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Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 582

Registrierungsdatum: 7. April 2011

1

Sonntag, 25. August 2013, 13:45

BELLINI, Vincenzo: BIANCA E FERNANDO

Vincenzo Bellini ( 1801 - 1835 )
Bianca e Fernando

Oper in zwei Akten

Libretto: Domenico Gilardoni
Uraufführung: Neapel 1826
Originalsprache: Italienisch

PERSONEN DER HANDLUNG
Carlo, entthronter Herzog, Bass
Bianca, seine Tochter, Sopran
Fernando, sein Sohn, Tenor
Filippo, Usurpator von Agrigent, Bariton
Viscardo, Vertrauter Filippos, Mezzosopran
Uggero, Freund Fernandos, Tenor
Clemente, Ratgeber Fernandos, Bass
Eloise, Dienerin Biancas, Mezzosopran
Hofdamen Biancas, Soldaten Agrigents und Fernandos, Pagen, Knappen, Herolde, Wachen Volk

Ort und Zeit der Handlung: Agrigent, unbestimmte Zeit

VORGESCHICHTE
Filippo hat Carlo, den Herzog von Agrigent, entthront und hält ihn an verborgener Stelle gefangen. Sein Sohn Fernando gilt als verschollen. Bianca, die zu dem Zeitpunkt noch ein Kind war und von allem nichts weiß, machte er später zu seiner Verlobten.

ERSTER AKT
Atrium des Königspalastes mit Sicht auf den Hafen. Morgendämmerung
Der alte Clemente ist froh, dass die Nacht vorüber ist, in der er schreckliche Träume hatte. Wenn er nur noch die Kräfte hätte, seinen früheren Herrn zu befreien. Dann sieht er ein Schiff mit fremden Soldaten landen und hält sich abseits.
Fernando ist in die Heimat zurückgekehrt. Verkleidet tritt er mit seinem Freund Uggero und den Anführern seiner Soldaten auf. Er begrüßt seine Heimat und Uggero mit Chor antwortet ihm, während Clemente im Hintergrund freudig Fernando zu erkennen glaubt. Er kommt, um das Unrecht zu rächen und der Chor redet ihm Mut zu. Dann schickt er sein Gefolge – außer Uggero – zum Schiff zurück.
Clemente tritt hervor und Fernando begrüßt seinen alten Freund. Er bittet ihn, zu schweigen. Da er viele Jahre abwesend war, hofft er dass man ihn nicht erkennen werde. Er werde als Adolfo auftreten und die Botschaft vom Tode Fernandos überbringen. Seine Schwester, die den Usurpator heiraten will, bezeichnet er als würdelos. Auf die Frage nach seinem Vater weiß auch Clemente nichts Genaues und hält ihn für tot. Als sich Visconte nähert, wünscht Clemente Fernando Glück für sein Unternehmen und zieht sich zurück.
Visconte lässt sich durch die Verkleidung täuschen und hält Fernando für seinen Freund Adolfo. Auch er weiß nichts Näheres über den Verbleib Carlos, erwähnt aber, dass Filippo fürchte, es könne zum Streit mit dessen Sohn Fernando kommen. Da verkündet ihm Fernando (Adolfo), dass dieser tot sei.
Fernando und Uggero entfernen sich, als Filippo auftritt. Dieser erkundigt sich nach den Fremden und erfährt, dass dies Viscontes Freund Adolfo sei und er die Botschaft vom Tode Fernando gebracht habe, was zu einem Freudenausbruch Filippos führt.
Inzwischen hat Visconte seinen vermeintlichen Freund herbeigeholt und führt ihn Filippo vor. Auf dessen Frage gibt sich dieser als der einfache Soldat Adolfo aus und erzählt, dass er selbst Fernando in Schottland habe sterben sehen. Er überreicht einen Brief Fernandos, den dieser angesichts des Todes an seine Schwester geschrieben habe. Filippo täuscht Trauer vor und gebietet, den Brief verborgen zu halten, bis Bianca ihn geheiratet habe. Dann bittet er Fernando, seine Gefährten herbeizuholen. Während Filippo mit seinen Wachen abgeht, begibt sich Fernando zu seinem Schiff. Viscardo, allein zurückgeblieben, drückt seine Vermutung aus, dass Filippo sehr froh über die Botschaft sei, und nun wohl über den Tod Carlos nachdenke. Er selbst, Visconte, wolle sich aber nicht die Hände beschmutzen und werde sicher einen anderen finden, der das tun könne.
Clemente, Edelleute und Hofdamen und schließlich Bianca und Filippo treten auf. Bianca wird vom anwesenden Volk freudig begrüßt. Sie trägt sich mit dem Gedanken über eine Ehe mit Filippo.
Dann wird ihr Fernando vorgestellt, der inzwischen mit Uggero und seinem Gefolge eingetroffen ist. Bianca glaubt eine Ähnlichkeit mit ihrem Bruder zu erkennen. Als sie ihn fragt, ob er sich an ihre Familie erinnere, gibt er vor, dass ihr Bruder nicht erscheine, weil er ihre Sünden nicht sehen will. Filippo fordert sie auf, den Undankbaren zu vergessen, der seine Familie in jungen Jahren verlassen habe. Der erste Akt endet in allgemeiner Verwirrung.

ZWEITER AKT
1. Bild: Raum im Schloss
Clemente unterrichtet Fernando, dass Bianca ihn erwarte. Als Viscardo kommt, geht er. Dieser benachrichtigt ihn, dass Filippo ihn erwarte und ein attentat vorhabe, für das ein starker Arm und ein kühnes Herz notwendig sei. Als Filippo kommt, entfernt sich Viscardo.
Mit Fernando allein erklärt Filippo, dass Viscardo ihn von seiner Treue überzeugt habe und erläutert sein Vorhaben, Carlo, den er in einem Verlies untergebracht habe, durch einen Soldaten Fernandos töten zu lassen und ihm den Tod noch schmerzhafter zu machen, indem er ihm verkünde, dass Fernando tot sei und Bianca Filippo heiraten werde. Viscardo werde ihm den Weg zeigen. Obwohl Fernando innerlich vor Wut kocht, versucht er, Filippos Vertrauen aufrecht zu erhalten und sagt zu.

2. Bild: In Biancas Gemächern
Bianca ist nach dem Anblick des Fremden verwirrt, in dem sie immer noch ihren Bruder vermutet. Sie kann den Thron Filippo nicht überlassen, wenn Fernando noch lebt. Eloise versucht, sie zu beruhigen. Als Fernando kommt, entfernt sie sich.
Obwohl er sich weiterhin als Adolfo ausgibt, will Bianca ihm nicht glauben. Er überreicht ihr den angeblichen Abschiedsbrief und wirft ihr vor, Filippo heiraten und damit den Vater verraten zu wollen. Da sagt sie ihm ins Gesicht, dass er Fernando sei. Dann klärt er sie über die Verbrechen Filippos auf. Sie ist entsetzt und sie bittet ihn um Verzeihung, da sie von allem nichts wusste. Dann folgt sie ihm, den Verräter zu bestrafen.
Uggero kommt und sucht nach seinem Freund. Clemente tritt hinzu und bittet ihn, zu bleiben; er könne das Unternehmen nicht aufhalten.

3. Bild: Unterirdisches Verlies
Carlo beklagt sein Schicksal. Da führt Fernando Bianca herein und bittet sie, in einiger Entfernung zu verharren. Er nähert sich Carlo, der ihn nicht sofort erkennt, aber Fernando beruhigt ihn, er sei ein Feind Filippos. Bianca muss mit anhören, dass ihr Vater sie für seine Feindin hält. Da gibt sich Fernando zu erkennen. Auch Bianca wirft sich zu Carlos Füßen, der ihr zunächst nicht traut. Doch durch Vermittlung Fernandos werden sie wieder vereint.
Vor der Tür erhebt sich ein Lärm. Fernando zieht das Schwert und öffnet die Tür. Als Filippo den Verrat erkennt, zieht er ebenfalls sein Schwert. Fernando enthüllt nun seine wahre Identität. Als auch Bianca hervortritt, lässt Filippo sein Schwert fallen.
Uggero mit Soldaten und Clemente stürmen herbei. Filippo wird festgenommen und abgeführt. Carlo, Bianca und Fernando freuen sich über den Triumpf.
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 211

Registrierungsdatum: 15. April 2010

2

Sonntag, 25. August 2013, 13:55

Mein lieber Gerhard!

Diese Oper gibt es augenscheinlich nur mit mir unbekannten Solisten. Aber das soll nichts heißen, denn die Stimmen gefallen mir recht gut.

W.S.

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

3

Sonntag, 25. August 2013, 14:24

Zusätzlich habe ich noch diese Aufnahme der Oper:


Der Dirigent Gabriele Ferro hat die Oper öfter konzertant aufgeführt, früher besaß ich einen Rundfunkmitschnitt von 1978 auf Tonband in dieser Besetzung:

Bianca: Christina Deutekom
Fernando: Werner Hollweg
Filippo: Enzo Dara

Leider haben sich beim Tonband Trägermaterial und Eisenoxyd-Beschichtung getrennt - der Zahn der Zeit....

LG
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 211

Registrierungsdatum: 15. April 2010

4

Sonntag, 25. August 2013, 15:03

Zitat von »Harald«

Leider haben sich beim Tonband Trägermaterial und Eisenoyd-Beschichtung getrennt - der Zahn der Zeit....

Ja, das kenne ich auch. Auf meinen Bändern befinden sich noch unwiederbringliche Aufnahmen. Doch entweder klingen diese nun miserabel, oder mir sind die Hinweise auf bestimmte Aufnahmen abhanden gekommen. Die Suche nach bestimmten Stücken ist mir zu aufwendig, denn es ist die berühmte "Nadel im Heuhaufen":
W.S.

Fiesco

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  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 920

Registrierungsdatum: 30. August 2017

5

Samstag, 13. Oktober 2018, 22:29

Hier muss ich leider den unvergessenen Harald Kral berichtigen....

Auf der abgebildeten Aufnahme von Bianca e Fernando singt nicht Werner Hollweg den Fernando sondern Antonio Savastano und den Filippo nicht Enzo Dara sondern Enrico Fissore !

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

Fiesco

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  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 920

Registrierungsdatum: 30. August 2017

6

Sonntag, 14. Oktober 2018, 11:10

Zitat

Gerhard Wischniewski
Libretto: Domenico Gilardoni
Uraufführung: Neapel 1826
Originalsprache: Italienisch

Das waren die Daten der ersten Fassung, also von Bianca e Gernando!
Das Libretto nach dem Roman Bianca e Fernando alla tomba di Carlo IV, duca di Agrigento von Carlo Roti
Als erstes hieß die Oper "Carlo d’Agrigento" dann "Bianca e Fernando"! Die königliche Zensur griff jedoch ein, da der Name des Titelhelden des Stücks Assoziationen zum Königshaus der Bourbonen nahelegte, zum Namen des Erbprinzen Ferdinand! Dann wurde die Oper in "Bianca e Gernando" umbenannt, und kam am 30.5.1826 zur Uraufführung in Neapel am Teatro San Carlo, es war Bellinis zweite Oper!

Felice Romani überarbeitete die erste Fassung, die überarbeitete Fassung kam am 7. April 1828 am Teatro Carlo Fenice in Genua zur Aufführung, jetzt unter dem ursprünglichen Namen "Bianca e Fernando".
Gaetano Donizetti war bei der Uraufführung im Publikum und lobte das Werk des damals 24-jährigen Bellini. Dieser jedoch war offenbar nicht zufrieden und überarbeitete die Oper.
Das Einzige was unangetastet blieb, war die Romanze Biancas und das Duett der Geschwister, der Rest mit kleineren bis großen Überarbeitungen!

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

Rheingold1876

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7

Sonntag, 14. Oktober 2018, 19:40

Hier muss ich leider den unvergessenen Harald Kral berichtigen....

Auf der abgebildeten Aufnahme von Bianca e Fernando singt nicht Werner Hollweg den Fernando sondern Antonio Savastano und den Filippo nicht Enzo Dara sondern Enrico Fissore !


Lieber Fiesco, den Eintrag von Harald Kral verstehe ich so, dass es zur abgebildeten Aufnahme unter dem Dirigienten Gabriele Ferro in dieser Besetzung

Bianca: Yasuko Hayashi
Carlo: Mario Macchi
Clemente: Eftimios Michalopoulos
Eloisa: Gabriela Onesti
Fernando: Antonio Savastano
Filippo: Enrico Fissore
Uggero: Ignazio Monaco
Viscardo: Pietro Tarantino

Aufnahme: 29.5.1976, live, konz., Torino
Dirigent: Gabriele Ferro
Orchestra della RAI di Torino
Coro della RAI di Torino

noch eine zweite mit diesen Mitwirkenden gibt:

Bianca: Christine Deutekom
Fernando: Werner Hollweg
Carlo: Franco Federici
Filippo: Enzo Dara
Clemente: Franco Ricciardi
Uggero: Renato Cazzaniga
Eloisa: Maria Grazia Piolatto

Coro e Orchestra Del Carlo Felice Di Genova
Direttore Gabriele Ferro
Recorded: November 1978

Quelle: Andreas Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen, S. 757

Letztere habe ich zufällig auch in meinem Bestand.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Fiesco

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Beiträge: 920

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8

Montag, 15. Oktober 2018, 10:19

Hallo Rheingold1876, wenn ich das jetzt so betrachte gebe ich dir natürlich Recht, Danke für deine Richtigstellung! :hail:

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)