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Caruso41

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631

Freitag, 9. März 2018, 10:13

Josy Santos

Lieber Operus!
Lieber Orsini!

Bisher habe ich mich noch nicht ausführlich zu der Stimme und den von Euch eingestellten Aufnahmen von Josy Santos geäußert.

Natürlich ließe sich zu der wirklich apart timbrierten und gut geführten Stimme noch etwas sagen. Aber da würde ich nicht anders urteilen als Du, lieber Operus! Schwieriger wird es schon, auf Grund der Videos etwas über Gesang und Interpretation zu sagen! Ich habe den Eindruck , dass sie bei dem Gesangswettbewerb Oper auf Schloss Hallwyl nicht recht frei sang. Das klingt alles ordentlich und achtbar - aber leider nicht mehr!
Nach meinen ersten Eindrücken, die ich in der Oper Hannover gewonnen habe, hat sie doch noch ganz etwas anderes drin. Aber da sang sie - wie gesagt - eher kleinere Partien. Also warte ich mal ab, bis ich mehr von ihr gehört habe. Die Premiere von "Il Viaggio a Reims" ist ja schon bald und da singt sie die Marchesa Melibea. Danach werde ich sicher noch mal was schreiben!

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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operus

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632

Freitag, 9. März 2018, 14:23

Lieber Operus!
Lieber Orsini!

Bisher habe ich mich noch nicht ausführlich zu der Stimme und den von Euch eingestellten Aufnahmen von Josy Santos geäußert.

Natürlich ließe sich zu der wirklich apart timbrierten und gut geführten Stimme noch etwas sagen. Aber da würde ich nicht anders urteilen als Du, lieber Operus! Schwieriger wird es schon, auf Grund der Videos etwas über Gesang und Interpretation zu sagen! Ich habe den Eindruck , dass sie bei dem Gesangswettbewerb Oper auf Schloss Hallwyl nicht recht frei sang. Das klingt alles ordentlich und achtbar - aber leider nicht mehr!
Nach meinen ersten Eindrücken, die ich in der Oper Hannover gewonnen habe, hat sie doch noch ganz etwas anderes drin. Aber da sang sie - wie gesagt - eher kleinere Partien. Also warte ich mal ab, bis ich mehr von ihr gehört habe. Die Premiere von "Il Viaggio a Reims" ist ja schon bald und da singt sie die Marchesa Melibea. Danach werde ich sicher noch mal was schreiben!

Beste Grüße

Caruso41

Lieber Caruso,

wir haben Josy Santos offensichtlich unterschiedlich erlebt. Beim letzten Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft präsentierten wir die junge Sängerin vor dem "kritischsten Publikum der Welt", denn unten saßen hauptsächlich ehemalige bedeutende Opersängerinnen und Opernsänger, Dirigenten, Regisseure, Intendanten usw. Josy Santos sang die anspruchsvolle Rossini-Arie der Angelina aus "La Cenerentola" Naqui all' affano. Geläufige Gurgel überraschend geschmeidig in den virtuosen Teilen der Arie, mit auch in der Tiefe voll klingendem, sattem Mezzoklang. Das Hinreissende war jedoch mit welchem natürlichem und doch bereits charimatischem Ausdruck sie die Arie servierte. Ebenfalls frappierend wie stark sie nicht nur mich an die junge Julia Migenes erinnerte. Vielleicht ist es wahr, dass sie am Anfang noch etwas Anlauf gebraucht hat. Nach diieser Auftauphase blühte sie trotz ihrer Jugend (fas)t zur bezaubernden Primadonna auf. Von allen anwesenden Experten höchstes Lob. Sie sang mit dem ewig jungen 77 Jahre alten "Einspringer" Eike Wilm Schulte noch zwei Duette. Fast ein rührender Augenblick als sich Eike Wilm Schulte und die gut einen Kopf größere Josy nach dem gefühlvoll gesungen Duett "Reich mit die Hand mein Leben" umarmten.
Also auch in allen anderen Stücken verkaufte sich Josy Santos prächtig und konnte neben dem erfahrenen Bariton glanzvoll bestehen, über den die Presse schrieb, "die Stimme von Eike Wilm Schulte grenzt an ein Wunder - ja sie ist ein Wunder".Lieber Caruso, Du kennst wie ich die alte Sänger-Weisheit wenn die Stimme wirklich ideal sitzt und mit dem Gold in der Kehle klug umgegangen wird, gelingen praktisch "ewige" Sängerkarrieren. Also ein Konzert mit besonderer Atmosphäre, dass durch den Gegensatz Jung und Alt seinen besonderen Reiz gewonnen hat. Die Taminos, die dabei waren, können dies sicherlich bestätigen.
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Caruso41

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633

Freitag, 9. März 2018, 17:01

....wir haben Josy Santos offensichtlich unterschiedlich erlebt. Beim letzten Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft präsentierten wir die junge Sängerin vor dem "kritischsten Publikum der Welt", denn unten saßen hauptsächlich ehemalige bedeutende Opersängerinnen und Opernsänger, Dirigenten, Regisseure, Intendanten usw. Josy Santos sang die anspruchsvolle Rossini-Arie der Angelina aus "La Cenerentola" Naqui all' affano......


