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  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

Beiträge: 462

Registrierungsdatum: 8. Januar 2010

31

Sonntag, 3. Januar 2016, 16:52

Ich glaube nicht, dass sein Werk überbewertet ist.

Lieber Erich,

ich habe nicht gemeint, dass sein Werk überbewertet sondern dass er als Operettenkomponist überbewertet wird.

Die größten Erfolge erzielte er mit Filmschlagern, aus einigen dieser Filme wurden später Operetten gemacht. Seine unzähligen Operetten enthalten meist nur ein oder zwei große Schlager, ähnlich wie das heute bei vielen Musicals der Fall ist. Als eine seiner wichtigsten Operetten gilt "Venus in Seide". Sag mir mal einer, ohne nachzuschauen, einen Titel daraus. Auch hat Stolz gerne bekannte Schlager in seinen Operetten mehrfach wiederverwendet. Das haben andere auch gelegentlich gemacht, aber ich glaube, Stolz hatte dafür ein besonderes Talent.

Keine seiner Operetten konnte sich auf den Spielplänen erhalten. Am nachhaltigsten sind noch die zwei Nummern, die er für das Weiße Rössel geschrieben hat (Mein Liebeslied muss ein Walzer sein & Die ganze Welt ist himmelblau). Tragischer weise hat er diese Titel für ein einmaliges Entgelt schreiben müssen; er hat nach dem großen Erfolg des Weißen Rössels erfolglos versucht, dafür Tantiemen einzuklagen.

:) Uwe

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 709

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

32

Sonntag, 3. Januar 2016, 18:36

Eine Inhaltsangabe von "Die Rosen der Madonna" findet sich im Tamino-Opernführer - für den Fall dass Interessenten vor einem CD-Kauf etwas mehr wissen möchten:

http://tamino-klassikforum.at/index.php?…&threadID=14340

Dass dieses Werk von Stolz als Operette eingestuft wird (siehe bspw. Beitrag 10) ist mir angesichts des kaum operettenhaft zu nennenden Inhalts schleierhaft.

Ich finde es sehr gut, dass Du Diese Oper auch inhaltlich behandelt hast, lieber musikwanderer und dabei die Gedanken aufgegriffen hast, die sich auch schon die "Wiener Zeitung" vor etlichen Jahren gemacht hat, indem sie die Musik einer angemessenen Würdigung unterzog. :) Die Aufnahme des österreischischen Rundfinks ist mir auch bekannt. Sie ist sehr prominent besetzt, was dem Werk gut tut. Marcel Prawy, der bereits in anderem Zusammenhang genannt wurde, führt durch die Handlung. Natürlich gibt es auch starke Anklänge an den Robert Stolz, den wir von seinen Hits und Gasenhauern und Rennern her kennen. Insofern würde ich nicht zu Übertreibungen neigen bei der Bewertung der Musik. Das würde auch dem Komponisten nicht gerecht werden. Es klingt schon deutlich nach Prater und blühenden Bäumen. Soll es auch. Ich bin mir manchmal aber nicht sicher, ob die Komponisten die besten Dirigenten ihrer Werke sind. Auch in diesem Falle nicht. Vielleicht hätte jemand am Pult, der mehr von der Oper kommt, noch deutlichere Akzente setzen können.

Übrigens sei auch der Hinweis gestattet, dass in der Oper geträumt wird. An anderer Stelle des Forums werden ja gerade entsprechende Beispiele gesucht und diskutiert.

Grüße in die Runde vin Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Theophilus

Administrator

  • »Theophilus« ist männlich

Beiträge: 10 824

Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

33

Dienstag, 5. Januar 2016, 15:38

... ich habe nicht gemeint, dass sein Werk überbewertet sondern dass er als Operettenkomponist überbewertet wird.

Das empfinde ich als eine seltsame Behauptung. Ich meine, den meisten Leuten ist er heute als Operettenkomponist völlig unbekannt, während sie einige seiner bekanntesten Lieder gut kennen werden. Als Komponist dieser Lieder ist er sicherlich anerkannt und geschätzt, aber wie soll er als Operettenkomponist überbewertet sein?

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

  • »Uwe Aisenpreis« ist männlich

Beiträge: 462

Registrierungsdatum: 8. Januar 2010

34

Dienstag, 5. Januar 2016, 18:10

Als Komponist dieser Lieder ist er sicherlich anerkannt und geschätzt, aber wie soll er als Operettenkomponist überbewertet sein?

Das kann ich ganz einfach erklären: Im Operettenbouldevard auf BR Klassik, der derzeitig einzigen Operettensendung im Deutschen Rundfunk, wird er häufig als Operettenkomponist hochgelobt, wobei auch hier seine Filmschlager und Operettenkompositionen bunt durcheinandergemischt werden.

Und häufig wird er ja "hierzulande" auch als Operettenkönig betitelt, ein Titel, den er sich, wie ich mal gelesen habe, in seiner Biographie selbst zuerkannt haben soll.

:) Uwe

Theophilus

Administrator

  • »Theophilus« ist männlich

Beiträge: 10 824

Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

35

Dienstag, 5. Januar 2016, 18:43

Diese beiden Hinweise schaffen aber noch lange keine Tatsachen und man kann daraus keine allgemeine Aussage ableiten. Da nur ein kleiner Prozentsatz von Opernhausbesuchern jemals eine Stolz-Operette zu Gesicht bekommen hat und auch in den Medien vollständige Stolz-Operetten eindeutig die Ausnahme darstellen, sehe ich nicht, wie es bei weitgehender Unkenntnis überhaupt zu einer Überbewertung kommen könnte...

:hello:

Ciao

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