Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Johannes_Krakhofer

Prägender Forenuser

  • »Johannes_Krakhofer« ist männlich
  • »Johannes_Krakhofer« wurde gesperrt
  • »Johannes_Krakhofer« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3 419

Registrierungsdatum: 24. Februar 2005

1

Montag, 2. Juli 2007, 12:20

Reinhard KEISER, der größte deutsch-komponierende Opernkomponist des Barock

Hallo!

Heute möchte ich euch einen der wichtigsten deutschen Opernkomponisten des Barocks vorstellen, nämlich
Reinhard KEISER 1674-1739

Reinhard Keiser wurde im Januar 1674 als Sohn des Organisten von Teuchern geboren. Der Vater verlies die Familie schon im selben Jahr, sodass er alleine bei seiner Mutter aufwuchs.

1685 ging er nach Leipzig und trat in die Thomasschule ein, die damals von einem gewissen Johann Schelle geleitet wurde. Dort genoss er eine umfassende musikalische Ausbildung, und im Jahre 1693 ging er nach Braunschweig, wo er am Opernhaus am Hagenmarkt, das neu gegründet wurde, seine ersten Opern, unter anderem „Basilius in Arkadien“ herausbrachte. Im Jahr darauf wurde er zum „Cammer-Componisten“ ernannt.

1697 ging er nach Hamburg ans Opernhaus am Gänsemarkt, wo er begann das Musikleben der Hansestadt zu revolutionieren. Er brachte dort viele Opern heraus, z.B. „Der beglückte Adonis“. In den Jahren 1703-1707 leitete er das Opernhaus selbst, und brachte z.B: auch einige Händelopern auf die Bühne, z.B. „Almira“.

Hier eine Listung der frühen Opern Keisers:
Der Königliche Schäfer oder Basilius in Arkadien, in einer Opera auf dem Hamburgischen Schau-Platze vorgestellet. (1694)
Procris und Cephalus (1694 Braunschweig)
Der geliebte Adonis (1697)
Der bei dem allgemeinen Welt-Frieden von dem Großen Augustus geschlossene Tempel des Janus (1698 )
Die wunderbar errettete Iphigenia (1699)
Die Verbindung des großen Herkules mit der schönen Hebe (1699)
La forza della virtù oder Die Macht der Tugend (1700)
Störtebeker und Jödge Michels 1701
Die sterbende Eurydice oder Orpheus 1702)
Die verdammte Staat-Sucht, oder Der verführte Claudius (1703)
Der gestürzte und wieder erhöhte Nebukadnezar, König zu Babylon (1704)
Die römische Unruhe oder Die edelmütige Octavia (1705)
Die kleinmütige Selbst-Mörderin Lucretia oder Die Staats-Torheit des Brutus (1705)
Die neapolitanische Fischer-Empörung oder Masaniello furioso (1706)
Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig (1707)
Seine Intentanz am Theater am Gänsemarkt machte den Opernbesuch zu absoluten Ereignissen. So soll bei der Hinrichtungsszene im Störtebeker echtes Blut, und nicht wenig davon, geflossen sein.

Keiser selbst beeinflusst unter anderem Händel und Mattheson sehr, und er galt als „Vater der deutschen Melodie“ und als größter deutscher Opernkomponist der damaligen Welt!

Insgesamt schrieb er um die 100 Opern, von denen leider nur um die 30 erhalten geblieben sind!

Szene aus dem Croesus

Im Jahre 1700 gründete er die sogenannten Winterkonzerte, bei denen die Zuhörer nicht nur mit Musik versorgt wurden, sondern auch mit Speis und Trank verwöhnt wurden.

