Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18 978

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Mittwoch, 7. Februar 2018, 20:09

Johann Evangelist BRANDL - Eine Entdeckung !!

Johann Evangelist Brandl (1760-1837) war ein deutscher Komponist und Geiger. Sein Werkverzeichnis umfasst an die 60 Opuszahlen, er war erfolgreich und galt als einer der "führenden Komponisten" seiner Zeit. Viel wurde davon nicht in unser Zeitalter herübergerettet, Bekann sind 6 Streichquartette op17, die er Joseph Haydn gewidmet hat. Er schrieb auch diverse andere Kamermusik in diversen Besetzungen, einige Opern und drei Sinfonien mit Opuszahl (12, 20 und 25), angeblich gibt es weitere ohne Opuszahl.
Ich habe heute die Sinfonie op 12 gehört und war mehr als beeindruckt. Wollte man es sich leicht machen, so würde man sagen, die Sinfonie stünde den späten Sinfonien Haydns und Mozarts nahe. Aber das trifft es eigentlich nicht. Wohl würde ich unterschreiben, daß sie sich auf Augenhöhe mit d en Spätwerken der beiden Genannten befindet, aber da ist noch ein eigenständiger unterton dabei, einerseits "fester" (vor allem im ersten Satz) aber auch teilweise dunkler, und dann wieder tänzerischer. Auffällig ist, daß unabhängig von der jeweiligen Stummungslage des einzelnen Satzes immer wieder Eleganz und Schönheit des Klanges gewahrt bleiben, unter anderem Auch durch die Bläser, die irgendwie den Schwerpunkt ausmachen.Die tänzerischen Passagen hingegen haben etwas geradezu wienerisches an sich und über allem schwebt schon eine Vorahnung auf die Romantik, wobei Beethoven völlig andere Wege ging. Wie dem auch sei: Ich freue mich bereits auf die Hörsitzung mit der Sinfonie op 25 am Programm und hoffe auf weitere Einspielungen von Weken Brandls - sie wären es bistimmt wert.
Lobend erwähnen möchte ich noch das Orchester (Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz) unter Kevin Griffiths
Eine heisse Empfehlung !!

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18 978

Registrierungsdatum: 9. August 2004

2

Donnerstag, 8. Februar 2018, 12:33

Ich habe gezögert, ob es sinnvoll sei, die zweite auf der in Beitrag Nr 1 gezeigten Sinfonie (op 25) von Johann Evangelist Brandl nach relativ kurzer Zeit zu hören und hier vorzustellen, denn im Booklet wurde betont, daß sich zwichen den beiden Werken eine Verönderung des Zeitgeschmacks vollzogen habe, die man hier deutlich hören könne, die Sinfonie op 25 sei deutlich dynamischer und als ihr Gegenstück und schon sehr der Romantik nahe. Einerseits hat mich das irgendwie abgeschreckt, denn mir geht es oft soh, daß eich die rückwärtsgewanden Erstlingswerke von Komponisten mehr schätze, als jene wo sie "progressive Ideen" entwickelten.
Letztlich hat mich aber dann duch die Neugier getrieben und ich habe den Hörtermin für jetzt angesetz - und ich wurde nicht enntäuscht. In der Tat ist die Letzte Sinfonie Brandls zupackender als ihr Vorgänger. Sie erschien 1803 erstmals in Druck. Der erste Satz erinnert mich entfernt an Teile von Schuberts "Großer" C-Dur Sinfonie D 944. Abgekupfert kann er hier ja nicht haben, denn Schubert war damals grade mal 6 Jahre alt. Im zweiten Satz werde ich an Haydn erinnert, ebenso wie im Finalsatz, aber eben nur entfernt. Die Ähnlichkeit dürfte ehe ein Symptom der de Damaligen Mode sein, der beide Komponisten ihre Werke anpassten. Brandl vermag übrigens seine (moderat) temperamentvollen Ausbrüche und auch seine gelegntlichen dunkel abgetönten (mehr geheimnisvoll als bedrohlich IMO) geschickt mit dem Eindruck von Ohrwurmthemen zu kombinieren. Brandl hat seine 6 Streichquartette op 17 übrigens Josef Haydn gewidmet.
Alles in allem aber dienen die "Vergleiche" lediglich als Krücken um jemand, der Brandls Sinfonien noch nie gehört hat eine GROBE Orientierung zu geben. Sie sind - aus meiner Sicht betrachtet - Werke eines Originalgenies des späten 18 Jahrhunderts (er lebte bis 1837, hat aber nach dieser hier vorgestellten, leider keine einzige Sinfonie mehr geschrieben.....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix