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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Wulf

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Registrierungsdatum: 14. Februar 2006

121

Samstag, 14. März 2009, 01:23

Zitat von »Thomas Pape«

Ich gestehe: über Martha Argerich wüsste ich nichts zu berichten. Eine Platte kenne ich von ihr, und die hat mir nicht gefallen. Einiges von Elly Ney zieht mich indes in den Bann.

Lieber Thomas,

Martha Argerich war indes nur ein Beispiel und hätte genauso gut durch ABM, Arrau, Gulda etc. ersetzt werden können. Da ich Martha Argerich sehr schätze, ist sie mir eben gleich eingefallen.


Zitat

Anders als Du schreibst, war die Dame weder mittelmäßig, noch arm im Geiste.
Ich kenne ein bisschen Beethoven von ihr, aber was ich gehört habe ist sowohl technisch als auch interpretatorisch im Vergleich zu anderen bekannten Namen eher Mittelmaß.
Dann sagen wir "geistig fehlgeleitet", "verwirrt", wie auch immer.

Im Ernst: ich bin einer der letzten - genau wie Du - der selbstgerecht und moralinsauer über Personen urteilen möchte. Aber es ist hier schon des öfteren angesprochen worden: es gibt Unterschiede zwischen Mitläufertum á la Karajan und den schon zu Anbeginn des Nationalsozialismus gemachten Bekundungen der Frau Ney.
Da Du ja auch der Ansicht bist, daß sich die Gesellschaft in den letzten 60 Jahren nicht sonderlich gebessert bzw. verändert hat, Du aber sicher Antisemitismus bzw. deren Anhänger aufs Schärfste verurteilst, muss es im Umkehrschluss erlaubt sein, eine Elly Ney mit dem gleichen Maß zu messen.
Auch das Argument, wir hätten 60 Jahre später mit der Erfahrung der Geschichte leicht reden, halte ich nicht für wirklich stichhaltig.
"Aus Geschichte lernen" kann IMO ein Individuum eigentlich gar nicht.
Ob heute jemand dem Rassismus frönt, hängt eben leider nicht von seinem Wissenstand zum Nationalsozialismus des 2. Weltkrieges ab, sonst gäbe es auch nicht Holocaust-Leugner, die Verschwörungstheorien absurdesten Ausmaßes vermuten, um das Offensichtliche zu kaschieren. Es hängt allein von psychischer Disposition ab.
Aber wie gesagt: es wäre mehr als anmaßend über diejenigen zu urteilen, die mit Elly Neys Kunst nun etwas anfangen können und möchten. Aber man muss es aushalten können, wenn man ihr Antisemitismus der ersten Stunde vorwirft - ohne Wenn und Aber und ohne Anführungszeichen.

Nun schwebte ja die interessante Frage im Raum, ob sich ein bekennender Antisemitismus automatisch in der Interpretation niederschlägt.
Hier bin ich mir selbst sehr unsicher. Die Antwort kann nur unbequem sein.


Zitat

Was nun die angeregten neuen Threads betrift: Muss ich Musik entschuldigen?
Muss ich sie nach außermusikalischen Motivationen abklopfen?
Gibt es eine teleologische lineare Entwicklung der Musik (am Ohr des Hörers vorbei?).
Es geht ja nicht darum, zu entschuldigen, auch nicht um pennälerhaftes Abklopfen. Es geht um Kommunikation und Information, die - wie schon völlig zu recht angesprochen wurde - nicht die künstlerische Diskussion beschneiden soll, sondern Schweigen (ist ja auch eine Aussage!) verhindern soll.


Zitat

Man kann gewiss einen Russenthread eröffnen: es klingt aber dennoch als Entschuldigung.
Entschuldigung wofür?? Die Schuld, die ein Künstler in diesen Zeiten auf sich geladen hat, können wir diesem sowieso nicht nehmen.

Lass mich nur kurz - ich hoffe, das geht in Ordnung - noch einmal Bezug nehmen auf Deinen Vergleich mit Fischer.
Für mich besteht schon ein Unterschied darin, ob ein Joschka Fischer in seiner Jugend mal einen Polizisten mit Steinen beworfen und evtl. sogar verletzt hat, oder ob die Gewalt aus so niederen Beweggründen wie Fremdenfeindlichkeit geschieht bzw. man sich vehement dafür einsetzt. Auf einen zweiten Blick, muss ich gestehen, ist es nicht selbstverständlich, sofort Unterschiede zu ziehen, denn Gewalt ist natürlich nicht zu befürworten, aber deswegen gleiches Mass zu nehmen bei den Jugendsünden eines ehem. Aussenministers und dem Füttern antisemitischen Gedankenguts hielte ich für realitätsfern und auch etwas anmaßend.
(Joachim Kaiser sagte sogar, er hätte Fischer die Vereidigung mit Turnschuhen wesentlich übler genommen als den Wurf mit Steinen.)