Im Jahre 1709 gab er die Intendanz ab und komponierte „nur mehr“. Es entstanden unter anderem folgende Opern:
La forza dell'amore oder Die von Paris entführte Helena (1709)
Desiderius, König der Langobarden (1709)
Der durch den Fall des großen Pompejus erhöhete Julius Caesar (1710)
Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus (1710)
L'inganno fedele oder Der getreue Betrug (1714)
Fredegunda (1715)
L'Amore verso la patria oder Der sterbende Cato (1715)
Das zerstörte Troja oder Der durch den Tod Helenens versöhnte Achilles (1716)

Am 3. Januar 1712 heiratete er die bekannte Sängerin Barbara Oldenburg, Tochter des Ratsmusikers Hieronymus Oldenburg. 1712 machte er auch einen ersten Versuch auf dem Gebiet der geistlichen Musik, er komponierte eine Brockespassion.
1717 und 1722 komponierte er für Kopenhagen einige Opern, die dort irrsinnigen Erfolg hatten. Unter anderem waren dies:
Die großmütige Tomyris (1717)
Jobates und Bellerophon (1717)
Ulysses (1722)

1720/1721 finden wir ihn in Stuttgart, wo er, geplagt von einigen Misserfolgen versuchte eine feste Anstellung zu bekommen, doch das Unternehmen schlug fehl, da man dort italienische Opern hören wollte!

In Kopenhagen versuchte er ebenfalls einen Posten zu bekommen, doch auch hier vergebens.

In den Jahren 1723 bis 1728 komponierte er weitere Opern, doch ab dem Jahre 1728, als er den Posten des Kantors am Hamburger Dom annahm, komponierte er nur mehr geistliche Werke, vor allem Kantaten und auch eine Matthäuspassion, aber auch Kammermusik!

Bis an sein Lebensende blieb er nur Organist am Hamburger Dom.


Keiser starb am 12. September 1739 in Hamburg. Von der Nachwelt wurde er sehr verehrt und seine Werke wurden im 18.Jhdt. noch oft gespielt. Heutzutage wird er nur mehr selten gespielt, aber Gottseidank gibt es einige CD-Aufnahmen:

Ebenso ist in seinem Geburtshaus ein Museum eingerichtet:


Einige Opernaufnahmen:
CROESUS, seine heute bekannteste Oper gibt es in zwei Einspielungen:
1. Clemencic Consort-Rene Clemencic
Martin Klietman, Satoshi Mizugushi, Mieke van der Sluis, Andrea Martin, Mark Tucker….
Nuova Era

Ich habe diese CD und finde sie wundervoll, Clemencics beste Aufnahme, ich kann sie allerdings nicht vergleichen, da ich die Konkurrenzaufnahme nicht kenne!

Und das wäre folgende:

Röschmann, Trekel, Häger, M. Schäfer,
Akademie für Alte Musik Berlin, Jacobs
Dürfte großartig sein, wie immer bei Jacobs, aber ist mir noch zu teuer!

Es gibt aber auch günstigere Aufnahmen bei Cpo:

MASANIELLO FURIOSO
Cordier, Jochens, van der Kamp, Meens, Schlick,
Fiori Musicali, Thomas Albert


DER GELIEBTE ADONIS
Zumbült, Popken, Ryden, Spägele, Kobow,
Schoch, Spogis, Capella Orlandi Bremen,
Thomas Ihlenfeldt


Nun zum geistlichen Werk:

8 Solokantaten


Kantaten und Opernouvertüren

und die Markuspassion:

d'Althann, Geitner, Paulsen, Elbert, Hirtreiter,
Parthenia Vocal & Baroque, Brembeck

So das wars, ich hoffe ich konnte euch Keiser näherbringen!

