.....

mfg aus Wien

Alfred

Wo ein Internetforum ist, da ist auch der Teufel nicht weit
(Alfred Schmidt)

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

2

Samstag, 5. März 2011, 17:20



"The American Seasons" wurden 1999 von Mark O Connor komponiert für Violine und Streichorchester.
Angelehnt an Vivaldis "Vier Jahreszeiten" besteht das 4.Violinkonzert O Connors aus Frühling,Sommer,Herbst und Winter.
Gemeint sind jedoch nicht die vier Jahreszeiten eines Jahres sondern die Lebensabschnitte eines Menschens.
Genauer gesagt eines amerikanischen Menschenlebens.
Die Aufführung dieses Konzertes bei den Musikfestspielen in Dresden 2009 durch den Komponisten,begleitet von der Camerata Bern/Jacobsen,ist leider nicht auf CD erschienen.Vielleicht kann ich einen Rundfunkmitschnitt bekommen und mit der o.a. Sony-CD-Einspielung vergleichen.
mfG
Michael

Wolfram

Prägender Forenuser

  • »Wolfram« ist männlich
  • »Wolfram« wurde gesperrt

Beiträge: 4 158

Registrierungsdatum: 5. August 2006

3

Samstag, 5. März 2011, 17:25

Zweimal slawische Jahreszeiten, Tschaikowsky und Glazunow. Freunde des Dirigenten und Pianisten sowie Fans des Decca-Sounds können bedenkenlos zuschlagen. Der Glasunow ist mit Prokofieffs Cinderella höchst attraktiv gekoppelt:

Viele Grüße, Wolfram

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 913

Registrierungsdatum: 9. August 2004

4

Samstag, 5. März 2011, 19:20

Wenngleixh ich hoffe, daß es nicht nur beim Aufzählen der verfügbaren Werke bleiben wird, so ist eine Inventur zu Beginn sicher nicht der schlechteste Anfang. Hier die neueste Information: Vivaldis "Vier Jahreszeiten" waren nicht der Urvater des Genres, sowas gabs schon früher.

Hier beispielsweise von Christopher SIMPSON (1605-1669) Die Monate



Die abgebildete Aufnahme ist eine andere, als ich besitze, meine ist jedoch indes gestrichen, und ich hatte schon befürchtet, das Werk sei nicht mehr verfügbar. Hier sprang jedoch das Label Alpha hilfreich in die Bresche und ersetzte die Virgin-Aufnahme ganz hervorragend.....

mfg aus Wien

Alfred

Wo ein Internetforum ist, da ist auch der Teufel nicht weit
(Alfred Schmidt)

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 653

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

5

Montag, 7. März 2011, 13:54

John Cage: The Seasons (1947)

Auch Cage hat sich dem Thema der Jahreszeiten gewidmet - in einem Frühwerk, das sowohl in Klavier- als auch in Orchesterversion existiert.
Preiswert etwa diese Aufnahme der Klavierversion:

während ich von der Orchesterversion nur eine teuere Einspielung finde:


Ich habe das Werk einmal live gehört - es erinnerte mich an das "String Quartet in Four Parts" (1950), wo jedem Ton ein Akkord zugeordnet ist und sich die Harmoniefolge automatisch beim Komponieren der Melodie ergibt.

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 653

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

6

Montag, 7. März 2011, 14:05

Spohrs neunte

Ich kenne von Spohr bedauerlicherweise nur 2 Sinfonien, die 6. und die 9.:

aber die beiden sind außerordentlich interessant, die 6. ist die "historische" und stellt verschiedene Musikepochen dar (eine Art musikalischer Historismus - mit Zukunftsmusik).
Die 9. stellt auf sehr gelungene Weise die Jahreszeiten dar, beim Sommer fange ich immer an zu schwitzen ...
:)

musikwanderer

Prägender Forenuser

  • »musikwanderer« ist männlich

Beiträge: 3 953

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

7

Montag, 7. März 2011, 14:54

Die vier Jahreszeiten

Wolle man doch bitte auch des Giuseppe Verdi nicht vergessen:



In der "Sizilianischen Vesper" ist doch das wirklich sehr ausgedehnte Ballett "Quattro Stagioni" enthalten (fast eine halbe Stunde Spieldauer). Ein Instrumentalstück, das durchaus bei der Länge ein Sinfonie-Konzert zieren würde...

meint zumindest der
.

