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Sven Godenrath

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Beiträge: 920

Registrierungsdatum: 24. März 2010

1

Donnerstag, 13. Mai 2010, 10:02

Elena Souliotis

Elena Souliotis

Die Perversität des nicht nur heutigen Opernbetriebes kann man immer wieder an seinen prominenten Opfern festmachen.
Als da wären José Carreras dessen wundervoller Schmelz schon nach wenigen Jahren wegen permanenter Überbeanspruchung verloren ging, das er selbst in Rollen versagte die ihm hätten liegen müssen ( Recitel mit französischen Arien, L’elisir d’amore neben Katia Ricciarelli ) sind hierfür Signifikant.
Bei Mirella Freni derren Schmelz ebenfalls nach Buttefly , Tosca und ähnlichem verloren ging und die später nur noch auf dem harten Stimmkern musizierten konnte, Renata Scotto erst kam ihre Schallplatten Karriere so gar nicht in Gang, als sie dann aber mit Rollen diente die sie überforderten Butterfly, Tosca, Abigaille und ihre Stimme scharf und sauer wurde dann war sie plötzlich gefragter denn je oder auch Katia Riciarelli eine wunderbare lyrische Sopranisten prädestiniert für Rollen wie Mimi Michaela, Lauretta u. ä. statt dessen kamen Tosca, Turandot ( auf Schallplatte), Norma, Leonora ( Trovatore ), Amelia ( Maskenball ) hinzu, Rollen deren Orchestralerwucht sie fast nichts entgegenzusetzen hatte, man hatte schließlich auch gleich zu beginn ihrer Karriere die Isolde angeboten, sprechen hier eine eindeutige Sprache.
Lisa della Casa brachte es auf den Punkt, presse die Zitrone aus solange es geht und werfe sie dann weg.
Nun diese drei Beispiel aber das Glück trotz ihrer Fehlgriffe eine lange erfolgreiche Karriere haben zu dürfen, andere waren da weniger vom Glück gesegnet gewesen.
Wie zum Beispiel Cheryl Studer deren überambitionierten Mann wir wahrscheinlich das vorschnelle Ende ihrer Karriere zu verdanken haben, eine Aida spricht hier eine sehr deutliche Sprache, oder auch Aprile Millo ein wundervolle Timbre, Auftritte an der Met als Desdemona, Maddalena und schließlich im gleichen Zeitraum die Absagen einer I Lombardi Serie an der Met und in Deutschland sprachen hier für sich, die Stimme begann zu tremolieren.
Aber wie eine andere Sopranistin, ich meine es war Marcella Pobbe, schon sagte, was solle sie tun, auch sie muß zu jeden Monats ersten ihre Rechnungen bezahlen.

Elena Souliotis wurde am 28. Mai 1943 in Athen geboren und verstarb am 04.12.2004 in Florenz
Auch sie fiel diesem Betrieb bereits schon nach wenigen Jahren zum Opfer.
Über welch großes Talent und über welche dramatische ja gerade zu gleißende Intensität die Stimme der Sängerin verfügte um ihre Zuhörer in ihren Bann zuziehen verrät der Livemitschnitt einer Nabuccoaufführung, der ihre Studioaufnahme (ebenfalls gelungen) aussticht.
Dieser Livemitschnitt gehört zu den Höhepunkte der Diskografie dieser Oper.
Auch eine La Gioconda ebenfalls Live mitgeschnitten überzeugt durch die Intensität die diese Sängerin auf der Bühne an der Tag legen konnte.
Ebenfalls hörenswert eine La Straniera auch hier Live mitgeschnitten und im Verdifach eine Luisa Miller.
Auf CD unterrepräsentiert ist auch die Loreley von Catalani die hier überzeugend dargeboten wird.
Für eine Anna Bolena besaß die Künstlerin zwar die dramatische Intensität, ebenso wie auch für die Norma zumindest in den Livemitschnitten, scheitern tat sie allerdings in beiden Fällen an der musikalischen Grammatik. Koloraturen sind dramatische Ausrucksgesten und müssen als solche auch ausgefeilt gesungen werden. Leider fehlte ihr hierfür das technische Rüstzeug, Koloraturen werden angedeutet aber nicht im dramatischen Kontext ausgefeilt gesungen.
Weniger glanzvoll ist eine Mefistopfeles gelungen, hier benötigt man einen Sängerin mit einem wärmeren Stimmtimbre wie zum Beispiel Renata Tebaldi oder Mirella Freni.
Die Schuld allein bei ihr zu suchen, das sie bei beinahe 50 % ihrer Operngesamtaufnahmen scheitern musste greift aber meines achtens nach zu kurz.
Viel zu spät ihre Lady Macbeth, eine Rolle mit der sie eigentlich hätte Punkten müssen und können aber die Stimme vermochte ihr nicht mehr zu folgen, auch viel zu spät ihre Norma Studioaufnahme, beide dienen eher dazu den Ruf dieser Sängerin zu demontieren, man sollte sie besser ungehört im Schrank unter Verschluß halten und sich statt dessen über ihre wundervollen Livemitschnitte freuen.
Besser ein Arienrecitel es bietet einige gute Momente aber auch hier keine einziges wirklich überzeugendes Porträt.
Eine Cavalleria Rusticana habe ich leider nicht hören können.
Eine kurze erfolgreiche Karriere und leider auch hier ein viel zu schneller Opfertod.

