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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

61

Dienstag, 7. Dezember 2010, 16:12

Wenn ich Dir nun schreibe, das Maazel hier bei den Festen gegenüber Bernstein sogar noch einen Tick an Spannung draufsetzt, dann ist das nach den "Klöpsen", die Maazel in seiner Discographie zu verzeichnen hat, kaum zu glauben. Aber es ist so ! Das Cleveland Orchestra ist in absoluter Bestform und Maazel kennt das Werk genau und weis wie man jeden einzelnen Fest-Satz aufbauen und mit Hochspannung aufläd.

Ich bin zwar kein sonderlicher Maazel-Freund, habe aber eine Maazel-Aufnahme in der Sammlung, die alles Vergleichbare schlägt, und das trotz stärkster Konkurrenz! Nämlich "Le Sacre du Printemps" in der Telarc-Aufnahme mit dem Cleveland Orchestra. Für mich Referenz mit fünf Sternchen! Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass er auch bei Respighi mit demselben Orchester ähnlich zupackend ist.

Schön, dass Dir der Bernstein gefällt!

62

Sonntag, 19. Dezember 2010, 01:40

Geoffrey Tozer/Sir Edward Downes

Die Respighi-CD von Chandos mit der Toccata und der Fantasia slava

hat mich inzwischen aus den USA erreicht. Große Klasse - und ich kann jedem die Anschaffung empfehlen (wenngleich die Orchesterbearbeitung von Bach-Chorälen in "Tre Corali" doch eher den Charakter eines Gelegenheitswerks hat, das man in eine Reihe mit Stokowskis Bach-Arrangements stellen kann - die Werke für Klavier und Orchester hauen's raus. Versprochen!).

63

Mittwoch, 11. Mai 2011, 00:38

Lieber Wolfgang,
ein echter Knaller der Respighi-Diskografie ist mir kürzlich geliefert worden: "Pini di Roma" mit Leopold Stokowski

Ich weiß nicht, ob Du ein deutliches Grundrauschen bei einer lupenreinen Stereo-Aufnahme aus der Frühzeit der Stereophonie akzeptieren kannst. Falls ja, rate ich Dir sehr zu dieser absolut faszinierenden Stokowski-Deutung in einer sehr, sehr preisgünstigen EMI-Box! Zumal Dich die Kombination auf der CD 9 dieser Box mit der Sinfonie Nr. 2 von Khatchaturian absolut überzeugen dürfte!
Herzliche Grüße
Dein Swjatoslaw

teleton

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64

Donnerstag, 12. Mai 2011, 10:11

RE: Stokowsky

Lieber Swjatoslaw,

natürlich ist Stokowsky für diese Werke immer eine TOP-Adresse. Danke für deine Empfehlung.
:) Da ich Pini di Roma aber bereits in mehreren Spitzenaufnahmen eingedeckt bin - mit Batiz (Naxos), Muti (EMI+Brillant), Swetlanow (REGIS), Maazel (Decca), Bernstein (SONY) und Dutoit (Decca), kann ich mir den rauschenden Stokowsky guten Gewissens verkneifen.

Den Inhalt der EMI-Stokowsky-10CD-Box habe ich mir angesehen. Ich habe alle enthaltenen, mich interessierenden Werke in TOP Aufnahmen. Die Schostakowitsch 11 mit Stokowsky hatte ich mal auf einer Einzel-CD, die hatte mich enttäuscht - CD verkauft ... und die Khatchaturian 2 möchte ich ohnehin nur mit Khatchaturian/WPO (Decca) hören.

;) Es gibt noch eine Super-Aufnahme von Pini und Fontane di Roma, die ich als meine Erstaufnahme auf einer RCA-LP hatte und bei günstiger Gelegenheit tatsächlich noch als CD kaufen würde - Reiner / Chicago SO (RCA) ! Und die rauscht trotz 1960 kein bisschen ...
Gruß aus Bonn, Wolfgang

65

Donnerstag, 12. Mai 2011, 12:13

Es gibt noch eine Super-Aufnahme von Pini und Fontane di Roma, die ich als meine Erstaufnahme auf einer RCA-LP hatte und bei günstiger Gelegenheit tatsächlich noch als CD kaufen würde - Reiner / Chicago SO (RCA) ! Und die rauscht trotz 1960 kein bisschen ...