MUSIKWANDERER

WolfgangZ

Prägender Forenuser

  • »WolfgangZ« ist männlich

Beiträge: 2 220

Registrierungsdatum: 16. April 2007

8

Montag, 7. März 2011, 18:09

Verruchte Jahreszeiten aus Argentinien ...




Vier schwarze Tangos von Astor Piazzolla (1921 - 1992). Es gibt bei unserem Werbepartner immerhin eine Handvoll verschiedene Arrangements zu erwerben. Die Fassung für Klaviertrio kenne ich live; über eine Anschaffung wird nachgedacht ...

:hello: Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 179

Registrierungsdatum: 12. August 2005

9

Montag, 7. März 2011, 19:56

Purcells Schauspielmusik zu "The Fairy Queen" enthält im vorletzten 4.Akt eine ziemlich eigenständige "Masque for the Seasons", etwa 15 min, eine Arie pro personifizierter Jahreszeit, eingerahmt von einem Chor an die lebensspendende Sonne (Phoebus) "Hail, great parent of us all".
Es lohnt sich natürlich, diese Schauspielmusik komplett kennenzulernen, aber es gibt die Masque for the Seasons auch separat auf einer Anthologie unter Ltg. von Parrott

Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

10

Mittwoch, 9. März 2011, 11:43



Joachim Raff komponierte 11 Sinfonien,darunter die letzten 4 zum Thema "Vier Jahreszeiten".
Sinfonie Nr. 8 Frühlingsklänge
Sinfonie Nr. 9 Im Sommer
Sinfonie Nr. 10 Zur Herbstzeit
Sinfonie Nr. 11 Der Winter
Die ( 2004 aufgelöste) Philharmonia Hungarica mit W.A. Albert spielte (1992-1994) diese 4 Jahreszeiten Sinfonien für das Label CPO ein,wo sie auf einem 2CD-Album erhältlich sind.

,

Bei dem Label Tudor erschienen sämtliche Sinfonien Raffs von den Bamberger Symphonikern mit Stadlmair sowohl in einer 9 CD-Box als auch in Einzel-CDs,sodaß man die Jahreszeiten Sinfonien (eingespielt 2002) auch auf 2 CDs erwerben kann.
mfG
Michael

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 913

Registrierungsdatum: 9. August 2004

11

Mittwoch, 9. März 2011, 14:56

Man sollte nicht glauben, wie viele Komponisten sich durch das Thema "Vier Jahreszeiten"

inspierieren liessen - und noch immer lassen



Wir sollten noch ein bis 2 Tage Material sammeln - und dann langsam beginnen - wer eine Aufnahme verfügbar und Lust dazu hat - darüber zu schreiben inwieweit man das Thema auch musikalisch erkennen kann - oder zu erkennen glaubt - bzw inwieweit zu vermuten ist, daß sich der Werktitel nur am berühmten Vorbild Vivaldis anhängt - um bekannter zu werden.....

mfg aus Wien

Alfred

Wo ein Internetforum ist, da ist auch der Teufel nicht weit
(Alfred Schmidt)

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

12

Mittwoch, 9. März 2011, 20:01



2010 erschien diese CD mit dem Mitschnitt der Uraufführung(2009) der "Vier Jahreszeiten" für Klavier des lettischen Komponisten Peteris Vasks.
mfG
Michael

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 913

Registrierungsdatum: 9. August 2004

13

Samstag, 12. März 2011, 15:10

Hier noch ein Weiterer Beitrag zu diesem Genre - wieder was Zeitgenössisches.



Haydns Jahreszeiten wurden noch nicht genannt - aber die hätten vielleicht ohnedies nicht so optimal in die Gruppe der reinen Intrumentalkompositionen gepasst.