Also: jeder soll die Musik hören dürfen, die er will und braucht sich selbstredend dafür nicht entschuldigen. Aber er muss es aushalten können, wenn man das Beziehungsgeflecht ausführender Künstler / Komponisten zum Nationalsozialismus bzw. Stalinismus an das Tageslicht befördert.
Der Vorschlag, Elly Ney in einen entsprechenden thread zu verfrachten resultierte nicht aus einem Wunsch, ihre Interpretationen totzuschweigen, sondern ein nach außen merkwürdig anmutendes Missverhältnis von Künstlerportraits im Forum entgegenzuwirken. Kein anderer Komponist wusste soviel Beiträge zu seiner Person zu sammeln wie Werner Egk. Ganze Länderthreads sind bereits kürzer. Und alles, weil er als ein Geburtstagsthread gedacht war, der - wenn ich Harald richtig verstanden hatte - Biographisches außen vor lassen wollte. Das führte zu Reaktionen und so zu einem laaaangen Thread.
Ein neuer Thread speziell zu diesem Thema kann einen einerseits motivieren, Biographisches näher zu erkunden oder aber gibt dann zumindest denen die Chance, die Biographisches nicht verschweigen wollen, im Thread Position zu beziehen, ohne daß ein Thread speziell zum Künstler bzw. Komponisten wieder ellenlang wird und viel wichtigere ins Hintertreffen geraten. Dieses "Gerechtigkeits"-Argument mag zwar pedantisch klingen, aber ich halte es in seiner Aussenwirkung für glücklicher und auch interessanter. Ein Thread speziell zum Thema des Mitläufertums/Überzeugungstäters bewirkt auch eine vorsichtigere Feder des Autors, zumal in den Threads zu Ney und Egk schnell und mit heißer Feder, wenn auch nicht unüberlegt, geschrieben wurde. Tempo rauszunehmen könnte auch wieder den Fokus auf andere Themen lenken und eine Diskussion zu diesem Thema in eine geregelte, laminare Strömung verwandeln. Ich mags zwar gerne turbulent, aber vielleicht nicht auf Kosten eines zu starken Ungleichgewichts.

:hello:
Wulf
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)

fio

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122

Mittwoch, 20. Mai 2009, 10:31

ich bin jedenfalls froh, dass überhaupt "so unbefangen" über den geschichtlichen Hintergrund von Elly Ney im Nationalsozialismus gesprochen werden kann. In meiner Jugend (ich bin ein "Nachkriegskind") wurde sie eher belächelt, mit ihren zahlreichen nicht enden wollenden "Abschiedstourneen" und dem Kreis ergebener Jünger. Von ihrer sehr speziellen Geschichte kein Wort - auch nicht von meinen Eltern und Musiklehrern, die es hätten wissen müssen. Den Anstoß, mich einmal mit dieser Seite von Elly Ney zu beschäftigen, verdanke ich diesem Forum.

Mit lieben Grüßen

Peter
Peter

Harald Kral

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123

Donnerstag, 27. September 2012, 15:50

Zum 130. Geburtstag

heute vor 130 Jahren geboren:



Elly Ney, * 27.9.1882 Düsseldorf,
† 31.3.1968 Tutzing (Starnberger See); deutsche Pianistin.
Sie erwarb sich ihren Namen vor allem als Beethoven-Interpretin, der die musikalisch Durchdringung des Notentextes wichtiger war als eine makellose Aufführung.

LG
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Thomas Pape

Moderator

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124

Donnerstag, 27. September 2012, 16:48

Grund genug, der alten Dame beim Klavierspiel zuzuhören und -zusehen:



Liebe Grüße vom Thomas :hello:

Anmerkung der Administration:
Da das alte Video auf Grund eines Einspruchs des Rechteinhabers gekösch wurde - ist hier ein neues eingestellt worden. Dies lässt sich aber nur durch anklicken des YOUTUBE-Buttons ansehen.
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

9079wolfgang

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125

Donnerstag, 27. September 2012, 17:59

Zitat

Grund genug, der alten Dame beim Klavierspiel zuzuhören und -zusehen:

In meiner Sammlung befindet sich von Elly Ney eine Single-Platte mit einem Konzert gespielt auf dem originalen Flügel im Bonner Beethovenhaus. Bei einem Besuch dort gibt es die Platte zu erwerben. Für Liebhaber von Elly Ney wohl ein Muß.
W.S.