Lieber Wolfgang,
die Fritz Reiner-Aufnahmen sind gerade bei Urania in einer Doppel-CD neu erschienen

Die ursprüngliche Living Stereo-Koppelung mit Debussys "La mer" gibt es aber immer noch auf CD zu kaufen

und sie ist inzwischen auch als SACD zu bekommen


Ich danke Dir für Deinen Hinweis auf Reiner: ich habe mir soeben die Living Stereo-CD bestellt und bin gespannt auf seine Sicht der Respighi-Dinge. Seine Interpretation der "Fetes" aus den "Nocturnes" von Debussy, die ich in meiner Sammlung habe,

lässt im Übrigen auch bei Debussys "La mer" Vorfreude aufkommen.
Herzliche Grüße
Dein Swjatoslaw

Uranus

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66

Freitag, 20. Juli 2012, 19:49

Dorati

Hallo allerseits,

kennt evtl. jemand von Euch die Aufnahme der antiken Tänze von Antal Dorati mit der "Philharmonia Hungarica", erschienen in der Living-Presence-Reihe von Mercury? Kann sie jemand vielleicht mit den hier schon besprochenen Aufnahmen vergleichen?
Herzliche Grüße
Uranus

teleton

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67

Dienstag, 7. Januar 2014, 20:10

Respighi: Klavierkonzert in modo misolidio

Dieser Resphighi-Therad geht ja inzwischen weit über die Sinfonischen Dichtungen hinaus.
Somit finden auch die Werke für Klavier und Orchester hier reges Interesse - und das mit wirklichem Recht und gemäss des hohen Anspruches dieser Werke.

Ich hatte und kannte bisher vom Klavierkonzert in modo misolidio nur die Aufnahme mit Sonya Hanke, Klavier/Sydney SO/ Myer Fredmann (Marco Polo), die ich in Beitrag 49 bereits abgebildet hatte.
Nun habe ich mich für die abgebildete NAXCOS-CD als Ergänzung entschieden, da das Concerto a Cinque mir auch noch vollkommen unbekannt war:


NAXOS, 1996 DDD

Der sehr gute Eindruck, der sich bereits mit Scherbakow beim Klavierkonzert a-moll und der Toccata ergeben hatte (Abb der NAXOS-CD zuletzt in Beitrag 48) setzt sich hier fort.
Scherbakow/Griffits setzen gegenüber Hanke/Fredman mehr auf eine intimere Durchsichtigkeit mit impressionistischen Klangfarben durchsetzt. Das ist alles andere als trocken. Die Spielzeiten finde ich auch absolut angemessen: 16:13 - 8:34 - 10:28.
*** Für mich der seit 20Jahren von der zupackenderen Hanke - Aufnahme (MarcoPolo) geprägt ist, zuerst etwas schwierig auch daran gefallen zu finden. Auf jeden Fall wirds hier nie gehetzt, sondern eine lebendige klangschöne Interpretation geliefert, die sich wirklich hören lassen kann.

Wegen meiner jahrelngen Prägung würde ich dennnoch die Hanke-Aufnahme, bei der mich das recht vordergrünig aufgenommene Klavier absolut nicht stört, etwas vorziehen. Überrascht war ich, dass das Sydney SO deutlich zupackender, dramatischer und mit mehr Power (im 1. und 3.Satz) sogar noch etwas spannender rüber kommt, sodass es sich gegenüber dem(etwas lauten) Klavier keinesfalls ins Hintertreffen geraten kann. Die impressionistischen Farben, die die Naxos-Aufnahme bietet, bleiben bei MarcoPolo allerdings stellenweise auf der Strecke !
:) Es ist nun Geschmackssache, ob man es mit impressionistischer Prägung oder mehr auf Dramatik gebürstet vorzieht. Bei mir klar ! Beide Aufnahmen haben ihren eigenen Wert, sodass ich keine mehr abgeben möchte.

Das Concerto a cinque ist ein sehr intimes Werk für 5Solisten und Streicher (UA 11/1933 mit den Berliner Ph unter der leitung von Resphigi), dass hier von Scherabakow/Danel in einer Aufnahme geboten wird, die ich auch ohne jeden Vergleich als vorzüglich bezeichnen würde.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Uranus

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68

Dienstag, 22. April 2014, 15:00

Maazel's zweite Aufnahme

Maazel's erste Aufnahme mit dem Cleveland Orch. ist ja inzwischen hier schon oftmals erwähnt und gepriesen worden. Ich kenne sie zugegebenermaßen noch nicht.