CD: : La Straniera, Mefistofeles, Loreley, Anna Bolena, La Gioconda, Nabucco, Macbeth, Luisa Miller, Cavalleria Rusticana, Sour Angelica, Norma, Arien Recitel

9079wolfgang

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2

Montag, 13. Dezember 2010, 23:00

Hallo, Sven!

Von Elena Souliotis habe ich einige schöne Aufnahmen. Schade, das dieser Thread so wenig Resonanz findet. Mir gefällt diese Stimme sehr gut, sie erinnert mich mit ihrem dunklen Timbre ein wenig an Maria Callas. Ein interessantes Portrait von ihr habe ich erst vor Kurzem gehört. Sie singt dort Arien aus "Ein Maskenball", "Die Macht des Schicksals" und "La Gioconda".



Gruß Wolfgang
W.S.

Manfred

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3

Dienstag, 14. Dezember 2010, 22:45

Eine Cavalleria Rusticana habe ich leider nicht hören können.
Hallo Sven,

von Elena Suliotis habe ich eine Aufnahme der "Cavalleria Rusticana" von 1967. Ihre Partner sind: Mario del Monaco - nicht mehr so gut wie 1960 neben der Simionato unter Tullio Serafin - Stefania Malagù, Tito Gobbi und Anna di Stasio, Chor und Orchester der Oper Rom, es dirigiert Silvio Varviso. Kritiker schrieben: "Einer der (vergeblichen) Suliotis-Versuche, eine Callas zu werden. Griechin sein genügt eben nicht ..."
Ein vernichtendes Urteil, mit dem ich nicht ganz einverstanden bin. Jürgen Kesting hingegen bescheinigt ihr hier ein unheimlich großes Stimmpotential, das sich leider durch das Hochtreiben der Bruststimme vorzeitig "verbrannt" habe.

Gruß
Manfred
"Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
Enrico Caruso

"Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
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Harald Kral

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4

Dienstag, 28. Mai 2013, 16:54

zum 70. Geburtstag

Heute wäre diese vielfach unterschätzte Sängerin 70 geworden:


Souliotis, Elena, griech. Sopran, * 28.5.1943 Athen, † 04.12.2004 in Florenz
Wurde schon als Kind in Buenos Aires unterrichtet, setzte ihre Ausbildung 1962 in Italien fort und debütierte 1964 in Neapel als Santuzza. Es folgten sensationelle Auftritte 1966 als Abigail in Mailand, 1969 als Lady Macbeth an der New Yorker Metropolitan Opera. Seither sang sie auch in Paris und am Londoner Covent Garden.
Die Hoffnungen auf eine »zweite Callas« erfüllten sich jedoch nicht.
Schon Mitte der 70er- Jahre musste sie ihre Karriere wegen stimmlicher Schwierigkeiten abbrechen.
Im Alter versuchte sie noch ein Comeback, sie sang z.B. 1999 die alte Gräfin in Pique Dame in Stuttgart.

LG
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

9079wolfgang

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5

Dienstag, 28. Mai 2013, 17:58

Großartig finde ich Elena Souliotis in dieser "Nabucco"-Gesamtaufnahme:

W.S.

9079wolfgang

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6

Samstag, 15. November 2014, 21:08

Heute morgen hörte ich schon die oben von Manfred beschriebene "Cavalleria rusticana". Sie gibt es noch bei AMAZON als Import-CD. Leider kann ich davon kein Cuver einstellen. Anschließend hörte ich von ihr diese CD mit Solo-Recitals:

W.S.

William B.A.

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7

Donnerstag, 28. Mai 2015, 00:35

Die leider viel zu früh verstorbene Elena Souliotis wurde am 28. Mai 1943 geboren und starb am 4. Dezember 2004. Zu ihrem heutigen Geburtstag habe ich diese Aufnahme ausgesucht, in der sie im illustren Kreis die Norma singt:



Heute wäre Elena Souliotis 72 Jahre alt geworden.



Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

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8

Montag, 28. Mai 2018, 11:24

75. Geburtstag

Auch hier möchte ich heute an

Elena Souliotis' 75. Geburtstag


erinnern:



Mehr kann man hier lesen:


Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Rheingold1876

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9

Dienstag, 29. Mai 2018, 07:46

Manfred hatte 2010 schon die richtige Kritiker-Stimme zitiert! Auch wenn er selbst damit "nicht ganz einverstanden" war. Ich fand Elena Souliotis immer ziemlich ordinär. Sie war nach meinem Empfinden nur auf Wirkung aus, auf den Kick, nicht aber auf die Interpretation einer Opernfigur. Von Anbeginn an stand zu befürchten, dass das nicht lange gut gehen würde. Sie hatte sich zu schnell verbraucht - oder verbrauchen lassen. Svens Anlayse aus dem Auftaktbeitrag bringt das Dilemma auf den Punkt. Insofern sehe ich ihre Karriere im Rückblick allenfalls als tragisch an.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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10

Dienstag, 29. Mai 2018, 09:41

Vollste Zustimmung, lieber Rheingold!

Ihre Aufnahmen kenne ich nicht!
Mein Interesse an ihr, war nach einigen schlimmen Live-Erfahrungen gleich Null!
Liebe Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

9079wolfgang

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11

Dienstag, 29. Mai 2018, 12:42

Zitat

Ihre Aufnahmen kenne ich nicht!
Mein Interesse an ihr, war nach einigen schlimmen Live-Erfahrungen gleich Null!


Mein lieber Caruso!

Da fällst Du aber ein hartes Urteil! Ich habe sie leider nicht life erlebt, aber ihre Abigail gefällt mir, was den Ausdruck ihrer Stimme zu dieser Rolle betrifft, wirklich gut. Ich werde mir die Gesamtaufnahme unter Gardelli heute noch anhören.
W.S.

William B.A.

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12

Dienstag, 29. Mai 2018, 13:41

Ich muss Wolfgang zustimmen und habe als Beleg dafür diese Aufnahme mit der ersten Arie der Lady Macbeth eingestellt:



Ich finde, dass Elena Souliotis den sinistren Charakter der Lady Macbeth in dieser Aufnahme sehr gut trifft und dass der in den tiefen Lagen möglicherweise als ordinär (Rüdiger) rüberkommende Klang ihrer Stimme das Ordinäre, das abgrundtief Schlechte im Chrakter der Lady Macbeth wesentlich besser wiedergibt, als es bei Anna Netrebko (2013 begleitet von ihrem Leib- und Magen-Dirigent Valery Gergiev) der Fall ist, die die Arie einfach nur "schön" singt, wo ich keine Boshaftigkeit höre, nichts Ordinäres und Verschlagenes, und wo ich schon gar keinen Schauer auf dem Rücken verspüre.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Caruso41

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13

Dienstag, 29. Mai 2018, 17:40

Da fällst Du aber ein hartes Urteil!


Lieber Wolfgang!
Ich habe allen Grund zu diesem strengen Urteil.
Die ersten Begegnungen mit Suliotis waren schon sehr ambivalent. Einerseits war ich durchaus von ihren reichen Mitteln und dem (damals noch) gloriosen Klang beeindruckt. Auch ihre gestalterische Intensität, wegen der sie ja zu Callas-Nachfolgerin hochgejubelt werden sollte, konnte für sie einnehmen.
Aber die Intonation war schon in den ersten Jahren ihrer Karriere grenzwertig. Ich kann mich daran gewöhnen, wenn eine Sängerin permament zu hoch oder zu tief intoniert. Aber Suliotis intonierte mal zu hoch und mal zu tief. Ich glaube, dass das eine Frage der Intervalle war, mit denen der nächtse Ton gesungen werden sollte. Das will ich aber nicht weiter entwickeln. Verstärkt wurde das duch die völlig unzureichende Verblendung der Register. Richtig gegen sie aufgebracht wurde ich aber durch ihre schlechte Phrasierungen. Alles musste ihren Möglichkeiten der Atemkontrolle angepasst werden und die war jammervoll!
Als die Karriere dann Fahrt aufnahm und die technischen Möglichkeiten nicht nur nicht verbessert wurden sondern zunehmend Schaden nahmen, wurde genau das, was Rheingold kritisiert hat, immer penetranter: Sie sang nur noch auf Wirkung! Das habe ich mehrmals ertragen. Ihre Aufnahmen zu hören, hatte ich deshalb nie das Bedürfnis, zumal sie in den einschlägigen Fachkreisen keinerlei positive Kritiken bekamen. Lies mal, was sich in den drei Bänden von Alan Blyth's "Opera on Record" so alles an ungalanten Bemerkungen über ihre Norma, Luisa Miller, Abigail, Lady Macbeth usw. zu finden ist.

ch finde, dass Elena Souliotis den sinistren Charakter der Lady Macbeth in dieser Aufnahme sehr gut trifft und dass der in den tiefen Lagen möglicherweise als ordinär (Rüdiger) rüberkommende Klang ihrer Stimme das Ordinäre, das abgrundtief Schlechte im Chrakter der Lady Macbeth wesentlich besser wiedergibt,

Lieber William!
Dass man das "abgrundtief Schlechte im Charakter der Lady Macbeth" auch dem Hörer vermitteln kann ohne so schlecht zu singen wie die Suliotis, haben viele Sängerinnen eindrücklich bewiesen. Ich erinnere nur an Rysanek, Borkh, Scotto, Shuard, Cossotto, Ludwig, Verrett oder Varady.

Euch beiden beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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