Ich glaube wir haben so ziemlich alles beisammen - Nachzügler willkommen.

Nun könnten wir uns jene Werke, welche in den Regalen der Taminos liegen zu Gemüte führen - und darüber berichten, ob zwiaschen dem Titel der Komposition und ihrem Inhalt ein für den Hörer nachzuvollziehender Zusammenhang besteht - oder ob der Titel (vermutlich !!) willkürlich oder (ebenfalls vermutlich "") aus PR Gründen gewählt wurde, bzw kann ein ganz subjektiver Eindruck, den ein bestimmtes Werk bei Euch hinterlassen hat beschrieben werden......

mfg aus Wien

Alfred

Alfred

Wo ein Internetforum ist, da ist auch der Teufel nicht weit
(Alfred Schmidt)

musikwanderer

Prägender Forenuser

  • »musikwanderer« ist männlich

Beiträge: 3 953

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

14

Sonntag, 13. März 2011, 14:08

Zu den von mir im Beitrag 7 genannten „Vier Jahreszeiten“ aus Verdis „Sizilianischer Vesper“ muß ich ehrlicherweise gestehen, daß sich mir der Titel aus dem Inhalt nicht erschließt. Das liegt auch daran, daß meine Einspielung - mit Domingo, Arroyo, Milnes, Raimondi, dem John Alldis Choir, dem New Philharmonia Orchestra unter Levine, bei RCA Victor erschienen - eine Trödelmarkt-Erwerbung darstellt, der das Booklet fehlt.

Immerhin ist festzustellen, daß „Les vêpres siciliennes“ von der Spieldauer her eine der umfangreichsten Opern Verdis ist, vielleicht nur mit der ersten Pariser Fassung von „Don Carlo“ vergleichbar. Das liegt auch an dem umfangreichen Ballettdivertissement im dritten Akt, eben den „Vier Jahreszeiten“, das einen Ball im Palast Montforts zeigt, auf dem die Protagonisten Elena und Procida den sizilianischen Gouverneur töten wollen (der kurze Ballo mit dem Titel „Tarantella“ aus dem zweiten Akt ist dagegen zu vernachlässigen).

Das halbstündige Ballett wurde seinerzeit von Marius Petipa choreographiert und besteht aus einer Folge von damals modischen Tänzen wie Polka, Galopp, Mazurka, die Verdis Einfallsreichtum, noch dazu mit großem orchestralen Einsatz, unterstreichen. Warum die Autoren Scribe/Verdi hier allerdings „Vier Jahreszeiten“ darstellen wollen, bleibt mir bis dato unklar. Auf jeden Fall steht fest, daß Verdi hier sein ganzes Können aufbietet, um sich mit der französischen „Grand opéra“ zu messen. Und das ist ihm, wie ich finde, gelungen.

Herzliche Grüße vom
.

MUSIKWANDERER

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 17 913

Registrierungsdatum: 9. August 2004

15

Sonntag, 13. März 2011, 15:10

Zitat

Warum die Autoren Scribe/Verdi hier allerdings „Vier Jahreszeiten“ darstellen wollen, bleibt mir bis dato unklar. Auf jeden Fall steht fest, daß Verdi hier sein ganzes Können aufbietet, um sich mit der französischen „Grand opéra“ zu messen. Und das ist ihm, wie ich finde, gelungen.


Genau. Ein Ballett "Vier Jahreszeiten" ist mit Sicherheit optisch sehr eindrucksvoll in Szene zu setzen. Die Pariser waren von jeher versessen auf Balletteinlagen in der Oper - und die Autoren wussten das natürlich, vor allem Scribe So gestaltete sich denn die Uraufführung der Oper auch zu einem Triumph, wie ihn Verdi nicht erwartet hatte......

Verdi und Scribe sollen nicht harmoniert haben - unter anderem empfand Verdi (angeblich) einige Massenszenen und das Ballett als dramaturgisch überflüssig......

mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

Wo ein Internetforum ist, da ist auch der Teufel nicht weit
(Alfred Schmidt)

Maurice

Prägender Forenuser

  • »Maurice« ist männlich

Beiträge: 4 721

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

16

Sonntag, 13. März 2011, 21:01

Erlaube mir die Nennung dieser Scheibe:



Fanny Mendelssohn-Hensel:
»Das Jahr« – 12 Charakterstücke für das Forte Piano

Lauma Skride, Klavier

Label: Sony | 2005

»Für ihre CD-Premiere bei Sony Classical hat Lauma Skride den charmanten Klavierzyklus »Das Jahr« von Fanny Mendelssohn-Hensel (1805–1847) ausgewählt, ein selten eingespieltes Werk, das vor sechs Jahren erstmals in einer Druckfassung herausgebracht wurde. … ist aber am Flügel eine bemerkenswert starke Persönlichkeit, die in diesem zyklisch verknüpften "Jahr" den treffenden Zugriff findet. Mal beherzt und mal beseelt, mal elegant und mal pointiert.«
Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

Travinius

Prägender Forenuser

  • »Travinius« ist männlich
  • »Travinius« wurde gesperrt

Beiträge: 995

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

17

Montag, 28. März 2011, 19:03

Die Vier Jahreszeiten können auch metaphorisch umgesetzt sein. Bei Charles Ives stehen amerikanische Feiertage stellvertretend für die vier Jahreszeiten:
  1. Washington’s Birthday steht für den Winter
  2. Decoration Day steht für den Frühling
  3. The Fourth of Julysteht für den Sommer
  4. Thanksgiving steht für den Herbst (hier kommt auch ein Chor zum Einsatz)



Wir sollten noch ein bis 2 Tage Material sammeln - und dann langsam beginnen - wer eine Aufnahme verfügbar und Lust dazu hat - darüber zu schreiben inwieweit man das Thema auch musikalisch erkennen kann - oder zu erkennen glaubt - bzw inwieweit zu vermuten ist, daß sich der Werktitel nur am berühmten Vorbild Vivaldis anhängt - um bekannter zu werden.....

Ich glaube nicht, das Ives sich einem Vorbild anhängt.

Die Vier Jahreszeiten sind ein ganz beliebter Topos, sowohl in der Musik als auch in der bildenden Kunst. Man hat a priori die Vierteilung des Werkes, d.h. man kann vier Sätze gestalten, vier Wände in einem Schloß ausmalen etc.
Außerdem hat jede Jahreszeit einen durch die Jahrhunderte geprägten 'Charakter' und kann damit auch als Parabel für menschliche Charaktere oder Stimmungen herhalten.

Nein, ich glaube Vivaldis Vorbildfunktion spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
LuciusTravinius Potellus

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 179

Registrierungsdatum: 12. August 2005

18

Dienstag, 29. März 2011, 12:02

Werke ab der 2. Hälfte des 20. Jhds. könnten sich auf Vivaldi beziehen. Aber ich glaube kaum, dass Tschaikowsky oder Ives von dessen Werk gewusst haben.
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Travinius

Prägender Forenuser

  • »Travinius« ist männlich
  • »Travinius« wurde gesperrt

Beiträge: 995

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

19

Dienstag, 29. März 2011, 20:10

Abgesehen davon traue ich Ives auch keinen schlichten 'Marketinggriff' zu. Ives ist/war ein Original (auch, wenn er in seiner Musik mitunter collagenhaft existierende Versatzstücke verarbeitet).
LuciusTravinius Potellus

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 179

Registrierungsdatum: 12. August 2005

20

Dienstag, 29. März 2011, 21:43

Abgesehen davon traue ich Ives auch keinen schlichten 'Marketinggriff' zu. Ives ist/war ein Original (auch, wenn er in seiner Musik mitunter collagenhaft existierende Versatzstücke verarbeitet).


Ives ist ja ohnehin nur ein entferntes Beispiel. Auch wenn die 4 Holidays für die Jahreszeiten stehen können, stehen die Stücke doch erstmal für die entsprechenden Feiertage, oder?
Die Versatzstücke von Ives stammen ja aus amerikanischen Chorälen und Märschen, es gibt keinerlei Bezug auf europäische Barockmusik. Und wie gesagt: Kaum ein Mensch kannte Vivaldi vor den 1920er Jahren.
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

21

Mittwoch, 13. Juli 2011, 20:34

Gregor Joseph Werner



Joseph Haydn komponierte Die Jahreszeiten.

Haydns Vorgänger beim Fürsten Esterhazy war Gregor Joseph Werner.

Gregor Joseph Werner komponierte den Musikalischen Kalender für Musikinstrumente,wobei jeder einzelne Monat berücksichtigt wurde.
mfG
Michael

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

22

Donnerstag, 14. Juli 2011, 20:52

Heinz Holliger - Die Jahreszeiten

,

Heinz Holliger - Die Jahreszeiten (aus dem Scardanelli Zyklus) für gemischten Chor.
Uraufführung (Frühling I, Sommer I, Herbst I und Winter I) 21. Oktober 1977
Uraufführung (Frühling II, Sommer II und Herbst II) 19. Juni 1982
Uraufführung (Frühling III, Sommer III, Herbst III und Winter III) 17. Oktober 1983
Uraufführung (Winter II) 19. Oktober 1985

Für eine Aufführung ist immer ein vollständiger Jahreszyklus aus den zur Verfügung stehenden Liedern auszuwählen,für jede Jahreszeit ein Lied.
Die römischen Ordnungszahlen können beliebig gemischt werden.
mfG
Michael

moderato

Prägender Forenuser

  • »moderato« ist männlich

Beiträge: 4 802

Registrierungsdatum: 14. November 2010

23

Donnerstag, 14. Juli 2011, 21:09

Bleibt noch hinzuzufügen, dass die von Heinz Holliger vertonten Gedichte von Friedrich Hölderlin stammen. Scardanelli bezieht sich auf die Unterschrift, die der der Welt entrückte Dichter unter die Strophen setzte.

Der Schweizer Komponist hat eines der beklemmendsten Musikwerke geschrieben, die ich kenne.
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

.

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

24

Donnerstag, 14. Juli 2011, 21:27

Johann Christoph Schmidt - Die Vier Jahreszeiten

Johann Christoph Schmidt - Die Vier Jahreszeiten

Leider kann ich keine CD abbilden,weil das Werk nicht auf CD veröffentlicht wurde(,soweit mir bekannt ist).
Ich habe daher auszugsweise auf den Pressetext der Stadt Dresden zugegriffen.

Quelle - Pressetext Dresden 800 | Stadtjubiläum 2006

Prolog zu den Festlichen Tagen Alter Musik
„Les Quatre Saisons – Die Vier Jahreszeiten“ (1719)
Szenische Wiederaufführung der Ballettoper anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums der Stadt Dresden

Johann Christoph Schmidt, der in Vergessenheit geratene Hofkapellmeister Augusts des Starken, komponierte
die „Vier Jahreszeiten“ zum großen Hochzeitsfest von dessen Sohn Friedrich August im Jahr
1719.
Johann Christoph Schmidts Werk lag fast 300 Jahre unbeachtet im Archiv, bevor es nun wieder erstehen
soll. Diesmal ist es die Stadt Dresden, die dieses Projekt realisiert – und ihr Jubiläumsjahr ist der
besondere Anlass dafür.
Eine Inszenierung aus Musik und Tanz.
Die „Vier Jahreszeiten“ gehören zur Hofgattung „Opéra-ballet“, einer Tradition des Hofes Ludwigs des
XIV. Als Besonderheit dieser Gattung, die um 1695 das reine Hofballett ablöste, ist eine Kombination
von Oper und Ballett, aus Arien, Chorteilen und Tänzen zu nennen.
Im Vordergrund der Ballettopern stand nicht, wie bei Opern, eine fortlaufende Handlung, sondern vielmehr
die zeremonielle Lobpreisung des Herrscherpaares, der Ausdruck der Freude und des Schönen.
So stellt „Les Quatre Saisons“ eine Hommage an das Brautpaar, den Sohn Augusts des Starken und
dessen Gemahlin dar. Tänze, chorale Gesänge und Arien symbolisieren den freudigen Dank an die
Götter, die diese ewige Verbindung zwischen Kurprinz Friedrich August und Maria Josepha geschaffen
haben.
Die Wiederaufführung der „Vier Jahreszeiten“ soll neben der Entdeckung eines vergessenen Komponisten
und einer wunderbaren Musik vor allem ein Stück Dresdner Stadtgeschichte in Erinnerung rufen und
die rauschenden Feste einer vergangenen Kultur und deren künstlerische Leistungen zugänglich machen
– und das in einem festlichen Rahmen.
mfG
Michael