Aufgrund einer Empfehlung in dem Buch "1001 Klassik-Alben, die Sie hören sollten..." habe ich mir aber die zweite Aufnahme mit dem Pittsburgh SO auf Sony gekauft und gerade gehört. Ich weiß nicht, wie gut die ältere Aufnahme ist, aber diese hier ist m.E. vorzüglich und enthält zudem die vollständige Trilogie. Besonders teleton möchte ich sie ans Herz legen, weil auch die Klangqualität hervorragend ist, worauf er ja immer - so wie auch ich - viel Wert legt. Also - klare Empfehlung!
Herzliche Grüße
Uranus

teleton

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69

Freitag, 25. April 2014, 23:06

RE: Maazel

Maazels spätere Aufnahme mit dem Pittsburg SO (SONY), die Ulrich nennt, soll klanglich hervorragend sein, aber zumindest bei den Festen nicht mehr diese Unmittelbarkeit haben und bei aller genannten Farbigkeit mehr auf der souveränen Schiene laufen ... eben so wie Dutoit und Muti.

Hallo Uranus,
bezüglich Maazel möchte ich Dich auf die Beiträge 56 - 61 verweisen.
:hail: Was Maazel in Cleveland (auch klanglich) ablieferte, hat er nie wieder so umwerfend erreicht !
Ich kann mir vorstellen, dass bei Dir seine Pittsburg - Aufnahmen gut angekommen sind, weil die auch klanglich spitze sind; aber höre besonders bei den Festen diese Hammeraufnahmen aus Cleveland.
Nebenbei hat mir seine Sibelius-GA mit dem Pittsburg SO in ihrer für Maazel typisch späten Abgeklärtkeit gar nicht gefallen (weiterverkauft!).

:thumbup: Die isses - seit 2008 bin ich total begeistert:

DECCA, 1976, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Bertarido

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70

Freitag, 25. April 2014, 23:26

Da hier einmal nach Aufnahmen der "Belkis, regina di Saba" gefragt wurde: ich habe zwei neuere Einspielungen der Suite, die ich beide durchaus empfehlen kann. Beide Aufnahmen haben eine hervorragande Klangqualität, was bei diesen Stücken ja nicht ganz unwichtig ist:


Eine SACD...




und eine HDCD.

teleton

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71

Samstag, 26. April 2014, 00:31

RE: Belkis, the Queen of Sheba und Die Kirchenfenster

Wenn ich nicht bereits mit meiner Chandos-Aufnahme mit J.Simon (siehe Besprechung und Abb Beiträge 10-12) nicht schon bestens ausgelastet wäre, so würde ich besonders bei Ashkenazy (EXTON) schwach werden,
denn auch die Kirchenfenster sind ein wichtiges mitreissendes Werk, das in keiner Respighi-Sammlung fehlen sollte.
Der jpc-Preis verursacht nicht gerade "Bestelllaune".

Aber auch Die Kirchenfenster sind mit J.Simon / Philharmonia Orchestra (Chandos)
und
Lopez-Cobos / Cincinati SO (TELARC) so ausgezeichnete Int und klangliche Spitzenaufnahmen, sodass die Neuaufnahmen nur dann in Betracht kommen, wenn man die Genannten noch nicht besitzt.
Meine Erstaufnahme von den Kirchenfenstern war übrigens damals auf LP als TOP-Einstieg Ormandy / Philadelphia Orchestra (CBS).
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Rheingold1876

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72

Samstag, 26. April 2014, 08:01

Meine Erstaufnahme von den Kirchenfenstern war übrigens damals auf LP als TOP-Einstieg Ormandy / Philadelphia Orchestra (CBS)

Die habe ich soeben gebraucht als CD erwischt und bin sehr gespannt. Wie ist denn da der Klang, lieber teleton? Du schreibst zwar zu Beginn des Threads, dass Du diese Ausgabe nicht bekommen hast. Inzwischen dürfte sich das ja geändert haben. Denn es sind je einige Jahre verstrichen.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

teleton

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73

Montag, 28. April 2014, 20:27

RE: Die Kirchenfenster mit Ormandy

Die Klangqualität von der CBS-LP mit Ormandy war bereits damals schon wirklich gut/die Int sowieso !
Ich kenne mit Ormandy eigendlich gar keinen Klangschrott, weil ich mir mit ihm noch nie historische Monoaufnahmen gekauft habe ( ;) und dies auch nie tun würde).
Nachdem ich dann später die Chandos-Aufnahme (Simon) und TELARC (Lopez-Cobos) auf CD hatte, kam mir nicht mehr in den Sinn die Ormandy-Aufnahme noch einmal auf CD zu erwerben.

Aber ich kann Dir versprechen, dass Du damit deine Freude haben wirst, lieber Rheingold.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

lutgra

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74

Montag, 28. April 2014, 20:55

Die Klangqualität von der CBS-LP mit Ormandy war bereits damals schon wirklich gut/die Int sowieso !
Ich habe gerade mal meine noch sehr gut erhaltene Vinylscheibe aufgelegt, ein wenig Patina hat die Aufnahme schon angesetzt. Was ich aber gar nicht als Nachteil empfinde. The Golden Age of Recording. Ormandy dirigiert das natürlich wie Filmmusik zu einem der damals so populären Filmschinken (Ben Hur, Der Leopard etc.), aber auch das ist nicht als Negativkritik gemeint, mir gefällt es sehr :) .

teleton

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75

Dienstag, 29. April 2014, 12:24

Ormandy dirigiert das natürlich wie Filmmusik zu einem der damals so populären Filmschinken

Ja, lieber Lutgra, das muss auch so heroisch interpretiert werden.
Bei den Kirchenfenstern setzt Lopez-Cobos (TELARC) sogar in dieser Beziehung noch einen drauf und läst noch mehr die Post abgehen - und dann in vorzüglicher Digitaltechnik - :thumbup: das macht Laune (wie ich heute mit grossem Hörspass wieder feststellen konnte) !

Ormandy:
Während die Römische Triologie mit Ormandy in den Jahren 1958-61 aufgenommen ist, machen die Aufnahmen 1969 von Die Kirchenfenster und Die Vögel klanglich schon einen besseren Eindruck.
Die Römische Trilogie würde ich mir aber rein aus klangtechnischen Gründen nicht mehr mit Ormandy kaufen (da hatte auch die inzwischen lange verkaufte CBS-CD keine Klangwunder gegenüber der CBS-LP mehr vollbringen können). Dazu gibt es davon zu viele ausgezeichnete Aufnahmen, als dass man da noch auf Ormandy zurückgreifen müsste.

:angel: Ausnahme, was den Klanganspruch angeht, macht Swetlanow (bes. bei den Festen):
Die Klangqualität der Analogaufnahmen von 1980 aus dem Grossen Saal des Moskauer Konservatoriums ist wirklich nicht zeitgemäss und auch die Präzision des Orchesters bei dieser unverbesserten Live-Aufnahme mit Hustern hat ihre Mängel. Aber wie abgedreht er die Feste auf Siedehitze bringt, lies mich heute wieder mit voller Begeisterung platt auf dem Stereohörsessel zurück :hail: ... der Wahnsinn pur.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

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76

Dienstag, 17. Juni 2014, 10:58

Wenn ich die Trilogie hören möchte, greife ich innerhalb meines Portfolios (Svetlanov, Batiz, Toscanini , Karajan sowie …) am häufigsten zur dieser schönen Aufnahme mit den Tschechischen Philharmonikern unter Antonio Pedrotti (einem Dirigenten, der mE viel zu wenig aufgenommen hat; seine Brahms- und Ravel-CD ist wirklich hörenswert).
<---
Eine unglaublich farbige Interpretation mit herrlich ausbalanciertem, sonorem Klangbild. Feste und Brunnen stammen aus 1961, die Brunnen aus 1971. Alles vielleicht nicht so fiebrig heiß wie Batiz oder aufpeitschend wie Svetlanov (durchaus auch favorites von mir), aber mit dennoch viel Verve gespielt – und halt unglaublich farbiger (bei mir müssen es nicht immer die Extreme sein). Leider nur noch schwierig zu bekommen.
Highly recommended!

Beim „restlichen“ Respighi-Programm greife ich gern zur Einspielung des Kammerorchesters Prag unter Josef Vlach (Trittico Botticelliano und Gli Ucelli) sowie Geoffrey Simon (Belkis, Kirchenfenster, Brasilianische Impresionen)

Das reicht zum altwerden :)

William B.A.