LG joschi
Den Mozart und den Wagner hör´ich gerne, wenn ich jausen
nur beim Herrn Stockhausen kriegt mein Hamster Ohrensausen

(Erste Allgemeine Verunsicherung)

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

2

Dienstag, 10. Juli 2007, 13:22

RE: " Der hochmüthige, gestürtzte und wieder erhabene Croesus" von Reinhard KEISER

Reinhard KEISER und die frühe deutsche Oper

Das abenteuerliche Leben des hochbegabten Reinhard Keiser ist auf engste mit der Geschichte der frühen deutschen Oper verbunden. 1674 in Teuchern bei Weißenfels geboren, ging der ehemalige Leipziger Thomaner mit 18 Jahren nach Braunschweig, wo er seine ersten Opernerfolge errang. Hauptstätte seines Wirkens wurde die Hamburger Oper am Gänsemarkt. Er war auch einige Jahre Hofkapellmeister in Dänemark und vor seinem Tode 1739 Kantor am Hamburger Dom. Er galt lange Zeit als „das vielleicht größte Originalgenie, das Deutschland jemals hervorgebracht habe“.
Die Hamburg Oper am Gänsemarkt wurde 1678 vom Hamburger Kaufmann und Ratsherr Gerhard Schott gegründet und war 60 Jahre lang eine vom Bürgertum getragenen Volksoper. Man sang vorwiegend auf deutsch (manchmal auch platt) und geißelte auch das Hofleben der Fürsten. Geldmittel, die finanzkräftige Bürger zur Verfügung stellten, ermöglichten eine Ausstellungspracht, die den großen Hofopern in nichts nachstand.
Unter Reinhard Keisers für die Bühne am Gänsemarkt komponierten Opern genoß der „hochmüthige, gestürtzte und wieder erhabene Croesus“ von 1710 besondere Popularität. Die vom Textdichter Lucas von Bostel bearbeitete Geschichte des reichen und hochmütigen Lydierkönigs, der sich, vom Perserkönig Cyrus besiegt, plötzlich der Vergänglichkeit irdischer Macht bewusst wird, war in Hamburg mit großem Beifall aufgeführt worden. Dabei kommen auch die komischen Elemente nicht zu kurz. Mit Trompetenglanz erstrahlen Ouvertüre und Eingangschor. In den idyllischen Bauernszenen erklingt ein für die Hamburger Oper typisches Volksbild. Das Duett „Kleine Vöglein“ erinnert in seiner Rhythmik an englische Volksmusik. Höhepunkt ist der Klagegesang des besiegten Königs. Angesicht des Todes auf dem Scheiterhaufen fleht er um Barmherzigkeit. (H.C.W.)

Ich besitze sowohl die Clemencic-Aufnahme von 1990 als auch die Rene-Jacobs-Einspielung von 2000, die beide ihre Meriten haben.
Aber schon im Jahre 1961, 7 Jahre vor der Erstaufführung dieser Oper in unserer Zeit (1978 in Wuppertal) ist auf Platte ein äußerst hörenswerter Querschnitt erschienen. Als ich diese Schallplatte vor über 40 Jahren kaufte und anhörte war meine Begeisterung für diese Musik sofort geweckt, die bis heute noch anhält!

Die Electrola hatte in ihrer Reihe „Musik in alten Städten und Residenzen“ als erstes eine Platte veröffentlicht unter dem Titel: „HAMBURG – Die frühe deutsche Oper am Gänsemarkt“

Hier war nun – neben kurzen Ausschnitten u.a. aus Mathesons „Boris Goudenow“ ein Querschitt aus dem Dramma musica „CROESUS“ von Reinhard Keiser enthalten, und zwar in folgender Besetzung:

Croesus: Hermann Prey
Elmira: Lisa Otto
Orsanes: Manfred Schmidt
Eliates: Theo Adam
Elicius: Karl-Ernst Mercker
Bauernkind: Ursula Schirrmacher
sowie der Günther Arndt-Chor
ein Kinderchor
Eugen M.-Dombois, Laute
Heinz Friedrich Hartig, Cembalo
Berliner Philharmoniker
Dirigent: Wilhelm Brückner-Rüggeberg

Hier wird frisch und munter musiziert, auf heutigen Instrumenten, ohne Historismen. Die Platte wurde mit dem „Grand Prix du disque“ ausgezeichnet, ist aber schnell wieder aus dem Katalog verschwunden und bis heute als CD nicht wiederveröffentlicht worden, was ich sehr bedauere.
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

wimmus

Schüler

  • »wimmus« ist männlich

Beiträge: 103

Registrierungsdatum: 23. Februar 2007

3

Dienstag, 10. Juli 2007, 17:42

Unveröffentlichtes von Keiser

Danke für diese ausgezeichneten Schilderungen dieses grossen Unbekannten.

