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GalloNero

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Beiträge: 918

Registrierungsdatum: 19. November 2005

1

Donnerstag, 31. August 2006, 16:53

Bach 13 - der junge J.S. Bach

Hallo Bachfreunde,
auf Spiegel-Online finden wir heute den fogenden Artikel.

[URL=http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,434564,00.html]Früheste Handschriften in Weimar entdeckt[/URL]

Dort wird von einem überaus bedeutenden Fund berichtet. In der Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek wurden Handschriften des 13 jährigen J.S. Bach gefunden. Es handelt sich zwar nicht um Kompositionen von Bach sondern um Abschriften komplexer Orgelwerke Buxtehudes und von Johann Adam Reincken durch Bach, aber diese ließen den Schluß zu, dass Bach in seinen jungen Jahren in Lüneburg wohl beim berühmten Lüneburger Organisten Georg Böhm in die Lehre gegangen sein muß. Hierdurch schließen sich Lücken in der Biographie des großen Meisters.

Auch wenn ich seine Musk liebe, bin ich mit der Biographie des J.S. Bach noch nicht so sehr vertraut. Aber ich könnte mir vorstellen, das dieser Fund auch hier im Taminoforum zu einer für uns alle interessanten Diskussion führen könnte.

Was trieb Bach in jungen Jahren in Lüneburg?


Also, auf geht's!

Liebe Grüße
Euer Gallo
... da wurde mir wieder weit ums Herz ... (G. Mahler)

BigBerlinBear

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  • »BigBerlinBear« ist männlich

Beiträge: 1 660

Registrierungsdatum: 11. August 2004

2

Freitag, 1. September 2006, 17:12

RE: Bach 13 - der junge J.S. Bach

Zitat

Was trieb Bach in jungen Jahren in Lüneburg?


Ganz einfach: Bach, der mit 10 jahren Vollwaise war und danach bei einem älteren Bruder in Ohrdruf aufwuchs, bekam ein Stipendium in Lüneburg, um dort einen Schulabschluss zu machen. Ausserdem sang er im dortigen Mettenchor Sopran bis zum Stimmbruch.

Daß Bach zumindest mit Georg Böhm bekannt war, stand für mich auch vor der besagten Entdeckung der Manuskripte aus Weimar ausser Zweifel.
Daraus jedoch auf eine Schülerschaft bei Böhm zu schliessen wie das Peter Wollny wohl etwas voreilig tut, scheint mir doch etwas an den Haaren herbeigeholt. Bach hat die GRUNDLAGEN im Orgelspiel durch seinen Onkel Johann Christoph in Eisenach und vor allem durch seinen Bruder, der ebenfalls Johann Christoph hiess und ein Schüler des grossen Pachelbel war, in Ohrdruf
legen können.

Technisch hat ihm Böhm gewiss nicht mehr viel vermitteln können, aber er hat Bach auf jeden Fall auf die Norddeutsche Orgelschule explizit hingewiesen, so daß bei Bach wohl schon in seiner Lüneburger Zeit der Wunsch gereift sein mag, Buxtehude einmal persönlich kennen zu lernen.

Was trieb Bach in Lüneburg ?
Über die Aufgaben eines Freischülers am Lüneburger Michaelis-Kloster sind wir aufgrund der erhaltenen Unterlagen ziemlich gut unterrichtet. Bach hatte vor allem zu büffeln und in der Kurrende in den Andachten und Gottesdiensten, bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen zu singen. Zeit für einen tiefgreifenden Unterricht bei Böhm dürfte da kaum geblieben sein, einmal davon abgesehn, daß Böhm nicht am Michaeliskloster sondern an der Johanniskirche Organist war. Tut mir leid, wenn das für den einne oder anderen jetzt etwas ernüchternd klingen mag, aber die Quellenlage spricht eine deutliche Sprache.
nach wie vor konnte kein Beweis dafür erbracht werden, daß Bach schon VOR 1704 eigene Kompositionen verfasst hat, aber wer weiss, noch sind nicht alle
Bibliotheks-Bestände restlos erforscht....

PS: da Bach erst im Januar 1700 nachweislich nach Lüneburg kam, kann er da
kaum schon im Jahr 1697 Abschriften angefertigt haben. Das ganze klingt in meinen Ohren durchaus ein wenig wirr und nach nicht ganz sauberer Recherche.
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • »Hans Sachs« ist männlich

Beiträge: 560

Registrierungsdatum: 29. August 2006

3

Freitag, 1. September 2006, 18:09

Wie läßt sich denn anhand von "Ähnlichkeiten" im Schriftbild ein Lehrer-Schüler-Verhältnis begründen? Kann Bach nicht einfach Noten in Böhms Handschrift studiert haben? Und mußte Bach die Noten auch spielen können? Oder warum belegt dieser Fund, daß er ein viel besserer Orgelspieler war als andere?
Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück...

Bernhard

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  • »Bernhard« ist männlich

Beiträge: 3 511

Registrierungsdatum: 26. Februar 2007

4

Montag, 28. Mai 2007, 18:58

Guten Tag

im aktuellen



"Bach-Magazin" Heft 9 gehen Michael Maul und Peter Wollny im Artikel "a Dom. Georg:Böhme descriptum ao. 1700 Lunaburgi -Auf den Spuren des jungen Bach" auf die Thematik ein und begründen ihre Sicht der These, dass der junge Bach Schüler von G. Böhn gewesen sei. Ihr Fazit: Georg Böhm und die Orgel an der Johanniskirche in Lüneburg spielte bei der musikalischen Ausbildung Bachs mindestens eine genau so große Rolle wie der Mettenchor an St. Michaelis.

Gruß aus der Kurpfalz

Bernhard

Hildebrandt

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  • »Hildebrandt« ist männlich

Beiträge: 2 154

Registrierungsdatum: 10. Juli 2007

5

Donnerstag, 2. August 2007, 11:41

Lieber Bernhard,

vielleicht solltest Du einmal den Artikel ein bisschen detaillierter vorstellen. Und im Beiheft zur CD steht ja auch eine ganze Menge.
Das Schüler-Verhältnis zu Böhm hat Christoph Wolff ja schon angenommen, nur hatte er noch keine Beweise dafür.

Schöne Grüße
Hildebrandt

PS: Taugt das "Bach-Magazin" was? Bisher habe ich nur Werbung dafür gesehen. Und man kann ja nicht alles abonnieren. Leider. :rolleyes:

Bernhard

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  • »Bernhard« ist männlich

Beiträge: 3 511

Registrierungsdatum: 26. Februar 2007

6

Samstag, 4. August 2007, 10:05

Guten Morgen

Zitat

Original von Hildebrandt
Lieber Bernhard,

vielleicht solltest Du einmal den Artikel ein bisschen detaillierter vorstellen.


6 Seiten in kurze Worte zu fassen, schwierig :)
Versuchs mal irgendwann :hello:
Ganz kurz mal:

Der Artikel geht u.a. auf die Fundgeschichte, die Identizierung des Autographen, das "Wunderkind Bach", Bachs Lehrmeister Georg Böhm und Bach Hamburgaufenthalt 1720 ein.


Zitat

Und im Beiheft zur CD steht ja auch eine ganze Menge.
Das Schüler-Verhältnis zu Böhm hat Christoph Wolff ja schon angenommen, nur hatte er noch keine Beweise dafür.


Es wird ja diskutiert, dass der junge Bach Lüneburg hauptsächlich wegen G. Böhm aufgesucht hat um dort sein Schüler zu werden.
Das Thema ist interessant, mal sehn was das neue Bach-Jahrbuch dazu bringt ?

Zitat

PS: Taugt das "Bach-Magazin" was? Bisher habe ich nur Werbung ]dafür gesehen. Und man kann ja nicht alles abonnieren. Leider. :rolleyes:


Gut, alles kann man nicht abonieren, das informative "Bachmagazin" erscheint nur 2 x jährlich für 11,80 €; das ist erschwinglich.
Hab sonst auch nur noch eine musikalische Fachzeitschrift ( Concerto)aboniert. Die restlichen Zeitschríften (z.B. Rondo-Magazin, Klassikakzenten) isind kostenlos oder ich hole mir die Infos via Internet und vielfältig hier im Tamino-Forum :jubel: :jubel:

Gruß aus der Kurpfalz

Bernhard

Timo

Profi

  • »Timo« ist männlich

Beiträge: 445

Registrierungsdatum: 23. Dezember 2017

7

Samstag, 21. Juli 2018, 07:10

Hallo Bachfreunde,
auf Spiegel-Online finden wir heute den fogenden Artikel.

[URL=http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,434564,00.html]Früheste Handschriften in Weimar entdeckt[/URL]

Dort wird von einem überaus bedeutenden Fund berichtet. In der Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek wurden Handschriften des 13 jährigen J.S. Bach gefunden. Es handelt sich zwar nicht um Kompositionen von Bach sondern um Abschriften komplexer Orgelwerke Buxtehudes und von Johann Adam Reincken durch Bach, aber diese ließen den Schluß zu, dass Bach in seinen jungen Jahren in Lüneburg wohl beim berühmten Lüneburger Organisten Georg Böhm in die Lehre gegangen sein muß. Hierdurch schließen sich Lücken in der Biographie des großen Meisters.

Man liest ja immer, Bach sei ein Autodidakt gewesen. Anhand der Funde könnte es sowohl sein, dass Bach Kompositionsunterricht genommen hat, als auch, dass er autodidaktisch durch Studieren anderer Komponisten gelernt hat, oder?