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77

Donnerstag, 9. Juli 2015, 00:01

Ottorino Respighi, der am 9. Juli 1879 geboren wurde, starb am 18. April 1936. Zu seinem Geburtstag habe ich dies ausgesucht:



Heute ist die 136. Wiederkehr seines Geburtstages.


Liebe Grüße

Willi :)

https://de.wikipedia.org/wiki/Ottorino_Respighi
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Hüb'

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78

Samstag, 13. August 2016, 12:41

Hallo zusammen,


Ottorino Respighi (1879-1936)
Pinien und Brunnen von Rom, Die Vögel


London Symphony Orchestra, Istvan Kertesz
Decca, ADD, 1969

Respighis Musik wird nicht selten mit einer gewissen Geringschätzung begegnet und ich muss zugeben, dass dieser Komponist auch bei mir nicht in vorderster Reihe steht. Die Werke sind zwar klangschön gearbeitet, vermitteln "Größe" und sind teilweise spektakulär anzuhören, es fehlt mir jedoch an der "Substanz" vieler klassisch-romantischer Werke. Respighi war sicher ein virtuoser Instrumentator und sein Umgang mit den Klangfarben des Orchesters ist von großer Meisterschaft.
Aus diesen Eigenschaften erwächst für mich der Eindruck einer robusten "Unkaputtbarkeit" der Kompositionen mit Blick auf unterschiedliche Interpretationen. Solange "nur" einigermaßen sauber musiziert wird, und in Sachen Aufnahmetechnik ein sehr guter Job gemacht wurde, erscheint mir eine Aufnahme der populären Respighi-Werke (Römische Trilogie, Vögel, Antike Tänze) als gelungen. All das ist in der vorliegenden Decca-Produktion unter dem viel zu früh verstorbenen Istvan Kertesz gegeben.

Viele Grüße
Frank

Hüb'

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79

Freitag, 18. November 2016, 10:48

Hallo zusammen,


Ottorino Respighi (1879-1936)
Fontane di Roma
+ Pini di Roma; Feste romane


Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Gatti
Conifer, DDD, 96

Respighis Effektmusik, angesiedelt als abwechslungsreicher, lautmalerischer Mix zwischen Dur-Monumentalismus, jazzigen Anklängen und dissonanten Momenten, wird in dieser Conifer/RCA-Produktion klanglich/musikalisch bestens ausgeleuchtet. Die wechselnden Stimmungen der Musik werden sehr gut transportiert. Das ist hervorragend gespielt und aufgezeichnet. Besser kann man das nicht darbieten.
Die Accademia Nazionale di Santa Cecilia, gegründet 1908, war bereits an der Premiere sowohl der Feste, als auch der Brunnen beteiligt. Somit gibt es eigentlich kein authentischeres Aufführungsorchester. Das ist IMHO durchaus eine CD, zu der es keine Alternative braucht.

Viele Grüße
Frank

Joseph II.

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80

Samstag, 5. Mai 2018, 17:31

Schwedisches RSO/Swetlanow (Weitblick, 1999)

In diesem Thread war ja schon häufiger die Rede von Swetlanows Interpretation der drei symphonischen Dichtungen mit Rom-Bezug von Respighi. Es ging dabei bisher immer um die 1980 entstandenen Melodija-Aufnahmen mit dem Staatlichen Symphonieorchester der UdSSR. Ich kenne davon die "Pini di Roma" und konnte die Kritik an etwaigen Unsauberkeiten des Orchesters und auch an der Klangqualität nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht traten diese Patzer aber auch bei den spieltechnisch wohl schwierigeren "Feste Romane" zu Tage. Sicherlich kann diese sowjetische Aufnahme klanglich nicht mit modernen Digitalaufnahmen mithalten, aber es ist schon ein brauchbares Stereo, vor dem man jetzt nicht Reißaus nehmen muss.

