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Alfred_Schmidt

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1

Donnerstag, 30. August 2018, 21:51

Alfred Schmidt - Meine Opernsammlung auf CD

Diesen Thread werden einige für eigenartuig halten, daher möchte ich kurz erklären- wie es dazu kam
Und auch die Spielregeln für Allfällige Mitspieler.
Im Rahmen meiner Filmproduktion wird meine Wohnung zeitweise in ein Studio umgebaut, und es werden viele Dinge vorübergehend in Kartons gelagert. Beim Rückräumen kommt einem vieles in die Hand, von dem man gar nicht mehr weiß, daß man es besitzt, Im Falle der Opern waren es die eingereihnten einerseits, und die uneiungereihte- wild verstreuten - andrerseits, letztere wurden noch nie gehört und sind teilweise noch versiegelt.
Ich hatte mich entschlossen nun alle CDes in eine Ordnung zu bringen ob gehört oder ungehört. Vorerst fand ich 40 ungehörte Opern-Gesamtaufnahmen, danach in weiteren verborgenen Kartons nochmal an die 30 und zuletz etwa 10 Nachzügler.
Mir ist klar, daß meine Lebensspanne - wenn ich mich auch anderen Dingen widmen will - nicht ausreichen wird- alles je zu hören.
Um wenigstens einigermaßen von diese Sammlung zu partizpieren habe ich diverse Modelle entwickelt, Ursprüngelich wollte ich ALLE Boxen in ihrer sortierten Reihenfolge abhören, aber das ist mehr als unrealistisch. So müsste ich beispielsweise 12 mal die Zauberflöte in Reihe hören - und das ist schon ein wenig viel. So iost mein derzeitiges Modell. daß ich von jeder Oper in meiner Sammlung (nur CDS) EINE Aufnahme abhöre - so ich Lust verspüre gelegentlich auch mal zusätzlich eine Alternativaufnahme-
Die Opern sind nach Geburtsdatom des Komponisten geordnet, wir machen also eine Zeitreise. Ich werde zu jeder oper ein paar ganz wenige Zeilen schreiben und eventuell erwähnen welche Fassungen ich sonst noch besitze. Ich werde nicht immer die "Referenzaufnahme" abhören, die kenne ich zumeist schon, sondern auch die "Mauerbluemchen" Die Operen werdfen numeriert, sollta ich eine Werk in verschiedenen Aufnahmen hören, so kommt ein Buchstabe an dieNummer angehängt.
Schon bei der Planung konnte ich sehe, daß hier zahlreiche Lücken vorhanden sind, die allerdings momentan nicht geschlossen werden sollen, sonst käme das Projekt ins stocken.
Wer etwas zu einer von mir gezeigten OPER zu sagen hat, das über die kommentarlose Vorstellung einer Alternativaufnahme hinausgeht, der kann das tun, allerdings nur solange nicht die nächste Oper von mir vorgestellt wurde.
Solch einen Thread hat es übrigens bereits einmal gegen das Mitglied "JoeBroesel" hat ihn in der Forensteinzeit eröffnet und ihn damals
Ich will alles hören benannt

Mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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2

Donnerstag, 30. August 2018, 23:52

Nr 001 - Monteverdi: L' Orfeo

Meine Sammlung beginnt mit Monteverdis "L' Orfeo" - Ich habe sie erst im Rahmen dieses Projekts erstmals komplett mit Textbuch in der Hand gehört. Es war ein Fehle so lange damit zu warten, aber meine Vorliebe für Opern um 1770 hat alles andere in den Hintergrund gedrängt.
Was mir aufgefallen ist - abgesehen von Montverdis unverwechselbarer Musik - ist die effektvolle und übersichtliche Handlung, die im Gegensatz zur Originalsage ein versöhnliches Ende findet. Sehr schön auch die significante "Toccata" die als Ouvertüre funktioniert und die zahlreichen Zwischenmusiken. Die Betonung auf den Inhalt ohne jeglicher aufblähender Zusatzeffekte verleihen dem uralten Werk so etwas wie Modernität.
Ich besitze die 35 Jahre alte Aufnahme von den Salzburger Festspielen unter René Jacobs und finde sie - ohne Vergleiche gehört zu haben - als ausgezeichnet
Da ich nicht unbedingt ein Spezialist für Opern des (Früh)barock (Spätrenaissance ) bin, kaufte ich bei der Erstellung der Sammlung EINE Oper von Monteverdi, und war damals der Auffassung, sie genüge als Dokumntation dieser Epoche. Ich besitze übrigen noch die Originalversion in anderer Aufmachung aus dem Jahre 1995.

mfg aus Wien
Alfred

TAMINO KLASSIKFORUM OPERNFÜHRER:
MONTEVERDI, Claudio: L'ORFEO

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

musikwanderer

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3

Freitag, 31. August 2018, 10:18

Dass 'sich mit einer Aufnahme eines ganz bestimmten Werkes begnügen' wollen oder auch müssen, kenne ich. Zumeist betrifft es Musik aus Epochen, die mir musikalisch nichts bringen außer Ohrensausen (Joschi Krakhofer hat in seiner Signatur einen entsprechenden Satz parat). Warum aber der Orfeo Monteverdis, aus einer Musikepoche stammend, die mich sehr interessiert, in nur einer einzigen Aufnahme vorliegt, nämlich der von Harnoncourt aus 1968, vermag ich mir selber nicht zu erklären, wird aber mit dem Kauf einer neuen Einspielung korrigiert. Da ist diese hier vorgestellte Rene-Jacobs-Aufnahme ein durchaus wichtiger 'Kandidat', weil ich seit einiger Zeit diesen Künstler, Sänger und Dirigent, im näheren Blickfeld habe, wie auch William Christie u.a. Dank also für diesen Tipp.

:hello:
.

MUSIKWANDERER

dr.pingel

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4

Freitag, 31. August 2018, 11:27

Die allerbeste Aufnahme ist auf DVD erhältlich und in voller Länge auf YouTube zu sehen: Jordi Savall (Barcelona, Liceu).
Jordi Savall erscheint als Monteverdi, auch die Musiker haben Kostüme der Zeit. Die Regie ist zurückhaltend, die Sänger toll.
Ich habe einmal einen Vergleich der CDs und DVDs hier gemacht mit dem Titel "Possente spirto"; da sind verschiedene Aufnahmen besprochen (Schlusssatz: Man braucht nur 2, Garrido als CD, Savall als DVD).
"Ich bin ein Anhänger der Todesstrafe, aber köpfen kann ich darum doch keinen."
Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann." (Wilhelm Raabe)

Fiesco

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5

Freitag, 31. August 2018, 17:07


Ich habe einmal einen Vergleich der CDs und DVDs hier gemacht mit dem Titel "Possente spirto"; da sind verschiedene Aufnahmen besprochen (Schlusssatz: Man braucht nur 2, Garrido als CD, Savall als DVD).

Und wo?

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

dr.pingel

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6

Freitag, 31. August 2018, 17:29

Die Rubrik ist das "Opernforum", der thread "Welche Arie von welchem Tenor?" Es handelt sich um die Beiträge 263, 264 und 265. Von dir, lieber Fiesco, sind auch einige Beiträge darin!
"Ich bin ein Anhänger der Todesstrafe, aber köpfen kann ich darum doch keinen."
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William B.A.

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7

Freitag, 31. August 2018, 20:19

Ich hatte vor kurzem aus einem anderen Grund diese Box auf meinen Einkaufszettel geschrieben:


Nun habe ich, als ich diesen Thread gesehen habe, sie direkt bestellt und werde sie Montag in Händen halten. Ich werde dann mir zuerst L'Orfeo vornehmen und mich anschließend dazu äußern. Wird ja auch Zeit, dass ich mich mal mit den Opern Monteverdis beschäftige.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Don_Gaiferos

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8

Freitag, 31. August 2018, 20:24

Ich möchte zu Dr. Pingels Beiträge noch die Links ergänzen:

Welche Arie von welchem Tenor?

sowie


https://www.youtube.com/watch?v=dBsXbn0clbU

wobei ich Dr. Pingels Begeisterung über die Einspielung mit Jordi Savall voll und ganz teile.

dr.pingel

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9

Freitag, 31. August 2018, 21:06

Lieber William, schreib doch mal, welche Harnoncourt-Aufnahme das ist. Und wenn als Euridike "Dietlinde Turban" auftaucht (die Witwe von Lorin Mazel), so sage ich dir, dass die gar nicht singt, sondern Rachel Yakar, die schweinischerweise im booklet überhaupt nicht erwähnt wird.
"Ich bin ein Anhänger der Todesstrafe, aber köpfen kann ich darum doch keinen."
Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann." (Wilhelm Raabe)

MSchenk

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10

Freitag, 31. August 2018, 21:31

Lieber William, schreib doch mal, welche Harnoncourt-Aufnahme das ist. Und wenn als Euridike "Dietlinde Turban" auftaucht (die Witwe von Lorin Mazel), so sage ich dir, dass die gar nicht singt, sondern Rachel Yakar, die schweinischerweise im booklet überhaupt nicht erwähnt wird.
Da bringst Du grad CD und DVD durcheinander. Auf der CD singt m.W. weder die eine, noch die andere:

mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

dr.pingel

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11

Samstag, 1. September 2018, 00:05

Du hast Recht, es ist eine andere DVD. Daran erinnere ich mich, weil Dietlinde Turban dort einen Weltrekord im Augenaufreißen hingelegt hat, obwohl sie nicht singt.
"Ich bin ein Anhänger der Todesstrafe, aber köpfen kann ich darum doch keinen."
Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann." (Wilhelm Raabe)

Fiesco

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12

Samstag, 1. September 2018, 19:34

Hallo zusammen, ich bin der Meinung man sollte die weitere Diskussionen nach hier verlegen denn das ist schließlich der Thread zum L'Orfeo!
Denn zwei Thread's sind doch überflüssig, oder?

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

Alfred_Schmidt

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13

Dienstag, 11. September 2018, 01:17

Nr 002 - Lully: Armide


Wir kommen nun zum chronologisch nächsten Komponisten in meiner CD-Opernsammlung.
Liebhaber der alten Musik werden vermutlich aufschreien: "Nur EINE Oper von Montiverdi ?" - aber das st nun mals so. Ich bin nicht unbedingt ein begeisterter Anhänger von Barockopern (Monteverdi ist ja eigentlich ein Grenzfall: Renaissance-Frühbarock) habe mich aber seinerzeit entschieden zumindestens 5 - 10 Schüsselwerke zu kaufen. Es sind inzwiscehn signifikant mehr.
Die heute erwähnte Oper ist "Armide" von Jean-Baptiste Lully.
Sie ist in der Handlung dankenswerterweise überschabar, wenngleich nicht unbedingt logisch, obwohl Seelenzustände ganz realistisch dargestellt werden - aber die allegorischen Personen sind mir immer fremd gewesen. glücklicherweiese hält sich die Liste der handelnden Personen für eine Barockoper in Grenzen
Typisch für eine Barockoper snd die sich immer wiederholenden Verse, die mich ehrlich gesagt ermüden - aber natürlich sind sie ein Zeichen der Zeit - und das ist zu respektieren. Interessant hier die (auch bei Salome evident Vorhandene) Ambivalenz zwischen Hass und Liebe zum männlichen Objekt der (unterbewussten) Begierde.
Gut beobachtet - und das alles lange vor Freud.
Die Musik Lullys ist gut gemacht - meine Begeisterung indes erringt sie nicht.
Wobei man natürlich festhalten muß, daß hier das optische Moment fehlt, welches dem gesamten Kunstwerk doch eine gewaltige Aufwertung bescheren könnte - und mit Sicherheit auch hat.....

Die in meinem Besitz befindliche Aufnahme unter Herreweghe ist bereits gestrichen

mfg aus Wien
Alfred

TAMINO KLASSIKFORUM OPERNFÜHRER:
LULLY, Jean Baptiste: ARMIDE

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

William B.A.

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14

Dienstag, 11. September 2018, 13:38

Zitat

dr. pingel: Lieber William, schreib doch mal, welche Harnoncourt-Aufnahme das ist. Und wenn als Euridike "Dietlinde Turban" auftaucht (die Witwe von Lorin Mazel), so sage ich dir, dass die gar nicht singt, sondern Rachel Yakar, die schweinischerweise im booklet überhaupt nicht erwähnt wird.

Ich bin noch eine Antwort schuldig, lieber dottore. Wenn als Euridike Dietlinde Turban aufgetaucht wäre, hätte ich selber schon Lunte gerochen, denn lange, bevor sie Ehefrau und dann vor nicht allzulanger Zeit Witwe von lorin Maazel wurde, habe ich sie in zahlreichen Rollen des klassischen Schauspielfachs im Fernsehen gesehen. Damals wurde so etwas noch übertragen Und was nun die Euridike betrifft, so spielt sie die in der Bühnenverfilmung von Jean-Pierre Ponnelle (Zürich 1978), während Rachel Yakar die Rolle singt. Trotzdem ist das nicht korrekt, wenn Rachel Yakar nicht genannt wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dietlinde_Turban
Die Aufnahme in der von mir geposteten Box datiert vom 28. II. - 1. 12. 1968. In dem Zeitraum wurde sie im Wiener Casino Zögernitz angefertigt. Die Euridike sang Rotraud Hansmann, den Orpheus Lajos Kozma.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).