Dr. Holger Kaletha

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Beiträge: 7 164

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126

Donnerstag, 27. September 2012, 18:04

heute vor 130 Jahren geboren:



Elly Ney, * 27.9.1882 Düsseldorf,
† 31.3.1968 Tutzing (Starnberger See); deutsche Pianistin.
Sie erwarb sich ihren Namen vor allem als Beethoven-Interpretin, der die musikalisch Durchdringung des Notentextes wichtiger war als eine makellose Aufführung.

Hallo Thomas,

diese Doppel-CD besitze ich auch - sie zeigt, was für eine großartige Musikerin Elly Ney war. Zu ihrer Verstrikung in den Nationalsozialismus fällt mir die Anekdote eines bekannten Soziologen ein, der - selber jüdischen Glaubens - ein großer Bewunderer der Musik Richard Wagners ist. Er sagte ungefähr (in einer Fernsehsendung, es ist schon sehr lange her, ich erinnere mich nicht mehr so präzise): "Was kann ich dafür, diese geniale Musik zu lieben, auch wenn Wagner ein ekelhafter Antisemit und menschlich ein ziemliches Arschloch war!"

Beste Grüße
Holger

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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127

Donnerstag, 27. September 2012, 19:22

Die Brockhaus Enzyklopädie beschränkt sich auf Geburts- und Sterbedatum, sowie die Erwähnung ihrer Lehrer Leschetitzky und Emil von Sauer. Ferner weist sie darauf hin, daß sie eine EIGENWILLIGE Pianistin war.

Letzteres möchte ich an Hand der (bisher nur wenigen) in meinem Besitz befindlichen Aufnahmen ausdrücklich bestätigen - und ich widerspreche jenen vehement, die zu Beginn dieses Threads versucht haben, Ellie Neys Klavierspiel als belanglos darzustellen. Über ihre Technik zu schreiben wäre vor allem dann ungerecht, wenn man dies an Hand der Stereoaufnahmen von ca 1962 täte.

Das was ich von ihr aus dieser Zeit gehört habe, weist sie als eigenwillige Pianistin aus, welche zu gegebener Zeit in der Tat eine sehr dramatische Lesart von beispielsweise ausgewählten Beethoven Klaviersonaten abliefert, wobei mir relativ starke Schwankungen im Ausdruck aufgefallen sind. Eine gewisse Aggressivität wechselt mit sehr lyrischen Stellen ab.

Es ist sicher nicht anstrebenswert im Forum überwiegend mit Zitaten aus Klassiklexika zu operieren.
Im speziellen Fall halte ich es aber für angebracht, um die fachliche Einschätzung ihres Klavierspiels zu dokumentieren - die im Gegensatz zur laut verkündeten Meinung einiger Ex- Forianer steht:

So schreibt beispielsweise das führende deutsche Musiklexikon
Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG) in seiner neuesten Auflage;

Zitat

"in ihrer Frühzeit spielte Ney, die über eine beeindruckende Technik verfügte, auch das romantisch-virtuose Repertoire, später wurde sie mehr und mehr als Beethoven-Spezialistin bekannt. Ihr Spiel zeichnet sich durch absolute Werktreue, Schlichtheit und äußerst diskreten Pedalgebrauch aus, verbunden mit Klangschönheit und mit mitunter dämonisch gesteigerter Wildheit. In späteren Jahren wirkt ihr Spiel zunehmend verklärt und vergeistigt"

Ich werde in nächster Zeit meine Ney-Minidiskographie (2 CDS) ein wenig aufstocken - und über meine subjektiven Eindrücke berichten.

mit freundlichen Grüßen
aus Wien
Alfred

Uranus

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128

Donnerstag, 22. August 2013, 12:46

Elly Ney

Ich habe während des Lesens des kompletten Threads einige Gedanken zu dieser Diskussion zu Papier gebracht...

