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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Melomane

Fortgeschrittener

  • »Melomane« ist männlich
  • »Melomane« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 256

Registrierungsdatum: 8. November 2017

1

Mittwoch, 8. August 2018, 16:11

Den Inhalt eines Romans ernst genommen - wozu so genannte "Werktreue" führen kann

http://spon.de/afh6W

Über die Grenzen zwischen ästhetischer Fiktion und juristischer Beurteilung - ein ideales Thema für das "Regietheaterforum":
http://spon.de/afh6W

Joseph II.

Prägender Forenuser

  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 11 835

Registrierungsdatum: 29. März 2005

2

Mittwoch, 8. August 2018, 16:21

Soll das jetzt wieder einer dieser ermüdenden Versuche sein, werkgetreue Operninszenierungen in einen Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus zu bringen?

Diese Nummer ist doch nun wirklich vorgestrig und zieht nicht mehr.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Melomane

Fortgeschrittener

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Beiträge: 256

Registrierungsdatum: 8. November 2017

3

Mittwoch, 8. August 2018, 16:30

Ich weiß beim besten Willen nicht, wie man die abgewige Ansicht, traditionelle oder so genannte "werktreue" Inszenierungen hätten etwas mit dem Nationalsozialismus zu tun, aus meinem Beitrag herauslesen kann. Mir ging es um die Grenzen zwischen einem ästhetischen Ereignis und einer Sache, zu dem der Gesetzgeber etwas zu sagen hat. Was in diesem Forum ja auch nicht ganz sinnlos ist: Ich kann mich jedenfalls ganz gut an einen Beitrag im Zusammenhang mit der "Tosca" bei den Salzburger Osterfestspielen erinnern, in dem eine strafrechtliche Verfolgung wegen einer angeblichen Beschäftigung von Kindrrsoldaten gefordert wurde.

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 7 096

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

4

Mittwoch, 8. August 2018, 17:09

So ganz verstehe ich den Zusammenhang mit der "Werktreue" nicht, lieber Melomane.

Das Experiment an sich ist so etwas wie Aktionskunst und kein "Werk". Es soll zeigen, wie das scheinbar Überwundene, Vergangene immer noch höchst wirksam ist, d.h. also eine Fiktionalisierung, Verbildlichung (die Verwandlung von Wahrnehmung in eine Erinnerung an etwas vermeintlich Überwundenes ist in gewissem Sinne eine Fiktionalisierung) doch wieder Wahrnehmungsgegenwart werden kann. Das Experiment zeigt eigentlich: die Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit sind fließend. Dann kommt der Film darüber. Der ist dann so etwas wie ein "Werk". Und was machen die Schüler? Führen sie das Film-Werk wieder auf - oder wiederholen sie das Experiment? Oder finden sie das einfach nur "geil" oder beides? Die Reaktion der Gerichtsbarkeit sieht darin offenbar eine Propagandaveranstaltung für NS. Sie bezieht sich aber auf die Aufführung, also die rezeptionsästhetische Seite. Insofern sehe ich die Verbindung mit dem werkästhetischen Gesichtspunkt (Werktreue") nicht so richtig. Vielleicht habe ich aber einfach nur ein Brett vor dem Kopf bei der Hitze. :D

Schöne Grüße
Holger