Es gibt noch so vieles, was nicht (und wohl auch nie) auf CD veröffentlicht wurde.

Ich hatte schon mal kurz über "Der siegende David" berichtet. Auf der Ruhrtriennale 2006 aufgeführt, ist das Konzert einmal im Radio (WDR3) ausgestrahlt worden. Es musizierten damals Musica Antiqua Köln in Prachtbesetzung (Leitung: Peter Neumann) mit Simone Kermes, Raimund Nolte, Markus Brutscher, David Cordier, ChorWerk Ruhr. Hier hoffe ich bis heute auf eine CD-Veröffentlichung.

Dann gab's mal genau eine einzige Aufführung in Deutschland (Köln) von der Brockes-Passion in diesem Frühjahr mit Les Talens Lyriques unter Christophe Rousset (auch unveröffentlicht).

Schon ein Jammer, dass solch große Musik so unbekannt geworden ist.
Wimmus

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

4

Montag, 5. Januar 2009, 21:02

Fredegunda

Soeben bei Naxos herausgekommen:



Reinhard KEISER
(1674-1739)
Fredegunda



Fredegunda . . . . . . . . . . . . . . . .Dora Pavlíková, Soprano
Galsuinde . . .. . . . . . . . . . . . . . .Bianca Koch, Soprano
Bazina . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Katja Stuber, Soprano
Chilperich . . .. . . . . . . . . . . . . . .Tomi Wendt, Baritone
Sigibert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kranebitter, Baritone
Hermenegild . . . . . . . . . . . . . . Tomo Matsubara, Tenor
Landerich . . .. . . . . . . . . . . . . . Tobias Haaks, Tenor
Neue Hofkapelle Munich • Christoph Hammer
Eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks

Hierzu schreibt die Plattenfirma:

Zitat

Zu Lebzeiten wurde Reinhard Keiser oft in einem Atemzug mit Händel oder Telemann genannt. Mehr als
hundert Opern stammen aus seiner Feder, von denen Fredegunda damals zu seinen populärsten
gehörte. Die Oper aus dem Jahr 1715, sowohl in deutsch als auch italienisch gesungen, geht auf ein
italienisches Libretto von Francesco Silvani zurück. Die Handlung ist im 6. Jahrhundert angesiedelt : Die
Intrigen am Hofe des fränkischen Königs Chilperich sind Thema der Oper. Historische Stoffe waren beim
damaligen Publikum äußerst beliebt.
Fredegunda erzählt die Geschichte der Beziehung Chilperichs zu seiner Mätresse Fredegunda, die,
maßlos ehrgeizig und machtgierig wie sie ist, durch Zauberei versucht die Gemahlin Chilperichs und
damit Königin zu werden, obwohl Prinzessin Galsuinde diejenige ist, die Chilperich als Frau versprochen
wurde und Fredegunda selbst eine geheime Liebschaft mit Landerich hat. Das Machtstreben der
Protagonistin und die daraus resultierenden politischen Konsequenzen stehen im Zentrum der
Handlung.
Diese wichtige und äußerst unterhaltsame deutsche Barockoper wurde von Reinhard Keiser, dem
damaligen Intendanten der ersten bürgerlichen Oper auf deutschem Boden, der Hamburger Oper, üppig
mit wunderbar melodiöser und (oft) hinreißend orchestrierter Musik ausgestattet.


LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Alviano

Prägender Forenuser

  • »Alviano« ist männlich
  • »Alviano« wurde gesperrt

Beiträge: 2 232

Registrierungsdatum: 9. August 2006

5

Montag, 5. Januar 2009, 22:32

Die hohe Geistlichkeit

Zitat

Original von DonBasilio
Nun zum geistlichen Werk:

8 Solokantaten


Von den Solo-Kantaten auf dieser CD ist gerade mal eine, nämlich die "Über den 62. Psalm" aus der "Musicalischen Land-Lust" von 1714 als halbwegs "geistlich" einzustufen - die anderen Stücke sind vieles, aber ganz bestimmt keine "geistlichen Werke". Die andere CD mit Kantaten kenne ich nicht, aber der Titel "In Arkadien" deutet auch mehr auf sinnliche Vergnügungen hin...
Alles was ist, endet

Bernhard

Prägender Forenuser

  • »Bernhard« ist männlich

Beiträge: 3 511

Registrierungsdatum: 26. Februar 2007

6

Samstag, 27. Juni 2009, 13:31

RE: Reinhard KEISER, der größte deutsch-komponierende Opernkomponist des Barock

Guten Tag

Zitat

Original von Joschi Krakhofer
Keiser selbst beeinflusst unter anderem Händel


Händel ließ sich nicht nur von Keiser beeinflussen, er entlehnte auch gerne bevorzugt Themen aus Keisers Werken.
Aus Keisers Opern Claudius und Octavia konnte man je 21 verwendte Sätze nachweisen.
In Händels Opern Agrippina, Tamalano, Ariodante,
Flavio, Floridante, Rodelinda, Rinaldo, Ricardo ,
Faramondo, Amadigi, Radamisto, Giulio Cesare, Atalanda, Ottone oder Serse;
um nur einige zu nennen,
finden sich ebenfalls Entlehnungen Händels von Keiser.

Gruß :hello:

aus der Kurpfalz

Bernhard

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

7

Donnerstag, 9. Januar 2014, 12:17

vor 340 Jahren geboren


Keiser, Reinhard, deutscher Komponist, * 9.1.1674 Teuchern, † 12.9.1739 Hamburg.
Keiser trat 1685 in die Leipziger Thomanerschule ein, wo Johann Schelle und Johann Kuhnau zu seinen Lehrern gehörten.
Ab 1693 wirkte er als »Cammer- Componist« am Hof von Braunschweig, dort führte er auch seine ersten Opern auf: Der königliche Schäfer (1693), Procris und Cephalus (1694), Die wiedergefundenen Verliebten (1695).
1694 wurde seine erste Oper in Hamburg gespielt (Basilius in Arcadien), wo er rasch als führender Komponist der bis 1738 bestehenden Oper hervortrat.
Ab 1696/97 war er Kapellmeister an der Hamburger Oper am Gänsemarkt, deren Direktion er 1702–07 gemeinsam mit Düsicke innehatte. Er führte Opern von Mattheson, Händel, Grünewald auf, und in Die verdammte Staat-Sucht (1703) wurden erstmals italienische Arien in eine deutsche Oper eingebaut; er benutzte häufig auch Plattdeutsch in seinen Opern (Der angenehme Betrug oder Der Karneval von Venedig, 1707).
Die Anzahl seiner Opern schwankt zwischen 70 und 100.

Er verwendete Stoffe der griechischen Mythologie, der römischen Geschichte, ebenso biblische Themen oder spanische, französische und deutsche Dramen. Keiser verband die Elemente der ernsten, allegorischen Oper mit volkstümlichen, buffonesken Elementen, wobei er sich musikalisch an der venezianischen Oper Steffanis, der Tragédie lyrique Lullys und der Opera seria orientierte.
Die dramatisch fundierte Instrumentation und das gewählte Einsetzen von Soloinstrumenten unterschied ihn auch von seinen Zeitgenossen. Er war der herausragende Komponist der frühen deutschen Oper.

LG
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Timo

Profi

  • »Timo« ist männlich

Beiträge: 439

Registrierungsdatum: 23. Dezember 2017

8

Samstag, 21. Juli 2018, 06:08

An geistlicher Musik auch noch interessant ist die Brockes-Passion: