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Gerhard Wischniewski

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Registrierungsdatum: 7. April 2011

1

Donnerstag, 14. Juni 2018, 12:08

YARULLIN, Farid: SHURALE

Farid Yarullin ( 1914 – 1943 )
Shurale
Ballett in drei Akten
Uraufführung: Erstfassung Kazan 1941, Neufassung St. Petersburg 1950

PERSONEN DER HANDLUNG
Shurale, ein wilder Waldgeist
Syuimbike, ein Vogelmädchen
Ali-Batyr., ein junger Jäger
Aly-Batyrs Eltern
Hexen und andere Geister, Vogelmädchen, Dorfleute

Ort und Zeit der Handlung: Wald und Dorf in Tatarstan (Russland), Märchenzeit

ERSTER AKT
Ali-Batyr, ein junger Jäger, hält sich im dichten Wald auf, in dem er von Geistererscheinung erschreckt wird. Als er einen Vogel vorbeifliegen sieht, folgt er ihm. Shurale, der böse Geist des Waldes, steigt von einem Baumstamm. Hexen, Genien und andere Geister unterhalten ihren Meister mit Tänzen. Als die Sonne aufgeht, verbergen sie sich.
Eine Schar weißer Vögel kommt auf die Lichtung. Sie verwandeln sich in junge Mädchen und führen fröhliche Tänze auf. Die hübsche Syuimbike folgt ihnen. Sie wirft ihre Flügel ab.
Shurale, der sie hinter einem Baum beobachtet hat, raubt ihr diese Flügel. Die Mädchen tanzen fröhlich auf der Lichtung. Als es Zeit zum Abflug wird verschwinden alle, wieder in Vögel verwandelt. Nur Syuimbike bleibt zurück, weil sie ihre Flügel nicht findet.
Plötzlich erscheint der grausame Shurale und beordert seine Geister, das Mädchen zu umzingeln. Sie ist gefangen und verängstigt. Shurale will seinen Sieg feiern, aber Ali-Batyr eilt herbei, um Syuimbike beizustehen. Er kämpft mit Shurale und besiegt ihn. Vergeblich suchen Syuimbike und ihr Retter nach den Flügeln. Ermüdet von der fruchtlosen Suche schläft Syuimbike ein. Ali-Batyr nimmt das schlafende Mädchen vorsichtig auf und verlässt mit ihr die Lichtung.
Der besiegte Shurale droht Ali-Batyr gnadenlose Rache an, weil er ihm das Mädchen entführt hat.

ZWEITER AKT
Die Dorfleute haben sich zu Ehren Ali-Batyrs und der schönen Syuimbike auf dessen Hof zu einem Bankett versammelt. Für die Braut wird ein luxuriöser Teppich ausgebreitet. Die Heiratsvermittler verstecken nach alter Sitte die Braut, damit der Bräutigam sie suchen muss. Die Gäste tanzen fröhlich und die Kinder tollen herum. Nur Syuimbike ist traurig, sie kann die verlorenen Flügel nicht vergessen. Als die Zeremonie endet und die Gäste gehen, schlüpft unbemerkt Shurale in den Hof. Einen günstigen Moment nutzend, wirft er Syuimbike die Flügel hin. Freudig drückt sie diese an ihre Brust. Unentschlossen ihren Retter zu verlassen zögert sie noch, aber der Wunsch, zu fliegen ist stärker. Als sie abheben will, wird sie von einer Schar Rabenkrähen umzingelt, die Shurale geschickt hat. Diese zwingen sie, ihnen ins Lager ihres Meisters zu folgen. Als Ali-Batyr den weißen Vogel sieht, der inmitten der Krähen mit den Flügeln schlägt, ergreift er eine brennende Fackel und folgt mit den Dorfleuten dem Zug.

DRITTER AKT
Die Krähen haben das Vogelmädchen in das Lager Shurales verschleppt. Dessen Annäherungsversuche weist sie ab. Auf seine Anweisung greifen Hexen, Genien und sonstige Anhänger das junge Mädchen an.
Ali-Batyr kommt und setzt das Lager Shurales im Flammen. Seine Bewohner gehen in den Flammen auf. Ali-Batyr und Syuimbike sind allein in dem flammenden Inferno. Er gibt dem Mädchen ihre Flügel, damit wenigstens sie sich retten kann. Aber Syuimbike will nun ihren Geliebten nicht mehr aufgeben. Sie wirft ihre Flügel ins Feuer.
Beide kehren in das Dorf zurück. Ali-Batyrs Eltern und die ganze Gemeinde wünschen den Brautleuten viel Glück.





Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Gerhard Wischniewski

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Donnerstag, 14. Juni 2018, 12:14

Anmerkungen:

Der tatarische Komponist Farid Yarullin wurde 1914 in Kasan geboren und ist im Weltkrieg 1943 gefallen. Er schrieb Kammermusik, Lieder, Romanzen und Bearbeitungen tatarischer Volksmusik sowie das erst tatarische Ballett Shurale.
1934 wurde die Gründung eines Opern- und Balletttheaters in Kasan beschlossen, das 1939 eröffnet wurde. Die Komposition eines Balletts wurde dem Studenten des Moskauer Konservatoriums Farid Yarullin anvertraut. Das Libretto, das auf einem tatarischen Märchen beruht, wurde von dem jungen Schriftsteller Ahmed Faizi geschrieben. Die Uraufführung fand 1941 in Kasan statt.
Das Ballett wurde später überarbeitet und in einer neuen Fassung 1950 in der Choreografie von Leonid Yakobsen in St. Petersburg aufgeführt. Seitdem gehört es neben Spartakus von Aram Khatschaturian zu den beliebtesten Balletten des Mariinsky-Theaters.
Die Musik weist Anklänge an die tatarische Folklore auf.
Eine Inszenierung des Balletts aus dem Mariinsky-Theater findet man auf youtube. Ob es in Deutschland Aufnahmen auf CD gibt, ist mir nicht bekannt.





Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

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