Lieber Operus,

so ganz richtig verstehe ich Deine Einlassung nicht!
Ich habe doch gerade geschrieben, dass ich Josy Santos bisher lediglich in drei kleineren Partien (Zweite Dame in der Zauberflöte, Page in der Salome und Frau von Hufnagel gehört habe) gehört habe und danach ein fundieres Urteil nicht abgeben könne. Mit keinem Wort habe ich etwas gesagt, was Deinen Wahrnehmungen und Urteilen widersprechen sollte. Ich habe lediglich vertröstet!

Die von Orsini eingestellten Videos habe ich aufmerksam studiert. Sie schienen mir schichtweg nicht geeignet, ein rechtes Bild von den Qualitäten und Möglichkeiten der Sängerin zu vermitteln. Dass sie unter den Wettbewerbsbedingungen auf Schloss Hallwyl einfach gehemmt wirkt, ist ja recht spürbar! Deshalb fand ich es unangemessen und nicht fair, ausgerechnet darauf Bezug zu nehmen.

Ich lasse mal dahingestellt sein, ob beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft das "kritischste Publikum der Welt" versammelt ist. Dass sie aber vor diesem Publikum offenbar voll aus sich herausgegangen ist und ihre Möglichkeiten auf das Überzeugendste ausspielen konnte, spricht auf jeden Fall für die junge Sängerin.

Herzliche Grüße
Caruso41
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634

Dienstag, 13. März 2018, 18:56

Christina Nilsson als Aida

Erinnert sich noch jemand an Christina Nilsson?
Wir hatten uns hier in diesem Thread ja über die Sopranistin ausgetauscht, weil uns beim Gütersloher Wettbewerb Neue Stimmen ihr herrlich leuchtendes Sopranmaterial so außerordentlich gut gefallen hatte. (Begonnen hat der Austausch mit Entdeckungen: Neue Stimmen)

Am 17. März wird die neue "Aida" der Royal Swedish Opera Stockholm auf OPERAVISION übertragen! Die Titelpartie singt Christina Nilsson! Ich bin sehr gespannt!

https://operavision.eu/en/coming-soon?ut…utm_medium=news
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Caruso41
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Dienstag, 13. März 2018, 23:00

Nachtrag

Videos von Christina Nilsson aus Gütersloh sind in dem Beitrag

Entdeckungen: Neue Stimmen
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Caruso41

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Sonntag, 25. März 2018, 12:50

Brian Jagde in Korngolds „Wunder der Heliane“

Liebe Freunde von Neuen Stimmen!

Etwas extravagant ist die Metapher wohl schon, mit der die Leistung von Brian Jagde in der Berliner Neuinszenierung von Korngolds „Das Wunder der Heliane“ im RBB gewürdigt wird:

Zitat

Brian Jadge als Fremder........ist eine australische Tenor-Luxuslimousine in Silberkarosserie. Er lässt sogar noch auf den letzten Metern den Motor aufheulen. (Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio)

Aber ohne Zweifel war Jagde auch etwas Besonderes an diesem Abend, an dem das lange vergessene Werk glorios wieder entdeckt wurde.
Ich hatte ja Brian Jagde hier im April des letzten Jahres ausführlich vorgestellt. Damals hatte ich ihn als Bacchus (Adriane auf Naxos) und José (Carmen) gehört. Nun in der Partie des Fremden hat er auf das Eindrucksvollste bestätigt, was ich an ihm gerühmt habe. Dabei ist diese Partie entschieden anspruchsvoller als der José oder auch Bacchus.
Mit seinem ausdrucksstarken und höhensicheren Tenor dürfte Jagde schlicht die Idealbesetzung für den charismatischen Fremden sein. Er hat die Wärme und Geschmeidigkeit, die er für die an Puccini erinnernden Passagen braucht. Er hat aber auch den heldischen und prophetischen Ton für seine Visionen! Wenn er sich in dem herrlichen Schlussduett in einem atemberaubenden, weiten Bogen in den „Himmelsdom“ singt, dann ist da nur noch Glanz und Strahlen und höchste Seligkeit!
Ich habe diese Partie bisher nur von Pries in Bielefeld und Storey in Antwerpen gehört. Zudem kenne ich natürlich die Aufnahme mit de Haan. Aber keiner von ihnen kann auch nur eine Ahnung davon vermitteln, was Korngold wohl vorgeschwebt haben mag. Ich bin mir sicher, dass Jagde seinen Erwartungen und Hoffnungen weitestgehend entsprochen hätte.