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

25

Freitag, 15. Juli 2011, 15:57

Schon genannt,aber nicht abgebildet,wurden Werke von Vivaldi und Haydn.
Folgende CD-Cover füge ich hinzu,um den Eindruck zu verstärken.



Für viele die Referenzeinspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten.



Haydns Jahreszeiten mit Harnoncourt.
Diese Doppel-CD liefert unser Werbepartner JPC jetzt für 9,99 Euro
(portofrei bis zum 17.07.2011 innerhalb Deutschlands,nach Österreich und der Schweiz u.a.)
Aktuell wird die Erstauflage im Pappschuber (Doppel-CD im Plastikcase und Booklet) ausgeliefert.
mfG
Michael

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

26

Montag, 25. Juli 2011, 23:42

Henry Hadley - 2.Sinfonie-"Die Vier Jahreszeiten"



Henry Hadley (1871-1937)
Sinfonie Nr. 2 f-moll op. 30 "Die vier Jahreszeiten"
(Winter,Frühling,Sommer,Herbst)
mfG
Michael

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

27

Dienstag, 26. Juli 2011, 10:32

Hermann Reutter - "Die Jahreszeiten","Der große Kalender"



Hermann Reutter (1900-1985) komponierte die Lieder "Die Jahreszeiten" und das Oratorium "Der große Kalender".

In seinem Oratorium in 4 Teilen für Sopran- und Bariton-Solo,gemischten Chor,Kinderchor,Orchester und Orgel,op. 43 "Der große Kalender" (1933) -Neufassung 1970- beschreibt Reutter den Ablauf des Jahres.
Obwohl es sein zu Lebzeiten meistgespieltes Chorwerk ist,ist es auf CD noch nicht erschienen.
mfG
Michael

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

28

Donnerstag, 28. Juli 2011, 16:35

The Russian Seasons - Desyatnikov/Raskatow



Gidon Krämer spielt "The Russian Seasons" von Leonid Desyatnikov.
Auch russische Jahreszeiten bestehen aus Frühling Sommer,Herbst und Winter,obwohl man annehmen könnte,in Sibirien wäre immer Winter.

Gidon Krämer spielt "The Seasons Digest" von Alexander Raskatow.
Hier sind die 12 Monate des Jahres in Anlehnung an Tschaikowskis Jahreszeiten vertont worden.
mfG
Michael

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

29

Freitag, 29. Juli 2011, 17:13

Dagmar Koptein - Finnische Jahreszeiten



Auf dieser CD spielt die Organistin und Komponistin Dagmar Koptein
u.a. ihre eigenen Werke "Finnische Jahreszeiten" für Orgel ein.
Zu hören sind "Sommer","Herbst" und "Winter".
Ob es in Finnland keinen "Frühling" gibt?
Oder war sie im Frühling nie in Finnland,sodaß es ihr an Impressionen fehlte?
mfG
Michael

Schneewittchen

Prägender Forenuser

  • »Schneewittchen« ist männlich

Beiträge: 2 394

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

30

Sonntag, 14. August 2011, 17:01

Boris Arapov - Die vier Jahreszeiten



Der russische Komponist Boris Arapov (1905-1992) komponierte den Liederzyklus
"Die vier Jahreszeiten" für Sopran,Tenor und Instrumentalensemble.
mfG
Michael