Bisher noch überhaupt nicht genannt wurde dagegen die zweite Einspielung der Werke durch Swetlanow, die fast zwanzig Jahre später in Stockholm mit dem Schwedischen Rundfunk-Symphonieorchester entstand:



Swetlanow war Ende der 90er kurzzeitig Chefdirigent der Schweden gewesen und mit diesem Orchester eng verbunden seit den frühen 80er Jahren. Man könnte fast sagen, dass er mit keinem westlichen Orchester eine engere Beziehung einging (abgesehen vielleicht vom Philharmonia Orchestra). Fangen wir mal klangtechnisch an: Da gibt es bei dieser Digitalaufnahme nun eigentlich keine Abstriche zu machen. Das ist schon mindestens eine Liga über der alten Sowjetaufnahme anzusiedeln. Es handelt sich wie bei dieser um einen Live-Konzertmitschnitt, deswegen gibt es ab und zu ein paar wenige Publikumsgeräusche (aber insgesamt nicht wirklich störend).

Interpretatorisch bin ich jedenfalls hingerissen von diesen Aufnahmen. Ich muss gestehen, dass mir die "Pini di Roma" bei weitem am meisten liegen und ich sie entsprechend am öftesten höre. Es folgen die "Feste Romane" (besonders wegen des 1. Satzes). Mit den "Fontane di Roma" kann ich vergleichsweise wenig anfangen. Swetlanow sah es wohl ähnlich und krönte das Konzert mit den "Pini", die sicherlich das Highlight der CD sind. Wahnsinn, wie er die Via Appia aufzieht. Den letzten Takt hält er sage und schreibe 20 Sekunden - und übertrifft damit noch die UdSSR-Aufnahme, wo er diesen Effekt schon ähnlich auskostete. Das Orchester zeigt seine hohe künstlerische Qualität. Ich meine, nur eine einzige winzige Unsauberkeit bei den Circenses der "Feste" bewusst gehört zu haben.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Caruso41

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81

Samstag, 5. Mai 2018, 22:19

Plädoyer für Antonio Pedrotti und die Tschechische Philharmonie Prag

Ich finde es interessant, dass bei den Respighi-Blockbustern nicht nur die hochtrainierten Orchestermaschinen der Digitalzeit in den Blick genommen werden sondern auch die älteren Aufnahmen angehört werden.

Eine LP, die ich seit den seligen Jugendtagen besitze und noch immer mit außerordentlichem Vergnügen anhören, ist die von Antonio Pedrotti mit der Tschechischen Philharmonie Prag.
Pedrotti legte eigentlich nicht so großen Wert auf eine Dirigentenkarriere und trat vergleichsweise selten auf. Er war Direktor des "Liceo Musicale" in Trento und nach ihm ist der renommierte Dirigentenwettbewerb "Concorso internazionale per Direttori d'Orchestra Antonio Pedrotti" benannt.
Seine Aufnahme der drei Sinfonischen Dichtungen "Fontane", "Feste" und "Pini" ist nach wie vor meine Lieblingsaufnahme. Sie hat eine formale Strenge wie nur wenige andere, dabei aber eine unerhörte Atmosphäre und eine erstaunliche Farbenpracht. Pedrotti setzt nicht auf Überwältigung und Exuberanz. Er will nicht beeindrucken. Seine Aufnahme lebt von einem Schönheitssinn, wie ich ihn sonst bei keinem anderen Interpreten höre. Und der beeindruckt mich mehr als alle äußerlich Brillianz und als alle aufgepeitschte Extasen. Der warme satte Klang, den die Prager damals hatten, unterstützt den Interpretationasansatz perfekt. Auch an Glanz und Strahlkraft lässt das Orchester keine Wünsche offen.

Soweit ich weiss, gibt es gegenwärtig die Aufnahmen auf CD nur in einer Box ("Antonio Pedrotti in Prag"), es lohnt aber auch, sie auf LP zu hören.






Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • »nemorino« ist männlich

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82

Sonntag, 6. Mai 2018, 15:50

Ein wahrer Genuß ist für mich diese Aufnahme:

Herbert von Karajan dirigiert die Berliner Philharmoniker (Aufnahme: 1977/78).
Die CD enthält außerdem noch die "Antiche danze ed arie per liuto" von Respighi sowie das schöne "Quintettino: La musica notturna delle strade di Madrid" (Aufziehen der militärischen Nachtwache in Madrid) von Luigi Boccherini. Wunderschöne Aufnahmen, mit einer Feinsinnigkeit und Kultur dargeboten, wie man es selten zu hören bekommt. Die "Feste Romane" fehlen leider; die hatte Karajan m.W. nicht im Repertoire.

LG, Nemorino
Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

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