Ob es eine Übertragung einer der Aufführungen geben wird, weiß ich nicht. Ich hoffe es sehr, denn auch Sara Jakubiak und die anderen Sänger waren ganz ausgezeichnet und Marc Albrecht hat die ganze Klangpracht der Musik entfaltet ohne dass ihre gelegentliche Überinstrumentarierung zum Problem geworden wäre.

Jetzt bin ich sehr gespannt auf weitere Begegnungen mit Brian Jagde. Hoffentlich bald!

Beste Grüße von Caruso41
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operus

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637

Sonntag, 25. März 2018, 13:25

Brian Jadge als Fremder........ist eine australische Tenor-Luxuslimousine in Silberkarosserie. Er lässt sogar noch auf den letzten Metern den Motor aufheulen. (Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio)
Ein Kritiker soll blutvoll, bildhaft schreiben und abgedroschene Worthülsen vermeiden. Dieses Beispiel finde empfinde ich jedoch als übertriebene, nichtssagende Wortspielerei mit geringer Aussagekraft. Man merkt die Absicht und ist verstimmt.
Hezrlichst
Operus
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638

Sonntag, 25. März 2018, 16:30


Ein Kritiker soll blutvoll, bildhaft schreiben und abgedroschene Worthülsen vermeiden. Dieses Beispiel finde empfinde ich jedoch als übertriebene, nichtssagende Wortspielerei mit geringer Aussagekraft. Man merkt die Absicht und ist verstimmt.
Hezrlichst
Operus


Lieber Operus, da sind wir einer Meinung.

Mich hätte eigentlich mehr interessiert, was du zu Brian Jagde sagst - beziehungsweise zu meinem Bericht über ihn!
Zweifellos ist er ein aufgehender Stern. Durchweg alle Kritiken haben ihn sehr gelobt, zum Teil sogar ausführlich gepriesen. Und das nach dieser extrem fordernden Partie.

In unserem Forum kann aber offensichtlich nur noch über Dekorationen und Inszenierungen eingehender diskutiert werden. Über Stimmen und Sängerleistungen hingegen wird einfach geschwiegen. Dabei gibt es doch ausreichend Gelegenheit, sich von Jagde, seiner Stimme und seinem Gesang eine Vorstellung zu verschaffen.

Übrigens sang in der selben Produktion der „Heliane“ Okka von der Damerau die Rolle der Botin. Sie ist auch eine hier in diesem Thread vorgestellt Sängerin. Deshalb wollte ich denn auch noch etwas über sie sagen. Aber ich warte erst mal ab, ob sich überhaupt noch jemand für Berichte interessiert, in denen es um Sänger geht.

Caruso41
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operus

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639

Sonntag, 25. März 2018, 17:10

*zwei clips wurden durch die Moderation eingefügt - MOD 001 Alfred
Danke an die Moderation, dass die beiden Hörbeispiele freundlicher Weise eingestellt wurden. Der Eindruck, den ich und andere Taminos hatten, wird bestätigt: Thorsten Büttner hat eine gut sitzende, in allen Lagen ansprechende Stimme, erstaunlich ist, wie er im Ausdruck gereift und welche differenzierenden Farben er seiner Stimme geben kann. Seine Karriere hat also nicht ohne Grund sehr an Schwung gewonnen.
Herzlichst
Operus
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Caruso41

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640

Sonntag, 25. März 2018, 17:41

Lieber Operus!

Von Thorsten Büttner konnte ich auf YouTube und auf seiner Homepage leider nur Aufnahmen finden, die mehr als 7 Jahre alt waren. Es wäre interessant, zu hören, wie er sich entwickelt hat. Du hattest in Deiner Vorstellung vor etwa 20 Monaten geschrieben, er sei auf dem Weg ins jugendlich-dramatische Fach. Der eingestellte Max war dafür eher kein überzeugender Beleg. Und wenn ich das recht sehe, singt er weiter an kleineren Bühnen Operette und lyrische Opernpatien. Insofern wäre interessant, was darauf deutet, dass seine Karriere „Schwung gewonnen“ hat.

Leider ist hier keine neuere Aufnahme eingestellt worden. Ist da was schief gelaufen sein?

Caruso41
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Stimmenliebhaber

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641

Sonntag, 25. März 2018, 17:54

Über Stimmen und Sängerleistungen hingegen wird einfach geschwiegen.
Ja, das Gefühl hatte ich auch, als ich im letzten November eine neue Rubrik eröffnet habe, dem Austausch über Höreindrücke von Aufnahmen der jeweiligen Jubilare dienen sollte, aber mangels Beteiligung und Bereitschaft anderer, wirklich eigene Höreindrücke zu schildern und somit den Austausch konstruktiv zu befördern, ist diese Rubrik eingeschlafen.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

rodolfo39

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642

Sonntag, 25. März 2018, 18:36

Brian Jagde

Hier ein Link von einer Butterfly Aufführung aus Palermo. Brian Jagde verfügt über eine schöne und volle Mittellage und auch sichere Höhen. https://youtu.be/BD8RdwLXRw4

In den USA ist er wohl bekanntter als in Deutschland. Er hat den Pinkerton auch schon an der Wiener Staatsoper gesungen.
Und hier noch die Arie des Cavaradossi E lucevan le stelle

https://youtu.be/mTSsXtmwbU4

Caruso41

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643

Sonntag, 25. März 2018, 18:52

Danke, lieber Rodolfo, für den Hinweis auf diese Aufnahme.
Da kann man doch mal mehr von Jagde hören als nur eine Arie.
Das ermutigt sicher den einen oder anderen im Forum, sich mal einen eigenen Eindruck von diesem Tenor zu verschaffen, den ich so nachdrücklich anpreise.
Gibt es vielleicht auch ein Video von seinem Maurizio.

Beste Grüße
Caruso41
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644

Sonntag, 25. März 2018, 21:10

Heliane

Liebe Diskutanten, ich verfolge Eure Beiträge in diesem Thread mit Interesse und freue mich nach dem Lesen umso mehr, daß ich Brian Jagde heute in einer Woche in der Heliane hören werde. Frau Jakubiak kenne ich als Eva aus den Münchner Meistersingern (insz. D. Bösch), wo sie mir aber nicht besonders aufgefallen war. Es grüßt Hans.
..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
-- Aydan Özoğuz

Caruso41

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645

Montag, 26. März 2018, 09:28

Brian Jagde (und Sara Jakubiak) in Heliane

Lieber Hans!

Als Eva in den Meistersingern mag ich mir Sara Jakubiak auch nicht so recht vorstellen. Aber welchen Sopran möchte man denn nach Elisabeth Grümmer in der Partie hören? Gleichwohl: als Heliane ist sie geradezu ideal. Da passt auch ihr etwas kühles Timbre, zumal sie in der erwachenden Liebe und schließlich Leidenschaft hell lodernde Töne hat und für die verschiedenen Seelenzustände, die sie durchläuft, wunderbar fein abschattierte Farben findet.

Brian Jagde war in beiden Aufführungen, die ich gehört habe (Sonntag und Donnerstag), wirklich ein reines Vergnügen. Er hat mich mit seiner feinen Darstellung genau so überzeugt wie mit seinem Gesang. Ich wünsche Dir, dass er diese Leistung auch an Deinem Abend bringen wird! Übrigens: wo wirst Du sitzen. Bekanntlich klingen Stimmen in der Deutschen Oper auf dem zweiten Rang besonders frei. Aber das weißt Du sicher.

Auf jeden Fall bin ich gespannt auf Deine Eindrücke und Dein Urteil.

Liebe Grüße
Caruso41
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Rheingold1876

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Montag, 26. März 2018, 10:16

Du erinnerst Dich, dass wir über den Tenor Benedikt Kristjánsson aus Island gesprochen hatten? Den habe ich auch Dir zu verdanken. Zum Glück hatte Stimmenliebhaber noch herausgefunden, dass das Konzert im Berliner Dom, bei dem Monteverdis "Marienvesper" mit Elementen der Deutschen Messe verknüpft wurden, doch kein Irrtum meinerseits war. Kristjánsson hatte dabei die größten Aufgaben. Erstaunt war ich, wie sich die relativ kleine Stimme in dem gewaltigen Bau entfalten konnte. Das spricht dafür, dass er eine sehr gute Technik hat und Volumen nicht mit Laustärke verwechselt. Er forciert nicht. Selten habe ich einen so perfekten Sitz eines Tenor gehört - und zwar in allen Lagen.


Lieber Caruso, ich zitiere mich mal selbst aus einer Erwiderung auf einen Text von Dir, um nochmals auf auf Benedikt Kristjánsson zurückzukommen. Jetzt habe ich ihn in Berlin in Bachs "Johannes-Passion" mit der Akademie für Alte Musik gehört. Er sang nicht nur den Evangelisten sondern auch auch noch die Arien und das Arioso des Tenors. Das ist schon von der Text- und Notenmenge Menge her ein Brocken. So gut studiert wie von diesem jungen Tenor habe ich die Partie live selten gehört. Obwohl er die Noten - gewiss auch aus Respekt vor dem Werk - vor sich hatte, floss alles leicht und perfekt aus dem Gedächtnis. Das bot Gelegenheit zur Interpretation und Ausdeutung jedes Wortes. Mir ist immer wichtig, dass die Sprache Luthers bewahrt bleibt. So geschah es dann auch. Die Passion wirkt authentischer, wenn sie sprachlich nicht an heutige Gepflogenheiten angepasst wird. Kristjánsson schaffte es, das Publikum derart in seinen Bann zu schlagen, dass es an den richtigen Stellen in absoluter Stille und Ergriffenheit verharrte. Das ist bei der immer noch grassierenden Grippewelle gar nicht einfach.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

La Roche

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647

Montag, 26. März 2018, 11:06

Wenn er sich in dem herrlichen Schlussduett in einem atemberaubenden, weiten Bogen in den „Himmelsdom“ singt, dann ist da nur noch Glanz und Strahlen und höchste Seligkeit!
Lieber caruso41,

um diese Aufführung kann ich Dich nur beneiden. Von der Oper kannte ich bisher nur den Titel. Du hattest das wunderbare Schlußduett angesprochen, ich habs bei youtube gefunden (mit Gedda, Tomowa-Sintow und dem Dirigenten John Mauceri, den ich in Chemnitz live erlebt hatte in "Der Weg der Verheißung"). Es ist tatsächlich eine für meinen Geschmack herrliche Musik, sie erinnert mich an die Kraft z.B. von Andre Chenier. Ich glaube, daß das ein ganz tolles publikumswirksames Liveerlebnis ist. Wenn dann noch ein Tenor auf der Bühne steht, den selbst Du in höchsten Tönen lobtest, dann muß das wirklich toll gewesen sein.

Übrigens in der angesprochenen Aufnahme bei youtube hat mich Gedda eigentlich nicht überzeugt, mir fehlte der sonst bei ihm gewohnte strahlende Glanz, und auch das Vibrato war etwas breit geraten. Aber das gehört nicht hierher. Den Brian Jagde muß ich mir mal suchen, Du hast mich neugierig gemacht!.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


La Roche

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648

Montag, 26. März 2018, 11:09

Ja, das Gefühl hatte ich auch, als ich im letzten November eine neue Rubrik eröffnet habe, dem Austausch über Höreindrücke von Aufnahmen der jeweiligen Jubilare dienen sollte, aber mangels Beteiligung und Bereitschaft anderer, wirklich eigene Höreindrücke zu schildern und somit den Austausch konstruktiv zu befördern, ist diese Rubrik eingeschlafen.
Dann lies doch einfach einmal nach in den alten Beiträgen, und Du wirst wissen, warum sich einige infolge Deiner Meckereien zurückgezogen haben! Ich will da jetzt aber keine Diskussion mehr darüber führen, das ist Vergangenheit.

La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


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Montag, 26. März 2018, 11:23

Benedikt Kristjánsson

Lieber Rheingold,

Es ist schön zu hören, dass Benedikt Kristjánsson Dich wieder überzeugt und begeistert hat. Er scheint sich wirklich zu einem hervorragenden Bach-Interpreten entwickelt zu haben. Auch von anderer Seite höre ich viel Anerkennung. Ich würde ihn gerne in einer der Passionen mal wiederhören. Andererseits hoffe ich, dass er der Oper nich ganz abhanden kommt.

Mit lieben Grüßen

Caruso41
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650

Montag, 26. März 2018, 11:36

Das Wunder der Heliane

Lieber LaRoche!

Wenn du nur das Schlussduett aus dem „Wunder der Heliane“ gehört hast, hast du gar nichts von Gedda gehört: er singt nämlich den blinden Schwertrichter. Das ist eher ein kleine Partie aber sehr wichtig.
Den Fremden in der Aufnahme mit Tomova-Sintow singt John David de Haan, ein Tenor, mit dessen Leistung in dieser Aufnahme man wirklich nicht zufrieden sein kann. Aber die Aufnahme unter John Mauceri ist eigentlich in allen Partien längst nicht so überzeugend wie die Berliner Aufführung. Auch Chor und Orchester waren meiner Meinung nach mit den Werk vertrauter und brachten seine rauschhafte Schönheit eindrücklicher zu Geltung.
Man kann nur hoffen, dass die Produktion mitgeschnitten und zumindest im Radio gesendet wird.

Aufnahmen auf YouTube gibt es inzwischen einige von Brian Jagde. Einige hatte ich ja schon bei der Vorstellung in diesem Thread präsentiert.

Beste Grüße
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Montag, 26. März 2018, 13:07

Ja, das Gefühl hatte ich auch, als ich im letzten November eine neue Rubrik eröffnet habe, dem Austausch über Höreindrücke von Aufnahmen der jeweiligen Jubilare dienen sollte, aber mangels Beteiligung und Bereitschaft anderer, wirklich eigene Höreindrücke zu schildern und somit den Austausch konstruktiv zu befördern, ist diese Rubrik eingeschlafen.
Dann lies doch einfach einmal nach in den alten Beiträgen, und Du wirst wissen, warum sich einige infolge Deiner Meckereien zurückgezogen haben! Ich will da jetzt aber keine Diskussion mehr darüber führen, das ist Vergangenheit.

La Roche
Ich finde es immer herrlich, wenn Leute behaupten, etwas nicht zu wollen - und es dann im gleichen Moment doch tun... :no: :no: :no:
Die besagte Rubrik ist deshalb eingeschlafen, weil außer mir kaum jemand bereit war, dort wirklich dezidiert seine subjektiven Höreindrücke zu schildern, anstatt nur allgemeine Plattitüden und (Vor-) Urteile, zu denen man teilweise vor Jahrzehnten gelangt ist, zu wiederholen, ohne sie einer kritischen Überprüfung durch aktuelles zeitnahes Hören zu unterziehen. Ich habe da genug Höreindrücke geschildert, um einen Austausch in Gang zu bekommen, der "Melomane" hat in den ersten Wochen auch aktiv mitgemacht und seine Höreindrücke beigesteuert, dann war er plötzlich verschwunden. Nun ist er wieder da, hat in dieser Rubrik aber nichts Neues beigetragen. Ich habe Ende Januar noch zwei Höreindrücke zu Jubilaren eingestellt, auf den ersten wurde noch reagiert, auf den zweiten nicht mehr, weshalb ich meine dortige Aktivität dann eingestellt habe, weil ein Austausch nur mit mehreren Leuten, die gewillt sind, ihre subjektiven Höreindrücke niederzuschreiben, funktioniert.

Ob diese Rubrik "Vergangenheit" ist oder nicht, entscheidest nicht du, sondern letztlich jeder, der dort einen subjektiven Höreindruck zu einem Jubilar schildern will oder eben nicht. Wenn jemand dort einen Höreindruck kundtut, werde ich darauf reagieren, mir die betreffende Aufnahme anhören (sofern es sich um ein Stück handelt, das ich kenne und somit vergleichen kann) und meinen eigenen Höreindruck kundtun. Aber dass ich da täglich schreibe und niemand reagiert, dazu ist mir meine Zeit dann doch zu schade.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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operus

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Montag, 26. März 2018, 13:39

Mich hätte eigentlich mehr interessiert, was du zu Brian Jagde sagst - beziehungsweise zu meinem Bericht über ihn!
Zweifellos ist er ein aufgehender Stern. Durchweg alle Kritiken haben ihn sehr gelobt, zum Teil sogar ausführlich gepriesen. Und das nach dieser extrem fordernden Partie.
Lieber Caruso,
zu Brian Jagde werde ich mit etwa Verzögerung noch eine Aussage treffen. Ich habe mir bis jetzt ein Bespiel angehört und da war mein Eindruck gut. Ich muss den Sänger jedoch in mehreren und möglichst verschiedenen Partien hören, erst dann kann ich einen ungefähren Eindruck wiedergeben.


Insofern wäre interessant, was darauf deutet, dass seine Karriere „Schwung gewonnen“ hat.

Zitat und Antwort betrifft eine Diskussion über den Tenor Thorsten Büttner

Es ist legitim, wenn für Aussagen Fakten und Belege gefordert werden. Unbelegte Behauptungen ohne Beweis werden im Forum viel zu oft gebracht und hingenommen. Deshalb finde ich es gut, wenn Du danach fragst, womit ich meine Aussage, die Karriere von Thorsten Büttner sei in Schwung gekommen, begründen kann. Deshalb fragte ich sofort bei seiner Agentur nach, um über meinen Informationsstand hinaus noch mehr und abgesichertes zu erfahren. Wenn man den Fortschritt eines Sängers an der Zahl der Auftritte, der Partien und den Häusern an denen er singt festmachen will, dann gibt es folgendes zu berichten:
Freischütz-Max am Staatstheater Saabrücken; Macduff am Staatstheater Oldenburg, Boni in der Csárdásfürstin in Magdeburg, Steuermann und Erik (14 Mal) an verschiedenen Opernhäusern, schwerpunktmäßig in Holland, mehrfach die Titelpartie des Idomeneo am Nordharzer Theaterstädteverbund. Der Tenor tritt regelmäßig in Konzerten in der Philharmonie Luxemburg auf. Umfangreiche Tournee mit Weihnachtskonzerten im Süddeutschen Raum
Folgende Spielzeit wird mehrmals Freischütz-Max an verschiedenen größeren deutschen Bühnen folgen. Ebenfalls sind Auftritte als Turriddu in Belgien geplant. Ein Ereignis für und mit Thorsten Büttner dürfte auch ein Galakonzert mit großen Opernstars im Wiener Musikverein werden. (von diesem Ereignis werden sicherlich Aufzeichnungen gemacht.)
Das ist das, was ich auf die Schnelle herausbekam:
Mitgewirkt habe ich, dass Thorsten Büttner auch in dieser und der kommenden Saison wieder in Opern- und Open-Air Konzerten des Heilbronner Sinfonie Orchesters singt. Hier wird er Ausschnitte aus "Die lustigen Weiber", "Rigoletto", "Cavalleria Rusticana", "La Traviata" und "Hoffmanns Erzählungen" präsentieren.

Bei der Beurteilung der Karriere von Thorsten Büttner ist zu berücksichtigen, dass der noch junge Tenor nach mehreren Festengagements jetzt freischaffend tätig ist und da ist es zunächst schwierig, sich im Haifischbecken des freien Sängermarktes durchzusetzen. Hoffnung macht die Zahl der Angebote und die Reengagements. Ich setze mich für diesen Sänger mit der Überzeugung durch zahlreiche sehr erfolgreiche Auftritte ein. In dieser Überzeugung werde ich durch die Kritiken nach den Konzerten und vor allem unser Publikum des Heilbronner Sinfonie Orchester gestützt und verstärkt. Thorsten Büttner ist in Heilbronn und der Region durch seine Leistungen bereits eine feste und äußerst beliebte Größe geworden.

Herzlichst
Operus



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La Roche

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Montag, 26. März 2018, 14:40

Ob diese Rubrik "Vergangenheit" ist oder nicht, entscheidest nicht du, sondern letztlich jeder, der dort einen subjektiven Höreindruck zu einem Jubilar schildern will oder eben nicht.
Mit "Vergangenheit" meinte ich nicht die von Dir eröffneten Threads, die fand ich schon interessant. Sicher hast Du mich falsch verstanden. Ich meinte nur meine Teilnahme am Thread, die ist Vergangenheit, nicht die Liebe für die ausgewählten Sänger. Da weißt Du ganz genau, daß ich sehr, sehr nostalgisch eingestellt bin.

La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


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654

Montag, 26. März 2018, 14:57

Den Fremden in der Aufnahme mit Tomova-Sintow singt John David de Haan, ein Tenor, mit dessen Leistung in dieser Aufnahme man wirklich nicht zufrieden sein kann.
Danke für die Richtigstellung. Ich kann also weiter von Gedda schwärmen, und bin froh, daß mir die Stimme des de Haan (diesen Namen kenne ich gar nicht) gleich nicht so recht gefallen wollte. Wenn der Fremde einen heldischen Tenor verlangt, dann hätte mich die Besetzung mit Gedda auch gewundert. Wie gesagt, es war gestern auf youtube meine erste Bekanntschaft mit dieser Oper, kenne weder Musik noch Handlung.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


655

Montag, 26. März 2018, 16:37

Lieber Hans!

Als Eva in den Meistersingern mag ich mir Sara Jakubiak auch nicht so recht vorstellen. Aber welchen Sopran möchte man denn nach Elisabeth Grümmer in der Partie hören? Gleichwohl: als Heliane ist sie geradezu ideal. Da passt auch ihr etwas kühles Timbre, zumal sie in der erwachenden Liebe und schließlich Leidenschaft hell lodernde Töne hat und für die verschiedenen Seelenzustände, die sie durchläuft, wunderbar fein abschattierte Farben findet.

Brian Jagde war in beiden Aufführungen, die ich gehört habe (Sonntag und Donnerstag), wirklich ein reines Vergnügen. Er hat mich mit seiner feinen Darstellung genau so überzeugt wie mit seinem Gesang. Ich wünsche Dir, dass er diese Leistung auch an Deinem Abend bringen wird! Übrigens: wo wirst Du sitzen. Bekanntlich klingen Stimmen in der Deutschen Oper auf dem zweiten Rang besonders frei. Aber das weißt Du sicher.

Auf jeden Fall bin ich gespannt auf Deine Eindrücke und Dein Urteil.

Liebe Grüße
Caruso41


Lieber Caruso41, ich werde im Parkett sitzen, in der zweiten Reihe - was die Augen sehen, glaubt das Herz. Es grüßt Hans
..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
-- Aydan Özoğuz

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656

Montag, 26. März 2018, 21:23

Zu Thorsten Büttner

Lieber Operus!

Es war sehr lieb von Dir, dass Du mich so eingehend über das Fortkommen von Thorsten Büttner informiert hast. Sogar bei seiner Agentur hast du noch Erkundigungen eingeholt. Toll!

Ob er allerdings gut beraten war, die Arbeit in dem Ensemble eines Opernhauses zugunsten einer sogenannten freien Tätigkeit aufzugeben, weiß ich nicht. Zumindest habe ich den Eindruck, dass viele Talente dabei schnell verschlissen werden. Wenn man nicht das Glück hat, an reputierlichen Häusern engagiert zu werden, geht das ganz schnell. Zumindest fällt mir die Vorstellung schwer, dass die Arbeit in Truppen wie dem Nordharzer Städtebundtheater und der Nederlandse Reisoper einer künstlerischen Entwicklung besonders förderlich sein kann. Aber das wäre ein Thema, das man in einem anderen Thread diskutieren müsste.

Thorsten Büttner wünsche ich erst mal alles Gute auf all seinen Wegen. Ich bin gespannt, wann er an größeren Häusern auftaucht.