Erstaunlich, dass dieser Thread und die ausführliche Diskussion, die sich übrigens wie hier üblich auf erfreulich hohem Niveau geführt wurde, seinerzeit völlig an mir vorbei gegangen zu sein scheint. Nunmehr bin ich darauf gestoßen - wahrscheinlich, weil ich mich gerade intensiver mit den Beethoven-Klaviersonaten beschäftige.
Ich denke, im Verlaufe der Diskussion ist sachlich alles Wesentliche geschrieben worden. Für mich resümiere ich, dass man entweder das künstlerische Wirken eines Musikers unabhängig von seiner Persönlichkeit betrachten, beurteilen und ggf. auch genießen kann, oder eben nicht. Ich bekenne, dass ich zu letzterer Gruppe gehöre. Ich gebe allerdings zu, dass ich doch einen Unterschied mache zwischen solchen Künstlern, die wohl eher aus Opportunismus denn aus tatsächlicher, glühender Überzeugung einem Verbrecher-Regime zugetan waren bzw. sich nicht distanzierten (z.B. Böhm, Furtwängler, Karajan - vielleicht will ich das bei denen aber auch einfach nur glauben…) und solchen, die die verbrecherische Philosophie tatsächlich aus Überzeugung aktiv vertreten und damals das „gesunde Volksempfinden“ bewusst durch eigene Äußerungen und Taten beeinflusst und das Regime damit aktiv unterstützt haben - hierzu ist nach allem, was ich weiß, Elly Ney zu zählen. Gravierend finde ich hierbei zudem, dass sie offenbar auch nach 1945 entsprechende Nachfolge-Organisationen finanziell unterstützt hat - das widerspricht dem Bild der fehlgeleiteten Opportunistin, die einige von Euch auch in ihr sehen. Meines Erachtens spricht das eher für eine echte und offenbar unerschütterliche Überzeugung, und hier sehe ich einen gewaltigen Unterschied.
Ich werde mir von ihr keine Note anhören, gestehe aber jedem zu, das - siehe oben - anders zu handhaben. Nicht verstanden habe ich die ironische Äußerung von Thomas Pape, dessen Beiträge in diesem Forum ich immer sehr beachtenswert finde, in Beitrag Nr.69, dass diese meine Haltung von „so viel aufgeklärtem Gesellschaftsbewusstsein“ zeuge. Ich denke, man kann durchaus über ausreichendes Gesellschaftsbewusstsein verfügen und dennoch für sich entscheiden, sich aus den genannten Gründen mit den Produkten solcher Künstler einfach nicht beschäftigenzu wollen.


... nur um gegen Ende des Threads festzustellen, dass sich die Teilnehmer offenbar darauf verständigt haben, nur noch die künstlerische Leistung Neys zu diskutieren. Betrachtet also meine vorherigen Ausführungen als nicht gemacht... ;)
Herzliche Grüße
Uranus

Thomas Pape

Moderator

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129

Donnerstag, 22. August 2013, 14:36

Lieber Uranus,

der Thread über Elly Ney hat lang geruht, und ich finde es erfreulich, dass er nun wieder gelegentlich ausgegraben wird. Die Diskussion seinerzeit konnte so ausschließlich vor dem damaligen Mitgliedertableau geführt werden. Viele der Diskutanten sind nicht mehr hier an Bord. Die Diskussion wurde ziemlich schnell politisch geführt (was ja nun per se nicht schlecht ist), hat aber eine Auseinandersetzung mit dem Klavierspiel Elly Neys verhindert. Der gelegentlche Hinweis, dass sie als Pianistin nurmehr Mittelmaß gewesen sei kam diskussionsverhindend noch dazu. Die vielen Beiträge, die kundtaten, von der Ney aufgrund ihrer Vergangenheit nichts anhören zu wollen waren in diesem Umfeld eher persönliches Bekenntnis zu einer Diskutantengruppe und Selbstpositionierung.

Es steht mir überhaupt nicht zu, eine solche, wohlbegründete Haltung zu kritisieren. Die Ironie einigen Mitdiskutanten von damals gegenüber hast Du allerdings ganz richtig herausgelesen. Zumal damals bei Tamino recht viele Künstler vor dem Jüngsten Gericht der Tamino-Gerichtsbarkeit abegurteilt wurden. Irgendjemand wusste immer was an Bedenklichem über gerade gerühmte Interpreten und Komponisten zu posten, verbunden mit einem anklagenden "wie kann man nur..." (ich denke allein daran, wie man über den armen Siegfried hergefallen ist eben wegen dieses Threads und seiner ursprünglichen Namensgebung).

Freilich, bei der Ney ist die Sachlage mehr oder weniger klar. Vorteile konnte sie sich durch ihre Haltung indes nicht verschaffen (weshalb man ja auch später rotzfrech behaupten konnte, dass sie politisch desinteressiert gewesen sei, da es keine Kontakte und Respektsbezeugungen durch die Nazis gab). Wie schon gesagt: Elly Ney war 1933 bereits international etabliert, wurde in einem Handbuch über lebende Klaviervirtuosen sogar dem als spröde angesehenen Backhaus vorgezogen. Interessant ist ein Vergleich beider Pianistenpersönlichkeiten, da sie einer Generation angehören. Während Backhaus demütiger Diener des Werkes ist, ist die Ney ganz im 19. Jahrhundert verhaftet und bringt das Werk als Symbiose von Virtuosin und Werk zur Auferstehung. Das kann durchaus hinreissend sein, geht aber auch schon mal mächtig schief (etwa bei einigen Beethoven-Aufnahmen). Schumann hingegen gelingt ihr ganz vorzüglich; ihre Aufnahme der Sinfonischen Etuden höre ich gerne.