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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657

Montag, 26. März 2018, 21:38

Lieber Caruso41, ich werde im Parkett sitzen, in der zweiten Reihe - was die Augen sehen, glaubt das Herz. Es grüßt Hans



Lieber Hans,

Wenn diese Weisheit für Dich richtig ist, bist Du ja bestens platziert!

Mir ist in der Oper einfach das Hören wichtig und deshalb ziehe ich die akustisch besseren Plätze auf dem 2. Rang vor. Am liebsten 4. bis 6. Reihe. Hat auch den Vorteil: es spart Geld!

Liebe Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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operus

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658

Dienstag, 27. März 2018, 09:27

Es war sehr lieb von Dir, dass Du mich so eingehend über das Fortkommen von Thorsten Büttner informiert hast. Sogar bei seiner Agentur hast du noch Erkundigungen eingeholt. Toll!
Lieber Caruso,

ich habe Maßstäbe, die ich an mich, jedoch auch an andere stelle. Dazu gehört, möglichst faktengestützt zu argumentieren. Da ich Fragen aller Taminos und von Dir als Stimmenfachmann und als Förderer junger Sänger ernst nehme, habe ich mich auch um meinen eigenen aktuellen Informationsstand zu prüfen an die Agentur gewandt und sofort entsprechende Auskunft über Thorsten Büttner bekommen. Wie Du bemühe ich mich, junge Sänger -die mir künstlerisch und menschlich positiv auffallen - zu fördern. Das geschieht einmal durch die Auftrittsgelegenheiten bei Konzerten der Gottlob-Frick-Gesellschaft und beim Heilbronner Sinfonie Orchester. Da ich auch häufig mit Operndirektoren, Regisseuren, Veranstaltern, Agenten usw. im Gespräch bin, versuche ich dort zumindest auf meine "Schützlinge" aufmerksam zu machen. Erst kürzlich konnte ich einer jungen, aus meiner Sicht hoffnungsvollen Sängerin eine rührige Agentin vermitteln. Wir arbeiten vielleicht auf unterschiedlichen Wegen am gleichen Ziel: Jungen hoffnungsvollen Sängernachwuchs auf dem Weg in den Beruf und zur Karriere zu unterstützen. Deshalb ist Deine Arbeit im Forum bei "Entdeckungen:Neue Stimmen" äußerst wertvoll. :jubel:

Ich stimme Dir auch zu, dass es sich lohnen würde, einen Thread zur Arbeit der privaten Opernbühnen und Reisetheater zu schreiben. Exemplarisch nenne ich Oper im Chiemgau- Hofgut Immling, Opera Classica, Theater Pfarrkirchen usw. Im Gegensatz zu Dir sehe ich solche Unternehmungen zumindest in Teilen ihrer Tätigkeit positiv. Ganz banal ausgedrückt: Alle Auftrittsmöglichkeiten sind für junge Sängerinnen und Sänger immer besser als keine.
Herzlichst
Operus


 
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Rheingold1876

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659

Dienstag, 27. März 2018, 09:45

Es ist schön zu hören, dass Benedikt Kristjánsson Dich wieder überzeugt und begeistert hat. Er scheint sich wirklich zu einem hervorragenden Bach-Interpreten entwickelt zu haben. Auch von anderer Seite höre ich viel Anerkennung. Ich würde ihn gerne in einer der Passionen mal wiederhören. Andererseits hoffe ich, dass er der Oper nich ganz abhanden kommt.


Sein Schwerpunkt sind wirklich Lieder und Chorwerke. In der Oper ist Benedikt Kristjánsson bislang relativ wenig unterwegs, wie auf seine Webseite nachzulesen ist:

Acis: Acis & Galatea (Händel)
Soldat, Lucano: L'incoronazione di Poppea (Monteverdi)
Morphée, Sommeil & Zephyr: Atys (Lully)
Belmonte: Entführung (Mozart)
Bastien: Bastien & Bastienne (Mozart)
Don Ottavio: Don Giovanni (Mozart)
Iopas: Les Troyens (Berlioz)
Raflafla: Medames de la Halle (Offenbach)
Das tapfere Schneiderlein: Das tapfere Schneiderlein (Mitterer)
1.Tenor: Lohengrin (Salvatore Schiarrino)
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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Dienstag, 27. März 2018, 12:55

Benedikt Kristjánsson

Lieber Rheingold,

es sieht ganz so aus, als würde er sich in der Oper rar machen. Das ist sehr bedauerlich, denn er ist ein Darsteller, der total fesselt ohne viel zu ‚machen‘!
Nächsten Monat wird er noch mal mit Janaceks „Tagebuch eines Verschollenen“ am Staatstheater Braunschweig zu erleben sein. Wieder ist das Werk mit Poulencs „Voix humaine“ kombiniert. Ich nehme an, dass die Produktion übernommen wird, die im Studio der Berliner Staatsoper zu erleben war und die mich so beeindruckt hatte. Da könntest Du ja vielleicht hinfahren?

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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