Im 20. Jahrhundert hat sich in punkto Klavierspiel einiges verändert, ich erwähne nur Klavier-Schulen wie Neuhaus in Moskau oder die französiche Schule um Cortot, Marguerite Long, Raymond Trouard (der übrigens phonographisch recht gut dokumentiert ist) oder Isidore Philipp. Auch der Blick auf die Musik und auf die Werke hat sich verändert (etwa mit der HIP-Bewegung, die schon in dne 1920er Jahren begann). Insfofern ist Elly Ney mit ihrem Verharren im 19. Jahrhundert, gepaart mit ihrer Exzentrik und ihrem starken Willen und Wollen interessant und hörenswert (zumal viel ihrer späteren Aufnahmen eine recht ordentliche Aufnahmequalität haben): als eine Art Fenster in das 19. Jahrhundert.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

Uranus

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130

Donnerstag, 22. August 2013, 14:57

Elly Ney

Lieber Thomas,

das war ein sehr nettes und freundliches "Jetzt mal zurück zur Sache Musik, Uranus!" von Dir. Ich habe verstanden. :thumbsup: ;)
Herzliche Grüße
Uranus

William B.A.

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131

Sonntag, 27. September 2015, 12:30

Ich möchte mich heute mit etwas Unverfänglichem melden, nämlich mit der Erinenrung an Elly Neys Geburtstag. Dazu habe ich aus meiner Sammlung diese CD ausgesucht:



Heute ist ihr 133. Geburtstag.


Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Joseph II.

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132

Sonntag, 27. September 2015, 13:15

"Pathos, Pose oder Innerlichkeit?" heißt der Titel dieses Threads. Ich glaube, man kann nicht sagen, dass sie nur ein einziges der drei Schlagworte repräsentiert hat. Oberflächlich betrachtet (und von vielen in diesem langen Thread ja auch vertreten) war sie aus heutiger Sicht vielleicht eine Poseurin. Wer einmal die späten Videos gesehen hat, sieht eine Frau wie aus einer anderen Welt vor sich. Und sie kam ja auch aus einer so gänzlich anderen Zeit. 1882 geboren — da regierte noch Bismarck! Wie kaum ein/e ander/e Pianist/in verkörperte Ney die Spätromantik auf ihrem absoluten Höhepunkt. In ihrem Spiel überlebte das späte 19. Jahrhundert bis in die späten 1960er Jahre hinein. Natürlich finden wir in ihren Interpretationen viel Pathos, was manch einem heute unerträglich erscheinen will. Aber wir stoßen auch auf Innerlichkeit, wie ich sie so eigentlich nie gehört habe. Man lausche nur einmal ihrer Mondscheinsonate oder der Pathétique. Tiefer empfunden kann man das doch gar nicht spielen. Und nein, ich selbst finde eben gar nicht, dass sich das in schwülstigen Äußerlichkeiten ergeht.

Mondscheinsonate 1+2 auf YT

Ich kann und will die Person Elly Ney hier nicht bewerten. Dass sie oftmals auf ihre politische Gesinnung reduziert wird, bringt uns nicht weiter. Wer sie allein deswegen komplett ablehnt, beraubt sich einzigartiger Hörerlebnisse. Ich liebe besonders ihren Beethoven. Sie ist vielleicht das Musterbeispiel, dass "böse Menschen" eben doch Lieder haben.

Leider ist die vorzügliche Gesamtaufnahme aller ihren späten Aufnahmen nur mehr zu astronomischen Preisen erhältlich. Sie ist es indes wert:

»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

William B.A.

Erleuchteter

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133

Sonntag, 27. September 2015, 14:03

Man mag es kaum glauben, lieber Joseph, aber ich habe diese Box asm 85. Geburtstag von Nikolaus Harnoncourt noch für knapp unter 35 Euronen erstanden.

Mich freut es besonders, dass du den Focus auf ihre Interpretationen gelegt hast und die beiden erwähnten Sonaten habe ich ja auch schon besprochen, und der Erinnerung halber will ich die Besprechung der Pathétique hier einmal einstellen:

Zitat


Beethoven, Sonate Nr. 8 c-moll op. 13 "Pathétique"
Elly Ney, Klavier
AD: 1967
Spielzeiten: 9:58-6:28-4:44 -- 21:10 min.;

Elly Ney fasst die Grave-Einleitung in bestem, konservativen Sinne nicht nur als schwer, also gravitätisch, auf, sondern auch als langsam, weil "grave" auch eine Tempo-Bezeichnung ist, und zwar eine der langsamsten. Interessant ist, dass sie zwar im Grave um wenigen Sekunden schneller ist als Barenboim, insgesamt aber im Satz etwas langsamer. Dynamisch ist das grandios gespielt, auch temporal sind die Kontraste zwischen Vierteln und Hundertzweiunddreißigsteln großartig herausgearbeitet.
Im Allegro di molto e con brio behält sie natürlich die temporalen Binnenverhältnisse der Satzteile bei und ist nicht zu schnell, und auch hier hat sie keine Angst davor, die dynamische Spannweite nach oben hin auszuweiten. Auch die Hervorhebung der begleitenden Halben-Oktaven in der Begleitung ist zu loben.
Im gemessen vorgetragenen Seitenthema achtet sie vorbildlich auf die vielen Sforzandi, vergisst auch nicht am Ende das Decrescendo ab Takt 85, das in die Tremolopassage führt, in der sie die beiden Crescendi ab Takt 93 und 105 sehr schön herausarbeitet. Selbstverständlich wiederholt sie auch die Exposition. Wieder ist auch im Seitenthema und in der Tremolosequenz sowie in der weiten Bögen in Takt 113 bis 120 ihre Bassführung zu loben, die viel zur Erhellung dieser dichten musikalischen Struktur beiträgt.
Machtvoll gestaltet sie den Auftaktakkord im ersten Grave-Einschub und fährt dann in den folgenden Auftakten schön zurück, um fließend in das berückende Decrescendo überzugehen.
Auch in der Durchführung bleibt sie in ihrem Temposchema und spielt auch hier die nunmehr in der hohen Oktave befindlichen Halben-Oktaven, denen in der tiefen Oktave die aufsteigende Viertel gegenüberstehen. Nach dem nächsten Tremolo-Abschnitt wandern die Oktaven wieder in den Bass, worüber sie sehr energisch die aufsteigenden Staccato-Viertel aufbaut, bis die absteigende Achtelfolge (ab Takt 187) in die Reprise überleitet.
Die Reprise gestaltet sie im Grunde dynamisch wie temporal wie die Exposition, auch die Tremolo-Passage und die beiden langen Bögen und die Schlusssteigerung vor dem zweiten Graveeinschub, die sie voll nach Fortissimo steuert. Der zweite Graveeinschub übt gerade durch ihre (und einiger Anderer) Spielweise, die Generalpausen voll auszukosten und die ersten beiden Takte sehr leise zu spielen, zudem im dritten Takt (297) einen dynamischen Kontrast aufzubauen und im Takt 298 wieder in das Gegenteil zu verfallen, eine faszinierende Wirkung aus- grandios!! Mit einem knackigen codaähnlichen Allegro-Schluss beendet sie diesen großartig gespielten Satz.

Das Adagio cantabile beginnt sie, wie es sich gehört, in langsamem Tempo und mit überragendem Ausdruck. So, wie Elly Ney das spielt, und einige andere, spürt man (spüre ich) am ganzen Körper dass es so richtig ist. Das Seitenthema ab Takt 17 mit Auftakt spielt sie in der gleichen atemberaubenden Weise, auch die wenigen dynamischen Akzente setzt sie in wohlbedachtem dynamischen Umfang, um dem Zauber dieses großartigen Satzes mit jedem Ton gerecht zu werden.
Auch die Sechzehntel-Triolensequenz ab Takt 37, die zu dem von mir so genannten "Sonnenaufgang" führt, fließt organisch in den Ablauf ein. Der Sonnenaufgang ((Takt 42 und 43) gehört auch bei Elly Ney für mich zu den Strahlenden. Elly Ney versteht es auch die Moll-Eintrübung in den Sechzehntel-Triolen so auszudrücken, dass sie eher noch auf der weniger melancholischen Seite stehen.
In der zweiten Themenwiederholung mit Oktavierung ist wieder ein betörender Ausdruck erreicht, der auch in der neuerlichen Oktavierung ab Takt 68 nochmal ein wenig ansteigt. Doch auch hier in diesem sanften Ende denkt sie an die Rinforzandi in den Takten 70 bis 72. Welch ein grandioser Satz!!

Im Finale ist sie temporal etwa gleichauf mit Barenboim und geringfügig schneller als Arrau und Gilels.
Dynamisch ist sie wieder voll dabei, lässt die Fortepiani und Sforzandi voll tönen und kontrastreich in das Dolcethema (ab Takt 25) einfließen. Auch rhythmisch ist m. E. ihr Spiel über jeden Zweifel erhaben, zumal hier der rasche Wechsel zwischen Portato und Legato den mitreißenden Fortgang des musikalischen Geschehens ausmacht. Die ebenfalls raschen Wechsel zwischen rechter und linker Hand kulminieren zum ersten Mal im Fortissimo in Takt 58, was sie großartig macht.
Nach der Wiederholung des Hauptthemas spielt auch sie ein wunderbares lyrisches Seitenthema ab Takt 78, bevor nach den absteigenden Achteln die Sechzehntelfiguren mit einer von Elly Ney wunderbar gespielten dynamischen Steigerung zur neuerlichen Themenwiederholung überleiten, erneut von einem Fortissimo-Zielpunkt aus.
Über eine leichte Änderung der musikalischen Figuren geht es erneut ins Dolcethema, das sie in der hohen Oktave mit einem silbrigen Glanz versieht. Die neuerlich leicht retardierenden Portato-Akkorde verheißen eine Ruhe vor dem Schlusssturm. Auf dem Wege dahin vergisst sie auch das Calando nicht.
Auch die großartige Coda spielt sie dynamisch sehr bewegt und mit dem großartigen pp-ff-Kontrast zum Schluss.

Eine große Interpretation!!

Liebe Grüße

Willi :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:


Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Alfred_Schmidt

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134

Sonntag, 27. September 2015, 15:27

29782 Seitenaufrufe erreichte dieser Thread bis heute. Das ist schon ein Indiz dafür, daß Elly Ney bis heute nicht vergessen ist - gleichgültig ob ihre Aufnahmen heute verfügbar sind oder unterdrückt wurden. Wenn man bedenkt wie viele Aufnahmen Colosseum Classics veröffentlicht hat. Leider habe ich in der Vergangenheit oft zu langsam gekauft. So besitze ich nur ganz wenig Aufnahmen von der Ney, die sogar die Bewunderung von Wilhelm Kempff genoss....."» … Ein geheimnisvoll angeschlagener Akkord (Beethoven, Sonate d-Moll) – und der Zuhörer war an ihren Stromkreis angeschlossen. Was sich dann begab, das kann und soll nicht mit Worten beschrieben, soll nicht wissenschaftlich seziert werden."

Einen sehr ausführlichen - musikbezogenen Lebenslauf finden wir hier:
http://www.proclassics.de/kuenstler/elly-ney-2/

Wie man weiß verlinke ich nicht gern auf andere Klassikseiten - aber dieser interessante Artikel - wer weiß wie lange wir noch Gelegenheit haben werden ihn zu lesen - hat es verdient....

mfg aus Wien
Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT

Siegfried

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135

Montag, 28. September 2015, 12:25

Liebe Musikfreunde,

ich bin selbst erstaunt, wie schnell doch die Zeit seit meinem Start dieses Threads an uns vorbeigeflogen ist. Wer sich alles in den Anfängen bemüßigt fühlte, mit Dreck um sich zuwerfen, um Andere zu erniedrigen und um sich selbst zu erhöhen, ist schon erstaunlich.
Beim Nachlesen dieser ersten Beiträge sträubten sich bei mir wieder die Nackenhaare, obwohl nach den meisten "Verfassern" inzwischen kein Hahn mehr kräht.

Dennoch bleibe ich bei meinen anfangs erwähnten Eindrücken: Die als 15-16-Jähriger erlebten Stuttgarter Beethoventage mit Ney/van Hoogstraten und den Stuttgarter Philharmonikern sind Marksteine für meine Liebe zur klassischen Musik geblieben.
Freundliche Grüße Siegfried

musikwanderer

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136

Dienstag, 29. September 2015, 09:36

Man sollte ja niemals NIE sagen - diese Aussage könnte Schwierigkeiten nach sich ziehen...

An irgendeiner Stelle dieses unergründlichen Forums habe ich mal geschrieben, dass die musikalische Hinterlassenschaft der Ney nicht in meinem CD-Player rotieren wird. Es war eine Aussage, die innerhalb weniger Jahre unhaltbar geworden ist. Eine von mir an anderer Stelle genannte Einkaufsquelle niederländischer Provenienz hat mir nun ein Portrait der Ney auf den Tisch gelegt, bei dem ich nicht wiederstehen konnte - ich habe gehört.

Das, was Siegfried schrieb, nämlich "als 15-16-Jähriger" die Ney gehört zu haben, kam mir auch sofort in den Kopf: zwar kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wie alt (oder jung) ich war, als ich Elly Ney in einem Solistenkonzert in Hagen hörte, es könnte aber durchaus jenes Alter gewesen sein - fünfzehn oder sechzehn. Es war nämlich Anfang der 1960er Jahre, als ich ein Abonnement bei einer örtlichen Konzertdirektion aufnahm - und da war auch Elly Ney unter den auftretenden Künstlern. In welchem Jahr meiner dreijährigen Abo-Phase sie auftrat, ist mir nicht mehr erinnerlich.

Falls mich mein Gedächtnis nicht trügt (es neigt ja bei vielen - so wahrscheinlich auch bei mir - dazu, die Vergangenheit zu glorifizieren), gab es viel, sehr viel Applaus. Ich habe mich (damals) nicht gefragt, ob das nun alles "Nazi-Reste" waren, die der Pianistin zujubelten, ich wusste ja nichts von ihrer politischen Haltung. Und heute? Ihre Beethoven-Interpretationen auf den Silberscheiben lassen davon auch nichts hören, nicht mal erahnen...

:hello:

PS: Meine Liebe zur klassischen Musik hat Elly Ney übrigens nicht beeinflusst - die war durch das Elternhaus ohnehin vorgegeben...
.

MUSIKWANDERER

Dr. Holger Kaletha

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

137

Dienstag, 29. September 2015, 14:07

Mein Vater (er ist inzwischen 88 !) erzählte mir, dass er Elly Ney auch gehört hat. Schon als Jugendlicher in Danzig (vor 1945) erlebte er Conrad Hansen, der dort die Beethoven-Sonaten spielte. Gieseking, Kempff, Monique Haas usw. hat er auch im Konzert erlebt. Zu Monique Haas sagte er "eine Pariser Dame :D ", Elly Ney hörte er wohl nach dem Krieg im hohen Alter. Ihr ganzes Auftreten fand er doch ein bisschen sehr "mystisch" abgedreht - Beethoven mit Weihrauch sozusagen. Im Alter muß sie in dieser Hinsicht also etwas seltsam geworden sein. :D Die CD, die ich von ihr besitze (s.o.!), finde ich musikalisch sehr überzeugend.

Schöne Grüße
Holger

Alfred_Schmidt

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Donnerstag, 19. Juli 2018, 16:47

Wie komme ich ausgerechnet heute auf DIESEN Thread.
Nun der Anlass war der Thread, der sich mit CDs in Eigenbesitz gegen "streaming" efasste
Immer wiueder fiel mir in diesem Zusammenhang - dieser unsäglich tendenziöse, haßerfüllte und IMO von dummen Aussagen geprägte Thread ein, wo politische Abrechnung betrieben wurde. Und das in gewisser Hinsicht in meinem Namen.
Man muß sich vorstellen, wen SOLCHE Leute über das Steaming-Angebot bestimmen könnten, was dabei herauskäme !!! :

Zitat

ich hab mal nachgezählt. Der thread über Martha Argerich zählt (immerhin) 37 Antworten, der hiesige über Elly Ney ganze 108. Ich weiß, es ist kein gutes Gegenargument, aber können wir eine geistig Arme mit mediokren Fähigkeiten im Klavierspiel
nicht einfach dem Vergessen anheim fallen lassen?


Daher bin ich froh, daß es die CD gibt, wenngleich Colosseum Records derzeit nicht mehr im Angebot hat.

Hier eine Videio-Kostprobe, der Pianistin, im Alter von 82 Jahren

ein feurig-dämonisches Beethoven-Bild
Eine zornig-energische Grand Dame des Klavierspiels mit einer gewissen Aura
und sicherlich nicht "arm im Geist - auf wenn viele das gern so gehabt haben.



Ich möchte bei dieser Gelegeneit auf zwei Dinge hinweisen

a)The Grove Dictionary of Music and Musicians erwähnt mit keinem Wort etrwas über Elly Ney politische Ambitionen - man ist sich dort einfach zu vornehm dafür.

b) diese "sachlich geführte Diskussien" - wie manche sie nannten - hatte auch ein "behinde the Stage"
Zumindest ein Mitglied - vielleicht aber auch mehrere (?) wurde per PN - die gab es damals noch im Forum - wegen positiver Aussagen zu Elly Ney persönlich bdroht und verbal attackiert. Wie ausgeprägt diese "Bedrohungen" waren, das weiß ich nicht - es wurde mir zur Kenntnis gebracht.

mfg aus Wien

Alfred


clck 32 332

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT